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Central-Verein-Zeitung · 1934-10-18 · 42 (18.10.1934) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
42 (18.10.1934)
Date
1934-10-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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zuge.'1864 öi?? 1871, w<kv dlkKde^Fall; insSessriVLrS: aber haben dre'großen jüdischen:Krankenhäuser inr, Weltkrieg als Lazarette ihre Pflicht* fürs Vater-- land erfüllt, In Berlin wurde das bei Kriegs" ausbruch gerade vollendete .Krankenhaus in der' Ererzierstraße - den: Garnifonlazarett Scl)arnhorststraßc mtwrswllb nnV dienteal«5 Kriegs»- - lazare.tt ,311m Legen der Verwundeten und Kranken. Dasisraelitische' Krankenheim Elsa)ser «ttafir n’m^V mir Kriegsveginn der MlitarsanitMtz-- behvrde 31,rAusnahme von Verwundeten',zur'Ver-, fügnng gestellf:- rntr 7. Cftober 1914' besuchte die Kaiserin, ivenige Tagespater die' Prinzessin Fried- ' rich Leopolddie Kriegsverletzteninr Hanfe. U'ndahnliches kann von allen übrigen' jüöifcl)en' An-- stcNwn lKrichtek iverden. Ebenso wie die karitativen Anstalten anderer' Neligionsgeineinven haben ftd) unsere grasten... Modern ansgebanken' jüdiselten Krankenhäuser dein Anforderimgen sozialer Fürsorge' 311T Verfügung' gestellt. ',m Krankenhaus der Berkiimr jüdischen Gemeinde arbeitet seit 1927 eine hauptamtlir!>s' K ranken ha n Stil r svr geri n. welche außer der Br. r reunng der Insassen sich and) 'der omni fielt' Per Erkrankten in deren Ab'.oesenheit annimtnt. :m Jolle einer Erkrankung der Vcütter sorgt sie für die unversorgten Kinder, sie leitet ärztlich für erforderlich erachtete Verschickungen in ein Erbalungsheiin ein und bemüht sich mit Arbeit^ beschassnng nach der (Entlassung der Kranken. -- ferner wird das V-lesen terra in des Krankenhausgartens nichkschnlpflichtigen Kindern, welch? unter Aussicht einer Hortnerin aus Rechnung oe# jüdischen Krankenhauses verpflegt werden, zur Verfügung gestellte dort spielen die Kinder, ruhen nach den Mahlzeiten in einer offenen, gedeckten Halle und werden abends von den Eltern abgehoit; diese Einrichtung der Tyreifuftfur für Kleinkinder wird von der Zeitschrift für die Ertüchtigung der Jugend, „Gesunde Jugend" (1932,14, 20. 7.), sehr lobend ertvähnk. Tas israelitische Krankenhaus ztr Frankf u r t am M a i n wurde dank der inuskergülkrgt'n Röntgenabteilung lut (taufe der letzten Jahr? ,?.i vielen großen Untersuchungen int Dienste der Allgemeinheit herangezogen. Bei der Clhinpiade zur Eröffnung des Frankfurter Stadions war dein Institut die rc>nlgmokogisck)e Untersuchung der Wettkämpfer anverlraut, wobei über 1MU Untersuchungen gemacht ttmrbriT, deren Ergebnisse' iu einer Monographie veröffentlicht find.