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Central-Verein-Zeitung · 1934-11-01 · 44 (1.11.1934) · page 8

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
44 (1.11.1934)
Date
1934-11-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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MWöMM MarS Kaan 60 Fahre alt ' Am 5. November. vollendet Rechtsanwalt Tr. Richard Kann, einer der hervoragendsten Vertreter der deutschen Rechtswissenschaft, in Sonder- 5>eit der deutschen Prozeßrechtswissenschaft, sein 6v. Lebensjahr. Er stammt aus einer alteingesessenen hannoverschen Familie. Sein Vater gehörte zu den angesehensten Bürgern seiner Vaterstadt^ seine Mutter entstammte der Familie Ludwig Borne. Nach kurzer richterlicher Laufbahn ließ sich Richard Kann in Berlin als Anwalt beim Kammergericht nieder, wo er noch heute wirkt. Kann's wisseiischaslliche Tätigkeit galt der Er- Forschungdes deutsche» Zivilprozesses. Wesentlich hierfür bestimmend war, daß er ans der Hannoverscheu Gerichtsbarkeit hervorgegangcn ist, in der die Wissenschaft des Zivilprozesses von jeher besonders gepflegt wurde. Nachdem zuerst kleinere Arbeiten ans seinem Spezialgebiet die Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt litten, begann er seine große Lebensaufgabe — die neue Auflage des von Fvcrfter zuerst herausgegedcnen Kommentars zur deutschen Zivilprozeßordnung. Ans diefern Kommentar, einem für feine Zeit vortrefflichen Werk, wurde unter den Händen von Kann etwas völlig Neues: Ein großer, ernster. Tnrchdringnng der Wissenschaft mit genauer Kenntins der Praxis verbindender Kommentar, der sich würdig den größten Leistungen deutscher Prozeßrechtswissensäps! an die Seite stellte. Zn der Besprechnng der ersten Auslage konnte ein Referent nichts Besseres von dem Werke sagen, als das Schlußergelmis, „inan hat das Buch mit dem Kommeutar von Staub verglichen — ein stolzer Vergleich, allein das Werk kann ihn aushalten — Besondere Anerkennung fand das Wirken Kann's. als ihm und) dein Tode des ersten Prozeßprak:ikers. des Lberlandesgcrichtspräsidenten Vier- Haus, die Nciierwectung der durch die Wirtschaft- Iid>en Verhältnisse in der Kricgszeit vcrschwundenen „Zeitschrift für Tentschen Zivtlprozcß" übertragen ivnrde. deren Schristleitnng er zusammen mit dem großen Leipziger Prozessualisten Geh. Hofrat Professor Tr. Ernst Jäger und dein inzivisclien in den Ruhestand getretenen Kammergcrichrspräsidenten Tr. von Staff, zuletzt noch in Ge:neiinct)aft mit dem Leipziger Prozessualisten Leo Rosenl'erg. bis zuni Jahre 19-"cZ in enger harmonischer Arbeitsgemeinschaft geführt hat. Wahrciid des Krieges hat sich Kann aiißervrdcnt' lidjc Verdienste um das Recht im besetzten Gebiet erworben. -Er war zuerst 'als Bezlrksrlchter. so'.' dann als Mitglied des deutschen Obersten Gerichts- Hofs zu Warschau tätig; seine außerordentliche Beherrschung der Materie, sein praktischer- Sinn, seine Liebe zur Gerechtigkeit und seine konzilianten Umgangsformen schlugen die Brücke zwischen den harten Notwendigkeiten des Krieges und den Belangen der polnischen Bevölkerung und ihres Rechts. So hat sein Wirken — zusammen mit dem anderer trefslicher Männer — zum Ansehen des deutschen Ansehens in Polen nicht wenig beigetragen. Seine dort erworbene Kenntnis der poliiifdfjen Sprache und des polnischen Rechtslebens, die ihm als geborenen Mitteldeutschen an sich völlig fern gelegen hatte, ließen ihn auch die weitere Rechtsentwicklung in dem neu entstandenen Polen lveitor beobachten. Seine Ratschläge für die Schaffung eines neuen polnischen Zivilprvzesses fanden bei den polnischen Juristen ernste Beachtung, und sein inzwischen im Jahre 