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Central-Verein-Zeitung · 1934-05-31 · 22 (31.5.1934) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
22 (31.5.1934)
Date
1934-05-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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kanaitischen Klemitaates eutgegeugeht. l\L Palästina als jüdische Chance dem iin erciana geweiht. Die nalwnale Samm- 1 begünstigt fraglos eine solche Entwicknq Sie bedarf daher der e n e r g i s ch e n irische Sein ^um Garanten gegen jüdi Entartung. Wie Suchen und Sehnen z Zentum gehören, seltsam «Lina: die (Mti clic Verumng an cs erging, wie Leid und Not otbcnskampf und Auslese erzeugten, seit die rme Verbannung vor zweieinhalb Jahrjaulenden den jüdischen Weg enger hWer bahnte als den Weg anderer Völker, wie frinhtbare Spannung im Wettstreit mit einer anders gc- Meten Umwelt den Willen stark und die ,;räile lebendig erhielt: so sollen Suchen, Ahnen, Leid, Not, Kampf. Wettstreit und fruchtbare Spannung weiter sein und weiter führen ans diesem jüdischen Wege, der uns biä hierher bewahrt hat. Und wenn der Weg unels Palästina, ums auch wir hoffen, für die. die ihn gehen, ein Weg zur Wirklichkeit wird, ein Weg zur Norm und zu leichterem Glück, dann wird um so mehr Not sein nach einem Weg der Idee, der schmerzhaften Auslese und bcs schweren Siehbewahrens, nach unserm dentsch-jüdischen Weg. iv. deiMe Fa Aber wir gehen den deutsch-jüdischen Weg nicht nur um dieses jüdischen Sinnes willen. AHr gehen ihn, um unser ganzes, auch um unser deutsches Sein zu erhalten. Es fällt uns schwer heute, da die deutsche Wertigkeit des deutsch-jüdischen Menschentypns von fast allen Sielten in Abrede gestellt wird, deren Autorität gilt, von diesem Typus als von etwas Bejahen-nvcrtem zu sprechen. Trotzdem bleibt uns die Teuischheit unseres Wesens ein unzerstörbares. unschätzbares Gut. Man versagt ihm die nitfeere Anertennung. Aber wir selbst, die wir darum gekämpft und gerungen haben, die es mit der ganzen Liebe erfaßt haben, zu der nur die Gefahr befähigt; wir, von denen tausendmal das Opfer unseres Deutschtums acwrdert wurde und die tausendmal spürten: mir selbst sind es, die uns mit ihm opfern nnistlen. — wir haben den M nt zu i! n s e r m z w i e f a ch e n S e i n a u ch heute nicht verloren. Unnötig, laut zu deklamieren. was uns deutsche Heimat und deutsche sinnst bedeuten; unnötig, hinautzzuschmettern, wie unsere Seele verstummen müßte, dürste sie sich nicht mehr in den geliebten Lauten deutscher Sprache offenbaren. Wo das innere Erbeben unter der Erschütterung dieses uns aus- F.'egten Kampfes noch nicht abgellnngen ist, ist e^ schwer, laute Worte zu machen. 'Unsere schmcrsgeßählte Liebe zu Deutschland ist still geworden. Aber sie lebt und will weiter leben und will ihre befruchtenden Ströme in Bindern und llindeetindern nicht versiegen lassen. Das sich der deutsche Sinn, den nur wir noch unserm deutsch-jüdischen Weg zu geben vermögen. nachdem andere Maßstäbe "außerhalb unser selbst ihn verstoßen haben. Au dieser Stelle muß cüc Wort zu dem MeinungSstrei: gesagt werden, der um daz ferch n g e:: c Jahr h ändert der E m a n z i p