Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 20 (17.5.1934)
- Date
- 1934-05-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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NNÄ rm Do« Msdvkch WMchELde ä3 ist iekt etwa ein Jcchr her, daß durch . cHiitrative führender Männer des Central-?!Ens und der Zionistischen Vereinigung der Enralausschuß der deutschen Inden für Lf und Ausbau gegründet wurde. Entftan- M aU> der Erkenntnis, daß in der Stunde Rot nur gemeinsame Arbeit zmn oicre'füllten könne, wurde er die Zusammeniaiiung aller Organisationen und Jnsti-?ionen des deutschen Judentums, die für Jvi-e und Aufbau eingesetzt werden konnten. der Gründung des Zentralausschusses sn'd der entscheidenden Arbeitöplanung der Monate werden die Namen unserer gieunde Ludwig T i e tz und Carl Melchior immer eng verbunden bleiben. Der Zentralmiäschuß hat die Ausgabe, fern von jeder Politik und dem Streit der Ideologien den wirtsttaitlichen, sozialen und kulturellen Bestarrd ^?deut!cheu Judentums soweit irgend möglick zu sichern. Cs galt, materieller und seeliillcr Rot zu steuern. Es galt, Menschen, die ihre Berufe verlassen mußten, Möglichkeiten einer neuen Eristenz zu erschließen. Es galt, armen Menschen in ihrer Not zur Seite zu stehen. Es galt schließlich, alle helfenden Kräfte de es deutschen Judentums zur tätigen Mithilfe am Hilss- und Aufbauwerk ciuszuruien. zitach einjähriger Tätigkeit des Zentralauehchunes können wir seststellen. daß es zwar noch nicht gelungen ist. alle Probleme unserer Arbeit zu losen, diese Ausgabe hätte Menschenfreite bei weitem überstiegen. Es kann aber ne'agt werden, daß es gelungen ist, einen or- Hanimtorischen Ausbau zu schassen, der eine wirksame Planung der Arbeit gewährleistet, unö ’ in diesem organisatorisckM _ Nahmen Großes und Entscheidendes im Dienste des deutschen Judentums zu tun. Das dringendste Problem war das der I e r u s s u m s ch i ch t u n g bzw. Berufs- ,l u e b i l d u n gdie in großzügiger und planvoller Arbeit von der dem Zentralmrsschuß angegliederten Zentralstelle' für Mische Wirtschaftshilfe begonnen wurde. Im Verlauf eines Jahres wurde über 6000 Menschen der Weg -zu einer neuen Existenz eröffnet ,n!d geebnet. Durch regelmäßige Aussprache >nit allen führenden Mnnern dieser Arbeit wurde dafür Sorge getragen, daß die Grundicaert der Berussumschichtung immer wieder itbernrüft und die gemachten Erfahrungen ür die weitere Arbeit ausgewertet wurden, 'chlreiche Kollektivausüildungsstätten wurden i^chassen. Einzelausbildungsstellen in großer bereitgestellt und durch einheitliche Höchstsätze für Lehrlingsausbildung für eine baiinmc Verwendung der zur Verfügung Rhmdcn Mittel Sorge getragen. Turch die Zentralstelle für jüdische Tarlchiukasscn konnte die ' Erhaltung vieler indischer Existenzen — besonders des kleinen 'Ainctstandes — sichergestellt werden. ches große Gebiet der W o T)Tfa T) t t §'» ' v! lege Iutrb für den Zentralausschuß Durch . die Zentralwohlfahrtsstelle bet. deutschen Huden betreut. Gerade auf - diesem' Gebiet tofan sich durch die veränderte- Situation neue, große Aufgaben ergeben. Der ungünstige Bevölkerungsausbau des deutschen Judentums wirkt sich besonders in der Wohl- Rhstspslege aus. War schon seit Jahren die Trlsache. daß die jüngeren Jahrgänge gegenüber den älteren in ein immer ungünstigeres Zahlenverhaltnis gerieten, Gegenstand ernster ärgert, so hat sich die Situation im verchngenen Jahre wesentlich verschärft. Durch d:e Auswanderung, vor allem junger Men-!chen. und durch den Wegzug der jungen Generation aus den ltlein- und Kleinst- 'Umeiudeu sind die Wvhlfahrtslasten, die überivicgcnd durch die älteren Jahrgänge verursacht werden, immer drückender geworden. Mrch .den Wandel der wirtschaftlichen Verxübinise der deutschen Juden