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Central-Verein-Zeitung · 1934-05-03 · 18 (3.5.1934) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
18 (3.5.1934)
Date
1934-05-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
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individuelle Anlage und Belfandlmig des Lehrlings imtonflc Ringer,5?ioc für den.^Ersötg' geben. Wenn abgr schließlich der'in der Prüfung 3irt Wahl gestellte Bprns nicht erlernt werden kann/ so bleiben doch i!och verwandte Berufe oder solche, zu denen die gleichen oder ähnliche Anlagen erforderlich sind, z. B. statt Tiplom-Ingcmeur Techniker, statt Innenarchitekt Dekorateur oder Tapezierer, statt Lehrerin Kmderpslegerin usw. Tic Psychotcchnik ist, loic jede in die Praxis überführte Wissenschaft. natürlich leine hnndortprozentige Versicherung (auch dem tüchtigsten Arzt stirbt mancher Patient, und beim besten Pädagogen treten Mißerfolge-ein). Es kommt auch ganz auf die Au- Wendung an. Wird der größere Nachdruck nuf das Technische gelegt, so wird die Fehlerquelle größer, wird inehr das Psychologische berücksichtigt, so wird sie geringer. Ihre Erfolge beweisen jedenfalls, daß . sie iiid)t das ausschließliche, wohl aber c i n wertvolles Mittel für die Berufswahl ist. ymn E Juftijtat De. Broöm'H und Am 21. 'April sprachen die Führer des E.-V.. Iustizrat Tr. Brodnitz und Tr. Bruno Weil /Berlin), innerhalb des Jüdischen Lehrhauses Köln, das einen /Massenbesuch 311 verzeichnen hatte, über das Thema: Ter Weg der deutschen Inden. Rabbiner Tr. Kober begrüßte die Redner besonders herzlich und dankte vor allein Iustizrat Brodnitz für seine entscheidenden Verdienste um das Znstandclonnnen der Rcichsvertretuna. Innächü sprach der Stellvertreter des Vorsitzenden des E.V.. Tr. Bruno'W e i l. Er konnte die veränderte Sehickstilslage der Juden in Tentschland nicht nachdenklicher zeichnen als dadurch, daß er in. . seinen Eiimangsnwisten an die E. B. .Kundgebung erinnerte, die anläßlich der Iahrlansendseier der Rheinlande in dem glanzvollen Raunr der Kölner' Sper in 'Aiüvesenheit der Vertreter aller Behörden stattsand und sie dem Znsaiinnensinden jetzt in der ln'iligcn Einsamleit unseres Gotteshauses gegenüber» stellte. Ter Redner gab dann in fesselnder Gestaltung einen wesentlichen Ueberblicl über die alte nnd wechsclvolle Geschichte der Inden in Deutschland, dessen Inhalt ans Berichten der ,.C.-V.- ocitung" im einzelnen bekannt ist. Ohne sich in * NordMMüIsMnd Am 24., 25., 2<>. nnd 27. Ntärz 10:44 sprach di>5 Hanplvorstaiidsinitglicd des Eentralvcrcins Rechtsanwalt Tr. Erich .U e h r in vier dcr größten Ortsgrnppcii Es Landesverbandes Rordioesidentschland. Tie Veranstaltungen in LAdenburg. .Niel und Rostock waren anßcrordeistlich gut besnel.t und wurden jeweils von dem Borsißenden der E.nn.-Trle-grnppe gellikct. Ein ganz besonderer Erfolg war der Amriammlnng in Wrienitiindc beuch-iedcn. Mit Frcnde tonnte der Ve-riitzende. Tr. Leo Nieser, barnuf hiiiiucnni, daß du von denr E.