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Central-Verein-Zeitung · 1934-08-30 · 35 (30.8.1934) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
35 (30.8.1934)
Date
1934-08-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sept. 1934 Elul 5694 1. Sonnabend 21. Wochenabschnitt: K lSsowau 5. B.M.20-29,8 Haftara: Jes. 60 Pirke Owauss III, IV - Beginn der Slichauss-Tage 8. Sonnabend 28. Wochenabschnitt : Nizzowim 5. B. M. 29,0-30,20 Haltara: Jes. 61,io-63,g Pirke Owauss V, VI S. Sonntag 29. Erew Rausch Haschonoh Tischri 5695 10. Montag 1. 1. Tag Rausch Haschonoh 11. Dienstag 2. 2. Tag Rausch Haschonoh 12. Mittwoch 3. Pasten Gcdalja 15. Sonnabend 6. Wochenabschnitt: Wajelcch 5. B. .V,. 31 Hattara: Jes. 55,0-56,8 18. Dienstag 9. Erew Jaum Kippur 19. Mittwoch 10. Jaum Kippur 22. Sonnabend 13. Wochenabschnitt: Ila’asinu 5. B. M. 32 Hattara Hos. 14, 2-10; Joel 2 23. Sonntag 14. Erew Sukkauss 24. Montag 15. 1. Tag Sukkauss 25. Dienstag 16. 2. Tag Sukkauss 23. Sonnabend 20. Schabbath Chaul Hamaued Thoravorlcsung: 2. B. M.33v 12-34, 22: 3. B.M. 23,42-44 Haftara 1. B. Kön. 8,22-44 39. Sonntag 21. Hoschano Rabbo der großen Beteiligung nicht zu Ende geführt werdcn lvnnte. I}nttc in feinen erften beiben Wetlbcioerbcn gm:,] oiiÄgc.jcicI)nett’5 '.'Jütte rin I und bornoruigcnbc Eciftimgen gezeigt. So liefen Zum Be:- fniel 16jährige Acäde! Me 7Ö?Jicter in 10.6 Sek., injährige jungen die gleiche Strecke in 9,6 Sek., und im Schlngballweilwurs wurde» Weiten bis zu 71 bleiern erzielt. '.'Inch in den Spielen, die eine ganz hervorragende Besetzung gefunden hatten, wurde hart und mit nur knappen Entscheidungen um den Sieg gekämpft. ,,\m Faustballspiel der Werkgruppen siegte die Manw'chast von Norden 1 gegen Walensee, im Vbttcrballspicl der 'Männer Norden II, der Frauen Gesundbrunnen rind im Spiel der Jungen der M Zug. Ta- Endspiel im Handball, für das sich die Mannschaften von worden I und Schöneberg- Halenice aualifi,ziert hatten, mußte infolge eintretender Dunkelheit a'.if einen späteren Termin derschoben werden. F. Das Lportscst deS Rcichsansschiksscs. In dem Bericht der E.-B.-Zeitung in der vorigen Woche war übersehen worden, das; in der' obersten Sportleitung neben Brodnitz. Sommerfeld und Friedmann auch der Makkabimann Lew i s oh n mitwirkte. Bei den Deutschen Makkabi-Meisterschasten am 2 September in Berlin lverden u. a. Orgler «Wuppertal ', Sternlieb (BreslauLved (Düsseldorf) und die Berliner Ottimpia-Kuriislen Schattmann. Herznein und Ansrichtig miN'pielen. Unter den Frauen darl man besonders aus das Zusammentreüen der bisher unbekannten Kendstorra (Hamburg) rrnd X'ccfct (.Uoln) gespannt sein. SttHner Sp'ort»l8emelnschast 1038 Im* Lp'ortbund' de* RjF. Bom 1. bi* 8. September findet auf den Blähen der T e n n t « a b t e i l u n g, Kcüserallee öl/52. das diesjährige Herbstturnier um die Klub» Meisterschaft statt. Tie Meldungen sind bereits sehr zahlreich. Trums-Club Aaiserallre, Berlin. Zu dem internen Turnier, das vom 29. August bis fl. September auf der Kludanlage Berlin-WilmerSdorf, Kaiserallee 49/50, skgttfindet, sind etwa 100 Nennungen eiligegangen. Allein vier jüdische Spieler der früheren ersten Berliner Derbandsklafse nehmen an den Kämpfen teil. _ Zehn Fahre Breslauer Gemeinde-Archiv