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Central-Verein-Zeitung · 1934-06-28 · 26 (28.6.1934) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
26 (28.6.1934)
Date
1934-06-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Juli 1934 Tammus 5694 Sonntag, 1. 18. Schiw’oh ossor b’tammus nidcho (Fasttag des 17.Tammus, wegen des Sabbat auf den 18. verschoben) Sonnabend, 7. 24. Wochenabschnitt: Pinchos 4. B. M. 25,io—30,i Haftara: Jer. l,i—2,3 Pirke Owauss I Neumondswethe Sonntag, 8. 25. Tekufass Tammus(Sommeranfang) Donnerstag, 12. 29. Jaum Kippur Koton Ow 5694 Freitag, 13. 1. Rausch Chaudesch Sonnabend, 14. 2. Wochenabschnitt: Mattauss 4. B. M. 30,2-32,42 und Mass’e 4. B. M. 33—36 Haftara: Jer. 2,4-28; 3,i Pirke Owauss II S&nnabond. 21. 9. Schabbas Chasaun Wochenabschnitt: Deworim 5. B. M. 1—3,22 Haftara: Jes. l,i-27 Pirke Owauss III Sonntag, 22. 10. Tisch’oh b’ow nidcho. (Fasttag des 9 Ow, wegen des Sabbat auf den 10. verschoben) Freitag, 27. 15. Chamischoh ossor b’ow Sonnabend 28. 16. Schabbas Nachamu Wochenabschnitt: Wo’esschannan 4. B. M. 3,23—7,n Haftara: Jes. 40,i—26 Pirke Owauss IV Eltern helfen wandern Unter diesem Motiv veranstaltete der 5. und 7. Zug des Ring im Bund Deutsch-Jüdischer Jugend Berlin um 2l. Juni im Brüdervercinshans eine Matinee, deren Erlös dem Wandersonbs zugute kommen soll. Wer hinging, tot damit oder nicht nur ein gutes Werk sür die Lache, sondern wurde durch ein paar schöne Stunden im Kreise junger Menschen reichlich belohnt. „Bistidisch" nennen sich diese sungen Menschen, und der Bund ist ihnen der Inhalt ihres Lebens, im Bunde finden sie den menschlichen Rückhalt, der ihnen heute besonders notwendig ist. im Bunde können sie ihren Teil zur Gestaltung eines neuen .jüdischem Lebens in Deutschland beitragen. All dies bunte Treiben des Blindes, das Singen nnd das Wandern, von der sachlichen Zielsetzung ganz zu schweigen, läßt sich nicht in wenigen Stunden einfangen und ans der Bühne „aufsnyrcn". Aber das Bemühen, wenigstens die Atmosphäre zu der- Mitteln, in der gearbeitet lvird, ist gelungen. Wir saheil eine Jugend, die sich zwar mit geringerer Problematik und Radikalität als die hündische .Jugend vor etwa sünf bis zehn Jahren, dafür aber mit einem starken Wirklichkeitssinn den Ausgaben der Gesamtheit verhaftet fühlt. Man lehnt es ab, sich als „jüdisch-politischen" Bund zu betrachten. sagte der Führer Günter Friedländer in seiner frischen und nngezlvnngenen Ansprache, man will sich nicht mit überkommenen Formulierungen scheint, der er entflammt. Tic überkommene Sadöatmelvdik ist hier völlig verlassen und in die Erneuerung aus der Seele altjüdischer Rcgonim gewendet, wobei es dem Musikergewissen Schalits überlassen bleibt, aus den schwer zugänglichen Quellen die gemäße Auswahl getroffen haben. Tie ganz östliche Weise des Zaddik katvmvr in dem Mismor des vierten Teils scheint zu bekräftigen, daß er auf der rechteit Spur war. Tamit wächst aber auch der kompositorische Anspruch, der nur von einer ganz anderen Richtung als der Blochs zukommt. Während dieser das Instrumentale in ein harmonisch vielfach ausgebreitetes Orchester legt,, faltet Schallt den Bcgleitklang in die lediglich untermalende