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Central-Verein-Zeitung · 1934-06-21 · 25 (21.6.1934) · page 8

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
25 (21.6.1934)
Date
1934-06-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Mt dSNtskhM Aden- In den midjflot Üagctt erscheint eine Schrift Vvn Hans-Joachim S ch v e p 3 „Wir deutschen Inden", in der der Bcrfasser seinen Standpunkt zur Sinngebung und 'Ausgabe jüdischen Seins darlegt. Die'Arbeit, die altz „Anti-Prinz" gedacht ist. wird als beachtliche Aenßerung ans den Kreisen der jungen Generativ» auch vvn denen begrüßt werden, die mit ihrem Inhalt nicht oder nur teilweise übereinstimmen. Wir cntnclnnen nachstehenden Auszug dem Kapitel „Glicht Assimilativi« und nicht Dissimilation, sondern Gristenzbeweis". Ziehen ivir ans diesem gcschichtsphilosophischen Exkurs die lebensmäßigen Konsequenzen für das deutsche Judentum, so steht es fest, daß in dieser ersten Epoche der nationalen Erneuerung und neuerlichen deutschen Voilwerdnng dns deutsche Judentum nusgegliedert und ausgeschlosseir bleiben m u ß. Wie lange diese erste Epoche dauert, kann lein Mensch wissen, iveil V!ensclie,t stets nur Objekte des geschichtlichen 'Werdens sind und nicht die Herren, die die Geschichte lenleu und übersehen können. Als Juden haben nur aber ein sicheres Wissen, das; es eine Zukunft gibt, denn nur denken in größeren Zeiträumen als andere Menschen. Jederzeit nrsprnngsgelmnden, iveil an unserem Bolle ein Schöpfmigsalt pniüert ist, der jeden; Geschlecht in unserer Geschlechlerketie nnmitteibar und gegenwärtig bleibt, bleibt uns auch die Zn- (um! gegenwärtig, weil wir in unserer Substanz zufimstsgerichtet sind. Deshalb sönnen nur die Politisclie Ausschaltung der unmittelbaren Gegenwart ertragen und überdauern, lucil wir Znknnftsgeivißheit ijaben. Ans dem Vergangenen müssen lvir aber jeivcils eine Delire ziehen, deren Besolgnng erst die Zukunft garantiert, denn auch die Znlunft muß errungen werden. Wir sind heute ansgesordert, aus unserer Schuld, unseren Fchlern, die zu der so überaus schmerzlichen Ausschaltung führten, zu lernen. Wenn eine fctll'ci>c Assimilation zur Lösung der Jndensrage durch Selbstprcisgabe führen wollte und tatsächlich zur Auflösung eigener und — wne behauptet wird — fremder Art infolge Art- und Vodenlvsigleit geführt hat, so wissen wir heute, daß wirkliche politische Gliedschast in einenr Stautsganzen nur durch Bejahung und Ausprägung der eigener. Art zu haben ist. Wenn im5 heute die Glied schuft im Staatsgnnzcn nicht znertannt wird, mag das sogar gut und ein Wink der Vorsehung sei». Es ist uns aufgegeben, diese Zwischenzeit zu mißen und die inneren Vonnissetzimgen zur politischen Gliedschaft erst einmal zu crimfaii, wie sie zu den Gnmdgescßeu de? neuen Deutschlands gehören. So bietet n>.an uns 'heute seitens der nationalsozialistischen Negierung in guter Absicht die „Ehance der Tissiiinlation" an, lägt uns Kulturbünde gründen und gcivährt uns geistige Anionomic in jeder Hinsicht, damit wir eine eigene jüdische Art leben und ausprägen können. Assimilation - und Dissimilation sind Willen?