Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 32 (9.8.1934)
- Date
- 1934-08-09
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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■. Mim ^owmyitfflß- Ttdje Mensch ist gesund. Leidet er, so hört er aus, gesund zu sein. Das Böse, das ihn trifft, macht ihn böse. Wo diese naturalistische Psychologie gepredigt wird, muß es ausgeschlossen erscheinen, Eltern zuzumuten, ihre Kinder in der für Juden in Deutschland vorhandenen Atmosphäre aufwachsen zu lassen. Wirklich, wie sollen sie gesund bleiben? Aber der Jude besitzt als Jude Erlebnisweisen, denen gegenüber eine naturalistische Psychologie nicht zuständig ist und restlos ungültig wird. Das Leid verstockt, und das Leid vertieft. Es verstockt, verhärtet, verrenkt den Menschen. der nichts ist als Adam. Jude und Adam bedeutet nicht dasselbe. Adam kann nur leiden. Der Jude trägt sein Leid. Wenn wir also lim unserer Kinder willen, die in Deutschland auswachsen sollen, und auch um unserer selbst willen fragen, kann man Leid ertragen, ohne Schaden zu nehmen an seiner Seele, so antworten wir mit Ja. Ter Jude kann es. Aber nur als Jude, als der also, der um Gott weist, sich in feiner Existenz mit ihm verbunden weiß. Weil der Jude in seiner Cristeuz sich nicht nur als Mensch, sondern als an Gott gebundener Mensch sieht, ragt er über sein irdisches Schicksal hinaus. Er ist stärker als sein Leid, und deshalb must auch das Leid, das ihn nicht besiegt, ihm dienen. Es macht seinen Glauben tief, es verklärt sein Menschentum und macht ihn zu jenem Leidcusträger, der etwas ganz anderes ist als „unglücklicher Mensch", und für den die Bibel den Namen hat: Knecht Gottes. Damit wrr im Leid nicht Schaden an der Seele nehmen, müssen wir aber unser Judentum wahrhaft lebendig machen. Das deutsche Judentum must Judentum sein, wenn es sein Menschentum retten will. Das Schicksal zwingt hier das deutsche Judentum, wo das glücklichere Westjudeutum noch frei ist. Ter deutsche Jude braucht sein Judentum wie ein Stück Brot. Dieses Schicksal läßt nicht zu, daß man bei der Beantwortung der Frage nach dem Zentrum des Judentums das deutsche Judentum übergehe. Es sind noch zwei weitere Momente zu erwähnen, die daran denken lassen, daß das deutsche Judentum für das Gesamtjudentum in religiöser Beziehung führender Teil bleiben könnte. Das erste betrifst die Bekehrung des )üdischeu Intellektuellen. Dadurch kann dem deutschen Judentum eine Erstarkung zuteil werden, die mehr ins Gewicht fällt als die Verminderung seiner Kopfzahl. Jüdische Menschen, die gestern noch ihre Arbeit und vor allem ihre Befähigung an Universitäten, in Kunst, Literatur und Presse entfalten durften, die als Rechtsanwälte und als Leiter groster Unternehmungen gearbeitet haben, stoßen zu uns. Teilweise stehen sie in der inneren Ar» Ter große Mann schaute beglückt empor, und wie ich ihn ansah, enrpfand ich alles doppelt tief: den Gegensatz von überwundener Enge und Dunkelheit zu leuchtender Lichtfülle, die gebändigte Architektur gegen die zügellosen Naturformen der Felsschlucht, den Triumph einer Schönheit, die die Jahrtausende überdauert. Dem Fellachen, der uns seit seinem Dorf begleitet hatte, wurde die Zeit lang. Er ritt durch das Gestrüpp auf den Tempel zu und postierte sich stolz zwischen den Portikus. Er reichte hoch zu Nost