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Central-Verein-Zeitung · 1934-08-23 · 34 (23.8.1934) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
34 (23.8.1934)
Date
1934-08-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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§rsela Schnetder (Jahrgang 20/21) und Jochen ^erngold (Jahrgang 20/21) mit Vorsprung in ihren Klassen siegreich blieben, auch die folgenden Plätze und vor alleni die Mannschaftswertungen rvunten mit klarem Vorsprung vor dem Sabonim und dem Maccabi Hozair erobert werden. Daneben kam auch Klaus Pförtner („Bund") zu einem beachtlichen Toppelerfolge. Mit 11.20 Meter ge. Der Sportphotograph Zeichnung von Dodo wann er in seinem Jahrgang vor seinen Kämeraden Wollheim und Weinstock den Kugelstoß- und mit 44,70 Nieter den Speerwurfwettbewerb. Tie Einzelkämpfc des Jahrgangs 1-1/15, die vom „Bund" infolge Verletzung einiger seiner Mitglieder nicht bestens beschickt werden konnten, sielen sämtlich an den Maccabi Hazair. Ter bekannte Mehrkämpfer Groß wurde Toppelsieger im Weitsprung mit 5,76 Meter und im Kugelstoßen mit 10,85 Meter vor MeUo und Weinstock vom „Bund". Ten 800- Meter-Lauf dieser Klasse gewann der hervorragende Nachwuchsläufer des Bar Kochba Walter Cohn nach schwerem Kampfe gegen seinen Klubkameraden T o b r i n e r in der ausgezeichneten Zeit von 2.11/2 Älinuten. Nachdem dann noch einige Staffel« vorkämpfe abgewickelt worden waren, trat eine kurze Mittagspause ein, die sowohl den Aktiven als and' den Kampfrichtern bitter nottat. Am frühen Nachmittag nahmen die leichtathletischen Wettkämpfe ihren Fortgang. Trotz eines einleitenden Sieges, den sich Knlli S i l b e r st e i n im 100.Blcter.Lauf des Jahrgangs 18/19 in 12.7 Sekünden sicherte, konnte der „Blind" die Erfolgierie des Vormittags nicht svrtsetzen. Ter Maccabi, Hazair, der Sportbund im Maccabi. war mit feit langem sportlich im Bar Kochba geschulten Leuten dem ersatzgeschwächten „Bund" in den Staffel, kämpfen überlegen. Sowohl die 4 mal v00-Meter- Stasfel, . die normalerweise mit dem verletzten Fröhlich im Rennen hätte gewonnen werden müssen. als auch die 20 mal 2<H) Bieter, die Olpmpische nnd die 10 mal 50 Meter - Mädchenstasfel gillgen für beit „Bund" verloren. Cine erfreuliche Ausnahme machten nur die Tarnen. Hilde Fin - kcnfl ein schlug überraschend sicher dre deutsche Maccabi-Meisterin Pepi Beck im lOO-Bleterlauf nnd im Weitsprrmg und entichied als Schluß, „mann" auch die Große Frauenstasfel um den wertvollen Chrenpreis des C. B. und der „E.-B.-Zeitung" zugunsten des Bundes. Wohl die beste Leistung des Nachmittags »var jedoch der 100-Meterlauf Götzlers (Herzlia), der in der ausgezeich. neten Zeit von 11,7 Sekunden im Jahrgang 16/17 glatter Sieger blieb. Wollheim (,-öund") wurde. in aussichtsreichster Position durch eine Rempelei' aus dem Nennen geworfen. Den Abschluß dieses ereignisreichen Tages bildete dann ein Handballspiel zwischen Mannschaften des „Bundes" und des Maccabi Hazair. Allgemein wurde mit einem Siege des „Bundes" gerechnet, aber es kam anders, ganz anders, denn die körperlich und auch spielerisch besseren Maccabi-Leute waren ihren ermüdeten Gegnern weit überlegen und vermochten sich alatt mit 6 :1 Toren durchzusetzen. Ter Preis für den besten Bund in der Gesamt. Wertung konnte noch nicht verteilt werden, da das endgültige Ergebnis, insbesondere das der Dreikämpfe