« erzcugm'sse, die aber nicht' die" eine Substanz verändern oder gar aufheben köinlen. Wir. die mir durch Schicksal und Geschichte Glieder der deutsckjcn Nation jüdischen Glaubens und jüdischer Abstammung gclvorden sind, lönnen doch durch eine Willenserklärnng unsere Substanz nicht wandeln. Weil geprägte Cristen,; wirklicher ist als alle Meinungen und Wünsche, lönnen wir cs uns nicht vvn nnßmher vorschrciben lassen, ob wir Tentsehe sind oder nicht. Geschichte und durch geschichtliches Schicksal geschehenc Prägung sind innner wirklicher als aller Wille — fremder oder eigener. Assiinilation »nd Tissiinilation als theoretisch formulierte Willenserklärung sind immer einen Grad unwirklicher als die Wirklichkeit der Existenz, die wir sind und die wir heute, da wir genügend Muße zur Besinnung haben, erhellen sollen. In diesem Prozeß der Existenzerhellnng sind nur heute begriffen und wir erkennen in ihm und durch ihn, wie man unser Wesen verkennt, wenn man glaubt, mit Weltmaßstäben mtb Kategorien der Unvergleichlichkeit Israels gerecht zu werden. Tic Liberalen haben uns verkannt, weil sie uns für eine Konfession hielten, die 'Nationalsozialisten verkennen unser Wesen noch viel mehr, weil sic uns für eine Nation halten und uns daher mit dem Prinzip der 'Dissimilation Vorschlägen möchten, nationnlstolzen Knltnrmillen anfznbringen. Wie sollen wir Nativnalstolz ansbringen, die wir als Neligionsvolk eben gerade keine Nation sindk Wie sollen wir Knltiirwillen anfbringen, wenn uns die staatlichen Voraussetzungen für jede Kulturgestaltung abgehcnh Ter Kulturbund deutscher Juden kann darum den Tienst, den er leistet, einzig als Tienst an deutscher Kultur verstehen, genau so wie jüdische Schulen in Deutschland die Konsequenzen für Lehrplan und Unterricht daraus werden ziehen können, daß sie in Teutschland liegen und nicht in Palästina. Wie sollen wir als Juden politisches Bewußtsein aufbringen, wenn wir als Juden nur ein metapolitisches lzaben? Wir lönnen uns doch nicht etwas anquälen, wozu wir nicht imstande sind. Nein, das einzige, ivas ivir tun können, tun sollen und tun müssen, ist, Besinnung üben ans die Sinnbedcutung unserer Abstammung und der an sic gebundenen Neligivn und damit den Sinn unseres Jndenschicksals und unserer heutigen Existenz erkennen, und da erkennen wir, was das bedeutet, daß Gott selber »ns durch unser geschichtliches Schicksal einen politischen Bollswillcn verwehrt hat und. indem er uns zum Gvttesvvlk für die Zwecke der Endzeit ausspartc, auch in uns einen weltlich-politischen Hohlrannr aiifgesjurt hat, in dem und durch den wir Tcntschc werden konnten und geworden sind. Jedem Kenner ist daher bekannt, das; die Prägung durch die Tentfchheit so weit in die Substanz einging, daß nur bis in die feinsten Tömmgen des Lokalkolorits hinein die Merkmale der deutschen Landschaften und Stämme angenommen haben, an die wir durch jahrhundertelanges Zusammenleben unlöslich gebunden sind. Diese Bindung kann weder eine Gesetzgebung mifheben, noch der Appell, eine jüdische BollstumSart ansznprägen, die es nicht gibt und eben Wesensmäßig nicht geben kann ... Die Rückbesinnung ans die eigene Art, die heute erfolgen muß und ja auch tatsächlich erfolgt, bedeutet zunächst eine Klärung unserer Situation in ihrem geschichtlichen Gewordensein, und die Erkenntnis, daß unsere Eristenz eben zwei Wnrzeln hak. deren eine zu unserem und der Welt Schaden im vorigen Jahrhundert verharmlost und vergessen worden ist. Wir sind Tentsehe, wir sind Juden . . . Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden .teilt mit: Wirtsct-aftliche Not und Sorgen in vielen jüdischen Familien lassen befürchten, daß die Zahl der Geburten, die bereits in den lebten Jahrzehnten vvn Jahr zu Jahr geringer geworden ist. immer mehr abnimmt. Svlamze wir an uns und unsere Zulnnft glauben, haben wir das Necht und die Pflicht, in unseren Kindern Weiler zu leben. Wir müssen uns der Verantwortung, die nufere Gemeinschaft für jedes jüdische Kind hat, bewußt werden. Tie richtige Ernährung im Säuglingsalter macht das Kind widerstandsfähig und bietet den besten Schuß gegen Krankheiten. Wir müssen deshalb dafür sorgen, daß unsere