Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 39 (28.9.1934)
- Date
- 1934-09-28
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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führen. Ein Beispiel möge dieses erläutern. Man lasse die Schüler in Zweier- oder Viererreihen mit ein bis zwei Metern Abstand im Umgang um den Turnplatz gehen oder laufen. Nachdem man hat Halt machen lasten, werden drei bis vier Haltungsübungen ausgeführt. Weiter geht es im Marsch, der durch (Hangübungen, zum Beispiel hohes Kniehebcn, Ausfallschritte usw. variiert wird. Tann folgen in geöffneter Aufstellung Wieder Haltungsübungen, abgelöst durch gelegentliche Sprung- und Lockerungsübungen. Es ist eine bekannte Tatsache, daß vor allem ■ Hungens der Körperschule wenig Interesse entgegenbringen. Ties ist leicht erklärlich, denn jede straff rhythmisch ausgesührte Hebung legt dem ungebundenen Temperament Zügel an; dieses ist besonders bei unseren Jungens zu beachten. Man muß versuchen. das Iueresse hierfür zu wecken; man erreicht dieses, indem man dem größten Teil der Körperschule die Form einer Zweckgymnastik gibt. Am besten wird man vorher die Kinder auf den Zweck jeder Ilebungsgrnppe verweisen, bei Aussallschrittübungen der Laufschule zum Beispiel kann man zeigen, daß durch diese Helmngen der Schritt durch leichte Ucberdehnung der ^chenkelmuslulatur verlängert wird und dadurch erheblich bessere Laufzeiten erzielt werden können. Tiefer methodische Kniff wird nie seine Wirkung verfehlen. Tie reinste Form der Zweckgymnastik ist znni Beispiel erreicht, wenn man lernt. Hebungen des praktischen Sportbetriebes wie Spec-rwurf, Kugelstoß usw. zu analysieren und in die Körperschule aufzunehmen. Man ersaßt damit gleichzeitig zwei Vorteile. Einmal werden schwierigere Hebungen, die einer mühseligen Einzelunterweisung bedürfen, und somit meist im Schulturnen aus methodischen Gründen unterbleiben müssen, in großen Gruppen vorbereitet; außerdem aber ist der Zweck dieser Hebungsgruppen dem Schüler ohne weiteres ersichtlich, und er arbeitet unter größter Muskelanspannung mit. Tiefes läßt sich nahezu aus alle Sportübungen auwenden, besonders schöne Beispiele bieten Boren und Schwimmen. Tas Brustschwimmen in der Bauchlage ausgeführt, ist ja sogar infolge der ausgezeichneten Ausbildung der Nückenmuskulatnr eine wichtige Hebung des vorbeugenden und ausgleichenden Sonderturnens. Bei den .Kleineren entnimmt man am besten die Hebungen dem täglichen Leben. Hebungen wie Holzhacken. Sägen oder Iinitationsnbungen wie der Hampelmann, Froschhüpfen usw. rufen stets großen- Jubel bei unseren Kleinen hervor. — Tas Geräteturnen in seiner althergebrachten Form ist für unseren Schnltucnbetrieb nicht recht geeignet. Einmal, weil zu gleicher Zeit höchstens vier, günstigstenfalls sechs Schüler beschäftigt werden können. Außerdem ist die Abneigung unserer Jungens gegen das Geräteturnen, besonders gegen Neck und Barren, zu groß, als daß ein ersprießliches Arbeiten an diesen Geräten möglich wäre. Jeder jüdische Turnlehrer wird diese Tatsache bestätigen. Tiefe Abneigung ist keineswegs aus Feigheit zu erklären; Mutübungen werden im Gegenteil, besonders. wenn der Wettfampfgedanke betont ist. so hemmungslos und wagehalsig ausgeführt, daß man hier eher zurückhalten