Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 29 (19.7.1934)
- Date
- 1934-07-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Usuell c ..C.-V.4 ß'-rlia s. 163. “ 1 m h m il'ÜB r ~i 16 16 10 «3 pn fik:i tfein ülüiiül L ll- 28-23 etc -?0 frei» SesprZch tsa!S ^3p.29 Beiblatt \w/nr \3oVo^ üll MMWM iiitfitf z« llllliil r Venn wir am 20. Juli, dem 87. Geburtstag vrax Liebermanns vom Bekenntnis des Künstlers zu dieser Zeit und dem Judentum sprechen, so geschieht es vor allem, weil der große Künstler und besondere Mnich seiner Entwicklung und.seinem Schassen Hach deute vollendet ist. eine geschlossene Erscheinung darchM. die mit Ilcberlegcnhcit zu dem heutigen Erleben Stellung nehmen kann und darf. Das Werk löst sich vom Künstler ab unb führt fein eigenes Leben. Je größer es ist, desto stärker widersteht es den Zeiten. Ter Künstler schreitet weiter von Werk zu Werk, von einer Stufe des Äenschseins Zur anderen. Tos Dauerhafte wird das Kennzeichen seines künstlerischen Wandels, das Wechselnde zum Merkmal seines Lebens in der Zeit. Das Werk Max Licbermanns steht in seiner Prägung vor uns, es bildet einen Bestand. T^r Mensch Licbcrinann ragt über die Zeiten seiner Schöpfungen in die Gegenwart herein; nicht sein Schassen betrifft es. sondern unser Schicksal, wenn wir ihn nach den: Gegenwärtigen fragen, — unser jüdisch c s S ch i ck s a l. Bei einem Gespräch, in Liebermanns Landhaus in Wannsee. gibt der Künstler ein reines und klares Bekenntnis zu dem, was uns bewegt und das jüdische Leben heute erschüttert. Liebermann, der Deutsche, der Maler deutscher Landschait. der „echte Berliner", wie er sich selbst stets gab und fühlte, steht überzengt und schicksalsverbunden 'zu dem wesentlichsten, das uns angeht: Zvnr Judentum. „Wir müssen uns als I u d e n a u f u n s s c l b st b e s i n n e n" — das ist der Kern der bewegt und mit Frische geführten Unterhaltung. Liebermann ist an dem Gespräch mit seiner ganzen lebhaften Art beteiligt. Die Gestalt, schon etwas gebeugt, hat trotzdem noch die überraschende Glastizität; aber vor allein ist es der Kops, der fasziniert und dessen Ausdruck einen mitreißt. Tie Augen blitzen, snw sung und klar, sehende und sprechende Augen, das Lachen oft voll Schärfe und Ironie. Ter Maler bleibt bei dem Gespräch nicht ruhig sitzen, sondern steht hin und wieder aus, ist völlig beteiligt und eingespmmen in das. was ihn beschäftigt, und an dem er auch den Zuhöreirden unbedingt beteiligen will, indes er ein Buch zeigt, das er gerade studiert, — und unwillkürlich geht man die Eedankengänge des Künstlers und fügt sich seinem Willen, der das Gespräch leitet. Im Atelier, in das Liebermann gebeten hat. liegt die Hitze des Berliner Sommers. Man fühlt sich hier ein wenig abgeschieden von Stadt und ' Dell, und die Pcrsönlichleit des Künstlers wirkt daher noch eindrucksvoller.