Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 22 (31.5.1934)
- Date
- 1934-05-31
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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i Wllntersdorf b «.cJM'iiIiolrnorfitr. 37 H 8 Wnfrncr 0(JS4 a l’Vcicr Makler (. alle VcrtichcrtinK.sarten. Unabhäng. vod | bestimmt. Gesellschaft. Vcrbands-Mltpl. d. Jöd. Mittelst. öfter mehrere 100 Zertifikate obzieben müßte, um die illegale Einwanderung; anszugleicheii. , Dieser Beschluß .der iReglernug entspricht' in keiner- Leise den Bedürfnissen des Landes. Ter starke Uedorf an Arbeitslrmten in der Lauindustrie, die dort gezahlten hohen Löhne bringen es mit sich, das; mehr und mehr Arbeiter vorn Lande in die Stadt gehen bzw. auf dein Lande selber Arbeit im Baugewerbe der landwirtschaftlichen Arbeit vorziehen, bis haben indiesem Zähre, die scharfitcn .Kämpfe um die Erhaltung der jüdischen Arbeit ans dein Lande stattgefunden. Tie Histadruth. die Organisation der jüdischen Arbeiter, kannte die Nachfrage nach jüdischen Arbeitshänden nicht int entferntesten decken. Tie orgaliisierte eine großzügige Altion. um' Hilfskräfte zur Orangeuernte Iieranzubringen. Tie Schüler, die Studenten unterbrachen i!)vc Arbeit, die städtischen Arbeiter vvterten tageiveise ihren Verdienst, um mitznhelfen. Trotzdem ivar die Zahl der arabischen Arbeiter, loetiche in jüdischen Pardessim arbeiteten, nugc- Iiener groß. Ter Bedarf der Industrie an ArbcilSkräiten wächst. Infolge des Arbeiterinangels sind die dort gezahlten Lohne höher als die, mcfdjc die Landwirtschaft zu tragen vermag.. Wenn" also keine starke Neneimvandecung von Arbeitern ftoltfinbct, wird int nächsten Jahr das jüdische Element noch weiter ziirückgedrnngt werden. Selbst' iti rein jüdischen Bezirken sängt man an, Araber 3«. beschäftigen. ' Die Regternng bewilligt seid, mehreren Zähren die gleiche Anzahl'von Zertifikaten, ohne sich.um die wirtschaftliche Entwicklung deS Landes zu.kümmern. Noch nie aber wgr die Diskrepanz so'stark. wie dieses Mal. .Man hat hier den Eindruck..als ob mir politische Ueberlegungen, nicht Wirtschaftlicho maßgebend sind. Man sieht weiter .die. Gesahr, daß das Abströinen des indischen Arbeiters von der landwirtschaftlichen Arbeit dazu führt, daß im großen gesehen das Land den Inden wieder verloren geht. Wirtschaftliche Gesetze regeln auch das Leben in Palästina. Das überhöhte städtische Lohnniveau kann nur durch ein stärkeres.Angebot au Arbeitskräften gesenkt werden und nur bei einem stärkeren Arbeitsangebot können genügend Arbeiter auf das Land gebracht werden. Sofort nach Bekanntgabe der Anzahl der bewilligten Zertifikate gingen die Vertreter der Zewish Agench zum High Eommissioner. Die Unter, redung war ohne Erfolg. Die Zewish Agench faßte darauf eine starke Protesterklärung. Auch die Bevölkerung trat am 26. Mai in einen halbtägigen Generalstreik. WA W Tie diesjährige Generalversammlung des Hilfst Vereins, die siel) eines zahlreichen Besuches erfrei Ne. nahm wieder einen sehr würdigen Berlans. Ter Vorsitzende. Generalkonsul Eugen Landau. begrüßte die Erschienenen und hielt einen wannen Niuhruf ans die dahingegaugeueu Mitglieder des Zentralkomitees, Dr. Earl Melcit i 0 r, Theodor P i n c u s , der