Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 25 (21.6.1934)
- Date
- 1934-06-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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N Geschäftsstelle und juristisch* wirtschaftliche Beratungsstelle des Landesverbandes Rheinland (linksrheinisch) und der Ortsgruppe Köln jetzt : Köln, Agrippina-Haus, Brcitestrassc 92/98, III; Zimmer 76/78, Telephon 227363. Beratung: Montags bis Freitags, vormittags 10 bis 1 Uhr griffen mm die Träger jener jüdischen Warnen zu den beigegebenen Tiernnmen. Tarmn wird ans Inda Löwe, Lö,v, Löb, Lobe, Adel, Lion, Lernt nsw. Auch das hebräische Wort für Löwe selbst finden wir als Familiennamen wieder: Vir je oder in Verbindung mit den nid Beimri. V(ud Benjamin wird ■tt'Olf, Wulf. Wvlfsohn uftu. Vlu-i Naphtali wird pirsch, pirsche!, Hirz. Herz. Hartwig, Cvcrf nsw. Hebrigcnd gehört der sJInmc Jlafr nicht in die Diethe der Tiernnmen. sondern ist von den Ansangsbnchstnben der Worte Cohen zedek abzuleiten. Weiter Tiernnmen wie Gnus. Ochs. Fnlk nsw. sind vielfach nnf die eilten Hanszeichen, die die Häuser statt der heutigen Hausnummern trugen, zurüctzuführen. Tiefe Hanszeichen haben auch bei Nichijnden eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Familiennamens gespielt. Ein Beispiel mag ' zeigen, wie ein jüdischer Warne nud einem Handzeichen entstand, Im Jahre 1770 erwirbt ein gewisser ch.'eier Anselm das Haus Ar. 20 in der Indengasse zu Tyrnnffnrt um 'JJiain. Er errichtet in diesem Hanse ein Bankgeschäft. Ans einem roten Schild tvird die'Bestimmung des Ladens aufgemalt, flurge Zeit daraus ergeht für Frankfurt die Bestimmung, das; die Inden Familiennamen anzunehmen haben. Tn wählt Meier Anselm seinen Familiennamen nach seinem Hausschild und nennt sieh Rothschild. Weitere Handzeichen, die itantentlich im Süden und Westen des Reiches zu jüdischen [ynmiliett» . „amen geiuorbcn sind, sind z. B. Schwarzschild, Nußbanm, Ctrünbaum, Weinstvck. Rebstock, Traube, Tranb und viele andere mehr. Ter Berus oder der Stand diente natürlich auch bei den Inden als Diellc für den Familiennamen. Hier lind vor allem die Namen. Eohn (später Kahn, Tchisf). Lew, kipäter auch umgestellt Weil), Lewin. Rabbi, Rabiiivnntz, Kantor (später Tanger. Singer), .uantorowicz, Arzt. Tottvr, Lehrer nsw. zu nennen. Ter Name Klausner gehört ebenfalls hierher; dem: er zeigt an. das; ein Borsahr dessett, der heute diesen 'Jätinen trägt, einst Ra,v in der Klans war. Weitere Familiennamen, die auf Berufe hindeuten, sind z. B. Gvtdschmidt leine sehr häufig von Inden ansgeüble Tätigkeit). Znekermann. Wechsler niw. Während alle bisher ansgereihten Bauten an 'Personen oder Tinge anlnnpien, die int Zttsatntnenltang stehen mit bem, der diesen Bauten eit,st als Familiennanien wählte, gibt es eine andere graue Gruppe von Titnüliemiameii. die ohne viel Sinn und recht willkürlich gewäl,lt wurde, als die Juden zur- Atmahme von Familiennamen int Ansgang des 18. oder im Anfang des 10. Jahrhunderts gezwimgen wurden. Ta entstehen — dem Geschmack jener romantischen Epoche Oleehntmg tragend — all die chhantasienainen. die aiiknüpsen an Gold oder Ti Iber, an Rosen oder Beilchen. an