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Seite der Jugend · 1934-07-19 · 13 (19.7.1934) · page 2

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Journal
Seite der Jugend
Volume
1934
Issue
13 (19.7.1934)
Date
1934-07-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Gemeinschaft in Deutschland hin, Hie Im Judentum als geistiger Grundlage wurzelt, die dieses Judentum im Bewusstsein einer Verantwortung neu gestaltet. Dazu gehört gewiss die Vertiefung in die Bibel, das lebendige Verständnis jüdischen Geschehens durch die Geschichte, das Wiedererstehen religiöser Gemeinschaftskultur im Sabbat und den anderen Festen. Es gehört dazu aber auch die Teilnahme an dem jüdischen Leben der Welt und die Empfindung, in die grosse Schicksalsgemeinschaft des Judentums hineingestellt zu sein. Und es gehört endlich dazu das Suchen und Finden einer Gemeinschaftsform, die es uns ermöglicht, die durch Vertiefung in das Judentum gewonnene Emanzipationsreife auch auf diesem Lebensgebiete wiederzugewinnen. An dieser Gemeinschaftsform wird sich Lebenswille und die Lebenskraft des deutschen Judentums erweisen müssen; denn hier findet die erste Wiederberührung mit der gewandelten Umwelt statt. Es muss gelingen, in der straff gegliederten Lebensgemeinschaft des deutschen Judentums auch der Persönlichkeit zu ihrem Rechte zu verhelfen; die jedem Juden heilige Freiheit, sittlich zu handeln, ist der Prüfstein für die jüdische Gemeinschaft der Zukunft, die doch den Einzelnen fordern muss und wird. So soll das Wort „deutschjüdisch“, das heute in vielen Kreisen gebraucht wird, einen neuen Klang erhalten. Oft lesen wir es, ohne dass damit mehr als eine Herkunftsbezeichnung gemeint ist. Wir verstehen recht gut, dass in einem Augenblick, in dem sich in Palästina ein treiben wollen Wir Menschen, die wir heute im Zeitalter lies Sportes leben, wissen, dass die Leibesübung ein ausserordentlich wertvolles, kaum zu missendes Mittel zur Schulung des Charakters darslellt. Der Sport fördert in nicht geringem Masse Eigenschaften, die wir von unseren jungen Menschen als Voraussetzungen zu einem vollen hündischen Einsatz verlangen müssen. Er kräftigt den Körper, stärkt die Ausdauer und macht gewandt und schnell im Denken w-ie im Handeln. Und ein weiteres Positivum birgt Vier Sport, wie w i r ihn im Bund — nämlich als Mannschaftssport — betreiben sollen, in sich: er erzieht zur Gemeinschaft. Im Handballspiel, in der Staffel oder beim Geländespiel gilt der einzelne kaum etwas, er ist nichts als ein Glied seiner Mannschaft, die in ihrem Kampf nur dann Aussicht auf Erfolg hat, wenn alle, zu einer Einheit verschmolzen, ihr Bestes geben. Durch das Abkommen, das der Bund erst kürzlich mit dem Sportbund des RjF geschlossen hat, sind wir, d. h. unsere Gruppen An die Sommerlager In diesen Tagen haben in allen Teilen des Reiches die Lager unseres Bundes ihren Anfang genommen. Üeberall haben sich Jungen und Mädel das Lager errichtet, das ihre Ferienheimat sein soll. Menschen aus den verschiedensten Gruppen, den verschiedensten Landesverbänden haben sich zusammengetan, um zum ersten Male ein Lager des Bundes zu beziehen. Ihr habt die Schwierigkeiten der Vorbereitung eines Lagers kennengelernt. Ihr habt zitternd alles verfolgt, was eurem Lager sich in den Weg stellen konnte, und ihr habt es erreicht, dass in diesen Tagen vor den Zelten die Wimpel eurer Gruppen zum Lagerbeginn gehisst wurden. Glaubt