a-!ion enibraimt i[t. Es ist in gewissen zionistischen Kreisen Mode geworden, diese Epoche als einen Ivrwog zu bezeichnen, als eine Zeit, in der die An-- cüemnwg der deutschen Inden dnrch ihre Umwelt chlg um Zug mit Verrat, Lüge und Abfall erkauft wurde. DaS llnterfangen, über Geschichtsepochen in lliidlicher Schnrarz-Weiß-Manier abznurteileir. als ib ee mH mir übersührte Verbrecher handelte, ist zu Melcot. als daß eö fleh verlohnen cvücde. dam>cf chgugehen. käme nicht darin eine weit verbreitete rb.miming zmn Ausdruck, die ans Enttänichnng cmd v'ch'loiigl-i^ geboren und nur allzu verständlich ist. Jen hallo an die Emanzipation geglaubt und ihrer chub.inin-tcächligleit vertraut, man hatte sich in ihr w filier aeiühn, paß die Opfer an jüdischer Subichip die inan ihr freiwillig brachte. tanm mehr als I'cku'le empfunden wurden. Kein Wunder, daß bei Iw Plötzlichen schmerzhaften Erwachen die Einnnzi- PMwii als Trägerin aller zerstörten Illusionen für chs Zcschehcne veranüvortlich genracht wird. Aber ^unnunigen taugen nicht als Slützen für Gescbcchtseww'ephien nnd ganz besonders nicht für solche, die schu.dcr Tentung der Vergangenheit zu einer mög-;^wl emieirigen nnd gewaltsamen Formung der Zn- Zun cwrzuitvßen bcathichtigen. Die Tentnng der lchRchen Emantzpat'ionseprche aus der Stimmung "r Eattänichnng hcrnus ist nmvistenschaftlich. schief HMmgcn von jener im dialeltischen Geschichtsmiam beruhenden Ungerecht:gleit gegenüber jeder ""Zbm Vergangenheit, die durch das llrteil der chastcn Zukunft wiederum regelmäßig Lügen gecha't wird. Die dentsch-südische Entwicklung des .j- '-md deS ersten Drittels des 20. Jahrhunderts Zclt eine historische Nutwendigleit dar, die im Zuge I curvpäicheil Eescyichtc lag nnd über deren „ob" . Z „ab nicht" ,zn streiten ein müßiges Spiel bc- Zmet. Als einzige echte Problematik erhebt sich die was die Epoche gestlmsten hat und wie sie ch ZUwin mit dem Jahre 19bll eingetreteicen Ab« llvlst-t beictsche Judentum st: die neue Zeit Vv'l’ .^rnöc iß. ganz besonders wenn man die '..ch'sssteilen anderer posiemcmzipatvrcscher Länder £■*11 v ergleich heranzieht, nicht anders altj im Sinne >larlen Anerkennung zu beantworten. Sieht 'fJ-L-ko" den zum Teil nnersrenlichen RandiM'^^Ulgen ab. die man zu Unrecht zum Typ er- QprJvl VUÖ 15Cr delllsch.jüdischen Gesamtheit zur Last in« •, Jlnt) stößt man Z'.nn Kern der Dinge vor, £fJ^: Bild, das jeden Deutsch.Inden mit üin , ^sütlen kann: lebendiges jüdisches Becvußt- ^st'Iv-vn geistigen Niveau; ein Hockstand stl- «ttit'il öer Deutschland geradezu zum z * Ü’jubi’jdjcu Zentrum der Welt genwcht hatte, v, v5ri'u.1 vü! dent'cher und allaeineinor Bildung Ds,,!,,.I^iLhlIicher Breite mcd Diese der erfaßten schließlich: eine Kraft im Leiden, " L UilL1 /V»»U.}L i'u v r-fi. e Kraft im Leiden, die dnrch trag mcsgrws^n v"» Wohlleben und Genuß nicht t ^ls Ergebnid bleibt die Em- Ochnung der Ghettotore, das Goschenk tw ba5T-1!Ut der Emanzipa-tion den deutschen thr \^ixq:hüitVvwar Schicksal, war Gebmc.n Hoffnung. Die deutschen Juden m Höhen und Diesen: die schvach , b zunc Abfall, unterlagen ^er Gefahr; J. Jj. We den Verlockcucgen trotzten, {*n l lr d t scho und deutscho Krästc Zu einer menschlichen uns % f V H " u g. d i ed a s U r t e i l der piimrtläL11 4 i zu scheuen hat. Don allen . < ^ändern hat ans vielen Gründen nur ^.