1933 erschienener Kommentar zur polnischen Zivilprozeßordnung ist auch von Polnischer Seite als eine Leistung großen Stils anerkannt worden. Auch im amvaltlichen Standcsleben hat sich Kann eifrig betätigt: Er war Mitglied des Vorstands der Kammergerichtscmwälte, des Berliner Amvaltvereins, des Vorstandes der Berliner Anwaltskannner sonne der Vertreterversammluug lAbgevrdnetenversammIung) des Tentschen Anwaltvereins. Auch wurde er — die größte Ehrung und höchste Anerkennung, die einem wissenschaftlich arbeitenden praktischen Juristen zuteil werden konnte — in das Prenßisck)e Landesprüfungsamt (Assessorprüfung) berufen, in dem er jahrelang, gleich geachtet von seinen Kollegen luic beliebt bei den Prüflingen, gewirkt hat. In allen diesen Kollegien war er stets am Platze, wenn es galt, ernste Vertiefung in Gutachten und Referaten in stiller Arbeit zu leisten. Von ihm, dessen schlichtes Wesen und Selbstlosigkeit so überaus sympathisch berühren, gilt sicherlich das Wort: „Er hat keinen Feind/' Seine zahlreichen Freunde in allen Teilen des Tentschen Reiches und weit über seine Grenzen hinaus wünschen ihm von Herzeil noch rnanches Jahrzehnt segensreichen Schaffens. Prüfungsordnung für KrankeiMjtnangesiellle in Mußen Ter Reichsarbeitsminister und preußische Minister für Wirtschaft und Arbeit hat eine „Prüfungsordnung für Kranlenkassenangestelltc in Preußen vom 19. Oktober 1934* (Pr. Ges. S. S. 412) erlassen. - Für den Bezirk jedes Oberversichevungsamts werden ein oder mehrere Prüfungsausschüsse gebildet. Zu den Prüfungen wird nur MÄassen, tver a) mindestens 21 Jahre alt ist, b) die erforderliche Borbereitnngszeit zurückgelegt hat. e) die gesetzlichen Voraussetzungen für,eine Anstellung im offentlichcn Dienste (nainentlich arische Abstammung, deutsche Staatsangehörigkeit, nationale Zuverlässigkeit) erfüllt. Das Prüfnngsgebiet nnlfaßt nicht nur die Hauptbestinnnungen der Reichsversicherungsordnimg und der sonstigen Sondergesetze, sondern auch die Kenntnis der Grundsätze des Versassimgsrechts. allgemeine Kenntnis der Staatsbürgerkunde (nationalsozialistische Weltanschauung), der Rassenknnde fomie der Rassen» und Erbgcsundhcitspslcge. J. M. Aendrrrmg brr ör;t!rchen ZulMungsordnung Ter Rcichsarbeitsminister hat eine Zweite Verordnung über die Zulassung von Aerzten zur Tätigkeit bei den Krankentassen vom 23. Oktober 1934 lRGVl. I. S. 106«,) erlassen, durch lvelche die Znlassnngsvrdnnng vorn 17. Mai 1934 (RGBl. I, S. 399) ab geändert worden ist. Das Slcrzledezernat der juristisch-wirtschastlichcrr Beratungsstelle des „Ecntral-Äcreins" sendet Interessenten anssnhrlichc Angaben ans 2ln, sordcrnng gern zu. Aus Leu Familien Mar L v h in 1 0)latilu'v'>, /IKitbc^viiüber der dortigen Ortsgruppe des E.-V., hat am 27. Oktober seine» 7>'». («ieburtstag gefeiert. — Ja«ob Förder (Beuthcn). Vorstandsmitglied der Ortsgruppe des E.-V.. beging am 26. Oktober mit seiner Gattin das Fest der silbernen Hochzeit. — Isidor Richard - lTrittcnheim a. d. Mosel >. erster Vorsitzender der dortigen isrealitischen - Gemeinde, ist gestorben. — Frau S. L e v y (Watdmvhr i. Pfalz) ist im Alter bon 64 Jahren gestorben. Die Tageszeitung von 29atdmohr widmet der Verstorbenen einen herzlichen 'Nachruf. Die Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde weist darauf hin. daß die biblische Szene „V a t a k und Vila nt" bon Hugo 'Adler am 21. November «Bußtag« in der 'Neuen Synagoge. Oranienburger Straße, ihre Berliner Erstaussührnng erlebt. Hermanns i Friitzteia Das bekannte Spezialhaus Frankfurt a.M. / Offenbach / Giessen Berlin: 4. November, 18 Uhr: Wertgruppcn Norden II und s»» des Bundes D e n t s ch - ) ii d i s ch e r Jugend Elternabend. Aula der Jüdischen Schule, Große Law burger Straße 27. 