sind viele unserer lAaubensgcnvssen in größte Not geraten; auch urr üe inuß gesorgt werden. Wir sind uns ßtiruber klar geworden, daß die gewaltig sigtiegenen Ausgaben der Wohlfahrtspflege gelöst iverdeu können, wenn für eine icxärfsie Rationalisierung des o h l f a h r t s w e s e n s gesorgt, wird. Es ^'urde daher ein Neorganisationsausschuß smgesetzt, der eine intensive und durchgreifende Aüsung des Anstaltswesens vorzunehmen hat, cht dem Ziel, die gesteigerten Anforderungen sn. Einklang zu den vorhandenen Mitteln zu Gingen. Durch zur Dersügungstcllung von großen, lausenden Mitteln wurde dem Palästinaamt pc zahlenmäßig besonders beachtliche Pa* sä!stin Umänderung ermöglicht, dem llstls^sv e r e i n der deutschen Juden , Durchführung seines großzügigen Hilsswerks für Wanderung in die übrigen Wsider, insbesondere nach Uebersee si'cheri^ttcllt, der Hauptstelle für jüdische Wandetsürforgs die Durchführung ihrer Aufgabe, etwa 18 000 Menschen die Rülkkehr in ihre Heimatländer zu ermöglichen, gewährleistet. Dem bei der Reichsvertretung der deutschen Juden errichteten ErziehungsauSschuß.wurden die Mittel bereitgestellt, die dieser für den Aufbau und die Erhaltung des jüdischen Schulwerks in Deutschland benötcgte. Neben dieser budgetmäßig gegliederten Arbeit konnte der Zentralausschnß verschiedene wichtige Einrichtungen durch zweckentsprechende Umgestaltung bezw. Sanierung erhalten. So unter anderem die Siedlung Groß-Gaglow, das Schul- und Land- Heim Caputh, das Lehrgut Hattenhof und den Kulturbund deutscher Juden. Wenn wir auf unsere Arbeit rückschauen, haben wir das Bedürfnis, all den Menschen zu danken, die durch ihre Opferwilligkeit unser Werk erst ermöglichten und den Organisationen und Institutionen, die uns durch ihre Hilfe und Mitarbeit die.Durchführung unserer Ausgaben ermöglichten. Unter Führung von Dr. Leo Baeck war und ist der Zentralausschuß die große Zusammenfassung aller helfenden und ausbauenden Kräfte des deutschen Judentums. So ist es gelungen, an einer Stelle im deutschen Judentum Menschen aller Richtungen zu gemeinsamer Arbeit zu Vereinen, ohne auf innerjüdische Auseinandersetzungen irgendeine Rücksicht nehmen zu müssen. Die Arbeit des vergangenen Jahres hat das Fundament des Hilss- und Ausbauwerkes gelegt." Große und schwere Aufgaben liegen auch weiterhin vor uns. . Sie können nur gelöst werden, wenn der G e i st d e r Gesamt- Verantwortung, der uns bisher getragen hat, im deutschen Judent,um lebendig bleibt. Die Größe unserer ArbelL Mai irr der Größe der Forderung begrün» det, mit ber. wir immer wieder vor . das. deutsche Judentum hintreten müssen. Wir Hatten unser Werk nicht in Angriff nehmen rönnen, wmn wir nicht auch von außen auf das imterstützt' worden würän. Wir müssen uns aber darüber klar fein, daß der Zeitpunkt nicht fern ist, in. dem. wir imstande sein müssen, das Hilss- und Aufbauwerk der deutschen Juden auf eigene Füße zu stellen, das, ist nur möglich, wenn sich jede, jüdische Organisation, jede Institution und jeder einzelne deutsch eJude seiner Pflichten bewußt ist. Es ist die Pflicht aller verantwortlichen Stellen, unS darin zu helfen, den Gedanken der Zentralauöschußarbett bis in die letzte Gemeinde, bis in das letzte jüdische Haus zu tragen. Keine Zusammenkunft in einer Gruppe, kein Gemernoeabend dürfte vorübergehen, ohne daß immer wieder auf die Bedeutung des großen Hilss- und Aufbauwerkes der deutschen Juden "hingewiesen wird. Der wirksamste und echteste Beweis und der beste Gradmesser für die Verbundenheit eines Menschen mit einer Idee sind noch immer die Opfer, die er für sie zu bringen bereit ist.' An der Größe deS materiellen Opfers für unser Werk wird es sich erweisen, ob das deutsche Judentum wirklich aus der Not der Zeit gelernt hat, und ob die neue und starte