Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 19 (10.5.1934)
- Date
- 1934-05-10
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2277379-2278044-2278063--08568-2289592- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
10. Mai 1934 3. Eeiblatt f33 C-V.-Zfg- [p3 Nr. 19 £=■ r r n P©r ©©s^khij,s(iioi]5’(3rrIc^& » ©©©non —. - a in <LGi? p<=üosdh©si Sdiul© x. Die RtehtSEnSen cje5 ßeichsinnenmsnasfers?ic Anordnungen des neuen national;■ iu'ifliii'tii'djcn Staates haben auch für unsere Uidjcnt'iui jüdischen Schulen normative Gelluml. Ta sic ledoch auf ein Bildungs- und i lH'.ichungsidcal abzielen, von dem wir aus- - tzMlich scrngchaltcn werden sollen, so sind - -vir da begreiflicherweise in einer schwierigen; öline. gerade in jenem Unterrichtsfache, das! ,'ür' die wcltcmschanlichc Bildung des jungen; -i,fischen von ausschlaggebender Bedeutung jst, in dem Geschichtsunterricht, tritt jener sivnflitt besonders heftig in die Erscheinung. Re Wende der Zeit, die Abstellung der geschichtlichen Erkenntnis ans die neu gewoniieiie Ebene der nationalsozialistischen Machtcrarcifnnfl fand ihren Niederschlag in den i üiidiElhucn, die der Neichsminister des In-, s mm, Tr. Frick, für die Abfassung neuer i P'chicht>Ael,rbücher ausgestellt hat („Zentral- Ualt für die gesamte Unterrichtsverwaltung Reußcns", lü. Jahrgang. Heft 15). Dieser rcchsministerielle Erlas; ist trat; seines vorluennelinicnöcn und teiliveise nur andenten- . dci'i bbaratters von schlechthin grundlegender Bedeutung; denn er enthält nichts Gc- Tiuocvcc' als die zentrale Richtschnur für die Mistige Gestaltung der deutschen Gcschichtse'ufammg und des deutschen Geschichtsbildes. , 2:c stellt eine Absage an den Geist der libef relm Zeit dar. worunter ivir die gesamte i epche von 1789 bis 1938 zu verstehen haben. In den Mittelpunkt der neuen deutschen , G'cliichtsausfassung stellen diese Richtlinien i. den Begriff der Rasse: die Rasse soll als der llrbodcn aller geschichtlichen Entwicklungen chicn. Diese biologische Orientierung des Achichtlichen Denkens bricht also mit dem Asch-abstrakten Begriff eines Allgemein- ..'.ichlichen, sie seht eine straff gebundene Oral der bisher freischwebenden Moral entppt. Dieser polemischen Grundstellung orbncn fiel] alle weiteren Eedankeugänge s uiuer. Dem Gedanken des Internationalen bet _ der Gedanke des Bölkisch-lAationalen 'Ars entgegen. Ter Pflege der nationalen AArliefernng soll eine verstärkte Berücksichbgung der Borgeschichte dienen. Die Vorrangstcllung. die dem Staate gegenüber allen 'videren Lebensgebieten nach nationalsoziab'tischer Auffassung zukvmmt, gelangt in der Aergeordneten Stellung, die der politischen ''Schichte vor der Kulturgeschichte eingeräumt i Ärd. zum Ausdruck. Ten Zusammenhang l Ai'chen dem Grenz- und Auslandsdeutschi Jiun und der deutschen Heimat soll der Volts- Fmerliche Gedanke unterstreichen. Tic gc- ■ tonic Erziehung zum geschichtlichen Denken nun; im Fazit zu einer heldischen Welt- ^vchainnig hinführen. Dabei ist es die Anf- Gbe des Gesehichtslehrers. den heldischen Gc- Ailen mit dem Führergedanken der Gegen- Art zu verbinden. des Mitteln! tcrS legt der Herr Neichsministcr auf die ostdeutsche Kolonisation besonderes Gewicht: bei der Behandlung der Wiedergewinnung der ostelbischen Gebiete soll berücksichtigt werden, das; es sich dabei um einst germanischen Volksboden handelt. Das Mittel, vlter — so stellt der Erlaß fest — war eine Zeit größter Machtentfaltung, ivenn es auch nirgend im Mittelalter einen völkischen Staat gab. . Erst die neuere Geschichte zeigte die Entwicklung zum völkischen Staat. Hierbei sollen dem Erlaß zufolge die beiden letzten Jahrzehnte ein Hauptstück der Geschichtsbetrachtung bilden: nämlich das