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Central-Verein-Zeitung · 1934-09-06 · 36 (6.9.1934) · page 17

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
36 (6.9.1934)
Date
1934-09-06
Page
– (sequence 17)
Language
German
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SS Schachaufgabe Nr. 17 von Pank Roferrblars (Berlin) ' % c5-. i:nJ) imä Matt in zwei Zügen Kh8. Ph7. Lf2, I,c8, Sa2, SfS, Beb, « (8) Schwarz: Kd5, Tel, LaS, SaÖ, Bc-1 (6) Losung bet ^ltTgobi Nr. 16: 1. LaT-e3. KciXc3; 2. Vbd-dö und 3. T>d5-<U 1.—d5; 2. Le3—di,?7-fß (f5); 3. I>b5—M 1.2. .... Kd—f5: 3. DbüXdS matt. 1.f7—f0: .2. Lc3—fi und S. Db5-e4 bzw. dl matt, « ^idji'pe Lösungen, gingen ein van: 2l. Baronowitz Merlin', siarl Berkböser «.Nürnberg), Tierarzt SAnt; fidrijunidfi (LandsdergV Lindner (Burgkunstadt).' ärich Andensohn (Hildesheim). weitere richtige Lösung von Nr. 15 sandte ein: Aictzael. Levy (Krefeld). Tchachbrieskgsten. ArchtSanwalt L- M. (Berlin!, (n>,gesandter Treizügcr ist leider nicht verwertbar, da zu unölvnvlnisch konstruiert. Auch sind nach dem zweiten Zuge verschiedene Fvrtsetzungert (Dualemöglich. man früher einander nur rvortloS die Hände zu' reichen brauchte. Ich gehe zum Gottesdienst, der Rösch Haschaun cinleitct. Tie bekannten Gebete legen sich als das schöne Bewußtsein einer großen Verbundenheit aus eine Munde, die irgendwo leise brennt: die Kerzen flammen in aller Meli mit gleichem Tröstcrschcin,. und die Gesänge ans allen Tempeln suchen den gleichen Gott. / Aber., nach Lch/uß der Andacht stehe ich,wieder allein unter eis'.er unbekannten Atenge. Ich warte, -wartet daß tzmand käme, dem ich Glück wünschen könnte; eile find Brüder und doch sind alle fremd. Ta xchr ich schließlich auf den nächsten Menschen zu. tttfc ihm die Hand und sage: „Alles Gute im /riieu Jahr!" Und der Fremde versteht, erwidert hm Glückwunsch, und ich gehe weiter, wie befreit und dennoch wieder mit dem wehmütigen Gefühl, der Fremde könnte den ans der Masse ihm zngewehten Gruß bereits vergessen haben. — Tann schreite ich durch belebte Straßen, suche -nach Feier, bis mir klar wird, dgß ich sie doch nur in wir selbst finden kann; inu Moment dieser Er» kenntnis tue ich das einzig Nichtige: ich eile in wein Zimmer, das wenigstens einige Züge vom Zuhause trägt, und bereite mit selbst einen stillen nachdenklichen Abend. Eine kleine Sentimentalität ist in dem Dunkel dieses Feierabends kaum zu vermeiden, und ich muß mich ihrer nicht schämen. kenn sie ist menschlich' und' darum gut und' Mhk« begründet, wenn man noch den Zauber 'eines Uwlschen Festes fühlen kann. Im Gottesdienst des ersten Rösch- Haschana« Tages geschieht mir ein freundliches Wunder: während ick) andächtig den Gebeten und Gesängen folge, hebt sich plötzlich aus der großen fremden -->.enge der Gemeinde der Kopf einer Frau ins -^rcht, die mir gegenüber auf der anderen Tempelseite ihren Platz hat. Aus der Entfernung gesehen ähnelt diese Frau in überraschender Weise meiner Mutter, die. wie ich weiß, zur gleichen ^)0rt dem heimischen Gottesdienst beiwohnt. Bit!» leicht ist diese Aehnlichkeit gar nicht wirklich vorhanden. vielleicht sind es n,ur meine