<-Utschmn.d wirklich fruchtbare Synthese gc- 1 r * * ir lüir sollten heute den Fortbestand einer solapn Chance mit Füßen treten? v-9ß$ mmm r. . .Judentum braucht Deutsck)land. braucht diese schmerzlich geliebte Wahlheimat seiner geistigen Entfaltung. Das Judentmu cniaH l btc stenz in der Welt, um einig die Zür Gerechtigkeit gegenüber der Schwäche zli mahnen, ilM nach außen und nam innen eine ewige Schranke gegen Ueber. mut ltnd überhebliche Entartung 31t fein. So ci'füUt es die Sendung seiner Neligivn, deren ethische Grundnormen im Huinanismus ihre weltlich.philosvphische Fortbildung erfahren haben. Gerade in einer Epoche, die die zcitgeblnldenen Forilien des Hnmanisutns überwunden ^zu habcit glaubt, sollte diese Funktion der jüdischen Zerstreuung für die Erhaltung der E w i g k e i t s we r t e menschlicher .Gesittung n i c!) t u nterschätzt werde n. War, wie Bacck (Wesen des Judentums. Seite 2S:i) sagt, das Judentum „das llnantikc in der anttleu Welt, das Unmoderne in der moderneit Welt", so soll es bleiben: das Ohnmächtige in der Welt der Machtkämpfe, das unpolitische in der Welt der Politik, „der große Nonkoltformist in der Geschichte", der große Anachrvnist. Cinbezogerr in einen so gedeuteten Simr deutsch-jüdischen Seins bekennen wir uns zu unserer Deutsch-jüdischen Zukunft. Sie ist jüdisch simwoLL — Mastftab: jüdische (HcschichLe —, deutschjüdisch wertvott — Muststab: wir selbst und unser Geworvcnsein, — menschlich beDentungovol! — Maststab: Weltgeschichto—: sie ist würdig, mitdcnÄrüsten unserer Besten gebaut und gesichert zu werden. ' VI. ItL Dkg Der Weg ist schwer, unzeitgemäß,- entsagungsvoll. Aber um dieser drei Werte willen muß er gegangen werden. ' Wir wissen auch, daß er nicht in jedem Falle heute schon gangbar ist; immer wieder müssen einzelne jllnge Menschen aus. Mangel an Arbeitsmögltd)fcit die Heimat verlassen. Da? besagt ebensowenig gegen den derrtsch-jüdischen Gedankell, wie sich der national-jüdische jemals durch die praktische Begrenztheit der Palästinalnöguchkeiteu hat irre machen lassen. Wculi wir nur willen, daß es eine delltsch-jüdische Eemeinschastslosung gibt, die rveroen kann und werden soll, die den Einsatz unserer Kräfte lohnt, dann schreckt uns keine Schwierigkeit. Wir Juden sind ja schwerste Lebensbedingungen immer gervvhnt gervesen, und wenn wir verstehen, in unsererGeschichte zu lesen,dann werden wir finden, daß wir uns desto besser bewährt haben, je rauher um uns die Stürine des Dasernökampfes tobten. Auch das deutsche Jlideutum unserer Tage wird neue Kraftströme in sich pulsen fühlen, wenn es aus die müde Frage „wozu das alles?" wieder begeistert und aufrecht Antivort zu geben vermag. Aber die ^Autlvvrt. die wir bisher Vers! spricht nur vom geistigen Sinn unb vorn der deutsch-jüdischen Aichtung; sie hat den selbst, seinen Bau nnd seine Etappen noch gezeigt. Um ihn durch das Gestrüpp der Ze zu bahnen, müssen wir seinen bisherigen Lauf durch die Geschichte der Einauzcpatiou, in kurzen Zügen angedeutet, so