kaum bis zur Säulenbasis. „Site" schrie er. „Site. Madame, mache ein Bild von mir." Wir bogen in das Ouertal und waren nun auf dem Territorium der ehemaligen Stadt Petra, der „Fels" oder Sela, wie sie unter den Edonritern hieß. Ihre Bedeutung bekam sie wohl erst unter den Nabatäern als Zwischenstation der Karawanen, die von Aegypten nach Gaza, Damaskus und Palmyra zogen. Aber dieses Palmyra überflügelte allmählich Petra, das immer mehr verfiel und schließlich in völlige Vergessenheit geriet, bis es zufällig von einer Expedition neu entdeckt wurde. Von der ehemaligen Stadt Petra ist nichts, nicht das geringste mehr vorhanden. Nur die Wohnstätten der Toten haben die der Lebenden überdauert. Und so ziehen sie sich nebeneinander au den Felswänden entlang, eine immer prachtvoller als die andere, der sechzig Fuß hohe „Urnentempe!" mit seinem reich modellierten Portal und dem Altar da. vor, auf dem den Geistern geopfert wurde, und Felsmale mit Pylonen und Stufenarchitekturen, die den Einfluß der Aegypter und Perser, Griechen und Syrer zeigten. Ein dreistöckiger mit korinthischen Säulen geschmückter Tempel endlich glich durchaus einem römischen Prunkpalast. Aber in seinem Innern verbargen sich nur in den Berg getriebene Höhlen für Sarkophage und Urnen. Wir waren längst von unseren Pferden gestiegen. Unter brennender Sonne drangen beit, die für das deutsche Judentum zu leistenist. Diese Menschen, gestern noch Vertreter des freien Geistes, haben ein Erlebnis hinter sich, durch das gerade die besten von ihnen beginnen werden, sich mit der Welt des Judentums auseinanderzusetzen. Der Krästezustrom. aus den wir hier hoffen dürfen, wird sehr stark sein. Das zweite Moment bei der Betrachtung, ob das deutsche Judentum führend sein kann, betrifft Deutschland selbst. Deutschland ist Glaubeus^chlachtfeld. In Deutschland ist die Glaub ensprage in Bewegung, wie in keinem anderen Land. Die Auseinandersetzungen über die Stellung des Glaubens zu Staat und Volkstum gehen in eine Tiefe, die alle Ehrfurcht beanspruchen kann. Das deutsche Judentum erlebt das alles mit. Dadurch werden gerade die deutschen Juden manche Kapitel aus der zurückliegenden jüdischen Geschichte, in denen solche Auseinandersetzungen auch Vorkommen, neu begreifen lernen. In der zweiten Emanzipationsbewegung, im Gespräch über die Abwehr des Antisemitismus, wird der Christ unser Gesprächspartner werden. Der Christ kann und darf kein Antisemit sein. Die bisherige Emanzipationsliteratur des deutschen Judentums hatte ein philosophisch-juristisches Gepräge. Die neue wird ein theologisches erhalten müssen. Auch hier zwingt das Schicksal gerade das deutsche Judentum in die religiöse Gedankenwelt hinein/ während das übrige Westjndentum, zu dem auch das palästinensische Judentum gehört, von solcher unausweichlichen Notwendigkeit nicht getroffen ist. Tenn im Westen haben die irdischen Ideen der Zivilisation ihre noch immer unerschütterliche Bedeutung und ihren alten Glanz behalten und werden sie behalten, solange es ein Abendland gibt. Für das deutsche Judentum beginnt eine andere, die zweite Emanzipationsbewegung. Im Namen der „Vernunft", im Namen der allgemeinen Menschenrechte für uns etwas zu fordern— dieses Zeitalter ist vorbei. Nunmehr müssen wir im Namen Gottes fordern. Unser Abwehrgespräch gegen den Antisemitismus — es ist