Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 32 (9.8.1934)
- Date
- 1934-08-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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MMNM 116 ls m Je L!e ersten *cc wirtschaftliche und soziale Aufbau, der den in Deutschland wurde und wird, will er in" ^:ncr Gliederung zahlenmäßig betrachtet und in seinen Beräiiderungerr statistisch und. soziologisch ' fn^t werden, niemals ohne Vcrgleichszissern Pfl-ccftcEIt werden. Am wesentlichsten Vergleichs- Eßstab, nämlich an der Struktur der gesamt- Stichen Bevölkerung, werden die mannigfachen llni'er'chieblichkeiten in der Schichtung beider puppen deutlich sichtbar. Hatten schon die Ercbnine der Volks-, Berufs- und Betriebszählung stahrc 1025 und die Resultate der Sonder-!>,,»Wertung für die Inden einzelner deutscher bemerkenswertes Material zutage gess'-dert, so darf man von den Ziffern der voriHiriqe'n Erhebung noch interessantere und brauch- Qrctc Ausschlüsse erwarten. Noch steht daoin, U inwieweit und wann Zahlen, die die wirtschauliche und gesellschaftliche Gruppierung Der de u t s ch e n Z u d e n aufzählen, der Ocssentlichkeit bekannt werden. Deshalb wird man mit geringerer Aufmerksamkeit die für die geiamtc in Deutschland lebende Bevölkerung geltenecu zusammenfassenden Ziffern, die Ende Juli in Virtschaft und Statistik" (heratrsgegeben vom LLatiüischen ReichSamt; Verlag Neimar Hobbiug, Acrlin SW 61) erstmalig zusammengestellt wer- Den, betrachten. An dieser Stelle sei nur auf einige dcdeut'amere ,Feststellungen dieser neuesten ^tati'tik hingewiescn. Tie Smtematik der Statistik ist im wesentlichen dieselbe geblieben wie 1925. Nur hat man bei der sozialen Gliederung „Beamte" und „Angestellte" gesondert ersaßt. Um die Wirkungen ter Wirtschaftskrise besser untersuchen zu können, werden die Erwerbstätigen und die Erwerbslosen, Die zusammen ' die Kategorie „Erwerbspersonen" bilden, erstmalig getrennt behandelt. Von den Millionen Erwerbspersonen waren 26.4 erwerbstätig und 5,9 Millionen erwerbslos. lTic Erwerbslosenzahl, die für den Stichtag der M'lung gilt, ist inzwischen bekanntlich stark Zurücks,egangen.) Der Kommentar des Statistischen 'Üeichsamts weist darauf hin, daß sich unter den Erwerbslosen diesmal auch diejenigen befinden, bie nicht bei den Arbeitsämtern befindlich waren, bie sogenannten unsichtbaren Arbeitslosen. Tie Zahl der berufslosen Selbständigen. worunter man die Reuten- und 'Annousempsänger. die Sozialrentner usw. ver- 'sicht, hat um 51,4 v. H. gegenüber 1925 zugenommcn aus Gründen der zunehmenden Besetzung der '.H°rm Altersklassen und des vollständigen ÄMwechsels in der Wirtschaft. De verteilen sich 1933 die Erwerbspersonen aus die fünf großen Wirtschaftsabteilungon oder, cv-kstümlicher ausgedrückt, auf . die Wirtschaftszweige? In der Land- und Forstwirtschaft waren 28.9 v. H. (1925 30,5 v. H.) tätig, in Industrie und Handwerk 40,4 (42.1 v. H.), in Handel und Verkehr 18,4 (16,4) v. H. und im 5Si3 16.3*M l§33 Ceffcnilidjcn Dienst 8,4 (6,6) ». H. In häuslichen ^:en;ten standen 8,9 (4.4) v. H. Also: Abnahme der Erwerbsperfonen in der Land- und Forst- Wirtschaft und, was ganz besonders beachtlich ist, rn der Industrie; dagegen verhältnismäßig starke Ausdehnung - in den Wirtfchaftsabteilnngen „Handel und Verkehr" und „Oeffcutlicher Dienst" (Verwaltung, öffentliche Fürsorge und sonstige Dienstleistungen). Betrachtet man die Erwerbstätigen unter den „Erwerbsperfonen" für sich, so Zechen sich durch die Krise bedingte, inzwischen ■ 3* D. durch