- Vir kommen auf die jüdische Jugend zu sprechen. Liebermann geht noch mehr aus sich heraus. Er wird erregt, und unterbricht seine Sätze durch plötzliches Nachdenken, wobei die klugen Augen einen mit dem bekannten liebenswürdig-geistreichen Blick betrachten. und die schönen, seltsamstark durchgesormten, schmalen Hände, die Hände eines Menschen, der zu gehalten weiß, jede Bemerkung mit eleganter Geste unterstreichen. ..Tw jüdische Jugend." sagt Liebermann, „ist in ihrem Geist heute wieder von einer Idee getragen! Das ist das Gute. So muß es sein!" — „Sehen Sie, meine Jugend war in dieser Dichtung problemlos, ich habe den Unterschied zwischen Jude und Nichtjude niemals empfunden, und auch später in meinem Leben glaubte ich es einem Menschen nicht, wenn er zu mir kam und mir von Kämpfen erzählte, die er beruflich auszusechten habe, nur üsW-MeLfter weil er Jude fei. Ich sagte dann stets: Sie müssen eben tüchtiger sein, sie müssen sich mehr anstrengen, dann werden Sie es schon zu etivas bringen im ^eben. Aber heute verstehe ich diosc Menschen und erkenne alles ganz anders. Es nützt uns nichts, das Tüchtigsein. Im Geist müssen wir das. Wertvolle sehen. Es ist weniger wichtig, wie die jüdische. Ingend, rein, äußerlich, materiell, im. Augenbliick lebt, wesentlicher ist ihre innere Haltung, ihr Geist. Und der ist gut!" Es ist eigentartig, an dem Meister, der die Blütezeit der bürgerlichen Epoche verkörpert, diese Wandlung wahrzunehrnen. Liebermann stellt sich auch zu den Ideen der Palästinawanderung positiv nnd sieht sie insbesondere für die Jugend als Ausbau und Ziel. Während der Maler Mar Liebermann Einblick gibt in die Bezirke seines geistigen Nanmes. in sein Tenkcn und Fühlen zum Heutigen, das ihn ungeheuer stark bewegt, spüren wir deutlich die Kraft und. innere Geradheit, mit der dieser Künstler geistig die Wandlung in unserem Schicksal bewältigt und ersaßt. Es ist Arbeit, die hier geleistet wird. Ungebrochen, stolz und lebendig steht Liebermann zu dem, was wir erleben. Und nicht nur in der Betrachtung und Beurteilung des Lebens zeigt sich der Künstler aktiv. und aufgeschlossen, er arbeitet. auch an seinem eigenen Werk. Bei dem Besuch in Wannsee saß der Künstler in der von Selbstbildnissen her bekannten, ein wenig in sich versunkenen Haltung, vor der Stassclei. Er malte. Malte an einem leuchtenden Seestück, einem sonnig überstrahlten heiteren Bild, ans dem ein blauer Himmel zart schimmert, rosa und licht heben sich Sonunerkkeider von Frauen, die an Gartentischen sitzen, vom Grün der Bäume ab: es ist ein Ausschnitt aus einer glücklich-frohen Landschaft, die Liebermann darstellt. Und dies vielleicht ist das stärkste und überzeugendste Bekenntnis des schassenden Menschen in dieser Zeit: daß er weiterarbeitet. . L. P. {!!l!!t{Il!l]!!lIIlI!I!III!l![j!ll!l!!!!!il![!|[l!!l!llIllI!l!I]l!!ll!lIISIIII!!IllI!i!lIl Sk Eli Du sollst mein Volk sein, und ich bin Dein Gott! Mit eherner, unendlicher Gewalt Reiß' ich Dein Leben hin in meine Bahn. Unendlich groß ist Dein Erleben auch im Leid, Denn übermenschlich ist, wie ich Dich treibe, Und was ich von Dir fordere, Gottesvolk. Aufflammend sollst Du fühlen, daß Du bist, Daß Ewigkeit auf Deinem Wege steht, Und daß das Herz der Menschheit in Dir schlägt. Lin Feuer Hab' ich angezündet, eine Flamme, Die in Dir gen Fimmel lodert. Die alles Leid vernichtet und verzehrt. Und Dich auf Höben Zandern heißt, allein. Dich Hab' ich-auserwählt, mein Volk zu sein, Du sollst mich nennen, mich bekennen, Sc Eli, dies ist mein Gott! Frieda Mehler Dvn Georg Hirschselv Sie hatte ein Zimme^im Altersheim. Es war nur klein, und