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Central-Verein-Zeitung · 1934-08-02 · 31 (2.8.1934) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
31 (2.8.1934)
Date
1934-08-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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H. (i. h: n: fein nTCcs r k ParA 5^ r?' V.^MpuW ^.UCvi ■!!.'! 1 ‘ ■ ■- ■ ^/UW' :r 'V\^V ..... . Yr^r^5 wvw/wvv ^-3 S*» rsAW? 99^03 L-Bederrtung.und Zielsetzung. „Wir derrlschen Juden" heißt das soeben ]m Vortrupp-Verlag erfchienens Buch von Hans Joachim Schoeps (vgl. Vorabdruck in Nr. 25 der C..V..Zeitung'), und nur die traurige Tatsache, daß heute säst keiner im Namen der gesamten deutschen Judenheit Zu sprechen vermag, erklärt es, daß sich jeder hierzu berechtigt fühlt. Co muß denn gleich einS vorweg bemerkt werden: dieses Buch ist nicht der Ausdruck der Stimmung oder der Tendenz der deutschen Judenheit, sondern e3 ist das Selbstbckermtnis eines einzelnen jungen jüdi- 1«« - ..- v.. deuts Sei! . . . _ . und seine Einsatzbereitschaft heraus. 2lber das vermag nicht darüber hinwegzutäuschen, daß die Schrift in 'sich widerspruchsvoll ist und auf die wahre Fragestellung, vor der heute die deutsche Judenheit suchst nur unzureichend Antwort gibt. Ten Ausgangspunkt des Schoepsschen Buches bildet der Glaube an die besondere, religiös bedingte A u s e r w ä h l t h e i t des jüdischen „Volkcs'. Von hier aus sucht Schoeps dem jüdischen Ecw einen Inhalt zu geben, und von hier aus sucht c: dem Zionismus nicht nur ein anderes Judentum gegcnüberzustellen, sondern ihn zu widerlegen. Aber nicht nur ..wider Zionismus", sondern auch „wider Assimilation" nimmt SchoepS aus Grund feine-:* südischen Standpunktes Stellung. Gr hält die Anwicklung des deutschen Judentums des letzten Jahrhunderts für eine Fehlentwicklung, weil während dieser Zeit eine „moderne Umbildung des südischen Lclxmsgehalts" erfolgt sei, „die Praktisch zu einer Neligionscrweichung und zu einer Ethisierung und Nationalisierung der religiösen Gehalte geführt hat. für die es so leicht kein zweites Beispiel gib:" (3. 25). In mißverstandenem Assimilationssireben „mußte das Judentum nach und nach so umgemodelt werden, daß cs seine von der Welt unterscheidenden und absondernden Merkmale allmählich ganz verlor" (S. 25). sin seinem zweiten Kapitel „Als Juden für Teunchland" sucht Schoeps die Ursachen für das Schicksal, das die deutschen Juden während des Jaches 1966 erfahren haben, aufzuzeigen und die geinigen Voraussetzungen des nationalsozialistischen Umbruchs zu umrcißen. An diese Situationsschilderung schließt er die Forderung an: „N i ch t Assimilation und Dissimilation, sondern lsxi stenzbeweis". Eine Selbstbesinnung auf rsteht er in erst« Wiedergewinnung einer Beziehung zum Metapchsischeu und zum jüdischen Gesetz. Darau mckinipsend stellt er konkrete Forderungen für die llueacstaltung jüdischer Gegenwart ctuf dem Gebiet ton Erziehung und Schule auf. Den Abschluß bildet cw stark betontes Bclenntnis zum Deutschtum. II. Kriti? am Ausgangspunkt. Es erhebt sich zunächst die grundsählick^e Frage, ob der Ausgangspunkt der Schoepsschen Betrachtungen richtig ist. Es sei zugegeben, daß es Schvevs subjektiv ernst ist mit der Gegenüberstellung von Deutschjudentmn — Neligionsjudentum und Zionismus — a religiöses und daher unsüdisches siiidentum. Wir glauben jedoch, daß diese Antithese die geistige Auseinandersetzung, in der sich die deutsche Judenheit heute befindet, nicht im Kern trüst. Die Betzrisse überschneiden sich. Es gibt aus zionistischer Seite religiös gebundene Menschen und aus beutschjüdncher Seite Menschen, die, gleichgültig ob sie persönlich religiös sind oder nicht, :tu Religiösen nicht das