Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 25 (21.6.1934)
- Date
- 1934-06-21
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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C-V.-Zfg. Nummer 25 \ p(SfpMAr i vWl_TLi^\| rmi c-v k7-E?^ | I 21. Juni -7 1934 Sie vor etwa einem halben Jahrhundert die Arbeiterfrage, so ist in jüngerer Zeit die Mittel« standssrage in allen Ländern moderner Wirtschastsversassung auf breiter Front ausgerollt worden. Handelte es sich aber damals bei der Arbeiterschaft um einen neuen Stand, der mit neuen Problemen zur Oberfläche drängte, so ist der lUHttclftanb die älteste Gruppe der städtischen Wirtschaft überhaupt. Sein soziologischer Kamps bestand gerade in der Verteidigung seines Lebensralims gegenüber den neu emporkommenden Schichten und Vetrieböformen, dem Proletariat „ud dem Großunternehmen. Wie in den achtziger Jahren die deutsche Sozialgesetzgebung ssir die Lösung der Arbeiterfrage, so ist gegen« wärtig die deutsche M i tt e l sta n d s p o l i t i L auch für andere Länder wegweisend geworden. Mittlerweile hat sich jedoch in Deutschland auf fincn Teilgebiet ein neues, besonderes Mittel« 'landüprvblcm ausgetan, die Frage nach der Zu« lunst des jüdischen Mittelstandes. Tie mittelständische Daseinssorm oder die Sehnsucht nach ihr ist in jüdischen Kreisen beson« dcrs häufig anzutrefsen. Das Institut für Kon« junlturforschung hat einmal ausgesührt, daß weniger die Art des Geiverbes oder die Form des Betriebes, sondern in erster Linie die Größe des Betriebes und die Eigenart der bürgerlichen ü r i st e u z g r u u d l a g e alS bezeichnende Merl« male des Mittelstands gelten müssen: „Als mittelünndisch sind alle — nicht landwirtschaftlichen — betriebe anznsprechen, bei denen der Lebensunter« halt des Inhabers unmittelbar von den laufenden (Annahmen des Betriebes abhängig ist. Haushalt und Betrieb sind in ihrer Geldgebarung kaum von einander zu trennen, während sie in der Groß« Wirtschaft getrennte Einheiten darstellen." Jeder deutsche Jude weiß, auf wieviele Familien seiner Verwandtschaft und Bekanntschaft diese Begriffs« l'tstiinmung zutrifft. Schon Mitte 1931 hieß es in einer Denkschrift, welche die Zentralwohlfahrtsstclle der deutschen Juden dem Großen Rat des Preußischen Landesverband vorlegte: „Die wirtschaftlichen Umwälzungen und Krisenerscheinungen haben den jüdischen Mittelstand, das Massiv des jüdischen W i r t s ch a s t e u 8, aufs schwerste erschüttert. Zusammenballung der Wirtschaft und des Kapitals haben die Entwicklung des selbständigen Handels geschädigt." Die Krise de3 jüdischen Mittelstandes ist also entstanden als Teil der allgemeinen Krise des deutschen Mittel« st a n d e s. Sie seht sich fort als Teil der allgemeinen Krise der deutschen Juden. Allerdings hat sich auch hier wieder gezeigt, daß der Kleinbetrieb gegenüber Kriseneinflüssen aller Art in mancher Hinsicht zwar leichter verwund«» bar ist, in mancher jedoch auch Widerstands«» fähiger als etwa der große Konzern. Sein Mangel an Kapitalkrast, an Werbemöglichleiten und an Einkaussmacht erschweren ihm den Wettbewerb und die Ueberbrückung einer schlechten Konjunktur. Auf der anderen Seite ist er in Notzeiten weniger bedrängt durch starre Kosten und drückende Schulden, als mancher Großbetrieb mit seinen Riescninvestitionen und seinem Niesenapparat. Auch von außerwirtschastlichen Hemmungen wird der selbständige und selbsttätige Kaufmann. Fabrikant oder Handwerker, der