Gespräch und kein Kamps — wird damit religiöse Bewegung. * SIS. Fmmias gfolfftoft an das EM Eine Betrachtung über das deutsche Judentum kann nicht schließen, ohne auf Jeremia 29, 7 Bezug zu nehmen. „Suchet das Wohl der Stadt, in die ich Euch geführt habe, und betet für sie zum Ewigen. Denn aus ihrem Wohl beruht euer Wohl." Es bedarf keiner besonderen Ausführung, um zu betonen, daß diese Bibelstelle für uns ihre Gültigkeit behält. Wir beten für Deutschland. Das Gebet des Juden für Deutschland ist der echte, weil kreatürliche Ausdruck des Tankes für die Tatsache, daß wir hier Brot haben. Wir denken an Deutschlands Flüsse und Täler-und seine Meister und Dichter, und es ist das kreatürlich Selbstverständliche, wenn wir es aussprechen: wir lieben Deutschland. Dieses kreatürliche Reagieren, das da ist und in uns bleiben wird, bleibt gerade dann in ungebrochener Echtheit erhalten, wenn cs in eine politische Formulierung nicht eingeht. Unsere Liebe zu Deutschland als kreatürliches Reagieren wird in Würde zum Ausdruck gebracht werden können. Daß diese Würde nicht gewahrt wird, wo man sich bemüht, sein Bekenntnis zu Deutschland rasch -an die in der Macht" stehende politische Formel anzugleichen, ist selbstverständlich. Man erwähnt von der Botschaft de8 Jeremia an die Exulanten in Babel immer nur den hier genannten Vers?. Die vorhergehenden Verse sind auch zu beachten. Diese besagen, daß das Säen und Ernten, das Freien und Kindcr-Zeugen nicht aushören soll: die Welt blüht weiter unter der Liebe Gottes, auch wenn die Weltgeschichte messianisch ausgeregt ist und eine Vergangenheit sich unter Katastrophengetöse von der Gegenwart ablöst. Solche Gelassenheit, die wir in aller Not der Zeit nicht preitzgcben sollen, fordert Jeremia von seinen Brüdern im Exil: „Bant Häuser und bewohnt sie, pflanzt Gärten und esset ihre Frucht. Nehmt Weiber und zeugt Söhne' und Töchter, nehmt euren Söhnen Weiber, und eure Töchter gebt Männern, daß sie Söhne und Töchter gebären, mehrt ench dort, mindern dürft ihr euch nimmer!" Wenn die Erstarrung, die vom deutschen Judentum Besitz genommen hat, weiter dauern würde, so würde mehr verloren sein, als uns in Wirklichkeit entrissen wird. Das ist die erste Voraussetzung, unsere Zeit jüdisch zn leben, das heißt, Vertrauen zu haben, auch wo die Zukunft dunkel ist. Die Statistiken aus unserer Mitte, die den Untergang des deutschen Judentums prophezeien, sind, wenn sie Wissenschaft sein wollen, als Jeichendeuterei zn benennen, von der es in der Schrift heißt, daß sie „ausgervttet" werden soll aus der Mitte Israels. Tenn die Zukunft ist Gottes, der frei in seinem Willen ist und durch keine statistischen Berechnungen gebunden. Mit Vertrauen auf die Unausschvpfbarkeit der Zukunft, die nicht vorweggenommen werden kann, und mit dem Hoffnung gewährenden Wissen, daß sich unsere Gemeinschaft immer wieder von einem „Rest" her ausbaut, leisten wir die Arbeit für das deutsche Judentum. Wir glauben, daßdiese Arbeit, wenn Gott sic segnet, gelingen kann und wehren uns gegen die den Untergang des deutschen Judentums vorhersagende Statistik, die uns hier in den Arni fallen will. Trotz allem können wir nicht einfach die Parole ausgeben: bleibt in Deutschland. Nüchtern müssen wir der Tatsache ins Auge sehen, daß für bestimmte Jahrgänge die Auswanderung unausweichlich ist. Wer hier