noch nicht genau feststand. F. Der Tenniöklub Grunewald (im Sportbund deb RjF) veranstaltet in der Zeit vom 31. August bis 2 September auf den Tennisplätzen Berlin-Schmargendorf. Lerkaer Straße 18—20, die TenniSreichsmeistcrlchaften des Sportbundes des RjF. Es liegen zahlreiche Bieldungen aus dem ganzen Reiche vor. Unter den erwarteten zahlreichen Spitzenspielern befinden sich ehemalige Ranglistenspielcr. Berliner Sportgemeinschaft 3933 (im Sportbund de» R. j. F.). Tie Hockey- Abteilung trainiert Mittwochs ab 17 Uhr' auf dem Sportplatz Grunewald. Hieuanmeldnngeu an die Geschäftsstelle Berlin- Wilmersdorf, Kaiserallee 51/,'>2. — Das diesjährige Herbstturnicr der Tennis- Abteilung um die Klubmeisterschaft findet vom 1. bis 8. September aus den Plätzen Kaiserallee 51/52 statt. Es liegen bereits zahlreiche Bleldungeu vor. Jüdischer Sport-Klub (JSK) Berlin. Unter Führung ehemaliger Mitglieder der B. S. G. (im Sportbund des R. j. F.) ist kürzlich der Jüdische Sport-Klub Berlin (ZSK) gegründet worden. Er gehört keinem der beiden indischen Spvrtverbände an nnd ist innerjüdisch neutral. Zwischen ihm nnd dem Tcntschen Blakkabikreis ist ein Freundschaft»- abkommen getroffen worden. Er wird zunächst Fußballnnd Kegelsport pflegen. Bisher haben sich etwa ' 40 Mitglieder hem neuen Klub angeschlosscn. Ein Fußballbetrieb mit zwei Mannschaften ist bereits im Gange. Anmeldungen beim Vorsitzenden Tr. Landshnt. Berlin XO 55, Bvtzvwstraßc 20 (Tel. E 3 Königsladt 33311 oder in der Geschäftsstelle (Fritz Wiener,. Berlin W 30, Speyerer Str. 22 (Tel. B 6 Cornelius 5300 j. Aus den Familien Louis L ö w e n t f) a I (Nasse!) feierte am 29. Juli seinen 70. Geburtstag. — Rathau M i ch e l ( o h n (Minden), langjähriges Vorstandsmitglied des Landesverbandes Ostwestfalcn des E.V., wird am 23. August 70 Jahre alt. — Julius Kann (Fricdberg/Hcsseii), stellvertretender Vorsitzender der dortigen Gemeinde, begeht am 25». August seinen 73. Geburtstag. — Am 1. September wird flran Hulda Groddek (Landsbcrg a. d. W.) 80 Jahre alt. — Prof. Arthur Wolffohn (Charlottenburg) wird am 2-r. August M Jahre alt. — Mar Löwcuberg (Koldcrg) wurde am 18. August (X) Jahre alt. — Minna M e v e r ged Wolff (Krefeld) feierte am 24. August ihren 70. Geburtstag. — Mar N o s c n st e l n (Bischofstcin in Ostpr.). viele Jahre Vorsteher der dortigen jüdischen Gemeinde, ist im «'»!>. Lebensjahre gestorben. — Engen Hirschfcld, der. im Januar 75 Jahre alt geworden ist, hat nach 42jährigcr Tätigkeit in der Kreissnnagoge in Tilsit als Repräsentant und Vorsitzender der Gemeinde sein Amt nicdergelcgt. Gr ist jetzt Ehrenvorsitzender der Gemeinde. — Max E i s c n st e i n, Schatzmeister des Landesverbands Pommern des E.-V-, und Fran (Stettin) feierten am 22. August das Fest ihrer silbernen Hochzeit. — Kantor Joseph Apfel, der bisher an der Snnagoge Alte Iakobstraße in Berlin tätig war, hat sein Amt als Kantor an der Snnagoge Passaucr Strasse angclreten. — David Cohn (Koblenz) konnte am 1. August auf eine 25jährige Tätigkeit als Kultusbeamter der Gemeinde zurlickblickcn. Jüdisches Lchrhauö Berlin. Die Freie Jüdische Volkshochschule e. V. wird mit dem Beginn ihrer Winterarbeit in ein Jüdisches Lehrhans Berlin umgestaltet. Der Arbeitsplan des Jüdischen Lehrhauses Berlin wird eine große öffentliche Vortragsreihe über das Gesnmtthema: „Iüdische Gegenwart: Tradition nnd Lernen" und etiva 50 