-V. dnrchge'iilfiste Vermlmnlnng die feit Jahren bestbesncl'.te jüf-ifrJ0 Beiom'laltnag am Cric tri, Ter 'lieferen t verstand es. u; allen vrn ihm lemctzteii Cvten nicht mit die Anhänger des >KV. und der deutschhüdischen Idee, ß-ndern mid; feine Gegner in tempcrame 11 tvoller Weiso in seinen Bo, in zn zwingen. Tcn Abschluß der Vortragsreihe über deutsche Jüdinnen, im Wandel der Zeiten. veranstaltet von der Franst,gruppe des E.-V. .Hamburg bildeten ztvci 'Vrrtragsiiachmiltage, von denen sich der eine mit der Persölüichkcit und dein Wirten R a h 0 l V a r n - li a g niv, dcr andere mit indischem Fahrerinnen wie Bertha P o p enhe i m . Henriette Golds eh m i d t n.a.in. befaßte. Frau Tr. Be ne dir schilderte sie alle lebensvoll und tiefgründig. Amu Bauer, die 'Vorsitzende der Franengruppo. schloß die Vortragsreihe mit einem Referat über i d 0 n i e W e r 11 e r . die für das Hamburger und darüber hinaus für das deutsche Judentum so viel bedeutet hat. — Tie Vortragsreihe enullte die Teilnehmerinnen mit Trink- Mlutäiifil De. 'Bcuno "Weif in Rofn ideologische 'Auseinandersetzungen cinznlassen, lehnte er die Lösungen dcr deutschen Juden frage durch den Zionismus oder durch Emigration als unbefriedigend ab. Tie Darstellung, sowohl unserer Geschichte als auch unserer Lage als Objekte der Rassentheorie bestärkte die Hoffnung, daß bei dem ewigen Fortschritt der Geschichte ein zweiter Emanzipationskamps den deutschen Juden die Möglichkeit geben werde, auch bei einer rassischen Abgrenzung als gleichwertiger Bestandteil in das Leben des deutschen Volkes cinbezogen zu werden. Zum Schluß sprach dcr Vorsitzende des E.-V., Inskizrat Tr. Brodnitz. Atis seinen Worten sprach uncntlvegte Liebe zu seinem Judentum und Deutschtum, Liebe auch gerade zu denr schicksalsvollen Leiden des Judentums. Er warnte eindringlichst vor der Gefahr, sich durch ungerechtes Leiden verbittern zu lassen, denn das würde zur Verzweiflung und Lebensmüdigkeit führen. In Erkemitnis unserer religiös.sittlichen Pflichten nnd unserer Berufung wünschte der verehrte Führer des E.-V. ein einiges und kebcnsslarkes Geschlecht, das immer neu sein Leben als Inden nnd Deutsche gestalten wolle. * barkcit für ihre sachkundige Führerin durch die Jahrhunderte. MMclbeutsKland Am Mittwoch, den 25. April, fand in Dresden unter Leitung des Hcmptvorsiandsniitgliedes des E.-V. und Vorsitzenden der Ortsgruppe Dresden, Rudolf A v t. eine eriveitcrte Vorstaudssitzuug statt, zu der führende Persönlichkeiten ans den verschiedensten .Greifen des Dresdener Gemeinde in stattlicher 'Anzahl erschienen waren. Illach einem Bericht des Ortsgruppenvorsitzenden über die Tätigkeit der Ortsgruppe in der letzten Zeit, in dem auch die. Tätigleit das Landesverbandes hervorgchoben wurde, gab dcr Syndikus des E.-V.. Tr. 'Alfred H irschbe r g (Berlin), einen eingehenden Uebcr- Mirf über die Gegenivartssitnativn der deutschen Inden. Tic Versammelten nahmen die 'Aiisführnngen Tr. Hirschbergs mit starker 'Anteilnahme ans. Tie Stellungnahme zu einer großen Reihe von Einzelsragen bewies, in wie außerordentlich starkem Maße unsere Dresdener Freunde an der 'Arbeit des Eentral-Bereins Interesse nehmen. In der Aussprache wurde weiterhin ans verschiedene Maßnahmen des Landesverbandes durch den Syndikus des Landesverbandes, Kurt Sabatzky, hjngcwicscn. Groß-Berlin Tie Berliner Ortsgruppe Osten hatte durch ihren Vorsitzenden. Rabbiner Tr. Plotle. einen