den Rückgang der Arbeitslosigkeit wieder behobene Wandlungen noch schärfer: die Land- Wirtschaft beschäftigte 180 000 Arbeitskräfte mehr als Industrie und Handwerk zusammen. Das ist feit fast einem halben Jahrhundert nicht mehr der Fall gewesen. Die Landwirtschaft hatte weniger Arbeitskräfte freigefetzt als die Industrie und überdies die Mehrzahl der nebenberuflichen Erwerbslosen ausgenommen. Soziale Gliederung der Gesamtbcvölkeruug bedeutet im Einzelfall sowie! wie „Stellung im Berus". Bei den „Erwerbspersonen" zeigen sich keine außergewöhnlichen Abweichungen gegenüber dem Stand von 1925. Selbständige .... Mithclfende Familienangehörige .... Beamte und Soldaten Angestellte . . . . Arbeiter. Hausangestellte ... Selbständige .... Mithelscnde Familienangehörige .... Beamte und Soldaten Angestellte . . . . Arbeiter ..... Hausangestellte ... 18. 6. 1933 5 303 257 16,4 v. H., 5 312 109 1 483 768 4 033 208 14 946 048 1 218 108 16.4 v. H.. 4,6 V. H., 12.5 v. ö., 46,3 ö. 3,8 v. H„ 16. 6. 1925 5 083 000 15,9 v. H., 5 437 227 17,0 V. H., 5 454 495 17,y 0. H., 14 708 991 46,0 v. ö„ 1 325 587 4,1 v. H. Tie Zahl der Beamten hat um etwa 100 009 abgenommeu. Tie A n g e st e l l t e n haben um 200 000 bis 500 000 zugenommen, die Selbst ä n d i g e n nur mäßig, immerhin stärker im Handel, weil sich hier durch die Krise erwerbslos gewordene Personen vielfach selbständig gemacht haben. Das Anwachsen der Industriea r b e i t e r s ch a f t, das Jahrzehnte hindurch das Bild von der sozialen Schichtung der deutschen Bevölkerung kennzcichnete, hat erstmalig aufgehört. Wenn auch, wie mehrfach betont, in dem seit der letzten Berufszählung verflossenen Jahr gewisse Verschiebungen im beruflichen und gesellschaftlichen Bau des deutschen Volkskörpers eingetreten sind, so bieten die Statistiken dennoch für jede, soziologische Betrachtung wertvolle Anhaltspunkte. Ihre Bedeutung für die deutschen Juden wird bei Vorliegen der entsprechenden Zahlen für den jüdischen Bcvölkerungsteil noch klarer in die Erscheinung treten. E. G. L. o'kü'rJiv.. 3 MMWMM ß&A« <^fsr\4 AtM IMU öM-M .v.^rr.-voir ' ... Tie seit längerer Zeit erwartete Neuregelung Au Transferierung von Kapital nach Palästina rwccks Schaffung einer .Heimstätte ohne Auswanderung ist jetzt durch die Reichsstelle für Tevifenbeuir'sclvslung erfolgt. hierbei handelt es sich um die Möglichkeit, daß ■ in Teutschland wohnende Juden, die zurzeit nicht eusn'andcru wollen, gleichioohl schon jetzt Anlage- -^r!e dort erwerben können. Tie Vorschriften für Ae Auswanderung, nach denen jeder wirtschaftlich ulbnändige Auswanderer 1000 lxrl. Psd. Sterl. in -ur und d<ineben auf Grund eines Gutachten.s der A:-mandererberatungsstelle noch unbeschränkt rohere Beträge über das bei der ReichshauptbaiiL fruchtete Sonderkonto I der Tenipelaesellschast in uaisa ausführen darf, bestehen weiter. Tie im folgcndcu daraestcllte Regelung für Nichtauswandecer cht aber auch für Auswanderer mit der Maßgabe, über die von der Auswandererberatungsstelle f‘} angemessen anerkannte Summe hinaus Beträge "5 höchstens 50 000 RM je ^rfon einschließlich w Devisen oder zur Einzahlung auf Sonderw:uo 1 genehmigten Beträge zum Transfer über Sonderkonto II bewilligt werden können. Im Gegensatz zu dem Transfer über Sonderkonto I dient das Sonderkonto II der Tempelge- E'Mst dem Transfer auch ohne Auswanderung. fie Höchstgrenze der Einzahlungen auf Sonder- -onto II beträgt für jede wirtschaftlich selbständige ^rson 50 000 RM. Bei einer etwaigen späteren Auswanderung ist der auf Sonderkonto II eingeschlw Betrag auf den von der Auswandererbera- ^'sg-stelle als angemessen erachteten Betrag anzu- ^cnnen und entfällt die Zuteilung des VorzeigesEsdes von 1000 pal. Pfund Sterling. , erforderliche Genehmigung der De- 'tzenftelle muß erteilt werden. wenn Antragsteller eine Unbedenklichkeitsbescheini- ^ngdes Finanzamts sowie eine Bescheinigung des erlnwr Palästina-Amts. die seine e r n ft h a s t e ' 01td)t, sich eine Heimstätte in Pa- 'legt 3U ^a^en' glaubhaft macht, vor- 4, ,.