Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 27 (5.7.1934)
- Date
- 1934-07-05
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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C-V.-Zfg, Rümmer 27 WM WfTMWl 0J ly?J IW V V <Li»Li Y?TT^ ' ' 5. Juli 1934 Stockholm, im Frühjahr 1934. „Ter Norden" — unter diesem Begriff -flegt man im allgemeinen die vier Länder Dänemark, Norwegen, Schweden und ginn« fand zuscnnmenzusassen. So wenig „der Worden" aber politisch eine Einheit bildet, so ^nig sind seine wirtschaftlichen Gegebenheiten ohne weiteres auf einen Nenner zu bringen. Äer sich also wirtschaftlich für „den Norden" interessiert, der muß sich zunächst über die recht verschiedene wirtschaftliche Struktur der vier Länder, auf die weiter unten kurz eingegangen wird, im Haren sein. Gemeinsam ist ihnen vor allem, daß sie von den direkten Auswirkungen des Weltkriegs nicht allzu stark betroffen wurden. Ihre Neutralität hat ihnen im Gegenteil in der damaligen Zeit manchen wirtschaftlichen Vorteil verschafft. Deshalb konnten sie sich aber doch den weltwirtschaftlichen Wirrungen, die im Laufe der Jahre eingetreten Md, nicht entziehen, nrnn ihre Folgen hier auch nicht überall in gleicher Schärfe auftraten. Seine Sonderkrise hat Schweden durch den K r e u g e r - K r a ch mitgemacht, aber es zeugt von der wirtschaftlichen Gesundheit des Landes, daß es diese schwere Erschütterung zu einem großen Teile verhältnismäßig rasch überwinden konnte. Von der P s u n d e n t w e r t u n g wurden die nordischen Länder insofern betroffen, als sie sich sehr schnell dem Pfund „angehängt" haben und so alle Vorteile für ihren Export mitgcnießen, die eine Währung-Entwertung mit sich bringt. Anderseits zeigt das innere Preisniveau keine erheblichen Steigerungen; die Lebenshaltung soll im Gegenteil z. B. in Schweden in den lohten Jahren eher noch billiger geworden sein. Tie Währungsentwertung bedeutet unter diesen Umständen für den Ausländer, der aus einem Land mit stabiler Währung kommt, eine große Erleichterung. Ter Norden i st b i l l i g , am billigste.'! naturgemäß da, wo die Währung am niedrigsten steht: in Finnland. Die Wirtschaftslage ist — nicht zuletzt als Folge der erleichterten Erportverhältnisse — im Norden fast überall recht gut bis sehr gut. Es bestehen hier nicht nur hinsichtlich der Länder, sondern auch hinsichtlich der Branchen graduelle Verschiedenheiten. Aber Arbeitslose gibt es noch überall, wenn ihre Zahl auch im letzten Jahr in einzelnen Ländern nicht unerheblich zurückgegangen ist. Sind so im allgemeinen die wirtschaftlichen Verhältnisse im Norden gerade unter dem besonderen Gesichtspunkt, unter dem sie viele deutsche Juden heute interessieren, nicht als ungünstig zu bezeichnen, so kann doch nicht eindringlich genug vor o p t i m i st i s ch e u -hoff n u n (j c u hinsichtlich Nicderlassnngs- und Arbeitsmöglichkeit gewarnt werden. Aur ganz wenigen selbständigen Kausleuten mit Kapital ist es bisher gelungen, im Norden alle die Schwierigkeiten zu durchlaufen, die den erwarten, der sich dort nach einer neuen Existenz Hinsehen will. Als Angestellter, Arzt^oder Rechtsanwalt unterzutommen, ist so gut wie ausgeschlossen, aber auch in den anderen freien Berufen dürften die Schwierigkeiten hier noch größer sein als in vielen anderen Ländern. Abgesehen von einzelstaatlichcn