Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 43 (25.10.1934)
- Date
- 1934-10-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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; i!- - ’S», Sie Presseerörterungen um den Inhalt und die Bedeutung der letzten Beiratssitzung der Reichs- Vertretung reißen nicht ab. Das beweist die Wich. L-qkeit. die diesem Vorgänge in allen Lagern des putschen Judentums beigelcgt wird. Notwendig freilich ist, daß die jüdische Lescrschast ein objektiv Zutreffendes Bild von dem erhält, was sich ab. ^spielt hat und was geplant ist, wenn sie in die v'nge kommen soll, sich eine eigene Ansicht zu den cnstchcidenvcn Problemen zu bilden. Es ist desrvcgen bedauerlich, wenn der Leitartikel des „Berliiier Gemcindcblattes" eine Darstellung der Bei. ratssitzung der Reichsvertretung gibt, die die Lcscrschaft keinen umfassenden und objektiven Eindruck von dieser wichtigen Beratung gewinnen läsck. Wir glauben das Recht zu haben, hierauf Hinweisen zu dürfen, weil wir bei unserem Bericht über die Beiratssitzung bereits gegen gewisse ungerechtfertigte Schlußfolgerungen in einem Ar-;üe! in der „Jüdischen Rundschau" und gegen di? in ihm zu bemerkenden Tendenzen Stellung genounucit hatten. Wir müssen am „Eemeindeblatt"- bemängeln, daß es zwar den Antrag von Max L'arburg zitiert, daß cs aber den wesentlichen rrücn Teil, nämlich das besonders herzlich gehaltene Vertrauensvotum des Beirats für die Reichsvertrernng sortläßt. Des weiteren glauben wir, iV; die Stellungnahme des Vorsitzenden des E.-V. nickt richtig wredergcgebeu ist. wenn man ihn in cinienigem Zusammenhang als Interpreten der Eemcindcwünschc aussührt. Was Instizrat Brodwollte, ist den Lesern dieses Blattes bekannt. Wenn cs gelungen ist. die Gemeinde zur Annahme hr* Standpunktes des Vorsitzenden des E.-V. zn veranlassen. so hat sich, wenn mich anders als das ,.i5emeindeblatt" es meint, eine Zusammenarbeit zwischen den Wünschen des E.-V. und den Wün-!d;i-n der Gemeinden erwirken lassen. Ganz bestimmt aber verstößt cs gegen den Geist der Beirmssitznng, wenn die unautorisierten Ausführungen der „Jüdischen Rundschau" dem „Gemeindedlatt" Anlaß geben, das Ende der Freundschaft mit der Reichsvertretung anzndrohen, falls sie sich aus den Boden der Auslegung der „Rundschau" stellt. Es muß mit aller Deutlichkeit ausgesprochen werden, daß es mit der notwendigen Autorität der Reichsvertretung unvereinbar ist, wenn man ilir in stürmischen Wellenbewegungen Vertrauen schcntt und Vertrauen entzieht, ohne daß in ihrem Verhalten Aenderungen eingetreten wären. Wir können nur wünschen, daß die Männer, die die entscheidende Kommission zur organischen Entwicklung der Reichsvertretung bilden, genügend innere Festigkeit besitzen, um sich nicht als Vertreter organisatious. und gemeindcegoistischer Wünsche, sondern als Träger eines verantwortungsvollen Amtes des gesamten deut* /'cficn Judentums und für die jüdische Gesamtheit fühlen. Keiner Persönlichkeit von Eharaktcr würde man sonst in Zukunft zumuien können, sich für jüdische Arbeit zur Verfügung zu nellen, wenn sic nichts anderes sein dürfte, als Briefträger oder Sprachrohr. Organische Entwicklung im jüdischen Leben in Deutschland tut not. und das bedeutet nichts anderes als Entscheidungs. und Handlungsfreiheit für die führenden Menschen und Vertrauen in sie. Es hätten sicherlich die in den wichtigen Organisationsausschuß geivähltcu Herren abgclehnt. und es hätte insbesondere der Vorsitzende des Central- Vereins cs abgelehnt, das verantwortungsvolle Vintt