beginnende Erwachen der Nation vom Nnhrkampf an bis zinst Durchbruch des nationalsozialistischen Freihcitsgedankens, bis znm Tag von Potsdam, an dem die Volksgemeinschaft zustande kam. 1L Verfügungen einzelner Länderverwaltungen Ein Erlaß des b a h arische n Kultusministers vom 27. März 1953 sieht vor, daß in den ersten - vier bis sechs Wochen au allen Uuterrichtsanstal. tcn das Stoffgebiet „Aufbruch der deutschen Ration von 1918 bis 1988" behandelt werde. Ein Erlaß des w ü r t t e m b e r g i s ch e n KulluSministeriums über den Geschichtsunterricht vom 28. Mai 1985 (Amtsblatt Ar. 5; Ar.. 0018) st'ht fest, daß in den beiden ersten Monaten vor den Sommerfcrien in allen Klassen die in den Lehrplänen für Geschichte und Staatsbürgerkünde vorgesehene. Zeit ausschließlich dazu benützt Nnrd, den Weltkrieg und den Aufbruch der dcntscheu Ration mit den Schülern zu behandeln. Eine Verordnung des s ä ch s i s ch e n MinisteriumS für Volksbildung vom 20. Mai 1985 (Verordnungsblatt Rr. 10 vom 12. Juni 1988) ordnet an, daß in allen Schulen, die dem Ministerium unterstehen, bis Michaelis des laufenden Schuljahrcs der „Freiheitskampf deS deutschen Volkes und die nationale Revolution" in den hierfür geeigneten Lehrfächern in den Vordergrund zn .stellen ist. In der Verordnung der Hamburgischen Landesschulbehörde über den Geschichtsunterricht vom 29. Mai 1988 nnrd init besonderem Nachdruck der Vorrang des Politischen unter dem Gesichtspunkt der 'Außenpolitik betont, wie es den besonderen Belangen der Welthandels- und Hafenstadt entspricht. Das Politische wird unter Verwendung der bekannten Tcfinition, die Carl Schmitt in seiner Abhandlung über den Begriff des Politischen gegeben hat, unter das Gesetz des Freund-Feind- Verbältnisses, das sich in der Geschichte vssenbare, gestellt. Tie Hainburger Verordnung wendet sich mit anssälliger Heftigkeit gegen den sogenannten „objektiven" Geschichtsunterricht; sie wirst ihm „grundsätzliche Unfähigkeit zur Entscheidung" vor und erklärt: „Wir bedürfen als Deutsche in der Not unserer Zeit leidenschaftlicher Entschiedenheit/' Ties gelle besonders für die Zeit der nationalen Revolution. . §ch>- einschneidend ist die Vorrang- Riluug. die der p v l t t i s ch e u Geschichte vor Kulturgeschichte, auch Geistesgeschichte Unamü, zuerkannt wird. t, Fm Hauptteil seines Erlasses gibt ReichsjMnfter Frick eine Anweisung für die neue ^Handlung der uns angehenden Wclt- ^'chichte. Ausgangspunkt dieser gesamten Fichich^ausfassung ist das Axiom, daß die hu l M r eine Schöpfung der Nasse Taraus wird die Anschauung abgeleitet. 'ÖB dieGes ch ichte Enropas das W c r k \°u? r n n i f d) c r Völker sei. Unter die aubrzk der nordischen Rasse fallen alle VöllerstUheiteu, die an der indogermanischen Aundsprache Anteil haben. Der Beginn ^^Urgeschichte Mitteleuropas wird mit der AMh der Beginn der Vorgeschichte mit der aaczeiszeit augcsetzt. Tie entscheidende Beeinflussung der Ec- Wchte Vorderasiens und Nordasrikas ist erst p Werk der ursprünglich nordrasstschen 'Fp- Meder, Perser sowie der Hettiter. Für Px ^CI Griechen ist es von entschei- Bedeutung, daß die nordischen Griechen KLpvberer die Herrenschicht des Landes dc-ten. In der Geschichte der Römerwal- ^mzoferu ein Verhängnis, als der nordische ^Iiandteil der Römer in unaufhörlichen KMn beinahe aufgerieben wird. Zur HRRNb dieser Annahme verweisen die x.Zst"nen aus Günthers „Nassengeschichte hellenischen und römischen Volkes". l in<Atc Bedeutung der germanischen Völker- U ist 'Oernng sielst der reichsministerielle Erlaß vern Umstande enthalten, daß dem eutartc- Z römischen Weltreich frisches nordisches ut ^geführt wird. Bezüglich der. Geschichte M. Oie RidatiMen der Rekhsvertretung der deutschen Juden