Verschiedenheiten kann grundsätzlich gesagt werden, daß überhaupt nur derjenige Aussicht hat, A r b e i t s g e n e h m i g u n g zu bekommen, der Nachweisen kann, daß seine Arbeit dem Staat oder der Wirtschaft zusätzlichen Nutzen zuführi (also z. B. Export), oder der Produkte herstellt, die es bisher im Land noch nicht gibt und deren Erzeugung im Land möglichst aus heimischen Rohstoffen wünschcnsivert erscheint. Bestehen aber Konkurrcnzmvglichkeiten auch nur entferuterer Art Zn einheimischen Betrieben, so ist mit einer Arbeitsgenehmigung kaum zu rechnen. Das hat dazu geführt, daß die Z a h l d e r A u s- Wanderer im Norden verhältnismäßig gering ist. Am Rande sei hier bemerkt, daß es teilweise gelungen ist. junge deutsche Juden aus dänischen und schwedischen Bauernhöfen Zur Erlernung der Landwirtschaft unterzubringen. Hervorgehoben werde in diesem Zusammenhänge noch, daß früher die Auswanderung aus den nordischen Ländern nach lleborsee recht bedeutend war, da das Land nicht überall zur Ernährung seiner Bewohner ansreichte. Wenn man die vier nordischen Länder im einzelnen noch kurz näher betrachtet, so ist bei Dänemark darauf hinzuweisen, daß es ein Agrarland par excellence ist. Daneben bemüht man sich aber hier recht eifrig um ben Ausbau einer eigenen Industrie. Die Maßnahmen zum Schutze der Währung sind von bcn nordischen Ländern in Dänemark am weiften ausgebaut, und für den, der dort Arbeiten will, zu 'beachten. Land und Volt sind ausgeschlossen und Neuerungen recht zugängig; das Leben ist billig und gut. Anlsellungsmöglichkeiken für Ausländer sind jo gut wie keine vorhanden. Hier und da hört man, daß Beteiligungen geglückt seien, aber ern Däne muß rmmer entscheidend daran interessiert sein. Bei dieser Frage ist stets daran zu denken, daß das Land vorwiegend von der Lage der Landwirtschaft und den Exportmöglichkeiten für ihre Produkte abhängig ist, und daß ein großer Teil der Schwierigkeiten durch die internationale Agrarkrise bedingt wird. Optimisten behaupten, daß auch Möglichkeiten für ausländische Vertretungen bestünden. Uns ist niemand zu Gesicht gekommen, dem das geglückt wäre. Tie Besonderheiten der norwegischen Wirtschaft sind dem verständlich, der Las Land kennt. Im Norden ist der zwischen Gebirge und Meer verbleibende Raum für menschliche Siedlungen sehr schmal. Wirklichen Lebensraum bietet nur der äußerste Süden.. Ta der Boden für landwirtschaftliche Tätigkeit verhältnismäßig rar ist, bilden Fischfang und Schiffahrt wichtige Tätigkeitszweige der Norweger. Für Ausländer sind die Arbeitsmöglichkeiten, abgesehen von den behördlichen Schwierigkeiten, gering; doch dürste mit entsprechendem Kapital und Nnternehmungslust noch mancher neue Wirtschaftszweig mit Erfolg begonnen werden können. Die Arbeitsbestimmungeu sind aber auch hier sehr scharf. Das hat im Zusammenhang mit der besonderen wirtschaftliches Struktur des Landes dazu geführt, daß Auswanderer, wenn überhaupt, dann nur in ganz bescheidener Zahl nach Norwegen gekommen sind. Tie „Großmacht" unter den nordischen Staaten ist Schweden. Schweden ist in erster Linie ein Land der Urproduktion, baut sich daneben aber in zunehmendem Maße eine eigene Verfeinerungsindustrie auf. Eisen und Holz sind die in erster Linie vorhandenen Rohstoffc. Tie Lebenskosten, die bis vor einigen Jahren teuer waren, sind