Kinderblatt
- Journal
- Kinderblatt
- Volume
- 1934
- Issue
- 4 (17.5.1934)
- Date
- 1934-05-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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/s?.st is \/ *S\s ' C)& OiV& Die jüdtsche Geschichte hat eine eigene Zeitrechnung. Sie führt den Beginn ihrer Verechnirng uns die Erschaffung der Mett zurück. Nach der jüdischen Zeitbestimmung haben wir seht, im Jahre 1934, da 8 Jahr 5694! Wir bringen euch hier eine Zeittafel mit mehreren wichtigen jüdischen Ereignissen/ Bei den ersten beiden geben wir euch in der ersten Spalte das jüdische Datum, in der zweiten Spalte das diesem entsprechende gewöhnliche Datum an. Versucht einmal selbst, für die übrigen hier angegebenen Geschehnisse, in der jeweils sreigelassenen Spalte, das richtige Datum einzusehen. Wichtig für die Berechnung ist die Differenz der beiden Jahresdaten 5 69 4 und 1934. Und nun mutig ans Werk! Wer alle Spalten ausgesüllt hat. kann uns die Tafel ausgeschnitten oder abgeschrieben einsenden. Die Namen der Einsender werden, wenn die Lösung richtig war, im Briefkasten der nächsten Nummer unseres Kinderblattes veröffentlicht. König Davld herrschte Uber Israel von 27 4 9-2789 . 1011 — 971 vor Zerstörung Jerusalems unter dem römischen Kaiser TiluS - 3 8 3 0 70 nach Verkündung der zehn Gebote auf dem Verge Sinai 2312? Geburtsjahr des jüdischen Philosophen Spinoza? 16 3 2 nach Der Bar-Kochba-Krieg 3892-95 :? Einschung des Purim-Festes aus Anlaß der Errettung der Juden durch Mordechai und Esther? 4 7c4 vor Der jüdische Schriftgelehrte Nabbi Ben Akiba wirkte um daS Jahr 3840? Der Stammvater Abraham wanderke aus Ar KaSdim in Südbabylonien nach Kanaan aus um das Jahr? 1 900 vor Der Zug der Kinder Israel über das Note Meer im Jahre 23 1 2? Sc ". > oo<>^ooooooo<x>oo<x><x>o<x>oocoo<x>oo<x>o<>oooooooooooooooooo<>c-o 0000000000<>0000000<XXX>0000^ N. ROT AK Welchen Berns hat dieser Herr? Ihr findet die Lösung, wenn ihr die Buchstaben dieses Namen? sinngemäß zusmmnenslellt. Srlbern'äksel von Hilde KostcNiP arrS Oleiwitz AuZ den Lrlben: a — bi — ce — da — der -- e — en — c-n — hau — im r~~ io io —- mort — na — nt — phö — pH ca — ra — [n — fan - si sind sieben Wörter zu bilden, deren Aistauqslmchslnben nun eben nach unten gelesen den Namen eines Festes ergeben. Tie Wörter bedeuten: 1. Nachbarland Palästinas. 2. Stamm Israels. 3. Biblischer König. 4. Fußbekleidung. 5. Grenzland Palästinas. 6. Name eines Baumes. 7. Name der Mutter Samuels. Kinder! Auf unsere Aufgabe ..Große Kunstwerke und ihre Meister" )ind viele richtige und leider auch ein paar falsche Lösungen einaeaanaen. Tie richtige Lösung nmßte heißen: - Moses. Statue von M i ch e l a n g e l o Buonarroti. 2 e l b st p o r t r ä t. von Mar Lieber m a n n. K i u d e r r e i g e n . Gemälde" von Hans Tho m a. Der Hase. Zeichnung von Albrechs D ü rer. Nachfolgend veröffentlichen wir die Namen der Kinder, die alle vier Meister richtig erkannt haben: -Winz Bach (München). Nuth Veusinger (Kehl a. Rhein), Gerhard T r c i f u st (Berlin-Eharlottenburg). Alfred v a n D i) t (Anrich), Gabriele (ü n l l i n e r (Frantsnrt a. Bl.). Robert G o l b m a n n (Frankfurt a. Ni.). Erich Heilbronn (Nürnberg). Ingcborg Heg mann Euelsenkirchen) Tago Sirschberg (Leer i. OflfrieSlaud). Luz öirschberg (Charlottcnburg). H.ursgünter Jernchem (lluruhftadt). Ruth Kasten steril (Soestl. Margot Krenzler (Gladbeck i. Wests.). Rolf Lew re (Hanrburg). Erna Po in ine ran st (Harburg). Werner P laut (Wehrda). Heiner Kt o s e n t h a l (Nürnberg). Hans Nvsenthal (Kölii-Klettenberg). Hans Spiegel (Köln), Edith Spier (Bristheim), Ellen T ü st e r iBerlimFriedenan), Frcdh Boß EGchen), Hannelore Wolf (Wa::aen a. Bodensee), Ilse Wolf (Mannheim). lZTZtlSiZiT s3qf w. m wm &&$<>' S^Un^wti Ju einer großen Stadt lebte ein kleiner Junge, der hieß Gab, das ist eine Abkürzung von Gabriel. Sein Tag verlief eigentlich genau so wie bei allen kleinen