Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 36 (6.9.1934)
- Date
- 1934-09-06
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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9*-uii* rbicö : laa fite-?. MAeM Wm mm dcmfadke Pr, Hans Coli mann fahrt fort (vgl t, Bäblctl S. 3): Der Landesverband umfaßt Gebietsteile mannigfaltigster Prägung: Großstadt, mittlere Industrievnd Handelsplätze, kleine und Ileinste Landgemeinden sind ihm zugehörig. Sine Großstadt wie Köln ist naturgemäß ein Sammelbecken wirtschaftlicher Erscheinungen aller Arten und Stufen. Die folgenden Feststellungen können selbstredend nur beispielhafte Bedeutung haben. Tie kleineren Betriebe haben mit jenen Schwierigkeiten, denen der jüdische Kaufmann heute allenchalben gegenübersteht, besonders schwer ’u fämpicm dies gilt hier von den an der Peripherie der Stadt gelegenen Geschäften in erlter Linie. Tie in Verbindung mit dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit entstandenen Zweifelsfragen bildeten ein wesentliches Arbeitsgebiet der wirtschaftlichen Beratungsstelle des Landesverbandes. Ter Sand der Vertreter, Makler und Handelsrci'cnden ist schwer beeinträchtigt. Tie seit April l03:3 vom hiesigen Schlacht- und Viehli-r'e ausgeschlossenen jüdischen Gewerbetreibenden konnten bis zum heutigen Tage die Grundlage ihrer wirtschaftlichen Existenz nicht zurückgewinnen. Bei den freien Dernien nt die Lage der zur Kasse zugelassenen Acrzte zum Teil noch erträglich, während die Anwälte nach übereinstimmenden Berichten völiig unzureichend beschäftigt sind, was gerade in diesem Beruf auf die Besonderheit der allgemeinen wirtschaftlichen Situation unückzuführcn ist. __ Im Aachener Bezirk Pelleht eine bodenständige, vorerst noch zufriedenstellend beschäftigte Tertil-Jndustrie; diese Gemeinde ist infolge ihrer besonderen wirtschaftlichen. Struktur ein festgefügtes und einheitlich gegliedertes, mit der Umwelt stark verbundenes Ganzes. Im Bezirke Koblenz leben viele kleine Gewerbetreibende, die als Inden und zufolge der geringen Kaufkraft der Bevölkerung einen schweren Eristenzkampf fuhren. Achnliches gilt vom Trierer Bezirk. Tie einst blühende Gemeinde von Bonn ist stark verarmt; jüdische Geschäfte können dort nur unter großen Schwierigkeiten sich aufrecht erhalten. Gleiches ist von Neuwied zu sagen und von Städten wie Kreuznach- Andernach, Euskirchen. Aus den Landgemeinden an Mosel und Rhein, in Westerwald, büel und Hunsrück findet eine starke Abänderung in die größeren Städte, und in den wenigen Fällen, in denen dies überhaupt schlich erscheint, in das Ausland statt; dieser Tatsache ist nichts hinzuzusügen. Aus diesem kurzen Bericht erhellt zur Genüge, welchen Ausgaben sich eine Organisation gegenübersieht, die in zahllosen Einzelsällen Rechtsschutz, wirtschaftliche Beratung und nicht zuletzt seelische Ausrichtung zu gewähren berufen ist. In Köln, der Zentrale des Landesverbandes Linksrhein, befindet sich die Leitung des jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr, über denen Leistungen die Leser der „E.-B.-Zeitnng" wiederholt unterrichtet wurden. Welch soziale und seelische Bedeutung ihm zukommt, bedarf an dieser Stelle gewiß keiner Erklärung. So mag im wesentlichen die Lage des Landesverbandes Linksrhein des Central- Bereins vergleichsweise keine außergewöhnlichen Besonderheiten aufweisen. Das hier gezeichnete Bild ist jedem deutschen Juden vertraut, da er es im täglichen Leben an sich. selbst erfährt und an anderen vor sich sieht. Tie Juden im Rheinland und im ganzen Reiche werden in erniter Zuversicht ihr Schicksal tragen, auf deutscher Erde und in deutschen Landen, wo sie auch ihre glücklicheren, ehrenvollen Zeiten erfuhren. tX p /-3 / / /rr {?