Auf die Forderungen, die die-Erlasse der Reichsregierung und der Ländcrregiernngen enthalten, ist nun kürzlich in den Richtlinien der Reichsvertretung der deutschen Juden jüdischerseits eine Antwort gegeben worden. Diese „Richtlinien zur Aufstellung von Lehrplänen für jüdische Volksschulen in Deutschland" suchen, wie eine nnvorcingenommene Kritik nicht verkennen wird, möglichst allen Richtungen im Judentum gerecht zu werden. Insbesondere die eingangs getroffene Feststellung, daß wir Juden, sofern wir auf dentschein Kulturboden leben, uns des Zusammen- Hanges mit der deutschen Kultur, Bildung und Geschichte beivußt sein müssen, diese Feststellung kann von niemandem, der geschichtlich und nicht doktrinär denkt, bestritten werden. Zusammenfassend betrachtet verbinden die Richtlinien in sehr geschickter und zweckmäßiger Weise die jüdischen Belange mit den staatlichen Forderungen. Wenn die Regierungserlasse z. B. Berücksichtigung der Vorgeschichte soivie heimatkundlichen Anschauungsunterricht verlangen, so werden die Richtlinien der jüdischen Reichsvertretung jenem Verlangen durch folgende Anweisung gerecht: „Stätten, mit denen Erinnerungen an unsere Vergangenheit verknüpft sind, oder die noch heute Bedeutung für das Gcmeindeleben haben, werden nitf Spaziergängen besucht. Im vierten Schuljahr ist die Behandlung von Sagen und der Geschichte des Heimatgebietes durch Stoffe, aus der Geschichte der jüdischcir Gemeinde und einzelner jüdischer Persönlichkeiten zu ergänzen." Ferner empfehlen die Richtlinien, „daß in allgemeiner und jüdischer Geschichte Stoffe desselben Zeitraumes, aber in getrennten Unterrichtsstunden, zur Behandlung kommen". Bei einem derartigen KonzcntrativnZnntcrricht wird cs möglich sein, das große Problem der Zerstreuung Israels unter den Völkern — die Frage der Ansiedlnng, Heimatgeschichte und Wandcrbewegnng in den einzelnen Ländern — anzuschnciden. l)r. Fritz Fmtlku'iidcr. der pdosshiera Jygeradbe^ecprag Tie ersten jüdischen Bünde, die vor Jahren in der jüdischen Oefsentliästcit von sich reden machten, der „Blamveisst, die „Kameraden" und die erste „Tentschjüdische Jugendgemeinschaft", waren Kampsbüude, das heißt sie orientierten sich an einem Ziele, das sie rein ideell ohne Nücksicht auf wirtschastliche Gegebenheiten. Cchnic. Elteriihanü nsw. zu verwirklichen suchten. Damit dutsprachen sie duräzans der Haltung der „alten" Jugendbewegung, die antibürgerlich „revolutionär" und — iva3 leineswcgs vergessen werden darf — im tiefsten Wcsensgrunde immer individualistisch eingestellt nmr. Diese Bünde sind vergangen; sie haben ihre Aufgabe erfüllt und den Röten der Zeit nachgebend neuen Formationen ihren Platz cinräumen müssen. Jedoch auch zn ihrer Zeit fanden sich einige wenige einsichtige Jngendbildncr, die die sozialen Funkiivncn der autonomen Jngendgrnppcn erkannten und — meist vergeblich -- versuchten. die Jngendbeivegung dem gesellschaftlichen Erziehungswerk am Einzelnen nutzbar zu machen und auch den Jugendsührern selbst die besonderen Aufgaben ihrer Gruppen bewußt zu machen suchten. Ter jüdischen Jugendbewegung von heute sind die gesellschastlicheu 'Aufgaben im Grunde durchaus klar vor'gezeichuet; das deutsche Judentum in seinem grandiosen Versuch, einen inneren und äußeren Reubau zu vollziehen, kann ihrer nicht entratcn. ebensowenig wie cs auf die Pflege und Förderung der Familien- oder Schulerzichung verzichten dürste. Tie jüdische Jugendbewegung hat beim Renansbau der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland die soziale Aufgabe, den jugendlichen Rtensäzen für ein Leben in einer sorderndcu Gemeinde der Zukunft vorzubcreiteu. Es ist verständlich, das; diese These vielen denlsüzen Juden. Jugendlichen wie