Kinderblatt
- Journal
- Kinderblatt
- Volume
- 1934
- Issue
- 3 (26.4.1934)
- Date
- 1934-04-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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scHörre ZN-arr. so schon, mie 2wooihce noch roino crschont halw, Qrm Herein .Liet'/ich nnd ernst war sie nnznschnncn. ^tol; und würdevoll schritt sie auf Dorothee zrr. DaS .'Und magle kaum auszuschauen. Aber ans den Augen der Fremden strahlte so viel Güte und Frieden, daß sie Mut faßte und ihr die Hand reichte. „Ich bin die Prinzessin Sabbat", flüsterte die Fremde, „ich komme, wenn ich gerufen werde. Du hast dich nach mir gebangt, kleines Mädchen. Hier nimm diesen Schlüssel", und sie überreichte Dorothee einen zierlichen Schlüssel aus Gold. „Mit ihm schließe ' kommenden Frei tag den Zierschrank aus. nimm die alten Leuchter, den Becher und decke den Sabbattisch. Ich werde nicht fehlen." Mit diesen Worten schwebte sie aus dem Zimmer. Am nächsten Freitag gab es im Glasschrank in der Nische Viel Wundern und Staunen. Die kleine Dorothee, des Hauses Löchterlein, schloß eigenmächtig die Tür auf. Wie kam das Kind zrr dem Schlüssel, fragte man sich drinnen. Die Gläser klirrten erwartungsvoll, sicher sollten sie wieder die Tafel schmücken. Sie schielten etwas hämisch und mitleidig zu den osten Leuchtern und dem BoeHcr Her n der — ober roc.'ctz Staunen, gerade dieie drei ergri-s die kt ei ne Mädchen Hand und nahm sie heraus. Und dann putzte sie sie, die sie zu neuem Glanz erstrahlten. Als Dorothees Eltern von einem Ausgang 5ein;kamen, war der Sabbatusch gedeckt. Nichts fehlte. Eine Schale mit duftenden Blumen kündete den Frühling von draußen. Ans blinkenden Leuchtern strahlten SaboaNerzen, vor des Batens Platz stand der ehrwürdige alte Becher. Ter Bauer sprach den Segenswunsch, er machte Kiddmch. Er hatte nichts vergessen. Tie Mutter freute sich über ihr Tvehterehen. So saßen sie glücklich geeint am Sabbattisch. Dorothees Wunsch halte sieh erfüllt. Sie strahlte beinahe selbst wie eine Sabdatterze. Und ein heimlicher Gast saß mit am Tisch: Prinzeisin Sabbat, voll Dorothee glückselig erschaut, und von den Eltern ahnend verspürt. jüdischen lebt hat. N. (Dresden) fragt: Ich möchte gern etwas über den Ph-losophen Spinoza Nüssen, vor allen Dingen, wann er ge- / —Der Philosoph Darnch Spinoza — eigentlich hieß seine -> d'EZPinosa — wurde am 24. November 1602 in Amsterdam ge Seine Eltern waren portugiesischer Abkunft. Ursprünglich wa, —za zum Rabbiner auSgebildet worden, wurde darin aber seiner freien NeligwnSauffassnng wegen anZ der Gemeinde ausgeschlossen. Er verließ seine GebnrtZstadt und ließ sich im Haag nieder, wo er seiner Lebensunterhalt durch Unterricht und GlaZsehleiserci erwarb. Sen Hauptwerk die „Ethik", wurde erst nach seinem Tode, er starb in Asahrk 1683. von einem Amsterdamer Arzt herauZgegebcn. Heinz Neuländer (Gssen-Nuhr) fragt: Gibt cs in Essen eine Ortsgruppe deS Bundes deutsch-jüdischer Jugend? Antwort: Wie wir vom „Bund deutsch. jüdischer Jugend" (Berlin 6 3, Burgstraße 30) erfahren, schweben die Verhandlungen, die die Gründung einer Ortsgruppe deS Bundes znm Ziele, haben, noch. Der LandcZverbandSlciter Rheinland-Westfalen deS Bundes ist Heinz Braun. Nhcinhanscn bei TuiSbnrg, Kreselder Straße 7 Stefan V. (Oppeln) fragt: Ich möchte gern wissen, ob daS „Gilgamesch-EpoZ" von jüdischem Ursprung ist. Ich habe eS jetzt gelesen. und eZ hat mir so sehr gut gefallen. Antwort: Nein! Das sogenannte „Gilgamesch-Eros" stammt an? dem Assyrisclnm. Man fand eS bei Ausgrabungen als Bestandteil einer großen Dvntascl in der Bibliothek des Assyrerlönigs Assurbanipal. Nnth G. (Broml'crg) fragt: Ich habe neulich in der Bibel daS schöne Wort gesunden: „Fürchte dich nicht, denn ich hake dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein." Ich habe mir diese Worte gleich nbgeschrieben. aber al-5 ich sie jetzt meiner Freundin in der Bibel zeigen wollte, konnte ich die Stelle nicht mehr finden, Kanmt Tn mir nicht sagen, wo sie stehtk ^Antwort: Dieses Wort sieht im Buch Jesaja, Kapitel 40. erster Sechs F-rcundimren ans Breslau: Lieber E.