■:! _ burÄ Einzelberatung zu wahren. Anderseits wird es notwendig sein, wie bisher auch weiterhin ,für. die jüdischen Angestellten unb -ixbetj.er in ihren besonderen Belangen zn sorgen. .In dem großen, vorwiegend landwirtschaftlichen Teile des Landesverbandes ist auch dre Struktur der jüdischen Bevölkerung eine viel einheitlichere. Es handelt sich hier im wesentlichen um alteingesessenen typischen Mittelstand: Einzelh ändler, Viehhändler, Getreidehändler. Bis in kleine und kleinste Landgemeinden hinein finden sich Freunde des C.-V., die in ständiger Fühlungnahme mit der Landesverbandsleitung stehen. Tie Schwierigkeiten persönlicher und wirtschaftlicher Art gerade in diesen Gebieten sind .jum Teil erheblich. Hier bleibt nichts anderes übrig — allerdings ein Ziel, das des Einsatzes wert ist —, als in unermüdlicher Einzelarbeit jedem einzelnen, der unsere Hilfe braucht, nach besten Kräften zu helfen. Dazu erwächst dem C.-B. hier eine besondere Ausgabe, nämlich zu seinem Teil dazu beizutragen, daß diesen, großenteils vom gesellschaftlichen und kulturellen Verkehr mit der Umwelt völlig abgeschnittenen. Freunden auch innere Stärkung und jüdisches Wissen zuteil wird. Gerade diese Menschen, die für unsere Verwurzelung in der Heimat so besonders wertvoll sind, müssen das Bewußtsein haben, daß sie von der jüdischen Gemeinschaft nicht verlassen sind. Ein wichtiges Hilfsmittel für diese Tätigkeit ist die „ C.-V.-Z e i - t u n g ". Darüber hinaus müssen Zusammenkünfte auch in den kleinsten Ortsgruppen den lebendigen Zusammenhalt wahren oder schaffen. So wird auch das kommende Jahr für den Landesverband Rheinland - Westfalen im wesentlichen an Arbeit bringen: Existenzs i ch e r u n g der deutschen Juden im Nahmen der geltenden Gesetze und Stärkung ihrer seelischen Haltung. Än Kulturbund 'gegründet wordendem sich fast alle innerhalb unseres Bezirkes wohnenden Glaubensgenossen angeschlossen haben. Nach allem darf gesagt werden, daß es in 00 f •OfflO 'O-'O* teil' ffessesü-ßfeissgses t?TT y *<! Von Dr. D. Krombach (Essen), Vorsitzendem des Landesverbandes Rheinland-Westfalen Ter Landesverband Rheinland-Westfalen, bestehend aus der Provinz Westfalen und dem Regierungsbezirk Düsseldorf und daher identisch wit dem Bereich des Treuhänders der Arbeit' sür das Wirtschaftsgebiet Westfalen, umfaßt geographisch und wirtschaftlich erhebliche Verichiedenheiten, die sich auch in der beruflichen und sozialen Struktur der jüdischen Bevölkerung auswirken. Dem großstädtisch-industriellen Ruhrgebict steht das umfangreiche' übrige Westfalen und das niederrheinische Gebiet mit vorwiegend landwirtschaftlichem Charakter gegenüber. Im I n d u st r i e g e b t e t selbst finden sich auch unter der jüdischen Bevölkerung nach ihrer beruflichen und sozialen Struktur erhebliche Gegensätze. Einer verhältnismäßig großen Zahl bedeutenderer Unternehmungen sll^ht ein gewaltiges Ang estelltenheer gegenüber. Hier gilt es vor allem,. die großen wirtschaftlichen Zusammenhänge mit der deutschen Gesamtwirtschast, soweit sie gerade die jüdischen Unternehmer angehen oder soweit Lswsen in Einzelsüllen etwa noch besondere Schwierigkeiten gemacht werden sollten, durch Lusammensassende Schritte bei Behörden und. zmä Muegsem Von Dr, Max Mainzer (Frankfurt a. M.) Vorsitzendem des Landesverbanbandes Hessen-Nassau und Hessen. , Die Tätigkeit des Eentral-Vereins und seiner juristisch-wirtschaftlichen Beratungsstellen wird durch die wirtschaftliche Struktur der Judenschaft in diesem Bezirk bestimmt. Hier siedeln Juden am dichtesten auf dem Lande und Familien sind oft schon seit vielen Generationen an