auch das Ehrenamt eines Revisors versehen hatte, und Josef W 0 l! i. Alsdann verlas er ein Schreiben des stellvertretenden Vorsitzenden des Hilssvereins, Nt a r W a r b u r g. der >1. a. ausführte: „Ter Hilfsverein hat zu seinen alten Aufgaben eine neue übernommen: die Beratung und Betreuung derjenigen, die aus Tentschland answanderu wollen. Ter Hilfsverein steht ans dem Standpunkt, daß die deutsctien Juden in ihrer Heimat, deren Schicksal das ihrige ist. in der Hofsinnig aus ein würdiges Weiterleben ausharren sotten. l^richeinl es aber deutschen ,Inden ans wirtschaitlichmi Eiründen und der Zulu>n't der Kinder wegen immögtieti, in Tentschland zu bleiben, und irgibl sich infolgedessen eine wirtschastliche und ideelle Rotwendigleit zur Auswanderung, io legt der Hilisverein größten Wert daraus, daß diejelbe sorgsältigit vorbereitet wird. Ter Hi Esverein hat. eine genaue Untersmtinng aller Möglichkeiten vorgenomwen. die sich für die "Auswanderung der deutichen Zuden bieten. Er T>it das Material eingehend bearbeitet,' so daß eine Beratung in sehr großem Maße bereits stattfindeu konnte und auch weiter stattsiudcu wird. MO000 Menschen sind Nom Hilfsverein im Laufe des Jahres 10:5.; beraten und mit Informationen jeder Art versehen worden. 7700 Personen wurden finanziell nnterstüßt — durch Znsihüsse für Bahn- und Schifsskarten, Visen, Bervilegimg. Transport von Gepäck, Hausgerät, von Maschinen und Instrumenten . . . . . . Wir wissen, tvie stark die deutschen Inden heute in Anspruch genommen sind, durch Berpilichtlingen im engeren Familienkreise und gegenüber der Gesamtheit. Es sollte aber keinen deutschen Inden und keine dentsehe Jüdin geben, die nicht Mitglied des Hilssvereins sind . . ZOcesversammlung res ..der deuitchen Süden Tann hielt der Generalsekretär des Hilfsvereins. Tr. Ntarl Wi schnitz er. seinen Bericht über die Arbeit des Hilssvereins im Inl,re IN'.:!: Er führte u. a. aus: Im März I0M setzte eine starke Answanderungsivetle ein. Ter Hilssverein wtirde täglich von V)0 bis «>00 Personen ausgesucht. In kurzer Zeit wurde die Arbeit so organisiert, daß Nachforschungen im Interesse der Auswanderer in allen Weltteilen angestellt werden konnten. Tie Zahl der zu erledigenden Briefe erreichte m manchen Monaten 1000. Ter Hilfsverein Arbeitet in ständiger Fühlung mit dem Zentralausschuß der Deutschen Juden für Hilfe und Aufbau sowie mit über IW Stellen im Reich und WA» im Ausland. Außer mit Hilfskomitees und Gemeinden steht der Hilfsverein überall mit Alteingesessenen sowie neu Eingeioanderten in Verbindung, die ilin lausend mit Informationen versehen. Ter Hilfsverein hat Korrespondenten 11. a. in Argentinien. Bvlinien. Brasilien, Eolnmbien, Paraguah, Uruguay. Ehile, tu Südamerila. Guatemala, in Zentralamerika, in Windhoek' in Südwestafrika, in Kapstadt und Johannesburg in Südafrika, in Kampala und Ntombassa in Kenya. in Addis- Abeba in Abessinien, in Teheran und Mesched in Persien, ferner in Singapore, Harbin. Schanghai und Nlanila. Sein gesammeltes Ptaterial veröffentlicht der Hilfsverein im Korrespondenzblatt über Auswandernngs- und Sicdlnngswesen und in Zirkularschreiben. ' t. ' ‘ Man spricht von „verschlossenen Toren" für Einwanderer. Es lassen sich Overall noch