sehen: Tie erste Emanzipation erfolgte, als da8 Zeitempfinden, begünstigt dnrch-die gcsellschastliche und wirtschaftliche Entnncklnng Westeuropas, das Ghetto nicht mehr duldete, lieber viele ^chwierigleiten nnd Rückschläge hinweg setzte steh die formale Gleichberechtigcmg der Iclden dnrch nnd wurde zur objektiven Aechtsgrnndlagc ihres Verhältnisses zur llmwelt. Von dieser Entwicklung zu unterscheiden ist die gegenseitige Annäherung (Assinülation!) des subjektiven Einpsnwens, die sich vor nnd nach den cmalczipakorischen Akten z>var der gesetzgeberischen Tendenz etwa Parallel bewegt, also im ailgeincineu zu besserem Verstehen zwischen Juden und Nichtjudcn vorschreitet. die aber doch einer starken, im Vergleich zu der Starrheit der Nechtssetznug wcsentlich schwankenden Eigenbewegnng unterliegt. Die Gesetzgebung kann nur in großen Etappen vorckvärtsschreiten; das Bolksempsinden hingegen rengiert langsam und fällt, auch selbst wenn out rechtiidjer Umbruch in: Augenblick seines Geschehens freudig begrüßt wird, oft nach kurzer Zeit ivieder in die Stiunmmg vor der Bcräuderuug zurück. So geschah eö auch mit den Empfindungen großer Teile des deutschen Volkes hmsichtlich der Indenfrage: es blieb bald hinter dem Tempo der fortschreitenden Gleichberechtigung zurück, empfand die formal emanzipierten Mitbürger nach wie vor nlö Fremdkörper", wurde antisemitisch. Wir alle kennen die autisernltischen Welle», die die Epoche der Emanzipation begleiteten und die in der Romantik in der Lehre vom christlichen Staat usiv. ihren geistigen Niederschlag gefunden haben. Besonders deutlich wird der Auseinanderfall zwischen objektiver Rechtslage nnd subjektivem Empfinden im ■ Jahrs 1918. Mit ihm ist rechtlich die letzte Etappe der formalen Emanzipation genommen, die Gleichber"chiianng ist verwirklicht: gleichzectcg aber schnellt das Empsinden weiter Aolkstcnle infolge des durch datz KricgLerleüniZ und den Versailler Vor- -‘Töftat leidenschaftlichen Nationalismus. ans eine, gleichsam vorcmanzipatorische Stiye deZ Fremdheitsgefühls gegenüber den Inden zurück. Nach vierzehnjährigen hinnnd herfchvamenden' ' Versuchen von beiden Seiten, einen SpanmmgS». auSgleich kierbcizilsühren, bringt die nationale'Revolution des Jahres 1983 .die Lösung in Gestalt einer rveitgeheudcu Alymssimg der Rechtslage an die jildellgeglierischen Forderungen. Gegenivärtig darf tvohl gesagt werden, daß somit eine Art Ruhelage erreicht ist. Aber es hieße das Deiktsche unseres-Wesens verlettgnen, wenn wir nicht der Hoffmmg Allsdruck gaben, daß eine Zeit kommen wird, in der das Volk selbst lviedernm eine andere Regelung unseres Rechtes in Deutschland fordert. Vom Angelpunkt jeder nationalen Ent- Wicklung, dem Willen des Volkes, erhoffen lviV den Anstoß, der zu einer Zieuen Emanzipation und somit zur endgültigen Sicherung ehrenvoller Lebensbedingungen für das deutsche Judentum führen wird. Diese Phase ist weder zu erreichen durch die sture Fordenmg nach Rückkehr frülzerer Zustände, noch ' durch die deklamatorische Hervorhebung unseres Deutschtums, das aus solchen Worten lveder Vertiefung noch Anerkennung zu gewinnen vermag. Unser Streben muß vielmehr barauf gerichtet