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Seite der Jugend · 1934-10-11 · 16 (11.10.1934) · page 2

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Journal
Seite der Jugend
Volume
1934
Issue
16 (11.10.1934)
Date
1934-10-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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4/ jQ) UL des* hündischen Jtu Leben — in einem schweren Leisen jetzt un'd hier — ausfüllen können. Nicht nur wissen sollen sie, nicht nur jüdisch fühlen und denken, sondern sie sollen dies alles in einen neuen, harmonischen Einklang bringen mit den äusseren Verhältnissen, mit Beruf und Familie, um sinnvoll leben zu können. Mit welchen Gegebenheiten und Aufgaben haben wir zu rechnen? Aus der Berufspolitik ist im jüdischen Lebensraum Umschichtungspolitik geworden; ihr Ziel ist im wesentlichen die Normalisierung der Berufsverteilung unter den deutschen Juden. Die „Umschichtung“, zunächst ein Schlagwort, das ein soziales Programm nur unvollkommen bezeichnete, hat sich bald als ein vordringlich seelisches Problem erwiesen. Der. Umgeschichtclc musste nicht nur von heute auf morgen eine andere, ungewohnte Arbeit erlernen. Er stand nicht nur vor einem neuen Aufgabenkreis, nein, mehr, eine innere Wandlung von'Grund auf war von ihm gefordert. Werte, die ihm bis eben noch als die höchsten galten, wurden umgestossen und zunichte gemacht. Für verlorene Werte aber müssen neue gesetzt werden, damit nicht plötzlich eine Leere entsteht. Streben und Hingebung, die einer geliebten Arbeit galten, dürfen nicht kurzerhand verschüttet werden. Und hier muss die soziale Arbeit des Bundes einsetzen. Der Bund muss seinen Menschen helfen, diese Krisen zu überwinden, er muss ihnen helfen, neue Werte zu finden, sich über ursprüngliche Anlagen und Neigungen hinwegzusetzen und so zu jeder Arbeit fähig zu sein. Er muss für seine Menschen eine neue Sinngebung der Arbeit und des Arbeitens finden und lebendig machen. Das Verhältnis von Beruflichem und Menschlichem hat sich verschoben. Der Beruf erfährt seine sittliche Rechtfertigung nicht von der Berufung her, sondern von der Bewährung. Dass es so ist, lehrt ein Blick in die Wirklichkeit. Für den aufstrebenden jungen jüdischen Menschen gibt es keine oder nur verschwindend geringe Möglichkeiten zum Vorwärtskommen. Der Weg zum sozialen Aufstieg ist ihm versperrt. Seine Anlagen kann er normalerweise kaum jemals dem geliebten Berufe nutzbar machen. Sein beruflicher Wille ist nicht frei. Aber an die Stelle der alten, individualistischen Wertsetzung ist ein neues Ethos getreten: einen Platz, gleichviel welchen, im sozialen Raum zu halten und auszufüllen. Wir mögen den wahren Sinn des Lebens in unserer Freizeit finden, in der wir den Dingen unserer Neigung nachgehen; aber wir dürfen nicht hier allein Rückhalt und Stütze suchen, sondern auch in der Arbeit selbst. Hier liegt die erzieherische Aufgabe des Bundes. Er muss der Arbeit einen neuen Wert geben, der in sich selber ruht. Das Wertbewusstsein des a r beiten den jungen Menschen muss gestärkt, dex. Jüngere zu Erkenntnis dieser Wertordnung erzogen werden: zur Arbeit, die man nicht um der Arbeit, sondern um des Arbeitens willen tut; er muss zu der Einsicht geführt werden, dass jeder Beruf Befriedigung geben kann durch die Art, in der man ihn ausübt. Allerdings ist durch .diese Erwägung das Problem der B e r u f s w a b 1 keineswegs voll gelöst. Bei der Entscheidung zu einem Beruf kann der Bund nur eine beratende und erziehende Stimme haben, aber auch hier hat er Pflichten. Die Erziehung zum Beruf muss