ständig heim- ^wärts. gerichteten Gedanken, die sie im Verein mit dem milden. gedämpften Licht deS Gotteshauses hervorzaubern. Aber das ist unwichtig, ich trage kein Verlangen, es genau sestznstellen, denn ich Hab; Angst vor einer Enttäuschung, So. wie es ist. ist es herrlich, und der Tag erhält eine Weihe, die wie ein Geschenk vom Himmel fällt. In Gedanken küsse ich das Bild meiner Mutter in der fremden Frau und danke ihr. daß sie da ist. Und als ich den Tempel verlasse, scheint die Sonne hell, und meine Feierstimmnng ist vom Licht dieses Tages überflutet, das sie in inniger Verbundenheit weitcrträgt durch die Stunden des Abend?, der. Nacht und de) nächsten Tage?. Hilde MarXt Tie „Zeitschrift für die Geschichte .der Inden in Deutschland" (Philo-Verlag, Berlin W 15) widmet,- wie schon kurz mit» geteilt. Professur Dr. Ismar E l b o g e n ein Heft zu seinem 60. Geburtstag. Vs zeigt den weiten Umfang der Erforschung der Geschichte der Inden in Deutschland, zeitlich und räumlich. Adolf Ko» , der veröffentlicht eine Onittungsurkunde für dev Kölner Bischof Walram, die 1337 in hebräischer , und lateinischer Sprache ausgestellt wird und als Privaturkunde in hebräischer Schrift für'Deutsch-' laud eine Seltenheit darsteUt. Bedeutsam ist die Abhandlung. vonSelma Stern - Täubler - über die Juden in der Handelspolitik Friedrich Wilhelms I. Bon der-Grundlage des Merkanti» lismus ausgehend, sucht' die Verfasserin nach der! tieferer! Idee, die..den einander widersprechenden ' Erlassen des Preüßenköuigs hinsichtlich der Handelstätigkeit,'der Juden zugrunde liegen, Fritz . Aronstein weist an einer jüdischen Novelle in tzen Sirnplizianischen Schriften von Grimmels- " hausen auf den Einfluß der sabbatiauischen Bewegung hin. Mit einem Aufsatz „Die Zulassung dcs ersten jüdischen Gcmeindearztes in Breslau" führt Guido Kisch in die Anfangszeit der Emanzipationsbewegung. Die Skizze von Luitpold Wallach stellt den Historiker Leopold Zunz in feine Zeit hinein. Umberto Casfuto sucht mit philologischer Sorgfalt den Orientalisten Mithri» datcs zu identifizieren und geht dabei näher ans einen Aufenthalt in Deutschland ein. Der Beitrag von Max Frendenthal „Juden aus Marstrand" weist ans besonders interessante Zusammenhänge. zwischen den deutschen Juden und der Geschichte der Inden in den nordischen Ländern hin. Die Arbeiten, der Inhalt hier kurz skizziert wurde, sind nicht von gleichem wissenschaftlichen Wert. Cie sind darin geeint, daß sie dem Leser die Fülle der Kleinarbeit aufzeigen, die geleistet werden muß. Einige Abhandlungen sind von Professor Elbogen selbst angeregt worden, andere könnlen Fon ihm ängere'gl sein'. Denw fein historischer Blick umfaßt wle der ke-ves zweiten Gelehrten in Deutschland die ganze Tiefe und Breite der Probleme, die die Geschichte der Juden in .Deutschland heute stellt Darum ist die Nummer dieser Zeitschrist Professor Elbogen mit Recht zugeeignct. Dr. Eilen Littmann. Zum GO. Geburtstag voy Professor Dr. Jsw.o.r Elbogen bat die Ervßwge für Deutschland' VIII. UDBB. eine Festmumner ihrer Zeitschrift „Der' Orden Bny Brlß" herausgegeben. die Beiträge von engeren Freunden und Schülern des Gelehrten