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Central-Verein-Zeitung · 1934-06-28 · 26 (28.6.1934) · page 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
26 (28.6.1934)
Date
1934-06-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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ufmann I.jO!- ^,-iu .'SÄ 'N Sio uns Ihre DCICi 5itiK l>!s ’ic. durch 189 jj tlkcl ”N nr~l 26 uV ^OU) S* *m W m ' TerZentral-AnsschußderdeutschenJuden für Hilfe und Aufbau, den der C.-D. bekanntlich mitbegründet hat unD in dem er Varn ersten Augenblick an aktiv mitarbeitet, hat in seiner letzten Sitzung neue Richtlinien zur jüdischen Berufspolitik verabschiedet. Diese Richtlinien, die bereits vor einigen Wochen angckündigt wurden, stellen bos Ergebnis sehr eingehender, über mehrere Wochen sich erstreckender Beratungen im Kreise der Sachbearbeiter des Zcntralausschnsscs und der ihm angegliederten Organisationen dar. Ter Zentral-Ausschnß übergibt die einstiminig gebilligten Richtlinien der Oeffentlichkcit mit einem Kommentar, dem wir folgendes entnehmen: liJnrijt'cm ein Jahr Erfahrungen in der prak» tischen Arbeit Verlag, erschien es notwendig, die Grundlagen der gesamten Berufsumschichtungsarbeit einer gründlichen lleberprüsimg und Bearbeitung zu unterziehen. Grundlagen, Methoden und Aussichten der Aerussnmschichtung wurden in eingehenden Tistnsnviien durchgesprochen. Tie vorliegenden Nichtliuicit sollen das Ergebnis dieser Beratungen in knapp andeutenden Formulierungen der jüdischen Lcstzntlichteit zugänglich machen. Tarüber hinaus werden die Besprechungen für die praktische Arbeit nücr mit der Berus-minschichtung besatzten Stellen den außerordentlicher Bedeutung sein. Tie Teilnchmcr an den Beratungen waren sich darüber klar, das; das Problem der Berussmnschiehtung gänzlich aus der innerjüdischen Weltanschannngsdisknssion herausgenvmmen werden mutz. Es darf hervorgehoben werden, das; die Niehtlinien, an deren Beratung Menschen aller Richtungen teilgenommen Iiabcn, e i n st i m m i g beschlösse n wurden, und daß das Plenmn das Zentral-Ausschusses den ihm l’on dem Sachbearbeiterkreis vorgelegten Entwurf ebenso e i n st i in in i g verabschiedet hat. Tie Richtlinien sollen zur Tarstellnng bringen, worin der Zentral-Ausschnß als Plannngsstelle für die gesamte Hilfs- und Aufbauarbeit die Ausgaben der Bcrnfsninschichtnug erblickt. Tie Richtlinien müssen sich daher naturgemäs; ans allgemeine Grundsätze beschränken, während die besonderen Möglichkeiten jedes einzelnen, der mnsehichten will, nur von rfaü zu Fall in Beratung von den zuständigen Stellen entschieden werden können. Sv ergeben die Richtlinien einen allgemeinen Rahmen der für diesen Zweig der Arbeit des Zentral-Ausschusses maßgebend ist. . Gegenüber manchen Stimmen, die in letzter Zeit laut wurden, hielten Nur uns für verpflichtet, zu betonen, daß wir das Bestreben der jüdischen Jugend, Aerufsnmschiehtung in bewußter Abkehr von der einseitigen Berufswahl früherer Zeiten zu treiben, unter allen Umständen begrüßen und mit allen Mitteln zu fördern gesonnen sind. Dies gilt in gleicher Weise, unter gewissen Einschränkungen, für Umlchichtnngswnnsche von Menschen, die in ihrem früheren Berns keine Betätignngsmöglichkeit mehr haben oder auch, wenn diese gegeben ist, sich handarbeitenden Bernsen zmvenden wollen. Wir stehen ans dem Standpunkt, das; jede starre Schematisierung gerade auf dem