engeren Kreis ihrer Mitglieder in die schönen Räume des Herrn 0co,enbnnd geladen. Tr. Bertlwld Weinberg sprach über den „Weg des deutschen Judentums". Er schilderte an chaillieh die wirtschaftliche,i und' eclrscheu yeltproblemc der deutschen Iudenyeit. Als Kernstück der Heckanfgaben bezeichuete er nicht irgendwelche^ Prmzipienreiterei. sondern den Aufbaudcr deutschjüdischen Gemeinschaft. Entscheidend sei der innere Zusammenhalt, der Wille, in innerer indischer Verbundenheit 31t versuchen. Lebensmöglichkeltcn auf deutschem Boden zu finden. Worte wie „Emanzipation" und „Assimilation" erlangten mich m heutiger Zeit ihren Sinn, wenn man sie nicht als Bestandteile versunkener Geschichtsepochen empfinde, sondern als Ansdrucksformen jüdischen Lebenswillens in Deutschland. Genuß müsse man sich, vor allem bezüglich der Aussichten der Jugend, vor Atopien hüten, aber die Hoffnung solle man behalten daß das deutsche Indentnm nt Tentschland nicht nur eine GegeiM'art, sondern auch eine Znöellcn-NMu und Soffen' In einer stark besuchten Versammlung sprach Rechtsanwalt Tr. Erich Kehr (Kaiserslautern) in Mainz über „Schicksal und Wille". Dcr Redner mal,nie zur unbedingten Einigkeit dcr deutschen Iudenheit, um der Schivere der Zeit begegnen zu können. Sehr einleuchtend zeigte er, daß der Zionismus allein nicht imstande ist, die jüdischen Zcitfragcn weder für die Jetztzeit nvc!) für ewig zu löten. Einleitend sprach Syndikus Tr. Matzdorfs über Rechtsberatiing im E.-V. 'Am 2Jiitiwod), den 25. 'April, sprach der Syndikus des Landesverbandes Hessen nnd Hessei,- LanVcSvcrband s)l<n*l>u»eftbcitt]<S)\tut 7. Mai, 20',u Uhr: Lübeck. Ge»iei»devecsmnmlu»g. Dr. Werner blrmisfeld (Hainbnrg). v. Mai, 20'.l- Uhr: Harburg-Wilhclmsburg. Gemeindeversammlung. Dr. Werner Grnnsseld. 12. Mai, 20):; Uhr: Stolzenau a. d. Weser. Geineindeversnmmli.'ng. Dr. Lllerner Gruusfeld. 13. Mai, 20Yi Uhr: ' Sulingen (Hannover). Gemeindeversammlung. Dr. Werner GrunSfeld. l!!!!!Ill!i!!II!l!!!!!l!I!!!I!!!lIl!!!IIl!>!>>!!IIII!!I!I!!!lII!II!Il!I>II!!!!!!I!!!I!!!II!!!I»!!!!l!i!!!i!!IIIH!IH!I Nassau des E.-V., Tr. Wolfgaug S. Maßdorff lFrauksurt a. 2R.), in einer Iugendversnmmlnng in T a r m st a d t über Biidm'gs- und Erziehnngssragen der deutschindisctfen Jugend. Er bezeicliv.'te den notivendigen Ilmbrncti als eine selbstverständliche Voraussetzung für jede neue Arbeit, welche darauf abzielt, geistig und materiell in Deutschland eilten Lebensraiint ztc schassen. 'Atifgabe der Itlgei'dvrganisativueii sei es. eine Genteinschaslsarbeit zu leisten, die von den, 'Büillen getragen sein müsse, die Blenscifen zu er!,alten. Ein starkes Geschichtsbewnsysein inüsse unserer Jugend anerzogen werden. Tie deutsck)jüdischo Jugend inüsse im Bewußtsein il,rcr Verantwortimg, fern jeder Deklamation, eine Erziehiingsarbeit leisten mit dem Ziel, auch nntcr dcii veränderten Verhältnissen eine innerlich gefestigte Generation - in Tentschland heranznbilden. zn stärkerer Mitwirknng an der E.-V.-'Arbeit. Ter Weg des deutschen Judentums werde gerade durch den Eentral-Berein in vielem gangbarer gemacht. Ter E.