eigentliche Kriterium ihres subjektiven Judeseins und der objektiven jüdischen Frage zu sehen vermögen. Dieser Zustand ist durchaus nicht absonderlich, er beruht darauf, daß die Frage „Teutschjndentum ober Zionismus" eine politische ist und keine theologische. Es ist auch gar nicht einzusehen, warum Menschen, die aus den ökonomischen Gegebenheiten der Gegenwart und aus den politischen und kulturellen Bindungen der deutschen Juden an Deutschland andere Folgerungen ziehen tzls die Zionisten, daraufhin religiöser fein sollten, als es Anhänger anderer jüdischer Gruppen sind. Wenn hier gegen die Einbeziehung des Neligivseu in die Debatte Front gemacht wird, so bedeutet dies nicht eine Ablehnung des Neligiösen «n lief).. Aber wir haben es oft genug erlebt, daß s*i jüdischen Auseinandersetzungen angebliche Neti g io sität als Scheinargument dort enohelseu mußte, wo man keine wirklichen Argumente anznsnhren wußte. Es galten hierbei nicht ,elten die Worte Heinrich Heines: „Unbequemer neuer Glauben, Wenn sie uns den Herrgott rauben, -bat das Fluchen auch ein End, Himmel, Herrgott, Sakrament." . Daß durch diese Herabzerrung des Neligiösen fn die politische Sphäre der Weg zu wahrhafter Religiosität häufig versperrt wurde, und daß reale Situationen verkannt oder bagatellisiert wurden, Hut uns die jüdische Geschichte der letzten Jahrschnte deutlich genug gelehrt. UI. WiderspruchsvolleMission. ' Wie ist Schoeps' Gedanke nfüh rung? «Der Sinaibund umschließt auch uns noch heute. Er ist nicht aufhebbar und ist nicht kündbur, von keiner Seite her. Es kommt auch gar mcht darauf an, ob einer daS glaubt oder nicht, wr sich anerkennt oder nicht. Selbst das Leugnen hilft.hier gar nicht, denn es ist ein objektives Ersignis, das sich so wenig leugnen läßt, wie daß s^-er geborene Mensch seit Adam einen Vater hat." (S. 15.) Gegen diese Elaubensentscheidung an sich wird tzch schwer etwas sagen lassen. Man glaubt es voer man glaubt es nicht, und da es eine Ent-!Meldung des Glaubens ist, so bedarf ste keines werteren Beweises. Wenn man sie aber schon be- ^in;en will, dann darf man nicht-unlogisch argumentieren. Man beweist die Nichtigkeit einer .umnrutencn These, die außerhalb des. Begreifens -isgt. nicht dadurch, daß man sie mit einer objektiv sMtehendcn Tatsache der Naturcrkcnninis und der ^"-sahrung in Parallele setzt. >.r«>DT^Elche8.sind nun.die Inhalte,.die Schoeps.. diesem Bündnisse gibt? Im Negativen: ' . »®3 ÜBcItsoIt ist Israel gestorben, seitdem es Gott gefallen hat, die Sichtbarkeit seines Körngreuhes aus der Welt herauszunehmen und aufzuiparen bis auf jenen Tag und jene Stunde, dw Er bestimmt." (S. 16.) und im Positiven: (Haben wir nicht immer so etwas wie einen urdtscyen Missionsberuf empfunden, daß das Lewensmartyrium für die'Wahrheit unsere größte Müguchkeit ist, daß wir hier als Juden am echtesten sind?" Wir verkennen nicht, daß die jüdische Geschichte voll von Besonderheiten und Leiden ist, aber wir können uns nicht vorstellen, wie ans dieser angeb- Itdjcn passiven Mission eine jüdische A k t i v i - rät hcrgeleite werden soll. An einer anderen Stelle (S. 18) heißt es: , „Die spirituelle Existenz der Kirche und die lewlich sichtbare der JudenMft bleiben der Vitalvernunft unbegreisbar. Dem biologischen Lebenswillen der Völker aber setzen sie eine Grenze. . . Israels Zerstreuung in der Welt gibt davon Zeugnis und — das ist nunmehr Irdische Mission — jeder Jude soll dafür Bürge sein. Israel unter den Völkern ist die grosse Korrektur des Heidentums, ist Edom ein .Pfahl in: Fleischst" Auch hier eine Darstellung, die in sich ihre Richtigkeit haben mag, jedoch nur objektiv, unwillkürlich, ohne Zutun des Einzelnen. Aber wie reimt sich diese