Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 23 (7.6.1934)
- Date
- 1934-06-07
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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TO) ■ TO\ FTOTO . K< Ato rill Nummer 7. Juni in) :nbc? gebet JcniQ bet ' seit t zur alter viel. n ben es | >, sie labt", t als f Jede ft; ' Oft; itliiiV; Mit Bell, im ui» lschen t geganz ilumg .. v. n. s :tfon«; 1 Jiejcit :s ist i Liebe i Mit-! chend! illcrn auzen! nagen diele : [) für |- fjttgct d auf n ein it der j ötzlich | I Ä | ritten i' nn gen schau-; diese; ng ist :t alt) nidjcii , das btheit;■ m im I man; sichtig : Aus- Fortet er* inmna Berte. » nngen n an* rrhar* s an-; t, da 8 unter* stände! t und , Ter tlixnb .rtutt* BcnS-; ans In diesen Tagen hat Heinrich Grünfeld, Scniorehef der Firma F. V. Grünfeld, Landeshuter Beinen- und Gebildweberei, Berlin-Landeshut, sein R'jähriges Berussjubiläum gefeiert. Heinrich Grünfeld ist weit über den Kreis feines engeren Arbeitsgebietes hinaus bekannt und verehrt, hat er doch einen großen Teil feines Lebens der Interessenvertretung des gesamten deutsehen Einzelhandeks gewidmet. Er war Mitbegründer und langsähriaer Vorsitzender der Hauptgemcinfchaft deS deutschen Einzelhandels, und in dieser Eigenfdinft wieder in einer großen Anzahl anderer wirtschaftlicher Gremien tätig. Seine außergewöhnliche Arbeitskraft, feine Zielsicherheit und seine innere Festigkeit kauren so nicht nur dem. Ausbau der eigenen Firma, sondern auch der große» Zahl seiner Derufsgcnossen zugute. Nichts kennzeichnet deutlicher die Wertschätzung, derer Heinrich Grünfeld sich, crsreute, als der Aussatz, den einer seiner engsten Mitarbeiter schrieb, als Grünscld Endo 1932 den Vorsitz in der Hanptgemeinschaft niederlegte. Tarin hieß es u. an „Tie Trennung ist schwer für die Sache und für die Menschen, die ihr zu dienen haben. Heinrich Grünfeld hat den Einzelhandel auf den Leg zur Begründung eines Spitzenverbandes geführt. Er hat ans der zerstreuten Tätigkeit von Branchen und Gruppen die verbindende Idee eines Berussstandes gemacht und die znsammensasiendc Vertretung der bis dahin unverbundenen Fach* und Landesverbände geschaffen. Heinrich Grünfeld hat sich in diese Zusammenhänge des Einzelhandels mit allem Scharfsinn und aller Liebe hineingelebt, die aus seinen reichen Erfahrungen den schöpferischen Leiter in ihm wachsen lreßen Wer es einmal erlebt hat, wie Heinrich grünfeld etwa Lebensmittelhändler oder Drogrsten gegen Vorwürfe von Ministern. Parlamenrarlern oder Gelehrten in Schuh nahm, der empfand es, daß die selbstgewählte Aufgabe dieses -Cannes aus seiner inneren Berufung entsprang, oatz hier nicht ein „Vorsitzender", sondern ein Führer und Helfer sprach. Diese Führerkrüfte wuchsen Grünfeld aus dem gesunden Boden seiner Berufsarbeit: er war und ist immer der tätige Kaufmann, der am frühen Morgen im Laden und I!? uf°litor Qn<B,ircffcn war, ehe er an die Wirtfchaftlrche Arbeit für seinen Gesamtberuf ging." Heinrich Grünfeld ist aufs engste mit dem Ausitreg seiner Firma zu ihrer heutigen Bedcutung verbunden. Bereits mit 25 Jahren war er Leiter der Fabrik in Landeshnt. Auch als 1389 das erste Berliner Geschäft eröffnet wurde, blieb er zunächst dort als Leiter der Zentrale. Erst alö im Jahre I960 Versand und Zentrale der Firma nach Berlin kamen, siedelte auch Heinrich Grünfeld in die Hauptstadt