mutz. Ter Grund liegt vielmehr in der erwähnten Einstellung unserer Jungens, eine noch so einwandfrei ausgeführte Hebung am Neck oder Barren befriedigt sie nicht; sie sehen den Zweck nicht ein. Ganz anders verhält es sich beispielsweise beim Turnen am Bock oder Pferd. Hier sind sie mit Freude dabei, denn hier ist ihnen Gelegenheit gegeben. Hindernisse zu überwinden. Tamit soll keineswegs gesagt sein, daß diese Geräte aus dem Schulturnen verschwinden sollen. Sie müssen nur, wenn sie vorhanden sind, in anderer Form für unser Schulturnen nutzbar gemacht werden. Gerade der Barren bietet hierfür viele Möglichkeiten. Wir können ihn zum Beispiel quer zur Anlaussrichtung stellen. Ter zweite Holm wird höher gestellt, und die Jungens müssen jetzt den Barren als Hindernis überwinden. Tiefes kann dadurch erschwert werden, daß ans diese Weise mehrhere Barren stufenweise hintereinander ausgestellt werden. Unter Zuhilfenahme von Leitern, ^tützreck. Schwebebaum usw. läßt sich dies mannigfach variieren. Auch Schwünge sind besonders in unserem Schulturnen zu betonen. Tiefe lasten sich ebenfalls an jedem Gerät ausführen. Kombinieren wir zum Beispiel das Reck mit dem Hochsprunggerät, dann können wir den Unterschwung vom Reck aus über die Hochsprungschnur ausüben lassen. Diese Hebung an den Ringen ausgeführt, ist noch ergiebiger, und schließlich kann diese Hebung genau so gut am quergestellten Barren ausgesührt werden. indem der erste Holm höher gestellt wird als der zweite, und der Schüler im Hnterschwung über den zweiten Holm herüberschwingen muß, eine besonders schöne Hebung für Hindernisftaffeln. Eine Abart dieses Turnens bilden die Bodenü b u n g e n. Sie bilden den dankbarsten Stoff des Turnunterrichtes. Sie erfordern Mut, Gewandheit und Temperament, es ist die Betätigung des Willens, der Ausdruck gewandter Kraft und die Freude an.der Leistung, wodurch diese Boden- Übungen für unser Schulturnen so wertvoll gemacht werden. Hinzu kommt noch, daß sie sich zum größten Teil mr-Z Lebens- und Spielformen zusammensetzen. Außerdem spielt die U-berwindung von Hindernisten hierbei eine große Nolle, sind es doch im Grunde drei Kernübungen, der Salto, die Bodenkippe und der Heberschlag, aus denen das Bodenturnen zusammengesetzt ist. Eine besonders gründliche Ausbildung in der Methodik des Bodenturnens ist deshalb unbedingt erforderlich. All die Hebungen, die bereits besprochen find, können durch Hineintragen der Wettkampfidee intensiviert werden. Man kann z. B. seststellen lassen, rver am schnellsten über die Hindernisse hinwegkommt. Dieses Borgehen ist jedoch aus Pädagogischen Gründen bei unseren Jungens nicht angebracht. Man darf sie nicht dazu verleiten, ihre eigene Person und ihre persönliche Leistung zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Tie Kräftigsten und Gewandtesten sollen lernen, ihre persönliche Leistung bescheiden zu werten und ihr Können auch den Schwächeren zugute kommen zu lasten, und die Schwächeren sollen das Gefühl haben, von den stärkeren Kameraden unterstützt zu werden. Die Leibesübungen bieten zur Erzielung dieses wichtigen pädagogischen Zieles bei Anwendung besonderer Methodik reichhaltige Möglichkeiten. Die eben besprochenen Fehler werden leicht vermieden, tvenn man die Form der „Gruppenkonkurrenz" wählt. Unter