Tönung der Orgel zusammen, deren gottesdienstliche Sprache er selbst an Manualen und Pedalen — jetzt an der Synagoge zu Nom — durch lauge Jahre hindurch keunengclcrnt hat. Ludwig Alt manu vertrat diesen wichtigen Part mit der gebotenen vornehmen Zurückhaltung im chorischen und solistischen Geleit, mit um so eindrucksvollerer Tarlegung seiner dynamischen tmd registerlicheu Fähigkeiten in den Zwischenspielen, die von der Gläubigkeit des Organisten Schalit auch in der Lvslösuug vom Wort künden. Altmanns Spiel mit dem Ferinverk — ein Spiel in doppeltem Sinn — ließ den Künstler von Geschmack erkennen, der die Möglichkeiten des Instruments der Vertiefung des Eindrucks anpaßt. Tem Chor mag es nicht leicht gefallen sein, die gewohnten Weisen in die entrückte Klangrvelt Schalits mnzngießen; um so größer bleibt das Verdienst der Wiedergabe, die auch den polyphonen Wegen des kompositorischen Erneuerers mit bewundernswerter Leichtigkeit folgte. Tie Gesänge des Ghasens gaben Oberlantor Hanns John Gelegenheit, feines gewohnten Amts in ungewohnten Bereichen mit zufrieden geben, sondern neu-und voraussetzuügslos, zu.den Türgelr. Stellung.nehmen. - — .. .i Was gezeigt wurde? - Lieder (leider nur ein», stimmige) und Szenen, die einen Einblick in das Zug-Leben boten. Ten Versuch einer Antwort auf die jüdische Problematik des Bundes bedeutete die aufgcführte Schlußszene aus dem ,,Jeremias" von Stefan Zweig. Befriedigt gingen alle nach Hause. Die Eltern fanden bestätigt, daß ihre Kinder „gnt aufgehoben" sind, die Jüngeren, die noch nicht zum Ring gehören, sahen, wie „knorke" dort. gearbeitet wird, und die „Zwischcngeneration" spürte im Gedanken an eigenes bündisches Erleben, wie hier bewegtes jugendliches Leben mit Ernst und Verantwortungsgefühl gestaltet wird. Mische Jugend im Dicnsle derBeitragskarle sür Silke und Ausbau Der Neichsausfchutz der jüdischen Jugendverbände teilt mit: Ter Führerrat des Reichsansschnsses hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, sich an die Leitungen aller ihm angeschlossenen Bunde nnd Verbände mit der Aufforderung zu wenden, die Beitrugskartenaktion des Zentralausschnsscs für H zu . unterstützen., . Bestunmcnd : für Ucn Beschluß war die Tatsache, dos; mit der nengcschaffenen Bei tragskarte der Versuch gemacht werden soll, da» -* Hills- und Ansbanwerk des deutschen Judentums auf eine breite und volkstümliche Grundlage, .zu. ffrrtfjTpit , Die niedrigen Beitragssätze, die schon von einem Monatsbeitrag von 2 5 Pfennig auswärts möglich, machen,-sich o>n Ausbanwerk zu -be-- teiligen, geben auch der Jugend die -Möglichkeit der Teilnahme. Das Hilss' und Ausbauwerk des.dentsehen Judentums dient, nnt in erster Lm,e der Heranwachsenden Generation Es muß eine Ehren Pflicht für jeden jüdischen Jugendlichen sein, durch latkrüstige Hilfe dafür zu sorgen, daß dieses der Jugend dienende Werk erhalten werden kan Wir fordern daher alle Verlxuide, ^nnde und Gruppen sowie alle jüdischen Jugendlichen ans, sich an der Werbearbeit , für die Beitragskarten m,t vollem Einsatz zu beteiligeii! jüdischen Sportplatz ^uiig. Koscheres Ilittag- Rimmt noch Kinder sehest ÄltttS " aus" Tägliche TressPunkte (außer Sonnabend) 8-BKmhöse