Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 41 (11.10.1934)
- Date
- 1934-10-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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TsmS M Nom, im Oktober 1924. Tos Italien, das der jüdische Auswanderer ans Teutschland vorfindct. ist ein ganz anderes als jenes, dos er durch die Brille svrglos-hmgerissener oder rvmantisch.schwärmerischcr Dichter des vorigen Jahrhunderts zu kennen vermeint: zwischen jenen Jdealgcbildcn und der in ihrer Weise nicht minder großartigen Wirklichkeit des modernen faschistischen Italien liegen Welten: und es ist ein gewaltiger Leg vom einen zum anderen. Ihn muß der Feinde durchwandern, bevor er daran denken will. Fiß zu fassen, heimisch zu werden, sein Leben Wirt, schcstlich zu fundieren. Je deutscher seine Italiensehnsiicht gewesen, desto länger wird er dazu brauchen. Ter Baedeker ist für Vergnügung?-, wohl auch üir Stndienreisende gedacht, deshalb räumt er die Unbequemlichkeiten ans dem Wege Sie liegen für „ns vor allem in der uns ungewöhnlichen Artung des südlichen Menschen: er ist in seiner ganzen Lebens- und Geschäftsaussassung hundertfach-sorgloser und de-r-imeressierter als wir. anderseits von einer uns r?t zuerst unbegreiflicher», leicht ansslackerndcn und leicht verlöschenden Leidenschaftlichkeit.— wir nmnen ihn immer wieder mißverstehen, und es ist sinnlos, ihn wörtlich nehmen zu wollen. Sem Wesen tonnnt ans der Landschaft. ZU der wir niemals seine innige Beziehung bekommen werden, ans demKlima, das aus ihn viel ermüdender einwirkt nUaus uns. ans der geschichtlichen Entwicklung, deren originales Produkt er ist. — Tie „Eostumi ihilkini“, die italienischen Sitten, sind von den unseren außerordentlich verschieden: so drückt sich im Umgang der Männer mit den Frauen im Ja. nnlien. das vom vollen Einfluß der katholischen Kirche gestaltet ist, in den Moralgebriffen aus. Es gibt Erscheinungen, die flüchtige Besucher kaum bemerken, die aber sehr amschlußreich sind: in Rom kann eine Frau nach 9 Uhr abends nicht gut allein unterwegs sein, ohne ihren und den Ruf ihres Mannes ernstlich zu gefährden, am Tage aber kann sie — niemand wird daran Anstoß nehmen — an der Bar einer Cafeteria“ mit sedem Bettler ein Gesprach beginnen — und vielleicht überhaupt mit jedermann. Tie römische Gesellschaft ist sehr exklusiv, man bekommt die oberen Zehntausend nie zu Gesicht, ■ es sei denn in der unerschwinglich teuren Oper an Gala-Abenden, aus der anderen Seite verzehrt der Bettler oft genug das eben vcr. einnahmte Almosen im gleichen Lokal wie der Spender. Solche scheinbaren Paradoxien ließen sich in beliebiger Zahl ansühren; sie habe ihre natürlichen Ursachen wie jede Erscheinung des gesellschaftlichen Lebens, aber sie stellen den Einwanderer vor unlösbare Rätsel: wer mit dem italienischen Wesen nicht irgendwie ins Reine kommt, mit feiner merkwürdigen, erotischen Zwiespältigkeit, darf — ohne großenfinanziellen Rückhalt — gar nicht daran denken, in Italien je wirtschaftlich voranzukommen oder etwa heimisch zu werden. Tie wirtschaftliche Seite bietet die zweite Schwierigkeit, und auch hier ist nicht sehr viel materielle Hoffnung. Tie Einwanderungs¬ und Aufenthaltsvorschristen korrespondieren genau mit den Gesetzen über das Korporationenwesen, deren Sinn nicht etwa speziell in einer Kontrolle der ins Land kommenden Ausländer, sondern iiberhanpt der Berufsuchenden und -ausübenden liegt: zusammen bilden sie einen enggeschlossenen Ring, und da die einen streng und hermetisch dicht sind, können die anderen ohne Gefahr lockerer sein. ..Einwandern" und „Sichaushalten" kann in Italien jeder. Das liegt nicht so sehr im Interesse der Fremden wie der Italiener selber, nachdem Italien seit dem vergangenen Jahrhundert das meistbesuchte Land Europas geworden ist. Tie deutschen Ereignisse 1932 haben nach Italien zu wenig Menschen gebracht, als daß es notwendig geworden wäre, neben der Jrage ..Was hat Italien davon?" auch die andere ,'>n stellen: „Wie kann den Emigranten geholfen werden?". Ein paar hundert Menschen — und mehr sind es kaum — lassen kein Problem entliehen; sie helfen sich selber, oder sie gehen inmitten eines 45-Millionen.Volkes unter. Jeder Besucher des Landes erhält einen . -soggio rno“, Ausenthaltsschein — jeweils bis zum Dezember des lausenden Jahres —, dieser «nggjorno wird ad libitum verlängert; durch eidesstattliche Unterschrift verpflichtet sich der Empfänger, in Italien keine A r b e : t zu suchen, sondern lediglich „zu reisen", „zu studieren" oder „zu wallfahren". Apropos „zu studieren". Für diejenigen, die es sich leisten konnten, schien zuerst der Universitätsbesuch — besonders in der medizinischen Fakultät — ziemlich aussichtsreich. Inzwischen hat sich je« doch herausgestellt, daß es ein Fehler war, aus der Erleichterung des Srudiums — Ausländer zahlen in Italien nur die halben Semestergebühren und können ohne weiteres die Grade erwerben —■ zu schließen, man könne den akademischen Beruf auch im Lande ausüben. Die Herabsetzung der Gebühren verfolgt lediglich den Zweck, den Betrieb an den italienischen Universitäten zu beleben, und der Gedanke, faschistisches Bildungsgut international belanntzumachen. dürfte dabei ausschlaggebend gewesen sein. Tie Aussichten sind auch in der medizinischen Fakultät nicht günstig, und nur die wenigen, die dem noch immer entbehrungsreichen Leben in den üalierischen Kolonien körperlich und seelisch standhalten, haben bei genügenden Mitteln gewisse Hoffnungen. .-Im übrigen scheint es. so, als sollten die fremden Mediziner zmn Staatsexamen nicht mehr zügelnsscn und von der Ausnahme in die „sindicati“, die eben jetzt an die Stelle der alten „ordinc dei medici“ treten, ausgeschlossen werden. Tas bedeutet trotz der nicht schwer zu erlangenden Mitgliedschaft des Oll? — grnppo universitario lascista — soviel, wie ein Riederlassungsv'erbvt. Tie endgültige Entscheidung -darüber wird demnächst fallen; sieht sie ungünstig aus, so bleibt dahingestellt, ob junge deutsche Aerzte in Italien ihre Praxen bis zur Wirtschaftlichkeit werden ausbauen können. Im übrigen ist da? Korporativnswesen, wie schon gesagt, so entwickelt, daß cs fast unmöglich -ist, in irgendeinem Berus unterzukommen. Tic Zugehörigkeit zu einem Syndikat, die kein Ausländer erwerben kann, es sei denn im Austauschverfahren. das für Emigranten nicht in Frage kommt — ist Borbedingung zur Annahme einer' Stellung oder zur Ausübung einer wie auch immer gearteten Tätigkeit. Selbst wer sich über die eidesstattliche Versicherung im ,,soggionio“ hinwegsetzen wollte, könnte es nickst. Tie Kontrollen sind außerordentlich stark, und es ist sogar Brauch, daß die Zeitungen bei der Annahme von Anzeigen die Ausländer nach der Paßnnmmer. die Inländer nach der ihres Lernfsauswcises fragen; jeder Auftrag wird mit den Zeichen