enthärt. — Die Gesellschaft Förderung der Wissenschaft deö Judentums hat ihr Oman, die , ..Monawfchrtst für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" eVeusaNs zu einem beträchtlichen Teil Jsmar Elbogen gewidmet. Der Preußische Landesverband jildü stbrr Gemeinden teilt mit, daß er Ankann September dieses Jahres mit dev Alten Leipziger Leben-ruersicherungS- Gcserlschast aus Ewgenseitlgkeit ein Abkommen getroffen hat. durch daS es den jüdischen Gemeinden und Organlsationen im Deutsch e'n R e i ch ermöglicht wird, die Alters- und Hiuterbliebeuen-Bersorgnng ihrer Beamten und Angestellten (einschließlich der ehrenamtlich tätigen RersvneiA durch Abschluß von lllentenversichernnaen bei der Alten Leipsiger nach nengeschassonen außerordentlich vorteilhaften Tarifen sicherzustellen. Alle Zuschriften sind an den Brcußischen Landesverband indischer Gemeinden. t?tt»tcilunc\ 'pensionsversichernng, Berlin - Ghärlottenbnrg 2, Kantstr. 153. zu richten. OberstlandeSaerichtsrat Dr. Alfred Reumeher (München), schreibt dem „Morgen": „Seit Jahren lese ich den „Morgen" mit großen» Gewinn und hohe»: gelst»-> neu Genuß. Der dnrw Jnü„? Goldstein geschaffene hohe Aang dieser Zeitschrist ist nur!) weiierhin beibehalten worden, so daß er ein rehräsentativeS Organ des deutschen Judentums geworden ist. Dies gilt ar»ch für die Zeit nach feiner Umgestaltung. Der ..Blorgen" ist aus dem geistigen Leben der Inden in Deutschland nicht wegzndenken." W M ZÄ Jedes Büchlein. das ■ der Ccho»-kcu-Verlag im letzten Jahre erscheinen ließ, war eine große Beroichernng unserer Bibliothek. ,Kenntnis- und kllnstreiche Bäinner haben ans der gewaltigen jüdischen Literatur aller Zeiten die schönsten mid interessantesten Dingo heransgesncht und sie uns wieder zugänglich gemacht; Gelehrte geben sein dlrrchdachte Abhandlungen., und Sprachküllstler lassen ihre Gebilde vor uns erstehen. Die Zusannnenfasstmg all dessen bildet der nun schon zum zweiten Male erscheinende Almanach deS Echocken-Berlages. War die Auslese deS Vorjahres schon reichhaltig w'.d gut zusammengestell!. so wird sie von der diesjährigen noch um Vieles übertroffen, ■ Bnbcr' gibt die llebersetznng zweier Psalmen, die dem bald erscheinenden Psirlm-Vande seiner Schrjftiibersetznng eutnom'.neu sind, und cibo Bialik gewidmete Arbeit . Dieser selbst ist mit zwei wertvollen Briefen vertreten. Gedichte von Beer-Hofmann, Brod und Wolsskehl, llebertragungen von Nosenzn'eig (Jehnda Halcvi) und Ludwig ) f \\ W U SrS *! *• 'Vx u; S\§s|?!g i;[ip!rn^V'nht)r i i: nr.^ üjvss c!n^ V'ftminen,\T\zel(ito n^y ö»nn Wert hat, >VVIM »io Ibra YmvainUcn und lUikanntvi» ln p;anr. IVuNoMiiml erreicht. Hs luinu Utnri» nicht Konttiten, d.i?;s nur Ihre lk'Uannten, »Uo in »lc»n plclphen Orte wie üie KOlhut wohnen und mit denen Hie ohnehin In Verbindung stehen, davon erfahren. Wenn Hio ein VamUloivUrciuul* nn^ukündifon haben, bedienen Hie sich atu "besten der CoV.-^oituns, da sie von allen jüdischen Zeitungen und Zeitschriften die grüsste Autlairo hat und flbor Kana I'entsohtand verbreitet ist. Die O.-V.