Tiamanten oder andere Edelsteine. To toenig diese Namen historisch genwrdeit sind, so wenig sind es jene, die mir namentlich tu Galizien finden. Hier und in der Bukowina wie überhaupt tut £|tcn sind all die häßlichen und oft gemeinen, entehrenden unb. beleidigenden Namen entstanden wie Pulverbestandteil, Maschinendraht, Wvhlgeruch, Temperaturwechsel, Kanalgeruch, Geldschrank, Wcisheitsborn. Nußknacker und wie sie fonft noch heißen mögen. Wie find die Hüben jener Gegenden zu diesen absonderlichen Namen gekommen? - Haben sie sie etwa selbst gewühlt? Keineswegs! Die dortigen Juden weigerten sich 1 vielmehr, selbst bürgerliche Namen anzunehmen. So tvnrden Kommissionen eingesetzt, die meist nn8 einem Lcittnant, einem Stallmeister, ctuctn Auditeur und je einem Mitglied der jüdischen und der katholischen Gemeinde bestanden; sie hatten die Aufgabe, den Juden Namen zu geben, und zwar nicht gewöhnliche, alltägliche, sondern solche „von möglichst großer Besonderheit". Diesem Befehl sind jene Kommissionen zweifellos sehr genau nach- , gekommen. Wie da die Namensgebung vor sich ging, zeigt ein Protokoll. Darin heißt eö: „Aorgernfen wird der Indt Eliuser, Sohn des Naphtali, ein Levite, an die fünfzig Jahre alt, Spitzname: der Lahme, hat ein Eheweib Nebekche ttnd Tochter Gitel, wohnt im eigenen Hansel am Wasser, betreibt Talmudlehre und Bibelschreiben. .Wird befragt, uüe er heißen wöllt. (Siebt keine Antwort. Wird ihm für sich und eheliche Nachkommen der Name Weinstein abgetragen." Ganz ohne jeden Sinn heißt dieser Jude Weinstein, heißt der nächste, der vvrgernfen wird, Blaustein nub der folgende Steinbla». Im allge,»einen ist es uns möglich, schon anS dem Namen zu ersehen, vb sein Träger Jude oder jüdischer Abstammung ist. Freilich haben — wie wir oben sahen — zahlreiche Familien ihre Namen getarnt und ans dem fchlicht-jüdifchen „Moses" etwa einen deutschen ..Blosse" gemacht. Mit ein wenig Sachkenntnis aber vermag man leicht auch die Namen der Assimilation aus ihren Ursprung zurückzusühren. Daß anderseits auch Namen, die ganz „deutsch" klingen, oft rein-jüdisch sind, mag z. B. an dem Namen des Schreibers dieser Zeilen gezeigt werden. Ter Name Melitz, der fast stets als „christlich" angesehen wird, ist hebräisch und bedeutet Dolmetscher oder Fürsprecher. Welcher Art aber auch immer unser Familiennanu seit, mag — „deutsch" oder „jüdisch", historisch geworden, oder nur willkürlich getvählt er verbindet uns mit unseren Vorfahren und verpflichtet uns daher, ihn mit Stolz zu tragen. Uudoir Melitz. . Die Gesellschaft für jüdische Fainiliensorschunq feiert Mittwoch. 27. Juni, ihr zehnjähriges Bestelle,,. Aus diesem Anlaß findet in, Berliner 'Loge,,!,aus. Kleiststraße 10. eine Festsitzung statt. Ansvrochen von Professor ISinar (U bogen, Tr. H. Dt c i f;1 »er, Tr. C z e l I i 1; e r. Gleichzeitig findet eine Ausstellung von Dokumenten. Stammtafeln, Chroniken auS dem Archiv der Gesellschaft statt. ßrrmann Dank! gestorben In Goos, wo er seinen Lebensabend bei seinen Kindern verbringen tvollte, verstarb am 14. Juni Hermann Daniel, der'Begründer mtd langjährige Präsident des Bundes Deutscher Viehhändler, ,m den iFalgen eines Schlagansalls. Ter