Kinderblatt
- Journal
- Kinderblatt
- Volume
- 1934
- Issue
- 7 (16.8.1934)
- Date
- 1934-08-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ZU „der. I)cutc wollen wir uns eine Puppenstube basteln! Dazu brauche.', wir einen Kcrlikostreisen und ein große?, nicht zu dicke? Stück Pappe. Zunächst machen wir die drei wände. Dazu nehme,, wir ein Stück Pappe, knisseu e? in drei Teile, eine Mittelwaud, zwei Eeiteuwände. Am unteren Rund luisjen wir rundherum einen Etreiseu von 2 Zentimeter um. der dort, wo Mittelwaud und Seckeuwäude zusammenstosteu. jedesmal eiugeschuitteu wird. Auf diesen 2 Zentimeter breiten Streifen kleben wir nun ein neues Stück Puppe als Boden hinein. Tiefer Boden must die Länge der Hinterwaud und die Breite der Seitenwände haben. Damit die PuPPeustuR' mehr k>alt bekommt, bekleben wir die Ecken von außen mit dem -laliko- Entwurf und Text Rcga Weist streifen. In die Mittelwand zeichnen wir uns ein oder zwei Zensier hinein, schneiden sie ans und kleben Seidenpapier oder Zellophan als Scheiben dahinter. Nun richten wir die Puppenstube ein. Tazn brauchen wir nur Ctreichlwlzschochtelu und ein paar Perlen und Holztuöpfcheu. Tie örommodLbesieht ans vier Streichholzschachteln, die paarweise anseinander und nebeneinander geklebt werden. Born nähen wir an jedes Schubfach eine Perle oder ein Holzknopschen zum Aufziehen an. Bier bunt angestrichene Holzknöpse kleben wir als Beine darunter. und ein Stück dünne Puppe, das noch etwas über den Streichholzschachteln übersteht, wird als Platte aufgeklebt. Ten .Tisch arbeiten wir ans zwei auseinander geklebten Sclzaehtetn mit Papptischplatte. Bon der unteren Schachtel müssen wir alles bis ans die Tischbeine wegschneiden. Zn. jedem Sessel brauchen wir eine Streichholzschachtel, das heisst nur die eigentliche Schachtel (also ohne Hülse). Diese schneiden wir in zwei gleiche Teile und kleben sie fest gegeneinander. Das Sofa besteht ans einer ganzen Schachtel und einer ohne Teckel. Bon dieser Schachtel schneiden tMO -r?it>iu>l«‘l. am "••'"in" ii'iv i-tH-nriiiio iMiu' liili-Jflejocxntr -F>l)»il-lt s mit» 'pi>'Xotli*. it? iW'CM und mifen ab,,elinidef lueedeu. und sfebeu sie »I<< paeder" und üi'nefwand an die schmale,, Seilen der Schachtel. Alle Möbel werden iiiix'i, nud allsten mit bunte,„ Papier lvliebt. so das; nicht zu merken ist. das; unsere Einrichliing ans Streicliholzschachleln besteht. Wenn ihr an die Zensier noch ein Gurdiucheu hängen oder ein paar Blume,,töpscl)e,i stellen könnt und dann als Bewohner kleine Papierpüppchen hiiieiusetzt. wie ihr sie neulich beim Ansertigen des Karussells zu macken gelernt habt, dann wird eure Puppenstube ein hübsches Spielzeug für Regentage sein. B ssuch LZarlsn 4'Ui??sl &. CfuSfyu« Mas ist dieser Herr? fyiUatw (srfjtuti) Es war der vorletzle Zerientag. ^Morgen habe ich Geburtstag", erzählte Moritz Nirgendwo. ..bitte komm nachmittags zu mir. Tn rnnstt koininen. Ich habe dir soviel zu verdanken. Ja, ich kann es wirklich nicht leugnen. Tn hast dich sehr verändert. Moritz Nirgendwo. T» bist ein patenter Junge geworden. Wenn ich noch daran denke, u',o du am Uinzngstag blas; und cingeschnchtert deinen Kops hängen kiestest! Jetzt hast du rote Backen gekriegt und verstehst zu lachen. Das feiern wir morgen und ändern deinen Beinamen. Pust mal auf." Am nächsten Morgen, in aller Frühe wurde Moritz Nirgendwo durch ein kleines Ständchen ansgeweckt. Er stand ganz schnell auf und schaute verwnudert aus dein Zensier. Im Gcirten standen einige Jungons ans seiner Ninggrnppe und spielten auf kleinen Flöten und Mundharmonikas und andere sangen dazu. Dann folgte noch ein stürmischer Eeburttztagstnsch. und die kleine Musikantenschar zog vergnügt wieder ab. Am Nachmittag gab es noch eine große Überraschung. Tie Mutter von Moritz, jetzt „Mar