sein, uns rvieder emanzipationsfähig im Sinne der obigen Darstelllmg zu machen. Dazu gehört, daß wir einerseits Verständnis für das Erleben nnd Geschehen in der Umwelt wachhalten und vertiefen, daruit wir nicht dort steyen bleiben, wo am 90. Jarrrmr 1039 sich die Mehrheit des deutschen Volkes in einer großen Demonstration von uns loSsagte. Wenn mir nicht anfhören. das Geschehene als ein sinnloses Unglück zu empfinden, ohne ,zn versuchen, es zu verste!,en, lverdenyvir den Anschluß an die deutsche Entlvicklung nicht lviedergeloinnen, sondern in eine geistige Sackgasse geraten. Aber die wiederzngewinncnde . Emanzipationssähigkeit stellt uns auch eine jüdische Aufgabe. Wohl streben wir nach einer neuen deutschen Znl'nnft, aber mir streben danach als Jklden. Die Enttänschnngen der ersten Emanzipation haben uns als Deutsche nicht irre 'machen können, aber sie haben uns als bessere und widerstandsfähigere Juden aus sich entlassen. Wir wissen wieder, was es heißt: Jude zu sein nnd Jllde 311 bleiben. Belenuerinm, Stolz, Würde — gelviß! Aber auch Wissen. Lernen. Geschichtöbell.nlßtsein und Religion als Leven, nicht als zusätzlicher Ballast für Feierstunden. In diesem Sinne leistet der Eentral- Verein seine Arbeit. In diesem Sinne betreibt die große Nechtsschutzorganisation die Eristenzsicherüng der deutschen Jirden. Sie lvirkt dafür nicht als Selbstzweck, sondern neeU diese, ihre deutsch-jüdische Richtung das würdige Leben jüdischer Nlenschen in Deutschland voranssetzt und fordert. .Seine Arbeit nnd seine Idee wuchsen einstmals auseinander hervor^ daß man kaum sagen kann, was zuerst lvar: Gesinnung oder Zweckarbeit, Ideologie oder Praxis. Sie waren so rvenig von einander zu trennen, wie sie cs heute sind. Wie für die zionistische Idee die Palästinaarbeit Ziel und Voraussetzung zugleich ist, so ist für die d e u t s ch - j il d i s ch e Idee die E x i st e n z° sicherüng der deutschen Inden zugleich Erfüllung n n d A u S g a n g s - punkt. Ein gewaltsames Auseinanderreißen beider Geschosse des Eentral-Dereins-BakU's würde nicht nur der praktischen Arbeit Ziel nnd Sinn, höheren Antrieb und gedankliche Kraft nehmen; e? würde vor allem die Idee der Entartung überantworten. Wir kennen die mehr oder minder nutzlosen Spielarten dentsch-nldischer Richtungen,'die ohne die Verantworcnng m positiver Arbeit ein unrühmliches Leben der Phrase und der hohlen Deklamation führen. Ihnen ermangelt die Verantwortung, die an dem täglichen Zujammenprall von Idee nnd .Wirklichkeit allein sich erproben kann. Wem es darauf ankommt, daß die Znkilnft des deutschen Judentums von Nlenschen gebahnt wird, die sich ihrer Verantlvortnng'solvohl dem Judentum wie dein Deutschtum gegenüber benmßt sind, der wird die gesundes natnrgewachsene Berflechtung, die der Eentral-Verein darstellt, nicht willkürlich zerreißen dürfen. Wir sehen nur den Ausgangspunkt dieses dentsch'jlldisclfen Weges, den nur in die neue. Zukunft zu gehen entschlossen sind. Wir verfügen nicht über Rezepte nnd Patente, die jede nrtstanchende Frage mit Sicherheit lösen werden. Der Weg. beschivert dnrch einen materiellen Daseinskampf, dessen Last wir alle fühlen, lvird