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Central-Verein-Zeitung · 1934-06-14 · 24 (14.6.1934) · page 14

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
24 (14.6.1934)
Date
1934-06-14
Page
– (sequence 14)
Language
German
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JÜDISCHE FRAUENGESTALTEN Serach spricht: „Wer fingt so lieblich vor dem Zelte?" fragte Großvater Jakob, der finster in einer Ecke saß und dem verlorenen Sohne nachtrauerte. „Horch — mm hör ichs lauter: „Noch lebt Joseph — Joseph lebt! Xlüirft ihn wieder sehen!" Serach, bist du cs — Tochter meines glücklichen Sohnes Ascher? Sv will ich dich segnen, weil du mein dunkles Aller erhelltest: Wenn die andern altern, sollst du jung bleiben; und wenn die andern sterben, sollst dir leben: so lange bis du selbst den Abschied begehest... Und er legte mir die zitternde Greisenhand auf den Kopf. Ein kleines Mädchen >var ich damals mit Hellen Augen und bellen Haaren, rvie sie die Kinder im Lande Kanaan haben; ich rvar noch nicht mannbar, als rvir alle lstminler nach Aegypten zogen, wohin uns der Thein« Joseph, der HUiniftcc Pharaos, gerufen Halle. Tann starb der Dl,ei»«, und es lanr böse Zeit für alle unsere Vollsgcuosscn — Last und IJJut und bittere Pein. Aber noch war mein Gelvck nicht ergraut, als mein Voll das Land der Unechtirljnft verliest. Ta gab es große Not in aller Iren de. Wo ist Josephs Grab?, sprachen die n'i'itcn Männer, Mose und Aharvn, die I«ihrer des Polles. Unsere Väter haben einst ihr Wort verpfändet, daß sic den toten Bruder nicht hier lassen wollten. in fremder Erde zu ruhen, wenn einst die Stunde der Freiheit ihnen schlüge; wir müssen cs einlösen. Aber nieinand wiistte, wo Joseph bcgraben war. Ta tainen sie zu mir. Tu bist die einzige: Serach, du Sängerin, drr letztes Reis ans altem Stamme: weißt du, wo Joseph begraben liegt? — Mein Wort sprach ich. Aber ich zog zuin Flusse — n,id alle eilten mir nach! — die Flöte in der Hand. Leis klang mein. Lied über die Wasser, lind siehe, da wogten die Fluten als ivoltten sie ülxwö Ufer strömen. Und nun... die Wasser teilten sich, wichen rechts und links, und mitten in ihnen hob sich der Sarg Josephs und schivamm zu mir ans User und liest sich willig greisen. Hoch ans den Schultern trugen ihn die Männer durch Wüstenstanb und Wüstenwnnder — gleich lstnter der Woltensäule her, die nnsern Weg geleiti'te und nachts feurig ansglühle. Ich stand Nrl'ei, «cks man endlich den letzlen der Jatobsföhne in der heimatlicl)en Erde zur letzlen Ruhe beitete. Lange lebte ich noch inmitten meines Voltes, 'ah fein Glück und seine Not, Feinde von außen und schtiimnerc Not — Zioiespalt im Innern. Noch sah ich den schönlvckigen Absalvm, wie er sich empörte gegen seinen löiiiglichen Bater; und das Herz tat mir weh, als er starb. Bon seinen Leuten lanr ein Flüchtling in unsre gute Stadt Abel, Scheda hiest er, und das Auge strahlte ihm «vie seinein •\xvrrn. Aber schon drang Tavids Feldherr, der wilde Joab, mit seiner Schar ihm nach und wollte unsre ganze Stadt vernichten, wenn >vir den Flüchtling nicht auslieserlen. Bergeblich beschivor ich Joab — sein Herz war von Stein. Ta wandte ich mich zu den Mitbürgern: „Liefert den Flüchtling aus, sonst müssen wir alle sterben!" — Sie aber sprachen.: ..Höre dock), tlugc Frau, ans das; Gott Dich höre. Wol>cr wissen nur denn, dast Gott dem Herrn Sckiebas Leben nicht wertvoller ist als unser aller Leben!? — Nein, «vir liefern keinen Menschen ans, dast er getötet werde!" Mit oßer