Lücken finden, die man ansfnllen kann. Zur manche Berufe sind die Aussichten allerdings. schlecht, auch in Palästina, z. B. für den ,Kaufmann, den kaufmännischen Angestellten und dergleicl)en. Dagegen bestehen Beschäftignngsmögliclileiten für Techniker, aualifizierte Arbeiter. Handwerker aller Art. Es ist immerhin beachtenswert, daß abgesehen von europäischen Neisezielen der Hilfsverein zur llebersiedlung nach viernnüdreißig überseeischen Ländern behilflich sein konnte, in erster Reihe nach den Bereinigten Staaten von Amerika. Tie Menschen, die heute tu die Welt hinansgegcmgen find, nach Argentinien, Bolivien, Brasilien, Ehile,-' Columbien. Paraguay, nach Südafrika. Südw-ft. afrika, Rhodesien, Kenya und Abessinien, Persien, Indien China und Niaudschnklio pnd Pwiitero. die NUiglichkeiteu für eine Nachwandernng er- Öffnen. Zn Beginn des Jahrhunderts gab es z. B. in Argentinien, abgesehen von den IEÄ- Kolonien, sehr ivenige Inden, heute leben dort ungefähr;;oo 001» Inden. In Nlvntevideo. wo es vor lü Jahren foft feine Juden gab. zählt.dm .. jiidische Gemeinde, über 17 000 Seelen. .; Eine charakteristische Erscheinung der jetzigen Waiiderbewegnng i't die langsame, aber imverkennbare Steigerung der Ueberseeauswanderung. %an hat es aber zunächst nur mit einer Einzelwanderung zu tun. Was die Pläne für Gruppcn- oder Massensiedluna betrisst, so sind sie in keinem Lande über das Ausangsstadinm hinausgekonunen. Die Liedlmigsbestrebimgen in Frankreich sind nicht weit gediehen. Manche Unternehmungen sind zusammengebrochen, andere befinden sich im Ausbau. Es sind Projekte anfgetancht. jiidische Grnpvelisiedlimgen in Ekuador. Paragnap, Angola. Nenpa. Abessinien und Ausiralien zu schassen. Ueines hat bis jetzt konkretere Formen angenommen, manche darunter verdienen aber ernste Prüfung. Nach Ansicht der Fachleute kämen in Südamerika Südbrasilien. Teile Paragnahs, der Südeii von Chile und Argentinien in Betracht; nördlich von Rio de Janeiro. Asuncion und Santiago de Chile aber sonne der enro° päiscl,e Arbeiter mit dem eiiihelinischen nicht konkurrieren. Die ICA besitzt außer ihren Kolonien in Argentinien eine Bvdenreserve von nlier LOOOOO Hektar. Erst muß sich jcdock) die Lage auf deur die t re i de markt gebessert haben, bevor eine Besiedlung in Frage kommt. Wie die Dinge heule liegen, müßte ein Siedler fiel] nach Ansicht der ICA-Berwaltung gefaßt machen, zwei bis drei Jahre oder auch länger von seinem eigenen Kapital zu zehren. In Afrika kämen für Einzelsiedlniig ivvhk Angola. Kenpa.^ Abessiiüen. Südinestafrika und Südafrika in Frage. Jedoch erfordert eine gemischte Wirtschasi verhältiusmäßig viel ziapital. tind eine Kasseepslanzimg ist sogar (z. B. in. Angola und Kenha) mit noch höheren Kosten (50 000 bis 00 000 NM) verbunden. Junge Nlenschen können aber insbesondere in Afrika in bestehenden Unternehmiingen Beschäftigung finden. Nedner schilderte im einzelnen dieI'lrbeit des .Hilfsvereins im verflossenen Jahre. Seine Hilfe wurde nicht allein von Nlittellosen beansprucht. Auch Auswanderer mit Kapital sind heute ans eine Organisation ivie den Hilfsverein angeiviesen. denn, was der Hilfsverein leistet, ist nicht allein charitative sondern auch konstruktive Arbeit. Wenn neue