Müller durch besonders geschulte Aerzte beraten und belehrt werden. damit jeder Säugling die richtige Ernährung erhält. Es muß unser Bestreben sein, der Mittler zu ermöglichen, solange als irgendmöglich ihr Kind selbst zu nähren und zu pflegen. Ist die Mutter gezwungen, schon nach wenigen Monaten der Erwerbsarveit nachzugehen, so muß durch Unterbringung in Krippen für eine sorgfältige und sachgemäße Pflege der Säuglinge gesorgt werden. Für kranke und elende Säuglinge oder für das Kind, welches ohne den Schuß der Familie ansivachsen muß, soll das Säuglingsheim, das Heim für Mittler und Kind, eine Zuflucht bieten. Tie Erhaltung nuferer Beratungsstellen. Krippen, Säuglings- und Mi'ttterheime. die Durchführnng aller Arbeiten auf dem Gebiete des Säuglingsschuhes erfordern große Mittel. Wir können diese unsere Aufgaben nur erfüllen, wenn jeder nach besten Kräften daran mitwirtt. Erwerbt die blaue Beitragsmarke für Hilfe und Ausbau! Nos ßilss> und Aufbauwerk des oenlralauWujftS Der „Zeittralansschnß der Deutschen Juden für Hilfe und Aufbau" teilt mit: Ans Grund vielfacher Anfragen weisen mir daraus hin, daß nach wie vvr der Zcntralansschuß tigen deutschen Judentums Stärkung der Fonds des Zentralansschnsjetz die Möglichkeit ab. die Fortsetzung der ~" oller am Hilfs- und Aufbauwerk der Inden mitwirkendcn zentraler; und örttiaicu Stellen zu garantieren. Alle Institutionen, die den großen Aufgabengebieten des Hilfs- und Aufbau. Werks dienen, wie Wanderung, Wohlfahrtspflege Schutwcrk und Wirtschattshüfe, sind auf die vom Zentralansschnß aufgebrachten Mittel entscheidend angewiesen. ES ist daher die Vslicht jedes deutschen Inden, dieses zentrale Hilfswerk durch wirkliche Opfer zu nnterstütze;;. Die liengeschaffene Beitraa-s. marke für Hilfe und Aufbau gibt auch dem wirtschaftlich Schivächeren die 'Möglichkeit, sich (,c. teiligen. Die Spende für den Zeittralau-sschuß ist der Ailsdruek des jüdischen Lebens- und Gemein, schastswillcns! In der leßteii Sitzung des Zentral,m-sschnssrs wurden Krau Kola .h a h n - W a r i, n r g. Will,ein, M a v c 11 s und Dr. Michael T r a 11 b in das jUmum des Zcntraiansschusses gewähll. LehrersorlbiltM-Mswe in üsfinils vom 1. dis 8. M Tie Schnlableilnng der Reichsvertrehing der deni> scheu Inden veranstaltet in Verbindung mit der bei ihr errichteten Mittelsteste für indische'Erwv.iiseneiu bttbrng vom l. bis Juli VXW in wchnitz einr Lehrerll'rll'ildnngswoche unter Leitung von Praieiiar Martin V n b e r, Tr. Ernst Simon. Tr. Erich Nosenblnth und unter Mitwirkung van Tr. Lotte B a r s ch a k. Net'tor Tr. Heine,»an» Stern und Tr. Adolf L e s ch n i h e r. Teilnehmer der Joribiidungswoche sind Lehrer a;«s "Kord-. Tst- und Mitteldeutschland, vvr allem solche, die jetzt mm in den jüdischen Schuldienst eingetreten sind. Ta die Elesamtteilnehmerzahl im Interesse der Intensität der Arbeit beichräntt iaerden inußte, sind die Meldungen bereits abgeichtvhen. Lehrerfortbilduiigskurse für andere Bezirke sind geplant. _ Lehrerbildungsanstalt Wiirzburg. Um die jüdischen Lehrer zu beiähige», besonders in ländlichen Wirkungskreisen an den Ausgaben des >i>ih^ und Ansbanwerks tätig w.ilznwirten. läßt die Leitung der Israelitisehen Lehrerbildungsanstalt in Würzbnrg in der Tberllasse nnmnehr auch die Schulung in den praktischen Fragen jüdischer Sozial a r beit durchführen. Die Abhallnng des Kurses wurde dem Leiter der Arbeitsgemeins,hast für 'Beratung und Wirtschaftshilsc bei der Israelitischen Kultnsaemcinde Würzburg. Assessor Tr. F t cu b c nthal« übertragen. _ Die „Jliformationsbtätter" des Zeniralansschniie? der deutschen Juden für Dilse und Ansban geben wieder gute knappe Uebersichten über das WHieii--- inerteste ans Gesetzen. Erlassen und sonstigen Kundncachnngen der letzten Zeit. Va'ben Himveisen ans dem Necht der Beamten, 'Anwälte und Aerzte iind 'Notizen, die die Neici>st'nltiirlaini»er und das Hand! werk betressen, findet man wichuge Aiitteitnngen ans dem großen Bereich „Wirtschast und 'Arbeit". Ein ziemlich breiter Nänm ist diesmal wieder den Wandernngssragen gewidmei: dabei ivird die Sie!