-V. habe die Kraft dazu aber nur, wenn er sieh wirklich ans alle die stützen könne, für die er da ist. Kein deutscher Jude dürfe uninteressiert oder gar in unfruchtbarer Nörgelei beiseitestehen; jeder müsse das Seine z,ir Bildung einer ivahren Gemeinschaft beitragen. Ter in jeder Hinsieht große Erfolg des Abends ermuntert dazu, die Einrichtung der Hansveranstaltnngen weiter ansznbanen. Tie Mitglieder der Ortsgruppe sollen zn Einladnngsgemeinsckfcrften von je etwa 60 'lAn-svnei, znsammengesaßt werden nnd sich in regekmäßlgen Zciialytändcn zu mtgczwv. gener, mit geistiger Anregung erfüllter Eellllis teil vereinen. _ ' SwöMt a. D. LMonZrg 8b Stadtrat n. D. Rothenberg, früherer Tenior^i der im Jahre 1TV in Bicicherode gegrünEu, i'!i' -b- April i Wilma flniliaa lnl# u'N'erlisiher Ärnii,, innen sn>. Gebiistst Ion- Ans llcnie» ä„- nntgeit heraus!,a> „ dnrllp inlcniivsle fp. beit seine Firwit p, der jetzige,, Bede,,, iung gebracht, -si, den Jahren l^t, inld'ü gehörte er der stoische,, m;,Upo!j bmn als Tindtw'- ordnet er, Stabtwrordneteiwvrslehcr und Stadtrat Fitr seine besondere,'! 'Verdieiyle. die sich in ll'lljähriger Mitarbeit um das tztzahl der Jtadl erworben, wurden ihm im Ial,re l'AE das Elnrnbürgerrccht der Stadt Bleichervde sowie dcr Aeie 'Adlerorden IV. Klasse verliehen. AWrö El 70 Ms ßit i 21m 4. Mni vollendet Richard Easscl, einer der l lrencstcn Freunde des Ecntral-'Bereiiis. sein 7n,; bc ns fahr. Ricl.ard Eastel. ein Bruder des vereirigm, Berliner Stadtverordneten Oscar Eassel, hat stibz! Oandclsgcrichtsrat und in zahlreichen andere,, Ebra,.; Posten lange dir Oeüen!licl,leit gedient. Tcn, ventral. Verein stand er als llllitglied des .Eanptvvrsta„chs viele Jahre mit R'al und nat zur Teile äeil njelce Jahren ist er Vorsteher der Synagoge Lindenslrach. Wir gratulieren dem verdienten Freunde und seiner Gattin, die eine eifrige Förderin der E.-V.-Francugruppe ist. herzlich. vcn Fanrikrere Berthold Glaser l'lK'nthen O.-T.y starb im Alter von 81 Jahren. Er war langjähriges I'JIUglied des E.-V. — In Vra»nsei,iveiq siarb das Uimv jährige 'Mitglied des (Ü-'V.. 'Verll,otd 'Nteyerss e l d. — Ter langjährige Vorsitzende der Cxt;: gruppe Tan 11 Rlüni des G.-.V., Men so -ö eilst r n n 11 . starb plölgich: er Imtle fall 5>> .yilire lanz ehrenamtlich an den hohen Feiertagen den Alorgengottesdienst versehe». Sic sragcrr — wie «nuwoelcn. In der ,-lüd- Ieilnng" vom >2. 'April heißt es: ..'llüürden eine», niU> liülit be, iissniisäliigem T ienüvervilichlelen llaabarc Bezüge znslelien. wenn er berm'sanfällig loäic, so Umn im Falle der 2t e v n s s n n s ä ti i g! e i t eine Nnlnsliilwng gewälirt loeidcii." E.lall ..Bernsc-miiätiialeil' muß es ,.'I e d ü v ) 1 i n f e i T heißen. I. M-, Berlin. Ter ..'Allgemeine 'Anzeiger', Erliier-Zcitnng. llstollersdorfer Zeitung. UVoiiter* Zeitung N'r. dt. veröffentlicht einen 'Artikel, demzufolge den Onnsbesitzern in Witlfelmshngen imü Hesscuwinkel Juden als Gäste nicht erwünscht snd. Der Anstaltücnlsschuß, der von der Zentralwvlilfalirtsstelle der drutsäien Inden genicinsmi, mit bet Reichsvertretu 11g der deutschen Juden und dem Je>!- tralausscyiiß für Hilfe und 'Aufbau gebildet worben ist. hat sich in seiner Bllirzsihung vor allem mit den allgemeinen und besonderen Fragen der jüdischeii 'Altersheime in Deutschland beschäftigt. Zur Durchführung seiner Beschlüsse >>aben der Vorsilieiidc und der Sachverständige des ')>>lssll,,isses die Allee-.