bharlattenburg Zoo. Jansttrihovi* ^vnu ÜÖCI (. JHciUpüdl- Ferlentageökolonie nach dem jü Gruncivalb. Pädagogische Leitung, esseii. Sel,r iiiässtge Preise. Run Ich bin Rechtsanwalt und bin früher auch Notar gewesen. Aus meinem Amte als Notar bin ich wegen meiner nichtarischen Abstammung entlassen worden. Kann ich meinem Bürovorsteher wegen des Verlustes des Notariats kündigen? Rach einem Urteil des Reichsarbeitsgerichts vom 28. Februar 1934 (RAG. 304/33, „Jur. Wvchenschr.", Heft 22 vom I.Juni 1934, S. 1376) findet die Borschrift des § 5 des Gesetzes über die Ziilassimg zur Rechtsanwaltschaft, wonach die Zurücknahme der Zulassiing als ivichtiger Grund ziir Küiidjgiiiig der von dein Rechtsanwalt als Ticmstberechtigten abgeschlossenen Tienstverträge gilt, keine entsprechende Anwendllng ans die Tienstverträge von Rotoren, die ans Grund des BerussbeanNengesetzes entlassen worden sind. Tie dilrch die Entlassung bedingte Schmälerung der Eristenzgrnndlagc des Rotors rechtfertigt auch nicht ohne weiteres die An- »ialniie cil'.ks wichtigen Grundes iur Sinne vvil 8 626 BEL. Bedarf der „Verkauf der Praxis“ eines verstorbenen Arztes an einen anderen Arzt, sofern bei dem Verkauf minderjährige Kinder beteiligt sind, der Genehmigung des Vormundschaftsgerichts? Tie vereinigten Zivilsenate des Reichsgerichts haben in einem Beschluß vom 23. März 1934. (I. 2l4/33„,Deutsche Justiz- S. 745) diese Frage verneint. Der „Verkauf der Praxis" eiiies verstorbenen Arztes an einen anderen Arzt ist, wenn er unter Ueberlassung der bei Ausübung der Praxis benutzten Wohnränme und unter Verkauf der von dem verstorbenen Arzt verwandten Werkzeuge erfolgt, kein Vertrag, der aus die Veräußerung eines Erwerbsgeschäftes gerichtet ist, und bedarf nach § 1822 Rr. 3 BGB. nicht der Genehmigung des Vormimdschccktsgerichts. Ich war Angestellter bei einem Unternehmen, dessen Stammkapital mit mehr als SO Prozent in öffentlicher Hand ist. Im März 1933 ist mir fristlos gekündigt worden. Nach dem Inkrafttreten des Berufsbeamtengesetzes ist die Kündigung auf das Berufsheamtengesetz gestützt worden. Ist der Rechtsweg für meine Ansprüche gegen das Unternehmen ausgeschlossen? Rein! Rr. 5 Abs. 5 der 2. Durchführungsverordnung zum, Lerussbcamtengesetz bestimmt zwar, daß Streitigkeiten über die Zulässigkeit der Entlassmig oder Kündigung nnd über die 311 gewährenden Bezüge unter Ausschluß der Rachprüsimg durch Gerichte von den obersten Reichs- und Landesbehörden entschieden werden, die diese Befugnis auf andere Stellen übertragen können. Wenn aber eine Entlassung oder Kündigung nach Rr. 5, Abs. 7 der 2. Durchführungsverordnung nachträglich auf das Bernfsbenmtengesetz gestützt wird, so gilt der Ausschluß des Rechtsweges nicht. In diesem Sinne hat auch die 6. Kammer des Landesarbeitsgerichts in Berlin in einem Urteil vom 11. 4. 1934 (196, S. 330 34.-11/12 AC. 285. 34) entschieden. Ich bin Dentist und Frontkämpfer. Seit Jahren bin ich bei einer Betriebskrankenkasse meines Wohnsitzes zugelassen. Die Allgemeine Ortskränkenkasse will mich dagegen von der Behandlung der Kassenpatienten ausschliessen. Ist dies zulässig? Rein! War ein Zahnarzt oder Zahntechniker bei dem Inkrafttreten der Verordnung über die Zulassung von Zahnärzten vom 27. Juli 1933 .