in einem beschränkten, durch persönliches Vertrauen zummmengchaltenon Kundenkreis wirkt, vielleicht nicht immer so stark betroffen, wie der im Brennpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit stehende Großunternehmer. Allerdings dürste gerade diese Besonderheit je uach den örtlichen Verhältnissen verschieden stark in Erscheinung treten. Gerade weil viele jüdische Stellungen in der Großwirtschaft verlorengegangen sind, gewinnen die mittelständischen Berufe als Arbeitsfeld für die anderwärts Entwurzelten und für den Nachwuchs. als Stühe für den notleidenden Zweig einer Familie, erhöhte Bedeutung. Zwar hat der Anteil der Arbeitnehmer an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen in den letzten Jahrzehnten überall stark zugeiwmmeu. Aber vor Krisenausbruch war doch noch beinahe dieHälfte aller im Erwerbsleben stehenden Juden selbständig, überwiegend im Nahmen einer typisch mittelständischeu Existenz. Tie Mittelstandsquote ist also innerhalb der deutschen Judenschaft wohl größer als in der Gesamtbcvölkerung des Reiches. ES bleibe dahingestellt, ob ans lange Sicht diese Bevnssschichtnug im Sinne einer Angleichung an den Aeichedurchschnitt korrigiert werden kann oder »all. Für heute muß man mit der vorhandenen Tatsache rechnen. Die Zahl der in Handwerk u u d I n d u ft r i e tätigen Juden — Selbständige und Arbeitnehmer zusammengerechnet — wurde damals auf etwa 40000 geschätzt; in Handel und Verkehr dürsten etwa doppelt so viele indische Menschen tätig gewesen sein. Die jüdiußen Kleinunternehmungen des Handwerks und aes Handels sind gerade dadurch so wichtig geworden. daß in Deutschland weder die städtische Großwirtschaft noch die Landwirtschaft, weder der Zristige noch der öffentliche Beruf als Ausweich- Möglichkeiten in Betracht kommen. Im jüdischen Kleingewerbe aber sind, soweit sich bisher ürer» blicken läßt, die verfügbaren Arbeitsplätze noch v'cht einmal voll au-sgenutzt. Sollte es nicht möglich sein, diese ArbeitSMarktreserve zu erschließen, die Leistungs- und Aufnahmefähigkeit oer jüdischen Mittelstandsbetriebs zu vergrößern? Eine solche „Umschichtung" deckt sich nicht ohne weiteres mit dem Begriff, den wir sonst dresem Wort unterlegen. Zumeist verstehen wir darunter die Umschulung erwachsener Menschen, dw schon im Erwerb gestanden .oder wenigstens eine bestimmte Fachausbildung abgeschlossen hatten, für einen neuen Berus. Soweit diese Umschulung mit dem Ziel der Auswanderung erfolgt, kann sie in unserem heutigen Zusammenhang außer Betracht bleiben. Weit umfangreicher ist noch immer die jüdische Binnenwanderung innerhalb des deutschen Wirtschaftsraumes. Nachdem in den letzten Jahren eben der Wunsch ausgetaucht war, die Zusammenballung der Juden in den Großstädten auszulockern, hat sich der Strom jetzt umgekehrt. Während die deutsche Bcvölkerungspolitik sich bemüht, möglichst viele Menschen aus den überfüllten Städten aufs Land zurückzusühren, scheint für die Juden vielfach ein entgegengesetztes Entwicklungsgesetz zu gelten. Wer in der kleinen Stadt sein Amt, seine Stellung, seine Praxis verloren oder mit geschäftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. sieht dort überhaupt keine Möglichkeiten mehr. In der Großstadt hofft er immerhin eine etwas bessere Auswahl zu finden, sei cs im alten Berus oder wenigstens einer ihm verwandten Tätigkeit, sei es auf völlig neuen Gebieten. Der Fachmann, der gründliche Ausbildung und Erfahrung mitbringt, wird