den Orten ansässig, wo sie heute noch wohnen. Auch die wirtschaftliche Betätigung der Juden erstreckt sich im wesentlichen auf die Berufe, welche überwiegend mit der Landwirtschaft Zusammenhängen. Wir finden hier neben solchen, die auf ihrem Landbesitz selbst der Landarbeit nachgehen, auch solche, die -Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen, Getreide, Milch und Vieh treiben. Infolgedessen erstreckte sich die Tätigkeit des Eentral-Vereins besonders aus die Gebiete, welche mit diesen Berufszweigen Zusammenhängen, und die Betreuung der Menschen, welche ratsuchend in Fragen der Eingliederung der Juden in die Wirtschaft über die bestehenden Gesetzeund Verordnungen aus dem Gebiete des Landhandels unterrichtet werden mußten. Wir sind für diese Gruppe der jüdischen Bevölkerung durch Vorstellungen bei den Stellen, welche sür die Organisierung der Ernährungswirtschaft zuständig sind, eingetreten. Dies schien um so mehr berechtigt, als auch der jüdische Landhändler und Landwirt nach den geltenden Gesetzen in den Reichsnährstand einzugliedern ist, die Organisations- 'Mlbms’gehüeie Von Dr, Willy Katzenstein (Bielefeld) Vorsitzendem des Landesverband es Ostw estfalen und Nachbargebiete. Seit etwa 25 Jahren besteht unser Landesverband, der den östlichen Teil der Provinz Westfalen, einen Teil der Provinz Hannover (mit Osnabrück) und die beiden lippischen Länder umfaßt. Dem allgemeinen wirtschaftlichen Charakter des Gebietes entsprechend besteht die jüdische Bevölkerung aus einer dünnen Oberschicht von Industriellen, hauptsächlich der Textil-, Tabak- und Holzindustrie, im übrigen zumeist aus mittleren Kaufleuten, Getreide- und Viehhändlern, von denen letztere teilweise auch eine kleine Landwirtschaft betreiben. Großstädte sind in dem Gebiet nicht vorhanden. In der Mehrzahl handelt es sich um bereits seit langer Zeit ansässige Familien, deren Namen zum Teil schon seit Generationen, auch über den Rahmen der Glaubensgemeinschaft hinaus, einen guten Klang haben. Neu Zugewanderte und Ausländer sind verhältnismäßig wenig vorhanden. Die Struktur der jüdischen Bevölkerung, die derjenigen der umgebenden nichtjüdiscben verhältnismäßig weitgehend angeglichen ist, hat es mit sich gebracht, daß soziale und andere Gegensätze nicht in allzu schroffer Form in Erscheinung getreten sind. Gewiß ist ein allgemeiner Rückgang der wirtschaftlichen Lage, fest'zustellen, der in einigen Berufen, z. B. im Getreidehandel und auch bei einzelnen anderen Wirtschaftsgruppen zu einem erheblichen Rückgang der Verhältnisse, teilweise bis zur ernstlichen Bedrohung wirtschaftlicher Existenzen geführt hat. Einige Gemeinden sind davon in besonders hohem Maße betroffen worden. Es hat infolgedessen nicht an zahlreichen Menschen gefehlt, die in ihren wirtschaftlichen und sonstigen Röten unseren Rat und unsere Hilfe in Anspruch genommen haben und denen wir in vielen Fällen auch helfen konnten, teils durch einfache Beratung, teils durch Verhandlungen, die wir für sie mit anderen Organisationen und Behörden geführt haben. Infolge des nicht übergroßen Umfanges des Landesverbandes hat sich zwischen seiner Leitung und den Mitgliedern ein besonderes Vertrauensverhältnis herausgebildet, das sich auf die gemeinsame Zusammenarbeit in erfreulichster Weise auswirkt. Das Versagen so manchen kulturellen Genusses, dessen wir bis vor kurzem teilhaftig wurden, sowie das verstärkte Zusammengehörigkeitsgefühl haben dahin geführt, daß sich sür jüdischreligiöse und kulturelle Bildungsbcstrebungen ein starkes Interesse geltend gemacht hat. Belehrende Vorträge in kleinen und größeren Gemeinden haben eine sehr dankbare Ausnähme gesunden.und werden