Verblichene, feit Jahrzehnten im Dienste deS Eentral-Vercins tätig, in allen Berufs- und Bereinsfragen ihm stets treu zur Seite, lange Jahre im Vorstand der Ortsgruppe Koblenz, mar weit über die Grenzen seiner Heimat in der Oefsentlichkeit bekannt. Sein Lebenswerk, der Bund Deutscher Viehhänd- In-, entwickelte sich unter seiner dreißigjährigen Leitung zu einer utachtvolleu wirtschaftlichen Trgauisation; anläßlich seines dreißigjährigen Beriifssubiläums tvurde der Verstorbene vor ztvei Jahrett in reichstem Maße, atich seitens der Ne- DMk -MMWMsttt 7ocfcn&t8cS,SiV«"tni)nrntc*'«fto. ScUmbccc Btt- 'NeÄor? die"^Wcltin-istcrstzaft im'ÄrkAMn. bipnftiHint ex sich um die Versorgung der Heeresnermckst zwischen bem Titelhalter Primo Carnera dicnstsschat ex sich um die Versorgung der Heeres titaffcn im Krieg durch die FleischUeierungsorgaiw sation erworben. Das; er neben seiner . Tätigkeit für alle anderen prägen d,s osfentltchen Lebens in weitestein Vlltße tätig war, verstand sich bei seiner temgnnmeutMieu Din tut von selbst, feinen Bernfögenossen, Bekannten und Freunden U.nr er cV«0trc» forBn.t«. ftets Fremtb und Berater, derm allen. Kreisen der Bevölkerung uneingeschränktes Vertrauen geupß. < Ein schtveres Leiden z'vang thn vvrz,ver Iahten zum Rücktritt von seinen Violen Aemtern. Jen. Central-Aereiu wird seine Tätigkeit unvergessen bleiben. __ Aus Se>; Fmniltm Am 13. Juni starb im 73. Lebensjahre Martha Gl n a n u c r «eb. Gl aß (Berlin). Berta Dil achol ((?:tiUnge„), Vorsteherin des Israelitischen Fraueuveretns. starb im 74. Lebens;ahre. — Im 8t>. Lebensjahre starb Fricbenfe 0 e r z selb g^b. Wangenheim (Berlin). — Ntäiatb Wein d e r g (Wiesbaden), Seuiorches der van »hm gegründeten Ehamoislebersveziatsirina. seierte in Hrapchlri a. M. am )7. Itini seinen 7ö. Geburtstag. Di'.charb ^öeiuberg nimmt seit Jahrzehnten und auch heute noch tätigsten Anteil au den Bestrebungen beS mit bem er gesinnimgSmäßig immer ausS engste verbimben war. Durch zielbeumßte Führung hat er nicht zuletzt seiner Iirma eine sühreube Stellung j„ der Branche in Deutschland und über dessen Grenzen hinaus erlämpsi. ~ Albert L a io e n st e in. der lange Jahre in Dsuobrück Praktizierte, vollendet am -13. Juni sein 80. Lebensjahr. — Hugo Pollak und Iran ged. Lobascher (Berlin) feiern am 22. Zum bas Fest ihrer goldenen Hollizeii. »~ Bo ja K a ß geb. .siahenstein (zurzeit Selters. Westerwald), feierte ihren 7.'.. Geburtstag. -- Lehrer A. B i e b c r s c l d (Aatibor, O.-Sv vollendet am 22. Imü sein G>. Le-' bensjahr. Er ill seit 37 Jahren am Orte tätig und gehört seil fast vier Jahrzehnten dem Eentral- Berein an. — IulinS Kocbinann, langjähriges D.llitglied des E.-V.. feiert tun 21. Juli feinen 80. Geburtstag. zeigm Berlin: 25. Juni, 204g Uhrr Illdischc Gemeinde — Freie jüdische ' BolGlzachschule. Porlraa De. Ouvt Slernbergi „Der ' Pflichlbegriss". Firsanenstriche 70,3». 25. Juni, Il.dl) rl1,r mittags: kiünsNerlülfe. K'mbervorsU'Ilting in tue Eimägogengcmeinde Adaß Ilsrocl. Liaimiiidohol ll. 28. Juni, 2t. Uhr: sXUuftlerbUfc. Musikalische -ausvernuflalfung bei sJlciljtcamonlt Dr. Hcuiü Sülrncv, Jtu» sürstendamm 218. Avonue Herrmann und Fcrria OHudosch. 