-- Heime und anderen wiehtigen Anstalten in Veipziz und Frankfurt a. 'JJl. be sinkst und eingehende Verhandlungen über mögliche und notwendige Mas,- nahmen geführt. B&3UB22B9EE2 von deir Künstlern Gertrud Bam berget lKlavicri. Boris Krvhl ierste 'Violine,, '-lllktor Bll a - n 0 11 s | e in j I s d? lzweite Violine). Frieder Bll v s - I, e i m <Viola) und Gvdiried Z c c l n n d e r lEellv) rielstig erlaßt. Sie gestalteten im Klavierefnintett und i,n ersten Klcwicrqnartett das Ganze in strastem Aiifriß. ohne das gefühlsbetonte Tetait zu vernachlässigen. Spiritus rectvr des Ensembles ist der Geiger Boris Krvyt, ein ausgezeichneter Virtnvse, dcr den Zugang zu Brahms besser bei den temperamentvollen Sätzelr findet als bei denen, bei ivelchen Brahms' spriidor Ernst vorwalict. Er suhlte sich zn sehr als Zollst, und so siel ihm die Führung zn. die bei Brahmsscher Klavierkammermnsik deiir 'Klavier znkvnnnen müßte. In der Pianistin sta,id Krvyt kein gleiches Temperament gegenüber. Tamit soll das grnndmnsikalisehe. feinsinnige Spiel von Gertrud Bamberger nicht herabgesetzt iverden. Bei Werken, bei denen das Klavier führend ist, sollte man jedenfalls den Flügel öffnen; dann tvird das Stcinberg-Fnstrmnent zn stärkerer Wirkung kvmmn,.. Zlvischen den Instrnmentalsliickem sang Anna Lipin. die im letzten 'Augenblick für eine Kollegin einsprang, eine 'Reihe der betanntesten Brahms- Lieder mit ansprechendem, innerlich belebtem Vortrag. Kurt Havelland war ihr ein gewandter Begleiter. ' -mi. Dr. üwt Singer über Judas TNatkabäus Tr. Kurt Singer sprach anläßlich der kx'vorstcbenden Anfführnng des „Judas Maklabäus" über Vändel, nnd dank der vollen Beherrschung des Stoffgcbictes war es ihm möglich, säst in 'tmterhaltendem Plaudertvn seine Zuhörer im dichtgcfntlten Bectl,ovensaal zn fesseln und ihnen, unbeschwert von nmsikwissenschaftlichem Ballast., eine.liebevolle klare Einsnhrnng in das riesenhafte Werk des ..Shalespeares dcr Musik" zn geben. Rach der Gegenüberstellung^ des Tnmnvirats von. Handel und Bach versuchte Tr. Singer mit nachdrücklicher Betonung die Einhcitlichkeit im Leben und Cchafscn Handels anfzutveisen, cr zeichnete mit-einigen der zahlreichn töst. liebry 'Aweldolcn die Gestalt dieses einzigartigen Kraftkcrls, unter -den Großen dcr Musik, - der'imstande ivarIinit geringsten Mitteln und anscheinend ein-, iaehem 'AliiAni getoältig ivnclstige Eliöre neben zartesten arivscu Geiängeil zn schassen. Während er'ans Flüge! de» K.luvieran-izng des -/.Itidas Allatkabäns". dnrel.blcst-t-e-rj-e7-gab-T-i-:-Siitst:N'-estieirstielu:rblkck^ über' Re Gcstaltnilg des Werks, d.>;- niit dem „Vicstias", „Samson". ..Israel in 'Aegypten" und „Herakles" zum ltucrnid;tcn und überragenden Gipfel in der Oratoricnknnst gehört. Daß gerade er zur Auf. snhrnng durch den Kulturbund gewählt wurde, bedarf tcincs Kommentars — denn wenn cs eine Ntnsikschöpsnng gibt, nach der das deutsche Indentnm heute Verlangen haben muß. dann ist es zunächst dieser mächtige heroische Hymnus aus die Freiheit. Daß dieses innere Verlangen tatsächlich stärker vorhanden ist als je. war schon