dieser verstehe ich Wettbewerbe, bei deinen nicht die Einzelleistung, sondern die Gesamtlcistung einzelner Gruppen bewertet wird und ausschlaggebend ist. Ties ist z. L. bei Stasselläufen, Ballspielen, Geländespielen usw. der Fall. Auch bei Pestalozzis Grundlehren über Mensch und Erziehung Was uns als Niederschlag aus Pestalozzis Leben voller Kantps und Leid, voller „Nichtsein und doch Alles-Wollen". voller Trang nach den Menschen und Sehnsucht nach stiller Geborgenheit geblieben ist, was dem liebevollen Herzen Pestalozzis aus Not und Fülle entströmte, sind erzieherische Grundeinsichten, kein Erziehungs p r o g r a m m. Man hat jahrzehntelang in ihm nur den Erfinder der „Methode", eines ziemlich öden, aus Anschauung bcruhenden Lvrmnechanismus (enthalten in: „Wie Gertrud ihre Kinder lehrt") sehen wollen. Erst in den letzten Jahren wurde Pestalozzi als Mensch seiner Zeit und in seiner Bedeutung für unsere Zeit sichtbar und lebendig. Dabei tritt er uns bereits in seiner allerersten Schrift „Abendstunde eines Einsiedlers" in feiner Eigenart deutlich entgegen. Ausgehend von der Frage: was i st der M e n s ch seinem Wesen nachj Was ist das Menschendasein anderes als ein Gefüge sich immer weiter dehnender Kreise um einen stillen Mittelpunkt, wird ihm die Erziehung zu einem natürlichen Weg von der Wohnstube zum Berns und in die Welt. Bon dieser eristentiellen Einstellung aus wehrt er sich gegen alle von seinen Zeitgenosten kultivierte Vielwisierei und will zum Handwerk und zur Land- Wirtschaft erziehen. Bei dieser Frage nach dem Menschen wurde sein Blick wach für die ungesunden, gesellschaftlichen Verhältnisse ringsumher, wie er sie in nucs in seinem Volksbuch „Lienhard und Gertrud" schildert. . Hnter dem Eindruck der fran- Zöstschen Revolution . und einer Begegnung mit Fichte unterbaute er jene Lebensfrage philosophisch. (Als Probe seiner Geschichtsphilosophie enthält die vorliegende Auswahl bie Rede „An mein Zeitalter"). Aber erst als er in Stanz an armen Kindern Verwahrlosung als Herausgefallensein ans der Geborgenheit erlebte, fand er die Antwort auf die Frage nach dem Wesen des Menschen. Ter berül)mte. Stanzer Brief enthält seine Meisterwahrheit: Nicht die Umstände bilden den Menschen; vielmehr liegt in seinem Innern alle Kraft und die Erziehung muß diese Jnnenkrast des Menschen wecken und stärken. Airs autonomer Kraft wird dann der Mensch seinen Aildungsweg gehen. Das höchste Erzeugnis dieser Kraft ist aber nicht wie bei Kant die praktische Vernunft, die Heb-ereinstimrnung des Willens mit dem Sittengesetz, sondern die Liebe; „auch sie ist ein Werk meiner selbst." Tie Sprache Pestalozzis ist ungelenk und schwer. Zuweilen schwärmerisch, aphoristisch und hymnisch. Sein Stil spiegelt deutlich die Wendezeit, in welcher er lebt: Patriarchalischer Geist aus der Zeit seiner Jugendbewegung in Zürich steckt darin; die Bildungsgedanken der Aufklärung von Standes- und Berufserziehung mischen sich mit dem Menschenideal des Humanismus. Und doch ist die Lektüre in geschickter Auswahl wie die vorliegende heute besonders wichtig: über alle Erziehungspolitik hinüber lenkt Pestalozzi den Blick zur Hrfrage aller Er- Ziehung zurück: was ist der Mensch seinem Wesen nach? Jugendpflege Das Heft 2 des gegenwärtig erscheinenden