mit einem imperativen Mandat zu übernehmen. Die Herren haben einen Anspruch darauf, daß man ihre Entschließungen vertrauensvoll abwartet. Man tut dieser überzeitlichen Arbeit keinen Dienst, wenn mau sich, nachdem einmal der Ausschuß zur Freude aller innerlich jüdischen Interessierten eingesetzt ist. der Entscheidung vorzugreiseu bemüht ist. Die Berichterstattung sowohl der „Jüdischen Rundschau" wie des „Berliner Eemeindeblatts" konnten — hoffentlich ungewollt — diesen Anschein erwecken. „D e r S ch i l d", das Blatt des RjF., beschäftigt sich in seiner letzten Nummer mit zwei Vorgängen, die mit dem C.-V. und der „C.-V.- Zeitung" in Zusammenhang stehen. Ta ist zuerst eine Auseinandersetzung mit der Stellungnahme von Friedrich Brodnitz gegen die Hecl)alnz.Parolc „Liquidation durch Ausbau". Dieser Veröle hatte die „Jüdische Rundschau" zugestimmt. Tie scharfe und scharf begründete Llölehnung der Ausführungen der „Jüdischen Rundschau" durch Brodnitz wird vom „Schild" als besondere Empfindlichkeit des Verfassers bezeichnet, es sei doch zu begrüßen, wenn von zionistischer Seite klar und deutlich gesagt wird, was man denkt und meint. „Ter Schild" bekennt sich zu Offenheit und Klarheit der Anschauungen, was sicherlich einen Gegensatz zu der von Brodnitz angeblich gewollten Vcrt'.tschuug und Verkleisterung ber jüdischen Gegensätze bedeuten soll. Ein wenig schwer zu begreifen, da Brodnitz ja gerade die zionistische Seite Zur Klarheit über ihre von - unserem Standpunkt abzulehnende Haltung veranlaßen wollte. Uns scheint der Unterschied in der Haltung von Friedrich Brodnitz und dem ».Schild" daran Zu liegen, daß Brodnitz an die Kraft Verstandes- und gefühlsmäßiger Argumente innerhalb der jüdischen Reihen glaubt, wahrend der „Schild" die Unabänderlichkeit der jüdischen Frontenstellung als gegebene Tatsache hinnimrnt. Und dieser Unterschied muß wohl in der unterschiedlichen jüdischen Jntensttät der beiden Anschauungcn zu finden sein. Wir kommen zu dieser Auffassung vor allem be' der Betrachtung des zweiten Vorganges. Unsere ^scr iverden sich erinnern, daß wir aus einer sehr ansprechenden Untersuchung des Kölner Gemeindeblatles über die jüdischen Organisativ. ncn und ihren geistigen Gehalt einen Absatz über den C.-V. nachgedruckt hatten. „Der Schild" wiederholt, was natürlich ist, den den RjF betreffenden Abschnitt des Kölner Artikels.'Cr ' hält aber dann die Abgrenzung zwischen C.-V. und RjF rn jenem• Gemeindeblatt für schief,, soweit, das Gemeindeblatt die innere Haltung des C.-V. für wesentlicher für die Beurteilung und die Vu^unst der deutschen Juden ansieht als'die'des RjF. Das ist bei ihm selbstverständlich, und. wir möchten bei dieser Gelegenheit aussprechen, was ° sicherlich sehr viele wertvolle deutsche Juden,' die ^rc Weltanschauungsorganisation im C.-V. und ihre kameradschaftlich-soldatische im RjF erblicken, schon längst empfunden haben, daß nämlich eine asfektfreie Gegenüberstellung der beiderseitigen Ansichten eine ganze Reihe von schiefen Abgrenzungen ergeben würde. Aber in diesem Zusammenhänge wendet sich mnrrm) SüB 1891 Unter der Überschrift „der Knabenmord zu Xanten" veröffentliche der „Stürmer-', Nr. 42. eine Darstellung, die den Untertitel trägt: „Wie das nichtjüdische Kind Hegcmann von dem Juden Buschoff gcschächtet wurde", und die die Bchanptung ausstellt, das am 29. Juni 1891 getötete Kind Jean Hcgemann sei das Opfer eines sogenannten Ritualmordes geworden. Ta Schriftleiter die Aufgabe haben, die Gegenstände. die sie behandeln, wahrhaft darzustellcn und nach ihrem besten Wissen zu beurteilen, geben wir folgende Darstellung des X'antener Vorfalles. 