-— Um festznstellen, wie weit dtirch die Notjahre nach dem - Kriege die Tuberkulose Verheerungen unter der Jugend angerichtet hat, fanden mit dem Schularzt durch das Röntgeninstitut Untersuchungen der Schüler stakt, deren große Bedeutung für das- Volkswohl in der Presse anerkannt worden ist. So sehen wir unsere jüdischen Krankenhäuser aus der Höhe der Wissenschaft stehen nnd allen modernen Anforderungen in hervorragendem Maß genügen. Sicher ist dies in hohem Maße das Verdienst der weitsichtigen Männer und Frauen, welche die Krankenhansverwaltungcn mustergültig führen. Aber die hohen Leistungen der jüdischen Krankenhäuser sind nur dadurch möglich geworden, daß in ihnen ein Heer von Aerzten arbeitet, welche hochqualifizierte wissenschaftliche und praktische Erfahrungen besitzen und ohne Rücksicht ans die Knappheit der zur Verfügung stehenden Geldmittel zu Cpsern bereit sind. Viele von ihnen genießen Weltruf, werden von Kranken aller Länder und Konfessionen ausgesucht und tragen zum Ruhm deutscher medizinischer Wissenschaft in der Welt bei. Wer erinnert sich nicht unseres unvergeßlichen James Israel, dessen Weltbebeutnrig für bie Chirurgie der Nieren neidlos von allen anerkannt wird! Tie gegenwärtigen schwierigen Verhältnisse stellen hohe Anforderungen an die Leiter und Aerzte der jüdischen Krankenhäuser. Nur mit knapper Mühe kann man ihnen gerecht werden. Die Allgemeinheit muß dazu beitragen, den jüdischen Krankenhäusern in jeder Weises besonders finanziell zu helfett, damit diese Zierden jüdischer Wohltätigkeit, jüdischen EemeinsinnS, jüdischett ärztlichen Könnens zum Wohle aller erhalten bleiben! Slwreutzen MinlLÄ-LMalra Auf Einladung der Ortsgruppe Königsberg i. Pr. des E.-V. sprach am 14. Oktober in der festlich erleuchteten, dicht besetzten Königsberger Synagoge Rabbiner Tr. Manfred Lwarseuslq (Berlin) über „Prüfung und Bewährung". Leine schwunayglle, mitreißende Rede begann er mit dem Latz aus Lpenglers neuestem Buch, daß „wich dem Lebert der Sicherheit heute ein Leben der Uusielterheit, ein Leben der Gefahr" gekommen sei. Nicht nur für uns Juden, für die Völker der Erde! Aber immer sei durch die Jahrtausende der Geschichte das Judeltzimn das Herz der Welt und als solches von allen ihren Erschütterungen am heftigsten be. wegt gewesen. So sei es kein Wunder, daß nufere Zeit ganz besondere Umstellungen von uns verlange. Tr. Stvarsensly zeigte sogleich die praktischen Wege zur Bewältigung dieser Situation. Er möchte einmal alle Einseitigkeit jüdischen Ltrebens ausgeschlosssen sehen. Ob man in Palästina oder in Teutschlaud sür die jüdische Lache arbeitet, ist gletck^iUtig; wenn man sich nur wirklich offen und ehrlich für die Gemeinschaft einsetzt. Nur muß man ßch davor hüten, in der Tatsache, daß Palästina Juden aller Länder, unter ihnen auch einer großen Anzahl deutscljer Juden, neue Eristenzmöglichkeiten bietet, hu Zionismus die alleinige und endgültige Lösitng des jüdischen Problems zu sehen. Hier spra.g Tr. Swarsensky tapfer und znknnftssreudig von den Möglichkeiten, die der junge Jude, um den es doch am meisten gehe, in seinem deutschen Vaterlarrde hat. Er kann Kansntaim werden und dafür sorgen, daß auch unter den Juden wieder die ehrjurckFgebietende Gestalt des „königlichen Kaufmayns" lebendig wird. Er kann, aber auch das Handwerk ergreifen. Freilich muß wder Jude wieder qtwas vom Judentum wn'sen. Tic vergangenen zwei Jahrzehnte, die iw Wechsel der Weltgeschichte den Lchverpunkt des Judentums nach Deutschland verlegLgn, haben zwar unleugbar die Lynthese von jüdisch-enr Humanismus und deutscher Kultur gescl)assen. Aber sie haben uns kein tiefes Wissen vom Judentum Fracht. Ans unserer Jahrtausende alten Geschichte werden wir Mut und Kraft schöpfen, zu denken und zu handeln nach den Worten, iwt denen Tr. Lwarsensky seinen Vortrag schloß: „R.