über. Neben der Arbeit für seinen Bernfsstand in der Hauptgemcinschaft des deutschen Einzelhandels war der jetzt 73jährige Heinrich Grünfeld u. a. lange. Jahre Vizepräsident der Berliner Handelskammer, Mitglied des ReichSwirtschaftsrats, des Berwaltungsratcs der Reichspost-, Vorsitzender des Verbandes Berliner Spezialgeschäfte und stellvertretender Vorsitzender des Verbandes deutscher Wäschegeschäfte und Wäschehersteller. So stand sein Wirken stets im Dienste der Allgemeinheit, und manch herzliches Gedenken wird ihm an seinem Ehrentag gegolten haben. -M dse hWWffMy m Die bisherigen drei Fachgruppen des Reichs» stands der deutschen Industrie, „Eisen- und ^tahl» Industrie", „Blechwarenindustrie" und „Metallindustrie", sind auf Anordnung des Führers der Hauptgruppe III der Gesamtorganisation der deutschen ^Wirtschaft, Handelskammerpräsident .Hartkopf (Bolingen), zu einer einheitlichen Fachgruppe „Eisen- und Metallw a r e n i n d u st r i e" zusammengesaßt worden. In dieser Vereinheitlichung kommt die im Ausbau befindliche Zusammenlegung der gesamten Organijation der eisen- und metallverarbeitenden Industrie auch in den Spitzen zum Ausdruck. Otto Sack hat nach seiner Berufung zum Führer des M a f ch i n c n b a it c § sein Amt als Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Landmaschinenindustrie niedergelegt. Im Einverständnis mit Staatsrat Blohm, dem Führer der .Hauptgruppe II der deutschen Wirtschaft, wurde Direktor Eduard Hofweber (Heinrich Lanz A.-G., Mannheim) zum Führer der Deutschen Landmaschinenindustrie berufen. Zur Durchführung der Organisation des Bange w erbos wurden von den Führern der entsprechenden Hanptgruppen der Deutschen Wirtschaft Anordnungen über die Einordnung der einzelnen Betriebe in die Hauptgruppe VI II „Handwerk" bzw. in die Hauptgruppe IV „Bauindustrie" getroffen. M mm m Ter preußische Minister für Wirtschaft und Arbeit erklärt in einem Erlaß an die Nachgeordneten Behörden, daß die Fage. ob es sich empfehle, Arbeitspässe allgemein oder für bestimmte Berufe kinzuführcn, zurzeit vom Neichsarbeitsminister geprüft werde. Die Entscheidung solle getroffen werden auf Grund der Erfahrungen, bic mit dein im Herbst 1933 versuchsweise eingeführten Arbeitspaß für das Gastwirtsgewerbe in Berlin gemacht werden. Einstweilen sei es unerwünscht, das; dieser Versuch anderwärts oder in einem anderen Gewerbe wiederholt wird. Der Neichsarbeitsminister habe daher die Treuhänder der Arbeit ersucht, fid) gegenüber allen aus Einführung von Arbcitsvässen oder ähnlichen Arbeitslcgitimationen gerichteten Bestrebungen ablehnend zu verhalten, und auch die Länder gebeten. derartigen Bestrebungen bis auf weiteres entgegenzuireteu. Im Einvernehmen mit dem Preußischen Minister des Innern ersucht der Wirtschaslsminister die Behörden, entsprechend zu verfahren. Rer ist MM m ön AMMES? Bei einer Schulungstagnng der Gaupropa» gagandaleitung des Gaues Kurmark für die Propagandaleiter und Redner des Abschnittes Ost« wart in Frankfurt a. d. Oder hielt, wie die „Frankfurter Oder-Zeitung" vom 2./3. Juni bemchtet, Handelskammerpräsident K o h r l (Kottb»s) als Gauwirtschaftsberater ein überaus be« aeistenswertes wirtschaftliches Referat. Darin führte er unter anderem zu der Frage des Außenhandels bzw. der Nationalwirtschaft und der De» pstenlago aus: „Daß unsere Ausfuhr katastrophal zurückgegangen sei. stimme