Erwachsenen, im ersten Augenblick abwegig erscheinen wird. Machen wir uns aber klar, welche Aufgaben die Faniilienerziehnng am Kinde erfüllt und welche sie nicht erfüllen kann, so nnrd dje Funktion der Jugcndbeivegung im jüdischen KultnrkreiZ deutlich hervortreten. Die Familie hat objektiv die Aufgabe, das Kind in der Zeit der Hilflosigkeit zu ernähren, es mit den Erfordernissen des Familienlebens sowie des Verhaltens in der Umwelt der Familie vertraut zu machen, kurz, es in das individuelle Kulturleben cinznführen. Das Kind lernt also in einer gut erziehenden Fämiliengemciuschaft (auch diese ist leider seltener geworden!), wie es sich zu benehmen hat; bestenfalls wird es auch eine ethische und charakterliche Unterweisung (das darfst du nicht tun, cs ist böse!) erfahren. Run ist aber auch die Familie ein egoistisches Gebilde von Urzeilcn her. Das bedeutet, daß das Kind wohl zur Anerkcnming und Repräsentation der Familie erzogen wird. Wie es sich aber zur sozialen Umwelt stellen wird, hängt davon o.b, inwieiveit es nach Reigung - und Notwendigkeit mit dieser übereinstimmt bzw. disharmoniert. Hierbei steht sich crllärlicherwcise das Kind im Geschwisterlreise besser als das einzige Kind, eine Erfahrung, von der jede Kindergärtnerin, jeder Lehrer berichten kann. Dennoch bleibt die Familiengemeinschast. so wertvoll sie sür die individuelle Erziehung dc3 Kindes ist, eine in ihren Interessen nach ihnen gerichtete cgozenirische Gemeinschaft. Die Entwicklung der letzten Jahre hat den dcntscheu Juden mit erschreckender Deutlichkeit gezeigt, daß bei gleickchleibender soziologischer Lntwicklung das deutsche Judentum in einigen Jahrzehnten untergegangen vdcr zumindest dezimiert worden wäre. Die zunehmende Atomisierung de-3 jüdischen Lebens ging Hand in Hand mit einer Abwendung von der verantwortlichen Mitarbeit am Schicksal des Judentums. Ter Wechsel der Dinge hat sich hier wohltuend anSgcwirkt. Die allgemeine Rückivendnng zu Judentum und Judenheit ist dort, wo sie nicht nur gezwungen erfolgt, zu begrüßen, nur macht sich schon jetzt in allen sührenden Gremien de3 deutschen JudentnmZ eine gewisse Ratlosigkeit bemerlbar.'- Wie soll man das spontan anslntcnde jüdische Lebensgesühl der Massen in geregelte Bahnen leiten, wie eine gewisse organisatorische und psychologische Regelung schassen, damit alle die Menschen, die sich auf einmal wieder im jüdischen Kreise betätigen rvollen, auch ein Arbeitsfeld finden, auf dem sic den jüdischeu Gesühlsüberschuß anLwirlen können? Gewiß, jüdische Vereine aller Art schießen wie Pilze auZ der Erde; sie sind, wenn wir airsrichtig sein wollen,^ auch nicht im entferntesten in der Lage, die ansgczeigte Aufgabe zu erfüllen. Dennoch werden die vorhandenen Orgauisationen und Mittel für die Erwachsenen, die ja noch ihren Beruf und private Pflichten sowie auch gewisse traditionelle außerjüdische Bindungen behalten haben, genügen. Nicht so für die heranwack;sende Generation, die nun wirklich nichts anderes ihr eigen nennt als den jüdischen LcbeOkrcis, . Hier muß die soziale Ausgabe der Jugendbelvcgung einsetzen. Sic soll die jungen Rtenschen innerlich erzieherisch erfassen und für ein organisches Leben in der deutschen jüdischen Gemeinschaft vorformen. Diese gesellschaftliche Vorsormnng, das heißt Erziehung zn gemciuschaftsbewußt denkenden und handelnden Juden und Bürgern Deutschlands, nnrd sich dem Jngcndaltcr entsprechend oft in Formen vollziehen müssen, die den Eltern völlig ungewohnt sind. Ihnen erscheint es so abwegig, daß das Heranwachsende Kind mindestens die Hälftervenn nicht mehr seiner freien Zeit im „Bunde" verbringt. Sie mögen sich darüber llar sein, daß sich hier eine Entwicklung vollzieht. wie ivir sie völlig gleichzeitig in