entsagungsvoll genug fein. Er loird von dein einen Opfer an jüdischer, von dem andern Opfer an deutscher Erfüllung fordern. lveil überall der individuelle Wunsch der Lebensgestaltung mit den nüchternen Erfordernissen 'einer harten Wirklichkeit zusacmnenstoßen lvird. Aber wir glauben, daß der Llleg. so begonnen unb so gerichtet, wie nur ilm mit der Kühnheit unseres dentsch-jüdischen Lllollens in die Ferne nuferer Sehnsucht spannten, gegangen werden muß. Nur ans ihm lvird es" bem deutschen Judentum gelingen, vom leidenden Erleben zlnn schöpferischen Gestalten des großen Schicksals dieser Zeit fortznschreiten. ZNMZtMAsKZZM VSWA LASS •. Bei einem Kreiökvngreß der NSDAP in'Fürth. - bei dem Julius Streicher die Ehrenbllrgerurknnde der Stadt Furth über ge Rn wurde, gab Streick)er in einer Ansprache einen Ueberblick über die politische Lage in Deutschland. Dabei führte er nach dem Bericht des „Fränkischen Kurier" u. a. anS: . . . „Es zeigt sich immer ncchr, daß es in Deutschland Vleiischeu gibt, die mit Sehuscicht darauf warten, daß dem deutsche» Bolle von außen her ein Unglück znstoße. Die Iudenpresse des AciölandS behauptet audanerud— ganz genau lvie vor 1914 —. das; cs mir noch einen Anöweg gibt: Den Krieg. Ich hoffe, daß es den Juden nicht gelingt, die Völler zu eineuc Krieg gegen Deutschland zu treiben. Aber lvecm — oann Auge um Auge und Zahn um Zahn! Schon greift der Antisemitismus in der Welt um sich: In England schrieb neulich eine Zeitung, daß der ..Stürmer" doch recht hätte, die jüdische Gefahr für die germanischen Völker so klar zcr unterstreichen. Ten Juden lvird ihre Lebenomvglich. seit gelassen, nnd jeder, der etwas gegen sie nnteriümmt — lvas ich selbst nicht wünsche —. wird anS der Partei ausgeschlossen. Ich sehne mich danach, die Indensrage ans internalionalenc . Wege nnd in unblutiger Weise gelöst zu sehen. Aber über die Jndenfrage heute zrr schveigen, rvürde Selbstmord heißen." billig ist. nnd wrmdern sich sogar, daß daö bestehende Mißverhältnis nicht früher mit rücksichtsvoller Hand geregelt worden ist". — „Am meisten aber", bemcrlt Dawson noch, „wird bellagl, daß so viele Inden gebrandmarlt worden sind, denen weder Mangel an Patriotismus noch an persönlicher Lauterkeit vorgelvorfen werden kann." M LEA te MöS LMÜS Im Rahmen eines groß angelegten „Englische Urteile über deutsche Probleme" (. Rundschau", 90. Jahrgang. Aprilnnd konnnt W i l l i a m H arbutL D a lv s 0 n and auf das jüdische Problem zu sprechen. Dawson, der nachdrücklich betont, nicht Antisemit zu sein, geht von der Festsiellnng anS. daß die deutsche Jndenfrage eine innerpvlitische Frage Deutschlands sei. bei der die Einmischung Außenstehender, wellig die Anfsasstmg nicht verstehen lönnen oder wvllelc, mehr schaden alö nützen könne. Er glaubt ferner seststellen zu dürfen, daß im großen ganzen die Inden in England viel lveniger zahlreich lmd nnbelielst seien als m Deutschland, nnd daß in Deutschland die Juden bestimmter Klassen eine unverhältnismäßig hervorragende Rolle spielten, die eigentlich nicht im Interesse deS öffentlichen Wohls war. lieber die E'mstellmcg der öffeistüchen Meinung Englands zur deutschen Indengesetzgebnng