Verbundenheit des deutschen Judentums, von der soviel gesprochen wird, tätige Wirklichkeit ist. Wir sind davon überzeugt, daß es gelingen wird; denn wir haben das Glück, in unserer Arbeit aufs schönste täglich zu sehen, wie junge jüdische Menschen m entschlossener Erkenntnis der Situation sich umgestellt haben und mit ganzer Kraft und Einsatz ihrer Existenz am Neuaufbau eines deutschen Judentums mitzuarbeitern Die nüchterne Begeisterung, mit der die junge jüdische Generation in Deutschland den Ausbau ihrer Zukunft in - die - Hand genommen hat, ist uns die beste Garantie für die Fortsetzung und Sicherung unserer Arbeit. - i- Im Jahre 1235 kamen in Fulda beim Brand einer Mühle fünf Kiyder ums Leben; Kreuzfahrer und Bürger erhoben daraufhin die Beschuldigung gegen die Juden von Fulda wegen Nitualmordes. Die Juden wurden eingekerkert, gefoltert und einigen von ihnen ein falsches Geständnis erpreßt. 84 Personen wurden getötet. Die Beschuldigung wurde vor den Kaiser Friedrich I!. ,^on Staufen gebracht, der, als er auf einem Hoftag von den Fürsten und Ständen des Reiches keinen bündigen Beschluß erhalten könnte, eine Versammlung jüdischer Täuflinge. zur Begutachtung zusammenrufen ließ. Wir besitzen das unschätzbare Dokument' kaiserlichen Gerechtigkeitssinnes, das in der kristallklaren Sprache der stausischen Kanzlei abgesaßt ist und dessen, entscheidende Sätze, heißen: ’ . . Außerdem machen wir für jetzt und alle Zukunft bekannt, daß wegen des angeblichen Mordes einiger Knaben zu Fulda den Juden, die damals dort lebten, ein schwerer Verdacht aufgelegt wurde. Dadurch drohte auch den übrigen Juden Deutschlands wegen eines gleichzeitig eingetretenen öffentlichen Unglücks inegesamt ein schwerer Argwohn, obwohl jene heünlichen Uebeltaten nicht nachgewiesen warrnu -Zur Aufhellung der Wahrheit über den enuähnten Vorwurf haben wir möglichst viele Fürsten und Herren des Reiches. Aebte und fromme Männer von überall versainmelt. und uur Rat gefragt. Diese waren aber über die Sache verschiedener Menning. und wir konnten daher keinen ausreichenden lliat, wie wir ihn brauchten, erlangen. Gcwissenhafterweise haben wir daher geglaubt. wegen dieses gegen die Juden erhobenen geheimnisvollen Borwurss nicht zweckmäßiger verfahre zu können, als mit Hilfe der zum Christentum belehrten Juden, von denen anzunehmen ivar, daß sic, als Gegner, belastende Tatsachen gegen die Juden oder die mosaischen Bücher oder das gesamte Alte Testamentnicht verschweigen würden Zwar hatten wir von einer Reihe gcioichtigec Schriften hierüber persönlich Kenntnis genommen, und unser Gewissere hielt die Unschuld besagter Juden für wahrscheinlich. Wir wollten aber sowohl dem einfachen Volke als auch dem Recht genugtmr und haben daher nach eigenem heilsauren Entschluß der Fürsten. Herren. Aebte und frommen Männer zu allen Königen des Abendlandes besondere Gesairüte geschickt und aus ihren Königreichen möglichst viele im jüdischen Gesetz bewanderte Konvertiten ZÜ uns beschieden. Diesen haben wir an unserem Hof zur Erforschung der Wahrheit in besagter Sache auSgiebig Zeit gegeben und ' ihnen auserlegt, die Sachs gründlich zu untersuchen und unser Ee-wisser, zu belehren, ob sie etwas über das angebliche jüdische Bedürfnis nach Menschenblut wüßten, welches besagte Juden zur Begehung des vorgenannte Verbrechens hätte antreiben können. Ihre Aussagen darüber haben wir veröffentlicht, und es ergibt sich daraus folgendes: Weder im Alten noch im Neuen Testament ist zu finden, daß die Juden nach Ntenschenübck begierig wärem Im Gegen- ' teil, ste hüten sich vor der Befleckung durch jegliches Blut. Dies ergibt sich aus dem Buche, das hebräisch „Berechet" (Vereschit, für Thorah) genannt wird, und in Uebereiilstirnmnug mit den Vorschriften des Moses aus den