daran zn scheu, daß der E h 0 r d e ch K u l t u r b n n d e L, der sich ebenso wie die Altistin Paula Lindberg für die Erläuterungen Tr. Singers zur Verfügung gestellt hatte, den jubelnden Sang „Leht. er kömmt", wohl den populärsten all der populären Händelschen Ehöre, nach stürmischem Beifall wiederholen mußte. Ter Einsührungsabend ist seinem Zweck vollauf gerecht geworden, er versetzte die Zuhörer, die zum großen Teil erst setzt für die Tonkunst gewonnen werden, in freudige Erwartung. Kai. Kabarett der KünsklechUfe Tie Künstlerhilfe der Indischen Gemeinde in Berlin veranstaltete im Hanse von Tr. Hans H e y - mann einen Kabarettabend, der sich eines stmgemein regen Zuspruches zn erfreuen hatte. 'Als witziger nnd gewandter Eonföreneier betreute Egon I a r 0 b s 0 h n ein Ensemble, in dem sich der heitere Grundton des Programms ohne merkbare Tissonanz durchsetzte. Neues, Unbekanntes wurde kaum geboten; mich geistig stürzte man sich in keine zn großen Unkosten; immerhin kamen Palmströni- 'tzcorgenstern und ein paar Reimanzen Heinrich Heines (die freilich von dem jugendtich ungezügelten' Temperament des Vortragenden hart an die Grenze einer Solomimik gerückt wurden), dazu die geistreichen musikalischen Nuinmern-Spezialisten Werner Richard He.ymann, Mischa Spolia n s k y nnd Friedrich Holländer auch dein verwöhnteren Geschmack entgegen. In der 'Aiisführung dominierten die weilstichni Kräfte: allen voran das bewährte Mitglied der Kultiirbmidbühne Lilli K n n n, die überraschenderweise an diesem Abend ihre ganz starke, mnrißscharse parodistisch-komische Begabung unter.Beweis stellte; neben ihr-das spezifisch berlinische,' urwüchsige weibliche Gässenjnngeutalent der aus der „Katakombe", bekannten Gerda Köpplcr. und die.immer wirksame, dem Typus/ Elaire Waldosfs verwandte ''Annemarie Haase. Auch die übrigen Miiwirtniben trugen -rcach-V'esteN'Kräften zum Gelingen' der"Veranstaltung bei. — i, @ausfou3ccfe Eine Trio-Bereinigimg. die bei weiterer technischer VervvUkvnuuuung noch Schönes erivarten läßt, lernte man bei einem Hanskonzert bei Tr. Levp in Eharlvttcnbnrg kennen. Grete Sultan (Klavier), Fritz P 0 hi n n e r (Bioliiie) und Fritz Wall e n . berg (Eello) spielten. Tschaikowskys einziges Klaviertrio und die Käkadli-Variativneii von Beetlioven sehr fein anfeiiiander abgestimmt und Ilangschön, nur jeder Hang zum Sentimentalen muß von ihnen bekämpft iverden. Ter reichhaltige Klang nnd das , schöne Timbre des lvarmeii 'Mezzosoprans von Toni "Da sen litt ein wenig unter dem zuweilen schwerfällig nürkenden 'Ansatz. Ter Abend ivar ausgezeichnet besucht, ein Zeichen dafür, daß die Hanskvnzerte siel, schon nach kurzer Zeit ihren Platz erobert haben. Bei einer Veranstaltung im kleinen Rahmen, einem Hansabend bei Weil, imternalim Tr. Hans Nathan den Versuch, die Pcrsöiitichteit und das Werk von Elaude Tibussy aus der gesellschaftlichen und künstlerisel/n Sirntlur seiner Zeit heraus zn deuten. Es wurde aber mehr ein slüchtiger 'Aufriß des Kinistschassens des sranzösischen Impressionismus --als eine einheitliche Tarslellnng des Führers des niusikalischen Imprestivnismns. llmiwtivierte Vergleiche oder die erläuternden Zeitbilder von Werken Mancts nsiv. -müssen eher ein znsammenhängeiis Bild verwirren, als daß sie Klarheit geben tön'iien. 