jüdische Gemeinden gegründet, neue jüdische Zentren ausgebant iverden, so hat der Hilisverein teil an dem Aufbau einer glücklichen Zukunft. Darauf erstattet der Schatzmeister. Dr. Sigmund Wasserinann. den Finanzbericlst. Er sührte im einzelnen die Arbeitsgebiele des Hilfsnereins an. für die Aufwendungen gemacht wurden. Tie Bersannnlung erteilt dem Vorstand einstimmig Entlastung. Nabbiiier Tr. Lea Baeck mies daraus hin. daß die N e i ch w e i t e der A r b e i t d e 4 H i i f -5 Vereins jetzt eine viel größere gern orden sei. In der Arbeit, die sich sonst vielleicht mit ihren Gedanken und Hoffnungen auf ein Jahr erstreckte.' muß man heute den' Blick aus Generationen richten. Es muß an das Schicksal der Jugend gedacht werden, für die ein neues Leben auizuvauen ist. Dadurch hot die Arbeit ihre Größe bekommen, ihre Idee», ihre Weite, ihre besondere Bedeistnng. Nabbiner Tr. Meier H i l d e shei m c r schließt sich Tr. Baecks Tank an und gibt Anregungen für die weitere Arbeit. Schachaufgabe Nt. ly von Justizrat M. Höslcin (Bamberg) in -■Hl M j t ‘' j? " JiC \ - v’i \ MZ | '"tei fCjiA V 1 .'fv/X’*” .f^C"" %% li’ E , H 5 Cl | Die „Selbsthilsegruppe jiidischer Körperbehinderter in Deutschland" (Vvrsit;i'iidcr .sioncs I. HeV - mann, Berlin NW 87, Tilc-Wardenbcrg-Str. 10. Tel. Cf» Tiergarten 1305) hat am 5. Juni ihre Nlonatsversannnlung im Sihungs,Immer der Shnagagc Nlünchener Str. 37. Blatt in drei Zügen Weiss: K;i3, IHM. LM. Lh!, 8,-3 ro Schwarz: Kr^ Ta7, 'l'dl, LaS, Sfl, Baü, cl, c5, d‘J, c3, gl (i'j) * Lösung der Aufgabe Nr. 8: 1. 'JV8—f8, Lgl beliebig: 2. PgDXgöt, f6Xg.">; 3. Sf7—bG malt. 1.c4—c3; 2. Dg3Xt-5t, f6Xcö; 3. SfT—dG - matt. * _ 1. TcSXgS scheitert an c.-i—c3; 2. Dg3Xe3, V Lösuiig der Ausgabe Nr. 0: 1. Lfl-tlö, o-lX(13; Tb2-e2, <13Xe2; 3. dü-^l matt. Nichtige Lösungen von Nr. 8 und Nr. 0 sandten ein: A. Baronowih (Berlini. Susanne Easvarp lin-GrnneivgId>, Tr. st. Cvhn iBnchum), strjß Evl», lStralsiind», Augenarzt Tr. Ezellilier lPectin). .0a„4 David (Hamlnirgi. Gottsried «hmttn'l tStuNgnii,, NNchael Lew) (Kreseld), A. Lötvenstein sGrevent,reich,. Tr. G. Löwenslein (Stuttgart), Willy Alichaelis (Berlin), Tr. Nndolf Neumann (Leipzig), Tr, med. Hans Schlesinger (Mannheim), Nabbiner Tr, Tänzer (Göppingen), Tr. Kurt Dreher (Bielefeld), (Hjch Nudensnhn (Hildesheim), Alfred Beernmld (Mnm-- beiin). Arthicr Jacob (Königshofen>, Joachim Schte^ finger (Berlin), Lothar Schönthal (Nürnberg). Weitere Lösungen von Nr. 8: Znstizrat Georg Aronsopn. Hans stöhn, Sanitätsrat Tr. S. Tomke, 03evrg Lange, S. Notenslein (Berlin), Tr. med. W. Nosenberg (Pfvrzheiint, Sanitätsrat Tr. Nitterdaud (Tßerode), Levp. Nlelirländer (Konstadtt, Tierarzt Bl. Koschminsti (Laiids'erg), H. Lindner nbur^ tunstadti, Tr. med. H. Lob (Bollininl, H. M. Hammeldacher (Nürnberg). Gerda Loewlotoit; lKonsta^r-. Weitere Lösungen von 8!r. 0: stnlins lüilm (Neuwied). Hettoig Kahn (Köln). Arthur Lieben (Berlin), H. Windner (Bnrglunstadt). Kurt Meyec (NiedetbIngelhoim). S ch a ch n a ch r i >h t c n. Im Ca in Tnbrin (Hacken scher Biarkt) findet gegenwärtig jeden Tienstag uni LO.'I Uhr unter etwa 00 Teilnebmern (Bar. Kachba-- Hakoali) ein Wetlt'anwf um die jüdische Berliner Schachmeistersclrast statt. Gäste haben Gelegenheit, das Turnier zu beobaäztcn. auch können sie seihst dort jeden Sonnabend, gegen 20Vj 11 fjr, freie Partien spielen. — Herr Wiltv Blichaelis, Berlin \\ 13. Knesebeckstraße 1GM7 (.1. 