fortgesetzt werden. Auf Anregung von Persönlichkeiten, die auch in unseren Reihen führend tätig sind, Ist form, in welcher nunmehr die ganze Ernährungswirtschast im Staate zusammengesaßt ist. Dennoch hat der Umbruch gerade im Gebiet unseres Landesverbandes dahin geführt, daß viele deutsche Juden die altangestammten Plätze verließ, um an anderer Stelle eine Existenz zu finden. Ost mußten allerdings aus Mangel an eigenen finanziellen Mitteln die öffentlichen und jüdischen Wohlfahrtsinstitutionen zugunsten der Notleidenden herangezogen werden. Gerade hieraus ergab sich sür uns die Notwendigkeit einer besonders dem! vom. Landesverband umfaßten Gebiet keine jüdische Arbeit gibt, an der nicht die leitenden Männer und Frauen des Central- Bereins führend beteiligt wären. '00 f * engen Fühlungnahme mit den jü* dischen Wohlfahrts > und Wirisch aftshilss stellen, um zu erreichen, daß eine Kontinuität bei der Betreuung der Menschen gewährleistet wird. Der Landesverband hat seinerseits durch die Abhaltung von S p r e ch st u n den in den verschiedensten Bezirken und durch die Einrichtung von Nebenstellen, insbesondere in Kassel für den Landbezirk Kassel und in Mainz für Rheinhesson, versucht, eine enge Fühlung mit unseren Glaubensgenossen herzustellen. In anderer Weise ist die starke Konzentrierung von Juden in den Grvßstäd ten in unserer Arbeit nürksam gewesen. Hier ist. cs vor allem die Beratung in den Fragen, welche mit der Neuordnung auf den übrigen Wirtschaftsgebieten im neuen Staat Zusammenhängen. Die starke Fortentwicklung der Wirtschaftsorganisation hat auch sür Juden eine so große Zahl von Fragen aust geworfen, daß der Eentralvereiu häufig seine Freunde — Mitglieder und Nichtmitglieder — über ihre Rechte und Pflichten aufzuklären hatte. Tie Situation der jüdischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die jede Gesamtorganisation im neuen Staat entbehren, hat dazu geführt, daß auf a r b e i t s rechtlichem und s o z i a l r e ch t l i ch e m Gebiet die Geschäftsstelle unseres Landesverbandes' in immer stärkerem Maße in Anspruch genommen wurde. Es wurde nicht nur Auskunft gegeben, sondern auch die Verbindung zwischen den Glaubensgenossen und den zuständigen Amtr-- stellen hergestellt, und durch Eingaben oder Besprechungen Aufklärung gesucht. Eine besondere Rolle spielt hierbei die Hilfe sür die jüdischen M a r k t h ä n b I e r, denen zuweilen in Verkennung der bestehenden Gesetze ihre Tätigkeit verschlossen worden iit. Neben der Beratung ans wirtschaftlichem Gebiete, wegen derer aneh die Handelsvertreter sich immer wieder an unsere Geschäftsstelle wenden, spielt die Aufklärung über die Stellung der Inden innerhalb der verschiedenen Sparten der 3! eichslultur - k a m m e r — Schriftsteller, Architekten. Künstler — und der freien Berufe eine große Rolle., Die Arbeit des Eentral-Vereins in unserem Bezirk ist wohl das wichtigste Glied in der Kette der Bemühungen der verschiedenen jüdischen Organisationen. Eristenz und Lebensranm jüdischer Menschen in Deutschland zu erhalten. Wmmesm&e!?g Von Dr. Gustav Feldmann (Stuttgart) Vorsitzendem des Landesverbandes Württemberg. Die derzeitige Aufgabe des Eentral-Vereins in Württemberg wird dadurch bestimmt, daß unter unfern Mitgliedern Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Kausleute und Studierte, Beamte und Private sind. Die großen und mittleren Arbeitgeber dursten eine Zeitlang annehmen, des E.