in der letzten Zeit — außer Wohnungsmieten — erheblich herabgegangen. ohne daß die Löhne im gleichen Tempo gefallen wären, so daß für einen großen Teil der Bevölkerung recht gute Leüensbedingungeu bestehen. Die Kreuger- Krise ist, wie bereits gesagt, zu einem großen Teile überwunden. Die Industrie zieht vor allein Nutzen aus den durch die Währungsverhältnisse gebesserten Exportmöglichkeiten. Trotzdem ist ein großer Teil der nach Schweden gekommenen Auswanderer nicht dort geblieben, weil Arbeitsgenehmigungen — auch mit Kapital — nur in ganz seltenen Fällen zu erlangen waren. Auch Beteiligungsprojekte. sind hier besonders schwer durchzuführen, da es schon seit langem Gesetze gibt, die die Beteiligung von Ausländern an offenen Handelsgesellschaften nahezu unmöglich machen und an Aktiengesellschaften sehr erschweren. Für Akademiker' bestehen keine Niederlassungsmöglichkeiten. Finnland ist das abgelegenste der nordischen Länder. Seine Wirtschaft befindet sich aber in einer beachtlichen Aufwärtsentwicklung. Das Land ist groß, bei geringer Wohndichte. Seine Industrie gruppiert sich vor allein um den großen Holzbestand, daneben spielt Leder eine gewisse Nolle, und von landwirtschaftlichen Produkten sind vor allem Butter und Eier zu nennen. Mit Kapital ist, wie uns orientierte Kreise in Helsingfors erklärten, noch manche Aussicht aus Spezialgebieten vorhanden, vor allem da das Geld infolge der starken Außen- und weniger großen Jnnenentwertung der Währung verhältnismäßig viel wert ist. Von Auswanderern ist Finnland fast gar nicht berührt worden: große Schwierigkeiten macht die Sprache, da ' für eine Tätigkeit im Lande Finnisch neben Schwedisch unbedingt notwendig und die finnische Sprache nur sehr schwer zu erlernen ist. Finnland hat in verschiedenen Erzeugnissen einen erheblichen Einsuhrbedars. Infolgedessen ist ein großer Teil des Handels aus den Import eingestellt. Das Leben ist hier besonders billig und gut, da auch die Wohnverhältnisse nicht teuer sind. Tie kleinen j i"i d i s ch e n G cntcinb c n, die in den bedeutenderen Orten des Nordens bestehen, haben ihre Kraft sehr stark eingesetzt, um die Niederlassungsmöglichkciten zu erweitern. Das ist ihnen in Anbetracht der Verhältnisse zwar nur in bescheidenem Maße gelungen. Für ihre Arbeit gebührt ihnen aber Dank, besonders da vielerorts auch ihre finanzielle Kraft infolge der Geringfügigkeit der Mitgliederzahlen nicht sehr groß ist. In letzter Zeit ist es mit Unterstützung der jüdischen Gemeinden Schwedens gelungen, im Süden des Landes ein Landerzichungsheim aufzubauen, das deutschen jüdischen Kindern die Vorbereitung zu neuen Bernsen handwerklicher und landwirtschaftlicher Art geben soll. vr. Herbert öVieseurlal!. WM> OtslenttiKe Aufforderung zur AmneldMg beim SlMMhrstuad . Das Fachblatt des Reichsnährstandes, „Die Landware", dringt in ihrer Nummer 148 vom 28. Juni die öffentliche Aussorderung zur Anmeldung der Betriebe des Landhandels und der Betriebe, die landwirtschastliche Erzeugmssc bc- und verarbeiten, bei den zuständigen stellen des Reichsnährstandes. Tie Ansförderung ergeht unter Bezugnahme auf die §§ 1, 9 des Gesetzes über den vorläufigen Aufba'u des ReichSnährsiandes vom 13. September 1933. Nach ihr haben sich die Landhandels, und landwirtschaftlichen Betriebe bis zum 13. August 11)34 bei der für sic