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Central-Verein-Zeitung · 1934-05-31 · 22 (31.5.1934) · page 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
22 (31.5.1934)
Date
1934-05-31
Page
– (sequence 5)
Language
German
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""""N __J I W. 1). oriliO'i. Tb( $ n ■ r. C% 5111?(r. 24 V^3o WO L— Mp. 22!• BoSbSaw ZsWWWMNt vs» Sr.Brmw«Mld, SsrWsaSsm bsr Lmdesversmtrs ®&mm 6®s ^«rÄosrsds Zeiten der Sorge sind Zeiten des Ernstes. Ties gilt für das Schicksal jedes Menschen, es gilt auch für das Schicksal einer Gemeinschaft. Einst, das bedeutet nicht Trauer. Gerade wir Inden Habels im Laufe unserer Geschichte Immer wieder bewiesen, in welchem Maße Lebens',ühigleit die Schwierigkeiten des Tages übern'indcn kann, und welche Haltung dem einzelnen das Bewußtsein des Eigenwertes verleiht. Auch l)eutgutage macht gebieterisch die reale Tatsache, daß in den einstmals wirtschaftlich gesicherten Teilen der jüdischen Depölkerimg die Frage der weiteren Eristenzgestaltung nicht mehr zn übersehen ist, Lebensübermnt und Ueberheblichkeit unmöglich. Das trifft auch ans den zu, der in seiner eigenen beruflichen Tätigkeit nicht vor neue Fragen gestellt ist, denn er hat im nächsten Verwandten- oder Vckann umkreise Menschen, die mit seelischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu ringen haben. Gennit, auch in unserer Mitte sind Elemente, die ihr eigenes Wohl vor das Wohl der Allgemeinheit stellen, und die ihr eigenes Verhallen nur nach ihrem eigenen Interesse und nicht an den Notwendigkeiten der Gemeinschaft messen. Wir wissen aber auch, daß das Gros der jüdischen Gemeinschaft mit diesen jüdischen oder „jüdisch" wirkenden Elementen nichts zu tun hat. Es ist vielfach im jüdischen Lager die Anregung gegeben worden, jeder solle in einer Art Selbstjustiz gegen diejenigen Vorgehen, die sich durch ihr Benehmen an der Ehre der jüdischen Gemeinschaft vergehen. Wir glauben, daß eilt derartiges Vorgehen weder möglich mul) notwendig ist. Es ist nicht nnöglich, weil, ganz abgesehen von der Schwierigkeit, die Schädlinge nach ihrem Aussehen stets eindeutig als Inden zu erkennen, der Begriff des schlechten Benehmens kein absolut feststehender ist. Was für den einen Beweis eines Temperaments ist, empfindet der andere als Lärm, was der eine vornehme Zurückhaltung nennt, bezeichnet der andere als hochmütige Ueberheblichkeit. was dem einen Rücksichtnahme ist, gilt dem anderen als Leisetreterei. Aber wir wollen ihn nicht totschweigen, dm unbekannten jüdischen Parasiten. Wir wollen ihn nur nicht ins llinvirkliche vergrößern; denn er hat mit dem Gros der jüdischen Gemeinschaft ebensowenig gemein, wie der nichtjüdische Asoziale mit dem Gros seiner Gruppe. Tennoch: schon die primitivste Rücksichtnahme auf die zahlreichen verarmten und verbitterten jüdischen Glaubensgenossen muß es verbieten, einen noch vorhandenen Wohlstand in einer Weise zu zeigen, die provozierend wirken muß. Tie innere Würde verbietet es, daß ^uden sich an Stätten sehen lassen, an denen sie unerwünscht sind. — Müssen laute Unterhaltungen in Verkehrsunternehmungen, Easäs