28. Juni, 211'Uhrr „Cüln 6ttirfd)cu Sieben in Wort Mid Ton". HÜde Marx GlezltaUon). Dc. Werner Webenttinl (.0lavier). Feslsäle, ikmser Olraszc 12/13. 28. Juni, 2,N.j Uhr: NÜusNortiihe. Bunter Abend. „Musik . für alle". Nomponislen dirigieren ihre Werke. Easü , Leon, .lursürslendami» Um/cu». 27. Juni, :t>... Uhr, Nünftlerhllse' und Äinderbühve de» .gnlliirbiindeo. „üommerlag der Ninder". Sportplatz . der Jüdischen ÜSemelnde. Gruuewald. 27. Juni: ^ynngogeiwerein Vrinzregentensiratze. Ge-'" meiudeadend. Naoblner De. Lwarsensli, „Unser GoNeohaii» und seine Jugend". Neghoamvalt Dc. Lamm: „Unser (poileshaus und die Wohlsahrv'. Sprech-.'' riiih-e der JUgendgeiueiuschas!. Aliec Hannes rmd , - Julius AeilsachanNisc', (Gesang). " 28. Juni. 21) Uhr: öQlifton des Basksusche,: .Jtnumier-, orchesiers: 2Uax Aoseuthal, Josef Langer, Lea Czabo t,»d Oskar 2)tausz»l: bei Kurt e-aiomou, Ligmundsbof 18, Gartenbaus il. . 28. Juni, 2<i'-i Uhrr Aiiershllse. Alexander Klpnls. Dr. . B. Ernst Wolsf (Nlnvier). Großer Saal des Brüderoereius. Nuefürsteuftrasie 115/116. SS. Juni, 20,3 Uhr: ttilustlerhilse. Hauskonzert bet Frau Direktor Dr. Hemuaun. Mestend, Halmstraste wo. 1. Juli, 1« Uhr: izUnstlcrhiise. Garteuvrranstaltung. h'xcrzlerstratze. Frauksurt am Main: 25. Juni, .gnllurbund Äthein-Main. 2. stonzerl dev $nlturdniidorchester». Dirlgenl Hans Wilhelm Eltclnbeeg. Solistin FrNzl JoN. Kuiin: 25. Juni, soll' Uhr: Kulturbund Rheln-Nubr. Lichtbildervorirag Dr. Max Osboru (Berlin). Rheinlaudloge. cht zwischen.bem Titelhalter Primo Camera und seinem Herausforderer Max Baer vor mehr als 60 000 Zuschauern ausgetragen. Mar Baer hat den bisherigen Weltmeister Camera, den berühmten Boxcrriesen, der regulär noch nie k. o. war, in der elften Bunde k. o. geschlagen. Baer ist damit Weltmeister im Schwergewicht und Champion . alter Kategorien ge* worden. """> In New- / ' Port wird der b . / Sieg Baers "über Carnera^ (Carncra war Baer um 48 Pfund Gewicht' überlegen) als > r r i: l'otu'Dienst Arno KIkotcr ein großes Ereignis im Borsport gewertet. Tie Wetten standen für Car-' ueva, Baers Sieg kam überrasct)end, er gilt aber für mtcingeschränkt volllvertig. Alax Baer wurde am 11. Februar I960 in Omaha lNcbraska). als Sohn eineZ aus Deutschland eingeivanderten jüdischen Fürmers geboren. Er schlug zunächst den Beruf seines Vaters ein und tvurde Viehzüchter, spüter gittg er nach Dalland, wurde dort Automechauiler und Ingenieur,., um sich bald daraus dem Boxsport zu widuien. Sein großer Aufstieg begann 1089, da er jling Lewinsky, ebenfalls einen' Iiiden. Tom Heeney. Cobb und'Swiderski schlug. Später erlag ihm Tnssy Grifsith. . Berühmt wurde er erst nach seinem Sieg über Sehmeling, seither stand er nicht mehr im Kampfring. Dle Berliner Sportgemeinschaft 1033 im Ginnt-, blind des BjF tragt gegen den dem Gau III a„gehörigen Berliner Fußballklub A! e - teilt 0 6 aut dem Lportplah am Schase.rsee einen .stlubkanivs ans. Beteilig! sind die beiderseitigen 1., 2.. 3. und 2Ute.HerremB!ai>nschafien. Tie Kample beginnen am Sonntag. 21: Juni, um 11 Uhr. TaS Spiel der crsicu Ätanusüiafteu um 16 Uhr. Die Berliner Sportgemeinschaft 1033 im Spart» Imnd des AjF veranstaltet am Sonnabend. 