Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 35 (30.8.1934)
- Date
- 1934-08-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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,£7 ©* hfiunnnnr 'Q / ..-.-/V J-'LA.K_ij ü v, Nr. 35 1# Dcib!aw Libclzitate liegen heute besonders nahe. Dielen geht es jetzt wie einst Heinrich H^me, erst in den Jahren seiner nicht mehr flCn Seiten sich bewicht wurde, was eigentlich das Luch der Bücher bedeutet. Und auch die viertausend Jahre jüdischer Geschichte laben wir wieder einmal entdeckt, mit ihrer Häufung geduldig getragenen Unglücks und licromi) abgcwchrteu Unrechts. Nicht allen freilich bekommt der ungewohnte starke Trank. Astr nur an Höhepunkten der Vergangenheit sich orientiert, verliert leicht den Maßstab sür die Wirklichkeit und verbittert die lastende, tastende Äühsal des Alltags. Unklare Barlachba-Stimmung und übersteigerte Empfindlichkeit gegen Taktfehler und Schwächen von Ä'itjuden sind nicht minder Zeichen von Unsicherheit, als die allzu beflissene Anpassung nii den Zwang der Umstände. Weder die übersichtige Jahrtausendperspektive noch die kurzsichnge Wochenschlußrechnung geben ohne weiteres äußere Haltung und inneren Halt. Tas braucht Zeit zum Wachsen und Werden. Heiner soll vom hohen Turm in eine reue Lage hineinzuspringenversuchen, sondern langsam sich hineinsinden, ohne Hast und Krampf, geduldig uud besonnen, wie der lti'.ngstreckcnschwimmer, der heftige Bewegungen vermeidet uud sich der Tragkraft des^Eleuicntv überläßt. c] dem Verhältnis zum Dolksbegriff' den' Weg der Bibel in der Weltkultur an der Veränderung de? Versuchungsgedankens von Hiob bis Faust und schließlichdie Arbeit der Neberseher und Kommentatoren an dem ersten Satz der Genesis. Auf diese Weise blieben die Teilnehmer nicht .passive Zuhörer, sondern sie arbeiteten zu einem erstaunlich großen Teil aktiv mit, sei es durch Uebernahme kurzer Referate, sei eS durch Beter.' l'gung^ an der Aussprache. Die Tatsache, daß man sich hierbei von den allerverschicdensten Ausgangspunkten her gegenseitig zu verstehen und von einander zu lernen versuchte, hat ebenso wie der Unrstand, daß es wirklich gelungen ist, eine große i^char von Menschen mitten in ihrem alltäglichen, sorgenvollen Leben geistig zu erfassen. diesen Versuch einer Lcrnwoche innerhalb' einer Provinzgemeinde, die zugleich Mittelpunkt eines dichten Kreises von kleinen und kleinsten Gemeinden ist, vollauf gerechtfertigt. Ans den Nachbargemeinden Kassels hatte nicht nur eine sehr beträchtliche Zahl von Lehrern und Jugendbundführern an den, allgemeinen Arbeitsgemeinschaften teilgenommcn und eine Fülle von Anregungen für ihre eigene mühevolle Bildnngsarbeit daraus gewonnen, sondern es war' auch ein besonderer Arbeitskreis sür die Bedürfnisse der hessischen Landgemeinden eingerichtet worden. Einen Tag hat Tr. Simon ganz den-Jugendliehen gewidmet, mit ihnen das wichtige Thema „Jugend und Tradition" besprochen und Musterheimalnmde über den Wocheuabschnitt und ein geschichtliches Thema abgehalten. An diesen An§- sprachen wie an den Arbeitsgemeinschaften haben ^8 alle Bünde Von der Reise zurück Habonim teilgex Tr. Simon besucht. Aus Kassel selbst 1).. . Menschen der verschiedenste?.