nicht, dass ihr damit am Ende eurer Arbeit seid! Viele von euch sind zum ersten Male überhaupt auf einem Lager. Sie sind dort nur, weil sie nicht wie sonst mit ihren Eltern verreisten. Ihr werdet bald sehen, dass das Lager kein „Ersatz“ für eine Sommerreise ist, ihr werdet sehen, dass es ganz anderes bedeutet und von euch fordert. Jetzt kommt für euch die grösste Aufgabe: zu erkennen, was das Lager von euch will, die Sprache des Bundes, die auf diesem Lager gesprochen wird, zu verstehen. Wen von euch sie erreicht, weil er sich von ihr ansprechen lässt, dem wird sie unverlierbar fest einhämmern, dass das Lager nicht nur der Ort der „Erholung“ ist, sondern der Ort der Arbeit für den Bund. Euer Leben auf dem Lager ist anders als das Leben in einem Kurort. Wisst, dass das so sein muss! Wisst, dass euer Leben immer anders sein wird. Seht das nicht' als etwas Zufälliges an, sondern wisst, dass diese andere Sprache des Bundes die Sprache des Lebens ist, das i h r einmal leben .werdet. Auf diesen Lagern werdet ihr merken, was euch noch fehlt. Wenn ihr abends am Lagerfeuer oder mittags in der Freizeit über die Bücher sprecht, die ihr lest, wenn ihr allein mit euch seid, wenn ihr singt, dann werdet ihr alle die Arbeitsgebiete des Bundes kennen lernen, über die in euren Gruppen noch nicht viel gesagt worden ist. Und ihr werdet erkennen, mit welcher Wucht der Bund jeden, der sich ihm eingegliedert hat, ganz zu sich berüberzieht, denn in eurem Leben gibt es kein Fleckchen, auf dem nicht der Bund Entscheidendes zu sagen hätte. Das eine sollt ihr wissen, wenn ihr am Ende 'des Lagers die Wimpel einholt: Wir brauchen über unser Leben, das nicht wie das Leben unserer Eltern sein wird, nicht nur zu sprechen, wir können es zu zimmern beginnen. Und um diese? Ziel zu erreichen, unser Leben, das neue Leben der deutschen Juden zu formen, gilt unser Wort: Alles für den Bund! Bereitschaft! .Günter Friedländer. Misch'ungsprozess vollzieEt, manche Kreise Wert darauf legen, durch den Gebrauch eines solchen Eigenschaftswortes ihre besondere geistige und „ethnische“ Herkunft eben aus Deutschland zu dokumentieren. Aber wir sind nicht interessiert an der Herkunft eines Juden, der in unsere Reihen einrückt, es liegt uns deshalb lern, ein solches Wort um der Herkunft willen in Anspruch zu nehmen. Was uns einzig und allein bedeutsam erscheint, ist die Entscheidung aus Gesinnung, die ein Jude für sich und seine Zukunft trifft. Wenn alles verständliche Schwanken einem verantwortungsbewussten „Ich will“ gewichen ist, erst dann nehmen wir es auf uns, uns „deutschjüdisch“ zu nennen. Mit dieser Bezeichnung verbinden wir eine Verpflichtung und ein Gelöbnis: zu sehen, was ist, ohne Illusionen und eingebildeten Heroismus; und dafür zu sorgen, das etwas wird: eine starke, im Judentum wurzelnde Gemeinschaft in Deutschland, unserer Heimat. Mit dieser Aufgabe wirken wir mit an der Lösung der grossen Frage, der Judenfrage, die uns heute wieder einmal mit besonderer Dringlichkeit gestellt wird. So entspringt unsere deutschjüdische Entscheidung einer Gesinnung, die auf das gesamte Judentum gerichtet ist. Die ewig Unentschiedenen verschlingt der Abgrund der Geschichte. Diejenigen aber, für die „deutschjüdisch“ eine gesinnungsmässige Entscheidung, nicht nur die Bezeichnung des Herkunftslandes oder Arbeitsbereiches bedeutet, bauen vorwärtsschauend die künftige Gemeinde. und Züge im Reich, verpflichtet, unsere