usw. geführt werden? — Ist cs nicht richtiger, daß Frauen, welche ein ausgesprochen jüdisches Aussehen haben, in ihrer Kleidung, Gesichtspflege usw. sich znrückhalten'? Ein Koder, wie der jüdische Mensch sich verhalten soll, läßt sich nicht aufstellcn, für Taktfragen lassen sich keine allgemeinen Formeln prägen. Aber daß die überwiegende Mehrzahl der deutschen Iudenheit dieses selbstverständliche Taktgefühl besitzt, mag als Gesundheitsmesser der jüdischen Gegenwart angesehen werden. Welche Folgerungen sich hieraus für das Verhalten des einzelnen ergeben, wird seder erkennen, der vor seiner Gemeinschaft und vor der Verpflichtung, die ihm die jüdische Geschichte anserleest, bestehen will. Tie Tageszeitung der Teutschen Arbeitsfront „Ter Tentsche" berichtet ans Regeusburg, daß der Sohn eines Straßemvärters in .Nun,zig bei Bits' Hofen in einem Kleeacker sterbend aufgesimden nnirde. Zn dein herbeigeholten Vater habe das neunjährige Kind noch lallend die Worte „ein freinder l'unm . . ." gesprochen nnd dalxn ans seine Kehle gedeutet, dann verschied es. Tic Polizei hnbe bisher noch keine Spur von den: Verbrecher gesunden. Diese Nachricht trägt die licberschrift „Ritual- 'mord?" * Von der Jüdischen Gemeinde in Kattowrtz wurde ein Prozeß gegen eine dortige Zeitung angestrengt, die ans Grund falscher Talmudzitate den Juden Nitnnlmprd vo'rgeworfen hatte. Die Zeugen und Sachverständigen, darunter der bekannte katholische Geistliche und Professor der Krakauer Univcrsität A r ch n t o v s k i, stellen einstimmig fest, daß alle d e r a r t i g c n M n r che n ans bloßer Phantasie beruhen. Professor Archntovski erklärte, daß er seit zwanzig Jahren solche Prozesse mit Aufmerksamkeit verfolge, nnd das; es niem a l s vorgekommcn sei, daß s o l ch e M o r d e tatsächlich n n ch g e w i e s e n wurden. Schließlich mußte auch der angeklagte Chefredakteur des Blattes selbst zri geben, daß er an die Existenz solcl;er Morde nicht glaube, aber die Nachrichten darüber krerbreitet hatte, um den Inden zu schaden. Das Urteil wird denmächst verkündet werden. Am 26. Mai fand in Wien die erste Verhandlung in einem Prozeß statt, in dein — znnr ersten Male in der Geschichte — nicht Inden, sondern Zwei Katholiken, der verantivortlichc Redakteur der „Gerechtigkeit". Franz Weniger, imd Frau Irene Harand den Nachiveis erbringen wollen, daß die Nillialinorddcschnldignng eine Lüge ist, und die Zil ihrer Begründung herangezogenen gefälschten Talmudzitateeine Verunglimpfung des Talinnd darsteUen. Gleichzeitig sollen die'„Protokolle der Westen von Zion" als Fälschung dargetan werden. Frau Irene Harand, die Führerin der gegen den Antiseniitisnins gerichteten, von Nichtsnden getragenen „Harand-Vewegung" hatte ans iviederholie schwere Bcrlenmdniigen nnd Beschiinpsimgen des Indentnms durch ein in Oesterreich erscheinendes antisemitisches Blatt mit einem Artikel geantwortet, in den; sie die betreffende Zeitung wegen Wiederholnng der Ritnalmordbcschnldignng, Berufung auf die angeblichen Protokolle der Weisen von Zion und Bernnglimpsnng des Talmud der Lüge nnd Berlenmdnng geziehen Halle. Das