^ T\ O i ZT *HDrMhiB Mbung und Einstellung an wmaffiB genommen. Daß es angesichts dn.,.^ uneinheitlich zusammengesetzten .'piu%173,74 Jungen ist, fruchtbare Arbeit zu Triften't—1-* lief) in allererster Linie dem hervorragendes^ liehen und pädagogischen Können Tr. SimA und seinem aufopfernden persönlichen Einsatz z>. danken, und cs wird setzt die Ausgabe sein, die durch ihn gegebenen Anregungen nicht mit der ersten Begeisterung verpuffen zu lassen, sondern in ruhiger Kleinarbeit sortzuführen. Oertruä Hallo. 7i[/Q(izrw iM}« Bas Sportiest des Bundes Beutsdk-Jüdi&dker Jugend f] o „ /r\' rn «fl i / (J o o o mm® BBzmMmi m b'nvachsencubildimg, jüdische Erwachscncnbil- bis vor kurzem den weitaus meisten Men° ßer. fremd klingende Worte ohne einen konkret Achclwaren Inhalt, sind uns in den letzten Keeatcn durch die Tätigkeit der von der Reichst-utrrtung gegründeten „Alittelstcllc sür jüdische Erechsencubildung" geläufige Begriffe gc- Äas aber bisher weitgehend noch fehlte, war t:c Auszcignng eines Weges, den der Turchs.chitt«mensch, dem Arbeit und Sorge des tägbu-cn Lebens nur eine beschränkte Freizeit für die Beschäftigung mit geistigen Dingen lassen, zur krrcichung dieses Zieles gehen kann. Deshalb bedient die „Mittelsteste". die ihre Ausgabe ja rn '.vesentfichen in der „Bildung der Bildner" licht, den wärmsten Dank, das; sie in der Zeit reni )2. bis 16. August in Kassel einen ersten '-Ersuch gemacht hat, eine ganze Provinzgcmeinde w ihren'. Durchschnitt zu erfassen, um dem „nnblllmntcn Juden" die auch ihm zugängliche Form Zdi'cher Bildnngsarlvit auszuzeigcn. Tic Lcrmvoche, die unter der hingebcnden J-iinng von Tr. Ernst Simo n stand, wurde t'röTfm't durch einen Bor trag ihres Leiters im Xidischen Kulturbund. Sie griff bewußt das in An vorjährigen Kulturbuudvorträgen von den bcrschiedcnsten Gesichtspunkten aus angeschnittene iüepe Thema vom „Weg der Bibel" wieder ans, '-nu cs in einer Reihe von Arbeitsgemeinschaften vertiefen und durch eigene Mitarbeit den Teil- Pbmcrn zu lebendigem Besitz zu machen. An eni anseiuandcrfolgcnden Abenden behandelte Lr. Timon zunächst die Prinzipien der jüdischen >Aschicht»darstellung an dem Beispiel des BcrbKtnisßs der wichtigsten jüdischen Historiker zu biblischen' Inhalten (wesentlich für Lehrer und .'Ngendsührer). Tann wurde die Rezeption der i-'dischen Bibel in Christentum, Islam und abendländischer Philosophie und Literatur in ihrer A-irlung ans die Bibel selbst sowohl wie ans die -N'nch'.nendcn besprochen und schließlich noch die lfrnwickkung untersucht, die die Auffassung des '-t-il'clivortcs in Ilcbersetznngcn und Kommentaren Xn der Septuaginta bis Buber-Nosenzwcig, von ^a'chi bis Jacob genommen hat. Tw Wichtige und Fruchtbare dieser Abende Ag darin, das;''Tr. Simon nicht in einem großen -'-ertrag allgemeine Gedanken als fertige Resnlletc vorlcgto, sondern das; er cs verstand, jeweils an einem konkreten, abgcgrenztcn Beispiel die Teilnehmer sie selbst erarbeiten zu lassen, also üwa die Prinzipien'der Gcschichtsdarstcllung an Es ist einer