(RGBl. j, S. 541, laufend nnd nicht nur gelcgentlich für eine Kasse dcS Registerbezirks seines Wohnsitzes oder eines angrenzenden Registerbozirls tätig, so gilt er mit dem Inkrafttreten der Znlassnngsordnuug als zngelassen, sofern seine Tätigkeit nicht Grund der Verordnung vom 2. Juni 1033 (RGBl. I,. S. 350) beendet lvird. Ans Grund dieser Bestimmung hat z. B. das Schiedsamt beim Oberversicherungsamt Merseburg ans Antrag eines durch den E.-V.- Syndikus vertretenen jüdischen Dentisten festgestellt, daß dieser zu allen Krankenkassen zugelassen sei. In der Begründung wurde von dem Schiedsaint auch hervorgehvben, daß selbst im Falle einer Entziehung der Kassenzulassnng der betreffende Arzt, Zahnarzt oder Dentist sür die Kassen nunter tätig sein dürfe, bis die Entscheidung Rechtskraft erlangt habe. SC!nli^C*lnls!lC{fCli Schachaltsgabe Nr. 12 von ^anitätsrat Dr. M. Leivitt (Berlin) (Herrn Professor Dr. E. Fuld, Berlin, gewidmet) Weis; am Zuge gewinnt. (Endspielstudie) Weiss: KcS, Lfö. B:i6. cf, h2 (5) Schwarz: Ke5, Lbti, SM, Bc5 (,-lj * Lösung der Aufgabe Rr. 11: 1. Ta4—a5 (drohend 2. c3—c 1 matt) Tod— c5, 2. Set?—dl matt Tcti—ei. 2. Tar>Xd5 matt TMXdti, 2. L"8—1(7 matt LbdXan, 2. So6—dl matt LhO-cO, 2. Df2—1*2 matt LMXMf, 2. -M2XM matt La2—hl, 2.•TahXdf» matt Dhl—hl, 2. S-2XIK matt SplXfS. 2. Df2Xf3 matt S08—1I6, 2. Sct5—"7 matt Richtige Losungen sandten ein: Michael Lcvh, Josef Rosberg (Krefeld), Arthur Jacob (Königs, Hofen), Erich RubeusoHn (Hildesheim), Mar Herzberg. Georg Lauge, Daus Lar (Berlin), Tr. med. F. Eohu (Bochum). Ä!ar Lelnuauu tzRördlingen), Dr. Drei,er (Bieleielb), Herma,in SPetzer (Frankfurt a. M.), Karl Bechtzöser tzKürnberg,, Jakob Baumaun (Köln). Louis Wertheim (A!.-6)ladbach), Tr. Rudolf Reumann (Leipstg). A .Löwenstein (Grevenbroich), Tierarzt Ri. Kosrhminsli (Landsberg an der Warthe), Rabbiner Dr. A. Tänzer (blöppingen). Kurt Rieyer tzRieder-Jngelheim). Ernst Straus (Edenkoben), Gerda Loewkowitz (Konstadt), Dr. G. Löwenstein, Gottfried Gnmbcl (Stuttgart). SanitätZrat Tr. S. Domle (Berlin). Lothar Schönthal (Rüruderg). Weitere richtige Lösungen der Ausgabe Rr. 10 sandten ein: Rtichael Levy (Krefeld), Gerda Loewkowih (Konstadt). S ch a ch n a ch r l ch t e n. 1. Berliner jüdischg Schachmcisterschait, veranstaltet von der Schachabtciluug des JTSbl Bar Kochba—Dakaoh. Tis Klubräume wurden am Biontag. 18. Juni, in das bekannte Sportlokal Herrmann. Jägerstraße 18. Ecks Fricdrichstraße. verlegt. Daselbst sinden die Spiel" abende nunmehr jeden Bioutag und Sonnadend. ab 20.30 Uhr. statt, außerdem wird täglich auch frei gespielt. Das Turnier nimmt seinen planmässtgen Verlauf, der Stand ist nach der am 12. Juni tun endeten 9. Runde in der crjten Klasse: Winihki 8I2, Benkö, Braun, Krcisberg, Lerandrowitsch je 7, Tr. Prober 0K Punkte. In der zweiten Klasse: Alster R Tr. Albert St-, Schwalb 7, Flatow »>!