Kinderblatt
- Journal
- Kinderblatt
- Volume
- 1934
- Issue
- 7 (16.8.1934)
- Date
- 1934-08-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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DnS Jdfcitt VoTC OiinOrcr- .. mufj fYujen, ^aatob ivav mcfjr ba rüber, kvie beiz iilcib fSftJdjwcnHcn?fca&VÄ,,&« ÄÄÄS etühvüfen, eigentlich mehr darüber w-e o.,s uieio aus al at3 übet bie tvilbeix Tiere. Aber sänge Zelt zum Ileberlegen blieb ihm nicht, denn schon muhte er sich"» ern Badetuch wickeln, um als Aegypter aufzutretei» und >zvsef zu ^"Gerade als das Spiel zum zweiten Teil übergehen sollte, der von Josefs Schicksal in Aegypten handelt, hörte man Ruths Mutter über den Zaun rufen: „Ru—uth komm doch mal einen Augenblick rüber. Onkel Hermann ist da und will dir Guten Tag sagen!"- Ihr könnt euch Ruths Schreck vorstellen! Was nutzt es einem, wenn man in einer Viertelstunde neben dem König der mächtigste Mensch in ganzAeghPten sein wird, aber im Augenblick steht man im Unterrock und hat nur ein Musselin- Leid voller Himbeersaft? ' Eine ganze Weile waren alle fünf sprachlos. Dann besann sich Friedei aus seine Rolle als Anführer. „Wir müssen Ruths Mutter das Reiuigen bezahlen, soviel ist klar, Seht mal alle nach was ihr in den Taschen habt?" Er selbst holte 50 Rpf. heraus, mit einem hörbaren Seuszer. denn er sparte snr einen Photoapparat und hatte schon 2,85 NM zusammen. Peter fand 35 Pfennig: Uli nur 12, Donnerstag hatte er nie mehr viel von seinem Taschengeld übrig. Run blieb nur noch Gottlieb als letzte Rettung. Er war der kleinste von den Fünf, und man mm junr firf) cißcntticT) Itar, bnfj uon khin nfiTjf Diel yt cviüarlcu fein wurde. Aber innis, glaubt ihr wohl, l)ieü er fest in [einer rechten Faust? Ein 2-Frnnk-Stück! Ein echtes schweizer 2-Frnnk- Stück! Seine Grosunutter hatte es ihm gestern von ihrer Reise mitgebracht. und er war so stolz daraus, das; er es noch niemandem erzählt hatte. Eigentlich wollte er es niemals ausgeben, und so zögerte er einen Augenblkck lang. Aber in so einer ernste»! u»»d verzweifelten Lage muß man Opfer bringen, und so lies; er es in Fricdeis hingestreckte Hand gleiten. Nun ging's in feierlichen» Zuge zu Ruths Wohnung herüber. Vorn der stolze Gottlieb mit dem ganzen Geld, dann Friedet und Peter, zwischen sich das Kleid, und hinten Uli, der Ruth hinter sich Herzog, denn sie traute sich noch immer nicht recht nach Hause. Da sas; also ihre Mutter auf den» Balkon und trank mit Onkel Hermann Kaffee. Ihre Augen »vurden immer größer, als sie die Kinder kommen sah. Aber ehe sie ein Wort sagen konnte, trat Gottlieb vor: „Hier sind z»vei Frank und 97 Rpf. für's Reinigen, Frau Meyer, und da ist Josefs bunter Rock, wir haben ihn mit Widderblut getränkt!" E»nen Augenblick war Totenstille. Alle hatten Bauchweh, denn »ver weis;, »vas jetzt kommen würde. Aber um O»»kel Hermanns Mund zrrckte es deutlich, er wurde ganz dunkelrot, und dann sing er so toll an herauszulachen, das; auch Ruths Mutter miteinstimmen »nußte. Und »vas, gla»»bt ihr wohl, war das erste, »vas Onkel Hern»ann sagte, als er sich ein bißchen beruhigt hatte? „Ra, da»»»» zieh mal rasch »vas anderes an, Ruth, »vir »vollen alle zusammen Eis essen gehen!" C WlXr mwwma, Walter Jaeobsohir, Görlitz, Biömarckstratze 16: Liebe C.