der nichtjüdischen Jugend beobachten, mit dem einen Unterschied, daß den pidischen Jugendorganisationen bisher noch die Unterstützung und Santtiornernng von seiten der jüdischen Behörden fehlt, während die nichtjüdische Jugend vom Staate im iveitesteu Umfang gefördert, ja geradezu privilegiert ivird. Diese völlig parallele Entroickkung erweist ansS neue, wie sehr ivir denlschen Inden trosi aller Isolierung das Leben jetzt und hier uritlebcn. cs zeigt uns aber auch, baß wir die Verantwortung dafür nicht ablehnen tonnen, unserer Jugend ein entsprechendes dem Geist des Jndentnms adüguatcS Jngendlebcn zu gewährleisten, anderseits auch daraus Eiliflnß zu nehmen. Aber noch ein anderes wird oft von besorgten Ellern übersehen: Die Jugendbewegung mit ihren altersmäßig ab> gestuften bündischen Gruppen ist die einzige wirllich lind- und jngendgemäße Gerneinschaftssorm, die geeignet ist, seelisch formend ans das Kind zu loirken. Diese Erkenntnis gibt den Eltern die Verpflichtung aus, ihren Kindern dieses Leben ni.cht zu versagen, das sie selbst ihnen nicht ersetzen können, sie gibt den Jugendsührern die Pflicht ans, ihre Erziehungsarbeit nicht ohne eine gute und enge Zusammenarbeit mit den Eltern zu leisten. Mau wird mit einem geivissen Recht auf die Aufgabe der Schule Hinweisen, die sich ja auch bemüht, das Kind zu einem sozialen Atenschen zu erziehen. Run: Die Schule, und sei es die bestgeleitete und jugcndnahste. ist in gewissem Sinne ein Zioang, das heißt die erzieherische Wirkung des Schulunterrichts wird dadurch herabgemindert, daß das Moment der Freiwilligkeit fehlt und fehlen muß, ivenn die Forderungen des Unterrichts erfüllt werden, sollen. Hierin liegt adergerade die ungeheure erzieherische Bedeutung der Jugendbewegung, daß sich in ihren Gruppen Kinder freiwillig znm Dienst an einer Sache zusammenfinden. freiwillig Helsen und auch kleine Opfer bringen. Erst das freudige Bekenntnis znm Dienst an der Gemeinschaft ist ivahrer Ausdruck von Gcmeinsinu. Diese Aufgabe erfüllt die Jugendbewegung und ka nn, im großen Zusammenhang gesehen, nur sie erfüllen. Es sollte hier versucht werden, auszuzeigeu, daß die Jugendbeivegung eine soziale Funktion neben den Ausgaben der Familie und Schule erfüllt. Sie wird einer aufbanendcn Kritik nicht entratcn können; deshalb aber gerade ist sie in das Erziehungswesen als Faktor einzurechnen. Eltern, Lehrer und Erzieher müssen versuchen, sie den ihnen anvertrauten Kindern nutzbar zu machen. Sie sollen sich dessen beloußt sein. Tie Jugendarbeit in der Jugendbewegung geschieht nicht aus einer müßigen Laune und Willkür der Jngendführcr heraus. Sie erfüllt eine für die Zukunft des deutschen Judentums unerläßliche Aufgabe: Die in der Familie vorgesormten Kinder nun einzuführen in das Leben des Soziakkörpers, dem sic nach Herkunft. Glaube und Willen angehörcn. des deutschen Judentums, und sie dort heranzubilden zu gcmcinschaftsvcrbundcnen dcutsch-jüdischen Persönlichkeiten, die ihre Verpflichtung im Leben für Deutschtum und Juden^ tum scheu. _ n. C. Das in Nr. 17 der „E.-V.-Zeitung" besprochene Buch Israelitische Ncligionökehre vo:r Dr. Gruft Jacob, Bczirksrabbiner in Augsburg Verlag V. HellerBRünchen 25, ist soeben in Ioeiter Auslage erschienen. Sfctlt tot Frühling hört man viele Menschen über Mattigkeit und Unlust klagen. Das ist keine Einbildung: der Frühling niacht oft wirklich müde. 2luch die Haut ist abgespannt—sic muß sich nach dem Winter erst erholen. Deshalb wird ihr bewußte Pflege niit Leokrem jetzt b:)onder2 gut tun, denn Leolrenr enthält ja Sonnen« Vitamin und Lecithin! Leokrem macht d!c Haut wieder sammetweich, zart und elastisch. Dosen sind von 22 Pf. «5!N allen Grlchüjtcn, die Ehlorodont sühreit) crhülllich.