Im August 1924 wurde das Archiv der Synagogengemeinde Breslau eröffnet. Sein Begründer lind Leiter, der dlirch zahlreiche Wissenschaft, liche Arbeiten aus dem Gebiete der posener und schlesischen Heimat- und Familiengeschichte ibekannte Rabbiner Tr. A. Heppner, versuchte von vornherein das Archiv über die Breslauer Gemeinde hinaus zu crlveitern. Hatten zunächst nur die Akten lind Archivalien der Synagogengemeinde Breslan. ihrer Bereine und Organisationen gesammelt werden können. so gelang es Tr. Heppner schon nach wenigeil Jahren, die Akten'nnd Tokiimcnte einiger Provinzgemeinden Schlesiens, z. B. der Gelneinden Brieg. Ncumnrlt. Lols nnd der besonders wichtigen Gemeinde Glogau zu erfassen. Im vergangenen Jahre übergaben viele andere Provinzgemeinden, darnnier Neust, Schweidnitz. Städtcl. Striegan nnd Waldenbnrg ihre nicht mehr benutzten Akten nild Archivälicn dem Breslaner Archiv. Außerdem erhielt das Archiv viele Einzcldoknmente zur Allgemcingeschichte und zur Familiengeschichte der Nistestscheu Inden nnd der ^Gemeinden der ehemaligen Provinz Posen. Sv ist das Breslaner Gemeindearchiv allmählich zu einem Provinzialarchiv herangewachscn. Bon besonderer Bedentnng ist, das; cs außer der vorhandenen Staatsbürgerliste der schlesischen Inden von 1812 kürzlich noch die Abschriften der Staatsbürgerlisten der weslprenßischen Juden vom Jahre 1812 und der naturalisierten Juden des Grvßherzogtnms Posen vom Jahre 1836 erlverben konnte. Tas Archiv ist also jetzt beispielsweise in der Lage, bei den Familien, die 1812 in Schlesien oder Westprcnßen. bzw. 1836 in der Provinz Posen gewohnt haben, festznstelleil. ob sie damals die preußische Staatsbürgerschaft erlvvrben haben nnd ob die Familie damals überhaupt schon in einer der drei Provinzen gelebt hat. Tie vergangenen Monate brachten dem Breslaner Archiv einen Ansturm von Fragen, die ginn großen Teil erledigt werden konnten. Rabbiner Tr. Heppner und sein langjähriger Assistent, der auch bereits durch eine Reihe jüdisch-geschichtlicher Arbeiten hervorgctretene junge Rabbiner Bernhard Brilling, haben den größten Teil der Archivalien im Archiv wohl deponiert. Leider zwang der Ranmmailget, einen Teil anderweitig an sicherer Stelle zn magazinieren. Kataloge nnd Rachschlagcregistcr werten auch den Inhalt dieser Bestände ans. In mühevoller Arbeit wurde hier eine Sammlung geschaffen, die eine Fundgrübe für die Geschichte der ostdeutschen Juden geworden ist. _ Schw. ElhuiungSkurlus für WMahkiSvsleger Die Zentralwohlfahrts stelle der deutschen Inden (Berlin-Lhirrloftenburg. Kant-, strafte 155) veranstaltet in der Zeit vom 3. Oktober bis 3. November einen Schulungskurs für Wohlfahrtspflege, auf den wir schon in Nr. 31 der „C.'B.-Zeitung" vom 2. August kurz hinlviesen. Ter Preis für Wohnung nnd Vorpslegung für die Dauer des Kursus beträgt 60.— RM. der Preis für den Kursus selbst 30,— NM. lieber den Lehrplan des Kursus gibt folgende Ucbersicht Auskunft: A. Allgemeines I JudentumSkunde: 1. Die seistiacn S römungen im bcütfdicn Judentum (Otto Hirsch). L. Einführung in die jüdische Geschichte (Ernst «srmvn). II. Grundlagen der jüdischen Sazialarbeit: 1. Grundlagen, Ausbau und Probleme der Wohl ahrtspflcae (Friedrick -Ollendors). 