^ Einzahlung erfolgt zugunsten der „Haa- ^nx ^^l-Aviv; gegen sie entsteht auch die Einzahlenden. 4.jc Forderung muß entweder znm Ankauf von und und Boden in Palästina oder zum Erwerbe Betelligintg der diplomatischen Kreise aus ’ dem. jüdischen Friedhof in Arliugton statt.-Dem-. Sarge folgten der mnerikanische Staatssekretär des Auswärtigen, ,H u l l, und viele andere hohe Beamte der amerikanischen Negierung. .. Der Vorsitzende der asdstennsischcn Gemeinde . im Haag, A. Simons, feierte seinen 70. Ge», bnrtstng. Der Itrbilar, der im politischen Leben eine bedeutende Rolle spielt und auf sozialen und philanthropischem Gebiet hervorragend tätig ist. ist einer der ältesten Anhänger der Zionistischen Bewegung in Holland. Er ist Vorsitzender der Haager Ortsgruppe des jüdischen Auswanderer- Hilfskomitees und des Knratoritnns des jüdischen Waisenhauses im Haag. Anläßlich der Einweihung des neuen^ Gebäudes des Waisenhauses vor vier Jahren wurde ihnt von Königin Wilhelmine das Ofsizierskreuz des Ordens Oranien-Nassait vcr- Der Vizepräsident der Wiener Kultnsgcmeinde, Tr. Josef L ö w e n h e r z, vollendete am 6. August sein 50. Lebensjahr. In der algerischen Stadt Gonstantine, in der cs in den letzten Jahren wiederholt schon zu Ausschreitungen gegen die dortige jüdische Bevölkerung gekoutmen ist, haben blutige Zusammenstöße zwischeu Juden und Arabern stattgefriuden, bei denen etwa znwihundert Persoiten von beiden Parteien verwundet wurden. Zahlreiche jüdische Läden wurden geplündert, einige ausgebrannt. Nach der „Enrvpa-Prcß" sollen die Ausschreitungen durch das Gerücht hervorgcrnfen ivorden sein, daß Jtidcn die Ntancr einer Btoschee besudelt hätten. In den Kämpfen wurden Mesier und Schußn>siscn benutzt. Die Polizei wurde durch . lZendar^nerie und Truppen verstärkt. Die Zahl der Verletzten wird in dein Bericht der „Europa- .Preß" nur mit zwanzig angegeben. In einer am 2. August in Wien abgchnltenen Pressekonferenz betonte der neue österreichische Bundeskanzler Dr. Sdjuschnigg, daß der verfassungsmäßig verankerte Grundsatz der Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz für die Negierung auch weiterhin maßgebend sein werde. Aus die Frage eines Pressevertreters, ob sich, dieser Grundsatz auch auf die Juden beziehe, antwortete der Bundeskanzler: „Selbstverständlich!" und fügte hinzu, daß die Gleichheit vor dem Gesetz für alle diejenigen Geltung haben soll, die sich an das Gesetz halten. Nach eiltcm Londoner Bericht des „Völkischen Beobachters" hat der cnglifcfjc Außenminister Sir John Simon sich in einem Brief an den bekannten Journalisten Sir Archibald Hurd gegen das Gerücht gewandt, daß er jüdischen Ursprungs sei. Er habe unter seinen Freunden Juden, denen er die größte Hochachtung entgegenbringe. Er selbst sei arifcfjcr Herkunft ohne die geringste jüdische Beimischung. . David Hermanns Olivier, einer der drei Angeklagten in dem „Weisen von Zion"-Prozeß in Johannesburg. über der: wir in der vorigen Nummer l^erichteteu, ist von der Arbeit der Grauhemdenorganisation. deren