■: Punkte. S ch n ch b r i e s k a st c n. E. R., Hildeshcintz Vielen Tank. Leider nicht verivendbar. da sür dis Darstellung eines so einfachen Riattbitbes mindestens zwei Figuren und mehrere Bauern zu viel vorhanden sind. — Tr. F. C., Dvchum. Dielen Dank- Leider nicht geeignet. Rcisc-Lltlas für den Auto» und Gisem bal)n-Vcrkehr. Gerade recht zur Reisezeit legt der I. I. A r n d - B e r l a g, L e i p z i g, jetzt in ziveiter, verbesserter Auflage dieses handliche Rachschlageiverk vor, das, als Teilausgabe des seit vierzig Jahren bestehenden „Eisenbahn- und Verkehrs- Atlas von Europa" von Koch u n b O Pitz. mit zahlreichen zuverlässigen Karten und einem über 60 000 Rameu umfassenden Ortsregister das Gebiet von Tentsästand. Lesterreitch, der'Tschetchoslowafei und der Stchiveiz ersaßt und eine wertvolle Hille sür jeden Autonnd Eisenbahn-Reisendeit dnrstelll. gottesdienstlicher Hingabe und tresslichcr Tongebung zu walten. Tie Anerkennung, die in diesem Rahmen keine äußeren Zeichen finden kann, wird sür die Gcsanttlcistnng dieses Abends durch die stille Andacht der Hörer um so größer und nachhaltiger gewesen sein. Auch hierin ein kidusch haschem. s. k. Die Freitagabend-Lithurgie von Schalit wurde kürzlich gemeinsam mit dem Nt vH Ldom von Joseph Ziegler, nnd dem Chorwerk „In Ewigkeit" von Schallt in der Düsseldorfer Synagoge zu Gehör gebrockst. Bei der Aufführung wirkten Obcrkantor Israel Alter, Julia Rosenberg - Hagen als geschntackvolle und kultivierte Sängerin und Erna Ntagnus, eine Geigerin von Rang. utU. Ten Hauptteil des Konzertes bestritt der Gemischte Chor nnter Leitung von Erwin Palm. Tie Leistung war im Verhältnis zu der relativ kurzen Proben,zeit verblüffend. Speziell die Freitag-Abend-Lithnrgie gelang vortrefflich. An manchen Stellen hört man schon das feine seidige Piano, das die großen nnd gntgeschulten Standardchöre auszeichnet. A. Ntingors zeichnete sich in der Orgelbegleitnng durch geschmackvolle Registrierung und sichere Wiedergabe des schwierigen Ortelparts aus und war dem Ehyr eine wertvolle Stütze. Kali. Breslau Das erste Orchcsterkonzert des Berliner KulturbundOrchesterS in Breslau, das am 18. Juni unter Fördertrng des Kulturkreises und des Jüdischen Rtusikvereins Breslau zttgtinsten der Orchestermitglieder stattfand, >var schon rein äußerlich ein Ereignis für das jüdische Knltnrlebeii. Seit dem F-rü'hfahr 1933 war dieses Konzert das erste große Orchcherkonzert, b»2 den Breslauer Juden geboten wurde. Das Programm war höchst anspruchsvoll: Beethovens „Eg>nont"-Dnvertlire und Siebente Sinfonie und Ntozarts (?>-mo!t-Sinfonie gehören zu den eindrucksvollsten Werken der Tonkunst. I 0 s c f Rosen stock dirigierte; er führt das Orchester mit innigem Takt und silggestiver Kraft. Dieses Orchester haben wir schon bei den Operncinfsührimgen des Kulturbundes gehört. Hatten wir schon dort kannt etivas ausznsetzen, so war eine volle Entfaltmtg doch erst im Konzertsaal möglich. Genuß sind die Bläser noch hier und da nicht ans voller Höhe, aber sonst Nmrde mit einem Glanz und einer Beschivingtheit musiziert, daß der Abend zu einem Erlebnis wurde. Rosenstvck wurde immer wieder gerttsen und ließ das Orchester mit Recht an den Ovationen teilnehmen. 