2. Grimdlagcn, Ansbau?md°PWn» >-r jüdischen SozialpolitikttAlar Kreutzberaer) 3. Soziale nnd sozialvsvclmlvgische Struktur des jüdischen Hilfsbedürstigen — Mllicnkiinde (Georg Lnbinski). 4. Fragen der Mittclbeschaffuna (^rcedrich Lorchardt. ■ Arthur Lilienthal). 5. Bcrnsttche 'und ehrenamtliche Arbeit (Paul Eppstem). III 'jüdisches Bildungsivesen: 1. Grundlagen. Ausbau und Probleme der ErwachstnenbNdung (Paul Eppstein). 2. c-chnlbrldung (Adolf trcsch- B. VcscmdcrcS I Wohlfahrtspflege: l. Wohlfahrtspflege mit Berücksichtigung der Fragen des Er'.henzmnnmums und der .vaushattssühruug der .hilfsbedürftigen in Klenigeineinben ^Gertrud Blank': rn Großgemeindcn lAbelheit Leöv>. 2. Iugendwohlfahrt (Friedrich Brodnitz). Boraussetzungen ,-vannah Karminski'. Maßnahmen (Bella Schlesinger'. 3. Gesundheitsfürsorge einschl. Erholnngsfursorge (Erich Leliguiann. Gustav Tugendreich'. Gesetzliche Grundlagen der Gesnicbbeitsiürsorge (Walter Lustig). 1. AnstaUswesen itchich Settgmaun'. Fürsorge sür Nervöse und 6'eistcskranke (Btto Inlinsburger). 11. Auswanderung. Rückwanderung und Bnrneinvanderung: Auswanderung ('Mark 29ischnitzcr>. Rückwanderung, Binnenwanderung (S. Adler- Rudel). J11. Wirtschaftshilfe: 1. Sie Wirtschaftslage der deutschen Inden «Evra Berliner,. 2. Wirtschafts¬ und Kredit Hilst'. (Paul Eppstein). 3. Arbeitsrecht (Georg Flatvw). 4. Arbeitsnachweise (Gertrud Prvchownikl. 5. Berufsberatung (Lucio Zobel). Berufsausbildung (Georg Lnbinski). 6. Selbsthilfe der freien Berufe (Fritz Aron). IV. Palästina im Rahmen der Sozialpolitik: Zertifikatswanderung (Alerander Adler'. Berufliche Einordnung (Walter Tempel). Jugend- - 'Alijah (Mordechai Schattner). V. Fürfvrgerecht nnd Organisation der öffentlichen Wohlfahrtspflege für Nichtwohlfohrtspfleger (Fritz Wittelshöfer). V!. Llusländerrecht: Aufenthalt, Ausweisung. Arbeitserlaubnis, öffentliche Unterstützung (Fritz Wittelshöfer). VII. Jüdische Organisationsformcn (Eora Ber- Die Selbsthilstgruppe jüdischer Körperbehinderter in Deutschland, Ortsgruppe Berlin, hat ihre nächste Versammlung am t. September, 19)/. Uhr, im Verwaltungsgebäude der Jüdischen Geiueinde. X 2-1. Oranienburger Straße 29. ..Rechtsfragen deS täglichen Lebens" ist bas Thema des Vortrages. Sie Beratungsstelle, die nicht mir den 'Mitgliedern. sondern allen nichtarischen Körperbehinderten und deren Angehörigen zur Verfügung steht, erteilt Auskünfte gern und kostenfrei in allen mit den Behinderungen verbundenen Fragen. Sprechstunden: Biontags. 11 bis 13 llbe, oder nach Verenwaruug mit dem Vorsitzenden. HanS I. He))inann. Berlin XW 87, Tile-Wardenberg-Straße 10, Parterre (Tel.: C 9 Tiergarten 1305). In der Frankfurter Ortsgruppe der Körper- und Sehbehinderten fand kürzlich die erste Aiitgtiederpersaurinluug statt. Nächste Zusammenkunft: 4. Septeinber, 20 Uhr, Turnsaal Bleichstraße 8. Rat und Hilfe in der Geschäftsstelle, Frankfurt a. M., Bleichstraße 8 (Tel.: 23912). Das Gesundheitsamt der Jüdischen Gemeinde Berlin teilt mit: Auch im Wintersemester 1934'35 werden Gesundheitsamt und Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde in Verbindung mit den mit ihnen zusammen arbeitenden gesundheitlichen Institutionen Fortbildungskurse für jüdische Aerzte veranstalten. Bei dem großen Interesse, das diese Veranstaltungen