wankte das Herz, das so lange fftutögehalten hatte. Hatten sie nicht recht, diese einfachen Männer?! — Und ich flehte zu Gott: „Hevr der Welt, auf Gerechtigkeit hast Du Deinen Thron gegründet! — ist es möglich, daß dieser Mann gerettet werde, so greife Du ein vom Hrnunel her und rette rhu. Ist es aber nicht möglich und müssen Bis vor kurzem ging ich noch zur Schule und hatte vor, demnächst das Abitur zu machen und dann zu studieren. Aber es änderte sich vieles, und nach und nach sah ich ein, dast eS für mich leinen Sinn mehr hat, mich aus ein Studium vorzubereiten und mich nur mit Dingen zu beschäftigen, die ich voraussichtlich später doch nicht gebrauchen kann, rvie Latein- Mathematik, Ehemie, Mittelhochdeutsch usw. So wurde beschlossen, das; ich von der Schule abgehen und etwas Brauchbares, und zwar Haushalt lernen sollte. Ich «var damit ganz zufrieden, denn erstens hatte ich von der Schrrle und allem Drum- und-Dran reichlich genug, und außerdem stellte ich mir Hausarbeit, besonders da ich sie ja nur bei uns zu Hause machen sollte, sehr einfach vor. Ja, so tauscht man sich! Gleich in den ersten Tagen wunderte ich mich, dast eine Hausfrau so viel früher anfstehen must als alle andern Familienmitglieder. Erstens kommt es öfters vor, daß frühmorgens der Briefbote wegen Strafporto oder einer undeutlich geschriebenen Adresse llingelt, da must einer wenigdlefe Männer Blutschuld auf ihr Haupt ladech wem! sie nicht sterben wollen... nun so nimm mich zu Dir mid beende mein Leben. Tenn besser ist nur der Tod als leben müssen und mit an sehen, «vre der Gerechte zum llebcttnter wird." Hub Gott erhörte mein Gebet. Iparon. stens auf sein, um ihn abznsertigen. Und vor allem «vollen die andern Familienmitglieder, wenn sie nusgestanden sind, den Kaffee fertig vor» fiuden. Besonders in der ersten Zeit dauerte eS eivig bei nur, bis ich alles zun« Kaffee fertig hatte, denn ich hatte die richtige Reihenfolge noch nicht rans. Erst deckte ich den Tisch, dann holte ich Milch und Brötchen, mahlte den Kaffee und setzte zuletzt das Wasser aus. Und mußte dann natürlich untätig danebenstehen und warten, bis es endlich lochte. Jetzt geht es schon ganz schnell. Und so lernte ich akS erstes: das Wichtigste der allem ist die Einteilung. Alles geht doppelt so schnell, wenn man cs in der richtigen Reihenfolge macht. Nach den« Kaffee ist die Frage, was nun zuerst raiikvinint; Einholcn, Zinuner machen oder Frühstücksgeschirr abivaschen. Meistens halte ich cs so. daß ich erst Zimmer mache und dann einhole. Aber ivcim es ein Esten gibt, das lange lochen must, muß ich es auch umgekehrt uiacheu. Zu lochen brancho ich noch nicht, aber das Einholen will auch verstanden sein. Was muf; man da nicht alles wissen! Ich hatte zivar in der Schule gelernt, ivovvn und unter ivelchen llmständeu Quallen oder Seesterne leben, ivas für eine Vegetation in Honolulu ist. aber ivie junges märkisches Gemüse von altem zu unterscheiden ist, woran man merkt, dast es schon lange gelegen hat, «voran man merkt, ob Geflügel frisch ist, und rvie man all die Fleischartcu und -lecke untersckjcidct, das halle noch niemand verraten. Jetzt habe ich cs schon gelernt. Wenn ich dann vom Einholer« zurückkomme, must ich in der Küche Gcinüse putzen und Kartoffeln schälen. Gemüse schälen ist ein Kapitel für sich. Jede Sorte «vird anders behandelt, junge Geinüse «vieder anders «vie alte. Beim einen Geinüse schält man die Schale ab, beim andern «vischt man sie mit ab oder schabt sic sauber, bciin einen