jener strahlenden Tage von durchscheinender Klarheit, wie sie nur die Zeit an'der Wende zwischen Sommer ruid Herbst zu schenken vermag. Tiefblau und wolkenlos steht der Himmel über Kiefern und märkischem Sand. Bewegtes Treiben herrscht auf dem Grunewald-Sportplatz in dieser Sonntagsfrühe, ein Treiben von ganz anderer Art als eine Woche zuvor. Hatten damals alle jüdischen Iugendbünde Berlins ihre Kräfte m dem vom Neichsausschnß veranstalteten Wettkampf gemessen, so ist es heute der Bund Deutsch-Jüdischer Jngend allein, der hier sein Sportfest feiert. Aber gleichwohl liegen Abglanz und Stimmung des vergangenen Sonntags über den Menschen, die ihrem noch jungen „Bund" unter schwierigsten sportlichen Verhältnissen so viele ehrenvolle Siege und einen Platz in der vordersten Reihe der Kämpfer sichern konnten. Heute geht cs um mehr als Sieg und sportliche Ehre, heute begeht der „Bund" sein erstes großes Berliner Tressen ans diesem Sportplatz zwisclM Wald und Sand. Tas gibt dem Tag sein Gepräge, das bestimmt seinen Ton und den Widerhall, den er in den Menschen findet. Wenn heute hart aus hart gekämpft wird, und im Stafsellauf die Läufer ihr Letztes geben, so wissen sie doch um die große Gemeinsamkeit, die da zwischen ihnen (A *f''t rv,;- 'V; -• ’ ' 5- '■ ' / - \ besteht, sodas; es Gegner und Sieger eigentlich nicht geben kann. Und vom frühen Morgen bis in die Abenddämmerung hinein, indie der Tag harmonisch ausklingt, ist dieses Spvrttrcssen des „Bundes" ein Fest der Kameradschaft, die hier junge und jüngste Bienschen mit Selbstverständlichreit üben, ohne viele Worte davon zu machen . . . Ter Morgen bringt die Vorkämpse. Noch gibt, cs keine anderen Zuschauer als ein Paar Freunde, die mit ansporiNndcn Zurufen das Spiel begleiten. Aber jeder tut, was er kann, denn jeder will seine Mannschaft in die Ausscheidungskämpfe bringen. Seine Älannfchaft — hier gibt es nicht den einzelnen und seinen Ehrgeiz, hier gibt cs, und das gehört mit zum tiefsten Sinn dieses Sportfestes, nur die Gruppe, nur den Zug, für die man kämpft. Alle Einzelsiege, die einer sich erringt in den Dreikämpfen, die wenig später ihren Anfang nehmen, werden nur sür sie gewertet. Ter Nachmittag — die Tribünen haben sich inzwischen gefüllt — beginnt mit dem Aufmarsch vor dem Bundcsleiter. Lange Kolonnen sind angetreten, im Gleichschritt ziehensie ein in das Oval der Aschenbahn, die Fahnen und Wimpel voran. Eine Trommel dröhnt, nichts sonst ist Fot. Herbert Sonncnfcld. hörbar. Ter „Bund" marschiert. Alle sehen zu den Fahnen oder denken an sie, an den silbernen Ring im schwarzen Feld, den sie tragen und der sie verpflichtet. Tiefer Augenblick faßt alle zur großen inneren- Einheit zusammen, es ist der Höhepunkt des Tages. Ter Landesverband-Gleiter;ncldct dem Bnndce-lei-tcr saß 1100 als angctretcn. Ter Gruß „Bereitschaft" braust über das Feld. Tann spricht Hcico, begrüßt die Erschienenen, deutet ihnen den Sinn des Tages, die Bundesgemcinsä)aft, die große und schicksalhafte, zu festigen. Tas Kameradschnftslicd klingt auf. die Zuschauer erheben sich. . . Tie Freiübungen, die mm folgen, lösen die feierliche Stimmung