Handbuchs ist der Jugendpflege der Religionsgesellsch asten gewidmet. Verlagsgesellschast R. Müller m. b. H>, Ebecswalde-Berlin. Tev Beitrag von Tr. G. Lnbiki gibt nicht nur eine knappe Hebersicht über Hmsang. Eharakter, Organisation und Arbeit der einzelnen jüdischen Hebungen, die auf Einzelleistung aufgebaut sind, wie z. B. der Kugelstoß, der Weitsprung usw., läßt sich dieser Gedanke durchführen. Man läßt einfach zwei oder mehr Gruppen, die man selber zusammengestellt hat. oder die durch Wahl einzelner Schüler ausgewählt siiD, diese Hebungen aussühren und bewertet tarnt die Gesamtleistung einer jeden Gruppe. Bei längeren Laufstrecken, wie z. B. bei Waldläufen, kann man die Form des Nbannschaftslaufs anwenden, eilte Form, die im Schulbetrieb leider so gut wie unbekannt ist. Gerade diese Form des Laufes ist pädagogisch überaus wertvoll Es kommt hierbei darauf an, daß von jeder Gruppe mindestens drei oder vier Läufer geschlossen tas Ziel passieren müssen. Die stärkeren Läufer müssen also auf die Schwächeren Rücksicht nehmen, und sie möglichst schnell mit durchs Ziel zu bringen suchen. Kämpfe einzelner Klassen oder Schulen gegeneinander sind besonders wertvoll, uni so mehr, wenn sie nach obigen methodischen Gesichtspunkten organisiert sind. 'Deshalb gehört auch das Organisieren von Gruppenllimpfen größeren Ausmaßes unbedingt zur inethodischen Ausbildung. Wenn bei der Fachausbildung nach den dargelegten Hauptgesichtspiinkten gearbeitet ivird. dann ist cs meines Erachtens trotz der großen Schwierig- Iciten möglich, einen Lehrernachwuchs heranzuziehen, der die vorliegenden Probleme mit Leichtigkeit zu lösen imstande sein wird, und der dazu beitragen kann, eine den Zeiterfordernissen Rechnung tragende intensive körperliche Ertüchtigung unserer Iugeud im Rahmen der Schule zu erzielen. iffssr JugendverbÄide, sondern legt auch die geschichtlichen, bevölkerungspolitischen und sozialen Voraussetzungen der jüdischen Jugendpslegearbeit dar. Vor allem wird auch die gegenwärtige Stellung der Jugend zur Gemeinde und der Gemeinde zu ihr klar. Während die Jugendarbeit der evangelischen Kirche z. B. von oben herunter ausgetaut, Sache der Erwachsenen ist und die Jugend als Objekt ihrer Bestrebungen betrachtet, geht die jüdische Jugendpflege der Gegenwart von bei; Bünden selbst aus, ihre Arbeit wird von den Gemeinden lediglich von außen gefördert. In der jüdischen Jugendpflege ist also aus gesundem Inslpnkt für die richtige Methode eine Idee von Gerneiwschast lebendig geworden, wie sie Lisbech Franzün-Hellersberg in ihrer Schrift „Ingen d pflege und I u q e n b t c cf) t i m Dienen St a a t" (Verlag von Mohr. Tübingen. 1931) an Stelle der früheren bürokratischen Methoden fordert. Ans der Jugend heraus hat sich hier ein Helserwillcn entwickelt, der mit neuem Geiste, frei und beweglich, den gerade aus den Zeitumständen sich ergebenden Ausgaben zuwendet. Jüdische Motive in Märchen In Studien zur Vergleichenden Motivgeschichte über „Jüdische Motive im märchenhaften Erzählungsgnt" von F. G o e b e l, Greifswald 1932, werden stoffliche Einwirkungen jüdischen Geistesgutes aus das deutsche Märchen, die Legenden, Schwänke und Volkserzählungen mit Hilfe der sogenannten Märchenwanderungstheorie dargestellt. Dinch diesen sehr eingehenden Untersuchnngen