1. Es ist n i ch t richtig, daß an dem Kind ein S ch ä ch t s ch n i t t vollsührt worden ist. In dem Gutachten des Krcisphysilus Tr. Bauer zu Kleve vom 6. Februar 1892 wird ausdrücklich hervorgehoben: „Bon einem Schächten in dem Sinne, wie es der jüdische Ritus für das Schächten von Tieren vorschreibt, kann nicht die Rede sein.." 2. Daß das Blut des Kindes nicht, wie behauptet wird, „a u f g e s a n g e n und w egge sch afft" wurde, ergibt sich aus dem Gutachten des MedizinalkollegiumS zu Koblenz vom 4. April 1692, in dem es n. n. heißt: „Weder ist eine genaue Feststellung des Blutverlustes möglich noch läßt sich die Menge des . . . Vorgefundenen Blutes genau bestimmen. Wir können mir soviel sagen, daß wir die Menge Blut, welche sich au der Lerche, den Kleidungsstücken und am Fundort vorfand, nicht geringer schätzen als diejenige, die ein 5^jähriger Knabe beim Berblutnngstodc zu vcrlieren pflegt." 8. Es steht eindeutig fest, daß der Fundort der Leiche (die Scheune des Eastivirtes Küpper) auch der Tatort war, daß das Kind also nicht, wie behauptet wird, in Buschoffs Hause getötet worden sein konnte. Dies ergibt' sick) auch aus dem Gutachten des KreisPhysikuL. Dr. Bauer vom 15. Juli l89l. Tort heißt cs u. a.: „Es unterliegt keinem Zweifel, daß eine Ortsveräudcrung, ein Transport des Knaben von einem andern Ort ... an den Fundort . . , sich nicht vorstellen läßt..." 4. Ter jüdische Metzger Adolf Buschoff, der wegen der furchtbaren Beschuldigung unter Auklage stand, konnte in der Verhandlung vor dem Schwurgericht in Kleve vom 4. bis 14. Juli 1892 rin Alibi erbringen, dessen Lückenlosigkeit , in folgenden Worten des ersten Staatsanwalts Baumgard seine Bestätigung findet: „Sie haben von Buschoff in großen Umrissen gehört, was er an dem betreffenden Tage am 29. Juni getrieben, und wann und wo er sich aufgehalten hat. Ich habe absichtlich die Tarstclluug nicht unterbrochen, damit das Bild nicht verzerrt wird.' Sie sollen von Buschoff selbst erfahren, was er getan und getrieben hat. Ich kann Sic darauf Hinweisen, daß diese Aussagen ihre volle Bestätigung durch eine große Anzahl Zeugen finden, die das Bild bis auf den minutiösen Zeitraum von 5 bis 10 Minuten vervollständigen." I. Taß nach Abschluß der Beweisaufnahme alle Prozeßbeteiliaten von der - Unschuld deS Angeklagten Buschoff überzeugt waren, ergibt sich bereits daraus, daß die Vertreter der Staatsanwaltschaft Freispruch beantragten, der dann auch tatsächlich erfolgte. Ter Erste Staatsanwalt, Baumgard. führte aus: „Buschoff ist also, das erkläre ich. weder der Mörder, noch ein Mordgehilfe oder deS Mordes verdächtig. Ich komme daher zu dem Schluß, daß wir es durchaus nicht mit einem non Uquot zu tun haben. Klar liegt es. daß Buschoff der Täter nach keiner Richtung sein konnte." Ter Oberstaatsanwalt Hamm schloß sein Plädoyer mit folgender Worten: „Ich gebe -troy mancher Enttäuschung die Hosfnnng nicht auf. daß. nachdem nun durch diese Verhandlung die auf der falschen Annahme, daß nicht Blut genug bei der Leiche vorgefilndcu war, beruhende Beschuldigung als unrichtig bewiesen ist, man auch außerhalb dieses Saales allgemein zu der Ileberzeugung gelangen werde, daß Buschoff nicht der- Täter war. Auf jeden Fall hoffe ich, datz bei dem großen Ernst,. mit dem bic Untersuchung geführt ist, bei dem außerordentlichen Pflichteifer aller Beteiligten - das wicdergeivonnen ist, was' einem großen Teil unseres Volkes durch Pie Lerhetzercien.