Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 28 (12.7.1934)
- Date
- 1934-07-12
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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' 1 M N & I l i 1 I I ft Bon Arßtz SngsL MEN §s Ter rote Faden, mit dem, bildlich gesprochen, bie Julinummer des „Morgen" zusammengeheftet ward, ist: „Und doch!" Es wird deutlich betont oder cs wird nur angeschlagen, eskommt aus bewußten: Wollen oder aus dem Justinlt: gleichviel, ti 'ist der Grundakkord, säst aus jedem Beitrag Hingt es in das Herz des Lesers hinüber. Schon der leiten.de Aussatz „Lüge der Statistik", „nd er ganz besonders, sagt: Laßt euch nicht ^vcrfdindifcrn! Mißtraut den Zahlen der Statistik. D>>r Rcchenlünstlerin. die sich so häufig verrechnet! Äuch setzt wohl, wenn sie aus den: Bestände des deutschen Judentums, aus Abwanderung und Gehintenrüclgang das Fazit ziehen möchte, daß die Gese.inttage dieser Menschengruppe bis zur äußersten Schrumpfung gezählt seien. Nichts da! Wir wissen z'.wicl von den Zahlen, und wir wissen zu wenig von den Möglichkeiten, die gegen sie auf> t;r!ifu können. Es kann und muß anders kommen! iii unser Glaube und unsere Forderung!" ,'ug! die Verfasserin Eva R e i dj m ann - Fung - r. i o ü n. Vliirfi Ha n s Rosensekd in cincin Aussatz ßüdischcr Adel?" und H ans B a ch in einem anderen „Ende des Bürgertums?" wenden sich ans der drückenden Enge der Zeiterc-gnisse zu Erwägungen, die Bergaugeucs mit chllünstigem verbinden. Roseufcld wünscht einen neuen jüdisc!)en Adel: „Ter neue Adel wird kein s. 'dcl des Blutes und erst recht kein Pseudaadel des Geldes sein", sondern „der einzig echte Adel des Geistes und der Seele". Was darf uns hindern, mit ihm zu hoffen und zu wünschen? Wie gern leusehen wir jedem Marquis Vosa, und warum selten wir nicht auch von kommenden Tagen ermuten dürfen, was die Vergangenheit dem Judentum in vielen großen Menschencpcinplaren beschert h>u. diesen Adel des Geistes und der Seele? Sehr gll-lllich kennzeichnet Rosenseld die Begriffe Individualismus und Sozialismus als nicht notwendig antipolar. Sie schließen, wenn auch einander nicht ein, so doch ebenso wenig ans. Tic Einheit liegt darin, das; das Recht ans uns selbst die Vslicht gegen andere nicht außer acht lassen darf. v> ans B a 6) mit seinem „Ende des Bürgertumsl" — also auch hier ein Fragezeichen, eine Jragc an die Zukunft! — hält sich, nicht ohne Widerspruch gegen Rosenseld, mehr im Bezirk der klcalität. Mit gründlichsten historischen und sozialen Hinweisen charakterisiert er das Bürgertum. wie es aus einem Träger großer Ideen zu cincin Söldling materieller Interessen geworden und darum den schwersten Angriffen ausgesetzt ist. chi diesem Zusammeuhang darf man daran erinnern. daß es einer der nicht sehr Zahlreichen radikalen Juden gewesen ist, Carl Sternheim, der schon vor Zwanzig Jahren in einer Tramensvlge da- Bürgertum zu einem ehrlosen Tode verurteilt und damit dem Hohn aller Feinde von oben wie r,m unten ansgeliescrt hat. Hans Bach ist minder dcstrultiv. Er gibt das Bürgertum nicht auf. auch nicht das jüdische. Als rckreircndes Element fordert er neben der „Haltung" vprzugsrneise und erst recht die „Gesinnun g". Er prägt das, was diesen Kreisen nottut, mit dem scheinparadoxen Wert Hölderlins: „Heilige Nüchternheit". Und doch! Hört man cs nicht auch aus der don Erdschwere nicht belasteten Betrachtung heraus^ die Hermann S i n s h e i m e r „Blick aujdasTragische" nennt? Seine tiefgehende Meinung faßt sich dahin zusammen: Tie Juden ünd das Gottcsvolk; Gott gegenüber gibt es nur Unterwerfung, also keinen Zusammenstoß, also kerne Tragik, wie sie nur aus den Reibungen. «m