1. 3507). sucht einen Schachpartner, der in seiner Gegend wohnt. — S ch a ch b r i c f k a st e n.?l. I. (K.): Cs gibt eine reicchhaltige Schachliteratnr über Probleme wie über Partien; ztveifellvs werden Sie in dortigen Bnchliandlungen ' manches Blich erhalten bzto. destellen können. Bielen Tank für Ihr Interesse; vielleicht tverden Sie die Löserliste sortsetjen, wir behalten uns vor, eine solche mal gelegentlich zu vervsscntlichen. — L. Sch.. (Pfaffen-Beerfurth): Ihre Ausgabe ist zu einfach, die Drohung des l. (Zuge-' zu stark; das Damenopfer ist schon zi> oft dargeslellt worden. — C. R. ('Hildesheim): Besten Tank, ll» pa.--sa.»i-Aufgaben sind aber nur selten noch originell - 13e5 ist nicht nottvcndig, Weiß kann ruhig c5Xh> gezogen haben. — besonderer Anerkemning angeführt: Paula Lcvh tAU). Benno Ziegler (Baß). Hans Assenli c i m (Brriton), der Geiger Theo N a t n e r und der Organist Siegfried Würzburger, der sich auch durch ein Miriationemverl über „Kol Nidre" als satzl'nndiger Komponist nnswies. In den Gesängen bewährte sich der von Frank N 0 t h s ch i l d gcjührtc verstärkte Ehor der Westendjhnagoge. .V. II-e. Amburg An,' Beranlasstmg der Ortsgruppe des C.-B. gab der unter Leitung von Tr. Eh reu reich, Frankjurt a. Bi., stehende ziainmerchor in der Synagoge ein Konzert; es zeigte sich, daß sich trotz der soirst nicht einwandfreien Akustik die Synagoge für Chormnsik trefflich eignet. Namens des C.-B. begrüßte Otto Faßbender die Zuhörer und den Chor. Tr. L a 11 p b e i m e r. Bad Ems. sprach kurze trcssliche Worte über das 'Wesen jüdischer Kunst. Chor und Solisten gaben Tarbietungen von hohem künstlerischen Nang. Nkan hörte deutsche geistliche Gesänge, einige hehräische Chöre und jüdische Bolks- Uodcr. Das besonders in der Höhenlage strahlende Organ Gerta O p P c n I) c i m s gefiel ebenso wie die meisterlichen Soli Pon Frau 'MichaeliS. Patila Levi und Else Hofinann. Tor Tenor MarluS G erlich erfreute — trotz einer kleinen stimmliihen Ermüdung — durch sein gepflegtes, kultiviertes Organ. Hervorragend der Bassist Zanko K a n f m a 11 it. Tr. Ehrenreich leitete mit sicherer Stabsi'ihrimg. Tie Klavierbegleitung lug bei Herbert F r 0 m m , dessen ..Nigmiiin" beachtliches Ku'mnen zeigten, in guten Händen. Bielleicht wäre es angebracht gelvesen. die jüdische Komponente durch Bormehnmg des hebräischen und jüdischen 'tzrogrammtcils noch stärker zu betonen. J. Konstanz D-en Schluß der musiüilischon Bcranstaltungcu dieses Winters bildete das Konzert der einheimischen Künstlerin Else Hahmanw Als Niitwirlende waren ferner Emmh Josef und Mär L i p m n n n, Mannheim, gewonnen. Wir rennen Elfe Haymann aus früheren Konzerten und bewunderten anfs neue die feine Musikalität, die 'Gestaltimg-krast und die brillante Teckznik, die besonders in der anspruchsvollen Sonate A8-dnr von Beethoven zum Ausdruck kamen. Emmh Josef sang mit weicher Stimme Werke von Händel, Mozart und Haydn. Ter Tenor Ntar LiPmauus ist klar und. strahlend. In verschiedenen Duetten klangen die Stimmen fein