Sportausbildung in den örtlich passenden Vereinen des Sportbundes zu empfangen. Hier werden uns in genügendem Masse Sportgeräte, Plätze, Turnhallen und oft auch ein Sportlehrer zur Verfügung stehen. Pflicht unserer Gruppenleiter ist es nur, darauf zu achten, dass wirklich auch der letzte Junge und das letzte Mädel zum Sportbetrieb herangezogen werden. Praktisch wird sich das so auswirken, dass im .Wochenprogramm einer jeden Gruppe ein Nachmittag oder ein Abend als Gruppenveranstaltung für den Sport reserviert wird. Dass bei der Ansetzung dieser „Offizien“ auf den Sportbetrieb des betreffenden Vereins Rücksicht genommen werden muss, ist selbstverständlich. Aber ebenso selbstverständlich ist es und muss es sein, dass unter dem Sportbetrieb auch jetzt im Sommer die eigentliche Gruppenarbeit nicht leiden darf. Wir haben unsere Gruppenleiter angewiesen, eine Form der Zusammenarbeit mit den Sportgruppen des RjF zu suchen, die allen Teilen gerecht wird. Diese Form muss überall gefunden werden, denn wenn wir den Sport in den Bereich der Bundesarbeit nun so nachdrücklich eingegliedert haben, so kann nur der gerechte Ausgleich zwischen geistiger und körperlicher Erziehung unser Ziel sein. Dieser Gedanke wird die Arbeit aller Verantwortlichen in Zukunft zu beherrschen haben. Mehr als bisher werden daher die Gruppen- und Zugleiter an der Sportausbildung teilnehmen müssen. Jeder Führer im Bund muss auch in sportlicher Hinsicht seinen Jungen und Mädeln erstrebenswertes Vorbild sein und muss dahin kommen, das sportliche Training seiner Gruppe selbst beaufsichtigen zu können. Was für Sportarten sollen nun hauptsächlich von den Menschen des Bundes betrieben werden? Neben der Ausbildung in den Grundformen der Leibesübung, also dem Laufen, Springen, Werfen oder Stossen, muss, wie bereits weiter oben gesagt, der Hauptwert der Arbeit auf den Mannschaftssport, besonders auf Ballspiele, gelegt werden. Und nicht nur an den Trainingstagen sollen die Pimpfen Völkerball und die Aelteren Handball spielen. Dies© Spiele haben einen so hohen sportlichen Erziehungswert, dass sie auch auf der Fahrt getrieben werden sollen. Wenn dann zu dieser rein athletischen Ausbildung noch Geländespiele und für die Aelteren mit Mass betriebene Märsche mit und ohne Gepäck hinzukommen, so ist damit schon Wesentliches getan. Zum Schluss sei noch einmal hervorgehoben, dass wir den wettkampfmässig betriebenen Sport, den wir aus erzieherischen Gründen für bedeutsam halten, mit Mass betrieben wissen wollen. Denn wir treiben Sport nicht um des Ruhmes des einzelnen willen, sondern deshalb, weil er eines der besten Mittel zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühles ist. Manfred Friedmann. Oberschlesien sbttä Bünde vorcsra! „Wir wollen im Bunde mit jüdischer Arbeit vorangehen!“, das wrar der Leitgedanke der Worte Dr. I m m e r w a h r s, mit denen er vor 100 Führern und Führerinnen Oberschlesiens, Niederschlesiens, des Schwarzen Fähnleins und des Deutschen Vortrupps auf der schönen Toster Waldwiese bei prächtigstem Sommerwetter die vom Landesverband Oberschlesien abgehaltene Führertagung eröffnete. Durch die Teilnahme des niederschlesischen Bundes und der anderen deutsch-jüdischen Jugendorganisationen wurde unsere Tagung zu einem starken Bekenntnis der gesamten deutsch-jüdischen Jugend des deutschen Ostens zum Judentum. Nach begeisternden Worten von Rabbiner Dr. Ochs gingen wir an die Arbeit. Wir teilten