-V.- Zeitung! Ich möchte mit einen» elfjährigen Briefmarkensammler Marken tauschen. Ich habe schon über 500 Briefmarken. Gert Arno Obersitzker, Charloltcnburg, Mommsenstratzc 39, bei Dr. Seliguiann: Lieber C.-B.! Ich wünsche einen Briesivechsel mit einem Jungen a»is den» Bund deutsch-jüdischer Jugend (Ring) in» Alter von achteinhalb bis zehn Jahren. Ich bin neuneinhalb Jahre alt. Ernst W., Erfurt, 9 Iatzrc alt, schreibt: Lieber C.-B.! Ich habe mir in den großen Fer»en ein Herbari»»,,» angelegt, das mir viel Fronde macht. Mir fehlen aber »»och eine ganze Menge Blumen in meiner Sammlung. Frage doch mal in Deinem Kinderblatt, ob mir nicht ein Jlingo oder Mädel »velche schicken kani»! Wir könnten ja auch tauschen. Rita Hirsch, Leipzig-Lentzsch, Satteltzofstratzc 42: Lieber C.-B.! Konntest Du inir nicht mal einen Briesivechsel mit einen» zwötfb»8 vierzehnjährigen nnisikalischel» Mädel Vermitteln, das in» BDJJ isr? Ich »verde »m Ang»»st 13 Jahre. Ich hoffe, das; De»»» Ki»»derblatt recht oft erscheinen »vird. Ich si»»de es ganz prin»a. Es größt herzlich. Inge L., Stuttgart, 11 Jahre alt, schreibt: Lieber E.-B.! Wir spielen so viel mit Deinem schönen Reisespiel d»»rch die jüdischen Kulturstätten. Nun haben »vir uns aus Holzknöpsi'n hübsche Figuren dazu geinacht, die vielleicht auch anderen Kindern gefallen würden. Man nimmt fünf verschieden große Holzknöpfe und klebt sie, der größte kviiiint nach unten, der kleinste nach oben, pl)rainideiiförmig auseinander. Dann streicht man die einzelnen Figuren mit verschiedener Farbe an. Damit läßt sich sehr gut spielen. Karl U., Stuttgart, schreibt: Lieber E.-B.! Wir finb fünf Freunde und machen jetzt in den Ferien eine schöne Radpartie. Freust Ti, Dich, wenn mir Dir von allen Sehenswürdigkeiten ein Bild schicken? Bielleicht kannst Tn sie dann in Teiilem Kiliderblatt abdrucken, »vir »vollen auch zu jedeni einen kleinen Bers machen, damit Du siehst, »oie es uns gefallen hat. Hedwig Hetznrann, Bcndorf (.Rhein), 13 Jahre, schillentlasferi, »vünscht Briesivechsel mit netten» Mädel gleichen Alters. Heinrich T., sechs Jahre alt, schreibt: Lieber E. - B.I Ich kenne schon alle Buchstaben »md fann Dir schon selbst schreibe»». Nur mit dein Losen geht es ,»vch nicht gut. Aber Tein Kinderblntt liest mir »nein großer Bruder imn»er vor. i Ernst E., Brandenburg, fragt: Stinunt es »virltich, daß viele silbische Rainen eine bestilnmte Bedeutung halx'n? Dai»n n»öck)te ich gern »vissei», »vas „Cohn" bedeutet. Antwort: Der Name Cohn oder Kohn. a»»ch Cohen stau»,nt von den» jüdischen Wort „Koherr" ab und bedeutet Priester. Daher ist der Fan»il»e»»name Cohn fast immer ein Zeichen dafür, daß die Familie von priesterlicher Abstammung ist, die in ihrem Ursprung mif Ahron, der» Hohenpriester, zurücksührt. Gerda F., Stettin, fragt: Kannst du mir sagen, »varnrn das Heilige Buch ..Bibel" heißt? Antwort: Die Bezeichn»,ng „Bibel" kommt a»,s den» Griechischen ♦,1a biblia", die Bücher und »vnrde von den» Kirchenvater Chrhsvstomns in» fünften Jahrhlmdert nach, zun» erstenmal angewandt. Es ist dies eine Abkürzung für das eigentlich griechische Wort „biblia tlicia", die göttlichen Bücher, David St., Dortlnnnd, fragt: Waren die ersien jüdisck-ei» Bücher mich schon so seitemveise geschrielx'»». »nie das heute der Fall ist? Antwort: Nein! Die Fvrn» des alten jüdischen Buches »var die einer Rolle, „mobilia“ genannt, die dadurch entstaild, daß mehrere von rechts »»ach links beschriebene Pergamentstücke durch Tiersehnen miteinander verbunden »vrirden. Tie alten Bibeleremplare »varen von kleinem Format. Die in dem Jerusalemer Heiligt»,»» benutzte Thorarolle soll so klein gewesen sein, daß der Hohepriester sie in seinem Gewände bei sich trage»» fomitc. i. c$tn? Mfow WU?£iuu$6-foW- ^tutf mwu- 4. ($1 I4& Er »vtirde um die Mitte des vorigen Jahrhunderts als Sohn eines kleinen Reeders geboren. Nachdem er seine kaufmännische Lehre hinter sich hatte, trat er in den Dienst einer englischen Lchifsahrtslinie in Hamburg. Tort beivährte er sich besonders gut bei der Organisation des Ans»vandcrer»vese„s. Im Jahre 1886 trat er in die Hamburg-Amerika-Linie ein, »md damit begann sein großer Ausstieg. Er »vnrde Generaldirektor imb trug als solcher in dieser Stellung zu all ihren modernen Verbesserungen »,r,d ihren» großen Ausbau das Wesentlichste bei. Er »var es a»ich, der bei der „Hapag" die noch heute so beliebten Vergnüg,uigsreisen zur Tee ei,»führte. Zn seiner Zeit »var er der angesehenste und geehrteste Jude in Deutschland. Heute „och trägt ein großer Dampfer seinen Nainen. 2. StHt ffl-vm*; „J-accuse!“ (Ich klage an!) di, »vnrde der Prozeß von neuem freigesprvchen. Er »vnrde als Offizier der französischen Armee der Spionage zu Deutschlands Gunsten verdächtigt. So sehr er auch nnmer »vieder besch»vor. daß er an den ihm unterstellten Vergehen völlig unschuldig sei . . .. das Urteil »vnrde gegen ihn gefällt, und er »vnrde auf die TeuselSinsel ver« bannt. Seine Freunde aber gaben keine Ruhe, »m» seine Unschuld, von der sie fest überzeugt »varen, zu belveisen. Immer »vieder richteten sie Eingaben an das sra»»- zvsische Gericht. Nachdem schließlich der französische Dichter Zola mit einer flammenden Broschüre? Oessentlichkeit misgernttelt hatte, aufgeiioininen nnd Tre»)fns »vtrrde 3. C&U^Uvit WM ,,‘fövHtMi-jlMO-“ 4M& „EknL ßincyfottAm-“ war der Sohn unbenrittelter jüdischer Eltern und sollte Kanslnann »verden, aber er »var für diesen Berns nicht geeignet Da griff fein reicher Oheim Salomo,» rettend ein »ind l,eß den begabten Neffen studieren. Er studierte um» in Bonn, Göttingen und Berlin Jura, um. sich in Ha,nb»lrg als Rechtsarnvalt niederzukassen: aber a»»ch a»,s diesen» Plan tvr,rde nichts, denn schon hatte ihn seine »vahrc Besti»nm»lng. die Tichtk»,»rst, ergriffen. Ihr »vidmete er fortan sein ga»»zes Leben. A»,ßer vielen schönen lyrischen Gedichte»», außer besvltders innigen Liebesdichtnngen und seinen hebräischen Melodien hat er auch Reiseschildernngen und vieles andere geschrieben. Den .zweiten Teil