Gebiet der Berufs- Umschichtung vermieden werden muß. Zweierlei muß jedoch gefördert werden: erstens muß für das Gcsamtgebiet jüdischer Bernfspolitik eine einheitliche und ausgebaut werden, die vom S*Eter Beratung aller berufenen fnrhTr» ^?P°fuhrt werden muß, zweitens ist zu der *UnöC fische Mensch, der vor 5Jt Berufsweges steht, seinen Entschluß der für ihn zuständigen ferner Gemeinde beraten zu haben. v r , Vr/]*r ^(nmn,3 auf diesem Gebiet wird uns nw möglich fern,,wenn die Gesamtheit der vor das L°blem der Berufswahl gestellten jüdischen Vienscheu berateird. erfaßt werden kann. Nur dann kann eine wirklich indische Bernfspolitik, die unter Bcr- Uobertreibung und in gerechtem Ausg eich des Interesses der Allgemeinheit und der iiidididnellen Gegebenheit durchgeführt wird, sichergestellt werden. ' Die einzige Forderung weltanschaulicher Art, die ww erheben konnten, weil sie Ge>neingnt aller Rich. rgen geworden ist, ist die anr Schluß der Nickst- I.men betonte Notwendigkeit der Bertiefnng i,^-r?^/^"^bildung durch eine jüdische Erzrchung. Tie MchMMLM Huben folgenden Wortlaut: flrta, I)at zwei Auf. :a) ^ormalisten.ng der Bernssverteilmig der nüvZJlr? ^bildung der Jugend in land- (B«!K.!!uschich.u'.','k) imbaltxitcnbm r,b) ^Haltung oder Schaffung der Wirtschaft- ^^Wirtschaftliche Eingliederung.) Ilnscre E Bernfspolitik wird heute tut westnt- Mon eine Berufs n m s ch i ch t n n g 8 Politik bcr das gemeinschaftliche Ziel tlul ^armalisieru ng der Berufsverteilnng ebenso wie das individuelle Ziel der Schaffung enter wirtschaftlichen Eristenz best!inwetid ist. Innerhalb der Bernfspolitik muß da- )er die Bernfsnmfchichtnng im Vordergrund stehen neben den Maßnahmen für die in ihren Berufen bedrohten Existenzen. 2 Aus diesen beiden Ausgaben ergibt sich die Zielsetzung der Bernfsmnscliiclllnng. sie muß so gen, daß die Berlifsmnschichtcndm nach ihrer Ansbildniig eine Atvglichkeit zu wirtschaftlicher Eingliederung finden, tvo iinmer sie nach ihrer Entfcheidung diese wirtschaftliche Existenz suchen. o Bernfsiinischichtnng im Sinuc einer Normalisierung der Berufsgliederung der Inden erfordert in erster Linie l a n d w i r t s ch a f t - 11 d) c und handwerkliche Ausbildung. Die Herbeiführung einer normalen Berufsschlchtung der jüdischen Bevölkerung in Deiilschland ist namentlich in Bezug auf die Landwirtschast außerordentlich gehemmt. Daher muß bei nUem streben nach einer normalen Bernfsverteilnng der Inden in Deutschlatid die landivirtsclnstliche und in gewissem Umfange auch die handwerkliche Ansbildirng so erfolgen, daß sie die Bernfsmnschiclstenden befähigt, de,i neu erlernteii Berns auch außerhalb Deutschl a n d s überall in der Welt ansznsüllen. Da eine Normalisierung der jüdischeil Berufsverteilimg (im Siinte einer Bernfspolitik auf lange Sicht) nur in Palästina möglich ist, hat Palästina unter den Einwanderimgsländern für diejenigen, die einen landwirtschaftlichen Berus ergreifen, sowie für die, die ein Handwerk erlernt haben und nicht in Deutschland bleiben können, ein besonderes Geivicht. Daher verdient die Beriifsuiiischichtnng im Dienst des Aufbau- Werks Palästinas eine besondere Förderung. Zugunsten des Orchesters des Kulturbundes deutscher Juden findet Mittwoch, den 4. Juli, abends 8 Uhr M Min., tu der Philharmonie ein großes Festkonzert statt. Es dirigieren Joses Rosenstock. Michael Taube und Dr. Kurt Singer; außerdem spielen Rojenstock und Taube auf zwei Nlavicren. Der Reinertrag fließt deui Orchester zu. Dir Zeichnung von Michael Taube ist von Luka, die von Josef lloscnstock und den Orchestermilglicdcr von Max llaynicr.!lllllll!ll!!!!!!!ll!l!ll[|!!ll!!ll|[||||||||II||!Ill!