angegriffene Blatt erhob eine Presse-E!;renbeleidigungsklage gegen die Berfasserin des Artikels nnd den Verantwortlichen Redakteur Franz Weniger. In der vor dem Oberkandesgerichtsrat Tr. Kunze dnrchgesnhrten Verhandlung erklärte der Vertreter der Angeklagten, das; diese den Wahrheitsbeweis für die in dem Artikel erhobenen Beschuldigungen nntreten. Sie beantragen die Einholung eines Gutachtens des erzbisä,öflichen Ordinariats, der theologischen Fakultät der Wiener Universität nnd anderer Autoritäten darüber, daß die Ritnalmordbeschnldigung eine Verleumdung ist, die Protokolle der Weisen von Zion gesälscht sind, nnd daß es eine schwere Bernnglimpsnng des Talmuds bedeute, wenn behaupte! werde. der Talmud schreibe den Juden Ausbeulung und Bennichernng der Nichtjnden vor. jadiitjüäijü ifin 3otä&s - iwtsdis# Cfea LAS. M m<& rteSgQljl FrGFBEawrt a. fwl. Büro des Landesverbandes Hessen- Nassau und Hessen Sfeinweg 9, Zimmer 22. Tel.: 25403. Montag bis Freitag 11—13 Uhr, sonst nach vorheriger Vereinbarung (Väainz Nebenstelle des Landesverbandes Hessen-Nassau und Hessen (für Rheinhessen) Franziskanerstr. 11—10. Montag, Dienstag, Freitag 11—13 Uhr; Dienstag auch 15—17 Uhr. SV 6 u ■ -3;. y - j Z2 Am 22. Vtai sprach der brannichiveigischd Ntmrsterpräsident Klagges in einer Massenkundgebung in Harburg.-Wilhelmsbnrg zu dein Thema „Kampf den Miesmachern!" Ter Redner ging nach dem Bericht des „TNB" davon aus, daß'niemand lvzweifeln könne, daß herrliche Erfolge erzielt wurden, wie sie wohl in keinem Lande der Erde erreicht worden seien. Er sprach dann von den Gegnern, die hinter der Front seien nnd verglich diese mit Hhänen des Schlachtfeldes. Bon den läOprozentigen Nationalsozialisten sei n. a. behauptet worden, in der Indensrage härte die Regiernng versagt. Es müsse doch zugegeben werden, so betonte Ministerpräsident Klagges. daß die Juden ans allen öffentlichen Aemtern entferne worden seien nnd daß sie nirgends mehr einen Einfluß hätten. ZMan könne natürlich das jüdiilche Volk nicht vollständig ansrotten. Das sei aber auch gar nicht die Absicht der Nationalsozialisten. K«MZÄ Wr he'tffÄs mm mm fm MkNtLZM Unter Hinweis ans die Stellungnahme des Relchsmnnsters Tr. Goebbels in seiner Sportpalastrede zn der Frage der künstlerischen Vlll- Wirkung von Inden innerhalb des denstclien Ku'lurlebens heißt es in den Veröffentlichungen des „Kampslmndes sür deutsche Kultur" und des Reiehsverbandes „Deutsche Bühne": „ . . . Nicht nur als Schauspieler und Säuger verbitten wir uns die Juden", so heißt es u. a. Weiler. „sondern auch als Autoren nnd Komponisten. Auch als Tertdielster in nnisitaliselieu Bühnernverken verbitten wir uns die Inden ebenso wie als lllegissenre oder Bülinenbildner. klnsere kompromißlose Ablehnung trifft aber au>u jene Indenstämmigen, iveliche als sogenannte Frontarier heute noch ans Nebengleisei' oder Hinterhöfen glauben, ungestraft Personal- und Spielplanpolitik treiben zn können. Ebenso lehnen wir ans deutsche« Bühnen alle jene Leute ab, die heute noch mit jüdischen Kreisen befreundet oder mehr oder tveniger vercheirater sind. Sie mögen noch so große „Könner" sein. Tic