schneidet inan oben nnd nuten «vaS ab. beim andern «väre es geradezu entsetzlich, wenn man oben «vas abschnitlc (siehe Spargel). Das schlimmste aller Gernüse aber ist Spinat. Bkan sitzt stundenlang und sortiert und putzt riesige Mengen, und «venu er fertig ist, ist nur noch knapp ein Viertel soviel da. Ueberhaupt ist Essen bereiten eine undankbare Sache. Fast den ganzen Vormittag schuftet «««an — und dann ist es in einer Biertelstnnde arn'gegessen «mb kein Mensch denkt mehr an die mühselige Vorbercit«mg. Von der Schulbank zum Kückentisch Messias Sabbat« Zewi verseht ward. „Alle deine lieben Knechte und Kinder in der ganzen Welt haben sich mit Buße, Gebet und Wvhltnn sehr abgemüht nnb dein liebes Volk Israel ist z«vei bis drei Jahre lang ans dem Gebärstnhl gesessen, aber es ist danach nichts als Wind hernusgekonnnen ... So sind sie alle ,,«nit Paulen nnd Reigentänzen" in ihre Synagoge gegangen «md haben mit einer Fremde, „gleich der Freude bei«n Wasserlchöpsen", die Schreiben vorgelesen. Manche haben Haus und Hof nnd alles Ihrige vorlaust, da sie hofften, jeden Tag erlöst zu werden." Glückels eigener Schiviegervater verlauste all sein Hab nnd Gut und schickte Ztvei große Fässer nach Hamburg, „denn der alte Mann hat gedacht, man rvürde.ohne weiteres vor« Hamburg nach dem Heiligen Lande fahre««." Glücke! hatte das zweite Gesicht; den Tod des Vaters nnd des Sch«niegervaters künden unheimliche Anzeichen. Am ausführlichste««, rvie gesagt, verbreitet sie sich über Familie und Verwandtschaft all der viele«« jüdischen Mensche««, mit denen sie durch Handel oder Heirat zu tun hat, und besonders über die Familien, mit denen sie und ihre Kinder verwandtschaftlich verbunden waren. Nicht et«na ans Schwatz- oder Klatschhaftigkeit, sonder«« sie betont n«lsdrücklich: ,/Meine lieber« Kinder, ich schreibe Euch dies ans, damit Ihr Bescheid «rußt, von «vas für Leuten Ihr herstammt, «veirn heute oder morgen Eure lieben Kinder oder Enkel kommen nnd Ihre Familie nicht lennen." So gewinnt Glückels Buch mit den« Wert, den es für ihre Nachkonriner« haben sollte, noch einen «nichtigen Wert für die Nachlebenden und heutigen Inden. Tenn «nanche Familie, derer« Mitglieder jahrhunderlang eine bedeutende Rolle spielen, könne«« hier Zweige ihres Starnnrbanlirs finde««, so die Gvnrpertz. Nies, Beit, Ballin, Liebmann. Krubach-cchwab, Behrens. die alle mit der Familie Hameln durch Heirat in Zusammenhang standen. In Glückels B««ch «vird eine jüdisch-genealogische Karte über ganz Zentraleuropa vor uns aus-- gebreitet. Nach jeder«« schweren Schlag hat Glückel ihr Handelsgeschäft, das von Königsberg bis Holland sich auswirkte, wieder in die Höhe gebracht. Schließlich „habe ich aber doch die große Mühe nnd das Reisen uird das Herumgehen in der Stadt nicht länger aushalten können", nnd sie ließ sich deshalb mit 54 Jahren durch ihrer« Schwiegersohn Moses Krumbach verleiten, noch einnral z«i heiraten, und zwar den reichen und geachteten Bankier Hirz (Gers) Levy. Ihr war rricht rvvhl zumnt, als sie das vertraute Hanrburg für immer verließ und nach Metz reiste, wo sie in« Sommer 1700 durch ihre Tochter und die neue Farrrilic mit viel Prunk empfange«« wurde. Ihre Ahnung hat sie nicht getrogen, denn ihr zrveiter Mann, von dem sie nicht viel berichtet, war bald bankrott «u«d ließ sie in großer Ar- «nut zurück. Ta begann die alte Frau i«n Jahre 1725 ihren Lebeursbericht sortzusetzer« und sie fügte den ersten fünf noch z«vei «vettere Büchlein a««, die sie 1719 abschloß. Aber