Ueberalls rechte Hand" genannt, hatte heim, lich seine kleinen Kameraden eingeladen. Tie ivaren kan!Ws erschienen, ivährend die Mutter Moritz mit einer Bestellung svrtgeschickt hatte. Wie groß >var sein Erstaunen, als er seine zahlreichen kleinen Gäste bemerkte, an der Spitze selbstverständlich Mar Ueberall. Es wurde eine fröhliche Zeier, sein schönster und lustigster Geburtstag! cüvwm wx} &U* \K"'mvA\'räw& CJ<&fas46* Zum Ausschneiden und Ein kleben in den Wunschzettel ^ovf' sfVVld, AsUCiZusP (/ /pzM <z&'Lß-u£ n (^6) Ä/fe 4UÜVL -UfrUfE Mfriie sftjp h4sUsP stsutAstf* stsCC* \ fcof# t, / * ) hn Erich Re iss Verlag/ Berlin W1S 22,4 Seilen/7t Bilder/Farbig gebunden RM 3.50 Durch jede Bud,Handlung m bez.ieheix d, üüü Doilag© der C.-V.-Z©§fimg „Was nwllen mir also spielen?", fragte Friede! seine Kameraden, denn es ivar Donnerstag nachinittag. an dem die Sninta immer arbeitsfrei hatte. Schon seit Sstern war es darum so üblich, daß an diesen Tonnerstagnachmiitagen ein „großes" Spiet vor sich ging, ein Spiel, das gleich nach dem Gssen ansing und bis zum Abendbrot dauerte. Meist bei schönem Wetter trafen sich die fünf, vier Jnngens und ein Mädel, im Garten von Friede!? Eltern, der war riesig groß und ungepflegt, einfach herrlich geeignet zum Spielen, denn sie dursten, ohne ans Beete und Rasen zu achten, überall hinlanfen. Mitten im dicksten Gebüsch hatten sie vorige Woche „Tarzan im Urwald" aufgeführt. „Räuber und Prinzessin", schlug Peter vor, aber Ruth wollte nicht. Sie hatte es satt, immer in eine dunkle Höhle geschleppt zu werden und bis zum Abendbrot aufs Erlöstwerden zu lvarteu. Auch für Indianer loar heute keine rechte Stimmung. „Ich Habs", rief Ulrich plötzlich, „wir spielen ,Josef und seine HrüderU" Alle waren gleich einverstanden, denn das hatte ihnen in der Schule beim Lesen der Bibel besonders gut gefallen. Rasch lvar man sich einig, daß Josef, der Trännrcr, der so sein, zart und anders war als alle seine Brüder, niemand anderes als Ruth sein konnte. Vor altem hatte sie auch so ein hübsches gesticktes Kleid an, es rvar noch J h* /Ns,m Mp* ziemlich neu. und ihre Mutter hatte ihr gesagt, sie solle ein bißchcri darauf achtgeben. Dieses Kleid also rvar der „brmte Rock", und Ruth, d. h. Josef ging denn auch mächtig stolz darin vor ihren Brüdern ans und ab. Kein Wunder, daß die Jrrngens über soviel Hochrnnt bald böse und gereizt rvnrden. Und als sie sich ans andere Ende des Gartens zurnckzogen, um, wie sie sagten, ihrers Vaters Vieh zu hüten, da war es ihnen P v/^jO ypv v - deutlich anznmerken, daß sie eher Ränke gegen Joses schmieden würden, als auf das Vieh anspassen! Rur Friede! blieb zurück. Er hatte sich inzwischen ein altes Lodencape seines Vaters umgebunden. das noch oben im Schrank hirrg. Nun spannte er ein Plaid über zwei Büsche, und schon saß Iaakob vor seinem Zelt, und redete Josef, seinem Lieblingssohg, zu, einmal nach den Brüdern zu scheu. Das hätte er nicht tun sollen, denn tamn erschien Rmth-Joses dahinten bei den Jungen?, da zogen sie ihr das Kleid herunter, banden ihr mit einem Bindfaden Arme und Beine und warfen sie in einen Graben, der zum Glück ansgetrocknet war und die Stelle des Brunnens 'vertrat. Joses heulte jämmerlich, vor allem des Kleides wegen, aber die Brüder waren sich einig, daß darauf leine Rücksicht genommen werden könnte. Peter holte eine Flasche Himbeersaft ans der Speisekammer (Minna hatte glücklichenveise Ausgang) und goß die halbe Flasche über den bunten Rock. Ruths Tränen waren ganz echt und paßten herrlich in die Handlung. „Madels beulen auch immer gleich", meinte Peter verächtlich und schlug vor. den Rest der Flasche ans das Getingen ihres Plans zu' trinken. Dann rannten Uli und Gottlieb los. zu Jaalvb ins Zelt, um ihm die schreckliche Nachricht zu bringen, daß Joses von