nicht. Wohl hätten wir nn Zusammenhang mit dem Lckurz des Pfundes und der nordischen Währungen bereits im Jahre 1331 einen Antzsuhrrückgang zu verzeichnen ge» habt, doch seitdem sei die Ausfnhrzifser einiger» maßen konstant geblieben. Auch die augenblickllch etwas schwierige Tevisenlage habe wesentlich andere Ursachen als allgemein angenommen werde. Der Iudenboykott habe hieran überhaupt keine Schuld; denn der sei in der ganzen Welt kläglich zusammengebrochon. Der cigentliehe Grund in der schwierigen Devisenlage liege ans zwei anderen Gebieten. Zunächst sei aus dom Weltmärkte in letzter Zeit folgende Erscheinung zu verzeichnen: Die Warenpreise sinken, dagegen ziehen die Rohstoffpreise an. Dazu käme noch, daß durch Deutschlands Wiederausstieg wir in erhöhtem Maße Rohstoffe eingoführt hätten, also weit mehr, als wir wertmäßig Waren auszuführen vermochten. Doch aber auch über die Devisenlage würden wir hiuwogkvmmen, und an eine Inflation zu denken, sei lächerlich; der Führer sei Garant genug, daß derartiges nie einträte!" ßWM W MlMMSs Ter Werberat der deutschen Wirtschaft gibt nach Zeitungsmeldungen jetzt erläuternd zu den bisher erlassenen Richtlinien u. a. bekannt, daß sich der Werberat über die von ihm erlassenen Bestimmungen hinaus jeden Eingriffs in die Werbung enthalten wolle. Er werde daher einem Werbungsausführenden die Genehmigung zur Wirtschaftsbelebung nicht ohne einen Grund entziehen, der nicht einen Verstoß gegen die Vor» fchrifton darstelle. Des weiteren werde er auch die Werbung selbst nicht über das durch diese Vorschriften gekennzeichnete Maß hinaus zu beeinflussen trachten. Tor Werberat wolle aber auch die Freiheit der Werbung in dem Sinne gewährleisten, daß niemand, der s i ch i in N a h in e n d c r Vorschriften halte, von den allgemeinen Werbemitteln ansges ch l o s s e n werden dürfe. Die Möglichkeit der Werbung fei für den - Erfolg der meisten Goschäfte ausschlaggebend. Es müsse daher darauf geachtet werden, daß iiicht eine geldliche oder sonstige Machtstellung eines Unternehmens dazu ausgenutzt werde, mn' ein in Wettbewerb sichendes anderes Unternehmen vori dcii sonst allgemein zugänglichen Werbemitteln auszuschalten. Ter Werberat werde demgemäß mit alleii ihm Gebote stehenden Mitteln darauf hinwirken, daß dem einzelnen W e r b il n g s t r e i b e n d e n auch die Mög» l i ch k e i t z u der ihm ii o t w e n d i g ers ch e i ii e n d e n P r o p a g n n d a gegeben werde. Es werde hierbei für Werbungstreibende, die ihre Wettbewerber von Werbnngsmitteln abdrängen wollten, mich keine Entschuldigung sein können, wenn sie etwa die Genehmigung zu einer Sperre ans dem durch die Kartellverordnrmg vorgeschriebenen Wege eingeholt hätten. Tenn darüber, was im Werbewosen als lauter oder unzulässig zu gelten habe, habe allein der Werberat zu entscheiden. Dsr WstthölVSTÄ Ui te B eü f elöttragsittötaflfcic i/iif der Dresdener Tagung dos Neichövordes der deutschen Bekleidungsindustrie betonte > Zeitungsberichten der geschäftssührende Diar des Bervandes u. a., daß die Bekleidung?» Utrio ihren Umsatz in den letzten Monaten , um 16 bis 22 Prozent gegenüber dem Vor» ' habe steigern können. Die Umsätze seien die tsten seit vier Jahren. Das Ziel des kommen- Gesetzes über die Z w a n g s o r g a n r» i o n 'des Bekleidungsgewerbes die Sicherstellung dev Versorgung des Volkes preiswerter