der „doeumcmti" signiert, eine Täuschung der Behörden ist von vornherein ausgeschlossen. — Ich habe in Rom erlebt) wie die „Metropolitan!", die Sicherheitspolizisten der Hauptstadt, besonders, wenn sie nachts Passanten trafen, nicht nur die Pässe einsahen, was ihre Pflicht ist, sondern auch genaue Erkundigungen nach der Täligkeit der Betreffenden anstellten. Falsche Auskünfte können zur Landesverweisung führen. Auch für selbständige Unternehmer ist es nicht einfach, eine Existenz zu gründen; sie sind immer ans einen Italiener als Kompagnon angewiesen, denn dieser allein bekommt die Konzession für das zu gründende Unternehmen. Tie einzigen Stellen, für die sich kurze Zeit die deutsche Emigration 1933 zu einer italienischen Frage gestalten wollte, waren die jüdischen Hilfskomites in einzelnen italienischen Großstädten wie Rom. Mailand. Florenz usw. usw.. aber schon nach kaum einen: dreiviertel Jahr mußten sie ihre Tätigkeit einstellcn; bei der geringen Zahl der Juden in Italien — im ganzen 40 000, von denen 70 Prozent in Armut leben — gingen ihnen sehr bald die Mittel an?, um ein großzügiges und weitgreifendes Emigrantcnhilfswcrk ins Leben zu rufen. Hawa. dMch §MMÄMW Die „Jüdische Rundschau" vom 5. Oktober bringt einen Bericht über die Arbeitstagung des Hechalnz, der u. a. über ein Referat -von Enzo Sereni berichtet. Darin findet sich der Satz: „in dem Prozeß der Liquidation des deutschen Judentums" (von uns gesperrt. Die Schristleitnng) „der noch Jahrzehnte dauern wird, hat der Hechalnz ein entscheidendes Wort zu sprechen." Dieser Gedanke wird in dem Leitartikel der gleichen Rümmer ausgenommen, der die Ueberschrift „Liquidation durch Aufbau" trägt. Er ist nur im Gegensatz zu der harten, knappen Formulierung Serenis viel vorsichtiger abgefasst, geht von der Voraussetzung ans. daß das deutsche Judentum.weiter existieren wird, daß wahrscheinlich nur ein kleiner Teil den' Weg der Wanderung wird gehen können, sieht aber diesen Teil für richtunggebend an und greift das auf der Hechaluz-Tagung geprägte Wort „von'der Liquidation durch Ausbau" auf. Diese nachdrückliche . Unterstreichung einer propagandistisch sehr wirksamen Parole durch Leitartikel und durch den Großdruck einer Ueberschrift. die in den Zeitungskiosken den Blick des Vorübergehenden fängt, zwingt zu einer Entgegnung. Um es vorweg zu sagen: der Widerspruch hier kommt von einem, der seine tiefe Verbundenheit mit dem Palastina-Aufbau nicht erst unter Beweis zu stellen braucht. Diese Verbundenheit' galt und gilt dem Lande und den Menschen, die drüben ein neues Leben aufbauen, cs galt und gilt dem Werk, dessen Bedeutung für das Judentum der ganzen Welt nicht hoch genug eingeschätzt . werden kann. Diese Verbundenheit bedeutet aber nie einen Verzicht auf die Wahrung des Glaubens an ein selbständiges, in sich Werte bergendes, deutsches Judentum. Wo uns diese Anschauung innerhalb der Freundschafts-Gemeinschaft der Jewish Agency bedroht schien, sind wir dein entgegengeireten. So hat schon Oskar Wassermann — gewiß kein fanatischer Nichtzionist — in seinem bekannten Artikel, den er im ersten Jahre der Jewish Agency schrieb, betont, daß es für uns unannehmbar sei, die vielen 'Millionen Inden auf der Welt nur als einen Anhang des palästinensischen Judentums zu betrachten, und. er hat von der Notwendigkeit gesprochen, unsere jüdischen Ausgaben in Deutschland so zu-erfüllen, als ob Palästina nicht