jiwisck)ei, Gesetzen, die hebräisch „Talmillot" (Talumds heißem Es spricht auch eine nicht geringe Wahrscheinlickjleit dafür, daß diejeiügen. denen sogar das Blut erlaubter Tiere verboten ist, £einetr Durst nach Menscheublut haben können. Es , spricht gegen diesen Vorwurf seine Scheußlichkeit, seine llnnlüürlichkeit und das natiirliche menschliche Gefühl, das die Inder: anch den Christen - entgegenbrurgen. Auch ist es nicht wahrschein- ■ lief), daß sie (durch ein so gefährliches Vorhaben) . Gut und Leben aufs Spiel setzen sollten. Wir haben daher die Juden zi^l Fulda des ihnen aufgelegten Verbrechens und die übrigen deutschen Juden eines so schändlichen Verdachtes nach dem Spruch der Fürsten für völlig unschuldig erklärt. Deshalb verbieten wir durch gegenwärtige Urkunde. daß irgendeine Person, sei sie geistlich oder weltlich, hoch oder niedrig. Schulze. Vogt.' Bürger oder wer immer, besagten Juden samt und sonders unter dein Vorwände einer öfseutlichei, Bekaimtmachiing oder, irgendeiner Gelegenheit den vorgenannten schmählichen Verdacht, aiiflege, noch ihnen einen Vorwurf mache. Jedermann soll wissen, daß. weil der Herr in feinen Knechten geehrt wird, alle diejenigen, die sich den Juden, unseren Knechten, günstig und wohl- ■ wollend beweisen, nicht Zögern, uns Ehre zu er- ' weisen, daß aber diejenigen, welche gegen den. Wortlaut gegenwärtiger Urkunde zu verstoßen wagen sollten, sich - der Beleidigung unserem ^Rajestät schuldig machen werden." ■ Wenige Jahre später, 1247, waren die deutschen Juden veranlaßt, sich an den. Pa pst . I nn v ce.nz IVV zu wenden. Die Bulle, die der Papst erlässen hat, ist vonr 5. Juli xdes gleichen JahreS datiert und' spricht in eindringlicher E-eise noch heute zum Leser. ' In dieser Bstlle finden sich diefolgenden Sätze:.- - - Z . . Jnnocenz, Bischof. Kriecht der Knechte' Gottes, bietet den ehrwürdigen Brüdern. ..den Erzbischöferi nnd Bischöfen Alemaniens, Heil und apostolischen Segen. Wir haberr die Trärwn erregende Klage der Juden AlemanienS vernounnen, daß etriige so. . wohl geistlich» wie weltliche Fürsten und andere Edle und Mächtige eurer Städte mrd Sprengel, um die Güter jener ungerechterweist...zu plün- -dern und sich anzueignen. böse Ratschläge sirruen und'häufige uird verschredene Gelegenheiten herbeiführerr — wahrlich ohne kluges Ueberlegen, da ja aus ihren Urkunden gleichsam die Zcugnisie des christlichen Glaul!enZ hervorgegangen sind. Da die göttlich» Schrift unter anderen Befehlen deS Gesetzes sagt: „Du sollst nicht töten", und jenen besonders verbietet, am - Osterfeste cznr-Bewunderung fragen, wenn Sie schon-jetzt irrt Mai nach einem ein» Zigen Sonnenbad braungebrannt nach Hause komwen. Sie wollen wissen, wie sichbao erreichen läßt? Ganz ein«' fach: reiben Sie beim SKinenbaden Ihre Haut gründiichmiLLeokremein.Lcolrömlnlftschneuer bräunen, weil er Sonnen-Vitamin enthält! Dan! seinem Fettgehalt verringert Leokrem zugleich bic. CöcfaTjr schmcrchästen Sonnenbrandes. Dosen schon von .22 Psg. ab - in allen Chlorodoni-Verlausostellen erhältlich. etwas . Gestorbenes zu berühren, so beschuldigt man sie fälschlich,, daß sie an demselben Feste ~ sich das Herz eines getöteten Knaben gegenseitig mitteilcn, in dem Glauben, daß das Gesetz ihnendieses vorschreibe, während dies ofstnrbar ihrem Gesetze zuwider ist; — übel ist es. daß man ihnen die Leichname gestorbener Dtenschen, die manirgendwo gesunden hat, aufbürdet. Und über: solche und andere Erfindungen gegen sie in Wut entbrannt, begeht man gegen sie, ohne An- - klage, ohne Gesiändiris. ohne Uebersühru^z, wider die ihnen vom päpstlichen Stuhl, derliehenLn Privilegien, wider Gott und die Gerechtigkeit, Raub aller ihrer Güter, quält sie mit Hunger, Gefängnis und so vielen Bedrängnissen und Bedrückungen, indem man sie mit den