auch dabei eher auf Erfolg rechnen können, als der Berufsfremde, der sich in einem Schncllkursus notdürftig die Anfangsgründe seiner neuen Branche angeeignet hat. Trotzdem ist der Zug zum Berufswechsel unverkennbar. Im letzten Jahr haben die zuständigen Stellen ctiva 6000 Umschichtungen durchgeführt. Auch die Berusswünsche der Schulentlassenen zeigen den Willen zur Umschichtung, ein Fvrtstreben von dem akademischen oder kaufmännischen Beruf deS BaterS zum Handwerk oder zur Landwirtschaft. Dabei scheint die Jugend — soweit sie auch für die Zukunft an eine Betätigung innerhalb Deutschlands denkt — in ihrem Drang nach unverbrauchten DaseinSsormen schon fast über das Ziel hinauSzuschießen. Es soll, so seltsam es klingen mag, schon heute unbesetzte jüdische Ansängerstellen im kaufmännischen Beruf geben. Allerdings handelt cs sich dabei nicht um ein Ueberangebot au Arbeitsplätzen oder ein Unterangebot an Arbeitskräften; die Verteilung klappt nicht, und selbst bei Er- LebönsmMeleinzelhcmdel Ju der Frage der Eingliederung des Lebensmitteleinzelhandels in den Reichsnährstand bzw. den Nekosei, wird vom DNB nütgeteilt, daß die Lebens- und Genußmitteleinzelhändler, die neben landwirtschaftlichen Erzeugnissen andere geiverbliche Waren nur in einem geringen Umfange in ihren Gesamtgeschäften führten, ausschließlich zum Reichsnährstand. Reichshauptabteilung IV und nicht zum Nekosei (Neichsverband Deutscher Kaufleute des Kolonialwaren-, Feinkost- und Lebensmitteleinzelhandels) gehörten. Alle Lebensmitteleinzelhändler. die neben anderen Waren in einem nicht unerheblichen Maße landivirtschastliche Erzeugnisse führten, gehörten soivohl zum Reichsnährstand, Reichshauptabteilung IV, als auch zu dem entsprechenden Wirtschaftsverband bzw. der entsprechenden Standes- oder Berufsvertretung (Doppelzugehörigkeit). Beim Zusammenfallen der Beitragspflicht für den Reichsnährstand und andere Wirtschaftsverbände solle eine Erhöhung der Belastung der Unternehmungen ausgeschlossen sein, so daß es sich für diese gemischten Betriebe mit Doppelzugehörigkeit dringend empfehle, bei der vom Neichsbeaustragten angeordneten Anmeldung zum Nekosei von vornherein bezüglich des UmsangS ihres Beitrags diese Klärung zu erlangen oder zu verlangen. Marktregelung für Schlachtvieh Der Neichöernährungsminister hat eine Berdnung über den Verkehr mit Schlachtvieh erssen Die Organisation ähnelt der Eierregelung, iter anderem werden an den größeren Schlachtehmärkten Verkäufer und Vermittler einerseits wie die Käufer andererseits in besonderen ruppen zu einer „Marktvcreinigung für chlachtvichverwertung" zusammengeschlosseu. ren Vorsitzender umfangreiche Befugnisse hat ,rnct werden BePrksvereinigungen mit» eine ÜiiDtDcreimoiinn. ocldjaffc». bet bet d°S «chwer. 'wicht bet fimit.flen <sc taltima bet i-chl->chtv,cl>. :irv> Hrot Außerdem |inb Marktbeanstragte mit fonbere i Sefuflmffcn (Z. 3. auch Preisfestsetzung i) öorWjcii. Die Vorsitzenden der -Markt- Reinigungen sind zugleich Marktbeauftragto. Dre ereinigungen und die Marktbeaustragten s ehen Ver <u Kt deS ReichStommissa-ch für die Vieh-, Ulch-'und Fettwirtschaft, und dieser wieder unter "acht bcö ReichSernährungSrmmsters. Der e chSkommissar erhält außerdem die Befugnis, it Zustimmung des Neichsernachrnngsnumstecu und Preisspannen sur Schlachtvieh und chLhtvicheLugnisse scstzusetzen. Verkäufer und ermittler bedürfen nunmehr einer Zulassung fassung aller Möglichkeiten bliebe die jüdische