Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 36 (6.9.1934)
- Date
- 1934-09-06
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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^3 o Sonderbeilcrge -er L.'V.'Ztg. Hr. 36 vom6.Sepr.I9Zs- Jsmar Elbogen zum 60. Geburtstag gewidmet itsn, W7. crz? ■;) :iz! i* ii'icn ’O r W jti'-r'.l | 55 « . SeHzigjährigen, dem die jüdische Wissenschaft Dienst am lebendigen Judentum ist, weiß die L.-V.-Zeitung < 2 »«sfrsT **** ^”nvo^crc Ehrung, als feine Schüler und Mitarbeiter vor dem deutschen Judentum aussagen zu lassen, wie sie "»-3 a UW ^ttfö*ben ihrer Wissenschaft empfinden. Die L.'V'seirung beabsichtigt, nach dieser ersten, aus besonders festlichen: ^geschaffenen wrssenschaftLrchen Beilage in zunächst unregelmäßigen Abständen ihren Lesern Ln Darstellungen erster Sachkenner en ge^am^n m re^s wrssenschaftlicher Forschung — Philosophie, Vlacurwissenschaft, Medizin, Wirtschaftswissenschaft, um einige :u nennen - ausbreiten zu lassen. Schriftleitüng der L.-v.-Zeitung. / Von Fritz Bamberger Man ist in unserer Zeit in weiten Kreisen der Wissenschaft überdrüssig geworden. Wie einst Hegel findet man, daß die Eule der Minerva, der Göttin der Weisheit, erst mit der ciubrechcnden Dämmerung ihren Flug beginnt, und man wirft der Wissenschaft überhaupt vor, was der große deutsche Denker von der Philosophie gesagt hat: daß eine Gestalt des Lebens alt geworden fei, wenn sie ihr Werk beginne, und daß mit ihren Farben Krau in Grau das Leben sich nicht verjüngen, sondern nur erkennen lasse. Mit diesem Argument wird aus einer eingeschränkten Stellung zur theoretischen Wissenschaft radikale Feindsehaft, die ihr allen 2iim und jeden Wert für das anfbaucnde und tätige Leben abspricht und sie als Altväterhausrat oder als Lurus beiseite schiebt. In einer Zeit, die solcher wissenschaftsfeindlicher Stimmungen voll ist, feiert Professor Jsmar Elbogen, Dozent an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, seinen sechzigsten Geburtstag. Und die ganze jüdische Welt, weit über die wissenschaftliche, die sich ihm in Wesentlichem verpflichtet fühlt, hinaus, dankt dem Gelehrten für feine Leistung und sein Wirken. Es ist tröstlich und beglückend. bei solchem freudigen Anlaß bestätigt zu sehen, daß die jüdische Gegenwart sich der jüdischen Wissenschaft lebensvoll verbunden jüült. Dieie Verbundenheit ist der Wissenschaft des Judentums mitgegeben worden, als üttn sie begründere. Sie ist nicht immer in chichem Maße vorhanden und in gleichem Äche sichtbar gewesen. Elbogen hat sie nach r///cr Zeit des Niedergangs neu angestrebt und in sich selbst dargestellt. Als vor mehr als hundert Jahren junge Männer, Zunz und fein Kreis, sich zur Begründung einer Wissenschaft des Judentums zusammentaten, war freilich eine Zeit alt geworden. Aber zur Wissenschaft kamen sie, weil sie im Bann einer neuen Epoche und ihrer Lehre standen, hingerissen von den Möglichleiten, die sie in sich faßte. Tie verwirrende Neuheit verschlug ihnen oft den Atem, und stärker, als es uns heute richtig scheint, hoben ne ihre Gegenwart von der Zeit ab, die hinter ihnen lag. ^ie fühlten sich als die Fahnenträger einer neuen jüdischen Epoche, und eben ihr sollte die Wissenschaft des Judentums Kern-' und Instrument sein. Von der wissenftlichen Erfassung der Vergangenheit erhofften sie die Bildung und Sicherung der neuen Form ihrer jüdischen Wirklichkeit. Aber dem Kreis des „Vereins