-ZcUun« hat für b’amlHen- Anzeigon einen ennhssigton Zonenpreis von 10 Vk. für d>« «whlfgespalteno MllUmeterzeUe elngoriehtet. An/elfjenschluss Ist immer Dienstag iiaehmittapr. Tn eiligen hallen werden Familien-Anzoitron bis Mittwoch mittag — auch telefonisch Oliva 8141 — angenommen, dam»» sie in deram lUmnerstnu - crücheiimdou Aumwcr noch vcröfTentlicht werdmi können, Strauß (Jiddisches Volkslied). ErzäHlnichen ball A»inon. ein Aufsatz von Baeck. eine tiefgehende Ab- Handlung ans Rosenpoeigs Nachlaß. Mainionides und Philon. Teile ans Jehuda Halevis .Unfari und ans Benno Jacobs Genesistommenttir — »illes ist vertreten. Eine Beilage zeigt das Faksimile von vier Seiten ans einem nm löllö in.Urakan gedruckten Mussarbucho. das neuerdings uneder anfgefimden wurde, und die Vefchreibung verdeutlicht den Text und seine Geschichte. Diese Mannigfaltigkeit des Buches wirkt nicht störend, nein: sie ordnet sich zn einem großen Bilde des Judentums- 'Alles hat seinen Pl»rtz. die/ Le'.ire -und die Erztähtimg. das Volkslied nnd d»is"künst-- lcrifche Gedicht, die wissensrliaftliche Abhandlung und der chassidische Spruch. Ans allem spricht zu ' uns lebendiger Geist, unser jüdischer Geist. Wir danken dem Schvcken-Bcrlag für diese schöne Gabe, die ein echtes Feiertagsgeschenk ist. lst Ar. > foa) den oife des r'cu eies idcr eint •nn: ren, nc» M ic'c irrij neu >!en 5cf: nS, ru» ag. •' 'Qd ton wr üc in eine Rolle und begibt sich statt, Jeremias in den Tempel. Dort verliest er diese Worte vor dem Volke und den Fürsten. Alan bringt die Schristrolle vor den König. Dieser aber, nachdem er ihre Worte gehört, zerschneidet sie und wirft sie ins Feuer. Jeremia und Barnch müssen sich verbergen. — Josia stirbt, Iechonja besteigt den Thron. Immer näher rückt das Verhängnis. Das Volk merkt endlich. daß Jeremia wahr gesprochen, aber cs ist zu spät. Ncbukadnezar nähert sichrer Stadt, erobert sie ohne Gegenwehr. Die Tempel» gerate werden geraubt. Die Vornehmsten. Priester und Handwerker nach ^Babel ver»- bannt. Unter ihnen ist auch der stmge König Jachonja. Im Kerker stirbt er erst nach langer Lual. Die Prophezeiung Jeremias hatte sich furchtbar erfüllt. ,; Aber noch ist sein Weg nicht vollendet.- trine neue Aufgabe steht vor ihm. Den Exu». lauten schreibt er: „Betet für das Wohl der Ctadt, in die Gott euch verbannt, denn in ihrem Wohl liegt euer Wohl." Die Zurückgebliebenen aber ermahnt er, dem Eroberer nicht die Treue zu brechen. Das Volk al>er verwirft seine Worte. Der König hört nicht auf ihn: Atan füllt ab von Babylon, verbündet sich mit Aegypten. Wieder erfährt Jeremia diese Tragik: Seine Worte haben die Blinden vollends geblendet, die Trotzigen vollends verstockt. Run aber ist das Verhängnis unabwendbar. Jeremia wird vom Volk ergriffen, unter nichtigem Vorwand. Er wird bcs Landesverrats beschuldigt. So glaubt man das Wort Gottes zum Schweigen zu bringen. Man wirst ihn in eine Schlammgrube. Dis zur Brust versinkt er darin. Dem Hungertod Meint er preisgcgebeu. Da rettet ihn ein — fremder, ein Acthiopier. , Babylon eilt herbei. Jerusalem wird ervbert. der Tempel zerstört. Jeremia aber b^ibt die Freiheit. „Wohin es dir beliebt daym gehe." Soll er nach Babylon? Tort wartet seiner Ruhe und Frieden. Soll er nn ^ande bleiben? sttot nnd Elend werden sem Schicksal sein. Er wählt das letztere. Er will sein Volk nicht verlassen in der Not. Beim Rest, den Aermston und Verlassenen, bleibt er. Ta ermordet man Gedalja. den von Babylon eingesetzten Statthalter Man flieht vor der Rache des Rebukadnezar nach Aegypten. Jeremia wird mitgeschleppt, wider seinen Willen. Er kommt nach Tachpanches. am östlichen Arme des Nildeltas. Aber noch immer darf er nicht ruhen. Der Rest will nicht fhiß werden. Er verleugnet, und verleumdet seinen 'Gott. Man bringt der Himmelskönigin Opfer dar: Kuchen in Brenschenform und Liba» tionen. Das Unglück hatte diese Menschen nicht klug gemacht. Noch einmal wendet sich -Jeremia an sie. Es ist das letzte Mal. Das letzte, das wir wissen von diesem mahnenden ' Gewissen in der Seele Israels. Eine Sage er- . zählt, daß er von seinem eigenen Volke erschlagen wurde. Niemand kennt sein Grab. Niemand, sein letztes Schicksal. Auch von ihm gilt, was die Weisen von Mose sagen: Niemand kennt sein Grab, weil er eben nicht ge- - störben. denn seine LÄorte, sein Geist leben fort durch die Jahrtausende.; Es Uhu citt glücklicher Gedanke, daß die Jüdische Gemeinde in Berlin kurz vor den hohen Feiertagen ihre ANtglieder zn einem Gemeindcalxmd in der Neuen Synagoge zusammenrief, um ihnen, wie tue. Einladung besprach, den „Weg zum Judentum" zu zeigen. Dieser Weg. so führte Nabdincv Dr. Warschauer aus. rverde unter dem scelisckien Druck der Gegenwart von allen Juden neu gesucht. Der Weg zum Judentum sei ein Weg ins Judentum und im Judentum, den nur die gehen könnten, denen ihre Liebe zur jüdischen Gemeinschaft emjndisches Erlebnis vermittele. Gotteslfaus. Gemcindcleben. Familie, jüdisckfe Schule und Jugendbumd seien die äußeren Stationen der sich anbahnenden Entwicklung. Ter Verstärkung deS Ge-, meindelebenS und der Erfüllung der jüdischen Btenschen mit jüdischer Neligiosität galt eine kurze Ansprache de8 Vorsitzenden des Berliner Gemeinde- Vorstands, Direktor Heinrich Stahl. In noch kaum vergangenen und vergessenen Zeiten sei das Verhältnis des. Mcn Aur jSemem&e floss *50 äußerlich gewesen. Tie Syncigoge und die Parochio um sie müßten .Keimzellen indischen Gemeinfchcistslebens werden, ebenso loie wieder jübifrfjcä Brauchtum in der Familie gelebt iverden müsse. Die Gemeindemitglieder müßten sich als eine Gemeinschaft empfinden nnd den Parteihader auS dem jüdischen Leben verbannen, denn es gebe nur c i n Judentum. Die musikalischen Darbietungen eine Umrahmung der Vorträge nennen, wäre ungerecht. Sie waren mehr. Der verftrirfte Eiwr der Neuen Synagoge unter seinem Dirigenten Dr. Dstar Guttmann. Alice Geiscnberg nnd die Oberk»nitoren Leo G o l l a n i n und B'ansred L e w a n d o w s k \ brachten religiöse Musik vornehmlich der lllissistchen Zeit zu Gehör. Besonders ergriff Blendelssohns „Er z»rhlet unsere Tränen", d»rs Gollauin iu fcelt- .scher Anfgewühltheit vortrug. Der noch jugendliche Blanfred Lewandoioski sang eigene Kompositionen um die Gestalt des Jeremias, die bei den Hörern einen tiefen Eindruck hinterließen, weil sie dramatische Spannung mit musikalisch reifem Ausdruck . verbanden. K. J. R. SSns