Arbeitslosigkeit noch groß genug. Aber nach eingehender Beobachtung glauben berufene Stellen es als normal anschen zu können, wenn sich etwa ein Drittel der jungen Menschen, die neu ins Erwerbsleben treten, dem Kaufmann stand zuwcndcn würden. Das liegt einmal in den Vcrhältnissen der deutschen Volkswirtschaft begründet. Je weiter die Arbeitsteilung in einem Wirtfchaftskörper durchgeführt ist, je mehr die Gütererzeugung sich mechanisiert hat. desto größer wird der Anteil der für die Güterverteilung, also für Handel und Verkehr benötigten Arbeitskräfte. Hinzu kommt, daß, wie wir gezeigt haben, infolge der geschichtlichen Entwicklung des deutschen I u d e n t u m 8 der städtische yjlittelftaub — also Handel, Handwerk und Vermittlungsgewerbe mit ihren Grenzgebieten — besonders breit und fest eingewurzelt ist. Vielleicht können die bestehenden Betriebe des jüdischen Mittelstandes, gerade im Zuge der inländischen Wirtschaftsbelebung. wenigstens für die aus verivaudteu Branchen kommenden Kräfte al§ bescheidene A n s f a u g o r ga n i s a t i o n nutzbar gemacht werden. Geiviß dürfen die Möglichkeiten nicht überschätzt werden. Aber es lohnt sich doch wenigstens der Versuch, durch Selbsthilfe und Gemeinschaftsarbeit, insbesondere auf.den Gebieten der Kreditversorgung, Werbung und Rationalisierung, den yjiittclftanb zu festigen, seine Beteiligung an der Arbeitsbeschaffung zu fördern und anch den lebten latenten Arbeitsplatz heranzuziehen. Die Fülle neuer Aufgaben, die sich daraus, auch hinsichtlich der Berufsberatung ergibt, muß von allen Seiten durch vertrauensvolle Inanspruchnahme der gemeinnützigen Zentralstellen bewältigt werden. Ohne umfassenden Ilcberblick geht eS nicht, und Fehlleitungen auf wirtschaftlichem Gebiet können die deutschen Juden sich heute iveniger denn je leisten. Der Zentralausschiiß der dentschen Juden für Hilfe und Aufbau versucht zusammen mit den Gemeinden und Verbänden den jüdischen LebenSraum in Deutschland neu abzilsteckeu und dem einzelnen seinen Platz darin anzuilleisen. Für diejenigen, die ein Vermögen besitzen und sich durch dessen Umlagerung eine Existenz zu gründen oder zu sichern hoffen, ist z. B. eben jetzt, um nur die jüngste Erweiterung der Gemeinschaftsarbeit zu neunen, in der F. W. I. eine neue Veratungs- und Hilfsstelle entstanden, die einerseits ihren Auftrag« gebern dienen will, andererseits aber auch die Aufträge, die sich aus den von ihr vorbereiteten Transaktionen ergeben, an jüdische Fachleute weiterleiten soll. All diese Ansätze zur Selbsthilfe müssen durch ideelle und materielle Förderung aller soweit wie möglich auSgebaut werden. zum Schlachtviehmarkt. Die an den Schlachtviehmarkten bereits tätigen Verkäufer gelten als weiter zugelassen. Ihre Zulassung kann aber widerrufen werden. lieber die Zulassung und über den Widerruf entscheidet der Marktbeauftragte. Beschwerde gegen dessen Entscheidung kann von den Betrogenen und der Markiverwaltung bei einer Znlassungsstelle eingelegt werden, die unter Beteiligung des Marktbeauftragtcn und der Markt- Verwaltung gebildet wird. Tie Verordnung tritt am 1. August in Kraft. Bis dahin hat der Reichskommissar für die Vieh-, Milch- und Fettwirtschaft umfassende Vollmachten erhalten. SüßwareNgroßhande! Zum Beauftragten des NeichSnührstandeö für den Süßwarengroßhandel wurde der Vorsitzende des Neichsverbandes der Deutschen Süßwarengroßhändler e. V., Dr. Hugo Leicht (München) bestellt. Bis zum 30. Juni haben sich