8chw. Fmnllurl a. R. Tie Knltnrbürtde beginnen sich für den bevorstehendeit 60. Gebttrtstag Arnold S ch ö n b e r g s vor,zubreiten. Ntan wird sich dabei int Wesentlichen ans das tammermusifalische Schaffen beschränken müssen, da die großen Werke nahezu nnnberwmdbare. Vesetzutchsschwierigkeiken bieten. Auch Hans Wilhelm wtcinberg hatte in seinem ziveiteit Konzert die ans der nrsprünglici,en Formt für secl>s Solostreicher später in den vollen Streichorcliesterllang übertragene „Berkkürte^ Nacht" geivählt. Ter Welt des „Tristan" und des „Ringes" in Kolorit, Harmonik und Gefnhlsatisdruck eng verhaftet, steht das Werk vollkommen vor der entscheidenden Stil- Wandlung Schönbergs. Das zauberhaft blühende Klangbild ist aber weit mehr als Rachempsindmtg. Als cm Meisterwerk polyphner Arbeit, als eine Sttmmnngsknnst sublimster Art wird es seinen Ehrenplatz in der zeitgenössischen Atnsik behaupten. Für die tonlich volleitdet gepflegte, farbige und durchpulste Wiedergabe dankte man dem Tirigeitten und den Spielern begeistert. Ans ein originelles aber gefährliches Erperimenk hat sich Bernhard S ekles in einer zur Uranfsnhrnng gelangtett Kleinen Fuge cinaelassen: er benutzt als Thema nicht nur die ersten 8.vlte der Ouvertüre zur „Hochzeik des Figaro", sondern er lvntrapnnktiert dieses auch mit den Kegechtimmcn Ntozarts. Kann der Hörer bei der besten AbsichtX Sektes zu folgen, daran vorbcilommen. Takt für Tatt an Ntozart zu denkcu^ Die Bausteine des Genies in dieser W-eise inuzugruppieren, erscheint mir ein verfehltes tlutcrnehmen. Daß Sektes den Scherz — um mehr tiandelk es sich in dent knapp drei Minuten daneritden Werk nicht — mit geschicktester Hand durchführt, bedarf kaum der Hervorhebung. Mau quittierte ihn mit sehr freundlichem Beifall. Die gute Stimmung des Abends fand mnie Rahrmng in dem Erscheinen Fritzi I 0 k l s , die Volt Frankfttrt ans ihren Aufstieg genommen hat. In drei LPeruarien vou Ntozart wußte sie, ausdrnckreilcher und geschmackvoll formend, zugleich ansicrordentlich sti, nutsrisch den Komprmniß zwischen Bnhnenatmospyäre nnd Konzertsaal ans das C)llicklicl>ste herztistellen. Dem Solovielinpart nmrde Ernst Drucker anschmiegsam nnd tonschött gerecht. Nt 0 z a r t s Jupiter-Sinfonie besctiles; in seiner sehr beschwingten, scharf lontnrieeteu Darstellung den Abend, der ivieder zu eiueia vollen Erfolg des ausgezeichneten Streiclikörpers nnd des Dirigenten wurde. A. fl—c. Aegnitz Frä>1 teilt Susamte Stein versammelte zu ihrem Lieder- und Arienabend in der Silesia-tzogc eine zahlreiche Zuhörerschaft. Händels edles, zu Herzen gellendes Pathos/ der glanzvolle Sct,n»i»g des Altitalieners Ntareello. die Einfachheit und Klarheit des Liedergenius Schubert, des grübeliidtii BrnhmS erschütternde Leidenschaftlichleit.' die etwas setchte Sentimentalität Tschaikon'skvs bis endlich zur theatralischen Kunst von Eaint-Saens - diesen Weltkreis von Musik umfaßte der Abend. Mit sicherem Gefühl für Stil, mit nie versagender Ecstaltnngskrast durchmaß die Sängerin diesen Kreis. Man vergaß den kleinen, imzulänglichen. von der Gewalt der Töne schier gesprengten Rauin. ^man registrierte kaum, daß die hier angedentetc ()-olge gegen das Ende eine künstlerische Abslachnug bedetttete - man ließ sich einfach in den Klang der herrlichen Stimme versinken. — Eine - cg leilernt von viel Einsühlung wnd vollem BeAtandnewar Mi Liebre ch t (Lieguitz). flr. /

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