uns in zwei Kreise, die voneinander getrennt diskutierten. In beiden Kreisen wurde unter Zugrundelegung der Referate und Korreferate besonders den jüngeren Führern und Führerinnen eine Fülle von Anregungen insbesondere pädagogischer Art zur Bearbeitung dieser Themen in Heimen und auf Fahrten gegeben. Nach kurzer Mittagspause setzten wir uns dann alle zur gemeinsamen Arbeit unter der Leitung Franz R o s e n t h a 1 s zusammen. Zuerst sprach Ernst Rawak über die religiösen Richtungen, und machte hierbei den Versuch, die religiöse Haltung unseres Bundes klarzulegen. Anschliessend referierten Alfred Böhm und Dr. Jakobowitz über „Jüdische Weltanschauungen der Gegenwart“. Die an die Referate sich knüpfende Diskussion benutzten wir in erster Linie dazu, uns über unser Judentum auszuspieclien. Dr. Jakobowitz schloss den arbeitsreichen Tag mit dem Aufruf, im Sinne dieser Tagung in den einzelnen Ortsgruppen zu arbeiten und so das Erarbeitete auszuwerten. Der Tag von Tost war ein Markstein auf dem Wege unserer jüdischen Arbeit und auf dem Weg unseres Bundes in die Zukunft des deutschen Judentums. Alfred Böhm. Wir bekommen ein Zelt Aus einem Fahrfsnbericht Es ist vor einer unserer grossen Fahrten. Ein Junge wird beauftragt, mit dem Vorstand der Ortsgruppe des CV Verhandlungen wegen einer Anleihe zu führen: „Herr Doktor, wir haben einen Wunsch. Da wir nicht mehr in die Jugendherbergen können, müssen wir ein Zelt zum Uebernachten haben. Können Sie uns nicht dazu einige Mark leiben?“ „-Ausgeschlossen, ausgeschlossen!“ „Na, aber . . „Lass mich doch mal ausreden, leihen kann ich euch das Geld nicht, aber geschenkt nehmt ihr’s doch auch von mir an?“ Wir nahmen es an. Der Betrag wurde sofort ausbezahlt, und das Zelt sofort bestellt. Der kurzen Zeit wegen, mussten die Zelte auf den zweiten Tag unserer Fahrt zum Nachsenden per Express bestellt werden. Am zweiten Tag morgens ... Wir warten. Alles ist schon auf die Räder gepackt, aber unser Zelt ist noch nicht gekommen. Da versuchen wir es noch einmal, auf der Bahn nach dem Zelt zu fragen, denn mittlerweile ist noch ein Zug eingetroffen. Vielleicht bringt der es noch? Zwei Jungens machen sich auf hoffnungslosen Gang. Nach einigen Minuten 'kommen sie im Dauerlauf zurück, bepackt mit einem grossen Sack. Im Nu ist der Sack aufgeschnitten, ein Freudenschrei — die Zeltbahn, die Zeltstäbe und die Häringe — ein Hoch der Ortsgruppe des CV! Schneller als sonst sind die Affen wieder von den Rädern abgepackt, jeder bekommt etwas vom Zeltmaterial. Dann packen wir unser Gepäck wieder aufs Rad, und froh geht’s auf die heutige Etappe. Julius Keller. Dis erste -zweitägige Fahrt der Essener Mittwoch früh trafen wir sechs Jungens der hiesigen Ortsgruppe des Bundes uns am Essener Hauptbahnhof. Die Fahrt verging uns schnell. In Hagen wurden wir von fünf Jungens angehalten und mit einem kräftigen „Bereitschaft“ begrüsst. Die fünf kamen von unserem Bunde aus Münster und machten von hier aus Radtouren. Wir trennten uns aber bald, weil wir für diesen Tag noch viel vorhatten. Mit Gesang ging’s los. Wir waren froh, als wir die staubige Landstrasse verlassen konnten und in den Wald hineinkamen. Da der Tag sehr heiss war, machten wir um die Mittagszeit eine M längere Rast. Alle, selbst die schlechtesten Esser, hatten guten Appetit. Dann wurde an getreten. Mit einem lustigen Lied verliessen wir unseren Rastplatz, den wir natürlich wieder ean? sauber gemacht