Zeitschrift „Rapport" er leitete, zurück-. gereeu. Das Ureil im Prozeß ist in der nächsten Wocl-e zu crwaren. Wir iverden darüber Bericht erstatten. UBBSek nun sonstiger palästinensischer Anlagewerte verwendet werden. Hierzu zählen insbesondere: Häuser, Hypotheken, Pfandbriefe. Schuldverschreibungen (Anleihen), langfristige Tarlehnssorderungen, Anteile au Unternehmungen und Gesellschaften (Aktien usw.), sofern der Schuldner, die Unternehmung oder die Gesellschaft in Palästina ansässig und — bei Hypotheken — das belastete Grundstück in Palästina belegen ist. Aus der weiteren Regelung, die hauptsächlich die Einzelheiten der technischen Dnrd)führung betrisst, sei nur noch hervorgehoben, daß, über Erträgnisse von Grundstücken im Rahmen einer ordnungsmäßigen Wirtschaft frei verfügt werden darf, während andere Erträgnisse der erworbenen Aulagewerte, insbesondere fällige Zins- oder Gewinnanteilscheine unverzüglich der Reichsbank auzubieteiu sind. Ein Umtausch der Aulagewerte in andere der erwähnten Arten wird genehmigt. Etwaige Spitzenbeträge können mit Genehmigung, die erteilt werden muß, wieder Zum Erwerbe solcher Olnlagewerte verwendet werden.- Rudol! Gräupner-Bcrlin. f** a P. $?* y", tiO ii V* S( w w)10" V V ivü V SBie die „London Gazette" mitteilt, wurde Major H. L. Nathan, das bekannte jüdische Mitglied des englischen Unterhauses, zum stellvertretenden Grafschasts-Statthalter von London ernannt. De'' Bürgermeister von Windsor-in der Provinz Ontario. David A. Groll, ist zum Minister für das Städte- und Wohlfahrtsweren in der Regierung von Ontario ernannt worden. Es ist dies daS erstemal, daß in Kanada ein Jude alS Kronminister vereidigt wird. In einem New-Porker Krnnkenhanse ist der belgische Gesandte in den Vereinigten Staaten. Paul May, gestorben. Ter Verstorbene, der sein Amt im Jahre 1931 angetreten hatte, bekleidete als erster Jude einen Gcsandtenposten in Waslsington.' seitdem Lord Reading englischer Botschafter in Amerika war. Gesandter May und sein» Gattin stammten aus alten, angesehenen jüdischen Familien Belgiens. Die Beisetzung von Paul 3?^. der strenggläubiger Jude war fand unter außerordentlich starler- NeichsrefOrm Jtt der „Europäischen Revue" (10. Jahrgang, 7. Heft) erörtert Artur Zickler die umfassenden Maßnahmen, die die Reick)sregierung zum Neuausban des deutschen Staates getroffen hat. Tie Vollmacht der Reichsregierung, Verfasfungsrecht zu setzen, ist — wie Zickler hervorhebt — ultbegrenzt und unbeschränkt. Das Reichstnuenministerium ist der Nlittelpunkt der Reichsverwaltung, Tie Hvheitsrechte der Länder sind vollkommen auf das Reich nbergegangen. Tie ehemaligen Landesgrenzen stellen heute nur noch vcrwaltungstechinsche Gebietsgrenzen dar. Oeder Zcntralisntns und mechanische Gleichmacherei liegen der Reichsregieruug fern. Gerade nwil die Einheit der politischen Willeusbildung aus allen Gebieten und für alle Zeiten sichcrgestellt ist. kann und wird man dem Betätigungs- und Gestaltnngsdrang der deutschen Gaue weitgehend freie Hand lassen. Aus vielen Gebieten sehen wir schon heute, wie die geschichtlich gewordenen Landeshauptstädte, wenn' sie auch nicht ntehr Sitz autonomer Negierungen und Stätten für Parlamentstagungen fiub, in ihrer Bedeutung als kulturelle und wirtschaftliche Zentralpunktc gestärkt werden. ' ALSNSMS Des Nsffsnfrsgs „Dient das vom Neid)sinnemninister erlassene Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses etwa der „Aufnordung" des deutschen Volkes?" fragt Christoph ^Freiherr von der Nopp in einem Aussatz „Die deittsche ,Vitalrasse'" in Nr. 352 des „Berliner Tageblatts" vom 28. Juli. Er zitiert dabei einen Aufsatz von Oberregierungsrat Keller aus dem „Deutschen Aerzteblatt", der seue Frage verneint, obschon auch nach seiner Erkemttnis die nationalsozialistische Rassenpolitik der Stärkung der nordischen Rasse dienen solle. Tr. Achim G e r ck e, der Sachverständige für Rassensorschnng im Reichsinueirministcrium.Jveist in derselben Zeitschrift entgegen der Anffassnng Kellers daraus hin, daß es zwei Begriffe der Rasse gebe: eimnal die „System, raffe" und znm anderen die „Vitalrasse", Tie „S y st ein r n s s e" sei eine Gruppe von Menschen, die durch eine Reihe von Eigenschaften von anderen Grttppen oder Systeinrassett unterschieden sei, die „V i t a l r a s s e" die Stimme der Erbeigenschaften der in Deutschland bodenständigen Nassen. Tie „Systemrasse" sei nur theoretisch vorhaitden. da jeder Mensch mehr oder weniger Mischling sei, die „Vitalrasse" aber das beim Individuum vorhandene Erbgut. ' Von der Ropp konuut zu dem Ergebnis, daß inan zlvar das Erbkratike arrsiiierzeit inüsse, aber nicht einen Volksteil rassenpolitisd) stärker fördern könne als den anderen. Es habe sich doch gezeigt, daß aus dem Zusaminenlebcu und der Vermischiing verschiedener, wenn auch verwandter „Systcinrassen" die größten Kulturen erwachsen seien. Jin „Dcutscherr. Aerzteblatt" vom 7. April 1934 nimmt Tr. Gerhard Venzmer u. a. zu dem Prahlern Stellung, inwieweit der Organismus jedes Ntenschen and) eure Spur des Hormons deS anderen Geschlechts enthalte und wie sich das auf die Rasse des Trägers auswirle. Dieses Mischungsverhältnis sei bei den 'einzelnen Rassen verschieden: dem nordischen Atanrie seien durchweg so wenig weiblick)e Gaben beigernischt wie kaunt in einer anderen Rasse, utid das nordische Weib sei dasjenige Weib, das die allergeringste Beiinischung von Dtännlichem habe. Im 'vorderasiatisch-orientalischen Rassegemisch, rvie z. B. im jüdischen Volkstypus, sei der meibtidTje Einschlag beim Manne und der männliche beim Weibe ungleich stärker. Mit den Begriffen Rasse und Nation, mit ihrem Verhältnis zueinander und ihren Merkmalen besaßt sich Fraitz!)Nar W ö ß in Nr. 172 der „Berliuer Börseuzeitiing" vom 26. Juli. Weuit man von einer „deutschen Rasse" spreckie, so könne man das nur im Sinne eines spezifisch deutschen Rahl:- gentischs, das es auf jeden Fall gebe und das sicherlich auch abgreuzbar sei. tun. Das Erleben der Sprache und das Bekentünis zur Nation könne riicht nur für das Eintreten eines Menschen in die Volksgemeinschaft entscheidend sein, sortdern wirke sogar rasseöildend. Wöß verweist dabei beispielsiverse auf Grenzgebiete, wie 5cärntcn, wo Slawen iminer wieder zu Deutschen, zu volkstretten, begeisterten Deutschen werden. Er betont wörtlich: „Die Sprache macht ein Volk erst zitr Nation." Tie Natioii sei „gottuumittelbar" durch die Sprache. Dennoch, so führt er am Schluß seiner Betrachtimg aiis. ivürden die d c ir t s ch e n I u d e n, die seit Iahrhiuiderieu in deutschen Städten säßen imö die deutsche Sprache sprechen, von beneu sich auch ein kleiner Teil zilr Ratimt bekenne, instinktiv abgelehiit. wollten sie als Glieder der natiotialen Gemeinschast ailftreten. Natioii sei eben iiicht rutr Sprach, iind BekeiiutuiSgemetnschast, sondern auch rassische Gemeinschaft. IiiSische AÄftLMMUNg In eirtem Beitrag „Falsche Verdächtigungen^ („Deutsches Volkstum", 16. Jahrgang., 18. Heft) wendet sich der Herausgeber Wilhelm. Stapel gegen die leichtfertige Gerüchtemacherei, die bald diesem, bald