Kernstellmrg des Indentuius iu der dentsclnui Kultur bilden »och lieule die jüdisclien Bülmeii- Verlage, die nur leider verabsäumt haben, il>rer llAaehtstelluug zu entkleiden." As oAtißkklrU'ecrr in PakäMa T el-2lvlv, den 20. Mchf zgu-i. Eine Wette der Empörung gcl;t durch das jüdische Palaitnia. Tie R'egierimg hat die Zertifikate sür das laufende hübe Jahr bekanntgegeben, und zwar sind dies Dieses Mal Halle die Iewish Ageneh davon Abstand geuoininen. in laugen Denkschriften die Zahl der von ihr verlangten Zertifikate zu begründen. Sic hatte viclrnehr gebeten, daß ein Vertreter der Regierung mit ihr zusannnen die Verhältnisse in; Lande prüfe nnd dann fernen Bericht gebe. Ties ist auch geschehen. Rcan fuhr durchs Land nnd besprach überall die Arbeitsbedingungen! Das Ergebnis der Untersnehnngen rvar der Vorschlag, mehr als 2uooi) Zertifikate auszngeben. Tie Regierung hat lange beraten, nnd ist dairn zur Zahl 5600 gekonrinen. In der Begründung ivird gesagt, daß eine (besamt- Immigration von 6000 vertretbar wäre, daß man WZs RLVWWWt m WMMHZs MM-WNÄ Es ist charakterrstisch für die Kultnrbimdbcweg»ug. daß überall zunächst die All n s i k im Bordersirund der Aufbauarbeit steht. Für sic findet sich vssenlundig am schnellsten ein ansnahmebereites TEEikum, und für sie lassen sich noch verhältnismäßig am leichtesten die technischen Schrvierigkeiten überwinden, die mit der Einrichtung eines großen tünstlerischen Apparats gegenwärtig verbunden Hub. Auch der Kulturbund d e n t s ch e x Fu b c n R I) ein- M a i n stellt an die Spitze >eines großzügigen, ans alle Zweige der Kunst nnd Allssenscliast ausgedehnten Programms den Ausbau E's Ainsitrvesens. Tessen festes Rückgrat ist seßt bnrch das unter der Leitung des früheren F"auknirtcr Opcrnhanskapollmeisters Hans Wilhelm t e i n b e r g stehende B e r n f s v r ch e st e r geschossen worden. Nur wenige Besucher des ersten Konzerts.^ das großen Saal der Franlfnrtcr Loge stattfand, rden üch einen Begriff davon gemacht haben, s es heißt, gegenwärtig eine Instrmnentalverschalt ansznbanen, die allen Erfordernrsten. 'besondere dessen künstlerischer Natur, hinreichend tipricht. T'c Schivierigkeit, gnalisizierte Bläser Zil loinmen, 'Zß sich noch nicht gaii.z überivinden. rschiedene Instrumente iverden Ziiiiächst durch s ihnen im Klang verwandtes erseht, oder ihre timne ivird in Notfällen von der Nachbargnippe t übernvlninen: Zugeständnisse, die dem mit der trtihir nicht völlig vertrauten Hörer launr ausleii werden. Daß diese Retuschen die künstlerische irlung nicht nennenswert beeinträchtigen, erv;t mit Freude auch das aiif bestimmte Klangeben vorbereitete Ohr des Fachmannes. Das neue Orchester ist erst Anfang Mar zunnnengetretcn. In knapp vier Wochen ist e;n nngkörper von teilweise hervorragenden Eigen» tasten entstanden. Tiefe rrchen begreiflicherweise erster Linie bei den Streichern.