im vergangenen Semester bei der Aerzteschast fanden, bitten wir die jüdischen Kollegen, rechtzeitig vom Sekretariat des Krankenhauses. Berlin X' 63. Ererzierstraße 11a, Programme anziisordern und sich daun in die Teilnelunerliste einzntragen. Sie wissenschaftlichen lAbende beginnen im Oktober. Ser erste Abend wird am 9. Oktober, 20'\: lU)r; stattsinden; die weiteren Abende werden rcästzeitig bekanntgegeben. k e n^h a u s c ü Berlin. Pnvatbvzent Tr Silderberg, 'st als Professor für orperiimn! Pathologie an die Salhouste-Universität in (Kanada) berufen wvrden. Tie bobm-ri'*?v?r' gewordene Stelle soll bald wieder mit ' pathologischen Ana t o m e n besetzt JJk,!;1 der sowohl' aus dem (vebiete der Analomio Histologie wie aus dein der BaUcriolo.ne cria'r nnd gleichzeitig bechhigt ist. sich an berßoi'tz.-.i^' lichen Aus- und Weitcrbilbnng jiingecer "le'x'it vJi Mediziualpraktikanten zn beteiligen. jj, ' “ h n ii g e u bis zum 20. September an die 7-rJn„' des Jüdischen Krankenhauses. Berlin X g:, (tvufiC JJ:*. __ ' - LSarnunsitn. W>ir Ijaben neiierb'mgs mir^ die Feststellung gemach!. daß Schwindler versuchen, Gelder sür bem Z.entralansschnß der dem'- scheu Inden für Hilw nnd Ausbau'z„ iommcln Wir iirachen daher wiederlwlt darauf animerliairr' daß sämtliche bereclstigle Werber des Zeulrala,,.-.! schusseS der deutschen Juden rin: Hilie und viufbau im Besitze eines von unserer Organisanon nnterschriedeneu Lichlbild -Ausweises 's,nd. E-, wird daher gebeten sich jeweils die Legitimation vorlegen zu lassen." — Tr. 'i.'lnr £ ••> b och „ Ul0r!l{ vor einem Schwindler, der nnler P.'ißbrai'ci, scuu-s Namens für sich oder andere 'Perionen betröge sainnrelt und fielt dabei besonder.' nu jiibifctjc Kreise zu wenden scheint. .-7 r; * ■* O r n ">A Berlin: 30. August, 20'/, Uhr: (öenn-indcadend. „Der Bcg zu« Judentum." Rcdncr: Nadvinrr Dr. Darschnner und?,, rckror Heinrich Stahl. (?>esiinac: Rlicc Geijenderg. Ober, kantor Leo ©oflcniii. V-n-ftärUer Chor der Ncncil Sunagogc unter Leitung von Dr. Oskar Guttmonn. 3tcye Synagoge. Oranienvurger S-rafic :>l>. 3. September: Die gilbifdjc Jugendhilse. BerU-agsabl-n!, über „Jngend-Rlch-ch". 1. September. 20'e Uhr: Jüdisches Brwerb'-.loscr.günsl. lerorchesler. Ropiiläre» Nonzeri. Leimng Vn>i2 Strang. Musiker.'.Zeslsäle, Berlin L-, Naiser-eeilhrlüi. Srratze 31. 3. September, 3>Z Uhr: Der Riisdildungs'ehrgana silr - jüdische ZÜndergärUiecinnen und Horuierinneni nni^.-.-. sei: Märcheiigarlen". Fehici'.dorf, Sven-Hedi:'.. 4. September, 15 bis 20 Uhr: Nl'nisilerhilse: ,,C"m Te,) für die jüdische Frau." Leiiui'.g Lucn Selber. Bcüdcr. vereittshc.us, Nurfürftol\ftva[}c 115:1 Ui. Wegen Erkrankung eines Q'-rarteUmitgliedes mufilr dic für Sonntag, den 2. September, seftgcsetztc Ärnold-Lchön. drrg.Frier auf Mittmoch. den 5. September, vcrlcgr werden. Karten behalten Eiiltigkcit. Jüdisches LchrhaiiS Berlin. Sie Bortragsreilie. die das Jüdische Lehrhaus veraustaUet. heistz: „Jüdische Gegenwart: Tradition nub Leben.' «&en ZMlllr» Bertbold Kadisch, Seniorchef der Firma Selmnr peil, hrun Bachs., Berlin, feierte am 20. Buaust seine» 1". '»r. burtsiag. De. (Vusiao Ä o c m p f r r (Oiu’ein». -.'iriiveif!:. laut der Iüdisciien Gemeinde, beging am 2". -llinruft feinen 70. cOebttrtätnfl. — R!ar