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Central-Verein-Zeitung · 1934-07-12 · 28 (12.7.1934) · page 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
28 (12.7.1934)
Date
1934-07-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Die LehrsrfsrkLWüKgsrVoche in Lehnitz Tie Lehrerfortbildungswoche in Lehnitz, über l 0? deren Eröffnung wir berichteten, hat nunmehr ihr Arbeitsprogramm 31t Ende geführt, gin Kapitel Mischer Erziehungsgeschichte in Deutschland, daS in seinen Folgen und Ans- Wirkungen zurzeit noch nicht übersehbar ist, findet damit seinen Abschluß. Jedenfalls läßt sich bereits m Ende der Tagung die Feststellung treffen, daß die vom Schnlreferat der Reichsvertretung der deutschen Juden in Gemeiuscliast mit der M i t t e l st e I l e s n r i 11 dische Er- N' achsenenbildun g durchgcsührte Veranstaltung reiche Fruchte gezeitigt hat, unbeschadet der lritifchcn Einwände, die im einzelnen erhoben werden können und, wie wir bemetkt haben, von Teilnehmern der Tagung tatsächlich erhoben worden find. Ter ArbcitSstoff der Tagung gliederte sich in folgende sparten.- iw fortlaufende wissenschaftliche £i! r sc. in ausführliche Vorträge (Referate) über die wichtigsten lluterrtchtsfragen und -fächer, sowie in A u s s p r a ch e abende, die ganz besonders von der bunten Mannigfaltigkeit menschlicher Beziehungen erfüllt'waren. Unter beit wissenschaftlichen Fortbildungskursen stand der tiefeindringende Bibelkursus. den Professor Bl a r t i n B u b e r. der Leiter der Mittel-. stelle für jüdische Erwachsenenbildung, abhielt, im Vordergründe. Buber teilt wohl Rudolf Borchardts Meinung, daß man sich an den geistig bedürftigen Menschen nicht bitterer versündigen könne, als wenn man ihnen den Weg zum Schweren erleichtere oder, genauer gesagt, leicht erscheinen lasse. Hart gegen sich selbst (im Hinblick ans die unsäglich mühsame Arbeit, die er nunmehr neun Jahre lang aus die Verdeutschung der Bibel verwandte), stellte Buber an die Kursteilnehmer ungewöhnliche Anforderungen. Mit unüberbietbarer philologischer Genauig. feit und Sorgfalt, mit der vielberedeten „Andacht ZINN Kleinen", wurde der Bibeltert Wort für Wort interpretiert und in seinem rhythmischen Gefälle erläutert. Vielleicht erinnerte diese hingabevolle geistige Bemühung ein wenig an eine Seminar- Übung (wohlbemerkt Fortgeschrittenenkurs!) für Theologiestudierende, jedoch wir behaupten nicht zuviel, wenn wir sagen, daß wohl keiner der Teilnchmer den KnrS ohne die Empfindung verlassen bat. in die Keünzelle deS religiösen Urwerks der jiidischon Menschheit (und nicht der jüdischen allein) Angeführt worden zu sein. Nebenher gingen zwei h i st 0 r i s ch e Fortbildimgskurse, die je einen Problemkreis auS der pidischen Geschichte, der von dem deutlich spürbaren Reiz geheimer Aktualität umspielt war, herausgriffen mid — darauf kam es au — zum beispielhaften Begreifen unserer heutigen Situation ausformten. Erich Rosenblüth behandelte Rabbi Jochanan ben Sakkai und den Jüdischen Krieg, während Ernst S i m 0 n, Bubers Meisterschüler, die Gestalt des Rabbi Jost'el von Nosheim aus der ichicksalsschwangeren Epoche der Reformation herauSlöne und sich — falls der Vergleich gestattet ist — als Vater der Idee einer Reichsvertretung der deutschen Juden erwies. Tie methodische Art, in der Persönlichkeit und Zeit auS ihren Elementen erarbeitet wurden, wirkte schlechthin vorbildlich. — hebräische Sprachkurse vervollständigten oas^ wtffenschaftliche Arbeitsprogramm. Ueberaus reich war das Material, das in den rträgen, die der pädagogischen