ebenso auf die Zukunft des einzelnen wie auf das Schicksal der Gesamtheit Rücksicht nehmen. Aber wie die Entscheidung im Einzelfall auch getroffen werden möge, immer muss Klarheit darüber geschaffen werden, dass jede Arbeit einen ganzen Menschen, seine Kraft und seinen Einsatz fordert. Das Erziehungswerk des Bundes, wenn es seinen Sinn erfüllen soll, muss also hineinreichen in das Gebiet der sozialen Frage. Längst greift der Bund in seiner Arbeit weiter als Jugendbewegung es je getan hat. Nicht einem Zeitabschnitt jugendlichen Lebens prägt er die Gestalt, sondern er bestimmt die Lebenshaltung einer werdenden Generation im deutschen Judentum in grossen und kleinen Dingen, 'in der Weite und in der Enge. Von der Bewältigung der sozialen Problematik, die heute die deutschen Juden erschüttert, wird schliesslich die Zukunft jüdischen Lebens und Lehrcns in ihrer ganzen Breite abhängig sein. Verlegt : man den Schwerpunkt der Lebensführung vom Beruf in die Freizeit, so wird die jüdische Familie und damit die jüdische Frau eine neue Bedeutung erhalten. Und auch hiermit wird eine neue erzieherische und zugleich soziale Frage aufgeworfen, die in ihrer Eigenart bis heute im Bund noch kaum mit genügender Klarheit erkannt wird: die Frage nach der Stellung des Mädchens und der Frau zur beruflichen Arbeit. Es ist vollkommen richtig, dass die Frau heute ihren Beruf mit der gleichen Intensität ausfüllen muss wie der Mann. Und sie soll das auch! Sie soll es mit der gleichen Konzentration und mit dem gleichen starken Willen tun. Aber eines darf doch nicht übersehen werden. Für den Mann steht der Beruf im Lebenszentrum, für die Frau stellt er mehr an der Peripherie, er bleibt für sie ein Zwischenstadium. Für die Frau lag der Sinn des Berufes fast stets in der Bewährung, die neue Problemstellung ist hier also im Grunde die alte. Das wird oft vergessen, es wird nicht gesehen, weil man die Besonderheit der Mädelserziehung schlechthin im Bunde noch nicht sieht. Gewiss, man muss die Mädchen für den Beruf erziehen, den sie oft sehr lange, manchmal sogar ein ganzes Leben hindurch ausfüllen müssen. Aber sie müssen zugleich — und das macht ihr Leben schwer und reich in einem — ein weibliches Leben führen. Ich meine das in der ganzen, kaum auszuschüpfenden Tiefe dieser Worte. Kann der Bund auch hier Erziehungsarbeit leisten? Eines Tages wird diese Aufgabe ihre volle Dringlichkeit entfalten. Ihre Lösung wird nicht leicht sein, denn es ist eine unbeantwortete Frage, wie hündisches und weibliches Menschentum zu vereinigen sei. Es bedarf da einer sehr geschick-; ten Hand, um einen Weg zu zeigen, wenn man das Prinzip der Koedukation nicht aufgeben will. Die soziale Aufgabe des Bundes ist viel- , gestaitig. Ihre Erfüllung ist schwer. Doch . muss sie gelingen, wenn der Bund sich klar ist .über eins: dass er nicht nur Rückhalt und . Stütze ist, sondern Wegweiser. Aber auch . Wegweiser nicht allein, sondern Wegbereiter . für Menschen, die noch im Werden sind und die sich einst als Männer und Frauen vor einem schweren Leben zu bewähren haben. Der Bund geht einen religiösen Weg. Als wir auf der Berliner Arbeitstagung vor wenigen Wochen zusammensassen und von dem Leben sprachen, das wir uns bauen wollen, da wurde es deutlich wie noch kaum jemals zuvor, dass wir es in jüdischer Religiosität gestalten müssten. Alles Suchen, das uns bewegt, gilt zuletzt dem Ziel, unser Dasein auf dieser Erde und in dieser Zeit unter eine jüdische Entscheidung zu stellen. Und auf der „Seite der Jugend“ konnten wir niederschreiben, dass eines Tages die Erfüllung einer religiösen Mindestforderung die Rechtfertigung zum Leben im Bunde geben werde. 