S i ni o n (Rordhaiisen. Harz' t-nirn am 1. Septeniber 00 Jahre nN. — Emil Ziegel (flhtrnderg) vegehr a,a September sein 70. r'ebensjach-. - 5Za»tor Ignag Fa It. der viele Jahre an der TiergaUea. gemeinde in Berlin amtierte, ist nach langem, schwelen Leiden im 60. Lebensjahr gestorben. Dernhard FeUchenfeld (Aöln) Wieder hat der Tod eine Lücke in den Kreis unserer ältesten und getreuesten Freunde gerissen. Bernhard Feilchenseld ist nicht mehr. . Wir betrauern in ihm den Begründer und langjährigen Vorsitzenden unseres Landesverbandes Linksrhein. In stärkster Verbundenheit mit unseren Zielen hat Vernhard Feilchenseld unermüdlich für das deutsche Judentum geivirkt. Erst als stell die Beschwerden des Alters einstclltcli, z>vei Jahre nach der Feier seines 70. Geburtstages, trat er von der Leitmiii des Landesverbandes zurück. Er blieb uns abcr weiter der treue Freund, denen Rat wir iietü schätzten. Das Hin scheiden dieses vor!reii!ic!>e» Mannes wird nicht nur in Köln und im Rtzein-- land, sondern in weitesten Kreisen des deutschen Judentums Trauer nnd Teilnahme auslöseii. Wir lverden sein Andenken stets in Ehren batten. Ein Me Stuttgart, im August 1031. Ein Rückblick ans die Arbeit, die im vergangenen Jahr geleistet wurde, beweist die itziöglichleit wesentlichen Schasscus aus kulturellem Gebiet auch in den nicht ganz großen Gemeinden. Voranssetzniig ist. daß cs gelingt, alle befähigten Kräfte zur tzAitarbeit zu gewinnen und am rechten Platz cinznsetzcn. In Stuttgart sind das Jüdische Lehr Haus und die Stuttgarter Jüdische Kunstgernein- I cha st Träger der Arbeit. Durch gleict)e Leitung ist die Ecivähr dafür gchotcn, daß beide sachlich und organisatorisch eng Zusammenarbeiten. Tie Räume des Lchrhauses sind zugleich Jugendheim, nnd die enge Beziehung zur Jugend findet ihren Ausdrtick in gemcinsamcii tltztranstaltimgen: Kurse aus allen jüdischen Wissensgebieten. Lehrgänge sür Werkarbcit nirtr Gartenbau stehen jung und alt offen. Im Rahmen einer Vortragsreihe „Werdendes Judentum" horten wir Tr. Leo Da eck über „Lebensgestaltung". Professor Tr. Martin B u b e r über „Ter ehrfürchtige Rausch", Tr. Ernst Simon über ..Europäische Bildung und jüdisches Lernen". Diese Beranstaltimgen fanden die regste Beteiligung der Gemeinde. In Anlehnung an die Festzeiten wurden zusammen mit der Kunstgemeinschast Feiern deranstaltck. Tie sehönste war die Ehanukkaseier. an der 1500 Menschen aus allen Schichten und Kreisen ieilnahmen. Tiefe Fcierstuude war ein wirllrchcs Gemeinschastscrlebnis. Ein reizendes Kasperle- Theater zu Purim mußte zweimal wiederholt werden. Sein lustiger Text war ebenso wie die Handwerkliche Gestaltung eigene Arbeit. In der Kunst, gcmcinschast soll jede Art künstlerischer Betätigung ihre Stätte finden. Im Nstttelpmikt steht die Arbeit cirsts Singkreises und des Orchesters: angeschlosten ist eine Jugendstnggruppe mit Sprechchor, so daß zusammen über zweihundert Mitwirlende zur Ver. sügung stehen. Vor allem ist es der Leitung von Karl Adler zn danken, daß die Darbietungen eme künstlensckjc Höhe hatten, die auch ein aiispruch-.