Analyse jüdischen SeinZ und jüdischer Sinngebung mit den praktischen Forderungen, die Schoeps ausstellt, zusammen? „Tie deutschjüdische Jugend muß auf das Umweltgescheheu und den Lebensrhythmus ihrer arischen Altersgenossen bewußt eingestimmt werden, wobei zu beachten ist, daß „Einstimmung" etwas anderes ist als „Gleichschaltung", da ja die Inhalte nicht mitübcrnvmmen werden. Eine organisierte sportliche Ausbildung und wehrhafte Ertüchtigung der jüdischen Jugend, wie sie der „Ncichsbnnd jüdischer Frontsoldaten" berufen ist zu übernehmen, die Erfassung eines jeden Jugendlichen durch den jüdischen Arbeitsdienst . . ." (S. 47.) Zugegeben, daß, wenn zwei dasselbe tun. dies nicht dasselbe ist, aber wo liegt denn die Grenze? Und damit sind wir bei dem großen Bruch, der sich durch das Buch hindurchzieht. Was an Jüdischem zu tun ist, bleibt in der Sphäre des Geistigen, das 'leicht zum Unverpflichteuden werden kann, allgeinein politische Entscheidungen aber, bei denen einmal Ernst gemacht werden könnte mit der von Schoeps ausgestellten These vom „Pfahl nn Fleische" werden nach dem Gesetz des geringsten Widerstandes gefällt. So kommt es denn auch, daß Schoeps zur Frage der Eingliederung in die deutsche Umwelt neben vielem sehr Nichtigen auch sehr viel Unrichtiges sagt. Nur ein Gedanlengang sei herausgegrissen, weil er von aktueller Bedeutung ist, und weil auch SchoepS offenbar auf ihn großes Gewicht legt. IV. S e l b st v e r s ch u l d e t e s S ch i d f a I? Das Schicksal der deutschen Judenheit ist nach Schoeps von den deutschen Juden selbst verschuldet, und zwar dadurch, daß diese sich zu sehr mit der Politik der Linken identifizierten und sich nicht von gewissen linksstehenden jüdischen N'adikalisten distanzierten^ Nun liegt zwar viel Nichtiges in der Kritik, die schoeps an dem b i n d u n g s l o s e n jüdischen Einzelgänger übt, der. die Existenz organisch gewordener und nicht rational bcweisvarer Gruppen nicht begreifen will, und gerade j ü d i s ch gebundene Menschen der jungen Generationen haben gegen diesen Typ stets einen sicheren Instinkt gehabt. Ader glaubt Schoeps ernsthaft, daß sich politische Entwicklungsprozesse dadurch bestimmen lassen, daß eine Minderheit — in diesem Falle -bic deutschen Juden — von einzelnen Individuen, die mit ihr gleicher Abstammung sind, durch irgendwelche Pro- ■ klamationen abrücki? Im übrigen verkennt aber auch schoeps die politische Situation, in der sich die deutsche Judenheit zur Zeit des Parlamentarismus befand. Die Entscheidung: rechts oder, links war dadurch eingeengt, daß die Rechtsparteien — der Nationalsozialismus ist nach seinen eigenen autorativen Aeußcrungen in diesem Zusammenhang nicht als Partei zu betrachten — der faktischen Gleichstellung der Juden nicht immer eine eindeutige Bereitschaft entgcgenbrachten. Daran ändern' auch nichts die im Jahre 1952 niedergeschriebenen Sätze, die Schoeps in. seiner Schrift (S. 29) nochmals nachdruckt und zu denen er glaubt, „heute noch stehen zu sollen, weil sie schlechterdings richtig sind". Bedauerlich ist auch, daß Schoeps die heuteüblich gewordene Desavouierung der Emanzipationszeit mitmacht (S. 21 fs.). Bei. alledem soll nicht verkannt werden, daß die Beziehungen der deutschen Juden zum Deutsch, tum an einzelnen Stellen klar und einleuchtend umrissen werden: . „Die Deutschheit ging ein in die Substanz... Wer wollte sich vermessen, zu beurteilen, wieviel Prozent Deutsche?- und wieviel Prozent Jüdisches in die fein Gemenge enthalten ist. Wie in einer chemischen Verbindung alte Elemente in einem anderen Aggrcgatzustand eine neue Gestalt annehmen, so ist' die Gestalt deutscher Jude oder jüdischer Deutscher heransgekoinmen, die wir sind und die eine Wirklichkeit des Lebens ist, die durch nichts hinwegdiSputiert werden kann." (3. 