seiner Liebe zu Deutschland dadurch entsprechen will, daß er diesen Jahrgängen sagt: „Bleibt in Deutschland, gewiß, ihr seid der verlorene Hause, aber bejaht diese tragische Situation"," der vergißt eins: für die Tragödie gibt es keinen Platz in der jüdischen Frömmigkeit. Jüdisch ist das Martyrium. Das aber sich zn wählen, ist Sünde, wie sehr es die höchste jüdische Tugend ist, es zu tragen, wo es Schicksal ist. In der Tragödie verklärt sich das Heidentum so sehr, daß es fast in die Nähe des Heiligen kommt. Aber tragisch und heilig sind Begriffe aus zwei ganz entgegengesetzten Welten. Das Tragische ist zu Hause in der Welt der irdischen Werte, zu denen auch die politischen gehören. Unsere Liebe zu Deutschland ist kreatürlicher Ausdruck und keine politische Formel. Ter Wille, als verlorener Hause in Deutschland zu bleiben, ist schon ein politischer Entschluß. Dieser Entschluß ist hier Wille zur Tragödie. Der Jude ist unpolitische Figur. Ter Jude, der flieht, der Heimat verläßt und fortkandert, ist von einer Würde fcntoew die nicht bloß etwas Irdisches im Sin^l der Herdnischen Tugend, der Arete ill Diese Würde, die der sortwandernd- Jude besitzt, rft das durch das biblsich» Kawod Bezeichnete. ein Wort, das' die Äbck auch von Gott autzsagt — K'wod el, die Ebr- Gottes — und das in der lateinischen Ueber setzung als Gloria fast schon wieder in die politische Wertung übergeht, aber in der den! scheu Rückübersetzung, als Glorie, als Herrlichkeit, den nur religiösen Klang wieder er halten hat. Wir können nicht einfach Parole ausgeben: bleibt in Deutschland wie sehr uns auch die Erhaltung des deutschen Judentums am Herzen liegt. Deshalb baden wir an zwei Plätzen zu stehen. Wir merneu sorgen, daß, wer in Deutschland bleiben kann hier bleibe. Und dem, der es nicht kann der keine Existenz findet, müssen wir in seinem Jiidenschicksal, liebe Heimat auszugebeu Helsen. Für das deutsche Judentum ist heilte das Zwingende ein Schicksal, nicht eine Ideologie. In einer Familie, deren Glieder gestern noch durch eine gleiche Ideologie beftimmt waren, konnte es sehr oft nicht der gleiche Weg sein', der gegangen wurde: ein Teil der Familie blieb in Deutschland, der andere walidte sich nach Palästina. Am Schicksal des deutschen Judentums erweisen sich die Ideologien in ihrem nur relativen.mir weltlich-zeitlichen.nur irdischen Gesicht. Das ist die große Lehre der Zeit, eine Lehre, für die wir nicht genug dankbar sein können. Das Judentlun ist keine Ideologie. Wo die Ideologie herrscht, ist das Judentum verdrängt. Für das deutsche Judentum, in dem das Schicksal zwiugeud. aber nach verschiedenen Seiten hin wirst. ist die Starrheit der Ideologie, die iinmer nur einen Standpunkt verkörpert, die Geiahr. vor der Zii warnen ist. Die Ideologie ist die Formel, die man leicht nachsprcchen kann. Cie ist das Requisit für Propaganda, für Massenversammlungen, für Sprechchöre. Bau dem Sprecher der Ideologie, dem Rhetor, der eine echt heidnische Figur ist. iniiß sich der deiitsche Jude fernhalten. Tie Sprache, die unser wehes Herz verlangt. nniB das Pathos vermeiden, das in der Massenversammlung zu Hanse ist. Wenn außer der Hilfe von Mensch zu Mensch, die getan werden muß. überhaupt geredet wird, muß es ein Wort sein, das das Maß hat. das ziim Maß des jüdischen Schicksals paßt. Das deiitsche Judciltilm wird