seines Lebens verbrachte er in Paris, feine Sehnsucht galt aber inimev Deutschland, Als in» Jahre 1870 in Philadelphia, in Ainerila, die große Weltauc'stcllung stattsand, sah dort ein deutscher Jude, der selbst viel als Maschinenbauer und Konstrukteur gearbeitet hatte, z»im erstenmal eine amerikanische Telcphonanlage. Er setzte sich mit dein deutschen Postminister Stephan in Berbiildimg imb schuf mit diesem gemeinsam das Telephon als Posteinricht,illg. Einige Jahre später besuchte er »vieder eine berühmte Ausstellung, diesmal d»e m Paris, und »vieder sah er eine neue Erfindung, die tiefen Eindruck ans ihn machte: die elektrische Glühbirne des ninerikanis.chen Erfinders Edison. Und wieder hielt er sich nicht mit der bloßen Betrachtung auf, sondern beschloß, auch diese Erfindung, deren große Bedeutung für die Zukunft er vvrauSsah, m Deutschland einzliführen. Er gründete die Allgemeine Elektrizitäts- Gesellschaft, AEG. die als erste in Deutschland eine Massenfabrikation der elektrischen Glühbirne einrichtete. H. K. Z. Kurt Adler, Ulm a. d. D.; Walter B e r n d t, Stargardt (Pom« inern); Heinrich Dannhauser, Ulm a. d. D.; Kate Engel, Tüh (Grenzmark); Gabriele Galliner, Frankfurt a. M.; Jngeborg Her» schel, Bonn; Marianne Herz selb, Treuen i. V.; Rita Hirsch, Leipzig-Lentzsch; Kurt Huhberger, Frankfurt a. M.; Liane Hüttner, Berlin TO.: Arno Jacob sohn, Berlin-Niederschönhanscn; Hansgünter I e r „ ch e m, Unruhstadt (Grenz,,,ark): Marianne K a h n,. Fulda: Rudolf Katz, Tpe»)er a. Rh.; Ruth K a tz e n st e i n, Soest i, W.; Günther Kaufmann. Borken (Bez. Kassel); Heinz Kauf» mann, Tanberbischvfsheim: Ruth Kaufmann, Frankfurt a. M.; Franz Kirchheimer, Hannover; Alma Levi, Neustadt (Kr. Ntarburg); Hans M e i b e r g e n . Dortmund: Erich Meier, Frankfurt a. A!.; Edith M e n d e l s o h n, Berlin W.; Hildo Moses, Tütz (Grenzmark); Heinz Nathan, Wesermünde-Lehe; Erich und Minna N u ß * bau m, Borken (Bez. Kassel): Werner Oppenheimer, Vierzig (Saar); Martin O st »v a t d . Dortmund: Herbert Perser. Berlin 21».; Hans Nosenbach, Kassel: Kurt R o s e n b a u m, Hainstadt (Baden); Hans Rosenthal. Koln-Klettenberg; Gustav Sander. Brannschweig; Heinz Sander. Nernvied H: Herbert Simon, Bad Därk» heiin; Heinz Schwab, Schmiehein, (Baden); Fritzgnnter Stein, Bielefeld: Eva W e ch s e l m a n n . Dreöden-2l.: Hannah Weil, Frank» snrt a. Ai.; Sigrid Windecker, Osfenbach a. M.; Bianca Z»vangy Mannheim. Ans den Silbe», a — bi — bra — da — c — c — gel — ha — Han» •— i — int — je — len» — man — ne — ncr — phra — ra — rab — ri — rn — sa — sa — san sind acht Wörter zn bilden, deren Anfangsbuchstaben von oben nach unten gelesen den Namen eines Propheten ergeben. Jede Berszeile beschreibt ein Wort. Tie Wörter bedeuten: Numero 1 eine Stadt im heiligen Land; Als silbischer Name ist 2 end) bekannt; Wie Numero 3 »vir den Prediger oft nennen; Als biblische Figur Numero 4 »vir kennen; Nnn»ero 5 — eine Südfrucht, sie schmeckt fein! N»»»nero 6 — ein Stacheltier. länglich n»»d klein; Als Stalnmvater kennt ihr Nlunero 7 — Nun sind noch die Silben einer Wüste geblieben.