-V. entraten zu können, weil sie dank ihrer ausgeürciteten Berufsorganisation ihre Interessen auch ohne uns vertreten glauben konnten, aber das gilt heute nicht mehr. Während früher der große Arbeitgeber mit Recht sagen konnte, der jüdische Fabrikant habe absolut keine anderen Interessen als der nichtjüdische, läßt es sich heute nicht mehr bestreiten, daß der jüdische Arbeitgeber infolge der veränderten Gesetzgebung besondere Belange und Sorgen hat, die seinen christlichen Konkurrenten nicht drücken. Nirgends aber findet er eine bessere Zusammenstellung aller gesetzlichen Vorschriften, die hier in Betracht kommen, als in unserem Organ, nirgends eine größere Erfahrung in all^den Fragen, die hier austauchen, als bei unserer Zentrale. Es ist keine Uebertreibung, wenn wir sagen, daß ein Jahrgang der „C.°V.- Zeitung" sür den jüdischen Arbeitgeber heute eine Gesetzesauslese darstellt, wie er sie sonst nicht findet, und daß selbst der jüdische Rechtsanwalt mit größtem Vorteil von der Materialsammlung Gebrauch macht, die wir ihm bieten. Als eine besonders dringende und erwünschte Pflicht haben wir es betrachtet, uns si^c die kleinen Arbeitgeber und sür die Arbeitnehmer einzusetzen. Wir haben, um das besser zu können, eigens einen Syndikus angestellt, der nicht bloß unseren Mitgliedern, sondern jedem Juden, der eines Rates bedarf, zur Verfügung steht und der durch seine dauernde Beschäftigung mit den. einschlägigen Bestimmungen oft in wenigen Minuten Rat und Aufklärung in drückenden Zweifelsfragen zu verschaffen im Stande ist. Das darf natürlich nicht zu der irrigen Meinung verleiten, als ob der E.-D.-Syndikus einem jetzt den Recht s an malt ersetzen könnte: die jahrzehntelange Erfahrung des geübten Anwalts in der Recht spraris ist überhaupt nicht zu ersetzen, und für Vertragsabschlüsse oder Vertragsstreitigkeiten gilt nach wie vor die alte Weisheit, daß rechtzeitige Befragung des gewissenhaften Anwalts den Prozeß erspart. Aber die vielen kleinen Zweifel, die man früher durch Besprechung mit G» schästssreuuden zu klären pflegte, die Unsicherheit, wie man sich bei dieser oder jener, dem Betroffenen nicht ganz klaren Verfügung zu verhalten habe, kann man oftmals durch eine kurze Besprechung aus unserem Sekretariat einwandfrei klären. Viele Mühe haben wir uns besonders für junge Aerzte gegeben. Wir konnten ibnen zeigen, wo und welche Aussichten andcrorts für sie bestehen, wir konnten viele vor unüberlegten Schritten bewahren und wir konnten allen durch teilnahmsvolle Aussprache seelisch helfen. Eine nicht ganz unwichtige Aufgabe sür Auswanderer aller Art haben wir dadurch erfüllt, daß wir über ein Jahr lang Sprachkurse erteilen ließen, um zu verhindern, daß junge Menschen in ein Land auswandern, ohne auch nur die allernotwendigsten Kenntnisse der Landessprache zu haben. Die Sorge für unsere Jugend auch auf anderen Gebieten ist uns eine -Herzensangelegenheit. Wir stellen unser schönes Lesezimmer allen jüdischen Juugcns und Mädels zur Ver- . fügung. damit sie ihre Lücken auf dem Gebiet 'des jüdischen Wissens ergänzen können, wir begründen und erweitern ihre Kenntnisse über die Beschaffenheit des Heiligen Landes und wir haben das mit ganz besonderem Erfolg dadurch getan, daß wir einen Film des P a l ü st i n a v o n heute allen Mitgliedern ■ der Gemeinde Stuttgart in vielen Wiederholungen vorsührten. Wir unterstützen selbstverständlich nach Kräften den Bund Deutsch-Jüdischer Jugend. Diejenigen, die entschlossen sindihre Existenz in Erez Israel oder irgendwo im Ausland zu begründen, werden unserer Hilfe, später vielleicht nicht mehr bedürfen. Aber die gewaltige Mehrzahl der deutschen Juden, die nach wie vor Leben und Frieden im alten Vaterland und mit den alten Mitbürgern finden will und muß, soll überzeugt sein, das; wir heute mehr als je Geist und Herz für sie cinzusctzen bemüht sind. n qJJc-l •70 „ co O'.HO' u ü 7 70 7 r, /Vor?r C.W. ) l