Kleidung. Kleidung ser Ausdruck den inneren Lebensstil eines Volkes, daher lse gerade auf diesem Gebiet daö Qualitäts- ,,iv gepflegt werden. Mau mühe sich von der sltte der P r e i S s ch l c u b c v c i radikal befreien. Das Ziel sei ein geordneter Wettbewerb. Unlauterer Wettbewerb werde künftig von den Ehrengerichten mit aller Strenge geahndet werden. So wenig wie Preisunterbietungen könnten Preissteigerungen geduldet werden. Sie bedeuteten einen Dolchstoß in den Nucken der Volksfront. Das Export Problem mache eine Selbsthilfeattivn der deutschen Wirtsehaft zur unbedingten Notwendigkeit, denn die Belebung des Binnenmarktes könne den Verzieht auf den Export keinesfalls rechtfertigen. Jede Anslandsbeziehung de? einzelnen Fabrikanten müsse sorgfältig ausgenutzt werden. Aber nur durch höchste Qualitätsarbeit könnten die fremden Märkte tvieder erobert werden. In weiteren Referaten nntrbc u. a. auch auf die Dringlichkeit der Ausbildung eines geschulten Nachwuchses hingewiesen. In Berlin könnten bereits Aufträge aus Mangel au Facharbeitern nicht ansgesührt Hierbei!, lieber die Neuregelung ans dein Gebiet der H e i m - fltbeit sprach der Svndertreuhänder für die Heimarbeit. Gewcrberat Körner. Es solle keine Beseitiglmg des Wettbewerbs erstrebt iverdcu, wohl aber dafür gesorgt werden, daß der W e 11 - b ciuer I) ii u t m i t an st ä n d i g e n, W a s f e n durchgekämpst werde. Ohne ausreichende Kontrolle werde es in der nächsten Zeit nicht gehen. Kalkulationsslelleu ivürdeu für eine gerechte Bewertung einer bestimmten Arbeit sorgen. Gewerbetreibenden. die durch Unterzahlung dem anständigen Gegner Konkurrenz machten, werde mau das Handwerk legen. SttÄ« für AiWlgevmIttler Der Verband deutscher A n n o u e e u e x P e - d i t i v n c n, in dem alle deutschen Anzeigenvermittler zusgininengeschlosscii sind, teilt mit, daß alle ihm als Mitglieder angeschlofsenen Firmen nach wie vor Aiizeigenausträge für alle Zeitungen und Zeitsehristen im In- und Ausland annehmen. Das Verzeichnis der vom Werberat der deutschen Wirtschaft zugelassenen Anzcigeninittler nürd in Kürze veröffentlicht werden. ÄSs öM MsELüöeriAg M .Wege Ser versönlLwn Db In dem in der amtlichen Sammlung Bd. 32, S. 22 veröffentlichten Urteil vom 22. September 1932 hatte sich der RFH mit dem Antrag eines pensionierten hohen Staatsbeamten zn befassen, der anS gcsnndhcitlichen Gründen in die Schweiz auszittvandern beabsichtigte. Der Antragsteller tvollte dort neben der Pflege seines persönlichen Wohls auch das Deutschtum kraft seines persönlichen Ansehens und feiner Beziehungen pflegen. Der NFH hat die Erteilung der FreiftellungSbescheinigung ab« gelehnt. Nach einer Klärung der Begriffe „deutsches Interesse", daS vornehmlich das ideelle Gebiet betreffe sznm Beispiel Hebung des deutschen Ansehens auf politischem, wissenschaftlichem und künstlerischem Gebiet) und „Gründe, die volkswirtschaftlich gerccljtfertigt sind", tvobei an Gründe, die im Interesse der de n t s ch c n Botlstvirtschast liegen, gedacht sei (zum Beispiel Festigung der Währung, Krediteinräumung, Forderung von Handel und Industrie, Ntindernng der Arbeitslosigkeit)/ führt der NFH ans: „Es kommt nur darauf an, ob im gegebenen Falle die Auswanderung objettio alS im deutschen Interesse gelegen erscheint. Unschädlich wäre die Feststellung, daß die Interessen des Reiches und deS Auswanderers