Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 17 (26.4.1934)
- Date
- 1934-04-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Nt§ Ausmaß der BermlltlungstStigkeit hat sich hier nlctcIjjfnllS verdoppelt. »Won hofft, sämtliche SchulimtHiiiiciirit dieses ^chres unterbringen zu können. Schivieriger gestaptete sich vor allem in den ersten A> cmaten die B-e r u f s >, in s ch i ch t u n g. eine Aus» toeginöglichteit. l^ro taupe Zeit hindurch in weiten greifen der zMschew Bevölkerung zum -Lchlagwort N-ir. die -^hedunA;rdes sozialen und tvirtschaftlichen Mim^mbes geworden war. Lldler-Rudcl zeigte nn. n^iwnnden die bekannten Ursachen der schwierigen Tiirdtstihrbarkeit nur, diejenigen, die in der Lache liegen. uue diejenigen, die in den Menschen de. pniiidet sind, Er legte Wert auf die Feststellung, das; dcr'fertig llmgeschichtete im Durchschnitt ledig, lieh als angelernter Arbeiter anzusehen ist, für dessen theoretische und geistige Ausbildung ttu Beruf gesorgt werden muß. Bordringliche Ausgabe der jüdischen Lesfentlichleit. besonders der Blinde und Beclckinde der jübiidjcu Zugend nt es, die itotwen. dige. auf die Uiufct)ichtuug gerichtete Erziehungsmbeit am Nachwnclts zu leifteii. Dennoch auch liier beachtliche Ergebnisse wenn man erfahrt, das; fast 1OOO Männer mtd mehr als 2100 Iranen int Berichtsjahr beruflich umgettellt iverdeir koitntcn; ungefähr 0000 Personen holten sich in der Berusstimschichtungsstelle Osick lind Ansknnst: 00 verteil ic-dene Betriebe wurden in Berlin zu llmschichtmtgszwecken zur Bersügnng gestellt. Bund 7000 'Berinittlungen durch deu jüdischeit Arbeit StiachweisLim Jahre 1030 gegenüber etiva *i4r>0 im ,)ahre vorbcr erhalten m einet Zeit besonderen mirtichultichen Tructs ein toeit größeres (beinicht, als es das zahlenmäßige Plus aufweist. Tabei war der llcinere Und mittlrrc Nuternchmer an der Einsletlnng jüdischen Personals erfreulicherweise stärker l'eieitigt als früher und gab damit ein sonst oft beuiängeltes Lvlidaritätsgejühl mit dem jüdischen Arbeitnehmer Zil erkennen. Tie l a u f m ä n n i s ch e t'lbteilnirg der „Wirtschaftshilfe" sah sich vor völlig neue nni> dazu komplizierte Ausgaben gestellt; galt es doch, mit Hilfe meist kleiner Beträge Wirtscpastscxstriebe zu erhalten oder wieder anfzubaueit und dariiber hinaus neue Eristenzmöglichlcsttcn zu ßhafsctt. 'Wem; int Lause des Zahres 700 Darlehen und etiva 1000 Wirtschaitsbeihilfeu für rein lauf, mäituiiche Zivecle geivährt nnirdeit, so konnte dadurch die Eriftenz von schätznngsiveisc OOOQ bis 7000 Zamilienmikgliederu erhalten werden. Die K ü n ft - lerhitfe tvar die Erfüllung einer bestimmten sosialeu Pflicht gegenüber den Angehörigen einer hart betrosseneit, in ihrem Berns ansiergervöhnlich fest verankerten (Gruppe: hier hat die Arbeit der iüeü'.einde ~~ abgesehen von der unmittelbar geleisteten materiellen unb Produkt wen Hilfe — nette Z ortuen mtd neue Wege gesnitdeü und beispielgebend, fördernd und anregeiid oeiuivtt. Erinnert tvnrde insbeicmdcre an die Tehasstutg von «hören. Lchattjvielersolleltiven sowie an eigene Kabarett- und .Kimze'.'lveraitstalluitgcn. Im Lchlnsite.il seines breit angelegl.cn und lehrreichen Berichts gittg Adler- Rudel noch ein aus die Beratung der ambulanten chli n d ler. die in ständiger Zusammenarbeit mit dem Cenlral-Berem erfolgt, und anderer Berufsgrnvven, referierte über die wirtschaftliche Betreuung der zahlreichen in 'Not geratenen Angehörigen a l a dentifchor B ernte lAerzte. Zahnärzte, Apaihe.ker. Olechtsnmvältc und dergleichen). Den Ileberblick AdlcWlrndels über die Leistungen und Erfolge der Berliner jüdiicheit WirLschaftsltilfe iut ersten Jahre ihres Bestehens ergänzte Dipl.