17.) Auch die Einwände gegen die heute vielfach vorgebrachten Borschlägc cinc-r Dissimilation, die die Verflochtenheit der deutschen Juden mit „C.-V.-Zeitung" Nr. 25). V. D e u t s ch j ü d i s ch e W i r k l i ch k e i t. Das Buch soll eine Entgegnung auf das P r i n z s ch e Buch „Wir deutschen Juden" sein (vgl. „E.-B.-Zeitung" 19:33, Ar. -M und 46), dessen Bcrsasser Schoeps als „Lügenprcdiger, Baalsanbeter, Heidenpriester" (to. IN) bezeichnet. Es wäre ein verhängnisvoller Fehler, wenn man sein Erscheinen im dcutschjüdischen Lager bereits deshalb mit Jubel begrüßen würde, weil cs einen nichtzionistischen Standpunkt vertritt. Der deutschjüdische Weg. den Schoeps geht, ist weder ein jüdischer noch, ein deutscher, er weist keine erfüllten lebensvollen jüdischen Inhalte ans, und er v e r - wischt die Fragcsteklung dadurch, daß er die i n n e r \ ü b i f d) c Auseinanderder soziologischen ans die theologische Ebene verlegt. Deshalb erscheint uns die Argumentation in ihrer Grundlage falsch, wenn wir auch einzelne Gedankengünge des Buches für richtig halten. Auch )vir glauben, daß Prinz die Besonderheit der jüdischen. Gemeinschaft nicht genügend )vürdigt, uvnn er die jüdische Geschichte der Gesel)ichte eines anderen Volkes gleichsetzt. Atan wird der überaus komplizierten Fragestellung deS Judenseins nic!,t dadurch gerecht, daß man nun für dieses „V o l k w.ic alle Völker" auch eine politische Lösung wie für alle Völker für möglich und tvünschenswert hält. Die Besonderheit der jüdischen Gemeinschaft ' wird eS immer notwendig machen. daS jüdische Leben mit g e i st i g e m Inhalt zu erfüllen. Diese geistigen Inhalte werden bedingt durch dw gemeinsame Bcrbnndenheit mit jüdischer Vergangenheit und durch das s^luidu'.n, daS durch die geineiusamc Sorge um jüdische Gegenwart entsteht. Aber es erscheint und notwendig, hierbei die Basis von vornherein breit zu gestalten und nicht einen Sektor, nämlich den religiösen, hcrauSznschnciden. Es wäre ein Trugschluß, zu glauben, daß nnan ans diese Weise die S;xrnnnngen unseres deutsch-jüdischen Seins incistern könne. ° Hub noch ein weiteres: die Gleichstellung Israels mit anderen Völkern birgt in sich die ungeheure Gefahr eines E h a n v i n i ö m u 3. Daß diese Gefahr auch von zionistischer Seite erkannt wird, rnag zur Beruhigung dienen: aber daß sie trotzdem innerhalb der zionistischen Bewegung anzuwachsen droht, wird auch auf zionistischer Seite nicht geleugnet rverdcn können. Hub ein Letztes: Wir sind im Gegensatz zu Schoeps davon entfernt, einzelnen jüdischen Gruppen die Bereitschaft für Deutschland abznsprechen. Aber eine Betrachtungsweise, die den Anschein der Folgerichtigkeit und L-chlüssigkeit ans dem einseitigen Betonen des Jüdischen herznlciten sucht, steht — und hierin stimmen wir den Ausführungen von Schoeps (S. 51) zu — mit der deutschiüdisch-cn Wirklrchkeit im Widers P r u ch. Wir befinden uns bei der Auseinandersetzung über die Gestaltung jüdischen ^einS vor einem neuen Anfang. Auf allen Seiten wird es notivendig sein, überkommene Standpunkte neu zu prüfen, und als Beitrag zu dieser Auscinandersetzung wird das Buch von Schoeps auch von denen begrüßt werden können, die seinen Standpunkt nicht zu teilen vermögen. Soeben erscheint das August-Heft „Der Deutsche Vortrupp", Blätter einer Gefolgschaft deutscher Juden. 