für Enltur und Wissenschaft der Inden" und der von ihm begründeten Zeitschrift blieb nur Zunz übrig. In monumentalen Werken hat er die Fundamente der Wissenschaft selbst gelegt. Aber die Ideen, die ihm in der Frühzeit dazu den ersten Impetus gegeben hatten, wurden immer mehr durch tabellarisch-philologische Neigungen zurückgedrängt. Sie wurden von anderen erfaßt: Krochmal schrieb für die in der Zeit Verirrten, Abraham Geiger ist lange um die Vereinigung von „Wissenschaft. und Leben" bemüht, und Frankel fordert bei der Begründung seiner Monatsschrift: „Ohne Wissenschaft kein Judentum." Tie Forderung blieb lebendig, aber der Verfall trat ein, weil man mehr unb mehr die Wirklichkeit verfehlte, der sich die Wissenschaft verbinden sollte. Blau vergaß, daß cs die ganze fein sollte, oder man verstand es nicht, sie zu erfassen. Und so erscheint als Kontrahent der Wissenschaft der immer schmaler werdende Baum des religiösen Gefühls und der relrgiöfen Observanz. Das ist eine Erscheinung auch außerhalb des Judentums, die allgemeinere Ursachen hat. Ein so wichtiger und immer mächtiger werdender Bereich wie die Wirtschaft entglitt; dsis Praktische, Alltägliche mit ihr. Tue jüdische Wissenschaft wurde weltfremd — oder erbaulich und an die Pietät appellierend. Weltfremd nicht deshalb, weil sie sich um abgelegene Einzelsorschung mehr als früher bemüht hätte. Wissenschaft ist nicht dann wirklichkeitsnah, wenn sie offensichtlich aktuell sit oder ohne Mühe auch für den Mann auf der Straße 311 begreifen ist. Sie ist es dann. Wenn sie in ihrem Gesamtbestand und ihrer Jielgebnng die Richtung auf die ganze lebensvolle Wirklichkeit nimmt. Die aber faßte die lüdische Wissenschaft zu Ende des Jahrhunderts nicht mehr. Ihre Institutionen bekamen das zu spüren. Sie verloren an Ansehen und Dignität und rückten aus der Mitte an die Peripherie. Die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin, die zu Beginn der 70er Jahre von Männern begründet worden .war, die noch die große Tradition mitbrachten, war iim die Jahrhundertwende eine Anstalt ziir Ausbildung von Theologen, mit der keiner zufrieden war. Ter Schaden, der sich eingesressen hatte, war an sich kein bloß personeller; auch Gelehrte, die in der großen Wissenschaft einen bedeutenden Namen hatten, vermochten nichts zu ändern. Die damaligen Besucher der Lehranstalt erzählen gern und haben, der eine oder der andere, bei Gelegenheit auch darüber geschrieben, wie die Situation sich änderte, als man den jungen Elbogen als Dozenten berief. Wie sich ganz äußerlich schon die Starre auflöste und Bewegung entstand. Wir sind heute von dem Beginn des Krieges und damit dem Ende stabiler Entwicklung schon wieder soweit entfernt, daß uns die Spanne von der Jahrhundertwende bis dahin gering erscheint. In dieser Zeit wurde organisiert, die dürre Leistung bekam wieder Fülle, die Zahl der an der Wissenschaft Arbeitenden wuchs. Fette Jahre hat es nie gegeben, aber die Wissenschaft kam aus dem Aschcnbrödclstadium heraus. Sie bekam damals und dann in den Jahren nach dem Kriege wieder Reputation. Sie war etwas, und man verstand ihre Funktionen. Das jüdische Leben wurde reger und voller, angeregt durch die Wissenschaft und sie selbst wieder befruchtend. Und als dann im vorigen Jahre die nmstürzenden Ereignisse von allen Institutionen Bewährung forderten und ihnen die Pflicht tiefdringender Ueberprüsting auserlegte, da bestand die Wissenschaft des