- Zug. Bruno Wvh da durch eiitige in die Zukunft tveiieude grundsätzliche Bemerkungen und Betrachtunnrtt. Er beschäftigte sich nanteutlich mit der Tatsache der ungesunden berustict)en nnb sozialen Gliederung der deutschen Inden und bezeichuete als dlis erstrebensiverte Endziel eilte Berusscmgleicblutg des jüdischen Bevölkerungsteils an die Ltrmklnr der Gesaintoevöllerttitg. Er veranschuilichte ferner an -vtanb nciicficr Zahlen deu Umfang der gegenwärtigen Wanderung der Zudeit iunerhalb Deutschlands, die im Eftelt eine ltocf; stärkere Zusammenballung in beit Großstädten scholl jetzt zur /folge!](U und die Gestaltung des lüuiligen wirt- |cljnftfid>en Schicksals der deutschen Juden nicht gerade günstig deeinflnssen limine. E. ij. L. SüvrMea Zn einer überaus gutbesuchtet! Gemeindeversammkling in Insterburg sprach LentcrM eher (Hamburgs über das Thema: „Deutsch.jüdtscher, Lebenswille." Lie ging von dein unbengsatneit Lebenswillen an8, der zutiefst i;t jüdischer Lehre begründet, dem jüdi« scheu Menschen nt schicksalsschweren Zeiten dort Weg weist. Ausführlich erörterte sie die Aufgaben der deutschen Iildenheit, die linker den veränderten Lebenssormert im jüdischen und deutschen Timte zu .erfüllen sind. Zit M a r i e n >v c r d e r sprach Tettta Meyer zu deit fast vollständig erschienenen Geineindemitgliedern über das Thema: „Deutscher Jude woher — wohin?"' Lie erklärte deit geschichtlichen Weg des deutschen Juden der vergangenen Epoche aus den jeweiligen Zeitströtnungen heraus. Nlir auf Grund der klaren Erkenntnis der heutigen Gegebenheiten sei eilt Weg in die Znkmtft zu gestalteit. Dieser bedinge höeliste soziale Hilfs. und Opferbereitschaft, seelische Bereitsctiaft ziir neuen Lebettsgestaltung, ohne die eine lvirtschaftliche -Eingliedernng mtd Umstellung nicht möglich sei. Zn scharfen Umrisseil entwarf sie eilt Bild von deu Pflichten des detttscheu Juden in religiöser, sozialer, kultureller, ivirtschaftlicher Hinsicht. Zu der (stenteiudeversammluug tu Elbing behandelte Senta. Nieper den „Weg der Verantwortung". Vater zeigte sie aus tiefster jüdischer Berpslichtuug und Berautwortung an der Gemeinschaft sich formettden Willen attf. der uns heute führen tnüsse. Durch diese Ausführmtgeit wurde diese Beratttwortuitg wie auch ihr Weg in mehrfacher Hinsicht bewiesen: Berantworttmg des jüdischen Menschen vor sich, vor dem Mitmenschen, vor Gott; Berauttvortttug vor der Neltgton und dent Leben. Gott und dem Ltaat; Verantivortmtg mtd Berpsltchttmg der Bergangenheit gegenüber der (Gegenwart und seinen Atenschen, höchste Beranttvvrtmtg für die Erhaltmtg mtd Lebensgestalttmg der dentschett Ztidenheit auf deutschem Heimatboden als Wegbereiterin für die Zukunft. Berlin Unter dem Borsih von Nabbiner Tr. .stantorvwsli. der in seiner Einführnng die Aufgaben und Ziele des E.-B. tmd die Lytühese detitseher mtd liidischer Bnltnrtverte in längerer Rede atifzeigte, hielt Tr. Zrip Golds chm i d t in der Ortsgruppe kücitlölln einen sehr atifschltisiretchett Borttag über das Thema „Lelbstbesiiuumg". Zit lebendiger Weite verauichaulichte der A'eduer die Zeitgesll,ehtttsie. mtd er führte die Hörer durch das heutige^ sehr viclsältige Arbeitsgebiet des «f.-B. Tie Erlebnisse auf seinen Zitsorutationsreiseu durch Poutmern und Hesjctt wurden ciugehcud gewürdigt, was von besonderem Interesse für die Berliner Hilden ist, die keinen Einblick in das Leben der Znden in dentschen Provinzslädten haben. Zn großen Zügen tourdc etit Aufriß der bisherigen Tätigleit des C.-B. aufgezeigt. R. A. Nordwelideulschlanb Atn 15. April 1004 veranstaltete die Ortsgruppe Hamburg-Altona des C.