-- vollcs Publikum zusriedenstellen kann. Neben alten deutschen Meistern kamen auch Werke zeitgenössischer jüdischer Musiker zu Gehör, so von Zcitlin, Stutsck>ewsky. Rosoivsky, Kinkulliu. Frcnkcl, Sinzheimer und Rosy Geiger-Kullmann. Zur Alitwirkung ivaren zahlreiehe Solisten gewonnen: das Nlendelssohn-Triv (Leipzig) mit Hella E h i t r i k, einer überlegenen Pianistin, Leo Schwarz, einem vornehmen Geiger und Professor Afrcm Kinknlkin, einem Cellisten mit erstaunlich großem und schönem Ton. Mar 3! a y nt e r (Berlin) gefiel als Baritvnist voll ^dramatiseh''r Krast. Jubelnden Beifall erzielte der Nteistergeiger Ltesan Frenkcl lBerlin). Eine Veranstaltung eigener Prägung bildete ein Melodramen- und Arieiiabend. Franz O p p e n I) c t m c r (Mannheim) erwies sich als eindringlickjer Sprecher, die Sän« gerin Emimi L u ß h e i m c r Jose p h ttMannheim) gewann durch ihren kristallklaren Sopran. Kapellmeister Mar Sinz h c i m e r ^Mannheim) tvar nicht nur cin^ vortrefflich nütgestaltender Begleiter, sondern hatte auch als Komponist einer Bialik-Tichtung Wesentliches zn sagen. Harfenwerke mit und ohne Orchester wußte Else R y p i n - ski (Heilbronn) technisch und tonlich überzeugend zu gestalten. Ein Höhepunkt war die Kantate „Herr, wenn ich nur Tich habe" sür Chor, Orchester. Solostimmen und Harfe von Zachow. Max L i P - in a n n (Atannheim) mit strahlendem Tenor und der warme Alt Ernestine F ä r b e r - S t r a s s e r s (Stuttgart) fanden viel Beifall. Verdienstlich wirkten noch mit die einheimischen Kräfte Alice Schmu ckler-Heß, Charlotte M a s s e n b u r g, Poldy S p e r l in g. To n a t h und Fritz Rothschild. Hervorhebung verdient noch eine Ausstellung von Werken jüdischer bildender Künstler und Kunstgewerbler Württembergs. Veranstaltungen in Heilbronn und Göppingen fanden lebhaften Anklang. Karl Adler, der Leiter von Knnstgemcinschast und Lehrhaus, zugleich ein tätig mitschasscnder Künstler, hat es verstanden eine Basis zu schassen, aus der sich alle jüdischen weltanschaulichen Gruppen treffen, und mit ihnen wirkliches kulturelles Leben zu gestalten. R. 8. Neubesetzung fm „Sturm Im Wasserglas' Frau Jenny Schaffer hat die Nolle der Unlogik, Uebcrspanntheit und Albernheit. der kleinen, nach Großem und Hohem strebenden Frau des Verlegers übernommen. Sie spielt diese Rolle graziös nnd liebenswürdig. Sie ist verliebt nnd dumm, sentimental nnd pathetisch, aber sie ist so sninpathiich dumm, daß cs eine Freude macht, zuzusehen. Wenn sie der Freundin den bellenden Verlaus der Stadt- Versammlung schildert, so ist das ein kleines Jlleisterstück. Frau Jenny Schaffer trägt eine weißblonde Perücke, eine weiße wienerische Sprache, ein reizendes Temperament und erfreuliche Tistanz zu sich selbst. G. H. Vortragsabend Ludwig Sardt Ludivig Hardt gab im Beethoven-Saal für die Jüdische Altershilsc einen seiner Abende, in dessen Programm er seine Skala wieder einmal spannen konnte vom Erhabenen bis zum Harmlos- Heiteren. Er schöpft die Dichtungen ans." gedanklich und sprachlich jeden Buchstaben nützend, schließ, lich die Tinge auch, manchmal überspitzend bis an die Grenze des Erträglichen. Aber die kleinen llebertreibungen verzeiht man so gern einer Genialität, die die miansgesvrochenen Gefühle, alles zwischen den Zeilen Schwingende, so ausrüttclnd fühlbar inacht. Wie er in den Schauspieler-Porträts die Toten, PaUenbcrg. Oskar Sauer. Hans Pagay in Haltung, Stimme — ja Aussehen unheimlich lebendig macht! Oder ist er größer, wenn er den armen, geduckten jüdischen Milchhändler Tewje des Scholem Alejchem mit aller liebevollen Umständlichkeit die wunderbare Geschichte von seiner plötzlichen Errettung aus Not und Armut erzählen läßt? Oderftvenu er mit feierlicher Ergriffenheit den „König in Thule" spricht? Immer gibt es bei Lndrvig Hardt auch einen unbekannten literarischen Leckerbtssen. Diesmal war es eine Kritik von Ntatiyias Claudius, geschrieben nach der Erstausführung von Lessings „Minna von Barnhelm" in Form eines Briestvechsels zwischen Vater und Sohn. Immer ist ein Hnrdt-Abend ein starkes, ja ansrüttelndes Erlebnis. Er wurde bejubelt. L. B. öofevb Maul und Alice LachrnanM-Schaul Joseph Plant fesselte in einer Sondcrveranstaltnng des Kulturbundes sein Publikum mit vielen heiteren und auch einigen ernsteren Sachen. Er versteht cs. die kleinen nnd großen Schwächen und Lächerlichkeiten der Menschen bloßznlcgen nnd zu verspotten nnd in der Kunst der Nachahmung äußerer Vorgänge, in dem Erkennen innerer Regungen liegt ja das Wesen des Humors, der über den bloßen litt hinanszeR. So wurde an diesem Abend viel und tzerchli) gelacht und es fehlte auch nicht das gelegenitzäe Mitschwingen einer kleinen Wehunit (Fei? Reuter). Helene L a ch m a n s k i--S eh a u l bc! Heiteres aus musikalischem Gebiet. Zn iljron schlichten harmlosen Liedchen begleitet sic M selbst ain Klavier nnd verbindet die Stücke duch! Vtodulatipnen. Tann gab sie eine Vegleitunüll zii Bildern aus Büschs „Vlar nnd AlvritzR d:c ein Projektionsapparat ans die Leinnnnid umvu Tie Musik hat Ad. Lorenz nach -.Reledic!^ „Ton. Inan". „Walküre", „Lohengrin", .Teini' Häuser", „Freisckiütz" nsw. znsmmncngesrellt. Sbm fer als diese beiden ersten Nnnnnern. von denen die eine eher in den intimen zwanglosen Krc>-- gehört nnd bei der zlveiten die parodistisäE Acc' wendmig unserer setlönsten Atclodien bedentnR erscheint,^ wirkte die letzte Nummer, ui der Fron Lachmanski nur instrumental die Siimmnültzn Nnedcrgab, die in Busch-, köstlichem und mnelifiU' lidjcm Bilderbogen ..Ter Virtuos" aus dcc W>o waiid erschienen. Tic Vortragende hatte Musik selber ancinandergereiht. In dcn g^Vt Beifall, den diese originelle Darbietung anslo^. stimmen wir gern ein. Hier liegen Nröglrclikrckrb einer unterhaltenden, lustigen nnd doch di-ürc-- Kleinkunst. L. A. In der nächsten Anssübrnng de? Külturbundters „I in S p i e I der Sv m in e r I ü t t c“ „V.11* tlmr Schnitzler werden einige neue .fluiu? wirken: in der weiblichen Hauptrolle Jcnnv,^' i e r. die lange Iatzre au liewvnagcndcr dresdner Staatstheater tätig war, terner - Hertner. bisher an den Barnawslu-Bubn Stadttheater^ Bern nnd am Dresdner Albcu lcklleßttch Heinz F rieb e b e r ü. - .. Ista Grüning, der hier in einer Knabcinve erstenmal die a-ür die C b e t p cvftcnmnl die Bühne betritt. Für dic \ini) als Zwischcnfach-Sängerin und Ruth W v 1 s f r c i m, znlctzt am ^tadttbcat" wund. Als Sommernusklang iindct denuiac.> . Saal ein K 1 c i n k u n ü a b e n d halt. --E- >> sind Camilla S P i r a. Annemarie -ü a > c. ßct. Fritz E i-s e n b e r g. Stella Hob : ivinf. Aehnliä)e Veran'lattnngen lolgen dcs WiulerL. i i

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