begreifen, daß dieses Wort von der Kanzel, aber liicht voii der Rednertribüne gesagt werden kann. Selbstverständlich kommt cs auf die Persönlichkeit des Sprechers an. Der eine mißbraucht die Kanzel und macht fip zur Rednertribüne, der andere, kompromißlos und lauter, ist stark genug, um aiich in die Masseiiversaminluiig das Wort, das soiist in der Predigt lebt, hineinzutragcn. In der Gemeinschaft der jüdischen Gemeinde, nicht in der Organisation einer jüdischen Partei wird gesagt werden können, was gesagt werden muß. Parteien siiid, wo Ideologien sind. Ueber beide ist das Schicksal des deutschen Judentums hinansgewachsen. Tu echtes Jildentum ideologiebefreites Judentum, pa'rteibesreites Jrldelitinn ist. ist zu hoffen, daß dort, wo im deutschen Judentum das Schicksal verstanden wird, echtestes Judentum gedeihen ivird. wir schweigend irnd erschüttert in diese Einsamkeit und kletterten endlich, gefolgt von unserem Hunde, ans felsgehauenen Stufen empor zu einem fast von der Natur geschaffenen Amphitheater. Wohl dreitausend Lebende konnte es fassen, aber über der obersten Sitzreihe begannen die Höhlen für die Toten. Ter Blick von oben umfaßte alles, was wir gesehen hatten, die hochgetürrnten Felsen und die Reihe der Totenpalüste iind dazwischen die heitere von Anemonen bunte Ebene. Aber hier entdeckten wir auch, daß das Tal sich plötzlich in einem rechten Winkel abzweigte und in einer Sackgasse zwischen den Felsen endete. „Siehst du da die weißen Punkte?" fragte der große Mann. „Da müssen wir hin." Ich kniff die Augen ein. Ja, ich sah die weißen Punkte unten im Schutz des Felsriegels. „Sind das Zelte?" srug ich unsicher. Er nickte. Dann stiegen wir bergab. Wir waren fast angelangt und hielten nur ein wenig bei „Gusr Pharao", das einzige freistehende aus Quadersteinen errichtete Gebäude, von dem noch eine Ruine erhalten ist, die Araber glauben, daß es einmal das Haus des Königs war. Ein Herr, weiß bekleidet und mit Fes, kam uns rasch entgegen. Der Sicherheit halber begrüßte er uns in englisch, französisch. deutsch und italienisch, während er Barak, der müde heranhinkte, freundlich am Kopf kraute. Er führte uns in ein langes prachtvoll gesticktes Zelt. Ein reich gedeckter Tisch lachte uns entgegen und erinnert uns, daß wir halb verhungert und verdurstet, nunmehr aber wohl geborgen in Cooks komfortablem Zeltlager waren. Wir säuberten uns schnell und kehrten in das pompöse Mittelzelt zurück. Der Manager erzählte, daß es seinerzeit dem deutschen Kaiser von den Palästinensern für seine Orientreise aestiftet worden war. und wir fühlten uns sicher nicht wenig erhaben über die bürgerlichen Menschen, wie uns nun tief in Transjordanien von Cooks Gnaden ein Diner von sechs Gängen serviert wurde und eisgekühlter Wein und Gingerbier. Mit leichter Rührung dachten wir' an unsere kleine Bohömewirtschast in Jerusalem. Wie weit lag das zurück. Wochen, Monate, nicht wahr? „Wo wünschen die Herrschaften zu übernachten?" fragte der Manager, „in einem von unseren Zelten, bitte sehr." Er hob das Zelttuch vom Eingang, und wir konnten sehen, wie sauber es anssah und wie systematisch Betten, Waschtisch und Stühle darin ansgebaut waren, „oder in einer Höhle? Ich empfehle das Letztere. Es ist bei weitem kühler." Wir entschlossen uns also für die Hohle, ein römisches Grabgewölbe, neun Nieter breit, drei