30. Juni, . abends. 8.3N Uhr., im Logenhaus. .VtlctjtftraJjc 10, aitiaßltll) ihres einjährigen -Bestehens ein Samm c x f o ft. Karten zuin. Preise von 1.25 sttA! tm Vorverkauf sind zu haben in' der Geschäftsstelle: Kaiserallee 51 '52. Telephon: ll G (C.mser Platt) 2623. Ter Reinertrag dieses Festes dient restlos dein tvciteren Ausbau der It,gendabteilu,,gen. Wrltsprung. Zu unserem Sportbericht in der vorigen Nummer teilt uns der Berliner Ruderklub Wclle-Poseidon E. B. mit. das; Günter HrrsOj. vom Berliner Ruderklub Welle-Pvseidvn. im Iugendweitsprung mit 4,-19 Metern den zweiten Platz belegt habe. __ Lehranstalt für die Wissenschaft de« Judentums. Zu der am 2t>. Juni, 7'-. Uhr. in der Aula der Le!,,' anstaU. Berlin >' 27, Artillericstraße 11. stattfindenden ordentlichen Generalversammlung werden die Wohltäter der Anstalt eingeladeu. rinnt des Weltgeschehens bei der Erinnerung an die Toten, beim Adaun aulom. Gin großes erhebendes Werk, das zur rechten Zeit zu uns kommt. Vielleicht läßt sich nichts Schöneres darüber sagen, als daß es sieh in seinem tiefsten Sinn nicht an ein Publikum, sondern an eine Gemeinde wendet. bmln-ix .-vitmnmi. * l>it: beiden Worko k'olnimoi, /itg,nisten der Kiinstli-rliilfn dt*r jiidiselicn (leim-in de Montuj. 25. Juni,;il)i’nds pünktlich 8 Uhr 15 Min., in der Neuen 8yna"0^c, Heriin, OrHnicn.struH.se 30, unter Alexander Weinbau:« zur Aufführung. Ausfiihreudo: Der ver- Htiirkte Weinhauinselie ji-capella-Chor. das auf 33 Musiker verstärkte Orchester des ..Kulturbumb'H deutscher -luden", Hermann Sehoy, Oberkantur Hanns d<dm. Ludwig Altmann, Orgel. Leitung: Alexander Weinbauni. Alexander Minimum * 3yMre Lhsedirtgen! Aut 1. Juli blickt Aicrandcr Weinbaum aus eine dreißigjährige Täligleil nie b'hordirigcnt der Verliner Jüdischen Gemeinde zurück. Er wurde im Ialirc 1001 an die damals iieuerlmute Synagoge Bylestraßc beriiseu, nachdem er in gleicher Eigenfriiaft bereits nenn Jahre an der Tiergarten- Synagoge. an der PotSdanter Brücke, geivirkt hatte. 1012 übernahm Weinbanm die Leitung des EhoreS der nenerbanten Synagoge Fosanenstraße und vertauschte dieses Amt nach einigen Jahrett mit der Dvppelsnnttivn des Organisten und Ehordirigenten an wer Synagoge Lützoivstraße.. In letzter Zeit wirkt er an der Synagoge Lindenstcaße. Eine sehr erfolgreiche Tätigkeit entfaltete Weinbaum seit 25 Jahren als Leiter der Borberettungskurse für Interims-Ehordirigenten und -Organisten für die hohen Feiertage. Außer seitier Tätigkeit als Syllagogeiimtisiker hat Weinbau»; eine überaus große Wirksamkeit als erfolgreicher und gesuchter GesangSpädagoge und als Ehormeisier der „Typographia". Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer, entfaltet. Er ftanb 27 Jahre an der Spitze dieses Bereius und hat in dieser Zeitspanne ein Stück sozialer .stnltnrarbeit geleistet. Unvergessen sind auch die noch in die Vorkriegszeit faltenden .