Zuständigen Kreisbaueruschast unter Benutzung eines Vordrucks, der bei allen Dienststellen des Reichsnährstandes (Ortsbauernführer, Kreisbauernführcr, Landeshauptabteilung IV) erhältlich ist, anznmelden. Zu Auskünften über die Au. Meldung stehen außerdem die Ortsbehörden zur Verfügung. Tie Anmeldung ist, wie in der „Landware" ausdrücklich erklärt wird, auch in allen Zweifelsfällcu unbedingt erforderlich. Die Entscheidung über die Zugehörigkeit zum Nährstand erfolgt in diesen Fällen von zentraler Stelle. Es wird ferner darauf aufmerksam gemacht, daß der Rcichsernährungsministcr die Nichtbcsolgung dieser Aufforderung mit einer Gefängnis- und mit einer Geldstrafe bis zu 100 000 Reichsmark ahnden und daß außerdem die Fortführung des Betriebes untersagt werden kann. Ausdrücklich von der Anmeldung befreit sind nur" die Mitglieder de? Deutschen Landhandels. Hundes E. B., der Wirtschaftlichen Vereinigung der Roggen- und Weizenmühlen, des Reichsverbandcs deutscher Obst-, Gemüse- und Lebensmittel. Händler E B., des Rcichsverbandcs des deutlichen Süßwarengroßhandels E. B, , Befreit von der Anmeldung sind weiterhin drcienigen Betriebe, die in der Sandwerksrolle eingetragen sind. Die änznmeldenden Betriebe sind in der Aussorderuna eingcteilt: 1. Wirtschaft mit Ackerbau- Er^ugnifsen, 2. Viehwirtschaft, 3. Brauwirtschaft. 4 'stuckerwirtschaft, 5. Stärke- und Branntwein- LiKLst s Rfchwiitlckpit. 7. Fett, unb Milch. Wirtschaft 8. Lebens- und Genußmrttel, 9. Holz- Wirtschaft' und Wirtschaft mit Garten.. Forst- und äbnllchcii Gewächsen, 10. der nicht nt den vorstehenden Fachern aufgeführto Lebensmittelemzel- Handel. ... Dorgcnommcne Anmeldungen bei , einer bcsiebenden Berufs- oder Standesvereinigung sind Mn Ersaß für die Anmeldung beim RemMahr- »Mb Ti° 3ug°h°rigk°it 3>tm R°iSMichrst°nd Mießt bei den reinen Landhandels- und landni-tschaftlichen Betrieben die Zugehorigkeir zu ewer anderen Standes- oder Berussvcriretung aus. Zum Ausscheiden' aus einem freien Wirtschaftsverband ist die satzungsgemäße Kündigung nötig. Die Befreiung von einem Verbandsbeitrag, der sonst neben dem Beitrag für den Reichsnährstand zu entrichten wäre, ist also nur durch diese Kündigung zu erreichen. EiermüM Durch eine erste Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Eicrwirtschaft ist eine wichtige Neuerung im deutschen Eiervertehr zwischen den einzelnen Bezirken (Eierverwertnugsverbändens getrosfen worben. Während der Verkehr mit Eiern innerhalb des einzelnen Wirtschaftsbezirks frei ist, muß für das Hineinbringcn oder Heransbringen von Eiern aus einem Bezirk in bcii andern in jedem einzelnen Falle die Genehmigung der Haupt- Vereinigung der deutschen Eierwirtschast eingeholt werden. Tie Anträge müssen zur Vermittlung an den zuständigen Ercrverwertnnasverband gerichtet werden. Dieser prüft, ob die Marktlage im Bezirk die Abgabe oder Ausnahme von Eiern gestattet. EiMEanöel Auf einer Einzelhandelskundgebung in Bremen erklärte, nach Zeitnngsmeldungen, der Führer des Einzelhandels, Präsident Fr ende mann. u. a.. daß im Kohlenhandel außer der bereits jetzt erforderlichen Lagerhaltung in Zukunft wahrscheinlich auch noch der Besitznachweis eines FuhrparkeS verlangt werde. Tie Zählder Kohlenhändler müsse kleiner werden. Das werde sie auch von selbst bei weiterer Gesundung der Wirtschaft, da viele aus Arbeltsnvt zmn Kohlenhandel gegriffen. hätten, und eigentlich nur selbständige Transportaröciter seien, und sobald wie möglich in ihre früheren Berufe zurückgehen würden. Der Führer der Hauptgruppe IV der deutschen Wirtschaft hat Direktor Klopfer (in Fa. Klopfer und Köninger. München) zum Führer der Fachgruppe „S ä g e i n d u ft x i c und Holz- Handel" berufen. Ter Führer der Hauptgruppe VI der deutschen Wirtschaft hat 'Ernst Ammer (Reutlingen) zum Führer der Fachgruppe „Lederindustrie* berufen. 