Judentums. In einem Sinn, den darzulegen hier nicht Raum und Gelegenheit ist, stand sie bereit, dem Lernen zu" dienen, aus dessen Einsichten und eigenständigem Wert sich Besinnung und Neuaufbau der jüdischen Wirklichkeit in Deutschland formen sollen. Von dieser Entwicklung geht ein großes Stück auf die Leistung und die Wirkung Jsmar Elbogens zurück. Uud eben dazu beglückwünscht ihn die deutsche Judenheit und das Judentum der Welt. Es ist die Leistung zunächst einmal durch sein eigenes wissenschaftliches Werk. Hermann Eohen hat anläßlich der 100. Wiederkehr des Geburtstages von Graetz gezeigt, wie weit gespannt der Nahmen für den jüdischen Historiker ist, und wie cs kaum anders möglich sei, als daß der jüdische Historiker, der nicht bei der ganz beschränkten Einzelausgabe bleibt. Univcrsalhistoriker sein müsse. Elbogen hat diese Forderung mehr als erfüllt, und wie er seine wissenschaftliche Laufbahn mit einer philosophischen Arbeit crösfnete, so hat er auch wieder den Umkreis seiner Forschung über das Historische hinaus erweitert. Tie jüdische Wirklichkeit wird in ihrer ganzen Breite und Tiefe durch alle Zeiten und in allen Formen ihrer Erscheinung erfaßt. Nichts bleibt vereinzelt, und jede Einzeluntersuchung wahrt die Ueberzeugung, daß ihr Gegenstand ein Airsschnitt sei, der sich organisch in ein Ganzes einstigen kann. Die abstrakte Lehre wird hineingestellt in ihre Zeit und in die Umstände, arrs denen sie verständlich wird. Eine vorgängige Einsicht in alle Verbindungen scheint vorhanden zu sein, die leicht das schwer Ucberschaubare ordnet und das Komplexe mit bewundernswerter Einfachheit auscinanderlcgt. Die Kunst in der Arisbreitnng des Stoffes selbst wird begleitet von der Fähigkeit, anszuwerten und weiterzusührcn, was in anderen Zusammenhängen und zu anderem Behuf herausgebracht wurde. Elbogen hat sich in der wissenschaftlichen Arbeit bewußter als viele andere in die Tradition der Forschung hineingestellt. Wie in seiner berühmten Geschichte des jüdischen Gottesdienstes sich die von Grund ans erarbeiteten neuen Erkenntnisse mit den Ergebnissen des ganz anders arbeitenden Zunz verbinden, ohne daß ein Bruch sichtbar ist, das ist mit ebensolcher Selbstverständlichkeit gefügt wie in anderen Schriften die Verbindung mit der apologetischen Absicht. Jeder Versuch einer Charakteristik des Werks, ob man sie vom Inhalt oder von seiner Form ans versucht, führt immer wieder von ihm zu dem Mann selbst, der hinter ihm steht nnd seiner Art. Und von da erst bekommt das Werk nnd die von ihm ausgehende Leistung ihren eigentlichen Sinn. Wie immer Elbogen auch erscheint, als Lehrer, als Vortragender, als Dcbatter, als Verhandelnder oder als geselliger ALensch, es ist immer das eine Phänomen, das frappiert, nnd die eine Anlage, von der aus alle Ausbesserungen ihre Form hernehmcn: die Verbindung von Einfachheit und Fülle. Wenn man dem Wort den schlechten Beigeschmack nimmt, den es heute bekommen hat, darf man wohl auch sagen: cs ist eine großartige Fähigkeit zu organisieren. Das heißt: eine große Mannigfaltigkeit überschaubar machen, auseinandersallende Stücke zu einem sinnvollen Ganzen zusammentun. dort ansetzen, wo sich mit kleinstem Aufwand die beste Leistung erzielen läßt, klar gliedern, spüren, wo etwas schwach ist nnd wo also nachgehvlsen werden muß. Ob es sich um Wissenschaft oder Verwaltung, um Forschung oder Lehre handelt, immer steht dann zum Schluß ein Ganzes