nebeneinander herlaufen. Allerdings ist dabei abzuwägen, ob daS in Betracht kommende deutsche Interesse derart wichtig ist, daß es das durch die Freistellung bedingte Opfer, den Lllwzieht ans die wettere Ltcncrkraft des Auswanderudeu, rechtfertigt. Immer muß aber Voraussetzung für die Bejahung der Förderung des deutschen Interesses die Annahme sein, daß der Auswandernde planmäßig eine gewisse, hi e r a u f gerichtete Tätigkeit entfalten wollte . . Tics verneint der RFH. „Von nebensächlicher Bedeutung ist demgegenüber, das; der Abivandernde nebenbei seine ivohl verdiente Btuße auch benutzen kann und wird, das Ansehen des Teutsehtums im Ausland zu fördern . . . Allein die Möglichkeit, daß ein Abivaudernder neben der Pflege seines persönlichen Wvlils a u ch im deutschen Interesse wirken könne, genügt nicht, um den Be- griff ,iiu deutschen Interesse liegen' zu erfüllen." Daß die Ablchitung dcS Antrags im Hinblick auf daS bestehende D e v i s e n r e ch t eine Härte darstelle, könne die Entscheidung deS NFH nicht ändern, da das Gesetz einen Härteparagraphen nicht enthalte. Die Ausgleichung sich etwa ergebender Härten fei lediglich Sache der SteuerverwaltnngSbehörden. LMM«AW tiarr E§vsü-KoükmmmS^ Einen verwandten Fall hatte der NFH in dem Urteil vom 19. Oktober 1933 (HI. A. 393/32) zu entscheiden. Ein Erportk a u f m a n n hatte seinen Wohnsitz nach Paris verlegt, um dort feine bereits zwei Jahre bestehende Firma zusammen mit dem bereits tätigen ausländischen Mitgeschäftsführer zu leiten. Daneben betrieb er weiter sein inländisches Ein- und VerkanfSgeschäft. Der RFH hat in diesem Falle die Freistellung a b g e l e h n t. Er hätte bei dieser Sachlage die Aufgabe des inländischen Wohnsitzes auch dann nicht für erforderlich erachtet, wenn der Antragsteller neun bis zehn Monate im Jahre im Ausland verbringen muß. „Geschäftliche Reisen im Ausland brauchte der Bf. nach seiner Angabe wegen der Führung der eigenen ausländisweu Firma überhaupt nicht mehr zu machen. Danach kann cS fiel; nur darum handeln, ob der ausländische Betrieb die Wohusitzberleguug rechtfertigt. Für die Zeit der Begründung und ersten Einrichtung dcS neuen Betriebes mag allenfalls ein längerer Aufenthalt im Ausland geboten gewesen fein. Es kann aber nicht anerkannt werden, daß der laufende Betrieb des neuen Unternehmens, namentlich mit Rücksicht aus die Mitarbeit ausländischer Kaufleute, die Verlegung des Wohnsitzes des Bf. ins Ausland rechtfertigt. Leibst wenn man liier der Auslegung des Bf. folgt und das Gutachten der Handelskammer unberücksichtigt läßt, muß inan nach Lage des Falles zu dem Schluß 'kommen, daß der Bf. seinen inländischen Wohnsitz nicht aus Gründen ailfgegebeu hat. die volkswirtschaftlich gercclstfertigt sind. Tie mm ihm angegebenen Gründe sind nicht stiebhallig, andere denkbare Gründe lägen nicht im Interesse der dciiischeu Volkswirtschast." Die palästinensische Handelsbilanz für 1933 zeigt einen außerordentlich großen Passivfnldo, der rund 3,5 Rtillionen Pfund beträgt, gegenüber einem Passivsaldo von nur rund 5,-i Attllionen Pfund :m Jahre zuvor Im einzelnen stieg die Einfuhr von 7,77 itlior.cn Pfund aus 11,12 Millionen Pfund, während die Ausfuhr nur eine geringe Erhöhung von 2,38 auf 2.59 Milliimen Pfund anfznweiseii hat. Diese außerordentlich starke Piissivikäk der Hände-slülanz wurde im wesentlichen durch die große