'Es enthält u. a. eine Arbeit „8sce55io lluäaiea — Jsreale in Ewigkeit" von Hans Joachim Schoeps, die die Frage des Austritts aus dem Judentum, das Verhalten bm Christentum und Judentum und daL jüdische Dogma behandelt. DaS Heft bringt ferner zwei Artikel zur gegenwärtigen jüdischen Vildungssituation, eine (Lcdenkarti'kel zum Tode Jacob Wassermanns und den Bericht eineS Teilnehmers am Weltkongreß für das liberale Judentum in London, ^2. m®tt(Miiü,<£QnFJm(5lj3uo aelbiksn^ As MSrÄLM in EWlWS Zwischen dem Führer der britischen Faschisten Sir Oswald Mosley und Lord Rother. m e r e hat ein Briefwechsel stattgefunden, der jetzt in der englischen Presse vcröffenllicht wird. Die Differenzen zwischen den beiden Politikern, die bisher verbündet waren, lwziehen sich unter anderem auch auf die Judeufrage. In dem Brief, den Mosley an Nothermere gerichtet hat, heißt es 'hierüber wörtlich: „Wir lassen keine Juden als Mitglieder zu, weil wir s) uns von ihnen schwer angegriffen sehen, b) weil sie als internationale D-uvegung organisiert sind und ihre Rasseninteressen über nationale Interessen setzem Daher find die Juden als Mitglieder für uns nicht annehmbar und wir halten sie von unserer Organisation fern." Der Briefwechsel läßt keinen Zweifel, darüber, daß Lord Nothermere seine Haltung gegenüber' den: britischen Faschismus geändert hat. MvSlcy dürste dadurch die für seine Bewegung sehr wertvolle Unterstützung des Daily Mail-Konzerns verlieren. (£2 s5 Um die Einheitlichkeit in der Vertretung der jüdisckwn Interessen in Jugoslawien zu sichern und auf. einen Ausgleich der Zwischen den verschiedenen Gemeinden Jugoslawiens eine Konferenz führender jüdischer Pcrsönliü)keiten nach Belgrad. Zu der Konferenz waren ungefähr 70 Repräsentanten jüdischer Gemeinden, Verbände und Einrichtungen ans dem ganzen Lande erschienen. Die Konferenz faßte folgende Nesolutionen: 1. Die aus Persönlichkeiten des jüdischen öffentlichen Lebens und Vertretern der verschiedenen jüdischen Gruppen des ganzen Landes bestehende Konferenz betont die Notwendigkeit, die Methoden im Kampfe der Gruppen untereinander zu mildern, und spricht die Hofsniing aus, daß Wege gefundeii werden, die zu "einer erträglicheren Atmosphäre . führen, _ 2. Tie Konferenz stellt fest, daß die jugoslawische Judenheit ihre Vertreti'.iig im Verband der Jüdischen Gemeinden Jugoslawiens besitzt, der das einzige legitime Organ der jüdiscbeii Gesanckheit Ingoslawiens darstellt. Das selbständige Hervortreten von einzelnen oder von Gruppen mit denn Anspruch, die. staatsbürgerliche Korrektheit uir sich zi: 'monopolisieren, wird als schädlich erachtet. fJü'J iciüit—-- -.f-.. «J — . ,J. Beim lettländischen HuterrichtSininisteri-nm ist ein Teparteinciit für jüdisches ■' Erzicchuugch.ocstn geschaffen worden, zu d., , G'ür d">. r "'che jüdische Sejm-Teputrerte rninoii W'.tteuverg ernannt ivurde. Die neue Negierung Bulgariens hat die Organisation und die Ziele des Scbul'.vesenS grundlegend geändert. ' Au Stelle der bisher gew.ihlteu Schulausschüsse wurden A.usscb.üsse eingesetzt,' die alö beratende Organe fungieren tverdeü. Eine Delegation des ZentrallonsistorinmS der Juden Bulgariens bcyucute den tlnierrichtsminister Professor NIollow. um sich bei ihm über die Stellung deS jüdischen Schulwesens im neuen Snüem zu erkundigen. Der Btinis-cr erklärte, die'neue Ordnung werde das private Scbu-weieu. zu dern auch dich jüdischen Sc'hulen gerechu.et werden, n.iasi tangieren. Die Vcrwaltnn.g dieser Sciinleu bleibt unverändert, ebenso das rehrprograumu Der von der Organisation der bn'.garichaen Inden erstrebten vollen Hebraisierung der jüdischen Schulen steht also nichts im Wege. Der Vtinister versprach auel', daß die im diesjährigen Budget vorgesehene Summe für die jüdischen Schulen zur Auszahlung gelangen wird, nachdem mehrere Ja!,re hinterei'.'