schnell zu harmloser Heiterkeit. Tiefe tausend Menschen, die im Norden und Osten, Süden und Westen der großen Stadt leben uud arbeiten, haben nie zusammen üben können, und so turnt denn jede Gruppe ein wenig ihren eigenen Stil. Aber es schadet nichts, der „Bund" ist )a so jung, erwirb auch diese Kinderkrank. Heiken überwinden. Tas fühlen auch die Eltern, die zahlreich, aber bei weitem nicht zahlreich genng an diesem Tag ihrer Kinder erschienen sind. Sie fühlen cs auch, als in einer langen Reihe oft sportlich hervorragender Leistungen das Programm des Nachmittags an ihnen vorüberzieht. Am stärksten freilich sind die Jungen und Ntädel bei der Sache, dumit gliilnu;deu. Backen und atemlos Kampf um Kamps mit erleben. Staffel um Staffel lief, das Megaphon schrie sich die Kehle wund, die Kamvsrichtcr hatten alle Hände voll zu tun. Einmal noch gab es ein großes Hallo, als die Bundesleituug überraschend zum Stafsellauf gegen die Vertreter zweier Erwachsenenorganisationen. des EV. und des tltiF., antrat und um viele Ptaseuläugeu siegreich blieb. Tann ging der Tag zu Eude. Aut dem Heimiueg durch den dunklen Wald überholte ich zwei Pimpfe. Ter eine erzählte: „. . . uitd ei ne Stunde hatte ich Wimpelwache, oben au' dem Hügel. Als ich da aus euere Köpfe herrmrersah.. dachte ic() mir. wenn Mutti jetzt dagewesen wäre, würde sie verstehen, tvarum wir den „Bund" haben müssen'" K. J. R. Ae GWMs Einen sportlichen Mittelpunkt der Veranstaltung suckieu. hält schwer. Soll mau die -lXIOi-Bleter-' Staffel der Funktionäre, in der svmbalhaft EB, RjF und Bund miteinander liefen, soll man dw erbittert ausgekämpste <üroße Zngstassel. die von zwölf Mannschaften beschickt war. und io der. nachdem der 18. Zug durch ein Mißverständnis aus dem engeren Wettbewerb ansgeschiedeu war. der 5. Zug vor dem 1ö. siegreich blieb, damit bezeichnen, oder soll mau den; abschließenden 1200-Nlcter- Mannschastslauf sür Werkgruppen, den nach begeisterndem Verlaus J!i Westen vor "Norden I sür sich entscheiden konnte, diesen Preis znsprechen? Alle Konkurrenzen gefielen dem Publikum. Außer diesen erwähnten Wettbenverbcn gelang es iu^ der Klasse der Werkgruppvn Norden 1, sämtliche Staffeln, die IOX'100 Meter, die Schwedenstassel. die gemischte Gruppenstassel und die -tXlOO.Fraucnstassel. sowie den Treikamps sür sich zu entscheiden. An zweiter Stelle konnte sich meistens die Rlannschast des Jli Westen vor denen der Gruppe Schöneberg placieren. Bei den Zügen gab es leine so ersolgrnrfK' Gruppe. Siege erziehen der 5. Zug in der Großen Zngstassel 'und in der Schwcllstasscl. der 6. Zug in der 8XHO-Meter.Pimpfcnstassel und in der lustigen Gymkhanastasfcl, der 16. Zug in der Mädelstasfel und der IS. Zug in der 4XlOV.Mcier-Stassel. Ter Treikamps. der infolge Eszze £^53p©i^^fe2,<2ira^^s mm LUl 6 Jas wird Ihr ersfer Eindruck sein, wenn sie unsere gewaifigen Leger besichtigen, -i --■-- >0-mg--—_\ \tstfp A N , .—I rnck ^—"V I V',—-<7-1 f.,. :i igtm i- Sie finden bei uns caws@ries©m© vom einfachen bis zum eieqantesten AA©d®llg©nre, vom leioEraass^ bis zur sSaFÜssS-em FögissrS --—§-e unGoro SurSegGangoSQSa in den vagcsgoSSungoni lH