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Kinderblatt · 1934-09-06 · 8 (6.9.1934) · page 1

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Journal
Kinderblatt
Volume
1934
Issue
8 (6.9.1934)
Date
1934-09-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Viele von euch U'otfou doch sicher mol tüchtige Sport. Icr werden. Hm euch raten zu tön. non, wie ihr bo3 (im lx'ston cmfangt, hal»e ich einen Jungen und ein Mädel, die bei dem Sportfest de? Neichsausschusses der jüdischen Jugendverbände für ihre Gruppe, den „Nitig", im Bund Deutsch-Jüdischer Jugend, Preise errungen hoben, befragt, wann sie mit dem Sport begonnen haben. Zuerst die,Sportlerin. Als sie noch ein Baby war, so erzählte sie wir. machte ihr Vater schon Streclübungen mit ihr. Als sie fünf Jahre alt war, kam sie in einen Turnverein, in dein sie sechs Jahre laug blieb. Natürlich war sie schon zu Beginn ihrer Schulzeit eine fabelhafte Turnerin. Da sie aber findet, daß das SchlHturnen allein nicht genügt, rat sie euch, es so zu machen wie sie, und recht früh einem Sportklub oder einem Bund lvizntreten. Die meisten Bünde treilxm fa heute auch planmäsiig Sport und jede Gruppe hat ihren Sport- Wart. Aber auch wer nicht so früh zum Sport gekommen ist, tvie sie, Tjat natürlich noch Aussicht auf Erfolg. Man muß eben nur gesund )nw kräftig sein und Ehrgeiz und Ausdauer haben. Ihr nnisit recht . piel trainieren, aber ihr sollt euch sehr vor Hclxwtreilmngen und Heber- , änstrengungen hüten. Es ist gut, wenn ihr euch einer Leitung anvertraut, die cttch sagen kann, was ihr eurem Körper zumuteu dürft. Natürlich ist es wichtig, möglichst viele Sportarten zu kennen. Deshalb solltet ihr, auch wenn ihr besondere Veranlagung zum Springen pder Lausen oder Werfen habt, trotzdem nicht nur diese Sportart ausiliben. sondern bis 17 oder 18 Jahren möglichst alle Zweige der Leichtathletik betreiben, mit den Körper möglichst gleichmäßig cutszubildeu. fDenn jede Sportart beansprucht andere Muskeln und es ist wichtig, Zuerst alle ztl kräftigen. Mit 17 oder 18 Jahren sollt ihr euch ent- '/? % l ßheideu, auf welchem Gebiet ihr besonders trainieren lvottt. — Beim Trainieren müßt ihr ans verschiedenes achten. Wer Leichtathletik letreiben lvill, darf zum Beispiel nicht so viel schwimmen, weil man davon zu harte Muskeln bekommt. Bor allen Dingen darf man daS Training nie auf längere Zeit tmterbrecheit. Hm im Winter nicht aus der Hebtmg zu kommen uttd um gttt atmen-zu. lernen, was auch sehr wichtig ist, sollt ihr Waldläufe machen. Vor allem inüsit ihr euch abhärten. Das l»etonte besonders der Sportler, dessen Leistungen schon vielfach Preisgekrönt sind. Er bat euch besonders, recht früh in einen Turnverein zu gehen, der einer hündischen Organisation augehört. Dir macht ihr herrsche Fahrten, l>ei denen ihr cttch au Wind und SLVttc« und Entlvhrungeg gewöhnt, und das ist für jeden Sportler wichtig. Hud ihr sollt nicht mir Laufen, Springen- Wersen nsw. ül>eu, sonder» auch Ntanuschrftsspiele,. wie Htindball oder Fußball. Also faitgt so jtntg wie . . «täglich mit Turnen au und geht bald in einen Turn- oder .Sportverein, in der Gemeinschaft mit unseren Juugeus und Atädels lernt ihr da nicht mtr die Frettde kennen, unter ettch zn sein, sondern eurer Staffel oder Sportgrnppe zum Siege ztl verhelfenl Text von Igna, Zeichnungen von Dod9 //iovtrot Elisabeth W., Arrgerruüude, fragt: Ich m.xhte gern.wissen. 