^ ^-on zwei onzertmeistern im Range Hans .? '3 ^' a u n s und Rudolf B e r g ur a n n s geuihrt (mw >n nussallend guten Instrumenten gestützt), einiclelt diese Gruppe eine -Tonschönheit, die den ergleich mit jedem anerkannten Orchester schon tzt anshält. Was durch intensive^ alebschere Nebenarbeit zn erreichen ist, betnnden m gleich, ‘lafjc die Holzbläser. -Itzre rhythmische- Präzision irnd ihre Klangverschnielzimg ließ die kritischsten Ltesten des Violinkonzerts von Mendelssohn gelingen. Seinem großen Können als Orchester e r z i e - her fügte Steinberg auch diesmal die schoii so oft erbrachten Beweise des sonveräiien F ü h r c r s hin- Zil. In außerordentlich plastischen Konturen mid mit dramatischen LpanniingSreizen, die auf beit geborenen Operndirigcnteii Hinweisen, ließ Steinberg packend Schild erts V. Sinfonie K-ckur erstehen. Tie Absicht, möglichst iu jedem Konzert einen jüdischen Komponisten zu Gehör komnien zu lassen, wurde diesmal diirch Atendelssohiis Bivlinkonzert verwirklicht. Hans Bassermann spielte es stilvoll mit seidigem, beseeltem Ton. von Steinberg brillant begleitet. Eine zügige Tarstellnng der l. Sinfonie von Beethoven, in der der Dirigent noch einmal alle Eigenschafteii seines sensiblen, sprühenden Temperaments nnd seiner Formbeg'abmlg erweisen konnte, schloß den Abend glanzvollab. In einer geschlossenen Mitgliederversammlung mriß der erste Vorsitzende. Sanitätsrat Tr. Albert ttlinaer. nochmals die Ziele des Kulturn n d e s Rhein- M a i n. Ten Mittolplmkt der -eranstaltimq bildeten geistvolle nnd anfschliißüche Ausführungen von Tr. Hermann (Sünderseiiner' über den „Indischen Kimstsammler". Ter icainli des jüdischen SannnlertumS fällt m 'eutschland mit der Emanzipation ziisnmnicn. d;e ald Erscheinungen wie den Vr,üizensamliilcr Idler nnd Bilderfreund Benjannn Ephraim m Berlin hervorbrachtc. Lichtbilder vermittelten iteressante Einblicke in die nicht mehr vorhanjenen Sammlungen jüdischer Kunstfreunde und '"Ä? Kiie^aii dieser Stelle nicht ganz glückliche Ggänziing schlossen sich an die mit starkem. Beiall ailsgenomincnen Darlegungen Gnuderstzenners wch Borträge kantoraler Gesänge von Ern,t Wolfs nd eine Rezitation von Franz Oppenheimer a;;. ^.rtur Holde.; WA» 'üvSV vy-y/v WOvi/v präsentierte sich die reizende -Aiifsührnng im Berliner Knlleite I acobi nnd Jnul'er Blcichenivaiig — Fred A l e x a n d e r. Tie junge Lieselotte Jacobi wirkt durch die Frische ihrer Erscheinung, aber sie ist noch sehr abliäiigig von dcii; iiligleich urwüchsigeren niid stärkeren Borbild der Atira Rosowski. Ihre Bewegungen sind unfrei, vor allem sollte sie die Aussprache der Zischlaute korrigiereii. Wir erinnern uns ihrer Cäeilie im „Paracelsus", und glanbeii, daß ihr die zarteren Rollen besser lieger; als die bnrschikoseii. Fred Alexander, iioch in gutem i'lndenken vom Nodrigo in „Othello", spielt den Bleichenwang zwar nicht so Waßmaimsch wie sein Vorgänger Knthan. aber nran glaubt ihm die Trottelhaftigkeit nicht so ganz: er spielt den Trottel, aber er ist keil; Trottel. Trotz dieser Beanstandlmgen erfreuten die beiden jungen Künstler das Publikum ebenso wie das Lachgiiartett Lion — Wisten — Lotte Stein — Brand, die reizende Ruth Reimer als Olivia, Lenard als schöner Orsinv, nnd das übrige Ensemble, von denen jeder an seinem Platz steht. vr. M. E. KWM Wh 8ZÄMZZ k MM M iü KckÄ Wiesbaden Kürzlich fand im Nahmen der Beranstoltungen der Loge und deS Lehrhanses ein geistliches Konzert' unter der .Leitung des Kantors S. L i l i c n t h a l statt. Es wurden fast durchweg moderne jüdische Komponisten zu Gehör gebracht; unter nenn Nummern befanden sich nicht weniger als sechs Uranfsührnngen.. TaS Orgel- Präludium von Rtax Wolfs nrid dis Passacaglia und Fuge über Koluidre von S.