-icht klagen . . . wiederwagen'/ LI»© Lewinncck (Königsberg). Ter Landesverband Ostpreußen des E.-V. hatte diejenigen Ortsgruppen, die ans der Landesverbandstagun^ am 7. Oktober nicht hatten vertreten sein können, zu einer Besprechung am 14. Oktober nach Königsberg geladen, Nachdem dec '> LandeLverbandsvorsitzende, Lanitätsrat Dr. Pollnow, auf die Notwendigkeit einer stärkeren Verbindung zwischen den Provinzgrnppcn hingewiesen hatte, würdigte das HatiptvvrstandSimtglied des HT-V., EKnst Behrendt (Berlin) die z. T. schwierige Lage der Juden in den kleinen Ltädtcn sowie die umsassende Tätigkeit des C.-V. atif dem Gebiete der Ertstenzsicherung. Ausgabe des Einzelneu sei es, Haltung und Würde zu beivahren und unbeirrt um Lebensrauin in der deutschen Heimat zu ringen. An der Aussprache über innerjüdische und Jugcndsragen beteiligte sich neben den Freunden aus der Provinz und Mitgliedern des Vorstands, auch Rabbiner Tr. Manfred Lwarsensky (Berlin). Durch den Eintritt des stellvertretenden Syndikus Dr. Kurt Steinberg in die Geschäftsführung des Landesverbandes ist es diesem mehr als bisher tnöglich geworden, die enge Berbindung mit den kleinen Ortsgruppen und Einzelmitgliedern in den ländlichen Teilen des Landesverbandes durch regelmäßige Veranstaltungen und persönliche Besuche zu vertiefen. Die in Frage kommenden Gebiete sind nunmehr in sechs Gruppen aufgeteilt worden, in deren Vororten an Sonntagnachmittagen Bezirkstagnngert stattfinden werden: an ihnen nehmen auch die Freunde aus den Nachbargemeinden teil. Jeder Ortsgruppe ist die Möglichkeit gegeben, sich dem Vorort anznschließen, zu dem die günstigsten Fahrgelegenheiten bestehen. Der Besuch von Kleingemcinden hat unmittelbar nach den Feiertagen durch eine Versantmlnngsreise des Syndikus des Landesverbandes, Dr. Ernst Plaut, seinen Anfang genommen, der über „Wille und Weg der deutschen Inden" am 8. Oktober in Lüdenscheid, am st. Oktober in A t t e n d 0 r n und am 10. Oktober in M e i n e r z h a g e n sprach. Auch die Gerneindcrnitglieder ans Olpe und Finnentrop nahmen an den Veranstaltungen teil. Dr. Plant gab in knappen Umrissen ein Bild Don der geistigen und sozialen Lage des deutschen Judenturne und einen Ueberblick über die Arbeit deS E.-V. in den letzten beiden Jahren, soweit sich die Fülle des Geleisteten nnd Versuchten in den Rahmen eines Vortrages pressen läßt. In allen Orten war der Besuch so stark, daß die wenigen Fehlenden dem Vortragenden jeweils mit dem zwingenden Grunde des Fernbleibens namentlich benannt wurden. Dieser Anstakt zur Arbeit des Landesverbandes Rheinland-Westsalen in den Kleingemeinden wird der Geschäftsführung alle Veranlassung geben, auf dem begonnenen 2i)ege