aufeinander abgestimmt. ' ß. MülMn -Im füngsten Lieder- und Kammermnsika,bLnd des Knllurbnnds lernte man die Pianistin Lola Kron-- h e i m e r kennen, die sich als echte Begabung entpuppte. Saubere manuelle Technik, verbunden.mit natürlicher Auffassung und künstlerischein Temperament. So kamen die keineswegs anspruck/slosen Brahmsschen Händel-Bariationen zu einer höchst anerleiinensivcrten Wiedergabe. Alsdann ' trat der Barilonist Ermst Frank mit stiminungsreicisen Gelängen von Tscherepnin und Rachmaniliosf, die Sopranistin tlicfi Levite mit anmutigen Liedern von Bizet hervor. Frank, auf dem Konzertpodinm. längst heimisch, iveiß seinem dunkelgesärbtcn Organ starke Wirkungen zu entlocken und Packt und überzeugt durch die Eindringlichkeit seines mit hoher künstlerischer Intelligenz geladenen Vortrags. Nosl Levite besitzt einen wohlgepslegten schlanken, zierlickzen Koloratursopran, der sie heute schon 311 schönen Leistungen befähigt und für die Zntunft mxt) weit mehr verspricht. Znm Abschluß des Abends ivurde von Alfred B l n m, Moritz Goldberg, Dr. Benno Flehinger und Lola Kronheimer das Quartett g.nroü für Violine, Biola, Cello, Klavier von Niozart (K.V. -178) in flottcm Z,nsaimnenspiel zu Gehör gebracht, wobei es allerdings nicht in allen Dingen zu einer völlig ausgeglichenen kammeriimsikalischen Intensität kam. FestzlistcUen wäre noch die ausgezeichnete mitschöpferisck)e Licdbcgleilnng durch Kapellmeister Erich E r ck. M. SbecsÄlcllen Begabte jüdische Menschen haben sich unter der Leitung des Schauspielers Gustav Alexander zur - „Oberschlesischen jüdischen Spielschar" zusammengesimden und sind kürzlich mit dem dreraktiqen Lustspiel „Ter Sprung in die Ehe" (von Neimann und Schwartz) zniii erstenmal vor die jüdische Oeffentlichkeit getreten. Im Mittelpunkt der überans lustigen und an witzigen Einfällen reichen Handlung steht ein anmutiges, fesches Mädel (Betty A d l e r - R 0 s e n b 0 u nt), das einem weltfremden, wciberscheuen Professor (Kurt L i ch t e n st e i n) solange den 5lopf verdreht, bis er liebeglühcnd den „Sprung in die Ehe" wagt. Es wirkten noch mit- Salo Landsberger. Walter Rosen bäum Else S i e d n e r und Erna G v t t h e l s. Man war angenehm überrascht von der unter erheblichen Schwierigkeiten stabil gebauten und sorgfältig olls° gestatteten Bühne„ der erakten Einstudiernng und dem im allgemcinen natürlichen und flotten Spiel der Darsteller. ' 8—7- VllSiau Die Stärke des 5. Konzerts in der Breslauer Synagoge (zugunsten des jüdischen Wohlfahrtsamtes) lag in der Leitung des jüdischen Kammercliors und in den Darbietungen der mitwirkenden einheimischen Künstler Herta G l ü ck m a n n und Iascha Bernstein. Ter Chor sang Handels 100. Psalm zwar nicht durchweg befriedigend — hier und da ivaren znm Beispiel die Einsätze nicht präzise genug —, doch blieb der Gesamteiudrnck unbeeinträchtigt, woran die Solostimmen von Lotte Glaser (Sopran), Käte Borowitsch (Alt). Gunter Stern (Bariton) mit Erfolg Anteil hatten Völlig überzeugend wurde dagegeu der hebräisch gesimgene 150. Psalm von Leivandolvski vorgetragen, der mit fortreißeudem Schwung gestaltet wurde. Der Dirigent, Werner Sander, hat die hinge Chorvereinigimg mit einer Sorgfalt und einem künstlerischen