r? ^ordinierten. Zwischen Mensch und - eusch, entstehen. Man könnte freilich sagen: auch nu Zwrst mit dem Schicksal, also doch mit einer gedacht höheren Gewalt. Nach Sinshcimer bleibt Israel im Kreise der sonstigen Menschheit Zwar cr oft leidende, aber der niemals auf die Dauer unterliegende Teil. Tenn es anerkennt nur einen Roelden. nur einen Sieger. Das ist Gott, worüber hinaus gibt cs nichts Heroisches, weder handelnd noch duldend. Das ist eine letzte Formel, hoch erhoben über Zeitliches, Tröstung und Stärkung allen denen, die verzogen wollen. Bon dem übrigen Inhalt des Heftes und besonders zu vermerken: die innigen und formschönen Gedichte des früh verstorbenen George A. G o l d s ch l o g; die Erinnerung, die Bertha Badt-Htranß au der Hand eines wertvollen Buches von Michael Fränkel dem großen Gelehrten und Menschen, dem im Sinne Rosensclds wahrhaft adligen Jakob Bernays widmet; die Betrachtung. die Leo H i r s ch anläßlich einer bin- Gorion-Bolksansgabe dem Thema „Friedrich N i e tz s ch c und der j i'i d i s ch e Gei st" zuwendct, mit erneutem Hinweis auf das in seiner Eigenart so häufig falsch bewertete Ostjudentum. In einem Nachruf „M a x Pink n s" wird dieses ausgezeichneten Mannes gedacht. Er hat sich nur deutsche Dichter, wie Hermann Stehr und Eerhart Hauptmann, unvergängliche Verdienste erworben, die sicherlich auch von diesen ancrkamrt werden. Und noch ein anderer Toter, das flackernde und oft auch so tiefe Genie Mar Pallenberg, empfängt noch einmal Würdigung und Dank. SM der ZMhmMAle m LÄrhM Tie Freie Jüdische Volkshochschule zu Berlin geht einer Neugestaltung entgegen, für deren Durchführung ein Arbeitskreis herangezogcn werden soll. Zu dessen Bildung hatten die vom Kuratorium bestellten Leiter zu einer Aussprache über grundsätzliche Fragen gebeten. Tr. Paul Eppste : n zeigte die geistigen Kräfte der Volkshochschule auf, Tr. Fritz B a ur ü e r g c r versuchte, Beispiele aus der bisherigen Praxis zu geben. Die Anwesenheit von Professor Martu: Buber ries die gemeinsame Erörterung Zu besinnlichcr Klärnng^auf. Die folgenden Notizen können und wollen nicht die Aussprache selbst, sondern nur deren Widerhall im Berichterstatter Wiedergaben, der dem jüdischen Volkshochschulgedanken weiteste Verbreitung wünscht. Es geht nicht mehr darum, Kenntnisse zu vermitteln; wir suchen Erkenntnis, und weil die Gemeinschaft rrnser Schicksal bleibt, kann uns auch nur in ihr der Weg Zunr Erkennen gewiesen wenden. „Jüdische Volkshochschule" bedeutet dem Sinn nach eine Selbstwiederholung; denn die Grundlagen des Judentums sind eine einzige hohe Schule des Geistes, und die hingebungsvolle Arbeit darin heißt Einheit von Lehrer und Lerner, von Führung und Masse. * Wer wird diese Schirle besuchen? Menschen, die in Not sind, in geistiger und wirtschaftlicher. Den deutschen Inden droht durch die Gegebenheiten ihres neuen Dascinsraumes die Gefahr, in der Bildung, d. h. in ihrer Menschlichkeit, zu proletarrsieren. Tie einen nehmen aus ihrem ec:: genialsten Fähigkeiten dürfte das eine zu kurze Zeit sein, um eine Sprache zu lernerr. Sie verständigten sich also deutsch, so gut es ging. Aber als die Unterhaltung zu Ende war und Sirvta sich verabschiedete, wurde der Rabbiner plötzlich so herzlich und drückte Sirota so dankbar und unter so vielen Versicherungen seines Tankes die Gand, daß der Kantor stutzig über soviel in:» tcrMcntc Ehre wurde und endlich nach dem Grunde s ragte. Ja. sagte der Rabbiner, hier in Lorrdon ist ein reiüer jüdischer Fabrikant namens Jsaacs, bei dem mehr als hundert jüdische Arbeiter beschäftigt sind, natürlich auch am Sabbath. aber als dieser Fabrikant Ihr Konzert in Whitechapel hörte und be- Inders