fortznfahren. MiilrldkUtsAlüNd - Ueber „Deuksch-jüdischo Gegenwart" sprachen in einer von der Ortsgruppe Erfurt einberufenen dichtgesüllten Versatnmlung Julius Petzon (Magdeburg) und der Syndikus des mitteldeutschen Landesverbandes, Kurt Sabatzky (Leipzig). Nach Begrüßnngsworten des Ortsgruppenvorsitzenden. Dr. Ludwig F r e u d e n t h a l. tvies Julius Petzon aus die starke Verbundenheit der deutschen Juden mit deutscher Heimat und Kultur hin und forderte aus, sich iu stärkerem Maße mit jüdischen Dingen zu beschäftigen, um Gegemvartsaufgaben erfolgreicher 'übernehmen zu können. Die Pflege der jüdischen Reliawn sei der heutigen Generation, besonders der Heranwachsenden Jugend, nicht stark genug anS Herz zu legen. Kurt Sabatzky betonte, daß die deutsche Jndenfrage ans deutschem Boden gelöst werden müsse, und daß Palästina niemals eine Lösung der Judenfrage bedeuten könne. Taher gelte es sür den deutschen Juden, in der dentscheu Heimat seinen Lebensraum zu behaupten. Für die Durchführung dieser Aufgabe falle dem Centralverein eine ungeheuer wichtige Mission zu. Ter Redner gab ein eingehendes Bild von der Fülle der kulturellen Arbeit, der Rechtsschutz- und Wirt- .schaftstätigkeit des Ccntralvereins und schilderte sein Eintreten sür die einzelnen Berufsgruppen. Schachanfsade Ne. 20 von Pnrrl Roserrblatt (Leillut) Matt in zwei Zügen Weis*: Kf7, Tb6, Tf3, L<i6, Lhl, 8-Z. Se*2, Bb3. d3. tb (ifl) Sehwarz: KrJo, Tbl, TgH, LfU, .Sb2, SeT, BfeT, h3 (8) * Lösung der Aufgabe Nr. IS: 1. DaS-lil, Lo6X<M; L<*H—rlf»; hrlXf,->: Sei—(13; O-k4: SdtiXf5 matt 2. Dhl—sl matt 2. Ühl—dl matt *i. eü—e3 matt 2. Dhl—el matt. Richtige Lösungen gingen ein von: Karl Bechhöfer Lllürnderg. Breite Gasse). l)r. nie«!. Erich Kaufmann lElsen-Grevendroich'). Tierarzt M. Koschnnnski (Lanosberg a. d. Warkhcß Hans Lieinderger (Bayreuth». Alex Becker (Königsberg), Jnliu» Gottheimcr (Biünchcn), Günther Fuchs (Karlsruhes, Leopold Mehrländer (Kvnstadt'i. Lindner (Burakunstadt), Suse Lehmann tRegensburg», Berta Atalsch (Erfnrtsi Rechtsanwalt Tr. Ernst Boehm (Brieg), Dr. med. Hermann Lob (Bochum), Lothar Schönthal (Nürnbergs, Rabbiner Tr. A. Tänzer (Göppingen). Gottfried Gumbel ^Stuttgart). Dr. nieä. Hans Schlesinger (Btannheim), Jacob Baumann (Köln). Rudolf Kahn (Frankfurt a. M.), Frau Tr. Alice Epelstein (Scheveniugcn, zur Zeit in Berlin!. Erich Rubensobn (Hildesheim). A. Baronowitz. Willi, Michaelis. Sanitätsrat Tr. S. Tomke (Berlin), Arthur Jacob (Siegdurg a. Sieg). Sanitätsrat Tr Nitterband (Osterode), Tr. Rudols Neumann (Leipzig'. * S ch a ch b r i e f! a st e n. E. N. (Hildesheim): Sie haben recht. — A. B. (Berlin): Aus e?—xb in Ihrer Aufgabe antwortet Weiß: f5X,r(i en paewant, schlägt also den Lauern, als wäre er nur einen Schritt gegangen. — Lanitätsrat Dr. R. (Osterode): Wir behalten uns die gelegentliche Veröffentlichung interessanter Partien vor. — A. I. (Siegburg): Eine Löserliste soll gegen (5nde des Jahres erscheinen. — Just.