hatten. Nun wurde der Wen herrlich. Wir machten öfter halt, um uns die Landschaft ringsum genau anzusehen. Am schönsten war es, als wir oben auf dem Ber^e aus dem Wald heraustraten und vor uns im das herrliche Altena in der Nachmittagssonne liegen sahem Wir verweilten einige Zeit, um uns den Eindruck tief einzuprägen, kach langem Marsch gelangten wir nach Altopugwo wir uns sofort nach Quartier umsahen. Wir werden an einen jüdischen Herrn verwiesen, der uns seine Garage bereitwilligst als Nachtlager zur Verfügung stellte. Mit grossem Eifer ghm es daran, sie so schnell wie möglich recht wohnlich einzurichten. Darauf stärkten wir uns erstmals richtig nach den Anstrengungen des Tages und lagen, schnell in unsere Decken cin^ohülir auf dem Boden, nicht schlechter als fn <1,^ weichsten Federbetten. Obwohl wir sehr müde waren, ging es mit dem Schlafen doch nicht so schnell, weil jeder noch gern einige lustige Sachen zum besten geben möchte. Allmählich aber wurde alles ruhig. Um 6 Uhr früh wurde geweckt, Freiübungen gemacht, und eine Stunde später waren wir, nachdem wir noch mit Kaffee bewirtet wurden, schon wieder fertig zum Weitermarseh. Nach herzlichem Dank an unseren Gastgeber ging es nun bei schönem Sonnenschein dem nächsten Ziele zu, über den Wixberg in Richtung Iserlohn zur Dechenhöhle. Obwohl der Marsch anstrengend war, die Sonne brannte und der Affe drückte, waren wir doch so sehr von all den schönen Eindrücken begeistert, dass wir die Mühen gar nicht merkten. Kurz vor unserem zweiten Ziele machten wir Rast. Schnell wurde Erbsensuppe abgekocht, die allen vortrefflich schmeckte, und weiter ging es zur Dechenhöhle, einer der schönsten Tropfsteinhöhlen. So etwas halten wir alle noch nie gesehen. Da es aber 'mittlerweile später Nachmittag geworden war und wir nicht so spät zu Hause sein wollten, ging es bald mit frohen Wanderliedern weiter nach Hagen zu. Wir hatten unterwegs noch Glück und wurden auf der Hälfte des Weges von einem vorbeifahrenden Lastauto nach Hagen mitgenommen; das machte uns natürlich viel Spass. Abends waren wir wieder zu Haus und wussten alle, dass diese zweitägige Fahrt unsere schönste war. Jetzt freuen wir uns schon wieder auf die nächste! Heinz Krombach. Eifern-Abend in München Am 9. Juli fand im grossen Museumssaal in München ein Eitevn-Ahend der Ortsgrupp« München im Bund Deutsch-Jüdischer Jugend statt. Der Abend war von den Freunden des Bundes sehr gut besucht. Es wurden von einer Singgruppe hündisch» Lieder gesungen, ein Sprechchor sprach sehr wirkungsvoll „Israel lebt ewig“ vod Jehuda Halevi urul „Das Wort, welches an Jeremia vom Herrn erging“ (Jeremia IS I ff.). Sehr launig war der bayerisch gesprochene lustige Fahrtenbericht. Der OG.-Leiter Herbert Wolff hielt eine Ansprache, in der er in klarer und einfacher Weise die Grundsätze des Bundes und der Bundesarbeit entwickelte. Es folgten turnerische Vorführungen und dann zwei chonsehe Tanzveranstaltungen zu dem Oratorium „Elias“ von Mendelssohn-Bartboldy und dem Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn. Diese Vorführungen waren zwar der eigentlichen hündischen Arbeit. nicht so unmittelbar verbunden wie die anderen Teile des reichhaltigen Programms, aber dafür standen sie infolge der Einstudierung durch Rhea Glus und der Mitwirkung ihrer Schülerin Elisabeth Koblenzer auf einer für eine Dilettanten-Gruppe erfreulichen künstlerischen Höhe. Das Bundeslied beschloss den