jenem unziitresfcndenvejje jüdische Abstaniiiiung nacljsagt. Mauchntal, so sagt Stapel, gelingt ein Name, der a u ch als Jiidcuuaine vorkvmmt, um, das Ntißtranen eutsteheu zu lasseti. Aber nicht einmal der Name Cohn ist immer ein Zeichen für das Judentum seines Trägers. Kohn (Kohne) und Cohn koiiimeii, als Abkürzung des Namens Konrad und Conrad, in Norddeutschland als echte detitsche Familiennainen vor. Mag man einen Menschen nicht leiden, so genügen schwarze, krause .Haare oder eine diuarische Nase, um Anlaß zu Verdächtigurlgen zu geben. Wer nicht fest in der Rasfcilkinide ist. verrvechselt leicht diuarische und jüdische Nasen. Schvttisck)er. irischer, südfranzösischer Einschlag ivird maiichmal als jüdisch mißdeutet. Es gibt sogar Fälle, in denen jüdisd)es Aussehen völlig unerklärlich ist: unter den Bakairi-Jndianerir (Karaiben) fand man — sie waren bis dahin nie mit Weißen zusamniengekoinmeu — einzelne Leute von verblüffend jüdischem Aussehen. (Abgebildet bei Karl von den Steinen. Unter den Naturvölkern ZentrabBrasiliens. Berlin 1897. Seite 1063 Aber sicher ist nie einer der zwölf Stämme Israels in die brasilianischen Nrivülder bis zu den Oiiellslussen des Schiugn gewandert. Es ist also in bezug auf das Aussehen Vorsicht geboten. Dse Arbertsdrenst In einem Aufsatz ..Die volkswirtschaftlichen Ausgabeii des Arbcitsdieiistcs" (..T e u t s ch e s Volkstum", 16. Jahrgang. 14. Heft) erörtert Roderich von B i st r n in die Bedetitiing. die der Arbeitsdietist für die Gcsaultwirtschaft besitzt. In da-s Gefüge der deutschen Voltsivirtschast au'sgabengemäß eingeglic. dert und sinnvoll mit dem allgemeinen Aufbauwerk desNationglsozialisniiis in Zusammenhang gebracht, hat.der Arbeitsdienst — wie von Bistram aiisführt — auf Grund der Plaiiimg der Reichsleitung feine festen Ausgaiigsposten bezogen, von denen ans die Revolntionierung der liberalistischen Fehlkonstrnktion der Wirtschaft unter dem Zeichen des organischen dentschen Aufbaugedankens in rvirksamstcr Weise erfolgen kann. Mögen die Pläne im einzelnen noch viele Aenderungen erfahren: '.nögeir die Hcmmuiigen von feiten der mit den Fortbestand ihrer unfruchtbar geivordcuen Alleinherrschaft im Wirtschaftsleben kämpfenden iuternationalen Hochfinanz noch so groß sein — der allgemeine Grundriß der Planung im Arbeitsdienst und ihre Zielsetzung wird bestimmend bleiben für das. was das Werk des jungen Deutschland bei der Flurbereitung einer segentragenden, gesunden deutsäjen Volkswirtschaft der Zukunft ist. Joachim Schoeps: „Wir deutschen Juden.- Da? in der vorigen Nummer besprochene Buch von Hans Joachim Schveps „Wir deutschen Judert" sowie die angezeigte Zeitschrift ..Der deutsche Vortrupp', crstercs znm Preise von 2 NM. letzteres znm Abonne' mentspreis (drei Nummernl von 1.50 RAl, sind im Vortrupp Verlag, Berlin 8W29, Hasenheide 54, erschienen. Unsere Berliner Leser finden in der heutigen Ausgabe eine Beilage der Firma Siegbert Levy. Berlin W 9, Potsdamer Straße 6. r, Hauptschrlftlritcr: Dr. Alfred Hirschborg; Stellvertreter Dr. Margarete Beleihe i m. Beide la Berlin. Für Rücksendung unverlangter Manuskripte ist Freinmschlag bekufügen. Leiter der Anzclgen-Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Friedrich Nathan. Berlin. DA. II. Vj. 50 000. Verlag: Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubons e. V.. Berlin \V 15, Emser Str. 42. Tel.* Adr.: „Ccntralglaubcn Berlin.“ Fernspr. J. 2 . Oliva 8141—45. Postscheck: Berlin 80472. Druck der Buch- und Tiefdruck-Gesellschaft m. b. H.. Berlin SW. 19. J