0 das hebräische „Nosch haschaua" . in der wörtlichen Heberschrurg ^Neujahrsfest" heißt. Antwort: Nein, wörtlich heißt das hebräische Wort „rosch* detitsch „Kops oder Haupt", itad „haschana" heißt „des Jahres". Die Hebersetzttug ist also nur im übertragenen Sinne als Jahresbeginn zu Verstehen. Otto R., Rostock, fragt: Ich möchte gern wissen, warum fast alle Feste. wie z. B. Nasch haschma, zlvei Feiertage halten. Hat das Linen ttesouderen Grund? Antwort: In alten Zeiten, als die Feste von den Priestern nn Tempel bestimmt wurden, schickte man Boten durch ganz Palästnta, mn das Fest zu verküttdeit. Bis die Voten aber das ganze Laltd durcheilt tlttd die FesieSttachricht gebracht hatten, vergingen immer zlvei Tage. Walter T», GoSlar, fragt: Ich möchte gern wissen, welches Jahr der jüdischen Jeitrcchitting wir jetzt beginivn. Antwort: Wir begi'unen jetzt das Jahr 5695. Ernst P., SchneidenMhl, fragt: Ich möchte dich gern etwas fragen, gibt es auch Automobile, die durch etwas anderes als Erploionsmotore auaetrtebeu werden? Zlnttvovt: Ja, z. A. viele PvstautoS lr>erden drtrch Akkuntttlatoren angotrielten. Das heißt, für ihren Antrieb wtrd eine aufgefstetcherte elektrische Kraft Vertveudet. Achte einmal darauf, btt lvirst nterleu, daß sie viel leiser fahren als die gewöhnlichen Autontobile, allerdittgs auch viel lattgsamer. Gerda St., FlenSbrtrg, fragt: Ich falx? mich mit meiner Freundin darüber gestritten, wie die Hauptstadt von Norlvegen heißt. S:e behauptet „Christiania" und ich sage sie heißt „Oslo", Wer von Mts beiden hat nun recht? "tullvort: Die Hauptstadt von Norlvegen hieß lange Zeit ..Christiania". aber vor einigen Jahren wurde ihr thr ursprünglicher Nante „Oslo" lviedergegebett, den sie heute offiziell führt. Max G., Berlin, fragt: Wie uenut man die ffeinen PergatuenttoHett, btc über tttanchen Wohntmgstüren hängen? Antwort: Diese Kapsel mit dem Pergatneittröllchen nennt man ^.tesusah. Heber diesen, solvie viele attdere jüdische Branche, halben wir gerade tut heutigen Ztiuderblatt ausführlich berichtet, dll findest darut atlch die nähere Erllärung. Erna F., Leipzig, fragt: Wir sitid sechs Freundinnen zwischen 12 bis 14 Jahren; wir lvolleu im Herbst ein Lesekränzcheu gründen, kaniist dil uns vielleicht ein schöltes, nicht zn untfangreicheS Buch nennen,' mit dein wir ltegiunen lönnen? Antwort: Es ist schwer, da etwas Geeignetes ztl sagen. Vielleicht beginnt ihr euren' Lesezirkel mit dem Buch „Ter Aufruhr um den Junker Erlist" voii Jakob Wassermann, ich glattbe sicher, daß euch diese Lektüre gefallen wird. Ans den Silben: a — ab — ar — bek — bim — bn — ce — che — che — cah — der — des — donr — fa — ga — fja — Hai — he — t — ta — tab — kr — le — li — loin — nui — na — ne — ne — o — re — ro — ru — sa — si — so — ter — ve — zar sind dreizekin Worte zn bildeit, deren Ansangsbiichstakten. von oben nach unten gelesen, einen jüdischen Feiertag ergeben. Tie Worte lvdeuten: 1. Biblische Fratietigestalt. 