70 Nach Zeitungsmcldimgen ist anzunehmen. daß cs auf Grund der neuen — in unserer letzten Nummer kurz' behandelten Verordnung über den Aufbau des Handwerks im ganzen Reich etwa 18 000 Innungen geben werde, womit der bisherige Stand zahlenmäßig nicht sehr verändert werden würde. Ter sachlichen Trennung nach werde man mindestens 70 verschiedene Zweige des deutschen Handwerks in Innungen zusammensassen. Die U e b e r w a ch u n g s st e I l e für u n . edle Metalle hat ihre Geschäftsräume nach Berlin-WilmerSdorf, Badensche Straße 21, verlegt. SsesilMes öst Ät für M MMs $$$$& lieber „den sozialen Schutz kleiner Betriebe* wird, wie die Tagespreise berichtet, von zuständiger Seite mitgeteilt, daß gelegentlich die. Auffassung laut geworden sei. der Treuhänder der Arbeit lei nur für Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten zuständig und habe nicht die Möglichkeit, sich um die sozialen Verhältnisse kleinerer Betriebe zu kümmern. Diese Auffassung sei grundfalsch und verkenne völlig den klaren Sinn des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit. Nichtig sei. daß nur in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten ein Vertrauensrat gebildet werden solle, dessen Mehrheit Beschwcrdebesugnisse beim Treuhänder der Arbeit gegen bestimmte Anordnungen des Führers des Betriebes znstehen. Dieser Bertrauensrat fei aber nur deshalb notwendig geworden, weil in Groß, betrieben die unmittelbare Verbundenheit zwischen dem Führer des Betriebes und den einzelnen Mirgliedern seiner Gefolgschaft oft nicht so möglich sei, wie es aus naheliegenden Gründen im Klembetrieb der Fall sei. Falsch aber wäre es. wollte man aus dieser Regelung den Schluß ziehen, daß der soziale Schutz des Kleinbetriebes irgendwie geringer sei, als der Schutz des Großbetriebes. Tic ll e b e r w a ch u n g des Treuhände r s e rst r e ck c sich auf Kleinbetriebe ebenso wie auf größere. Ter Treuhänder der Arbeit könne 'unsoziale Arbeitsbedingungen in Kleinbetrieben dadurch berichtigen, daß er Richtlinien für den Abschluß von Einzelarbeitsverträgeu anistelle, oder das; er mehere Kleinbetriebe einer Tarifordnung unterstelle. A u ch de r F ü h r e r e i n c S K l e i n b e t r i e b e S k ö n n e v o nt T r e u händer de r Arbeit vor d as Eh rcn g e r i ch t ge zv g e n w erden. Schlieglich sei darauf hinzuweiscn, daß der soziale Kündigungsschutz in Kleinbetrieben gegenüber dem bisherigen recht wesentlich erweitert worden sei. Tie Widerruf-Klage beim Arbeitsgericht gegen eine unsoziale Kündigung sei nicht mehr von dem Bestehen eines Betriebsrates abhängig. Sie sei vielmehr auch ans Betriebe mit mindestens 1<> Beschäftig!,,m ausgedehnt worden, ivährend bisher die Einspruch--', klage nur in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten möglich geivcscn wäre. %sm SÄ WMchkM-M Tie Landesgrnppe