alle mit dem Süßwarengroßhandel befaßten Betriebe bei dem Beauftragten des Reichsnährstandes auzumeldem Buchhandel In einer Rede des mit der Führung des deutscheu Gesamtbnchhandels beauftragten Buchhändlers Kurt V o h w i n t e I wurde nach Zeitungsberichten u. a. nütgeteilt, daß mit dem 5. August die Selbstverwaltung des deutschen Buchhandels beginne. Die reichLdeutschcn Buchhändler würden den NeichSstand „Buchhandel" im Börsenverein der deutschen Buchhändler bilden. Durch daS Kultnrkammergesetz sei dieser Stand als Mittler deutscher Kultur aus dem Wirtschaftsaufbau herausgenommen. Die Buchhändler seien ein antauvmer Stand mit eigenem Recht und eigenem Gericht, aber auch mit besonderen Pflichten. Zum 5. August ist, wie ferner mitgeteilt wird, eine außerordentliche Hauptversammlung deS Börsenvereins einberusen, um die erforderliche Beschlußfassung über den neuen Satzungsentwurf herbeizuführen. Sasistättengewerbs In einer Versammlung der Ortsgruppe Dessau des Neichseinheitsverbandes für das Gaststättengewerbe teilte, wie die Zeitungen berichten, der Obmann der Ortsgruppe mit, der Gastwirtestand solle vollkommen neu organisiert werden. Die Berufsausbildung werde sich mit der Lehre. Prüfung usw. an alte Handwerkstradition anlehnen. In absehbarer Zeit" sei mit der Bildung van Z w a n g 2 i n n u n g e n für b a 8 G a st st litte u ge werbe zu rechnen. Die Leipziger Herbstmesse 1934 wird, wie das Meßamt mitteilt, am Sonntag, dem 26. August, beginnen und bis einschließlich Donnerstag. dem 30. August, dauern. Die Textilmesse wird am 29. August beendet, M DWM te AMÄA Die Zeitschrift „Der Holzmarkt" schreibt ick einem Aussatz, Palästina sei bereits ein ausgesprochener H o l z g r o ß v e r b r a u ch e r geworden, dessen Bedarf von Jahr zu Jahr steigt. Der Holzverbrauch steigt einmal infolge der ständig zu. nehmenden Einwanderung, zum anderen infolge der wachsenden Orangenausfuhr, und drittens, weil es dort iveder eine Devisensperre noch sonsiwelche wirtschaftshemmenden Maßnahmengibt. Im ganzen wurden an Bauholz nach einer Ausstellung, die de:n „Internationalen Holzmarkt". Wien, entnommen ist, 1933 etwa 115 00o" Kubikmeter gegen 74 000 Kubik. Meter 1932 eingeführt. Biel Holz wird für O r a n g <.' n k i st e n verwendet. Etwa 25 Prozent deS Bedarfs an solchen Kisten werden in Palästina selbst hergestellt. Weitere Kistenfabriken sind im Bau, hauptsächlich in Haifa. Für diese im Lande erzeugten Kisten bekommt der Erzeuger 1 Schilling je Stück. Die Einfuhr von Orangenlistenteilen ist von 1932 aus 1933 von 45 000 Kubikmeter aus 42 000 Kubikmeter zurückgegangen. Das Minus ist auf das Konto der fünf neuen Kistenfabriken zu setzen, aber auch darauf, das; daS Geschäft saisonmäßig bedingt ist, weshalb also vermutlich noch viel Material für 1933 unterwegs gewesen sein mag. Anch der Bedarf an Laubholz. Sperrholz usw. ist beachtlich. Die Aussichten für 1934 werden nicht ungünstig beurteilt. Die Aachsrage dauert fort, wenn auch nicht mehr gleich lebhaft nüe bisher. Auch im nahen Osten schlage man bereits eine Kartellierung des Holzhandels vor. Segrn.MMr.FMrbssrKvussen'' Der Treuhänder der A r b e i t f ü r Brand eil bürg. D r. Däschner, wendet sich in der Korrespondenz der RSBO und der Deutscheu Arbeitsfront gegen deil Versuch, sogenannte „Muster"-Betricbsordnnngen von einer zentralen Stelle auS in die Betriebe zn leiten. Da8 Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit bestimme ein« heutig