-V.! Dein Kinderblatt gefällt unS sehr gut. wir freuen unS schon immer ans die nächste Nummer. Wir sind sechs Freundinnen und gehen alle in die gleiche Mreibei?"" K'W'chm Tchule. Wann gibt es wieder ein Prewmw- Antwort: Schon heute, aber ohne Preise! Von Gertrud Michclsohn aus Garlshascu 3 1 2 456... jüdischer Richter 7 3 1 18 Erzvater 2 7 9 10 1 9 . . . Versammlung 3 I 4 6 jüdischer König 11 2 5 9 . . . Gebetsschluß 9 4 9 hebrüischer Konsonam Statt der Zahlen sind Buchstaben cinznsetzen. Tie AnsangSönchstaben der gefundenen Wörter ergeben von oben nach unten gelesen den Namen eines Mannes, den ihr was der öiblischen Eesechchw rennt, M-^L Dos kücknlr eines jöcüscben //cllees, cke§ Leisters ckes ckeolscben Impressionismus. V/is heisst er? In einer östlichen Stadt lag vor vielen, vielen Jahren Joseph, der einzige Sohn des Kantors, schwerkrank zu Wett. Keiner wußte, was ihm fehlte, und keiner konnte ihm helfen. Da trat der Nabbi ins Zimmer, sah den jungen Mann lange an und sagte: „Tu wirst genesen, wenn du zu Beginn des Sabbats in dem großen Tempel in N. bist. Aber du mußt dich ganz allein aus den Weg machen." Als Joseph das hörte, raffte er sich mit seinen letzten frästen aus, ergriff das Gebetbuch und verließ das Haus. Nun aber war es schon Tonnerslag abend und der Ort N. viele, viele Kilometer entfernt. Es gab weil und breit BW Gsw Ass?- Kinder! Wer von euch kennt die Schöpfer der hier o.bgebildeten Kunstwerke? Denkt gut noch und schickt ans da? Resultat aus einer Postkarte ein. — Tie Namen derjenigen, die alle oier richtig gewußt haben, veröffentlichen nur in der nächllen Nummer im Briefkasten unseres Kinderblatts. Aber eine Bedingung: allein Nachdenken und sich nicht Helsen lassen! Zn allen Zeiten hat es große Maler und Bildhauer gegeben, denn die Kunst des Pinsels und Meißels hat die schöpferische Phantasie des Menschen vor allen anderen Künsten angeregt. Aber erst im letzten Jahrhundert sind auch jüdische Maler von Bedeutung in die Reihen der großen Künstler getreten.^ Diese anssallende Tatsache ist des Gebots! „Du sollst dir kein Bildnis machen!" znrüekgeschrcekt sind. Tie Gewalt dieses Wortes hemmte die schassende Hand deutende Schriftgelchrte und große Musiker, aber bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts keine Maler bekannt geworden. Da begann der jüdische Maler Jvzef Israels in Holland seine schonen schlichten Bauern- und Familcnbilder zu malen, in denen er, genau wie der Maler M. Oppenheim, ein Zeitgenosse Goethes, viele Szenen ans jüdischer Geschichte mW von jüdischen Festen zum Ansdruck brachte. Ihr seht hier als Mütclbild den Freitagabend von M. Oppenheim, Ueberhaupt sind gerade biblische Erzählungen von allen großen Blei Hern von Vorliebe gestaltet worden. Sv hat Rembrandt van Nijn, der große Holländer, viele biblische Gestalten in seinen Gemälden und Radierungen sesrgchalten. Jeder gestaltende Künstler hat seine eigene Note, seine eigens Art Farbe und Fora; zu sehen und wiederzngeben. Diejenigen von euch, die schon vß in Museen und Knnststättcn loaren, werden sicher einen Blick für die Eigenart der einzelnen Künstler sichrer^ vier Meister der hier Ks l.KS L rAu--- bilcksr geschallen bat. V/er ist es? 6e'^vonl"47l'iWl 523 9 ee^s? keine Bahn und keinen Wagen, den erhalte benutzen können. Anfangs schien Joseph die'Ausgabe ungeheuer, denn er wußte kaum, wie ihu seiue Beine tragen sollten. Aber je weiter er ging, desto stärker wurde sein Wunsch, den großen Tempel wirklich zu erreichen, und er malte sich die Schönheit des kommenden Sabbats immer verheißungsvoller ans. So wunderte er die ganze Nacht und den darauffolgenden Tag, und am Freitag stand er wirklich vor dem Tempel. Da erst machte er Plötzlich die Entdeckung, daß der 'Nabbi recht behalten hatte. Denn über all den schönen anderen Gedanken ans dem weiten Wege hatte er seine Krankheit völlig vergessen und fühlte sich wieder ganz gesund. Und dankbar betrat er den Tempel. kl. L. 2.