1 Die neue Bundesleitung hat in dieser Rich- tung den ersten Schritt getan. Sie hat den siebenten Tag des Sukkotl'estes, Simchat Tora, , zum „Tag der hündischen Jugend“ erklärt, mit der ausdrücklichen Verpflichtung für alle Glieder des Rundes, bei ihren Feiern dem religiösen Charakter des Tages Rechnung zu tragen. Mit'diesem Versuch sind der jüdischen Jugendbewegung Deutschlands neue Wege gewiesen. Zum ersten Male wird damit der Ver- Ein Aachener erzählt vom Ferienheim Wohl die stärkste Einwirkungsmöglichkeit auf junge Menschen gewährt die Erziehung an einer unter den gleichen Lebensbedingungen . stehenden Gemeinschaft. Die jüdische Jugend sieht ihre Umwelt vom Geineinschaftsgedanken erfasst, und so macht sich auch innerhalb des jüdischen Jugendlcbens eine immer wachsende such gewagt, aus der Wirklichkeit des Daseins zu einer eigenständigen, rf._ ligiösen Gestaltung vorzustossen: aus Lebensformen der hündischen Weil jüdisches Traditionsgut lebendig zu machen. Bisher ist alle jüdische Erneuerung früh daran gescheitert, dass sie altes Herkommen;u .die Gegenwart iibertniu. ohne dass Brauch, tum und reale Lebmislorm zueinander j.;.u den. Der „Tag der hündischen .lugend“ i;,t den Menschen gemäss, die ihn feierten, und. darum war er eine erbte Festlichkeit. Wo also Simchat Tora Menschen des Bundes feiernd zusammentraten, da formte sich ilme;i aus dem Wissen um die BundPsgcmemM-Hft ein religiöses Erlebnis, Freude rauschte üh-T ihre Gesichter. Gesetzesfreude in dieser nach Ernst und Bemühung ein AufMirk />a neuem Lehen. Und wenn nach dem Ki<idu rh in die laute und besinnliche Fröhlichkeit hinein ein ernstes Wort fiel, so konnten wir schweigend sitzen und ihm narhdeukon um! den Herzschlag lauschen, der uns verband. Kurt Juliu.-, Riegecr. Sehnsucht nach Gemeinsamkeit und Gemeinschaftserziehung bemerkbar. Aber die äusseren .Möglichkeiten, wirkliche Gemeinschaft der du- . gend zu pflegen, sind, heute naturgemäß . gering. In die Not, die hier besteht, ist ein Licht- . strahl gefallen. Eine Hoffnung, an die wir nicht zu glauben wagten, ist verwirklicht worden. Inmitten der westfälischen Wälder, bei Herve.J- Dorsten, ist das Ferienheim „Haus Berta“ entstanden, das wir Aachener ein paar wunderbar? .Sommerwochen hindurch besuchen durften. Gestiftet von Menschen, die um die Not der jüdischen Jugend wissen, erhalten von dem RjF, geleitet von Führern, die aus der Jugendbewegung kommen, wurde das „Haus Berta“ zu einem idealen Ferienaufenthalt. Wer einmal dieses Haus besucht, vielleicht nur, li!!!llll!l!;i!!([|[|)!lll[!t!l!l!!l]l!!!ll!lll!lli!l!;il!l!i!l!li!ill]!ll|]|j|||l|ll!i;i!ll!||!li!l!ll!l!tl|][lllllll||t[|tl!l|]l!lll!l!lli||l^ Ein Vierzehnfciliriger findet zum /londP/von Korst Brand vom (Fortsetzung und Schluss aus der vorigen „Seite der Jugend“.) Vier ’Wochen waren vergangen. Günther hatte nichts Sonderliches erlebt. Er befreundete sich näher mit Michael. Dieser machte keinen Versuch, seinen Freund für den „Bund“ zu gewinnen. Herbert Hallner, jener Junge, der Michael am ersten Tag über den Zionismus aufgeklärt hatte, lud diesen eines Tages ein, dem Heimnachmittag des zionistischen Bundes beizuwohnen. Günther interessierte sich dafür und sagte zu. Die meisten Räume des jüdischen Jugendheimes waren von zionistischen Bünden, einer vom Bund Deutsch-Jüdischer Jugend, besetzt. Daher musste Günther lange suchen, bis er sich endlich zurechtfand. Er betrat einen schönen, hochwandigen Raum. Eine Anzahl Jungen und Mädel sassen auf Zeitungspapier auf dem Fussboden. Herbert Hallner sprang auf. „Schalorii, Chawer!