verbindet sich z. B. die „Siebenschläferlegende" mit dem Psalmenwort „tausend Jahre sind vor chm wie ein Tag"; die „Tannhäusersage" hängt zusammen mit dem plötzlich wieder grünenden icnd blühenden Aronstabe. Die sagenumwobene Gestalt König Salomos ist ein Motiv für viele Mäwchen und Legenden, wie u. a. den „Geist im Glase" oder „Aladdin und die Wunderlampe". Zweifellos jüdischen Ursprungs sei die „Geschichte vom Kaiser und vom Abt", der „Schwank von der kltigen Dauerntochter", die „Geschichte von der Trenuuirg und Vereinigung des Königspaares". Hier nimmt die Frau, aus die Erlaubnis hin, sich bei der Scheidung das Liebste mitnehmen zu dürfen, ihren Mann mit, ein Motiv, das ja auch in der Erzählung der Weiber von Weinsberg wiederke-hrt. Jüdisch ist schließlich auch der Ursprung bei der weltberühmten „Geschichte von den drei Rivgen". Der Verfasser weist nicht nur den Hebergang der jüdischen Motive in tas deutsche Erzählungsgut nach, er spricht auch von der dichterischen Begabung des alten Israel. Auf sie werden die zahllosen Bilder, Vergleiche und Motive der Bibel zurückgesichrt, die sich bei der Ausschmückung der Berichte von den Erzvätern, Propheten und Helden finden, wie überhaupt in großen Teilen des Alten Testaments das jüdische Volk zeitüberdauernde Meisterstücke der Dichtung geliefert habe, die insbesondere auch ihres hohen dichterischen Eigenwertes wegen einen spürbaren Einfluß auf die abendländische Kultur ausgeübt hätten .Es gibt kein Buch, sagt der (nichtjüdische) Verfasser, das auch nur annähernd von so weitreichender Bedeutung für die Kulturentwicklung der christlichen Völker war wie die Bibel, kein Buch auch, das nur im Entferntesten eine so außerordentliche Verbreitung und so tiefe Verwurzelung in dem Bewußtsein des überwiegenden Teiles der Menschheit gesund«, hat. als dieses Buch der Juden. Als Wesenszüge der jüdischen Dichtung, bzw der geistigen Gestalt des Judentums, wie sie deni Berfasier aus der Dichtung entgegentritt, bezeichnet er die Fähigkeit zur Einfühlung und zur mystischeu Versenkung, weiterhin Klugheit und Weisheit. Scharfsinn und Nätselwitz, grübelnden Tief, sinn jüdischen Gerechtigkeitsempfindens. Zwei Züge der jüdischen Dichtung sind aber vor allen andern hervorstechend, die inbrünstige Religiosität und die eigentümliche LehensweisheitderJuden. Sie entstand nickt aus Abstraktionen, sondern sie stammt aus der'Gasse und von den Märkten. „Hier war die Schule tn Weisheit." „Ter Grieche, Römer, der Abendländer drängt ins Abstrakte, ins Metaphysische, der Semite dagegen strebt zum Konkreten, Sinnfälligen zum Diesseitigen." Immer wieder aber wird von dem zweiten hervorstechenden, dem ethisch, religiösen W e s e n s z u g der jüdischen Tich. hing gesprochen. Er zeigt sich nicht an moralisierenden Beispielen, sondern an einer nlldurch. dringenden Religiosität, die selbst in primitive Phantasiespielereien eindrang und mitunter — wie im Lied Ehad gadja — aus Kinderscher^en Theodizeen schuf. Aus diesem religiösen Wesenszuq leitet der Verfasser direkt den Hnterschied des jüdischen Märchens zu dem anderer Völker ab. aus ihm stammt die Einzigartigkeit des jüdischen Märchens. tas „seiner inneren Haltung und dem ganzen Kolorit nach am ehesten noch mit den christlichen Legenden des Mittelalters zu vcrgleichen ist." H. 0. Lehrerfortbiidungstagung in Leipzig In der Zeit vom 4. bis 7. Oktober d. I. findet in Leipzig eine Lehrerfortbildungstagung statt, die von der Reichsvertretung der deutschen Juden und der Leipziger israelitischen Religionsgmemde gemeinsam veranstaltet wird. Es werden behandeln: 1. Professor Dr. Blumen selb: „Fragen der Jugend-Psychologie, insbesondere der Reisezeit." 