7. November. 2U'/. Uhr: 5tilnstlerhilfc der Jüdischen * nicindc. Zweites e-ondertonzert. Mitwirkcnde: «n,»,. Lindberg (Alt) und Georg Bertram «ttlavicr). Loo-n baus, Nlciststraßc w. ' 8. November: Fraucnnerein der Berliner Loacn U. O. B. B.-E. B. Sitzung mit anschlicßendcin Vowag von LUi Reicher über „Ernstes und Leitern" Logeiihans, Nleisrstraße 10. 1V. November, 2»'', Uhr: LZiinstlerhilfc. Liederabend von Susanne Lanüsberg Hollaendcr. Am Flügel: Hermann Ludwig. Saal des Konservatoriums, Bccnbiirgrr 11. November, 2»'.l Uhr: Lieder- und Arienobcnd von Alexander Nipuis. Am Flügel: Atichael Taube' BeeNioven-Saal. 11. November. 20',: Uonzert der Nammerinusikvereiniaumi Joseph ülosensiott <N lavier), Willi) Frei, lBioluie) und Stefan Ander tCelio). Großer Logrusaal, Meisihr l«l 15. November, 20A Uhr: 5;iinfllerhilfc. Hausfomerr' Bolalguartctt Dora Bernstein-Börner, Berta oioefe.' Feige. Reinhard Dresdner und Dr. Lev Barcinsli. Flügel: Trudel Hcrrmanii und Paul Lichkenslern. g,., Haus von Frau Lisbeth Mener, Nnrfürslcndamm -'ui 21. November: .günsNerhilse. Ersiaiisfllhrnng von ,WUak tind Llilanr" von Hugo Adler unter Leitung von <ur Oskar onitlmaiui. Reue Synagoge, Oranicnburarr Straße!!««. Bcnthen (Obcrschltstcn): 4. November, 20 Uhr: Zweiter ünlliirabeiid des Ibersdilesischen. Orcheslcrrings. Üouzerthaus. Breslau: 2. November, 20 Uhr: Indischer Musitverein. ^7. kouzrrl. Leitung: Werner Sander. Solist: Leo Soi. lanin. Frcundessaal. I-rirnksurt a. Main: 6. November. 20 Uhr: Sclbsthilscgrnppe stldischcr Blinder und görgerbehinderter. Mitgliederversammlung. Bortrag von Professor Dr. Weichbrodt: „Der Glaube an sich selbst." Turnsaal des israelitischen Horts, Bleichstraße 8. Rkicin-Nuhr: Jüdischer Slultnrbund. Ne.zita!ionsadend Willi, Buschofs. Effcn, .l. und -t. November. 20 Uhr: Loge. Wuppertal, 2. November, 20 Uhr: Weißer Saal der Stadthalle. sdelsenkirchen. 0. November, 20 Uhr: Loge. Röln, 7. November, 20 Uhr: Rheinlandloge. Krefeld. 8. November, 20 Uhr: Gcmcindchans Licdsrouen, «lüebcrsrraße. Köln, ,0. November, 20 Uhr: Nhcinlondloge. M M fl J!se Zippert Hans Neumann VERLOBTE 30. Oktober 1934 Bin. - Neukölln Fuldastr. 1 Charlottenburg Wielandstr. 13 V Statt Karten Jrene van Dyk E. A. Eij 1 Köln Amsterdam Am Zuckerberg 5/7. Antwerpen. . November 1934 . Martin Sobotker Hilde Sobotker geb. Lewin Vermählte Berlin W 35, Blumeshof 15 30. Oktober 1934. Dr.jur.Walter Herzfeld Ruth Herzfeld geb. Hirsch Vermählte Bssan Poris XVII« B . 6, square Villaret- Berlin De joyeuso> Statt Karten! Hermann Feldschuh Jlse Feldschuh geb. Rosenwald Vermählte Wien 1,30.10.1934 Charlottenburg2 Strauchgasse 2 Mommsenstr, 2 Egon Schrubski Edith Schrubski geb. Joske Vermählt« Berlin-Steglitz, 29. Oktober 1934 Statt Karten. Karl Strauss Hanna Strauss geb. Goldschmidt Vermäh lte Aachen Darmstadt Darmstadt, Rheinstr.l, 4. Nov. 1934. STATT KARTEN ' EDITH MARKS FRITZ HEVMANN VERLOBTE Kassel, Jordanstr. 43 Köln-Llndenthal, Kinkelstr. 9 Die Gebart einer Tochter zeigen hocherfreut ai^ Alfred Zanders und Frau Nelly geb. Rosewitz M.-Gladbach, den 22. Oktober 193-t, BOkelstrashe 22. Für die mir anlässlich meines 7O.G«burtsta0«s zugegongenen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten auf diesem Wege herzlichsten Dank. 0kJ“b«0,i?°4 Wolf Marcus. Siegmund Goidschmidt Inh. AiberS Herrmann €*cgr. 1870 Frankfurt a./M., Kaiserstr. 14 Brautausstattungen in allen Preislagen Th. Loewenlhal, Berlin W. 50, Achenbach-Strasse 4 Telel. B 4- Bavaria 2795. Schlackw., Salami, Mettwurst 4 ~ Pfd. M. 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