- kling einzelner Länder zur Einwanderung und Aiederlassnng näher Umrissen. Schließlich erfährt man 'Neuerungen ans dem Gebiet der Wolstsahrlspstegs und des jüdischen Schnlwescus. □ASfrf PÄLAIYBC^ D. POLOf^iiÄ | (15 000 tons) von Konstanza nach Jaffa llllllllll]llllllll!llllllllll!lllllll||l|||||||||im!!i:il!!i:il|l!lllll!!llli||!l|l!j!l!|||||:i!l!l!||in Platzbestellungen bei der Generalvertretung für Deutschland: PflLESTÜiEaORIENT LLOYD ATlüüliC EXPRESS G.M.B.H. BERLIN NW 7 Friedrichstr. 100 Te!.A6Merkur2915 Verlag KEPEM » Berlin mit ollen wichtigen Angaben erscheint bei uns in ca. 3 Wochen ®sffisa Preis RfVU 1.50 seeeect Zu beziohen durch alle Budihandlungen Au»lieferun gsste llen s Buchhandlung LIWIN, Berlin, Granadieritraße 28 bezw. Buchhandlung KEDiM, Borlln-Charlottenburg, Dahlmannsfraße 8. Omzüse - MdbelSagernng bei fachmünnischer Auslührun^ durcti: MöSseliransport „Merkur“ Leopold Abraham, Mitglied der .Jüdischen Gemeinde Ilorlln >’ 4, Iuvalidonstr. 38, 0 2 Weidendamm 0493, A i... Karlisfsiendamm 205 Bism. 37/6 Aiieineertri.b» Dt&yseti — Feurlch GebmdrteBgdistsItt, BMimer, Steinumy Mende, Telefunken, Nora, Stasslurt, Siemens, Sduuib u. a. Soeben erscheint: Hans Joachim Steps: "“Sl Mi Preis von EM 2.— Geistige Neuorientiernng verhcissi diese inncrjiidisclio Kampfschrift der jungen Genera; ion des deutschgesimitcn Judentums, Hie steht im Zeichen der Parole: Wider Assimilauteu und Zionisten — als Juden für Deutschland. Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder direkt, vom Vortrupp Verlag, Berlin SW. 29, Hasenheide 54. SolbständEg durch eine Heissnuuigel. Näheres liouui, Clinrlottt'uburg’, Wnltzstr. 17. T Tschechoslovakei. Für Kussalcaufer ist in reizend gelegener Stadt. Xordbölimens unser vSS!enas*S5ges Landhaus mit llintergebtlude, Garage grellem Garten und sofort beziehbarer elegant, 5-Zimnier-Wohnung nebst Fabrlliationsu. Yersandgesch. der pharmaz. und kosmot. Branche (Doklnilinna) zu verkaufen. Als Anzahlung siud 20 000 RM. eriorderl., avclclio auch in Deutscnl. gezahlt werden können. Evtl, wird auch Grundstück in Deutschland tu Zahlung genommen. EStr. Drawe S YJoSfff Neustadt n. T-, <'>»». rlpyi A. mim W DER MORGEN, Sonderheft DIASPORA Sinn und Aufgabo der (UdUchen Zerstreuung Beiträge von: Ernst Simon, G. U Im Feuilleton: Thomas Mann: „Der Knabe Henoch" Preis M. 1.- Walter Proskauer, Uebor Interossen-Kollisionen. br. M. 1.- Leo Münz, Fehler des Gesetzgebungsverfahrens. br. M. 4.50 Zeltschrlftfür die Geschichte der Juden in Deutschland Sonderheft zum 900führ. Bestehen der Synagoge zu Worms M. 4.50 Philo Verlag sind Besdhhtindksstg G.m.b.H. Berlin W.15, I- ■— Guten Erfolg bringen Ihnen Ankündigungen C.V.-Zeitung. ©i©ü© WiPILL A Sämtüche Brennmaterialien Spezialität: Gas- und SHmii'lzk’A ZcnlralheizuugR- und Wariuwa btreitungsanlagi'u . Charlcttcnhurs, Post: Berlin Htif37. VerlSng. Morseslr. Pcruspr.: C 9 Tiergarten G-1UÜ, II 4 Zehlendorf :C79 [/AJli ls? ru ii^ti d) s'FzhHljMsMschWiss Privat sch ule Pclteson IRorltn Vf 15, Pariser Str. 4 Oliva 1770 dGrundschulkl.attostir.f.Knab. . Üufnahmon ’’fOr'Vinder'aller Ko Kinderheim Villa Dolomiten «•o.stalovnrn b. 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