Eltern-Abend, der in seiner ganzen Anlage besonders gut aufgebaut war. Gründungsversammlung des Bundes Deutsch-Jüdischer Jugend in Köln Am 18. Juni 1934 wurde in Köln unter Anwesenheit der Vertreter der jüdischen Organisationen und des Bundesgeschäftsfübrers Norbert Wollheim eine Ortsgruppe des Bundes Deutsch- Jüdischer Jugend gegründet. Der Abend hinterliess bei allen," die ihn erlebten, einen starken Eindruck. Das Kölner Gemeindeblatt berichtete: „Das Programm des Bundes ist klar Umrissen. Die Führer haben Format, Feuer und Ideale; die Arbeit hat begonnen, an Förderern wird es nicht fehlen.“ In das Jugenddezernat des C.-V. ist Dr. Kart Julius II i e g n e r als Jugendsekretär berufen worden. Mit ihm ist, wie bisher, Günter Fried- 1 ä n d e r tätig. Die //Seife der Jugend" suchf den unbekannten Mitarbeiter In der heutigen Nummer zeigt die „Seite der Jugend“, nachdem wir lange Zeit hindurch Vorarbeiten geleistet haben, den Willen zu einer neuen Gestalt. Sie soll der repräsentative Ausdruck des Menschen im Bunde werden. Daher will sich die Schriftleitung unter Mitwirkung des Jugendsekretariats des C. V. und des Bundes für diese Beilage der „C.-V.-Zeitung“ einen Mitarbeiterkreis schaffen, der den besonderen Voraussetzungen dieser Aufgabe gewachsen ist (vgl. die Notiz im Hauptblatt). Um in den Reihen der unbekannten jungen jüdischen Menschen schöpferische Kräfte zu entdecken, stellt die „Seite der Jugend“ drei Themen zur freien Bearbeitung aller und zumal der Menschen im Bund, die an der „Seite der. Jugend“ mitarbeiten wollen. Die eingegangeuen Arbeiten werden wir, wenn sie wertvoll sind, in unserer nächsten Nummer zum Abdruck bringen und darüber hinaus mit den Verfassern aller uns wesentlich erscheinenden Einsendungen durch das Jugendsekretariat die persönliche Berührung suchen. Die gestellten Themen lauten: 1. „Der Lebensstil des jungen jüdischen Menschen.“ Es soll unter dieser Ueberscbrift von jenen Versuchen berichtet werden, die im Bunde und im Leben ausserhalb des Bundes neue Lebensformen ertasten wollen. Von Feiern, Liedern und Geräten, die, wie das Symbol des. Bundes, . der Ring, Ausdruck eines neuen Willens zum Leben sind, sollen sie Kenntnis geben. 2. „Erfahrungen der Sommerarbeit.“ Es soll hier von den Eindrücken und Erfahrungen erzählt werden, die in den Lagern und auf Wanderungen in der Berührung mit Natur und Landschaft für die hündische. Arbeit gewonnen wurden, Damit sollen für die Ausgestaltung der Erziehungsarbeit im Bund Anregungen gegeben werden. 3. Eine wahre oder wahrscheinliche Geschichte aus dem Leben junger Menschen. Alle Einsendungen müssen darauf eingestellt sein, in der „Seite der Jugend“ als dem Blatt aer jungen jüdischen Generation zum Abdruck zu kommen. Die Manuskripte müssen ausserdem: a) einseitig und deutlich beschrieben.und mit eineni breiten unbeschriebenen Rand versehen sein. k b) die Adresse der Schriftleitung der „C.-V.-ZeituUo (Seite der Jugend), Berlin W 15, Emser Strasse 4-» tragen, c) sich spätestens am 6. August 1934 i» Händen der Schriftleitung befinden, . d) die Angabe enthalten, ob der Einsender dem Bunde Deutsch-Jüdischer Jugend angebört, un in welchem Lebensalter er steht. -. Die Schriftleilung behält sich vor, den m * eendern besonders schöner Arbeiten neben aer Honorierung durch Uebersendung eines Buch eine Freude zu machen. Schriltleitung und Jugend Sekretariat.

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