Arbeitsgemeinschaften und Lehrgänge umfassen, gegliedert m die Abteilungen: Land und Lehre. Natur, Geschichte. Gesellschaft und Kunst. Das Planheft des Jüdischen Lehrhauses wird Mitte September im Druck erscheinen. ZurneuellmSrröffentliKunsdesMSvrretns Der Hilfsverein der deutsclien Juden nennt sich in seinem Untertitel „Zentralbüro für indische Auswandernngsangelegenheiten" und ist die vom Reichs, wanderungsamt anerkannte gemeinnützige Anskunftsstelle für jüdische Turchwanderung und Ans- Wanderung. Sckion die je beiden offiziellen Zusatze lassen den betrüchtliclien l'msang der Aufgaben ervlU^UV.^il Vv'l'tH'lV. 'MltCJ lUtb »lUSlUOllbC* ruiigshilfc st-ch-.'..' heute nn Vordergrund der Tätigleit des Hst'^oermu^ — mir zwei Einschränkungen: die Palä'kinalvanderung ist Seche des Palästinaai'ir-e per Ietv'.'h Agency, und die Rückwanderung jüdische/ Meni'ch'cn namenrlich in die Länder des l'i'ropäise''.": <"sl'-n^ geliört in N-u Arbeitsbereich ,V- HaupHteiE für jüdist!.' Waiideoürsorge. Tie Biögl'jchreiien der Einwanderung und der Niederlaümrg samt!imcn a'.doten L.mdern der Welt stellt der Hiif-svereiu g''!. Al,« i-o teilen hat er ncnerdur,- t:i seinem „Kvrrene'nde>'.?Bled! v. e - und SiedU'/osivescn' ow neu'Ueir Etgoonr-n- «n-d die Berufi-r--necn. die , i ( ' a d r ngen, übev!id;tlidi zü'o.numm l-rd.ng,!e,g. j -.r AlRunen wie für ' u! i. "um n für Cyp>ern. föt v ',1 t Btandschnkuv :nw ml e r u i e c ' gewaltige Hein rstha» über d'.e w r r r (-.n < , . - l i ch e ii B e r h ä > ' n i - : -- o L a n d e r a r Welt, ivenn man. 1 ' möglichst znverlässt i i a,1" » gen beizubriligen: C 'c e ' '« l ' , ivvrschriften, Neijer t > , ' < ' Arbeiksgenehmignng ' B r - sichten, wirtschaftliche L . ' n bevorzugte Branchen L ' e > milienbndgets und Lohnver * iffliehe Siedlung, Studium de - und Prüflingen. Dazu lomn,.n. .■:!*•-. ' t > vaten Btittcilnngen, Berichte von Konetliche Bekanntma'chmigen sonne anacn-.-m^ n tivnen über Land, Klima, LVirtjä^ne-nnn? eüber die BevölkerungSbeivegung.!->o:,nen unec das Verhältnis der Zahl der Ansgelvan.i-ernn;.;i- Zahl der Cingewauderten. So bietet stB hierny eine Uebcrsicht über die durch die Weltkrise bc-d:::gten außerordentlichen Schwierigkeiten, unter denen sich die Ansivandernng in die Länder des Kontinents lvic nach Uebcrsee vollzieht. Im Anhang findet rnan Bestimmungen über den Erwerb der ^Staatsangehörigkeit und eine interessante Znsamnienstellling über Lebenshaltungskosten und Gehnltsverhältnisse tm Ausland. Der .Hilfsverein verdankt seine ivertvollen Informationen zu einem Teil der Neichsstelle für Aiiülvanderungswesen, ausländischen Konsulaten in Deutschland, deutschen Handelskaniinern tm Ausland, dem Tvittschen Auslandsinstitut iu Stuttgart und anderen Stellen. Das „Korrespoiideiizblatt" kann vom Hilfsvcrcin (Berlin W UO, B«artin>Lnthcr-S-traße 91) zum Preise von NM zuzüglich Porto (0.30 NM) bezogen werden. E. G. L. Ucsi I f* P+ P fif.0 Recklinghausen: 25. August, 201 i Uhr: Iüdischrr Kulturbund Rhciu-Ruhr. „Die grosse'Loideuschaft". Lustspiel von Raoul Aucrnhcimcr. Jüdisches Gemeindehaus. Oelsenkirchcn: 28. August, 20i.l. Ahr: KuINlrbund. „Die große Leidenschaft." Loge. Wuppertal: 27. August, 201-2 Ahr: Kulturbund. „Die große Leidenschaft." Roter vaal der Stadthallc. Aachen: 28. August, 2011- Ahr: Kulturbund. „Die große Leiden, schaft." Westparkhalle. Schachaufgabe Nr. 18 von 2llexander Kallir (Berlin) Blatt in drei Zügen ■Wds8: Kfl, D1>5, La7, Bc3, x3. h5 (6) Schwarz: Ke1, Bd6, f2, fo, f7, gl (fy Lösung der Ausgabe 4lr. 15: 1. 