-R. M. 6. (Bamberg): Besten Tank. Sie er» halten noch Bescheid. Am 10. Oktober sprach Julius Petzon bei einem von der Ortsgruppe .H a l b e r st a d t ein» berufenen Vortragsabend; der von Willy Harwi^ geleitet wurde. Der Referent gedachte in ehrendnt Worten des allzu früh dahingegangenen Vorsitzendm des Landesvervandcs Mitteldeutschland. Rabbiner Tr. Felix Goldman n (Leipzig), der gerade dem großen Kreise der mitteldeutschen Juden jederzeit Freund und Berater gewesen sei. Petzon sprach über „Teutsch.jüdische Gegenwart" und führte dabei aus. daß der Centralverem, gestützt auf seine Jdeologie. schon deswegen Erislenzbcrechtigung habe, tveil er für die Erhaltung der Existenz per deut. schen Judenheit eintrete. Tie Versammlung hat der Vertiefung des C.-V.-Gcdankens außerordentlich genützt. „C.-V.“-Kalender 3. Belbl. 3. Seite eindrucksvolle Weihestunde. Reben der Coriolan- Ouvertüre von Beethoven brachte er Mozarts Jupiktt-Linfoittc in bemerkenswerter Weise zu Gehör. Als Lvlisttn wirkte Alice Krieger-Jsaac mit; sie spielte das 0-Vur-Konzert von Beethoven mit echter Lllnstlalität. Reicher Beifall wurde den Künstlern zuteil. Mannheim Den Reigen der künstlerischen Veranstalttrngen des Winters eröfsnete der „Liederkranz" mit einem gut besuchten Orchesterkvnzert. Mit einer F-Mo!l- Ltüfonte von Pietro Locatelli unter der um sichtlgen Leitung von Kapellmeister Mar Linzh e t m e r begann das Konzert. Stellte dlescr Loeatellt an ein überwiegend ans Mnsikfreunden bestehendes Orchester ziemlich hohe Anforderungen, so wirkte es um so geschlossener und klangschöner in Bivaldis Concerto Grosso op. 3, Rr. 11, bei dessen auch rhythmisch prägnanter Wiedergabe sich die Primgcigerin Lene S i n z h 0 i m e r ttttb der Eelltst Otto Hüttenbach anszeichneten. Ein schöner Erfolg der „Jnstrt>melitalgenteinsll)aft'' war auch die Art. wie Jvh. Leb. Bachs?-Dur-Konzcrt für Klavier, zwei Flöten und Streichorck)c'ster zu Gehör kam. Lili Koppel spielte stilvoll den Soloklavtrrpart, Hans M a y e r mtd Dr. Herbert Tannenbanm hingebungsvoll die Flötenpartien. Ten Hrmpterfola des Abends hatte freilich der Solist, der verhältnismäßig junge Frankfurter Ernst Wolfs, ein Bariton, dessen tenorale Höhe und desien schwebendes Piano besonders bemerkenswert sittd. 80. MünKcn Ter jüdische Kulturbund für Bayern hat die dicsjührtge Wtnteriaisvn in München mit drei kleineren literarisüvn Veranstaltuttaen begonnen. Manlred Stur mann nnterzog sin) der üt>ernus dankenswerten Aufgabe. Wesen und Schassen des merktvürdtgen Prager jüdischen Mystikers Franz Kafka in einem etttdringlichen Vortrag darznsiellen. Anschltestend las Lisl Springer ans Kafkas Werken, wobei es freilich deutlich wurde, wie schtoierig es ist, Kafka auf einem fdcfym, gewissermaßen aphoristischen Weg. dnn Pnblikutn verständlich ztr machen. Professor Tr Franz L a n d s berget (Berlin) sprach über ..Jndentinn und moderne Kyttst". ' Er erläuterte den Umkreis seines Themas, indem er zahlreiche Bilder neuerer jüdischer Klinstler, von Israels angesangen über Liebermann bis zu Pissaro und verschiedenen ostjüdtsc1)en Malern, zeigte. Der junge Schriststeller Fritz R 0 s e n t h a l las aus eigenen Werken. Am meisten gesieleit einige sehr tief empfundene Gedichte aus der Sammlung „Lieder des ewigen Brunnens". In den Prosastücken ist Nosenthal noch nicht zu völliger Glaubhaftmachung der dargestellten Menschen und Vorgänge vorgcdrnngen. 