|[||||||!l|||t[|||||||||||;i||||l!l||i;||||||j]|||||||||;ill||||||||||||||||||||||||]||llllli;;)||||||||||||||||||||i;illllllllllli; 4. Berufspolitik im Sinne der Eingliederung in die gegebenen wirtschaftlichen Eristenzmögkich. fetten in Deutschland wird sich ans eine Einordnung in die den Inden in Dentsthland zugänglichen Bernte, also in erster Linie in den k a n f - m ä n n i s d) c n und h andwerkli ch e li Bernsssektor zu erstrecken haben, wo es die vorhandenen Wirtschaftspositionen zu halten gilt. Beini Handwerk iverdeii folgende Alöglichkeiten besoilders in Betracht zu ziehen sein: die individualisierten HandiverlSarten des sogenannten „oivigeii" Handwerts, das Reparaturhandwerk und das Judustriehaudiverk. Eine solche Eingliederung erfordert eine entsprechende Fachausbildung all derer, die jetzt aus anderen Berufen ausgeschlosseii worden sind, und die eine Neneingliederung in den deutschen Wirtschastskreis snehen. Diese Fachausbildung ztl fördern ist die ziveite wichtige Aufgabe der gegenlvärtigen jüdischen Berlifspokitik. ' 5. Da Berufsumschiclstuug die gegenlvärtige 5paupta>lfgabe jüdischer Berufspolitik bedeutet, ist das Bestreben der jüdischeii Jugend, sich nris eigenem Entschluß handarbeiteiideu Berufen aller Art zuzuweudeii, in jeder Weise zu begrüßen. Jii der Form der Erstaiisbildmig in regiiläroti Lehrstellen lcholleltiv- oder Einzelansbildung) ist dieses Bestrebeii so >veit als irgend angängig ideell und materiell zu förderii. Ebenso zu fördern ist das Bestrebeii derjenigen Aeltereii. die bisher in anderen Berufen tätig geivesen sind, sieh hanbarbeitcubcu Bernfeii znzl>- wenden, sei es, daß sie im Zuge der Politischen imd wirtschaftlichen Entivicklmig ihre Posiitioil aufgebeu mußten, sei es, das; sie ihre bisherigeii Berufe aufgebeli lv olle n. Bei den Aeltereii werdeii allerdings zivei Momeiite zu berücksichtigen sein. Tie obere Altersgrenze für männliche Berussuilischichtelide ivird im allgeiiieiiieii nicht über ll>> bis llö Jahre ausgedehiit werden fbmtcn; bei weiblichen Berufs. nmschichtendeii bestehen auch über diese Altersstufe hinaus weitere Ntögliciikeiteii beruflicher Ilmschiilimg. Bei der Wahl der Berufsart. zu der hin eine Nnischichtiilig erfolgen soll, sind die Möglichkeiten der ivirtschaftliclien Eingliederiing voll Falt zu Fall sorgfältig zu prüfeli. <->. Die Förde rillig der Berufsimischichtuiig uiid der daiiiit verölliiderieii Fachausbildinig iuart)t eine fortlaufeiide cinhcitliehe Planung durch den Zentralausscliiiß erforderlich. Diese Planinig bezieht sich auf die Verteilung der einzelneii Boriissgruppen, auf die Einrichtling der Ausditdiiiigsstelleii. smvie ans die genane Erforschung lind Schassnng späterer WirufS-Einordnungs- Niögli6)seiten. tlleben der einbeitlichen zentralen Plaiinng steheii für jedeii einzelnen ziir Beratung seines Bernssweges die hierzu zustäiidigen jüdischen Stellen lWirtschaftshilfsstellen der indischen Gelneinden) z>ir Berfügung. die ihren Rat im Ratimen der allgomeineii Richtliliien, unter Be. rücksichtigmig aller persvlilicher Momente, gebe i. ES ist grundsätzlich zu fordern, daß jeder, der vor seiner Beriifsentscheidung