1)at—hl. Tdl—ht 2. Dhl—f3, Le3—f4 (auf... Th4—f-1; 3. Df3—hjfi usw.) 3. Df3—a3, cfi—c5 4. DaHXal matt. (oder 3.... Th-iXhß) 4. 66—67 matt. Sofortige Vcrsuäie aus a3 oder a2 mit der Tarne in keinem Blatt in vier Zügen-, der llmweii über h! — f3—a3 bewirkt sedod) die Verstellung der T-urmes. n-odurch das Bialt im 4. Ztlge nicht mehr vevlnuoerr lverden kaitn. — Auf 1. l>:il—hl felgt T«!4>.t; nur 1. Dal—b2, Lai—dl mit fnt«— Ltll — tfHusw. 3-NideiisMni u. - S ch a lb b r l ■:; f a s: >' it. L -- gäbe 2!r. 1.3 Ost men de'che'm' IlÄn''stm. In " ' - «'nt i. Zuge, d'.w, öd i l u i(vu.,ui «aucni einer i|i tm Schachprvbtem am allgemetnen nicht üblich, aber nicht verboten. Erlaubt ist, waS aesällt! Eine Bebenlösung ist eine andere, vom Autor nicht gewollte Lösung, die deseitiat werben muß. — A. I. (Siegbltrg). Eine Aebeiu lösung zu finden, ist ait fid) auch wertvoll, solange man aber die Autorlösung nidit gefunden hat. hat man die Idee der Ausgabe ni6)t ersaßt. — Rechiranwalt L. M. (Berlin). Besten Dank für die Zuscndung. Sie erhalten noä; Bes6)eid. Berlin: 29. August, 2011» Ahr: Snuagogenverein Friedensteiüp:!: Rabbiner Dr. Emil Cohn und Oberkantor Karl :'?n:< mann: Snnagogale und kantorale Aufgaben. t£at-; _ Lson, Kurfürstcndamm 155—157. Der Israelitische Brotverteilungsverein Franlsurt am Main (Hölderlinstraße 10), gegründet 1802 unter dem Älotto: „Briä) dem Hungrigen deiit Brot", kann ans eine segensrei6)e Tätigkeit zurückblicken. Biele Hunderte erhalten monatlich regelmäßig ihr Broi. Infolge der steigenden Anforderungen sind die Blittel des Brvtverteilungovereins fast erschvpst. Verständnisvolle Hilfe aller, die noä) spenden können, ist dringend notwendig. Vor mehr einem Jahrzehnt hat der Verein die monatliche „Brotstistung" von 1 RBl an kingeriästet. die sich ai<, besonders segensreid) erwies. Er erbittet Spenden ans das Postsdst'ckkvnto Frankfurt am Blain 53 23!. Was hier wir sind, tnm dort ein Gott ergünzm... Betrachtung des Vortragskünstlers zu Hölderlins letzten Versen von Ludwig Sardt Die Linien des Lebens sind verschieden. Wie Weqe sind und wie der Berge Grenzen. Was hier wir sind, kann dort ein Gott ergänzen Dlit Harmonien und ewigem Lohn und Frieden. * Das Angenehme dieser Welt Hab ich genossen, Ter Jugend Freuden sind wie lang! wie lang verflossen. April nnd Mai und Julius sind ferne. Ich bin nichts mehr, ich lebe nicht mehr gerne. * Tie Stimme, die dem Unterfangen erließt, Holbcrlinst letzte Bcrse zu sprechen — erliegt, weil sie mit Hyperion geweint nnd gejnbelt hat und nun auch mit ihm vergehen mödjte, diese Stimme, vom Wissen eines späteren Jahrhunderts durchschauert und preisgegeben einer allzu gegenwärtigen Ahnung von des Dichters Wahnsinn und Verfall, solche Stimme könnte in Gefahr geraten, die Elemente der Zerstörung zu erneuern, aus welchen diese zarten Klagen aufstiegen. Ihr mögen zur rechten Zeit Griechenlands beruhigte Gefilde leuchten, so wie der Dichter sie geschaut hat und der Antike gebietende Formen. Der Vortrag blicke unentwegtaufzuih ne n, mit ihnen vermähle sich der bange, scheue Klang — so ganz, daß in der kindlich aussagenden Hoffnung des vorletzten und der volksliedhast-herzbewegenden Hoff, uungslosigkeit des letzten Gedichts Friedrich Holder, lin erscheine in seiner Schöne, der edelste Jüngling. Mann, und was hier die Kunst ängstigen wollte, dort mit seiner reinen Gestalt ergänze wie ein Gott! Luvwist Hardt spricht am Sonnabend. 