6a. Köln Unter Leitung von Fred Löhnen vom Jüdischen Killturbundtheater Rnein-Ruhr veranstaltete ein Kollektiv junger Künstler auS Anlaß des Sümdjjnt. Dora-Aiisgangs einen btrnten Abend. Sehr geschickt zttsammettgestellt. wirbelten in abwechslungsreicl)er Folge beachtenswerte Leistungen an unserem Auge vorüber: Hanna L 0 e w e n, im Konzertsaal bekannt und geschätzt, sang mit tonschöner Stimme Lieder für Alt. Hans Kaufmann, ein 15jäyriger, hochbegabter Geiger, berechtigt durch den klanglich und techrtisch bewunderstverten Vortrag verschiedener Violinsolt zu den größten künstlerischen Hoffnungen, Hilde Silberbach, die talentierte Pianistin, spielte mit tiefer Empsindung. Käte F r 0 h s i n n „chansonnterte" musikalisch und temperatnentvoll. Lotte Heine tanzte mit Verve, Genta Fuchs brachte charmant und kokett jiddische und rtrssische Kleinigkeiten. Fred Löhnen verband einen Teil der Tarbietungen mit hübschen Versen. Werner Schüler, der Vielseitige, begleitete sicher und getvandt. — kurz, das betfallfreudige Publikum rtef alle Mitwirkenden mehrere Male mit der Bitte um Ztrgabcn vor die Rampe. —yo— Koblenz Auf Veranlassung de« preußischen Landesverbandes jüdischer Gelneinden sprach vor zahl, reichem Publiltttu Dr. Ludwig Landau (Frankfurt an der Oder) über „Die Ren. gestaltung des deutschen Judentums". Hede Türk (Berlin) erfreute die Zuhörer mit gesanglichen Darbietungen (Händel, Dvorak. Schtrberk. Lck>tlit usw.). von Dr. Landau am Klavier begleitet. Besum (Stlif.) Aus Veranlassung des preußischen Landesverbandes jüdischcr Gemeinden rezitierte am 7, Oktober in der Synagoge Meinhart Maur, Berlin. Ter Abend trug hvheö künstlerisches Niveau und wirkte in seiner geschlossenen jüdischen Linie eitldrucksvoll mtd erhebend. Das Programm nutfaßte den jüdischen Weg von der Urquellen der Bibel aus (Durchzug durch das Rote Dkeer. Jeschajahu) bis zu den DJtauifcjtatioucn von Ricßer und ,■ Bialik. Besondere Andacht löste zum Schluß eine meisterhaft dargebotene Szene aus Stefan Zweigs „Jeremias" aus. Tie Veranstaltung war von der Gemeinde vollzählig besucht; außerdem waren zahlreiche Mitglieder benachbarter Gemeinden erschienen. Smnbllrg ES hat lange gedauert, bis e§ in Hamburg möglickt wurde, ein jüdisches K a m m e r 0 r ch e [t e r zu gründen. Die imteren und äußeren Schwierigkeiten sck)einen überwunden ztt sein. Ter erste Abend in der Städtischen llstusikhalle war ein voller Erfolg. TaZ Haus war ausverkauft. Ein würdiger Rahmen für da8 reiche Programm des Abends. Edvard M 0 r i tz führte mit sicherer Hand dcts umge Streichorchester. (Am Konzertmeisterpult: Hertha K a h n.) Trotz der kurzen Zeit, die seit der Gründüng verstrichen ist. zeichnete sich das Orchester durch Sicherheit deä Zusantincnspiels und wundervolle Klangschönheit ans. Das Programm brachte ixts Konzerto Grosso tu D-moll von Händel, tu ivelchem mit der tragischen Schwere des ersten Satzes