verschiedensten Strafen belegt und so viele von^ ihnen zum schmählichen Tode verdammt, so daß diese Juden ruiter der Herrschaft jener Fürsten, Edlen und Mächtigen schlechter daran sind, als ihre Bäter unter Pharao in Aegypten gewesen' sind. — Ja, man ztvingt sie jämmerlicherweise, aus den Orten, die sie und ihre Voreltern seit undenklichen Zeiten bewohnt haben, zu lveichen, Ihre Vertreibung befürchtend, haben sie sich an . die Fürsorge des apostolischen Stuhles geuumdl. Indem wir daher nicht wollen, das; die vorgenannten Juden unschuldig gequält werden, denn der mitleidige Herr erwartet doch ihre Be-' l'ehrung, da nach dem Propheten ihre Ueberresto auch gerettet werden sollen. — so befehlen wir - eurer Brüderlichkeit durch apostolisclies Schreiben, daß ihr euch ihnen günstig und wohlwollend '- zeigen, und daß. wenn ihr die erwähnten Prälaten, Edle und Alüchtige in einen; ähnlichen- Versuche gegen diese Juden findet, ihr den rechtlichen Zustand zurückrusep und nicht ferner ge- ' statten sollet daß sie wegen dieser, ähnlicher oder irgendwelcher Dinge unverschuldet bedrückt und gequält werden. ..." Letztvergangene Generationen haben geglaubt, daß jene altert Beschuldigungen., längst widerlegt und durch den Fortschritts der Zivilisation in ihrer Absurdität eingesehen seien. Zlber sie sind aufs neue auf-' getaucht. Wir alle wollen hoffen, daß die ' Helle der Gegenwart sie eirdgiiltig zum Der-' schwinden bringett wird. Dr. G roß, der Leiter des?lustlär;mgsamts für Bevölkerungspolitit und Rafsenpflege, schreibt .im „Böltischen Beobachter" vom 13. u. U.' Mai unter der Ueberschrist „Der Rassenstandpunkt des neuen Deutschlands" u. t;.: Der Rasiensiandpunkt des Rationalismus führt nie und nimmer zu einer Verurteilung oder auchrn;r Minderbewertnng irgendeiner anderen Rasiengruppe, sondern lediglich zur sachlichen Feststellung ihrer tatsächlichen inneren und äußeren Verschiedenheiten. Daraus folgt nichts uoeiter als die Erkenntnis, daß jede solche Rasse für sich in ihrer reinen Ausprägung dos Recht auf Leben in dieser Welt beanspruchen darf, andererseits aber die Verwischung der Grenzen zwisclieu sich und den anderen rassischen Gruppen als dia gefährlichste und schwerste Lebenssünde überhaupt zu verrneiden hat. Diese Auffassung gilt für.uns gemni so wie für irgendeine farbige , Gruppe. Ter Mensch einer fremden Rasse ist anders nne wir -- diese wisienschaftliche Feststellung ist die Grundlage, die Recht, fertigung und zugleich die Verpflichtung für jede Rasienpolilik, ohne die eine Wiederausrichtung Europas heute nicht mehr möglich ist. Ob der audersrassige Mensch „besser" oder „schlechter" ill als wir. darüber ist ein Urteil im Grunde niemals möglich. ' Die Leipziger Shchtverordneteit-Versammlung 'nahm st; ihrer Sitziutg am'Mitllvvch. Dem 9. Mai, den Dringllchkeitsaiitrag _ zur ' Erricht u n g eines AmteS zur Rasfenlustde und .. Erb gesund heit SP fl ege an. In seiner Begründung führte.,der Stadtverordnete Stephan ■ aus. daß hier bei der Gründung des neuen Torfes Limbach, das zum Stadtbezirk Leipzig gehört, die ' Siedler nach dem Gesichtspunkt der unbedingten Gesundheit und Rassenreinheit ausgesucht werden müßten. ^ruptLclirjMoNsr 0r. Alfred Hlrachberß i^Y- Stellvertreter Dr. Marca'rete E d o I h o I m. § Beide in Berlin. Für Rücksendung unverlangter 1 Manuskript© ist Freiunjsrblag beizufügen Leiter ^der | Anzeigen-Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen; Friedrich Nathan, Berlin. | ‘ DA. l..Vj. 55 000. . Vertag: Centralvoreln deutscher Staatsbürger jüdischen i Glaubeus o. V., Berlin \V 15. Eraser Str 42. Tel.-Adr.: f „Centralglauben Berlin “ Fernapr J 2 Oliva 8141—15. f Postscheck: Berlin 30472. | Druck der Buch- und Tiefdruck-Gesellschaft tn. b, E., f Berlin SW. 19. / CG50Ü C3G?ctaSaücjac; Prospekt»