-in, dieser Sache verloren gegangen Zil sein scheint, und was zu den besten simd uuentbchrlichsten Gütern des Volkes gehört, das ist der Glaube' an die Unbefangenheit und Unparteilichlcit unserer Richter." vyc-vj^ '.rs*ß m „Der Deutsche" berichtet über einen Vortrag den Dr. Johannes von L e e r s in einer General- Mitgliederversammlung der NSDAP gehalten hat. folgendes: , „Pg. von Leers erklärte an Hand dokumen. tarischer Bibel- und Buchstellen. antiker' Schriftsteller, wie es die Juden immer verstanden haben, sich an den Drehpunkt der Wirtschaft, zu setzen.' Tie jüdische Morallehre ist unserem Wesen völlig' entgegengesetzt. Solche „Taten"', wie sie Abraham bet; „Schild" ja nicht gegen uns, sondern gegen dis Auffassung,' die ein außenstehender Dritter über C.,-V. und RjF hat. Der „Schild" schreibt am Schluß seiuer Auseinandersetzung: „Wenn jedoch die Richttmg des C.-V. als - „um ein gutes jüdischer" gegenüber der des RjF bezeichnet wird, so dürfen wir.mit aller Bestimmtheit eine solche jüdische „Quantentheorie" ablehnen. Der jü-. dische „Positiv" genügt uns, einen „Komperativ" und „Superlativ" erkennen wir nicht an." Dieser Ansicht ist durchaus zuzustimmen. Der jüdische Positiv ist in der Tat ausreichend. Nur Übersicht der „Schild" in seiner Polemik, daß man nicht das „jüdisch" als solches steigern will, sondern nur der Meinung war. daß der jüdische Inhalt des RjF noch eine Steigerung vertrüge. Man pflegt in solchem Zusammenhänge freilich nicht vom „Komperativ", sondern von „Positivierung" zu sprechen, lind wen gäbe es im deutschen Jtidenium. der die Heber-, legung einer solchen Positivierung ablehnen wollte? und Jakob begangen haben, würden bei uns vom Staatsanwalt verfolgt. Die Geschichte jüdischen Wuchers und Betruges erstreckt sich über alle Zeiten und Lander." * Nach einer Meldung des „Tarmstädter Tagblattes" hat der hessische Landcsbischof Dr. Di et - r i ch sich in einem Vortrag über das Thema „Altes - Testament und christliche Kirche".mit dem Vorwurf beschäftigt. daß das Alte Testament aus jüdischem Geiste geboren sei und daher dem deutschen Volk nichts zu sagen habe, daß es den Begriff der Unsterblichkeit und des ewigen Lebens nicht kenne.-daß seine Moralbegrifse nliuderwertig seien, und daß in ihm das Volk Israel immer rvicdor als das auserwählte hingcstellt werde. Ter Landesbischof ivandte sich gegen die Behauptung, daß das Alte Testament aus jenem Geist, wie er heute als jüdisch bezeichnet und bekämpft werde, geschrieben sei. Die wesentlichen Bücher des Alten Testaments seien in der Zeit vor der babylonischen Gefangenschaft entstanden, als das alte Israel noch ein nationales Volk von Ackerbauern gewesen sei. Aiich sei das Bewußtsein der Auserwählthcit, das im Alten Testament zum Ausdruck komme, eine gesunde Erscheinung. Die Besten des Volkes, die Propheten, Hütten immer wieder die Schivere der Verantwortung betont, die sich daran knüpfe. Gegen den Vorwurf der Unsittlichkeit, den man dem Alten Testament mache, fei einzuwenden, daß die Verfehlungen immer mit dem Ton des Schmerzes im Sinne einer Kritik geschildert würden. Wenn man das Alte Testament genau betrachte, so könne man darin auch an manchen Stellen ein Wissen um das ewige Leben finden, und man sollte es nach diesen Höhepunkten beurteilen und nicht nach den minderen Teilen. Vor allem aber sei zu bedenken, daß das Alte Testament mit den Augen Martin LutherS zu lesen sei, der es nicht nur übersetzt, sondern wirklich verdeutscht habe, so daß es nicht mehr das Buch einer fremden Rasse, sondern ein