daß der Treuhänder Richtliilien für den Inhalt von Betriebsordnungen sestsctzeu könne. Damit erkläre es seinen Willen, daß es nicht von dieser Stelle den Erlaß einer Muster-Betriebsordnung wünsche, sondern die organische Entwicklung im Geiste der Betriebs, und Arbeitsgemeinschaft bevorzuge. Der Erlaß sogenannter Mustcrbetriebsordnungen widerspreche sogar dem Geiste des Gesetzes, NWWMMMM In Deutschland aibt eä eine Reitze iObifrliej? wirtschaftlicher Cronnifntionen, die ihre spellelle üuü gäbe in der versichermigunätziaeri, kreditznäsiigeir oder sonstigeil Betreuung jüdisäier?Keuscheu oder Firnlen, sci es allgemeiuer oder bestiurn'.ier Gewerbe- .tzveigc. erblickeil. Wir werden an dieser Stelle lur.ie Berichte über sie vewsseuilicheu. Den Buiang machen wir mit der „Hilfe'. ES folgen sodailir zunächsi: „Familiensetzntz- und H W.J- „Die Hilfe" ist ein Versichernngsverein auf Gegenseitigkeit für Vtitgkicder der jüdischen'Gemeinden des deutschen Reiches. Die Gesellschaft wurde im Januar 1931 mit Unterstützung des Victoria - Versicheruugskon;erus. bei deiil sie auch heute noch rückversichert ist, gegründet. Sie steht unter Aussicht des Reichsaufsichtsamts für Privatversicheruug. Ihre Tendenz als Lebeusversicherlmg ist. dem jüdischen Mittelstand die Auszahlung einer kleinen Versicherungssumme zu ermöglichen. Der HöchstallSzahluugsbetrag, der sich bei Tod durch Unfall verdoppelt, beträgt 2000 RM. DaS gilt sowohl für den Erlebenswie für den Ablebensfall. Auch diese Weise ist es vor allem anch gelungen, die jüdischen Gemeinden von Armenlleerdigungen zu entlasten. „Die Hilfe", die ihre Organisation über das ganze Reich ausgedehnt hat, zählt zurzeit etlva 11 000 Atitglieder. Tie DurchfchnittSvcrsicheruugSsumme stellt. sich auf 400 bis 450 RM. Die Versicherung kann auch z»- guusten jüdischer Einrichtungen als Legatsversicherung abgeschlossen werden. Die Hilfe hat mit einer Allzahl von jüdischen Gemeinden bzlv. Gemeindeverbändeu Empfehlungsverträge abgeschlossen. durch die diesen Institutionen gewisse Einnahmen für Wohlfahrtseinrichtungen zlifließen. Die Gesellschaft gibt im ganzen Reich etlva hlmdert jüdischeil Bteuschcil Arbeit und Brot. Jir beit Verwaltungsorganen befinden sich sührende Persönlichkeiten des jüdischen Lebens. Auch im Geschäftsjahr 1933 hat sich der Verein trotz der veränderten Verhältnisse günstig entwickelt. Durch Auswanderung oder eingetretenr Atittellosigkeit ist zlvar ein eiltsprechcnder Abgailg Ml lvlitglicdern erfolgt; alte Verluste des vorhergehenden Jahres konnten jedoch aufgehvlt werden, und der Eingang au Neuanträgen hat den Atitgliederverlust wieder ausgeglichen. Im laufenden Jahr ist in den drei ersten Monaten ein bedeutendes Ansteigen des Vcrsicherlmgsbestandes sestzustellen. „Die Hilfe" konnte sich in den zwei. Jahren ihres Bestehens iu jüdischen Kreisen gut einsührcn und bei vielen Bcrsickjerungssällerr helfeild eingreifen. Am 1. Juli wird voraussichtlich ein Einfuhr! i z e n z s y st e m für Kaffee eingesührt iverden. Hierzu hat sich der ReichswirtschaftLminister aus Gründen einer besseren Kontrolle und einer Steuerung der Kaffccernfuhr genötigt gesehen. Eine Besrjränkung der Gesarnleinsuhr von Kaffes ist dagegen nicht boaLfichtigt. Durch eine neue DurchführlrngSverordnlMg zum Gesetz über den Verkehr mit industriellen Rohstoffen und Halbfabrikaten ist daS E i n k a u f L v s r b o t für wollene Rohstoffe und Halbfabrikate bis Zum 30. Juni 1934 verlängert worden.