Zufuhr jüdischer Kapitalien ausgeglichen. Deuts cli l n u d stelst in Ein- und AuSinhr mit in der Spitzengruppe der Außenhandelslniioer Palästinas. In der Ausfuhr wurde es nur von Großbritannien, das für 1,56 AHllionen Pfund palästinensische Erzeugnisse ausnahm, allerdings sehr erheblich ül'crtrofsen. In der Einfuhr liegt Deutschland nach Großbritannien mit 1,95 Allllwuen Pfund und Aegypten mit 1.21 Millionen Pfund an dritter Stelle. Tie Einfuhr aus Deutschland stieg sel;r stark aus 1,19 gegen 0.775 Aiillionen Pfund .m Jahre zuvor, während sich die Ausfuhr nach Teutscliland nur aus 0.373 Millionen Psuud gegen 0,m'.2 Millionen Pfund im Vorjahr erhöhte. Deichchland-- Handelsbilanz mit Palästina ist also stark aktiv. Die Ausfuhr nach Deutschland bestand im wesentlichen aus Orangen. In der Einfuhr spielen Eisen- und Metallwaren, Vcaschineu und elektrotechnisches Nkaterial, Textilien, Ehemikalien, Porzellan und Glaswaren die Hauptrolle. wi Von der Reichsstcllc für Deviseubeivirtschaftung ist für Juni die Ausnutzung der allgemeinen D e v i s c n k o il t i n g e ii t e für die W a r e u eins ii h r auf 10 Prozent des Grundbetrages festgesetzt worden. Die Zuteilung von Devisen für die von lleberwachungsstellen bewirtschafteten Nohstvife ist ab 1. Juni einer besonderen Regelung umerworfen worden. Diese Rohstosse dürfen in Zukunft nicht mehr im Rahmen der allgemeinen Tevisengeuehmigung bezahlt werden, sondern nur ans Grimb der besonderen Anordnungen, die von den llcberivachimgsstellcn in Verbindung mit den Devisenstellen getroffen werden. Ab 1. Juni 1931 dürfen Verarbeiter von Waren der Rr. 153 des Deutschen Zolltarifs (H ä u t e u n d Felle) solche Waren nur einlanscu oder zur Hohn- Veredlung in Auftrag nehmen, soiveit ihnen dazu von der lleberwachungSstelle für Felle und Häute die Genehmigung erteilt ist. In Berlin wurde ein Deutscher Orientvereiu gegründet, der alle Bestrebungen zur Pflege der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beziehungen Deutschlands zum Orient zusammenfassen soll. Er ist im Einverständnis mit allen zuständigen Stellen unter Beteiligung aller Wirtscstistskreise. die in Deutschland mit dem Orient Hcmdel treiben, ins Leben gerufen worden. Ilm für den N a ch w u ch s dcrExPvrtkauf« l eu t e erweiterte Ausbildimgsiiiöglichkeiteu zu schassen, wird von der Deutschen Angestelltenschaft, die bereits bisher dieser Ausgabe mit ihren Sprachschulen in London, Paris und Barcelona diente, in Hamburg eine A n ß e u h a ii d e I S s ch u l c eingerichtet, die vor allein mit der Außeiihandelstechnik rin engeren Sinne, also dein internationalen Zah« lungs- und Kreditvcrkehr sowie dessen gegemvärtigcn Hemmungen, belanntmachen soll. Eine Anordnung der U c b e r w a ch u ngsft c 11 e für unedle Metalle bestimmt u. a., daß die Verarbeiter von Kupfer, Blei, Zink und Zinn im zweiten Vierteljahr 1934 die Berechtigung leiben, 100 Prozent derjenigen Mengen an diesen Ntetallen zu verarbeiten, die sie im 1. Vierteljahr 1934 verarbeitet haben. Die Verordnung ersaßt nur die erste Verarbeitungsstufe der genannten Metalle. Nicht ersaßt werden also diejenigen Betriebe, die Halbfabrikate weiterverarbeiteu. Nur diejenigen dürfen die erwähnten Ptctalle nr irgendeiner Form saufen, deren Rohstoffbedarf durch Lagerlvstänbe, Lieferverträge usw. nicht bereits für einen Zeitraum von 3 Atonaten gedeckt ist.