lebensvoll da. Nichts ist zu viel nnd nichts zu wenig. Das frappanteste Beispiel dafür ist die Elbogenschc Art, zu reden und zu schreiben. Er tut das in einer sehr sparsamen Sprache, die es mit manchmal fast kargen Mitteln versteht, die Dinge bildhaft und nah vollkommen hinzustellen. Man vermißt vielleicht einmal die füllenden Epitheta nnd wird dann doch gleich wieder seststellcn können, daß sie zum Begriff oder zu der zu vermittelnden Anschauung nichts hinzntun könnten. Eine vielleicht von ihm selbst empfundene Verwandtschaft verbindet Elbogen in dieser Art mit einem der ganz Großen in Israel, mit Raschst dem mittelalterlichen Erklärer von Talmud und Bibel. Wenn Elbogen uns in seinen talmudischen Hebungen immer wieder aus Rasch; hinwies, dessen Klarheit uns offensichtlich machte und nie müde wurde, dessen Genialität zu loben, die Schwierigkeiten in der naivsten Weise zu sehen und zu ihrer Behebung den gesunden Menschenverstand weitgehend hcranzuziehcn, wenn er die überlegte Oekonomik von Raschis Kommentaren pries, daun fühlte man in der Vertiefung in diese Vergangenheit die Ausrichtung nach dem großen Vorbild. . Was sonst zu Elbogens Art gesagt werden könnte, schließt sich leicht und fast selbstverständlich an diese Grundeigenschast an. Gerade weil die Fülle des Wissens und der Fakten große Linie und Einfachheit nicht stört, hat seine Art und Meinung eine Ausgcgtichcnhcit und Sicherheit, die nie in Gefahr kommt, ins Extreme zu geraten. Wo ein Standpunkt, rechts oder links, zu sehr betont wird, wird Elbogen gern ans Leidenschaft und Trieb opponieren. Aber ein solcher Protest ist nicht seine Lanze Meinung: zwischen dem bekämpften Standpunkt nnd der eigenen scharfen Opposition wird er immer in die natürliche Mittellage eines vernünftigen Ausgleichs znrückkchrcn. Fügt man zu alldem Iniijii, daß praktische Menschenkenntnis, sachliche Entschiedenheit, Kenntnis der Welt und Versiertheit auch in abgelegenen und technischen Dingen sich solcher Art angliedern, dann versteht man alle seine Möglichkeiten und weiß, warum eine solche Natur importiert. Iinponicrt als ein all-round-m:m, dem das persönliche Zutrauen, das; jede Sache bei ihm guü aufgehoben ist, die Fülle der Aemter mrd Ausgaben in die Hand gegeberr hat. Das; er die ganze Welt kennt und sie nie aus den Augen ließ, daß er mit jedem iu seiner Sprache sprechen konnte, das hat ihn; die persönliche Wertschätzung aller Kreise eingetragen, die dem von ihm Betreuten zugute gekommen iü. Rächt zuletzt der Wissenschaft des Inden trnns. Daß ein Wissenschaftler sich so gut mir allen Realitäten stand, das ist der Wissenschnst selbst uud ilirem Anseheu gutgeschricben worden. Bei der Feier seines ."><>. Geburtstages konnte ein Freund, der aus dein Ausland kam, erzählen, daß mau dort in einem frage: Was macht die jüdische Wissenschaft iu Deutschland nnd roie gehr es Professor Ellbogen? Er selbst, der der jüdischen Wissenschaft in Deutschland ihren heutigen Platz iu führender Stelle mitschuf, indem er die Ausgabe, die sie hatte, selbst repräsentierte, hat sich auch um die theoretische Festlegung ihrer Ausgabe bemüht, nnd es scheint eine Bestätigung unserer Auffassung von seiner Leistung zu sein, wenn wir selten, wie gern der Historiker Elbogen auch der Historiker der Wissenschaft des Judentums war. Die Wissenschaft vom lebendigen im Strom der Entwicklung stehenden Judentum als soziologische und geschichtliche Einheit hat er sie