Ihr „Wefchomru", da beschloß er, seine Fabrik fortan am Sabbath zu schließen. Und dafür dantc ich Ihnen. AWonM ia der MHsMSStz Zugunsten des Kuliurbundorchestcrs wirk» ton in der Philharmonie vor einem großen und ungewöhnlich beifallsfreudigen Publikum Tr. Singer, Josef R o s e n st o ck und Michael Taube als Dirigenten, die zwei lehtgcnannten auch als Pianisten. Den künstlerischen Höhepunkt schien mir R o s e n st o ck mit Beethovens dritter Levnorcn-Duvertüre ',u erreichen, bei deren Wiedergabe er die Dramatische Hochspannung ins Eroßartrge ncraustreiben konnte. Gerade mit die>ein -?erk tastet Beethoven zu künftigen Formen rnwr vom Poetischen, Programmatischen veenrdrnckten Instrumentalmusik vor, und 'Mcnjtocf unterstreicht noch durch gelegemuches. San Beethoven nicht gefordertes Ver- ^ngsanien des Tempos (nach den ^romhetensignalen, beim zweiten Thema vor der sstvßcn Goda) die Züge, durch die sich rn oer Rassischen Ouvertüre die sinfonische Dichtung '^kündigt. Im Gegensatz zn ißm ncrgw -^aubc bei der Wiedergabe der crJiCU lrahms-Sinfonie dazu, ein ohnehin sehr rafses Zeitmaß noch immer mehr zu behleunigen (Mittelsähchen in Allegretto); so immt er im vierten Satz die Wirkung vor- >eg, die Brahms, der sehr genau bezeichnet, er Stretta Vorbehalten wissen will. Seit ichreren Jahren hören wir die Sinfonie »icber; wir haben Abstand zu ihr gewonnen nd erkennen heute deutlicher, wo bei Brahms ie Inspiration aushört, und die Arbeit, das .andwcrk, beginnt. Aber wenn das Orchester rit den ersten chromatischen Gängen und ben bstinaten Orgelbässen anhebt, dann spüren ,ir doch im Innersten, was uns mit diesem Lerk gefehlt hat. Taube und dem Orchester elingt eine achtbare Interpretation, trotz iniaer falscher Noten und Einsätze. Der arke Eindruck auf das Publikum ist Herders in Anbetracht der beschränkten Zahl er Spieler hervorzuheben (nur drei Streichässe kein Kontrafagott). Ein Zusatz in der wrnstimme im vierten Satz ist rhematrsch e'-echtsertigt und mir schon bei anderen Dirigenten begegnet. Zwischen den sinsonrchen Werken vereinigten sich die musikaltcken Generalissimi des Kulturbundes, Dr. ringer als Dirigent, Taube und Noseniock als Pianisten zu einer mit Jubel aus- 'enommenen Aufführung des hs-dur-Koncrtes, das Mvzart als 24)ahrrger schrieb em )vus von einer unsäglich sutzen Schönheit, losenstock und Taube, als Musiker durchaus ^-schiedcne Iudividualitätcu, lassen alle olistischeu Eitelkeiten beiseite, bringen das merf als ein frisches Concertante, emen srohicta Wettstreit, ein trauliches Fragen und lntworten, in das dann der Chor der Jnstrunente lärmend einfällt. Bemerkenswert war äe Präzision bei den zahlreichen parallelen terzen- und Sertengängen; das klang wie >on einem Klavier gespielt Dr. Singer war in ruhiger, sicherer Mittler zwis^eu den polisten iind dem ein wenig 51t grob ansragenden Orchester. A “ Dn* früheren Dasein in ihre jetzige Lage üSerkviumcne Bildungsroste mit, die anderen, die Heranwachsen, den, stehen var verschkvssenen Türen der Bildungsstätten ihrer Umwelt. Tie einen laufen Gefahr, im Tafeinskauipf geistig zu verelenden, den anderen droht das dmnpfc Los der Unbildung. Diesen beiden Nöterr muß sic!; die umfassende, in dieser Art „universale" Schule dcö Voltes mit aller Kraft entgcgcnstellcn. In Berlin koinmcn für den Kreis derer, die solchem Bilden zugeführt werden sollen, viele tausend Menschen in Frage. Eine Sichtung wird durch das Freiwillige der Teilnahme getroffen werden. Aber cs geht nicht um die Zahl, sondern um die Enrheit: sie ist zu schaffen. Ter lllenban strebt aris das Lehrhnns hiir. Ein jüdisches Lehrhnns iü zugleich auch ein Lern- Haus. Deshalb iverden die