25. August, abends 8'^ Uhr, im Bcethoven-^aal. Kothener Straße 32, ernste und heitere Dichtung von Heinc bis Morgenstern, dazu (auf Wunsä)) zehn S6)auspielerporträts, zugunsten der Jüdischen Altershilse Groß- Berlin E. V. Zullus Bab über jüdische Cchauspieler Ans einer reichen Bühnenersahrung und umfassenden Kenntnis des Theaterwesens sprach Ilttius Bab im Berliner Ktlltnrbltnd über das Thema: „Bon jüdischen Schauspielern". Seine historisch und Psychologisch gntfnndicrten Ansführnngen gingen Pom Begriff der Schauspiel, kunst, alS der ältesten der Künste, aus. die sich jedoch erst im Zeitalter der Neuaissauee. der Epoche der großen Persönlichleitseutfaltung. durch die Zusammensehmelzung mimischer und ekstatischer Elemente zu innerlichem Ausdrttck, zu einem Welt, gonihl erhoben habe. Diese Art Schanfpielkunst, in der dem Schauspieler die Aufgabe zufiel, Sprecher des Weltgefnhls zu fein, kann also erst ans ein Alter von etlva 350 Jahren zurückblicken. Ter Anteil der Juden an der Schauspielkunst ist, wie der Redner hervorhob, wesentlich jünger: er läßt sich erst seit ungefähr 150 Jahren beobachten und tritt mit dem Fortschreiten der Emanzipation, dann immer stärker, iu Erscheinung. Trotzdctrt hat,. nach BabS Feststellungen, die zahlenmäßige Beteiligung jüdischer Schauspieler au der deutschen Bühne niemals mehr als 3 bis 4 Prozent betragen; unter der relativ so geringen Zahl hat cs zedoch — in den letzten hundert Jahren — eine Reihe erstrangiger Kräfte gegeben, die für die ersprießliche Verbindung von Judentum und Schauspielkunst ein beredtes Zeugnis ablegen. In in. teressanten und überzeugenden Darlegungen wies der Vortragende aus die ethnologischen und sozialen Ursachen dieses Zusammenhangs hin: wie die Iltden als Mittelmeervolk über ein besonders ausgeprägtes mimisches Talent verfügten, das sie in ständiger Bereitschaft zum Theater hielt, und wie die Bühne, als ein nichtbürgerlicher Beruf und als ein allen zugänglicher Raum, auch den Juden weit affen stehen mußte. Im zweiten Teil seines Vortrages wandte sich der Redner von den allgemeinen Erörterungen der Svezialbetrachtung zu und breitete eine Galerie jüdischer Schauspieler vor uns aus, deren Por. träts in der Erinnerung der älteren Generation von Theaterbesuchern znnt guten Teil noch lebendig geblieben sind. Wir kannten ihn noch, den Juden Ludwig Barnay, der den Reigen der vom Vor. tragenden ati§ der Vergangenheit beschworenen jüdischen „Virtuosen" — von Moritz Mott über Ludwig Tessvir und Bogumil. Tawisou — als Spieler großen Formats ans' der Meininger- Schule beschließt; nur kannten noch Adolf Sonnenthal, den aristokratischen Vertreter des Wiener Bnrgtheaterstils und den unvergeßlichsten aller Rathan-Tarsteller; auch der immer bewegliche, immer leidensehaftliche Knltnrjude Emanuel Reicher, der in den Sturmjahren der ..Freien Bühne" die Schar der Naturalisten unter den Schauspielern anführte, ist ans unserem Andenken ebeusvivenig ausgetilgt wie sein künstlerischer Antipode Rudolf Schildkraut, diese jüdische Urkra't mit dem Batergesühl, wie sie von Bab treffend ckM'akterisiert wurde. An das Ende dieser ganz nnvirtnosenhasten Reihe, in der Fritz Kortner und Alexander Granach, die beiden stärksten „Expressionisten"^ unter den Schauspielern, nicht fehlten (die jedoch für Künstler vom Range eines Ernst Deutsch nnd Paul Grätz leider leinen Platz offen hielt), setzte der Vortragende in ivchmütigcm Gedenken dett füugst verstorbenen Max PaÜcnberg, deit skurrilen Spaßmacher der deutschen Bühne, der doch, wie jeder eehte Humorist, mit den Wurzeln seiner Kitnst tief in das Tragische hinabreicht. H.L. Das Orchester erwerbsloser jüdischer Musiker WlM m MM ,D a 3 sind „punktierte" Stellen, knappe Staccati. Es klingt abgerissen und doch dröhnend durch das hohe Treppenhaus und — dabei so bekannt. Die Ouvertüre zu Offenbachs „Schöner Helena"! Da haben sich — durch Vermittlung der Berliner jüdischen Künstlerhilse — 30 und mehr erwerbslose Bernfsmusilcr unter Kapellmeister Berthold G o l d s ch m i d t znsammengetan, Bcrufsmusiker und solche, die aus ganz und gar andern Bernsen kommend, aber musikfreudig, zu Fachmusikern ausgebildet werden. Mit kurzer Unterbrechung sind sie am Werk, kommen allwöchentlich meist zweimal zu Proben zusammen und sollert allmählich zu einem brauchbaren Orchester geformt werden: ältere erfahrene Künstler, Streicher und Holzbläser, zusammen mit jüngeren Kräften, die den begrnßenslverten Entschluß gefaßt haben, sich zu qualifizierten H>ölz- oder Blechbläsern schulen zu lassen. Die Künstlerhilfe, dtc tm wesentlichen nur für Justrumcntcnbcschas.' fung. Unterricht, Spesenersatz Sorge trageit kann, durfte einen Erfolg ihrer Arbeit schon darin er* blicken, daß bereits in deit letzten Wochen ennge gute Bläser „weengagiert" ivnrden, zmn Beispiel vom Orchester des Kulturbundes Rhein-Aiain nach Frankfurt am 'Main. Mit wahrer Freude nnd Hingabe musizieren sie in einem ungünstigen kahlen Raum, ohne st'w dittm, teilweise mit Bebelfsvvrrichtimgen als Notenpulten. Diese Freude an der Sache laßt die Mitivirkenden ihr Schicksal sicher leichter ertragen. WaS Selbsthilfe praktisch bedeuten kann, kommt in diesem bunt zusammengewürfelten^ Nl'enschen-> kreis sympathisch zum Ausdruck. Das O r che ite c erwerbsloser i'Ji usiler wirkt am -l. tember in einem Hausfrauen- und Ntvdenaäi" mittag der Künstlerhilfe mit mid wird mit einem reichen Programm an smarten. Ein halbes Zabchunser! Mariendarec Ennagoge uns Fcllkenint Die schöne, in manrisch.byzantischem er* baute Synagoge feierte in diesen Tagen ihren 50. Geburtstag. Aus diesem Anlaß Marienbader Kultusgemeinde eine von dein 3U,> und Schriftsteller Tr. Silvio S t ö ß l venamc Festschrift heraus und veranstaltete eine läumsfeier mit einer Konzertakadenne int grosss" Kursaal, an der eine Reihe namhafter Kunirlfr wie Vittvrio W e i n b e r g, Karnmersangcr Dassel, Beatrice W a g h a l t c r, Nieder 1 and, Max Löffelholz, Dauber u. a. mitwirkten. Neben dem länder Sänger Weinberg und Beatrice A-ag- Halter errang insbesondere Paul Riederlano mtt seinem heldisch gefärbten, Ipriscli-warmem leicht ansprechenden Tenor in italiertischen ckriei und hebräischen Gesängen einen bedeutenden folg. Das Publikum des ausverkauften war von den Darbietungen der Künstler, die m Bestes gaben, enthusiasmiert. Arnold-Schönberq»Feier. Ariläßlich d°S 60. Geburtstages von Arnold Schönberg ve anstaltet das Neue Streichquartett (E Nceyer.Proger.Weil), Hede Türk (Gesanq) ^eter Eradeuwitz (Einführung) eine p.„ 2. September int großen Saale des iW' Hauses, Kleiststraßc 10.

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