das Fenster ging auf den Hof hinaus. Aber eine alte Linde stand im Hof, und ihre Krone ragte in Mutters Fenster. seinen Nahmen mit dem Bilde der Jahreszeiten füllend. Ihr Stuhl, in dem sie saß und nähte, rhr Tisch, an dem sie der Schwester schrieb, stand an diesem Fenster. Hier wartete sie jeden Tienslag ans ihren Sohn, jeden Dienstag kam er ans der Stadt zu ihr hinaus, immer pünktlich um dieselbe Stunde. Ihre kleine silberne Uhr. zu der sie seit vielen Jahren,ein ganz persönliches nnd deshalb schwieriges Verhältnis hatte, lag vor ihr auf dem Tisch. Wenn die Uhr nicht wieder heruntergefallen oder abends überdreht worden war, konnte Mutter feststellen, wie lange es noch bis zu den beiden Stunden dauern würde, die das Zentrum ihres Alters bedeuteten, von denen aus und zu denen hin sie überhaupt noch lebte. Schlug es endlich fünf — dann wußte sie. daß es nach wenigen Minuten leise an der Tür pochen würde. Daß die Tür dann wirklich ausgehen, und ein schmaler grauhaariger Mann mit ernsten Träumeraugen eintreten wußte. Er war grau, er war bald fünfzig, die Gestalt von den Kämpfen und Sorgen der Zeit gebückt — trotzdem sah sie noch heute das Kindergesicht. wie sie mich in einer ganz besonderen. nur im Muttergcsühl wurzelnden Empfindung für immer sein kindliches Herz hörte. Sie sagte heute noch „rnern Junge don ihm und nannte ihn, wenn nicyt Bernhard, so doch „mein Kind." Er verspätete sich heute zehn Minuten. Bekümmert zählte Mutter wie letzte Ersparnisse die kostbare Zeit. Einen grollenden Blick warf sie der Uhr zu. Ging sie doch wieder vor, das unzuverlässige Ding? Daß bei ihrem Sohn alles fehlerlos war. bezweifelte sie nie. Sie legte in Gedanken an ihn immer wieder die Hände wie im Gebet zusammen. Sie bewegte die Lippen und lauschte. Noch immer kein leiser Schritt? Da endlich! — „Guten Tag. Mutter. Entschuldige — es ist wohl ein bißchen später geworden. Ich bekam erst den nächsten Wagen." Sie war so übermannt von seiner Gegenwart und von allem, was sie auf dem Herzen hatte, daß sie versicherte: nein, er komme absolut' pünktlich, wahrscheinlich sogar früher, sie habe ihn kaum schon erwartet. Dabei hielt sie seine Hand und versenkte den Blick in ihn als ob sie sich seiner Wirklichkeit erst vorsichern wollte. Eine junge Schwärmerei, etwas überirdisch Bräutliches kam rn ihre ' fünfundsiebzigjährigen Augen. Er kannte sie — er glaubte sie im Innerstcn zu kennen. So, wie heute, hatte er bet Uem Besuch ein drückendes Gefühl.zu überwinden. Diese großartige Kritiklosigkeit war es nicht, was er brauchte. Er kämpfte von Kindesbeinen auf dagegen Er rang ehrlich um das was seichtere Betrachter mit Nuhruna beneideten. Er war den harten Weg der Selbstzucht gegangen. Im eigenen Hause fand er' kämpferische Stellungnahme. Im Daseinskampf mit Frau und Kindern gab es wenig Schonung. Wenn man das Leben bej stehen wollte, mußte man ihm ins Gesicht l;4it Die Mutter mochte rn ihrer frommen .Selbsttäuschung bleiben. .Er wußte sie nun Der Prophet Ezechiel Michelangelo, Sixtinische Kapelle, Rom „Es erging bn? Wort des Herrn an mich also: . . . denn zmn Sinnbild mache ich dich dem Hause Israel." Ezechiel 12. 