Jungen?. Morgens ging er ziemlich ungern in die Schule, und wenn er mittags nach Hause kam, aß er schleunigst sein Mittagbrot auf. denn er wollte so schnell als möglich auf den Platz gegenüber, wo alle Kinder dieses Viertels sich Trafen, um Zigarettenbilder zu tauschen. Wenn seine Mutter nicht daran erinnerte, vergaß er das Händewaschen regelmäßig in der Eile. Aber eines Nachmittags war ihm der ganze Betrieb ans dem Platz langweilig geworden. Er wußte selbst nicht so genau, warlrm; vielleicht kam es einfach daher, daß er einen ganz Er hafte einen ganz neuen blanken Fünfziger in der Tasche... neuen blanken Fünfziger in der Tasche hatte, den hatte Onkel Peter ihm gestern geschenkt. Und plötzlich siel ihm ein, daß er mit diesem Fünfziger etwas ganz'Wunderschönes machen müßte! Nicht bloß Murmeln kaufen, oder Eiswaffeln, wie er es mü den Groschen tat, die ihm seine Großmutter immer Sonntags gab. — nein, er wollte ganz weit damit fahren, unö ein richtiges Abenteuer erleben! Und schon sprang er auf eine der vorbeisahrenden Straßenbahnen und fuhr ganz heraus bis zur Endstation. Hier war Gab schon ein paarmal gewesen, einmal mit seiner Klasse und einmal mit seinen Eltern am Sonntag, mit vielen belegten Stullen und Himbeersaft. Aber es war doch ganz etwas anderes, ziemlich spät am Nachmittag uni) so mitten in der Woche hier heraus zu kommen. Und weil er so ganz allein war und nach niemandem zu fragen hatte, lies er gleich von der großen Straße herunter mitten in den Wald hinem. Zuerst lagen noch eine Menge Butterbrotpapiere herum, und Apfelsinenschalen, beinahe mehr, als es Bäume und Gras gab, aber nachdem er ein paar Minuten gegangen war, wurde das Papier immer weniger und das Gras immer dichter. Ueberhaupt war alles wunderschön grün und üppig, denn der Frühling war gerade da angekommen, wo er ganz sachte anfängt in den Sommer überzugehen. Gab war riesig begeistert. Das mar doch rnal eine ganz andere Art Wald als an solchen staubigen Sonntagen! Er fand eine Menge Blumen und Pilze, und sogar die .Käfer schienen heute viel zutraulicher zu sein. Selbst als er plötzlich vor einem großen Ameisenhaufen stand, lief er gar nicht weg. wie er das noch im vorigen Jahr auf der Sommerreise getan hatte, denn wenn man ein Abenteuer erleben imfi, darf man doch nicht weglansen, auch wenn'3 einem mächtig am Rücken kribbelt. Als er weiter ging, senkte sich der Waldboden etwas und wurde weich und nachgiebig, ia allmählich richtig naß. Und mitten aus diesem feuchten Untergrund wuchsen große gelbe Stuupfdotterblumen imb dazwischen ein komisches blühendes Gras, das sah ans, als habe Minna die dicken Staubflocken, die sie beim Großaufräumen zwischen den Heizungsröhren ranssegt, alle dorthin geschüttelt. Gab nahm mit, was er irgend fassen konnte. Wer weiß, wann er wieder mal hierher käme,, und daß es beim Pflücken in seinen Ledersandalen so quietschte, war ein besonderer Spaß dabei. Aus der anderen Seite der Sumpfwiese war ein Berg. Er war nicht so sehr hoch, die Berge in der Nähe großer Städte sind das meist nicht —, eigentlich ivar es mehr ein Hügel, aber er stand sehr einzeln in der Ebene, und da er oben abgeholzt war, wirkte er noch höher. Gab hatte hier in der Gegend noch nie einen Berg gescheit. Und als er noch davor stand uiid sich wimderte. begann langsam die Sonne dahinter zu versinkeri. Immer dichter kam die große rote Kugel an den Berg heran — schon schien sie anzustoßen —■ noch einen Augenblick, — und ein Stück war bereits dahinter verschwunden. Doch je tiefer die'Sonne untertauchte, um. so leuchtender wurde ihre Farbe, und es war von Minute zu Minute inehr so anzusehen, als sammle sie alle ihre Strahlen und schütte sie mit ihrer ganzen Kraft noch einmal über den Berg. Attle Bäume ringsum leuchteten ans, getroffen von dem roten Schein, und als Gab an seinen nackten Beinen herunter- Selbst als er p'ötzlkh vor Ir Ir einem grossem Ameisenhaufen stand \Mr\ w Ä vj