2. Professor Dr. B u b e r r „Führertum im biblischen Israel." 3. Rabbiner Dr. G o l d m a n n : „Apologetik im jüdischen Religionsunterricht." » 4. Dr. Ernst Simon: „Methodik des Ge. schichtsunterrichts (jüdisch und deutsch)" mit Lehr, proben in 3 verschiedenen Klassen. 5. Dr. Woskin-Nahartabi: „Bau und Charakter der hebräischen Sprache." Ferner ist beabsichtigt, am Montag, Dienstag und Mittwoch, früh von 8 bis 9 Uhr, in der Turnhalle in der Höheren israelitischen Schule eine Stunde Sport abzuhalten. Die Teilnahme atl dem Sport ist sreigestellt. Hebräische Lehranstalt der Jüdischen Gemeinde zu Beriln Die Hebräische Lehranstalt bietet Erwachsenen und Schülern Gelegenheit zu einer gründlichen Ausbildung im Hebräischen. Die Schule hat eine Anzahl von aufsteigenden Klassen, in denen nach einer gründlichen Einführung in die Sprache Bibel, nachbiblische und neue Literatur gelehrt wird. Der Hnterricht findet zweimal wöchentlich je eineinhalb Stunden am Nachmittag oder am Abend statt. Schulgeld monatlich 2 NM. für Erwerbslose und Jugendliche bis zu 20 Jahren 1 RM monatlich. — Das Winterhalbjahr beginnt für die Hebräische Lehranstalt in der Schule Große Hamburger Straße 27 am Montag. 8. Oktober, in der Schule Klvpstockstraße 58 am Dienstag. 9. Oktober. Fortgeschrittene können gemäß ihren Kenntnissen in den bestehenden Klassen ausgenommen werden. Für Anfänger werden zunächst folgende Klassen eröffne!: A) Große Hamburger Straße- 27: 1. Montag und Mittwoch. 17 bis 15.30 Uhr (für diese Klasse sind geringe Dorkenntnisse erforderlich, da der Hnterricht bereits Anfang September begonnen hat). 2. Montag und Mittwoch. 20.30 bis 22 Htjr: B) Klopstockstraße 58: 1. Dienstag und Donnerstag. 17 bis 18.30 Uhr. 2. Dienstag und Tonnerstag 18.45 bis 20.15 Hhr. Herbstferien in Lehnitz Ter Verband Berlin des Jüdischen Frauenbundes teilt mit: In den Herbstserien können 15 bis 20 Kinder. Jungen und Mädchen, im Alter von 5 bis 14 Jahren im Heim des Indischen Frauenbundes in Lehnitz, im Walde gelegen (dicht am See), ausgenommen werden. Tas Heim bietet den Kindern ein fröhliches Gemeinschaftsleben in jüdischer Umgebung unter zuverlässiger Aufsicht. Pensionspreis 3, NM pro Tag; Bettwäsche, Handtücher und Servietten müssen mitgebracht werden. Persönliche Anmeldungen an die Geschäftsstelle, BerlimGrunewald, Königsallee 11a, Dienstag. 16 bis 18 Uhr, und Freitag, 11 bis 13 Hhr. Telephonische Anmeldungen in Lehnitz unter Oranienburg 20-13. / ri Ziehung 1. K!ass813. u. 20. Okt. Preuß.-SQddoutscho Staats- 1 i |EL dD ö ö <2 G* Ü CS; GröOtor Gewinn in der 6. Klasse i 1 r^SIBion BM Hauptgtwlnn RM »/. V. '/» Ooppeliose 3 *"6,1 12,— 24.— 48,— RM Porto und Uste 30 Pf. extra IXDGi) CD (ID© ttetosicSsffS—»“— S1 Berlin MW 87, TurmstraCe TI p , ' Postscheck 31155 Bgrlln^T* aI i. ." Lns:o Lotterie feer/Mior Preuss.-Siidd. 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