Meter hoch und fünf Meter tief. Ans dichten Zweigen waren zwei Zwischenwände improvisiert, und die daraus entstandenen Kojen waren zn drei Doppelschlafzimmern hergerichtet. Kein Grand Hotel der .Welt konnte entzücktere Gäste beherbergen als uns, da wir unter unsere Moskitonetze krochen. Ter Sternenhimmel blickte in unsere Felsenkammer, und der große Mann brummelte schon halb im Schlaf: „Thusnelde, du hast wieder nicht die Fenster geputzt." Als wir am nächsten Morgen zu neuen Abenteuern unsere Höhle verließen, und Barak riesen, ließ er lediglich einen unzufriedenen, nicht mißzuverstchenden Laut unter meinem Bett ertönen. Das bedeutete unzweideutig: „Macht ihr eure verrückten Klettcrpartien in dieser .Höllenhitze nur allein, liebes Herrchen, teures Frauchen. Ich habe genug davon und bewache inzwischen in dieser ungesicherten Höhle euer Gepäck." Wir konnten uns gegen seine Logik nicht verschließen. Die englische Negierung ist für das Leben der Touristen, die Petra besuchen, verantwortlich. Darum wurde uns außer einem Beduinen als Führer noch ein dort stationierter englischer Soldat mitgegeben, und so hatten wir Aussicht, wenn die beiden sich nicht im gemeinsamen Interesse gegen uns verbündeten, ungekränkt von unserer Expedition zu den Zelten zurückzukehren, um so mehr, als sich uns nun auch ein Dolmetsch anschlvß. (Schluß folgt.) Der Landesverband Heflen-Nasfau im Verband der Indischen Iugendvercine Deutschlands teilt uns mit. daß er für seine Kleingemcindeartvik eine Bibliothek amGucch w:Il. Er bittet die jüdiscl)e Ochsentlichkeit. ihn in seinen Bestrebungen durch Stiftung vo» Büchern zu unterstützen, besonders lxmötigt er Bibclereinplmc. biblische Geschick,lsiverke, jübtjdic Belletristik. indisch, soziologische Werke, zionistische und Palästina. Literatur sowie um Bücher aus dem Gebiet der ReligionZ-, Kultur, und Kunstgeschichte. Spendet deutsche Lücher für die hebräische Universität in Jerusalem! Wir hatten bereits früher einen Austus der Bibliothek in Jerusalem veröffentlicht, in der diese um Bücherspenden bat. Bon der Leitung der Bibliothek werden ivir gebeten, diese Bitte noch cmmal bei unseren Freunden zu wiederholen, rie Universitätsbibliothek in Jerusalem hat iür das geistige und wissenschaftliche Leben Palästinas eine ständig steigende Bedeutung gewonnen. Durch die Uebersiedlung zahlreicher deutscher Inden ist das Bedürfnis nach deutschen Büchern, insbesondere deutscher Fachliteratur, gewachsen. Bon _den 260 000 Bänden der Bibliothek sind bereits in deutscher Sprache abgefnßt. Es liegt audichm Interesse der deutschen Juden, denienigen Wlpcnschaftlern ans Teiitschland, die jetzt eine Fortführung ihrer wissenschaftlichen Arbeiten drüben versuch^!, die Möglichkeit zn verschaffen, ihre Arbeit an vanv der gervohnten deutschsprachigen Literatur J'! [elften. In zahlreichen Haushaltungen finden M Bücher, die nicht mehr "gebraucht werden.,, I" Augenblick mir ein toter' Ballast, können inj " der Jerusalemer Bibliothek jedem ans TentsüMiiv den geistigen Zusainmenhang mit ihrer veimar erhalten helfen. Wir unterstützen deshalb diec der Leitung der Jerusalemer Bibliothek naaidnialiclh, Kosten entstehen dein Spender in "N Weise. Es genügt eine kurze Mitteilung an ln Berlin errichtete Sammelstelle ... Zionistische Bereinigung. Berlin W- 15). d'.e Abholung der Bücher vornimmt.