die alte, enttäuschte Frau ist noch geistig rege und schildert abermals viel A««sschlnßreiches aus den blühenden Gei««einden im Elsaß. Tiefe Hindentnngcn ans das Lebensbuch der Glückel (Hameln) zeige««, in wie vielfältiger Hinsicht die dan«alige de««tsche Jndenheit mit den Menschen und Geschehnissen der heutigen verknüpft ist. Es gibt kam«« ein «üdisches Memoircnbuch, in dem so viele verschiedene Menschen lebendig «verden, «vie in der Lebensgeschichte der Glückel von Hameln; und all diese Rabbiner «n«d Gelehrten, Geineindevorsteher, Angestellten «n«d Tiener, Bankiers, Hofjubcit, großen nnd kleinen Handelslente/die hier atlfziehen, bcsoitders aber Glückel selber, sie ziehen vor uns her m«d «veisen «ins, «vo Kraft nnd Stärke des Judentums zu finden «var «mb zu finden ist. K. p. LAN Wesen KckWÄrn stünstleüMs „Dom Wesen weiblichen Künstlertums" «vußte Margot Rieß den Hörern dcS Kulturbundes wohl Durchdachtes zu sage««. Ihre Ansicht, daß «nan ebei«so«venig von einer rein jüdischen Kirnst innerhalb der allgemein europäischen, «vie von einer aus den ersten Blick als Frauenkunst erkennbare«« spreche»« lanr«, überzeugte durchaus. Einzelne Gebiete. als der weiblichen Ps««ck)e besonders entgegenkornrnend, kristallisierten sich heraus. Besonders in der Bildhauerei hat die Frau Gutes geleistet, das sich neben den Produkten nmnnticher Kollegen behmiptet — in der Musik ist sic, wic in allein, das auf Abstraktion beruht, verhältnismäßig nnprodukiiv. Aus dem primitiven Drang zum Puppeuspiel erklärt Margot Riest die Borliebe zur plastischen Darstellung. Tie Frau «var immer «««ehr an die Inhalte, den Gegenstand des Dargestellten gebunden, als der Mann, und ihre großen Leistungen sind eng oerli«üpft mit der sozialen Thematik. (Kätc Kollmitz.) A«ich Dichterinnen halvn oft durch ihre Werke entscheidenden Einslust auf ihre Zeit genvinmen. (Elisabeth Broivning, George Sand, Ebncr-Eschenbach usw.) Vorgelesene Stellen aus den Tagebüchern der Paula Modersohl« gaben Zeugnis vom Glück des SchasseudürfeuS und beschlossen den psychologisch feil« fundierten Bortrag. L. B. BMMWW WMiellr Nell« In ihrem W o h n a t c 11 c r in der Earnierstraste 6 ladet Heinriche Betl«, die unseren Lesern durch Illustrationen in der Ehanuttaiunnurer der „E.-V.-Zeitung" bekaimt ist, zur W'sichtiguug ihrer Arlseiten ein. Die kleine Schau bietet eine Fülle künstlerischer Anregungen. Ine Gegensatz zn den Impressionisten vermögen die Bilder dieser Malerin das rein Tekvrative zn geben. Immer betonten diese Blumenstöcke oder Stilleben die Ausgabe, die Wand zu schmücken; ein Farbsleck ift öeinriette Beth das Wesentliche an einem Bilde, das eine reiche Palette belebt. Matisse, Ban Gogh oder Eözanne blicken herüber, «venu ein Fetdbtmncnstraust oder eine Vase mit Sonnenblumen entsteht, nicht zn vergessen ein Tulpenbild von lichter Schönheit, die sich aber keinesfalls ins Ungelöste verliert. Unter den Porträts vom Kiuderbildnis bis zum Greisenalter fallen die Bildnisse verschiedener bekannter Kunsthistoriker, darunter das Bildnis Wilhelm v o l« Bodes. auf, das nach einer Skizze kurz vor seinem Tode gearbeitet ist. Auch eine ainüsaute Kohlezeichnung der NavellerZ ist zu sehen. Tas Beste aber scheint diese Künstlerin ii« den rein dekorativen Arbeiten 5u geben, in Aktkompositionen, . Nach Tisch geht es dam« ans Abw-Mentu« hat zuerst' immer ewig bei mir gedauert. geht cs schon so-fix, dast ich z«vischcn Mittag uud Kaffee noch Zeit habe, nrich ct«vas hinzulegen vGr spazieren z«l gehen. Dann