^Wnrzb u r g e r sind kontrapiniktische Meisterstücke. Ersteres wurde von Erich W o l s f. letzteres vom .Komponisten vollendet gespielt. Zwei gottesdienstliche Gesänge mit Chor, Ss 'u sch 'oriin von Leon Kviiitzer und Jigdal von Eduard Dirnbanm. Ziver leidenschaftliche. Gesänge von bcdentendein Kunstwert. Lehrer Capell sang i,i meisterhafter Weise die schwierigen ^oli. Bier wertvolle Lieder, komponiert von Rost Geiger-Kuttmann, wiirden von Herrn L i V nr a n n. Mannheim, nnd Hanna Stein, Wiesbaden, ansprechend gesimge»: ebenso fand ein „Tranergesaiig" von Herbert Lilicnthal durck; Fra;; Hirsck>- B r a in s s e n eine vorzügliche Wiedergabe. Ten Höhepiinlt der ^Eranstaltnng bildeten die Kom Positionen von Heinrich S ch a l i t: 'Psalin 20 sür gemischten Chor nnd zioei Lieder. In Schatik lernen wir einen Komponisten tcniien, der am gliicklichstcn moderne mnsilalischc Ansdrncksmitlel mit dem Geiste jüdiselier hierarchischer N.'iisik verbindet. Seine- Kompositionen maclstcii den tiefsten Eindruck. Ter Psalm 0l von Rteyerbeer beschloß das Konzert, dessen lünstterischer Erfolg sehr beachtlich >var. Mainz Mit dem Arien- und Liederabend von Ernst Wolfs und dem Kammermiisilabend mit Stephan F r c n f e I (Berlin) nnd Hans Wilhelm Steinb c r g (Frankfurt a. Nt.) erreichten die Wintervoranstaltmigen ihr Ende. Ernst Wolf sang in der Hauptsache Schmnann. Schubert und Wolf. Besonderen Erfolg erzielte er mit Liedern aus „Pierrot lunaire“ iu der. Vertonung des persönlich crschiencuen Komponisten Vtar K o - ivalli. Tr. Willi Salomo n am Flügel hatte nicht zuletzt großen Anteil an dem Erfolg des Abends. Ter Kaminermiisikabeud brachte Lüerte von Mar Reger, Karol Rathaus und Cäsar Frauck in meisterhafter Weise zu Gehör. FranNurt 8. M. Das künstlerische Eigenleben der Franksurter Synagogenchörc hat sich schon im Lause der letzten Jahre erheblich verstärkt. Rtehrsach gab gerade die Westeud-Synagoge den stimmungsvollen Rahmen für großangelegte Aufführuiigeu ab. Tas Programm des Konzerts iu der vergangenen Woche enthielt neue Werke Frankfurter Tousetzer. Bernhard Sekles verarbeitet zwei Rivtive aus Festtagsmelvdien zu einer Rhapsodie sür Violine und Orgel, ohne von der inneren Notwendigkeit des angewandten virtuosen Stils zn ül'erzeligen. Rosh Geiger - K n l l m a u u >veiß d:e Eindrnckskraft der Tichtung eines Lobgesauges durch das feierliche PühvS ihrer lllletvdik zu steigern. Zwischen den Ntnsikninmnern sprach Edith H e r r u st a d t - O e t t i n g e n tlng und ivarmherzig. wenn auch liänsig liberüiirzt und insolgedessen etivas unplastiscl), alttestamen- ' torische Szenen nnd moderne religiöse Dichtungen. Ans der ' großen Schar der Solisten seren mit

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