steht, diesen Rat in Aiisvruch nimmt. Es ist selbstverständlich, daß die Berufsansbildiiiig durch eine jüdische Erziehling vertieft ioerden.muß. j Berliner Mitglieder! § Der Mitgliedsbeitrag für das dritte D Ü Quartal 1934 ist fällig. Wer den Beitrag j| ohne Aufforderung überweist, erspart uns Ei Ü Spesen und Arbeit. Z D Centralverein Deutscher Staatsbürger E jüdischen Glaubens e. V., f| Landesverband Gross-Berlin. D Postscheckkonto: Berlin 115 501. E!S m) (t j 3 5V/2fl! >f Qbrt. , 19a itr.23;7l eit MO A'M .AWSZO WMM in der Btillmt Neuen Eynagsge Das lveiträumige Gotteshaus der Neuen Synagoge iu Berlin versauuuclt am Alltag eine große Hörergeuwinde, die zivei Musikwerken aus dem Gebetkreis des Sabbats lauscht. Gottesdienst? Das würde zeitlich nicht ■ff* st Alexander Weinbaum Zeichnung von Luka zutrefsen. Konzert? Das lväre nicht ganz tm Einklang mit der Weihe des Hauses. Und dennoch verbreitet dieser Abend 2lndacht; ern Melos des Glaubens schwebt hernieder, und Harmonien klingen aus überirdischen Räumen. Auch das Ungewöhnliche wird tm rechten Sinn und am rechten Ort zum kidusch haschent. zur Heiliguitg des göttlichen Namens. Ihm singt die ,',Awodaß hakodesch" von Ernest Bloch ein neues Lied aus althergebrachte Worte. Bei aller Gläubigkeit, die in diesen Klängen wohnt, spricht ein neuer Geists au^ ihlien. Die Ucberlieferung wird von diesem wachen Ohr unmittelbar tteti vernommen, es ist als wehe cm frischer Wind von den Bergcii her durch alte Tempel und die Gottcsglorie erstrahle im neuen Licht. Nicht das Dtittel, die Idee entscheidet. Zn den Atitteln gehört hier eine weitschichtige Orchestrierung, die den Bläserklang in die seinen Klanggespinste der Streicher mit kundiger Hand einbatlt, die Stütze des Harsentones zu gesammelter Tonwirknng immer wieder tzeranzieht und in der Eelesta einen seinen Lichtglanz über die wundersamen harmonischen Gebilde legt. Zn den Mitteln gehört ferner die rhythmische Vielgestaltigkeit, die Ueberlegenheit, mil der die Taktwechsel das kompositorische Leben bereichern, und zu den Vtitteln scheint auch die mit weiter Gestaltcrgcste gebildete Verbindung der Einzelstimme mit dem Ehorischen zu gehören. Allein, schon hier zeigt sich das Deherrschende der Idee. Wie Bloch das Adon olvm ans seiner gereimten Ctrophik heranssnhrt in die freie Auflockerung der vom Orchestralen nnterbantcn Gesangsgestaltnng erscheint ungewohnt, ja, zunächst geradezu der urtümlichen Form des Lobliedes widersprechend. Hört man jedoch hinein in die klanalicheri Weiten, in die Bloch diese Hymne entführt so verspürt man die Höhenluft einer inS Mystische gewendeten ehrfürchtigen Rhapsodik Mag sein, daß solcherlei vom Herkömmlichen allznstark abweicht, die Idee, die dieser Klanggestaltnng zugrunde liegt, trägt, das Kennzeichen der Erhabenheit; sie heißt Einzigseit des Göttlichen. Da diese Grnndvorstelliing des Werkes die „rtümlichc Präguna aller jüdischc» Erb-!