üonzerte mit dem von ihm begründeten „oleucn Oratorien- Ehvr", in denen er, unter Mitmlrlniig namhafter Solisten, die Bach-Üantaten, das Neqniem von Verdi und das Mcguient von Dvorak anssührte. Wenn Weinbaum jetzt als Ehordirigeut der Indischen Getneinde zu Berlin mit der deutschen Uraufsührnng des „Awodass hakodescb" von Ernest Bloch hervortritt, so beweist er damit, daß es für ihn, der in den »ennziger Jahren an der Berliner Hochschule für Musik , u. a. bei Woldemar Bargiel. dem Schwager Nvbcrt Schumanns, studiert^ hat. in der ^nnsientwicklung keinen Stille stand gibt. Weinbaum ist ein Atmm, dem mir die Leistung etwas gilt. Daß es ihm vergönnt sei, mit der der ihm gewohnten sugendlichon Elastizität noch recht viel zu leisten, sei der Wunsch für seine weitere Tätigkeit. _ M. K. EhorkonMl im Berliner Kulturbund Es ist bewerkensnnd anerkennenswert, daß das künstlerische Niveau der stnltnrbiindtonzerte auch im Sommer nicht nachläßt; wir hörten den Opernchor Ulster Berthvtd Sander, der zum zweitenmal die Darbietungen eines ganzen .stonzcrtabends trägt. Schon beim ersten .stonzert sonnte mau dem byor viel Gutes in bezug auf technische und künstlerische Ausarbeitung nachsagen. Seitdem ist eins gewonnen worden! Es wird der Ton gehalten, der bhvr sinkt nicht mehr, wie damals gelegentlich, in tiefere Tonarten herab. Um das erreichen zu können, muß jede der etwa zwanzig Stimmen richtig sitzen, nnsanberes Inlvniercn auch nur einer einzigen Stimme kann die Reinheit des Gesamtklangcs gefährden: um so mehr, als der Chor klein ist und ein Programm durchführt, das großenteils keine instrumentale Stütze vorsieht. Für Sander spricht die ausgezeichnete Arbeit, die in den Proben geleistet werden mußte, die sympathische Unaufdringlichkeit seiner Ehorsühriing im Uonzert. Das Programm ent. hielt Erristes und Heiteres aus dem Ntadrigal' zeitalter, ans der romantischen Musik, aus neuem jüdiichen Bolksliedgut. Besonders sein kam Hnßlers entzückendes doppelchöriges ./Mein Lieb ivill mit mir kriegen", eine äußerst dankbare Aufgabe für jeden Chor, im Neudruck bei .llallmeyer leicht zugänglich. Fein abschattiert, auch im Gesühlsüberschtvang noch beherrscht, der romantische Teil. Gegen die Bearbeitung eines .ülavierliedes zum Chorwerk — zum Beispiel der Lindeubamn — wendet sich die neue Singbewegnng mit Recht. Wir müssen schon Schuberts Willen respektieren! Ungemein variabel ist Ausdruck und Technik der jungen jüdischen Musiker. Bor einem Zuviel an konirapnnktischen Künsten wird man sich hüten müsseli. Am wärmsten imd eigenartigsten empfand ich Brandmanns „Der Hirte" und ein chassidischeS Lied von Gladstein. L. A. Kulturbund McklrndW-Meck Im Rahmen des Kulturbundes bculidjcr Juden ist aus der Erkenntnis heraus, daß auch den kleinsten Gemeinden Pflege alter Kulturgüter und jüdisclies Wissen vermittelt werden muß, im Bezirk - Vtecklenburg-Lübeck ein Kulturbund deutscher Inden gegründet worden. Leiter der Gruppe ist, Wllthetin Levy (Schwerin). In einem engeren Ansschliß sind ferner die Herrn Direktor Richard. Sieg m a n n (Rostock) und Dr. Oskar M o y e r '(Lübeck) vertreten. Richard Strauß und Gustav Mahler. In der „Westdeutsck,en Zeitung" Nr. 163 vom l7.Inni. erzählt der Direktor des Kreselder Städtischen Konservatoriums. Karl Pieper, von den Anlässen, die Richard Strauß zu verschiedenen Zeiten nacl) Krefeld geführt haben. So war er im Ialire 1902 gelegentlich des deutschen Tonkünstler» sestes in