Praxis gewidmet waren, dargeboten wurde. Bedürfnis und -totstand der jüdischen Unterrichtsstätten im allgemeinen erörterte Dr. H. Stern, der Rektor der -berliner Mittelschule, in seinem Vortrag „Probleine der jüdischen Schule", der insofern richtungweisend war, als er nicht nur die Schwierigkeiten, sondern auch die Möglichkeiten jüdischen Schulwesens in Teutschland klar und nüchtern mnriß. Tas Referat, das Dr. L 0 t t e B a r s ch a k über die R'eugestaltung deS Geschichtsunterrichts erstattete, war dadurch von unterrichtspraktischer Bedeutsamkeit, daß die Resercntin erstmalig einen Geschichtslehrplan vorlegte, der eine gelungene Kombination zwischen allgemeiner und spezieller jüdischer Geschichte enthielt. Eine Aussprache über den Religionsunterricht, die Buber leitete und an der sich n. a. Rabbiner Dr. Max Wiener beteiligte, diente ausschließlich den praktischen Bedürfnissen deS Unterrichts: die Frage, wie der Religionslehrer die stofflichen Konflikte, die sich zum Beispiel bei der Behandlung der religiösen Wunder ergeben können, zu meistern vermöge, bildete hier Gegenstand der Aussprache. Nicht niinder bedeutsam waren die Ausführungen, die einem sozusagen srischgeborenen Unterrichtsfach, der Jüdischen Gegenwartskunde, galten: Tr. G e 0 r g L u b i n s k i und H a n s G a e r t n e r waren hier die Referenten. Das neue Fach der Jüdischen Gegenwartskunde, in dessen Ausgaben sich, wie Franz Ollendorff (Kaiserdamm-Schule) in einem ergänzenden Referat zeigte, alle bisherigen Unterrichtsfächer zu teilen vermögen, bezweckt nichts geringes als eine Hineinnahme der jüdischen Gegenwartswirklichkeit in die jüdische Schule. Dabei ergibt sich ein Gesahrenpnnkt. der auch, in der anschließenden Diskussion scharf unterstrichen wurde. Es bedarf keines Beweises, daß eine Jüdische Gegenwartskunde in gebührendem Maße die P a l ä st i n a k u n d e berücksichtigen muß: insofern nämlich die jüdische Schule schicksalsmäßig genötigt ist. einen bestimmten Prozentsatz der heranwachsenden jüdischen Jugend sowohl wisiensmäßig als auch innerlich aus Palästina als Answanderungsziel vorzubereiten. ES muß aber mit aller Schärfe ausgesprochen werden, daß man sich an der jüdischen Jugend, die in Deutschland zu bleiben gewillt ist, geradezu versündigt, wenn man sie durch starre und ausschließliche Blickrichtung auf Palästina zu einer Entfremdung von der deutschen Heimat erzieht. Tie gleiche, den Aspekt einer Krise enthüllende Problematik ergab sich bei der von gegensätzlichen Meinungen bewegten Besprechung des ausgezeichneten und tiefdurchdachten Vortrags, den der Vorsitzende des Schulrcferats der Reichsvertretung der deutschen Juden. Studienrat Dr. Adolf Lesch - n i tz e r, über den Deutschunterricht in der jüdischen Schule hielt. Während die sachlichen, das heißt unterrichts-technischen Forderungen Leschnitzers (erwähnt sei die erstmalige Vorlegung jüdischer Leseheste!) allgemeine Zustimmung fanden, erregte sein Vorschlag einer Erziehung zur Zweisprachigkcit hin sowie ' seine Behauptung, die deutsäie Kultur sei uns Inden nur als ein Pfand geliehen worden, lebhaften Widerspruch. Blieb diese grundlegende Frage somit ungeklärt, so beben wir doch mit Genugtuung hervor, daß Tr. Leschnitzcr im Geiste der von der Reichsvertretung verkündeten Unterrichtslinien sich für Verständignng, Kompromiß und Ausgleich cinsctzte. - Bon schönstem menschlich intimen Reiz waren die allabendlichen Ausspracheabende, in denen unter Bubers Leitung ein Gedankenaustausch über den Inhalt der Referate stattsaud. Höhepunkt bildete der