ZÄWAö nnö MDsssch N-ch-rzM von Rabbiner Dr. Mansred Swarscnsky In der Nachbarschaft Nabb! Möirs lebten ein paar 'rohe Menschen, die ihn fortgesetzt guälten und ihm da8 Leben verbitterten. Ter nnanfhör» lichen Belästigung müde, kam er eines Tages nach Hanse zurück. Wie es sonst gar nicht seiner Art entsprach, war er diesmal über ihre Bosheit sehr erzürnt. In dieser zornigen Stimmung begann er zu beten und den Herrn anzuflehen, er möge jenen bösen Menschen den Tod schicken, damit sie ihn endlich in Frieden ließen. In diesem Augenblick trat seine Frau Beruria ein. Seine Aufregung fiel ihr auf. Alä sie die Worte seines Gebetes hörte, sprach sic in strengem . Ton zu. ihren: Alaun: Dein Gebet ist unserem heiligen Gebote zuwider. ES heißt in der Schrift: ° „Es mögen die Sünden schwinden aus der Welt." Es heißt nicht „die Sünder", sondern „die Sünden" mögen schwinden. Sind die Sünden ver- ' nichtet, so gibt Ls euo} leine Frevler mehr. '.Bete also für ihre Besserung, nicht für ihren Tod"'. Hieraus flehte er zu Gott um Erbarmen für die rohen Menschen, nnd sie kehrten um von ihren bösen Wegen. j* Wer von Not und llnglück bedrückt wird, wird gar oft von seinem Elend verleitet, gegen dir Vorsehung zn murren. Er denkt bei sich:. Warum muß ich voll Kummer seufzen? Bin ich nicht amch ein Geschöpf Gottes? Warum ist nur ein so großer Unterschied zwischen den Aleuschen? Jener schläft ruhig in einem Hans, das sein ist, und ich liege in dieser armseligen Hütte, die nicht mir gehört. Jener schlaft in einem weichen Bett rmd ich ans dem kahlen Boden. Jener geht spazieren, nm hungrig zu werden, ich aber kann vor Hunger nicht gehen. Gott der Herr aber spricht: „Wenn unter dir ein Dürftiger sein wird, irgendeiner deiner Brüder in deinen Toren, so verhärte nie dein Herz, so verschließe nie deine Hand." Wer Tränen trocknet, Klagen stillt und Werke der Lielie übt. zu dem spricht Gott: „Durch deine Liebe versöhnst dn den Unglücklichen mit mir. Du schaffst Frieden in der Welt." i Die Hebräische Lehranstalt der Jüdischen Gemeinde L'erlin macht darauf aufmerksam, daß besonders weit Fortgeschrittene Aufnahme in der Lberstnse der Hebräischen Lehranstalt, Klopstockstraße 58, finden können. Unterrichtsstoff: Lektüre von B i a l i k s Gedichten uub prosaischcm Schriften, hebräische Zeitschristeit und Wiederholung der (e-ra,»»n»attk. Unterrichtsstunden: Dienstag und Donnerstag. 18.45 bis 20.15 Uhr. — Klassen für A nsänger werden erst mit Beginn des Wintersemester» eröffnet. Doch empfiehlt es sich für Interessenten. die nicht Hebräisch lesen können, sich sihon jeßt die nötige Fertigkeit darin anzueignen. Ltatschläge, sowie alle sonstigen Auskünfte erieilt der Leiter der Anstalt, Herr N. Berggrün, in seiner Sprechstunde: Montag und Mittwoch. 17..70 bis 18.A) Uhr. Schule (ilrofje Hamburger Straße 27 nnd Diertstag nnd DvnnerS!»rg, 17.Ö0 bis 18.30 Uhr. Schule Klopstockstraße 56. - Der 11 n t e r r i cU t findet in jeder Klasse zweimal wöchemstch je ein-- einhalb Stunden statt. Schulgeld 2 fl,SW monatlich, für Jugendliche bis zn 20 Jahren nnd Erwerbslose 1 monatlich. -• ' : •;

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