Lehrenden darin zn den Lernenden „in die Schule gehen". Das ist das Akademische dieser Anstalt im jüdischen Sinn. Vom Werktätigen wird die nciigestaltete Hochschnle des Volles immer uneder ansgchen müssen: denn i>;re Vtenschen kvimnen allesamt ans schwerstein Tagwerk. Sic sollen sich nicht in nnsrnchibareii Abstraktionen anstrengen. sondern sich befreien im Streben nach gemeinsamer Erkenntnis. Deshalb bleibt es llrrs erste gleickigültig, von welä;ev stofflichen Seite sie ihren Ansgang nehmen: in teiner Prägung der Welt führen alle Wege sicherer zur Mitte wie in der jüdischen. Tie Arbeit, in der wir stehen, ist doppelt; sie gilt den Bedingnngen, des vebens wie deir imierhalb dieü'ir erst zu schaffenden Tafcrnsrämnen. Für solchen Kampf müssen wir gcrünet sein, und da wir nichts haben als nufer armes Selbst, müneir mir ihm neue Kräfte zuiUhren. llllie anders rermag das zn geschehe!: als durch das Geistige in: lebeiidigei: Sinn! Tie Arbeit in diesem Hans des Lelircns und Lernens wird ein Vi!d der indischen Welt van. honte geben nnis'en. damit der deniscl'e Jude seiner Platz darirr erkennt. Sie loird ihn von dielen: Anfzeigei: des Gegen'.oärtigen zu den Zeichen des Vergangencn führen, und sie ivird ihn ans aü die sei: Wegen, geiveite! durc'a den Vlict in alle Vcreiche der llnnoel!. immer uneder nur zn 'nU selbst führen, klliclll N.enntms, sondern Erkenn!:::-.-. Selbsterkenntnis >oll sie geben: die Lehrenden müssen in noch hö!;ereni Alan als die Lernende,: mit der Arbeit an fiel, selbst unbedingte:: Erna machen. Das heiin nu nns im tieütei: Sinn 'b'rn. gestaltnng der jüdischen Volts!,ochscliule >. U. Johann Friedrich W c: tz c . von 1507 bis 181? Pastor in dem nicht weit von Vtagdebnrg gelegenen Dorfe HadmcrSlcben, hat über seine Erlebnisse während der Franzosenzeit Auszeichnungen hintcrlassen, die von seinen: Sohne veröffentlicht wordei: sind. Ans ihnen teilt in der „Bodezcitung" vom 1. Juni 1'.V2 R. Ammann folgendes mit: rische Sicherung. Aantze bemerkt dazu: „Diese Handlung werde icb nie vergessen, und n:e:n Herz wird vom Tante gegen diesen Manu erfüllt bleiben, bis cs 11 teilt mehr icblägl. Dr. W. IVorm (OsrhorsloboiD Dr. mcd. Akar Mendel, einer der ANtbegründer der Hamburger Hrt-grunve des E.-V., beging -nn -l. Juki feinen 7». Geburtstag. Gr wirkt seit in unveränderter Srisctie und Rüsligkeit als vraktisehcr Arzt in Hamburg. Nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt hatte Vtitteldcutschland durch die das Land überflutende französische Arrnee viel zu leiden. — Bei Pastor Weitze wollten die Einquartierungen lein Ende neh:nen. Er Hatto nach :md nach mehrere hundert Ossizicrc und Soldaten zn verpflegen: selbst für Pserdcfutter ninßtc er sorgen. Seine gesinnten Leistungen an Kriegs- und Grundsteuern, anderci: Abgaben und Lieferungen schätzte er auf 1-180 Thalcr. Zeitweilig erreichten sie zldei Drittel seiner Amtsbezüge. So sei er nebst vielen anderen „sieben Jahre lang beispiellos gequält" lvorden. Und nun lassen wir Ammann sprechen: „Um die Herbeischasfulig der Kriegsstenern und Zwangsanlcihen zn erleichtern, war gestattet worden, ans die der Kirche. Pfarre und Schule gehörigen Gruudstücke Hypotheken ansznnchmcn. Nach langen: Bernuhen fand der Pfarrer auch einen Geldgeber, der und; erfolgten Abschätzung 1-t 000 Thaler zu 8 Prozent, teils 10 Prozent herlreh und sich zunächst mit einem Schuldschein begnügte . v Als nun das Gerücht auftanchte, die Regierung wolle sämtliche Kirchengütcr eillziehen. da wurde der Geldgeber ängstlich, kündigte, wurde klagbar und erreichte ein vollstreckbares Urteil. In dieser Not fand Weitze bei dem Konsistorialpräsidenten und Bankier Israel Jacobson (dem