1 u. 6. Im Sturm des Heutigen lösen sich die überkommenen Srduungeu des Vergangenen. Durch Prüfung werden wir zu Prüfern nnd blicken aus nach Wahrzeichen aus dem Wege des Geistes. An Worte können wir uns nicht mehr halten, wir suchen das Wort. Bon den Sprechern in Israel, die ausstanden, das Wort der Wahrheit zu künden, führte das Schicksal Einen als Seher der Zeiten mit in die Verbannung. ließ das Leid Einen als Ankläger der Sündigen zum Trvstspcnder der Verzweifelten werden rief Gottes Stimme Einen ans als .Künder der Einkehr und Umkehr: Ezechiel. Dies ist seine Bede 18. 00131, die uns in ureigenstem Sinn gegenwärtig sei: „Fürwahr-, jeden nach seinem Wandel werde ich richten. Hans Israel, spricht Gott, der Herr. Kehret um und bekehret euch von oll euren Missetaten, daß sie euch nicht seien znm Anstoß der Strafe. Werfet ab von euch all eure Missetaten, durch die ihr euch vergangen habt, schüfet euch ein nem's Herz und einen neuen Geist. Denn warum wollt ihr sterben, ihr vom Hause Israeli!" Wer in also zeitgenössischer Nede zu uns herspricht, an dessen Gesialt auf dem gewaltigen Fresko der BibelschöP'er wollen wir die Farben erneuern, um ihn zu sehen, aus daß seine Stimme desto vernehmbarer zu uns dringe. Ist es doch ganz im Sinne dessen, der sich unter dem Namen Ezechiel durch Wort und Wirken am ans'ührlichsten eingetragen hat in das Buch der Künder nach Jeremia. dem klagend Einsamen und liebend Streugen. daß wir ihn wahrnehmen mit Aug unb Lhc unserer Seele. Zwar nicht deshalb, weil Ezechiel nach herkömmlicher Meinung die Ncihe der Sprecher unter den Kündern zuerst durch das bewußte . Nicderschreiben unterbricht, vielmehr ans der Erkenntnis seines Wesen-s. das in inniger Gcineinschast des Sch- und Hörsinnes gründet. Er hörte das Wort und er s a h seine Zeichen, und da sich uns jedwedes Antlitz vornehmlich durch das Aug erschließt, gelte unsere erste Frage den Gesichten des Ezechiel. An ihn. den Priestersvhn. ergeht die Berufung zum Kiinder des göttlichen Wortes im fünften Jahr nach der Wegführung in die babylonische Gefangenschaft inmitten der verbannten Brüder am Flußlaick Su Kcbar. Er sicht, wie ein Sturmwind von Norden her dichtes Gewötk jagt, während eine strahlende Glut inu sich greift, daraus ein Bild von vier Tieren hervorbricht, „w i e Golderz aus dem Feuer". In diesem Wie und seinen zahlreichen nrtextlichen Wiederholungen liegt die Art beschlossen, in der Ezechiel seine Erscheinungen überliefert. So ousfüyrlieh er seine Geschichte schildern mag. er u m schreibt, sie dennoch mehr als er sie beschreibt. Die Hiwnwlsgeister. von denen er den Tyronwageu der göttlichen Glorie erlwben sieht, tragen die Formen babylonischer. ägyptischer Bildwerke im biblischen Widerschein durch die Zeiten. — allein Ezechiel bilder nichts nach. Er zeigt alles in der Brechung des Spiegels seiner Seele. ... .. über ihrem Haupte war es g l e i ch eine in Thron, nnzn setzen w i e Savtzirstein, nnd ans der Gestalt des Thrones war oben darüber die Gestalt >v i e die eines Menschen." Was sich in folicher nmrißtzaften llebertragung des Sinnfälligen anssvricht. nimmt seinen Weg aus dem Jenseitigen in das Schaubare unserer Welt, während das Auge dessen, der das Geschaute wiedergibt, immer gegenwärtig bleibt. Ter Geist der Erleuchtung lobt darin und täsit die Gewalt