Krefeld. Darüber schreibt Pieper: Aus dem Tvnkünstlersest des Allgemeinen dcritscheu Musikvereiris im Jahre 1002 hielt sich' Richard Strauß als Präsident des sestgebenden Vereins fast eine Woche in Krefeld ans . . . Er war jedoch weder als Dirigent noch als Pianist aktiv tätig, sondern betätigte sich nur organisatvrisch und rednerisch. Das Gebiet deS Schöpferischen Überließ Strauß ans diesem Tonkünstlerfest seinem Freunde in Apoll Gustav Mah. Xl n* sHue 4, Symphonie zur Erstausführung brachte und einen sensationellen Erfolg erzielte. Richard Strauß selbst stürzie nach' Beendigung des Werkes aus das Podium und kiisste voll Ergriffenheit seinen kongenialen, kgsj'uub- Es war für die Fesibesuchcr ein seltenes Bild: dieZA'iden berühmtesten damals lebenden Komponisten lagen sich in den Armen! Eli, MWlna-Mn Eil! besonders inhaltsreiches Thema und einaufnahmebereites .Publikum — kann man sich bessere Voraussetzungen für den Start eines Films vorstellenk Um so bedanerticher ist es. daß der Palästina-Film von Dr. Ivdell, der im Logcnhanö Berlin gezeigt wurde, diese Ehance in so geringem Rlaße ansnntzt. Nach einleitenden Worten von Dr^ Arthur Eloessor zielst in loser und wenig znsannnenhangender Reihenfolge eine Unzahl von Bildern und Zwischentiteln am Auge des Z»^ sckianers vorbei, ohne Steigerung, nnd ohne das innere Pathos, durch das auch und gerade^ die Sachlichkeit im Film zu überzeugen vermag. Borallem aber wirken die einzelnen Ausnahmen, vielfach gestellt und häufig unscharf; selten ist es gelungen, das Eharakteristische herauszuhvlen. Wer gehofft hatte, ettva von dem Leben ans einer Kwuzah oder in dem Kinderdvrf Ben Selieinen ein plastisches Bild zu erhalten, mußte sich mit kurzen und unspezisiscl,en Riomentanfnahineii zu" frieden geben. Bei alledem soll nicht vergessen iverden, oaß der Film, der von einem Laien am» genommen und durch teine offizielle Instanz veranlaßt, mit vielen Aiühen zustande gekommen ist. und daß er auch gelungene Abschnitte enthält: auch die musikalische' Untern,alnnch nach palästinensischen Motiven von Dr. Jakob ^chönberg ist sehr Plastisch. Wie wir hören, wird dieser Film umgearbeitet nnd in neuer Fassung am 2. und 5. Juki in der Berliner Philharmonie gezeigt. Die Politische Zeitschriftcnschau. Hcrau^gcber: Karl O. Paetel, die im 6. Jahr ersäieiut. bendiu't allmonatlich über das ganze politische Schristtnm. gidt Auszüge aus wichtigen Aussätzen und enitzatt als Beilage die wichtigsten Blätter aus dein Berichtsmonat. die im Besitz des Empfängers verbleiven. Ausgabe A: 2 RM monatlich; Ausgabe H (mit mehr Zeitschriften)- 8 RM monatlich. Verlin-Wilmers« dvrs. Holsteinische Straße 21. teilt mit. daß die Auslieferung des Romans Jacob W a s s o r m a n n „I o s e p h K e r k h o v k dritte E x i st e n z" Band I als zweite' Iah gäbe am 20. Juni erfolgt. Satzungsgeinäß n das Buch ^lediglich an Älitglieder der IVB gegeben; Etnzelbestcllnngen können daher nicht rückslchtigt werden. Ten neu hinzutretenden 'l gliedern kann auf Wunsch die erste Beröffentlich Georg Hermanns Rviimn „Eine Zeit sti nachgelieseret werden. Amneldungei, sind zu ncl an die Jüdische Buch -Bereiniaimg, Berlin W Pariser Straße 7.