'Auch die- Schallplatte kann zmn Vortrag ein wertvoller Veit rag nur dann sein, wenn sie geeignet ist, eine Tarstelllmg des Vortragenden wesentlich zn bekräftigen. Gang vorzüglich war jedoch die llöiedergabe des Trios für Flöte. Bratsche und Harfe, das trotz der^ immensen 'llnsordenmgen. die es mit seinenrhythmischen und hariiwiiifchen ^Kapriolen an die ausfiihre'liden Künstler stellt, von Ilse lltathan. Alfred S ch l e s i n g e r und Erich y.ll e y e r in vorbildlichem Zuseminienspie'l gemeistert nmrde. Kai. Hamburg Der bekannte Schauspieler Willi Krus.ahuski gab vor leider nur spärlich erschienenem Publikum einen Vortragsabend, in tvelchcrn er' historisch-jüdische Dichtungen, nacherzählt von Niartiw Buber und Alexander Eliasberg, eine Szene ans „Nathan der Weise" und Kapitel IX ans „Die Bäder von Lnera" von Heine, dramatisch belebt, zn Gehör brachte. Kruszy'nski verfügt tilier* ein. llangbolles-Orgau nnd eine vorzügliche Aussprache; er verstand es. seinen Hörern die 'A'K soiien der Tiihtnugen plastisch nnd lebendig i'orzusnhren. Bei der Szene ans „Nathan" kaiihbcr Schauspieler dem Rezitator zu Hilfe. Kl- VreAriu Ter in Breslau bereits bekannte Gleiwitzcc Oberkantor Richard Eohn gab einen Arien-. Lieder- und Balladenabend, der einen heffoven Besuch verdient hatte. Ter Sänger verfügt 'ibct ein mächtiges Organ von nietaltiscliem Klamz. Die Stimme tragt gut, und der .Künstler Isttz viel Wert ans die plastische Heransarbeitmig dcr Gehaltes der Gesänge. So bot er auch die-nnm einen erfreulichen Abend. 'Am besten gelangt" ihm, auch unter Berücksielsiigiuig des dramatischtn 'Ausdrucks, die 'Arien und Balladen, unter deiic» Loewes „Herr Olnf" den stärksten Eindruck erzielte. Lyrische Gesänge liegen ihm weniger. eE wolft er auch hier ein hohes Blaß von Zartbcik und Innigkeit des Ausdrucks anwcndet. wn- Baron begleitete den Sänger am Flügel. Mathilde H i r s ch - K a n f f m a n n und n)’-L frühere Schülerin Susanne Traugott gaben ein Konzert ans zwei Flügeln. Mathilde HstM! Kauffmann ist nach lvie vor in der lechnijaM Leistung wie in der gedanktichen DurchdringE der Werke eine Künstlerin von Format. fesselt durch Temperament und kraftvolle aein gebnng. Das; Susanne Traugolt an ihre Lchrcu' nirht heranreichte, besagt in diesem Falle PEgegen ihr Können: auch sie ist zn einet tin von eigenem Gepräge herangereift und uu ' zeugt durch Musikalität und Tongebung. .-ll machen sich bei einem Spiel an zwei Kleinen auch geringe Unterschiede deutlich bemerkbar, ö Ntvschelcs „bloninmgo h llüiuiel“ nun da--- d sammenspiel zwischen beiden Künstleriimen st zu vollendeter Harmonie gediehen, ^uth Hst . nig sang mit sympathischer Stimme, doch > ünmer ganz unbefangen. Vor kurzem sang, in einer Weihestunde n Hanptsynagvge Opernsänger Emil Fischer mar) Rezitative und 'Arien ans der ' ,vjn, von Haydn 11,id ans „Judas Rtalkabäus' st'stn del. Ter Künstler verfügt über eine . n- . -. •- — - und tzun" . --- Künstll. . lnst.n'r Klanggnatität in allen Lagen Ansdrnclslrast. Ludwig Grünbanmstvm Sänger ein verstündinsvotlcr -Begleiter ö s. . Orgel.

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