2. Oelfrucht, 3. Bibliscl)e Stadt, 4. Engel, 3. Pessach-ErzähliMg. 6. Jüdischer König. 7. Schiviiiiiileudes Hans. 0. Biblischer Berg. 9. Kostbares Bauholz vom Libatton, IO. Hafenstadt in PlHästina, 11. Nachlxirvvlk von Israel, 12. König von Babylon, 13. Sohn des David. Mädelgruppe des B. D. J. JHalbersladt üftfifenfatfen-Hälfe! r > Qi. *£>. OUdmtS ‘SaidU* v._ J Welchen Beruf hat dieser Herr? Auflösung der Rätsel ans der vorigen Numnnr. Silbenrätsel: Jeremias^ Bisuchskn vtenvätsclr ^chriftgclehrter. G.-'t/.-LGlSronA <5. §©Esfr©mlb©r 1934 Kinder! In jeder Moche bekamen wir .Briefe und Karten ntiserer kleinen Leser, in denen sie um ein neues Preisausschreiben baten. Hier ist es! — Diesmal gilt es Phantasie und Gefühl zu zeigen; denn die Auf« gäbe, die wir euch stellen, liegt darin, daß ihr das Ende der nachfolgenden Geschichte selbst finde» und uns schreiben sollt. Die fünf besten Schlußfassungen werden., mit . , Oers MrrM Düchsm ßrämiksrl. Und mm ans Merk! Jeder von euch kann sich einmal als Schriftsteller fühlenl Den Schluß IteC. Geschichte müßt ihr deutlich auf eine Postkarte schreiben und ait die Schriftleitttug des ,,(5.-V.-Kürder« blatts", Berlin W. 15, Ein sec Straße 42, schicken. Die fünf besten Lösungen veröffentlichen wkr.miL den Adamen der Preisträger im Kiuderblatt. y\04PW ify\JivA\AJ]/OVilrV 4HJVW\Pil4t“4 1% ß fl i/i r m lyou'iJJ &v&\t\y\y<y\ / tyc,\y\/x/Xyvi/" Unter den alten jüdischen Franen des kleinen Ortes W. war keine so bekannt wie Mutter Hnnnah. Jedermann grüßte sie auf der Straße und viele Kinder kanten mit großen Feldbliunetisträlisren in ihr Häuschen, um ihr eine Freude ztr machen. Mutter Hannah ging mit einem stillen Lächeln auf sie zu, aber ihre A'ugen sahen'eigentlich immer in die Fertte, so als ob sie dort etwas suchten. Jeder faunte attch die Geschichte von Muttev Hannah, dieses selsame und ergreifende Erlebnis, das die Alten noch oft am Abetid besprachen nrtd dein die Kittder nxit immer ttcucv Wißbegicrde lauschten: Mtltter Hannah hatte schon früh ihren Mann verlöret! und so arbeitete sie von morgens bis abends, um für sich uttd ihren kleitten Atiehciel deit Lebensunterhalt zu verdietten. Dieser Sohn war ihr gattzes Glück. Schon als kleines Kind war er anders als andere Kittder, ruhig spielte er für sich, lächelte alleii fveunblicf) zu, hals seiner Mirtter, sobald er nur auf seitten kleinert Beinen'lausen konttte und übte sich schott frühzeitig, bevor seine Mutter ttoch recht begriffen hatte, woher ihitt dieses nette Wissen kam, im Lesen und Schreiben. Die Mutter schickte ihn zur Schitle, ttud nun kam er täglich mit glättMdett Atigen. nach Hause, jeden Abend las er seiner Mtttter begeistert Geschichten um Geschichten vor, und iuenrf Mutter Hannah ihn dabei ansah, so dachte sie oft, daß er eilt rechter Nachkomnte jener großen jüdischen Könige wäre, deren Bild er aus deut Buch vor ihr erstehen ließ. Aber der Ptttge Michael sorgte sich um seine Mutter. Er? sah, tote schwer sie arbeiten nutßte, ihr Gesicht wurde imntetz A

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