Südwest im R eichsve band 2 e ust s ch c r H a n d e l s v e r t r e t e r und Geschäftsreisender gibt, wie die Zeitungen berichten, bekannt, daß sie durch ihre -Ortsgruppen sämtlichen Mitgliedern die Auslage gemacht habe, mißbräuchliche und ichsüchtige Anwendung von Verkanfsargumenten unter allen llmständen zu unterlassen. Die Zugehörigkeit znnr RTHG verbiete es, durch unbegründete Lchwätzerer über Tevisenknapoheit, Preissteigerung, Rohstof:- rnangel, Warenknappheit usw. zu übertriebenen und Angstkäufen zu verleiten. Bei dieser Gelegenheit wird zugleich auch au die Einkäufer von Einzel- und Großhandel sowie -verstellerfirwen appelliert, aus derartige Kausanreizo nicht cinzugchcn. 'nit Verluste oder Rückschläge in der Wirtschaft und im eigenen Betrieb zu vermeiden. Spekulative Eindecknng sei außerdem einer Sabotage an den Wir!- schastsmaßnahmen der Regierung gleichznstelleu und deshalb abzulehncn. Der Präsident der 'Fndustrie. und Handelskanuner Wüppertal-Remscheid bezeichnet es. wie die Tagespresse meldet, in einem Ausruf als nationale Pflicht, sparsam mit den ans dem Ansland bezogenen Rohstoffen u m z u . g e h e n. Er richtet an alle Haushaltungen den Appell sämtliche Tertilabfälle. Altmetalle und Altpapier aufzubewahren und an solche Lumpenhändler abzuliefern, die im Besitze eines Gewerbescheines feien. Abfälle dieser Art dürften nicht achtlos fort-- geivvrscn oder verbrannt werden, da sie gerade heute für die Knustivollsabrilation und für d>e Papier, und Ptetallindustric von größter Bedeutung Die Dictoria-Versichcrrrng gibt in ihrem soeben erschienenen Geschäftsbericht für das Fahr 1933 bekannt, daß das Vcrsicherungsgcsäiäfk lieh weiterhin günstig entwickelt hat. Tie Zahl der Kunden nahm zu. der SchadenSvcclanf mar in fast ollen Versicherungszweigen befriedigend. Die Prämioneinuahmcn in der großen Lebensversielierung betrugen 39,7 Ätillionen RPt. Die Aktionärsdividende belief sich auf 73 NM für jede Aktie. In der Feuerversicherung gingen die Prämieneinnahmeu um 0.93 Millionen RRc zurück, wozu jedoch vorwiegend der Abbau gewisser unerwünschter Geschäfte Eütrug. In allen Vcrsicherungszweigen, außer Ler Kraftfahrzeug- Haftpflichtversicherung, konnten Gewinne erzielt werden. Die Firma Daniel Ieittelcs, Eßlingen, kann out 7. Juli aus 7f> Jahre ihres Bestehens zurückblickcn: gleichzeitig kann ihr heutiger Ehefsenivr. Wilhelm. Icittelcs, fdn 50jährigeS Arbeit-Jubiläum in der Firma feiern Tie Fabrik wurde im Jahre lsvn von dem Vater bzw. Großvater der jetzigen Inhaber. Daniel Icittelcs. welcher im Jahre 19U0 verstarb, gegründet. Schon vorher war sein Sohn. Wilhelm Ielttelcs, in die Firma als Teilhaber eingetreten, die er nun als Alleininhaber übernahm. Seit U>2'. bzw. 1928 sind dessen Söhne. Walter und Herber,- Icittelcs, mit ihm in der Firma tätig. — Von den kleinsten Anfängen entwickelte sich das Unternchuren zum Großbetrieb. Eigene Gerberei und Lederfärbcrei sorgten für immer gleichnräßig ante Leder produkte, die einen Hauptraktor bei der Fabritativn von Lederhandschuhen darstellen. In den 70er und 90cr Jahren war die Firma aus allen größeren Au---- stellnngen der Welt vertreten; allererste Ausu.uä)- mrngen wurden dabei erlvorben. Die'e erfolgreiche'! Beschickungen von -Ausstellungen machten die Stes! Eßlingen als Handschuhindustricort in der ganzen Welt bekannt.