echt deutsches Buch sei. * Das „Sonntag sbkatt für Minden und das Wescrgebiet" beschäftigt sich in Nr. 37 vom 16. September 1934 mit dem „Wert des Alten Testaments". „Es ist eins der wimderbarstcn Bücher der Welt, dieses Alte Testament, die Bibel der Israeliten." Ter Verfasser des Aufsatzes erläutert sodann diese These an der Entstehnngsgeschicl)te, dem Inhalt, der Geschichtlichkeit und Wahrheit des Alten Testamentes. das ein Buch der schönsten Poesie tmd der Offenbarung darstelle. „Man hat in brutaler Weise", so fährt er fort, „das Alte Testament als ein Buch der „Vichinden und Zuhälter" bezeichnet. Wer so urteilt, beweist wohl, daß er .'. . noch nicht zu den lichten, reinen. Höhen der Berge emporgestiegen ist. Wer das Alte Testament verwirft, der kann auch zum Neuen Testament nicht die rechte Stellung cinnehmen." Tas .Lreisblatt für den Kreis Usingen" berichtet von dem bekannten Ausflugsort Schmitten im Taunus folgendes: „Da unser Kurort. im vergangcnen Sommer von jüdischen Kurgästen in nicht erwünschtem Maße besucht worden ist, hat man jetzt an den Ortseingängen Schi Ib cr angebracht, die die Inschrift tragen: .Juden sind hier nicht erwünscht? Davon verspricht man sich eine gute Wirkung für das nächste Jahr." Die Finanzsachverständigen im Haushaltnngsausschuß der Reichsvertretung der Deutschen- Juden sind Max Marburg und Georg Hirschl a n d. Auslands-Nachrichten‘ Am 29. Oktober wird in Bern der Prozeß um die „Protokolle der Weisen von Zion", über den .wir bereits verschiedentlich berichtet haben, erneut zur Verhandlung kommen. Die Klage richtet sich gegen Mitglieder der „Nationalen Front" und die chhaulcittmg einer anderen antisemitischen Vereinigung und hat die Verbreitung antisemitischer Pro- -pagandaschriften Zum Gegenstand. Die Palästina-Regierung hat der Exekutive der Jewish Agency 1200 Zertifikate fi'rr Arbeiterem- Wanderer übergeben. Der Leiter des deutschen Keren Kajemeth Lejisrael. Dr. Ernst Me ch n e r, .verläßt nach 'siebenjähriger Tätigkeit in Berlin seinen Posten, um seinen dauernden Wohnsitz in Palästina zu nehmen. Nach den -neuesten Schätzungen leben zurzeit in Palästina rund 15 300 jüdische Erwachsene aus Deutschland, davon 2500 in den Kolonien. Man darf anuehmen, daß der Prozentsatz der deutschen Inden, die in der Landwirtschaft Palästinas tätig sind, höher rst als der entsprechende Prozentsatz' voii Juden aus anderen Ländern.' In diesen Tagen konnte das Bankhaus Gebrüder Arnhold sein 70jähr:ges GeschäftSjubliäum begehen. Die Firma hatte von allen größeren Festlichkeiten abgesehen und nur in einer Feierstunde im Kreise der Angestellten des Tages gedacht. Für. uns verlohnt es sich aber, einen Augenblick inne- Anhalten und die Geschichte dieses Hauses, daS zu den führenden undaltivsten Privatbanken Deutschlands gehört, zu überblicken. Mit ihr verbindet - sich ein Stück mitteldeutschen Wirtschastsgcscheheu-?, . denn die Firma Gebrüder Arnhold-ist feit langen Jahren auf das engste mit einer großen Zahl hervorragender Unternehmungen ihrer weiteren und engeren Heimat verbunden. Nicht ohne Grund wurde gerade dieses Haus vor einigen Jahren von einer droßen deutschen Zeitung als ein Beispiel dafür hingcstellt. daß die Kräfte und Entwicklungs- Möglichkeiten des Privatbanliers auch in einer Zeit, in der sich ihm manches entgegenstelltc. nicht erloschen waren. Die Firma Gebrüder Arnhold wurde im Jahre 1864 in Dresden durch Mar Arnhold gegründet, dem sich später sein Bruder Georg als Mitinhaber zugcscllte. Biele Jahrzehnte arbeitete die Firma von Dresden