existiere. Es steht dem Hechalnz als einer Organisation, die ihre Menschen für Palästina zu erziehen hat, frei, die Höchstbewertung Palästinas zu fordern. Wenn er dies Ziel jedoch durch eine Abwertung des deutschen Judentums als einer nur noch durch Liquidation ausbauend zu rettenden Gemeinschaft erreichen will, und wenn das maßgebende Organ der zionistischen Bewegung diese Parole so stark unterstreicht, dann müssen wir. die wir uns im gleichen Maße für die Werbung im Dienste des Paläftina-Ausbaus verantwortlich fühlen, scharfen Einspruch erheben. Man macht es den Menschen unseres Kreises mit solchen Parolen wirklich sehr schwer! Glaubt man denn im Ernst, daß wir einer Auffassung zustinnnen könnten, die einer halben Million Menschen, von der ein ganz überwiegender Teil hierblciben wird, die Bedeutung abspricht; glaubt man, daß wir an das, was an ausbancnden Werten im Rahmen des Zentralausschnsscs der deutschen Juden für Hilfe und Ausbau geschaffen worden ist. daß wir z. B. jüdisches Schulwerk und Tarlehnskassen unter dem Gesichtspunkt der möglichst baldigen Liquidation des deutschen Judentums betrachten können? Glaubt man, daß wir es den Tausenden der jungen Generation, die hierbleiben wollen, znmuten können, sich nur als eine in sich unfruchtbare Gemeinschaft zu betrachten, die ihre jüdischen Impulse im wesentlichen nur vom palästinensischen Judentum empfangen kann? Man weiß doch auch im zionistischen Lager sehr gut. wie sehr wir bemüht sind, gerate dieser deutsch-jüdischen Jugeird. die innner noch dem Palästinawerk zögernd oder unbeteiligt gegem'rbersteht, die Bedeutung des großen Werdens in Erez Israel naheznbringen. ' Sollte nicht die Rücksicht ans die Gewinnung dieser wertvollen Menschen ebenso schwer wiegen wie der Wunsch nach Schaffung schlagkräftiger zionistischer Wcrbeparolen? Tas Palästiuawerk ist Herne längst mehr als eine zionistische Parteiangelegenheit. Ter Zuwachs EBÜfi&Ik um dlum 1 SesMU EsrlrMM In den „Nationalsozialistischen Monatsheften" (5. Jahrg.. Hest 50) veröffentlicht Friedrich Bülow einen Aussatz „Deutscher Sozialismus", der als ein Versuch, den umstrittenen Begriff zu klären, beachtenswert erscheint. Richtunggebend für den deutschen Sozialismus — erklärt Bülow — ist die Idee der Volksgemeinschaft. oberstes Ziel der Verwirklichung innerer, ans seelischem ' Gleichklang beruhender Verbundenheit aller Volksgenossen. Dies aber besagt: Kampf zwischen Idee und Wirklichkeit. Formung und Gestaltung der sozialen Wirklichkeit im Dienste des Gemcinschaftsgedankens. Verwirklichung der Volksgemeinschaft im Sinne des Nationalsozialismus ist eine volkspolitische „Bewegung", die mit Hilfe stärkster erzieherischer Mittel aus die Gesinnung der Einzelnen einwirken und sie für den Dienst am sozialen Ganzen bereitmachen will; denn Volksgemeinschaft muß erst gesehaffen, in hartem Kampfe den gegenwirkendcn Kräften abgernngen werden. Höchstes Ziel ist da? Volk als gegliederte Ganzheit, als Gemeinschaft der Deutschen, niemals etwa der Staat als solcher. Der Nationalsozialismus denkt nicht staatsabsolutistisch; denn auch der Staat dient den durch die Volksgemeinschaft gesetzten Zielen. Die eigentliche Sendung liegt im Volkstum. Daher darf auch Nationalsozialismus nicht mit Staatssozialisnins verwechselt werden. Zwar erhebt er den Anspruch ans vollkommene Durchdringung des gesamten Volkslebens mit nationalsozialst stischem Geiste, und - er scheut gegebenenfalls nicht vor Verstaatlichung zurück, aber sein eigentliches Ziel ist nicht Verftaatlichnug; denn er will allen Lebensbereichen, insbesondere der Wirtschaft, soweit dies mit den nationalsozialistischen Zielen vereinbar ist. ihr Eigenleben, ihre Eigenständigkeit sichern, die persönlich-schöpserischen Kräfte sich entfalten lassen, ans jeden Fall keinem Staatszentralismus ver- In die gegenwärtigen Elaubenskämpfe der christlichen Kirche greift der Dichter W i l h e l m Schäfer in einen: bedeutsamen Anssatz „Ter deutsche Ehrist" ein („Völlische Kultur", Jahrgang 1934; September). Als das deutsche Schicksal — stellt der Dichter fest — hat das Ehristentum die Kultur der Temschen schwer beeinträchtigt. Es hat ihnen den Segen der Herkunft genonunen; denn weil es nicht nur als Glaubenslehre sondern auch als Heilsgeschichte kau:, brachte es die Äytologie des jüdischen Volkes mit, zugunsten derer die eigene Mythologie in die Unterwelt der Dämonen verbannt wurde. ' Statt mit den Sagengestalten der eigenen Götter und Helden wuchsen die Deutschen mit denen des alten Testaments auf, mit Abraham und Moses, David und Salomvn; statt des Welteschenbaums stand das Kreuz von Golgatha über uns. und was den Vätern heilig gewesen war, mußte den Kindern verächtlich sein. Dadurch wurde das Dasein der Deutschen verzwickter; sie waren aus Natur Deutsche, in ihrer ' Gläubigkeit Christen. Alle bösen Wendungen des Lsrliner Mitglieder! 'Der Mitgliedsbeitrag für das IV. Quartal 1934 ist fällig. Wer d^n Beitrag ohne Aufforderung überweist, erspart uns Spesen und Arbeit. Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e. V. Landesverband G ro&s-H<*r 1 in. Postscheckkonto: Berlin 115 501. I ß von Menschen und Kreisen bedeutet damit aber auch zugleich eine Beschränkung in den Möglichkeilen innerer Agitation. Man sollte es uns leichter machen, nicht schwerer! Manerschwert die, Position unseres Kreises aber auch noch nach einer Seite, die unseren zionistischen Freunden nidft erwünscht sein kam:. Wir haben uns immer mit Entrüstung dagegen ge wandt, wenn man in bestimmten, nicht gerade durch jüdisches- Gesamtverantwortungsgcfühl ansgezcich - neten Kreisen, den Zionisten das Recht abgesprochen, hat. die Interessen des ganzen deutschen Judentums führend mitzuvertreten Weiß man nicht, daß man mit den: Schlagwort von der Liqnidatio:: des deutschen Judentums diesen Gegnern eine wirksame Waffe in die Hand drückt und zugleich uns die abwehrende Waffe ans der Hand schlägt ' Der Gedanke einigen Zusammenstchens des g a nz e n . deutschen Judentums hat erst gerade angcfangen. tiefere Wurzeln in unserer Gemeinschaft zu schlagen. Sie können ans die Dauer w r halten, wenn wir von einander wissen, daß w".: gemeinsam um die Erhaltung und Zukunft des deutschen Judentums als eines in sich gegründeten Wertes ringen. Das sollten unsere zionistischen Freunde Oe* denken, che sie eine Mahnung beiseite schieben. d»e — in völliger Gleichgültigkeit gegenüber allen taktischen Erwägungen — ans dem Wenibl cl-vlicher Sorge um eine gemeinsame Ausgabe kommt. Friedrich Brodnitz mMsmUnirmümm deutschen Schicksals kamen aus dieser Verzwicktheii; und es ist zu verstehen, daß in einer Zeit wie der unseren, die sich leidenschaftlich aus ihr Bolkstun: besinnt, der Unmut zu den: Begehren kommt, d^s Christentum anszuscheiden. Noch schärfer vertritt die gleiche Mcinu- Wilhelm Haenichen in