Gestaltungsvermögen heranhebildet, die alle Anerkennung verdienen Das indische K'ammerorchester schien diesmal etwas schwach und farblos, was vor allem bet der Begleitung der Solisten — besonders bc memo man es bet Boccherinis Cellokonzert 6-Dur älnn Ausdruck knrn. Wie Iascha Bernstein, der W , auch dem. BoriS-Kroyt-Quartett angehört, duslü Celloknuzert spuckte, das war kaum zu übertreffen ^ur den dritten Satz hatte er eine Kadenz g schriebe-, die für sein seines Stilempfiuden Ebenso festeste ' Bernstein mit kleineren Stucken, die er mit Orgelbegleitnng vortrug. Herta x bc2?rö&tcn Eindruck “ mit ~ ^ni Welt abhanden gekommen" erwies sich als Begleiter „nd als Soly mit Mozarts Fantasie iWoH „Für ein Orgelwerk in emer Uhr" erneut als ein ^iinftlcv nw!Sch spL^ungder sein schönes Instrument Leipzig Es ist dem jüdischen Ausschuß für Kunstpflege geungen, Lotte Leonard zu gewinnen. Um so lreäuer-!S! ’o/.' der Saal nur halb gestillt war. ^otte ^eonard besitzt e,« hervorrageirde AusxtCJ‘? n,,rI> in "'kdern von Schumann, Schubert und Wolf zeigte, und erntete stärksten Beifall. Niemand hätte cs sich entgehen lassen sollen, diese große Künstlerin zu hören. Alfred Simon ivirkle als feinempfindender Begleiter. In der Geselligen Bereinigung bernssiäiigcr dentsch-jiidischer Jugend (G. B.) ivurden Wecke des erst lOjährigeii. sehr talentierten jüdischen Komponisten Hans Erich Cohn lLeipzig) zu Gehör gebracht. Mnsiklehrer Kurt von Schm a t e hatte dankenswerterweise die Einstndierimg übernommen. Das Kaminerorchester brachte eine Sarabande und zivei Adagios 3111)1 Bortrag. Sehr gelungen waren Zwei ssrauische Tänze für Violine und Klavier, vorgetrageu von Walter K a in e r l i n g Bernhard Berkowi tz. Der Komponist spielte selbst seine Rhapsodie Impromptu für Klavier mit guter Technik. H.8ßoiic Ü-ü-5 Leipziger Gottlieb-Streichg 1 mrtett Gott lieb, Jakob Fleischmanu. Wolfg-mg K a u f m a u n, Leo S ch ö n b a ch) und G 0 t t l i e b (Klavier) gaben einen Kammerim-ll!- abend in der Synagoge zu Halle. Das Progranar bnrck)te Beethoven, Mendelssohn und Brahms. Ter Abend ivar für die Zuhörer ein hoher kliiutlerislher Genuß. ' SSdßenfcIö . ^"f Eiuladung der Ortsgruppe des E.-Bm einem Konzert Paul Niederlaud (LeipziPwer Sänger, der über einen lyrisch-heldisäb'>l wenor von strahlender Höhe verfügt, bot ei» am sprnchsvolles Programm: italienische Arie» Bonizetti. Pnceini n. n.. ferner hebräis>B Gesänge. Ter Künstler, den Dr. Rabinv""!: "^Gz:g) sicher am Flügel begleitete, hatte ordentlichen Erfolg. S.R. Kommsrn n! uCv Z" zt Öslili fand a>» smn Kiilturabend statt, veranstaltet vom Pre»!.RllH Landesverband jüdischer Gemeinden. Tr. Lud»"> (Franlsnrt a. d. O.) sprach über A" des deutschen Judentums u»d usullte die zahlreich erschienenen Gemei»dea»gl'lio neuer Zuversicht Hedc T ü r k .slwg künstlerisch sehr ansprechender Art *%" ^teöcc von Beethoven, Mendelssohn, ^chuma» , Schubert, Wolf und Dvorak, ans der Orgel von Tt. Landau begleitet. Eine älyiliche. ebenso g-' lungene Veranstaltung fand in Kolberg sta - Auch hier hatten sich Hede Türk und Tr. Landau rn den Dienst der Sache gestellt. i»«v>!Ä tuh rm alt iiiiMh V.i-i.. ■Tr"cT m Bfu in o < m Toi.; dir a Kill/l! FO 1 Kudi Ruh iT1 *J M Ef KC (UH