bekannten Gründer der Jaeobsonschnle in Seesen. Tie Schristlcitung.) Hilfe. Dieser lies; sich die Forderung zedieren. gab das Darlehen zu 4 Prozent und verzichtete sogar aus hypothela- O © YcrSanQcn 5!e unsere fünsc5gcn-Pi?c!s;5s5c O D GOOOO^eseSgenschäusn DSenatags OOOOO Bitte! Von Elsa Dora Wolff Pflück’ mich, Herr, wie die Frucht, die ihrer Süsse froh, Reif im Safte schon schwillt, pflück’ mich' im goldenen Licht Herbstlich' strahlenden Tages Bald vom Baume des Lebens ab! Lass nicht nagenden Wurm, nicht rauher Nächte Frost Noch zerstören, was dir, Herr, ward zur Ernte reif, Allen Stürmen zum Trotze Harrte seiner Erfüllung Zeit! Drum, o Herr, wie die Frucht, 'die ihrer Süsse froh, Rund im Safte schon schwillt, pflück’ mich' im goldenen Licht Herbstlich strahlenden Tages Reif vom Baume des Lebens ab!![l!IIIii!!!!!!?inn!lI!li?in!Hl!!!!2I?!!!I!!ii!(!!lini!!I!!l!i!!!!!l!)!IIl!!!!!IIItl! <7^: o an Ta der Theaterabend der Schwestsrnverernigung der Berthold-Auerbach-Lvge in Berlin den Zweck verfolgte, herzlich und unbeschwert lachen zu inache::. so wurde ihn: volle Erfüllung. Ungetrübte Heiterkeit losten die beiden Lustspiele „Ein Jubiläum" und „Ein Heiratsantrag" von Tschechow aus,' oft erprobte kleine Stücke voller Boshaftigkeit, voller Angriffe gegen die Schwatzhaftigkeit und Streitsuck)t der Frau. Es wurde mit großer Natürlichkeit gespielt — alle-s ins Groteske zugespitzt — von Herta Reiß. Erich Wolfs, Hedda Berger. Stella H a v>. Ten Herren Arthur P e i s e r. Heinz Halb an und Ferdincutd Grünecker gelangen Tvvon. so provinziell schrullig, rührend und abstoßend. daß cS ganz blnthaste Menschen wurden. Arthur Peiser, besonders Ferdinand Grünecker und Stella Hay — man verzieh ihr gern eine:: kleinen Mißgriff in der Wahl des Borgetragenen — holten sich begeisterten Beifall mit kabarettistischen Tarbietnngeii. So herrschte beste Stiinnnmg im vollbesetzten Saal der Loge in der Kleiststraße, und man hum annehmen, daß sich der Abend auch für die notleidenden Schauspieler, denen der Ertrag zusließt, gelohnt hat. L. B. Tr. Werner Lieb entsink und .Hilde Marr» Peters gaben in den Festsälen in der Emser Straße einen erfolgreicher: Abend mit dem Titel „Ein Stückchen Lelxm in Wort und Ton". Tr. Pkrner Licbenthal spielte vor allen: Prölndes vor: Ehopin in der innig-schwermüti^n Weise, die diese Stücke auszeichnet, daun Schubert, Schumann. Brahms und moderne Koinponisten mit der gleichen faszinierenden Technik. Tazivischen sprach Hilde Marr-Peters Gedichte, von denen einige cpch unseren Lesern bekannt sind, und eine Novelle. — ch. lieber den Londoner Erfolg der Sctngerin L»erta Glückurann berichtet das Breslane:: „8-llhr-Abendblatt": „Herta Glückn:an>: erzielte bei ihrem ersten Londoner Liederabend in der Aeolian Hall einen vollen Erfolg. Sie wurde von einem zahlreicher: kimstsachverständrgen Publikum, in welchem auch die deutsche Botschaft vertreten war, stürmisch geleiert. Tie Presse bezeichnet sie u. a. als Liedersängerin ersten Ranges und vollendete Interpretin des deutschen Liedes." Nach Treöden. Bert Brecht hat niemals Barnch geheißen und ist nicht Jude. NosNnschcs Kammerorchester. Chordirigent Jonot S. Roskin hat eine Orchestergeineinschaft ins Leben gerufen, die nur aus Berufsninsikern gusarninenaesctzt ist. Das Orchester wird nüt Begrnn der kommenden Saison bei der vom „Noskinschcn Gemischten Chor' vorbereiteten «lussübrung der „Schöpfung' von Haydn zum ersten Male vor die Oefientlichkeit treten. Kammersänger Hermann Jadlowker hat die Tenorpartie übernommen. Berufsmusiker und stinnnbegabte Damen und Herren melden sich bei I. S. Roslin. Verliin-Wilmersdori, Bayerische Str. (Tel.: JL Oliva <5lico.)