- bildet, criveist sie ihre g-staltcndc Kraft vor allem dort, wo in der Anbetung der b-ottcSnlorie die großen Gebetlehrer der Vergangenleit die Propheten, am eindrucksvollsten zur Lobpreisung ausrusen:. in den Schauern der Kednscha. Hier zeigt sich Blochs Kunst der Zusammenfassung aller Mitte! zu einem einzigen Klangbild der verschiedenartigsteil Tömnigen ans einer Ntittagshöhe. Vom Nachzitterii der Harfen bis zu dem klanglichen Widerscheili im Beckenschlag ist seine orchestrale Leier auf einen tausendfältig gebrochenen Ton der Anrnfiiiig gestimint, niid mit ihm geleitet er den Gesang in die Sphären einer geradezu barocken Pracht himmlischer Anbetung. Von ähnlichem Glanz ist der Gesang vom Gz chajim untspielt. wie es denn überhaupt bemerkensivert erscheint, daß Bloch auch in der Theinatik von feinen Kednschaweisen ans Weiterbant. Bei aller Neuheit der Atittel bleibt ihm stets die Ehrfurcht vor dem Wort gegenwärtig. Er läßt ihm, entsprechend der Bestimmung des Werkes für die New-Porker Nesormgemeinde, auch in der jeiveiligen Landessprache Raum. Zumal das Gedenken der Toten dringt mit unmittelbarer Gewalt des Tiefinnerlichen auch zu jenen Hörern, denen das Herkommen nun einmal auch diese gottesdienstlichen Tlleihen anders überliefert hat. Gerade hier, in diesein getragenen Sprcchgesang mit seiner verinnerlichten Älelodie des liebenden Gedenkens, zeigt sich die hohe Knust des Trägers der Einzelstinnne, Hermann S ch e y. Die Inbrunst seines Bortrags, die überzeugende Durchdrungenheit seiner sängerischen Seele erhob sich in den weitgeschwungenen hymnischen Weisen zu eigenständigen Gaben religiöser Erbauung und spendete in dein überliefernngsreichen Akzent des Echod beim Schema auch jenen einen vorträgsmüßigen Trost, die dieses Kernstück des Glaubens durch keine Art von Klang aufgelöst wissen wollen. Don diesem Echod schien auch der musikalische Leiter Alexander Weinbaum wissend und weisend die ungeheuer schwierige Wiedergabe des Werkes anfzubanen. Nur in einer innerlichen Haltung, die der religiösen Grundidee ciitspricht, läßt sich eine solche Partitur ansbreiten. Nicht nur der Musiker W e i n - da Nlii, aiich der kundige Wegbereiter jüdischer Feierklünge konnte mit dieser großangelegten Darlegung eines neilen Werks eigensten Stils sein Jnbiläurn begehen. Diese Beherrschung kam auch dem Orchesterleiter zugrite, der in außerordentlich kurzer Zeit mit den verstärkten Reihen der Instrmmentalisten des Kulturbundes diesen Abend vvrbereiten ninßte. Die räumlichen Bedingimgen der Neuen Synagoge sind einem solchen Werk sehr günstig, und so vermochte Weinbanm auf dem Instrument des znchtvoll znsammengehaltenen Orchesters mit großer modnlatorischer Kunst das Ganze durch alle Wandlungen des Klangbildes und des Zeitmaßes hin'durchzugeteiten. geinrich ESattls Ans seinen n-oupolln-Ehor, den er snr das Werk von Bloch fast verdoppelt hatte, kann Weinbaum sich verlassen. Welch edles Ctimmemnaterial sich hier unter erfahrener, zielbewnßter Pflege znsammensindet, ließen die hervortretenden Solostimmen der Damen Steiner und Lind erkennen. Der Ehvrkörper als Ganzes besitzt eine reiche Skala der Klangfarben und zeigt im verhaiichenden Piano eine nmndersame Weichheit. In seiner geivohnten Stimmenzahl von etzva 45» Kehlen brachte er zu Beginn der Veranstaltung die in Berlin bereits aufgesührte Freitagabend-Liturgie von Heinrich Schalit zu Gehör. Da8 Werk steht zu der freien Gottesrhapsodie Blochs fast im Gegensatz durchs die unerbittliche Strenge seiner liturgischen Haltung, die sogar die herkönnnlicho religiöse Wärme der Sabbatschwärmerei ans Ehrsrircht vor der unbedingten Sabbatheilignug opfert. Das läßt am deutlichsten der L'cho dodi erkennen, der in dieser fast asketischen Weihe des Klanges in die geistige Nähe der jüdischen Alystik des 16. Jahrhunderts zurückznkehren >

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