unvergeßliche Freitagabend, an dem Buber Prophetisches und Psalmen deutsch rezitierte. Abschließend wollen wir sagen: die erste norddeutsche LehrerfortbildungSivoche, die die Rcichsvcrtretung der deutschen Inden zunächst als einen Versuch in die Wege geleitet hat. war ein Erfolg, denn sie war nicht nur anregend durch neue Gesichtspunkte. fruchtbringend durch Gegenüberstellung der verschiedenen Anschauungen, sondern sie diente, als Ganzes betrachtet, der intellektuellen Auflockerung und der 'Vertiefung der jüdischen Unterrichtsarbeit in Deutschland. Oe. F. Fr. Aus unserem Amateur• Photo-Wettbewerb Friedhof in Alsbach Aufnahme mit Leica . M LR mm tm Rabbi Ammi und Rabbi Assi saßen vor ihrem Lehrer Rabbi Isaak Rappacha, und der eine Schüler bat ihn, ihnen etivas ans der Gesetzeslehre vorzntragen, der andere bat ihn, eine Geschichte zu erzählen. Ta sing der Lehrer mit einer Geschichte an, der erste Schüler aber ließ ihn nicht ansrcden; danach begann der Meister mit einem Abschnitt der Gesetzeslehre, und der andere Schüler unterbrach ihn. Nunmehr sprach der Rabbi zu den beiden: Ich will euch durch ein Gleichnis sagen, ivie ihr mir vorkommt: Es war einmal ein Mann, der hatte zwei Weiber, das eine war jung, das andere war alt. Die junge Frau rupfte dem Mamtc die grauen Haare aus, die alte riß ihm die schwarzen Haare aus — am Ende wurde der Mann kahl und gänzlich haarlos! Uebersetzt von Nahel bin Gorion Das Departement sür öffentlichen Unterricht im Kanton Waadt hat Dr. Ehanan Lehrmann beauftragt, während de>5 nächsten Wintersemesters einen öffentlichen Kursus an der Lausanner Universität über „Die Judensrage in der französischen Literatur" zu halten. Anläßlich der Internationalen Mathematik-Konferenz, die in Genf am 18. Juni eröffnet worden ist, hat Pros. A. Fracnkel von der Universität Jerusalem in der Genfer Universität mehrere Vorträge gehalten. j'düns GrEsskm In einigen Wochen verläßt Professor Tr. Julius Gut'tmcmn — vorläufig für ein Jahr — Deutschland, um an der Universität Jerusalem zu lehren. Alle die, die einmal Vorlesungen Guttmanns gehört haben und die sie nvch hören, und auch die. die in seinem Werke über „Tie Philosophie des Judentums" und in seinen zahlreichen Einzelschfifteu lasen, werden wissen, welch einen Verlust die deutsch-jüdische Wissenschaft schon durch diesen vorübergehenden Weggang erleidet. Nur Wenige sind es, die heute als große Gelehrte ans jüdischem Gebiete angesprochen werden dürfen, und zu diesen wenigen gehört Julius Guttmauu. Tie jüdische Neligionsphilosophie ist von ihm in klarer durchdringender Weise bearbeitet und dargestellt worden, die Lehren und Lehrer der Vergangenheit werden in den Rahmen ihrer Zeit und in den des gesamtphilosophischen Geschehens gestellt und so lebendig gemacht. Bis in die allerueucste Zeit führen die Hebungen und Vorlesungen Guttmauns. und durch ihn sind feine vielen Schüler in die neuesten Strömungen der Philosophie — nicht nur der jüdischen allein! — eingesührt worden. Weit über den Dingen stehend und doch in ihnen lebend eröffnet uns Gnttmann in vollendeter Sachlichkeit ein Gebiet, in dessen Beherrschung wohl keiner ihm gleichkommt. Bei all dem bietet er das Bild eines Gelehrten, der sich von den äußeren Dingen der Politik fern'wst und im Stillen für das Judentum in feine: Gesamtheit wertvollste Arbeit leistet. Biete werden im letzten Jahre seine gedankenreichen und scharfdnrchdachtcn Vorträge im Kulturbund gehört haben, und sie haben so eine Vorstellung von seiner Arbeit gewonnen. Seit 1019 wirkt Gnttmann an der Lehranstalt (früher Hochschule) für die Wissenschaft des Judentums, und mit ihr ist er verwachsen. Mit aufrichtigem Bedauern sehen ihn seine Schüler scheiden. Wir wünschen Julius Gut:- mann an feiner neuen Wirkungsstätte in Jerusalem die Grsüllung seiner Arbeit — uns aber, der Wissenschaft des Judentums und seinen Schülern wünschen wir. noch viel von ihin zu hören und zu lesen und ihn vielleicht doch wieder hier sehen zu dürfen. r. Ar. oiri: in W.15. r/on: I 2187!j iS ßMM Wh Wh AM Zum Tode Ehailm NaÄNUM SioM Ion Lrs AM Wahrend diese Worte gedruckt werden, trägt ein Schiss Eh. R. Bialiks Sterbliches in seine letzte Heimat, ms Heilige Land. Tic Gedanken von Unzähligen begleiten seine letzte Fahrt wie die Telphine das Schiff, und cs ist das gleiche Meec. das einst unter ähnlichen Umständen und auch unter den Angen einer ganzen Welt Lord Byrons Sterbliches heimtrug. Es werden Tausende sein, die ihm nach der Landung die letzte Ehre erweisen werden. Wenn ec aber selbst nvch etwas dazu sagen könnte, so teärc es wohl die fürchtende Bitte, man möchte fick) nicht durch ein pompöses Traucrgeprägc von ilim loskanfen. Mau möchte, anstatt seinen Tod zn — feiern, in seinem Sinne leben! Der Dichter Sein Sinn, der Sinn seines Dichtens und Trachtens, war nicht mit modernen europäischen -Roßen zu messen. Bialik war kein üblicher Schriftsteller, kein armer Tintcntropf und kein reicher Tantiemeschlucker. Er lebte weder in der allzu gemeinen Welt, in der auch das Schreiben Mn Gewerbe ist, noch in der allzu erhabenen, in s'er auch das Gewerbe eine Schande ist, sondern in der Welt der Pflanzen, der Tiere, der Musik, der Liebe, des Zornes, er lebte noch in Gottes großer, weiter Welt. Sein erstes Gedicht hieß El l:a Zippor, An den ^ogel, und da er die Sprache der Vögel verstand, wid da die Musik der Natur schon damals, schon ün Gedicht des Achtzehnjährigen erklang, ließen diese Verse die wenigen anshorchen, die sie lesen konnten. Tenn das Gedicht, das 1801 erschien, war debräisch geschrieben, in der alten Sprache der T'äicr. die' Vialik ans dem Dornröschenschlaf ge- 'veclt. wachgcsungcn hat. Es wurde Zwar auch vor Bialik hebräisch gedichtet. Aber überaus didaktisch, mehr gereizt als gestaltet. Es war Papier, und Bialik gab Leben, entdeckte die Natur für die hebräische Poesie und hob die Anschauung an die Stelle der Meinung. Er war cs, der die ersten klingenden Natur- und Liebeslieder schrieb. Glicht eben viele, und doch wurde er fast von Anfang au wie ein Klassiker angesehen. Bon seinen Gedichten war um die Jahrhundertwende jede« ein Ereignis, wurde jedes besprochen, begrüßt, diskutiert, wie sonst ein ganzes Aus dem Jüdischen Lexikon. Buch Die Bedeutung, die in der deutschen Literatur Bürgers „Leonore" hatte, kommt in der hebräischen fast ledern Gedicht von Bialik zu. Einfachheit und Schönheit seiner Anschauung, Schlichtheit und Tiefe seiner geistigen Bedeutung, Anmut und Wohllaut seiner Sprache, dies -alles wirkte wie ein Geschenk, wie ein Wunder. So wunderbar und einmalig, daß es unübersetzbar ist. Bialiks Berse sind in viele Sprachen, auch ins-Deutsche übertragen.