must ich wieder mL «nachei«. Nach den« Kaffee, sollte man meinen müßte ich Zeit für «nich haben. Aber da UnM sich immer noch irgendeine Hausarbeit, ylci'w Wäsche, oder «vas zu plätten, oder zu jtoMr» Dann gchts an die Vorbereitung des Abendbrots Tisch decken, Tisch «vieder abräume««. abwascbi>n' dann Betten machen — Schl««st! ' ‘ Das ist so der tägliche Stundenplan. Daneben gibt es natürlich noch besondere Arbeiten, iuic Fensterputzer«, Bohnern, Einmottcn u. a. m. Zuerst hatte ich dazu gar lerne Ansdauer. Ich war zwar gc«vöhnt, O Stunden hiutereinauder dazufitzei« nud zn rechl«ei«, zu übersetzen und ktuge Reden anzw hören, aber eine halbe Stunde bohnern oder schrubbern das siel mir riesig schiver. Auch dag Großreinemachen mußte ich erst lernen. Ich fegte erst und «vischte Staub und fing dam« an. den Teppich z«r bürste««, «vobei natürlich altes «vieder Vvllstaubte. Jetzt lonimt mir alles schon ganz einfach vor, und ich bin glücklich, «venu die ganze Wohnimg schön in Ordnung ist «md ich mir abends überlege, «vas ich heute «vieder alles geschasst habe. lli«d ich trauere der Schule und «neiuem verlorene«« Studimn gar nicht mehr nach, «vcnn ich bedenke, daß ich alles, «vas ich im letzlen halben Jahr gelernt habe, beflimmt gebrauchen kann, wvzu und «vohin das Leben mich auch ein- «nal führe«« «vird. Boxt «mck /keiebnungeu von lgnn Urs MZsjiorLLMe Weib Ter Lehrer Wba, der Nab genannt «vird, Halle ein Weib, das handelte ihm stets zinvidcr. Sagte er ihr: Bereite mir ein Linsengericht! so lochte sie Kichererbsen; bat er sie un« Erbsen, so brachte sic Linsen auf den Tisch. Als sein Sohn Chija größer «vnrde, pflegte er der Mutter immer das Gegenteil von dem auszurichtcn, «vas der Vater verlangte. Ta sagte llinb eines Tage? zu feinem - Sohne: Deine Mutter ist sanft ge«vvrde«>! Ter Sohn; antwortete darauf: Ich bin es, der deine Aufträge umlehrt. Nunrnehr sprach Rab: Jetzt verstehe ich. «ras die Leute sagen: „Der dir entsprossen ist. kam« dein Lehrer fein!" Doch übe das nicht weiter, denn der Prophet Joremia sagt: „Gewöhnen sie ihce Zunge ans Lügenreden, so freveln sie unaufhörlich." Aus dem Talmud übersetzt von Babel -| Bin Goriou Landschaften nnd Blmnenstücken. in denen sie eigenste Begabung nnt den künstlerischen Fordern^ gen der Jmrenkulyt zu verbinden «veist. Und in diesem Sinne konnte Heinriettc Betl, ein interessantes Verfahren antvcnden: angeregt durch die neuen Rauhpntztapeten drehte sie die iveißgrum dierte Leinwand u«n und malte ans der Rüctselle, so daß durch das rohe Korn der Leinwand erhöhte rauiulüustlerische Wirkung zustande lmnint. vr. 0. L. Wiegenlied einer jüdischen Mutter Schlaf, mein Kind. — Schon ist der Tag vergangen, Und am blauen Himmel, wo die ev/ge Liebe thront, Stv. ’T schon sichelschmal und blass der Mond. Sanfter Sohlummer rötet deine Wangen. Schlaf, mein Kind, bei deiner Mutter Lieder, — Gott, der Herr, hat Israel noch nie vergessen, Und er wird ajich heut so unser Leid bemessen, Dass wir es ertragen! — Denn er hilft uns immer wieder. Schlaf, mein Kind. — Und bist du mir einst ferne Auf des Lebens viel verschlungneu Wegen, Gott ist überall .. und deiner Müller Segen. Schlaf! Schon leuchten tröstlich erste Sterne. Lachtest-du, mein Kind, in« Schlafe, hörbar kaum? Das ist gut. — Verlern’ mir nie das Lachen- Denn es wird dich fromm und stark und fröhlich machen. Schlaf, mein Kind. — Gott schenk’ dir einen lichten Traum! Lise Lcwimieck (Königsberg-!7r.).

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