.ander diese Schulen, keine Staatsbeihilfe''erhielten. §& X-ifcsI STB Prozesse um „Die Protokolle der Weisen von Zion" sind seit ihrem g-rscheiium in der Oefsentfidifott wiederholt geführt worden. In keinem Falle ist bisher der Aarh'.oeis der Erhiheit gelungen. in keinem Fall, allerdings aus forncal prozessualen Gründen, der Ve,veis der Fälsehnng. Erst in inngiler Zeit haben zioei ürhiveizer Prozesse — in Basel und Bern — die bisher gleichfalls keine abschließende Klärung brarhlem die Oessentlich'eit beschäftigt. Seit Btiltc Juli wird nun, wie aus Johannesburg gemeldet wird, in GrahanStovon ein Prozeß gerührt, der von dem Nabbmer Levy der Western Noad Synagogne in Port Elizabeth gegen drei Führer der au'tiseinitisrhen Grauhemden- Organisation. Johanne? v v n Bk o l t k e, siarry Victor Inch und David Hermanns O linier, angestrengt nwvden ist. Der Kläger verlangt Entschadignng für eine, wie er behauptet, von den Beklagten dadurch begangene Dissamiernng seiner Person, daß sie. ein angeblich ans der Synagoge, an der er Prediger ist. gestohlenes Dokument vervssentlichten, von dem sie behaupten, daß ans ihm das Vorhandensein einer jüdischen Weltverschwörz.ing hcrvorgehc. In diesem Schriftstück wird ans die sogenannten „Geheimproiolollc der Weisen von Zion" Bezug genvinmen. Da in dem Verfahren eine Aufklärung über die in diesen und ähnlichen Publikationen gegen die Juden erhobenen Anschuldigungen angestrebt nsird. findet der Joharuiesburgcr Prozeß weit über den lokalen Nahmen hinaus stärkstes Interesse. Eine besondere Bedeutung. erhält die Verhandlung dadurch, daß der Präsident des Jewish Agency und der Zionistisclwn Weltorganisation. Nahum C o k o l o w, der zufällig in Südafrika weilt. Gelegenheit hatte, zu einzelnen Behauptungen Stellung zu nehnwn. Bei Nedaktionsschlnß liegt iveder ein abschließender Bericht noch das Urteil vor. Wir werden ans die im einzelnen recht interessante Verhandlung, in der auch ein christlicher Sachverständiger, Professor Dingeman, ein eingehendes Gutachten erstattet hat, zurückkornmen. Sr.T'urKÄler Der als Jririst und durch seine umfasicnde Tätigkeit in der jüdischen Oessentlichkeit bekannte Anwalt Tr. Mar Köhler, ein Sohn des berühmten Führers des. amerikanischen Neform-Judcntnms und seinerzeitigen Präsidenten des Hebrew Union College von Einernnati, Dr. Kaufmann Köhler, ist in Long Lake N. P. im 63. Lebensjahre einem Herzschlag erlegen. - Dr. Köhler hatte seit dem Jahre 1905 der Exekutive des American Jewish Eomittee angehört. Sechzehn Jahre lang rvar er Alitglied der Exekutive des Telegiertenausschusscs der llnion of American Hebrew Congrcgations. Seit dern Jahre 1996 gehörte er dem Kuratorinm des Baron°Hirsch°Fvnds an und bekleidete in der Benvaltung des Forws die Stelle eines Ehrensekretärs. Wiederholt hat er vor Kommissionen des Kongresses der Bereinigten Staaten zugunsten einer liberalen Einwanderungsgesetzgebung interveniert. Köhler hat za!)lreiche Schriften über juristische und jüdische Fragen der» scht. Unsere Berliner Leser finden kn der heutigen Ausgabe eine Beilage der Firma Siea> bert Levy, Berlin W9, Potsdamer Straße & . t'-?- t':Y; V n , ch , ' lüch Wch . : «\> # r < HTm r.~ - n l | -r r-H b: c^i((5)T^oi(o)i- H&nptschriftlolter und für vollen Teil verantvrortnch borg; Stellvertreter Dr._„__ heim. Beide in Berlin. Filr Rüclsendnng nnverl&ngter Mannskripte ist Freiumscblaj beinafüjcn. Leiter der Anzeigen-Al)teilur.j and verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Friedrich Nathan, Berlin. DA. II. Vj. 50 000. Verlag: Centxalvereln deutscher Staatsbürger Jüdischen Glattbcns e. V., Berlin W 15. Einser Str. 42. Tel.-. Adr.: „Ccntralglauben Berlin." Fernspr. J. 2 Oliva 8141—45. Postscheck: Berlin 20472. Druck der Buch, und Tiefdruck-Gesellschaft m. b. H.. j Berlin SW. 10. J! 1

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