- aber - die-Hebertragungen wirken nur wie Inhaltsangaben in Reimen, die Atmosphäre, das Aroma fehlt. Denn im Hebräischen ist es, um mit Bialik selbst zn sprechen, so, daß die Worte ihm „unter den Händen zucken, sie erlöschen und verbrennen, gehen unter und leuchten auf gleich der Schrift aus dem Schilde des Hohepriesters, leeren und füllen sich, tun eine Seele von sich ab und hüllen sich in eine andere. In den sprachlichen Stofs kommt dadurch eine Ablösung der Wachtposten und eine Veränderung der Standorte . . ." Seine Art und sein Leben Vor einigen Jahren, beim Gastspiel eines jüdischen Theaters. Vor mir saßen nebeneinander Ehajim Rachman Bialik und Max Licbermann. Und mitten im Spiel, obwohl es schöner und hinreißender war als irgendein Schauspiel sonst, hatte ich Plötzlich den Eindruck, als ob das eigentlichste jüdische Schauspiel nicht aus der Bühne, sondern in der ersten Parkettreihe vor mir in den Köpfen sich vollzöge. Sic sind, schon im Aussehen, die beiden Er-- treme jüdischer Gestalt: der bäuerliche und der Großstadtmcnsch, kräftige Breite und schmale Höhe, Fülle und Kontur, Herz und Kopf. Ja. Bialik hatte oft ein fast bäuerliches Aussehen, einen großen, vollen, runden Kopf, eine ruhige Stimme, stetige, gemessene Bewegungen, eine ausfallend ungesellschaftliche, unsalonmäßige Sicherheit des Auftretens. Er hatte etwas Väterliches. Er war der beste Freund der Kinder, und seine Kinderlieber haben fast mozarthaftc Naivität. Bialik war ein Jude ohne Witz und voller Heiterkeit. Er war von einem frohen Ernst erfüllt, und das hob selbst noch alles Lehrhafte an ihm ans. wenn er einen mit sprühendem Ester belehrte und bekehrte. Der Zauber seiner Persönlichkeit bestand wohl in seiner Harmonie. Er hatte keine zwei Seelen in seiner Brust. Obwohl er die Tragik des Judentums schmerzlicher empfunden hat. als irgendein Zeitgenosse, hatte er selbst nichts von der Zerrissenheit des jüdischen Herzens. 'Er'war, ohne Zwiespalt zu empfinden, der Jude der großen Büchertraditionen und des RatnrlebenS. Er war der ewig lernende Talmndbachur im einigen Beiß ha mid rasch, dessen alle Planern fielen und mitten in der Natur er,nachte, zwischen Bäumen und Nachtigallen. Er stammte ans einem kleinen, sehr ländlichen Dorfe Nady in Wolippnien. Am 19. Tcweth 187:: kam er zur Welt, 1879 siedelle die -Familie nach Schitomir über, 188-1 kam er ins Veth hamidrasch, zum Lernen, der Vater war schon tot. und der Großvater betreute il,u. I8M erschein! das mste Gedicht und erregt Aussehen, 1899 heiratet BialH. 1897 geht er aus zivei Jahre als hebräischer Lehrer nach Sosnowiee. I0‘»j gib: er icinc erste Gedichtsammlung .Schirim" in zivei Bänden heraus. besucht er Kishineiv nach dem Pogrom und schreibt seine grandiosen Pog'wmverse. I0or> gründet er in. Odessa den Verlag Ploriah. gibt mit I. Eh. Raw-' nitzkp das „Seier hagadah" und einige Anthologien heraus, schreibt auch Erzählungen und tätigt sich als Verleger und Pädagoge. lA'g ,>t. er zum ersten Male in Palästina. 1918 bringt ihm die' erste jiddische und 19U die russische Ausgabe seiner Gedichte großen Erfolg, 1921 siedelt Bialik nach Berlin über. 100 er eine reiche Verlagstätigkeit entwickelt, 1924 geht er nach Palästina. Ev gründet den Verlag Divir, veranstaltet eine Mvnnmentalausgabe von Salomo ibu Gabirols Gedichten, n. a.. übersetzt Shal'cwearcs „Julius Eäiar" und Schillers „Wilhelm Test". besucht er wieder einmal Europa, und der sechzigste Geburtstag - mau widmet ihn: das „Scser Bialik" — findet :hn aus der Höhe seines Ruhmes. Bialik war ein ernsthafter Kandidat für den Nobel-Preis, und schon im vorigen Jahr hat m<m es vielfach erivartct, das; er den Preis craaste:, ivürde. Als ihn dann Jivan Bunin erhielt, fragte. irgendein gar zu neugieriger amerikanischer Reporter Bialik. ob er sich ärgerte, und Bialiks 'Antwort war bezeichnend: ..Im Gegenteil. Hätte 'u das Glück gehabt, würde man lagen: Ach, selbst ent so mittelmäßiger Dichter unc Bialik bekommt schon

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