bencerkt Dalvsvn: „Meiner Wahrnehnmng nach sind die Bestinnnnngen, die bei miS am meisten Bedauern :; und Kritik hcrvvrgerusen haben, die Entnalionalrsierung der Inden aller Klassen, das vollständige Verbot, bestimmte Berufe ansznüben, cmd vor ' allem die rückwirkende Wirkung dieser Gesetze. Alan sagt vielfach, daß das Ariergeletz in dieser'Veziehung ' viel zu weit geht." Anderseits geben die Engländer, die die Jndengeseügebnng beurteilen, zu „daß die praktische Monopvüsiermig wichtiger Bern eine Rasse, die eine verschvoindond kleine Ze. Sw fö ßcü KÄtzHaß Der ReichSführer der deutschen Aerzteschaft und Beanftragie der NSDAP für Bolksgesundheit. Dr. Alagner (Ntünchenl, sprach am Aß V!ai in Weiniar vor der thüringischen Aerztesck)ast ül>er die Entwicklung deS Gesundheitswesens im Dritten Reich. In der!l?ede. die auch durch Rundfunk übertragen wurde, führte Dr. Wagner n. a. ans: ...„Zwei Tatsachen sind e8, die nnßerhalv unserer Grenzen eme höchst unnötige und von den Emigranten künstlich geschürte Erregung hervorgerufen haben: Die?lr:ergesetzgebnng und das Bcstreben, unsere männliche und cveibliche Jugend zcr lrastvollen, körix-rlich. geistig und seelisch mider-- standssäliigen dentscl,en Ptenschen zu erziel,en. Nicist Nassen!;aß, sondern der einfache nackte Sclbsterha!-. tungstrieb hat das deutsche Volk dazu gezwungen, die Grenzen seine? völkischen Werdens cmd Lebens so .abzusiecken, daß mir denk schein Wesen, deutscher Sinnesart, deutschem Eharalter cmd deutscher Lebensnnd Weltauffaßung nsteder zu ihrem Rechte verhelfen können. 'Wir lasten die Frage ganz osten, ob wir rassisch lvertvoller sind alä die Gäste unseres Volkes, aber nur sind eben anders als sie nnd lehnen eS ab. dnrch die z» enge Berührung vder gar dnrci) die Vermischung mit ihnen in einen seelischen Zwiezu geraten, der die Grundlagen unseres völkischen Daseins und Vewcißtseins zerstört..." Unsere Dcrliner Leser finden in der heutigen Ausgabe eine Beilage der Firma S i e g b e r t Levy. Berlin W9, Pote-damer Straße 6.. 7x Hauptschrlftlelter Dr. Alfred Hlrechber Stellvertreter Dr. Margaroto Bdolbelra. |5c;do ln Berlin. Für Rücksendung unverbngter Mnnueltrlpto lct Frelunißclilng bol.:ufüt;cn. Leiter der Aiinoigen-Abtellunft und vornntv/ortltch für den Inhalt dor Annolgen; Friedrich Nathan, Berlin. DA. I. VJ. GH 000. Verlag: Ccntralvorola deutscher Btaatnbürgcr Jüdischen Glaubens 0. V., Berlin \V 15, Emscr Str. 42. Tel.*Adr.s „Ccntralglatiben Berlin." Fcrnspr..! 2 Oliva 6111—15. Rostschecl:: Berlin 20472. Druck dor Buch- und Tlcrdruck-Qcuollcchaft m. b. B., Berlin SW. 19. heit der Bevölkerung creder gerecht noch Da wollen wll' tüchtig die Sonne genieß m! Wir wüsten mir fleißig den Damnen drüclm, damit die Sonne anen rolrllich scheint. And vorher auch rcchtzeitig an Leolrcm , denlen, venn natürlich wollen wir nno möglichst keinen Sonnenbrand holen, sondern unsere Kant soll sich Acht Irr erholen! Lcolrem mit Sonnen->Vitamin bräunt schneller und yilst die Sonne doppelt gcnießeir. Leokrem, ein Erzeuc-.nie: der Shlorodont-Fabril, ist schon von 22 Pfg. Gii in Lllen Fachgeschästen Lrh-M'ch..

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