aus, und erst im Jahre 1907 wurde unter Leitimg des jetzigen Mitinhabers Fritz Nt crz> b a ch eine Vertretung in Berlin errichtet, die später in eine selbständige Niederlassung nmgcwandelt worden ist. Tic Inhaber brachten dem industriellen Kousorttalgeschäst mehr Interesse als viele andere Privatlvmkiers entgegen, und so kam es. daß die Beziehungen der Firma zur sächsischen . Industrie und zur sächsischen Bankwelt immer .weiter ansgebant werden koiuiten. Es ist an dieser! Stelle unmöglich, alle die vielen Unternehmungen . zu erwähnen, die dem Bankhausc nahesichen. Ans zwei Wirtschnftsgruppen sei aber hingewiesen, da - ihnen das besondere Interesse der Firma zugekom- - men ist: das Braugewerbe und die keramisckje Industrie. Mit der Verselbständigung der Berliner Vertretung wuchs der Aktionsradius des Hauses weiter. Seine Leitung übernahmen nach deni Tode Max Arnholds neben seinem Briidcr dessen Söhne Adolf, Dr. Heinrich, Dr. Kurt und Haus Arnhold. Ter älteste der vier Brüder, Adolf Arnhold, verwaltete gemeinsam mit Dr. Heinrich und Tr. Kurt Arnhold das Dresdener Stammgeschäst. Im Herbst vergangenen Jahres sind Adolf Arnhold und der später ausgenvmmcne Teilhaber Dr. Alfred Meyer als persöiilich haftende Gesellschafter aus der Firma ansgcschieden, blieben aber mit ihrem Kapital als Kommanditisten beteiligt und stellen ihre Erfahrungen weiterhin ztir Verfügung. Als neue Teilhaber wurden damals gleichzeitig das frühere Vor^ standsmitglicd der Dresdner Bank. Gcheimrat Dr. Walter Frisch, und der langjährige Einzelproknrift Fritz Merzbach anfgcnommeu. Daneben aber hatte das Jahr 1933 eine weitere große Veränderung für die Firma gebracht. Mit dem Hause S. Blcichrödcr, das schon im Jahre 1803 in Berlin gegründet worden war und das viele Jahre in der preußischen und deutschen Finanz- und Wirtschaftsgeschichte eine hervorragende Rolle spielte, wurde eine enge Interessengemeinschaft geschlossen. Tr. Paul von Schwabach sen. von S. Bleichröder trat bei Gebrüder Arnhold iind Konsul Adolf Arnhold sowie Haus Amliold bei S. Bleichröder als Mitinhaber ein. So hatten sich zivei Firmen Zilsammengesimden. von. denen die eine die kämpserische, aktive Art der jüngeren Generation verkörperte, während die andere, auf großer Vergangenheit fußend, durch starke Anrnckhaltnng die neuere Entivicklnng nicht in gleichem Maße mitgemacht hatte. H. W—1. ©ne AenkWUnWU Tie „Fränkische Tageszeitung" veröffentlicht einen Bericht über die Eimveihuug des Freiheitsdenkmals in Hersbrnck, in dem einleitend darauf hiugewiesen wird, daß der Kreis Hersbruck als erster in Franken seit einiger Zeit vollständig frei.von Inden ist. Die Inschrift schließt: „Errichtet vom Kreis Hersbrnck der NSDAP im zweiten Jahre des Tritten Reiches, als Gauleiter Jnlins Streicher seinen Titanenkampf gegen den Inden führte und unter der kraftvollen Führung des Krcisleiters Georg Sperber der Kreis Hersbrnck, die alte nationalsozialistische Hochburg, stich restlos zum Führer bekannte." --> Hauptscbriftlciter: Dr. Alfred Hlrschbcrc: Stcllvertr.: Dr. Margarete Edelhoim. Beido inBcrlla. Für RuclcsendunguEverla-ngterManuskripte ist Frciumschlag beizufügen. Leiter der Anzeigen- Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Friedrich Nathan. Berlin. DA, III. Vj. W OüO. Verlag: Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens c. V., Berlin \V 15, Emser Strasse 42. .Tel.-Adr.:. „Centralglauben Berlin." Fcrnspr. J. 2 Oliva S141-45. Postscheck: Berlin 30-172. Druck der Buch- und Tiefdruck Gesellschaft mbH.. Berlin SW 19. V---J NTztfiri-