“ begrüsste er ihn. Ein grösserer Junge, scheinbar der Führer, erhob sich, reichte ihm die Hand. „Sei willkommen!‘ redete er ihn an. Und sie setzten sich wieder. Man unterhielt 6ich über die Zustände in Palästina. Es war aber keine rechte Ordnung in der Unterhaltung. Jeder sprach möglichst laut, um in dem Wirrwarr von Stimmen gehört zu werden. Manchmal, wenn einer etwas besonders Interessantes berichtete, war es schon still; aber die darauffolgende Diskussion . . . Zum Schluss sang man mehrere hebräische Lieder, und die Heiinstunde w*ar zu Ende. Herbert fragte Günther, wie ee ihm gefallen habe. „Nicht gut,“ versetzte Günther,, „ich. werde nicht mehr kommen. Es war ein zu grosses Durcheinander.“ — „Mein lieber Günther, das kannst du noch gar. nicht beurteilen. Aber — du wirst es bald bereuen. Doch —Herbert ärgerte sich — „einer mehr oder weniger: ist wurscht. Geh, wohin du willst, Schalom!" Er blieb stehen, während Günther weiterging. .! Arnold Sander, ein Mitschüler Günthers, führte die Gruppe in dem zionistischen Bund, dem Herbert Hallner angehörle, Ara folgenden Sonntag begab er sich zu Günther, mit ihm über den Zionismus zu sprechen. „Sag* mal“, begann er weitausbolend, „wie gefällt es dir bis jetzt in unserer Schule?“ — „Gut. Aber die Schüler sind so furchtbar uneinig unter sich.“ — „Du hast recht — doch das ist nicht zu verhindern.“ — „Ach doch. Die Lehrer — in ihrer Macht stünde es.“ — „Die Lehrer sind doch deutsch gesinnt.“ — „Na, gerade deshalb! Ich glaube, dass die meisten meiner Kameraden Kinder deutscher Juden sind — und doch sind sie bei den Zionisten.“ — „Na, sie haben kein anderes Ideal.“ — „Ach, sie sind doch geworben worden. Und: Ist es denn kein Ideal, für Deutschland und für die Ehre der jüdischen Gemeinschaft zu kämpfen?“ — „Da magst du ja recht haben. Aber für Deutschland und Deutschtum zu kämpfen ist nur ein Ideal für Deutsche, nicht für, Juden.“ — „Für Juden, die Deutsche sind, — doch!“ — „Ich bin Zionist“, sagte Arnold, stolz, herausfordernd. Günther schwieg. Der andere aber begann nün mit aller Kraft seiner Ueberzeugung zu . sprechen. Er beschrieb ihm anschaulich und eindringlich, wie die Juden zu allen Zeiten verfolgt und gehetzt worden seien. In den schillerndsten Farben malte er ihm das heutige Heilige Land. Auf verlockendste Weise schilderte er das Leben dort. Er redete sich selbst in Begeisterung! Günther-hatte sich erhoben und maS3 das Zimmer mit langen Schritten. Ein schwerer Kampf tobte in seinem Inneren: Da kam ein Junge gelaufen, den er fa9t nicht kannte, um ihn für eine-Idee zu werben, die an sich nicht unvernünftig war. Er war .uneins mit sich selbst. „Arnold“, sagte er, „warum kommst du eigentlich zu mir?“ Dei> Gefragte lächelte leicht. •„GüntheT, du musst Zionist sein, du musst mit ■uns für die-Zukunft des jüdischen Volkes kämp- fen.“ — „Ach, ja“, sagte träumerisch der andere, :„Arnold, ich werde, ich will es tun/ Ich werde meine ganze Kraft.für. mein Judentum einsetzen. Aber ich komme nicht zu euch. Ich liebe Deutschland . . . ■ * Als Arnold Günther verlassen hatte, schritt dieser noch lange im Zimmer auf und ab. Ein heisses, ihm unbekanntes Sehnen hielt ihn befangen. Er hatte einmal das Buch Koholet Übersetzt gelesen: da stand der Satz: „Eitelkeit der Eitelkeiten, alles ist eitel.