genannt. Wir wünschen uns, mit Jsmar Elbogen lange noch an dieser, von ihm so bestimmten Ausgabe zusammen arbeiten zu dürfen. Mors Von VtJap Wiener-Berlin In unserer Vergangenheit läßt sich innerhalb mehrerer begrenzter, aber nicht miteinander in Zusammenhang stehenden Zcitstrecken von einer Philosophie des Judentums reden. Jedesmal war es das Bedürfnis, das. was man als die eigene religiöse Wahrheit empfand, was die Offenbarung oder die mit ihr praktisch den gleichen Rang bekleidende Tradition vermittelte, vor der Nch unwiderstchlich geltend machenden Weisheit der Umwelt zu rechtfertigen, was die philosophische Erörterung befruchtete oder erst ins Leben rief. Und so mußte auch diese Umwelt ihre Forschuugsmethoden und Erkenntnismittel in weitem Umfange zur Verfügung stellen, damit Inden über die jüdische Wahrheit philosophieren konnten. Auf diese Weise wurde für das Judentum Philosophie ein wichtiges Tor. durch das man zur Welt der anderen hinschritt, wenn nicht gar die Einsallspsorte fremden Geistes, der sich dem eigenen aufpfropste. Eingeborenes nnd Fernes mischte sich so in mannigfacher Dosierung. In Philo von Alexandrien, dessen Judentum noch nicht die Prägung durch das talmudische Gesetz erfahren hatte, überwog das Interesse an griechischem Geistesgut, dem er das jüdische zu amalgamieren strebte; er wurde dadurch Mittler zwischen dem Gottesgedankcn seines Volkes und der spätantikchristlichcn Metaphysik. Als im Mittelalter das Judentum um seine geistige Selbstbehauptung gegenüber Christentum und hauptsächlich Islam kämpfte, da erstand jene klassische Rcligionsphilosophie, die je nach den Zcitströmungcn den islamischen Kalam oder das neuplatonische System oder den arabisierten Aristoteles sich zum Führer erkor. In Gestalten wie Saadia, Eabirol. Monmonides suchte und fand das jüdische Bewußtsein den Weg die eigenen Probleme im Lichte der damals herrschenden religiösen Einheitsknltur auszubreiten. Gegenüber dieser um eine universale Wahrheit ringenden Strömung gerieten die, welche wie Jehnda Halevi die Einzigartigkeit der angestammten Religion vor allein sahen ins Hintertreffen. Aehnlich wie in der klassischen Zeit der mittelalterlichen Spekulation entfalteten sich im Deutschland des 10. Jahrhunderts unter der Sonne der Kantischen Lehre nnd der von dieser ausgehenden 'Systeme Gedankengebäude, welche das Judentum aus eine moderne Formel zu bringen suchten: in Hermann E v hen fanden diese Versuche ihren letzten Ausdruck. Das Gemeinsame aller dieser Bestrebungen beruht darin, zu zeigen, wie im Gehalt des eigenen Denkens die Wahrheit schlechthin — die eine für alle — gegründet liege. Die Philosophie ist so wesenhaft universalistisch. Es kommt ihr weniger daraus an. sich dcs Bcsondercn der eigenen jüdische:; Anschauungen zu vergewissern und diese durch das Denken deutlich, gleichsam transparent zu machen; sondern sie geht vom Begriff allgemeingültiger Wahrheit und Vernunft aus, um an ihnen die Aussagen des eigenen Geistes zu messen. Sie ist' rationalistisch in dem Sinn, daß sie die Offenbarung Gotte" als die Offenbarung der Ratio schlechthin anszuwcisen sucht. Und so müssen in der Tat die hier genannten Vertreter und die Fülle derer, die ihnen folgen, mit der oben berührten Ausnahme Jehnda Halevis als Vorkämpfer des weltanschaulichen Univcrsalismus im Judentum charakterisiert werden. Das konnte auch gar nicht anders sein. - solange man das Phänomen Judentum eben