des Uetzmirdischcm nachzittern. Nimmt der Jnnenblick Ezechiels dann den umgekehrten Weg. erhebt sich seine Lchan voin Tiesseitigen ans. dann mmdeln sich die Bedungen im Nael>klang göttlicher Heerfahrt zu Gesichten vom Wirken göttlichen Strafgerichts. Wenn Ezechiel den Böllern sein Trohwort znwendet. tri nt seine Klage nnd Anklage mich die reiche phönikrsche Stadt Tyrvs. Er scheiiit sic zu besingen. ol^ tzave geborgen, wie aus einer schönen Insel. Sie ächtete kaum nollt aus die Brandung um sie her. Sie träumte und sah alle Tinge nach ihrer Wesensart. Er verstand sie. Er entmant). sich auch heute der Bedrückung, die ihn immer in dieser Weltferne ergriff. Bald fand er sein mildes, leicht ironisches Lächeln wieder. So sah er sie an. sein altes Mutterkind, und ließ sich von ihren bangen, fragenden Augen betrachten. „Es wird nun ernstlich Frühling", sagte er. „Ja — die Stare sind schon da." Sie deutete hinaus. Tie Lindenkrone, die ihr das Fenster zeigte, war noch dunkel und kahl, mit'einem kaum erkennbaren Knospenschleier. Hier aber lebte der Wandel der Jahreszeiten. Mutier fürchtete immer Erkältungen und ging kaum noch hinaus. Ter Hausarzt hatte" eine bewährte Methode bei all den alten Leuten: er ließ sie tun. was ihr Selbsterhaltungstrieb verlangte. Sonst gab es doch nur Widerspruch. Wenn Frau Simon bei Herrn Naphtaly etwas sah, was Fräulein Mayer richtig fand, tat sie es doch nicht. Also ließ man am besten alle drei bei ihrem Willen. „Nisten die Stare da drüben?" fragte der Sohn, die Brille aussetzend. „Freilich. Ich kenne sogar ihre Nester. Ich beobachte ihr ganzes Leben, bis die Jungen flügge werden und mit den Alten wieder foriziehen." „Du hast noch gute Augen. Mutter. Unberufen." „Und du liest zu viel." „Das ist mein Berus." _ „Bist du auch warm ungezogen? Trage nur immer wollenes Unterzeug. Wieviel .Socken hast du?." Er dachte eben an seinen neuen Noinan —- da paßten die Socken schlecht. Es war eine Trete, junge, stürmische Geschichte aus schöniw Vergangenheit. Wann endlich gab Mutter die Wäscheschranksorge ans? Aber er lächelte schon wieder. ..Bon dem Baum da draußen hast du wohl viel?" fragte er ablenkend. „Ich liebe ihn. Es ist doch so: wenn man einen Bannt hat, braucht man keinen Garten." „Vielleicht ist es bei den Menschen ebenso.* „Meinst du? Aber du bist doch ein Dickt* ter? Du kennst doch so viele Menschen? Das bewundern sie doch an dir. Ich sage dir. mein Kind. Herr Naphtaly verschlingt jedes Buch von dir." Dieses Bild war ihm nicht lieb. Herr Naphtaly war-ein kleiner Schönredner, und er wollte nicht auf seine Bücher kommen. Tie Mutter wartete nur darauf. Sie glaubte, daß das deutsche Publikum sich auch jetzt noch um seine Bücher künuuerte. — „Herr Naphtaly ist ein alter Herr. Alte Männer sollen nichts verschlingen, Mutter. Das bekommt ihnen nicht. Lieft du eigentlich noch die Zeitung?" Sie Zögerte gegen ihre sonstige Art. „Wenig", sagte sie daun. „Die Ueberschristen. Und die Familienanzeigen. Es ist ja doch nichts mehr für mich. "Was tu ich mit all dem Nisches?" Das war eine überraschende Antwort. Er lochte, den Kops in die Hand gestützt. — „Halt recht. Mutter. Aber du liest doch noch? Tu machst doch nicht nur Handarbeiten?" (Fortsetzung folgt.)'