und dein cntgcgeligesetzt wirkenden heiteren Bariatiottssatz in Dur das Orckiester sich seiner schwierigen t'lufgabe voll gewachsen zeigte. Ter bekannte frühere Solocellist des Hamburger Philharmon'tscheu Orchesters, Dr. Jakob Sakom. spielte das Gello-Solo zu der tnelodienreichen Seretxtde von ist. Bolktnann. Der seiitsitrnige Künstler erntete für das wundervolle, iiesempfttndene Spiel großen Betsall. ebenfalls für die Suite von Reger für Cello allein. ES folgte die Sttite von Telemann Rr. Ü, cig- Üü. Zmn Schluß löste Mozarts heitere lugendsrische „Kleine Nachtmusik" so viel Beifall aus. daß Edvard ckstvritz nochmals den Schlußsatz dirigieren mußte. Weitere Kotrzertc sollen folgen. Sie tvcrdcn mit Freude erwartet. H. X. Vüsirow I. Mrül. Der Kulturbund Deutscher Juden. Berlin, hatte die Pianistin Erttä Klein und den Opernsänger Wilhelm G 1111 tu a 11 n Berlin, tiarii Gtistrwv entsandt. Das Konzert fand in der Synagoge statt und bot einen seltenen Genuß. Dem Sänger, der über eine hervorragende Klangfülle verfügt, folgte die Begleiterin mit Verständnis. Sildesheim Neuerdings ist auch in Hildesheim ein Kulturbund gegründet worden. Den Auftakt der Veranstaltungcn bildete ein Kammemnusikabend des Goldberg - Grandau - Trios. In Simon E 0 l db e r g (Violine), Professor N. Grandau (Violm-Eello) und Hansi Freudberg (Klavier) lernte ntan Lstusiker von allerbesten Qualitäten kennen. In Beethovens Trio-Lo-Dur, Schuberts Trio in D-Dur und Dvorals-Dumky-Trio bewiesen die Künstler einen kultivierten Geschmack. Ihr Zusammenspiel war vollendet, die musikalische Wiedergabe besonders wirkungsvoll. Stille und Ergriffenheit belohnten die Künstler für diesen Abend. Mo. Magdeburg Im Kulturkreis der Synagogengettteiitd>: sprach nach Einführungsworten des Vorsitzenden Dr. Karger Tr. Anneliese Landau (Berlin) über „Offenbach und die Operette". Der von Beispielen am Instrument unterbrochene Vortrag zeigte den Werdegang des Koinponisten. Frieda W e b e r - F l e ß b u r g s herrliche Stünme kam besonders in „Fortunios Lied" zur Geltung. May KnttnerS Stärke ist der komische Vortrag. Tie schtvicrigen lhrischen Tenvrgesänge sanden verdienten Beifall. Kapellmeister Schönbach (Halle) wirkte als ausgezeichneter Begleiter. Sonnover Mit einem Konzert des Goldüerg-Trios (Simon G 0 l d b e r g, Professor G r a u d a n . Haust F-reudberg) erhielten die Veranstaltungen des Indischen Kulturbundes Hannover ihren weihevollen Auftakt. G tt m bert hielt die Eröffnungsattsprache. Beethovens seltenes gespieltes Ls-Dun- Trw ertlang in wundervoller Frische und erhabener Größe. TaS Mendelssohn-Trio op. 66 wurde rein im Stil, klar in der Phrasierung und craft tut Zusautmenklingen geboten; ev war echte. Mendclssvhnsche Mtisik, bie die zahlreichen Zuhörer ulttriß. Jum Schluß gab es Dvorak» Dmnty- Trio, dieies bekannte Bild aus slaviscktem Volksleben. das die Atusiker in allen Schattierungen, vortrefflich tviedcrgaben. Das Konzert war ein großartiger Anstatt der Winter-Spielzeit 0, B.- Fortsetzutlg 0. Beiblatt 3. Seite

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