“ Daran erinnerte er sich jetzt. War denn der Begriff Vaterland, war das Judentum, die Religion, war das alles eitel? Nein, — die Religion, die konnte auf keinen Fall eitel sein. Sonst hätte der weise Salomo doch dieses Buch gar nicht geschrieben. Und — was noch einleuchtender war — Mose hätte das Fiihreramt doch sicher abgelehnt. Er war doch weiser als Salomo! Sollte er — Günther — demnach nur für sein Judentum leben, kämpfen, sterben? Oder gab es doch so etwas: Vaterland? Ja, auch das musste es geben — alle grossen Männer lieben ja das Vaterland — auch Mose und Salomo. Und die Juden? Wie stand es mit ihnen? Deutschland war das Vaterland der deutschen Juden! Unzweifelhaft! Aber Palästina? Un- .zweifelhaft: Auch es war das Vaterland der — Juden. Nicht der deutschen, französischen oder ‘Japanischen Juden, sondern aller Juden. Deutschland war für ihn folglich ein zweites Vaterland. 'Ach ja ... es war so furchtbar schwer, darüber 'zu entscheiden. Und doch: Kr liebte dieses deutsche Land mit seinem ganzen Herzen, unaussprechlich . . . * Als Günther am anderen Tage Michael traf, :erzählte er ihm die Begebenheiten der beiden ■vergangenen Tage. „Es war ganz gut“, sagte •Michael, „dass du erst etwas, anderes gesehen .hast. Aber, nun — kommst du in den ,Bund‘?“ — „Natürlich, Michael! Es ist etwas ganz Seltsames, was niieh bewegt: Einmal könnte ich für Deutschland durchs Feuer gehen, dann wieder fühle ich mich'wie berufen, der jüdischen Gemeinschaft zu dienen ... Und ich will ihr .dienen! Als Deutscher für das Judentum, als .Jude für das Deutschtum!“ — „Günther“, sagte nun Michael freudig erregt, „so wie du fanden viele zu uns. Du wirst zu uns kommen und ein feiner Junge werden, einer, der weiss, wa9 er will. Komm’, schlag’ ein.“ Und beide, Günther und Michael, gaben sich die Hände, um es in ein paar Stunden zu besichtigen, de1, wird bald mitgerissen von der Lebendigkeit all der vielen jungen Menschen, die da ungohcmml, frei und glücklich sich austoben können und der Natur so nahe kommen, wie vielleicht noch nie in der Enge der Städten und Strassen, in denen sie wohnen. Das Leben im Heim wird durch immer neue Ereignisse, durch Fahrten, Spiele und!• erstunden in einer dauernden erwarlungsfreudigeti Stimmung erhalten. Den ganzen Tag über sind die Jungens und Mädels draussen im Freien. Die abwechslungsreiche Landschaft lockt zu Geländespielen, zu beschaulichen Stunden, die mau im dichten Wald verträumt, zur lebhaften Ar* beitsgemeinschaft mitten in der üppigen Jimdo oder zur Singerast heim Sinken der Dämmerung. Das Leben, das wir da führten, war .vielgestaltig wie die Natur, in der wir diese .schönen Tage verbrachten. Und manch einer .halte sich in diesen Ferienwochen eine Haltung ,und Disziplin erworben, die ihm vor seinem Aufenthalt im Ferienheim noch fremd wa>- ■Hans Abraham, der jugendliche Leiter J'"1 .Heims, erhält die Ordnung in mustergültiger .Weise aufrecht. Allen, auch dem kleinsten Pimpf, ist er ein Freund, zu dem man mit seinen kleinen und kleinsten Nöten gehen kann und bei dem man sicher Hilfe findet. Norbert .Kronenberg versteht es, den Sportbetrieb frisch .und verständnisvoll auszugestalten. Aber besonders lieben, wir „Onkel Leo“ aus Gelsen- .kirchen, dem wir uns ebenso wie dein Stifter ■des Geländes, Herrn Goldschmidt, in auf* .richtigem Dank für die verlebten schönen .Stunden verbunden fiihleu. Als wir das „llaus Berta“ verliesscn, da wussten wir stärker als vorher, dass das Schöne für uns bereit ist, wenn wir bereit sin für das Schöne, wo wir es finden. Paul Hü5,1!1 Die Geschäftsstelle ries Bundes I)outsch-Jüdts‘^(r Jugend befindet sich seit dem t. Oktober Berlin '; ’ Taucntzienstrassc iha (.Telephon: B -1 Bavaria *>- £ t & I | II % t

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