einen: Aufsatz „T a nordische Seele im Kampfe" („Tie Sonne". Mona:-- schrift für Rasse, Glauben und Volkstum", 1l. Iah' gang. 9. Heft). Nicht den nordisch-gernianischen Artgeifr •— meint Haenichen — hat die Romkirche aus dem rassisch längst entarteten Römerrciche oufgenon - men. sondern den semitisch-mittelländischen unö vorderasiatischen Geist. In seine Lehre legte v.r Rassejnde Paulus das Kuckucksei und eine neue, vorderasiatisch-mittelländiiche Pfaffenschaft brütete dieses zur „Kirche" aus. Die Wirkung des Fluches, der das germanische Volk, das Voll, das damals sich anschicken tonnte, die abendländische Wett vr beherrschen, getroffen hat. als der Obermagier nun Gift in die Seele des Herrschergeschlechts impfte, das sich durch Usurpiernng dem romanisierten. al sich noch germanisch gebärdenden Franteuvolke ’o.vgepfropft hatte, ist noch heute nicht voll ausznmen- In einem Aussatz „Die Wandlung in der Soziologie" ("Snddenlsche Monatshefte", ttl. - gang, 11. Heft! letzt sich Reinhard Höhn " - der Neuorientierung der soziologischen Wissemch - auseinander. Eine Soziologie der Gemeinscliast, sagt Hol'" muß den tltz'griff des Föhres und feine 70'!!,tu. zur Gemeinschaft 'larlegen können. Sie mutz umdas richtige Verständnis für die Bedeutung der Rassenfrage innerhalb der Gemeinschaft geben, -w muß uns sagen lönnen. noas Volksgemeinschaft bdeutet, und welche praktisehen Wege zur Vo!. - gemeinschast führen, um nur einiges ansznzähle'u Die Kraft, um etwas derartiges sagen zu tonnen, muß die Soziologie der Gemeinschaft ans dem. praktischen Leben n.ehmen. ans den Ordnungen, dar honte draußen entstehen, und denen, die noch vorhanden sind. Eine Soziologie der Gemeinschaft ist also nichts für sich Selbständiges. Sie ist ein Al'>- gelauschtes, nunmehr in Formen gegossenes Leben. Wenn eine Soziologie der Gemeinschaft das kann, dann erfüllt sie eine ungeheure Ausgabe für die Praxis in einer Zeit, die steh anschickt. von: Jn.dividualismus zur Gemeinsehast zu gehen. Hauptschriftlcitor: Dr. Alfred H:rschbcr~: Stcllvertr.: Dr. Margarete E d o!'b o i m. Beid-' in Berlin. Für Rii cksendu u g un verlangt er Man nr’rrinic ist Frciumscblas beizufüsen. Leiter der Anzeigen* Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Friedrich Nathan. Berlin. DA. III. Vj. 50 000. Verlag: Contre.lvcrcin deutscher Staatsbürger jüdischen Claubens c. V., Berlin \7 15, "m er Strasse 42. Tel.-Adr.: „Ocntralglaubnn Berlin.” Fcrnspr. J. 2 Oliva 81-11-15. Postscheck: Berlin 00-172. Druck der Buch- und Tic: Berlin fdruck Gesellschaft rrML. SW 10. . VEBASSXAtTUXG □ □□ PS 3 < 1 f? rHO R-ac ..... j i i s* t/- i r i x. n i - , , , — 1 ( I j f' l! I } y y ^) u 0 — Stellung: „Keim und Klishs“ / „Pla-idsidon ein Kocted“ / hilnsilsrisciia Darittnosn veranstaltet <n. nr? nn; ' n ÜNhCJ rp^. OM 16. Okfcicr 193$, im DrüdcE*- : -! u. CcrfSs* IV. 30, Kurförctenstrassc 115;'16.;J U ^—? ErSfifnung der Ausstellung* 3 Uhr / Coglnr. der Darbietungen* Uhr, Mltwlrkende* Josof P!rau*, Hcdi Mtrcs, Egon Jacobsohn, ß»?a Atlasn. Harry Haupttncr.n- Orchcslcr clor Z'Gnrtlorhllfo. Eisa Oc;?roichor, Alico Kcmmorsfcin. Gesamt--Loitur.g: tüünsJlorhUfo / Lucy Gctbor, Kanr- Schcpirc. Karton rum Preise von RM. 1.—. 1.25, 1.50 ln der Künsflerhllfe, KcnV.trcsis 153, Bismarck 1066, und im Brüdorvere-nsheus. Die Ausstellung bleibt bis 22 Uhr gcciTnot. Ab 19 Uhr Eintrittskarten zur Besichtigung der Ausstellung: 30 Pfennig.