-B. einen Teenackimittag unter Leitung des ztveitett Börntzendett des Landes. Verbandes Aordivestdentschlattd, Tr. Bi. Etchh o l st. vor einem Zuhörer kreis, in dent besonders stark süugcre Frettttde, aber atrch für den Central. Berein erst zu getvinncnde Hamburger Persönlich, feiten vertreten waren. Der Lyitdikns des Central- Bercitts. Dr. Alfred H i r f ch borg (Berliit), sprach über „Arbeit, Lorgeit und Zukunft des deutscheit Judentums". Die Ansfültrnngen, die von brenncitde» Tagesfragett ansgehend. sich ztt einer Lchan der jüdischeit Elesamtsitnation weiteten, fanden angespattnte Vttifmevffamleit und einhelligen Beifall. Wik^ cl. Der langjähflgo Borsistende der Ortsgruppe '1 belmshaveil.Rüstringen des «.-B.. OBagmiS Kart . . wurde anläßlich seines TorlzugeS z>u>t Oh^cnvarsißenden der Ortsgruppe 2öilheU»shaveit-.Atlstr>itgcn Stemmern V(nt 21. April fand eilte genteiitsante Bersantutlnng der Stettiner Ortsgruppen des Central-Ber. eins, des N. j.-ss., der religiös liberalen Beretittgnng mtd des Bundes der dentsch-iüdischett IngendStettin statt in der Lyndikus Otto Bttchelfvhn über die im lestten Jahr geleistete Arbeit des pontmerscheu Lyttdikats berichtete. Aus der tinetidlichett I-üllc des vorhandenen Btaterials zeigte er ait euter Reihe von Betspielett die mannigfach notweudtg getoordette Betätigmig 3ur Cristenzsichernng der ponnnerschen Inden. NiedecslblcllkN Am Lomttag den 22. April, fand in BreSlau die Delegierteittaguitg des Landesvcrbgndes RiederschkesienS des E.-B. statt, an der Delegierte fast aller Ortsgruppen der Provinz teilvahutett. Im Bllltelpnnkt der Beransiallimg stattd ein Referat des Lhitdtltts des C.-B.. Dr. Hans R e ich nt a n tt, der über „Episteitzsicherung. ein wirtschastttches tmd geistiges Problem" sprach. In fast ztoeistüttdigeu^ Anssührtntgett gab er einen tmtsassendm Ueberblick über die Lage der detttscheu Ittdett und schilderte ittsbeiottderc C*-V.-K®iefääeF Landesverband Osiwcstfalcn und Nachbargebiete 29. April; Osnabrück. Dr. Ernst Plaut (Essen): „Deutsches Iudentuiu in dieser Zeit". die Bemühungen des C.-B. tun die Eristenzsicherung in Deutschlands Dabei ging der Redner auf die wichtigsten Berussztveige ei» mtd beendete feine Tarlegungen mit einent Bekenittitis zu dem vom (5.-B. getvieseueu drulsch-jüdischett Weg. Ter Bortrag Dr. Rcichsntatttts fand lebhaften Bei'all Zu Beginn der Beraustaltuttg erstattete Laudes- Verbattds-Lyttdikus Dr. Rudolf B reit b a r t h den Jahresbericht, aus dem die reiche Etttiattttttg der Bereitisarbeit tu Riederschlesieit hervorging. Der E.-'B. verattstaltete in fast allen Ortsgruppe» znut Teil überfüllte Berscumttttmgeu. In wiederholten Besuchen tvnrde die Iühluttg mit deit Ireuttde» iit der Provitrz besonders eug gestaltet und durch kk'eratmtg über deit .streis der Blirglteder hinaus zur Eristenz-' sichermtg und seelischen Ailfrichtung deigetragen. Die Tagung staud unter Leitung des scl;eideuden Landcsvcrbaudsvorsistcndeit. Rechtsanwalt Tr. I-rcmz A p t. der allen Mitarbcitctm für die ihm gewahrte Ultterstüstung daitkte und die Bersicheruug abgab. auch küitstig an der Arbeit des C.-B. aktist Aitteil zu uehmcit. Für den Landesverband dankte dessen stellvertretender Borsistettde Philipp Lachs, für die Berliner Auttrale Lyndikus Dr. Re ich mann dem scheidenden Borsistenden für die ausopfermtgsvolle Arbeit, die er in schwerer Zeit für das deutsche Judentum geleistet hat. Itt G ü r l t st sprach Dr. R e t ch m n n n am 21. April über: „Bom Linn dctitsch-jndischen In einer überfüllten Bersamntluttg des C.-B. in Brieg sprach ilurt so chtv e r i n (Breslan) über das Thetna „Das Iudenttim in der Geschichte Schlesiens". Der Bortragende gab eilten Ileberblick über das ivechselvolle Lchics'al der schlesischen Inden in fast einem Jahrtausend. Besonders eiitgeheitd behandelte er die (rntnucklung des nemtzehulen Jahr- Hunderts tmd zeigte an einer Reihe bezeichnender Beispiele das Wirteit schlesischer Itidett ittt Dieitste des Ittdentnms und der Allgemoinheit, das viele Schachaufgabe Nr. 7 von S. Nolenstein (Berlin). Weiß: KhU DU, Tb7, Ta2. Hl>:i (5). Lchlvarz: Kaö, Lbl, Lgö, Sb8, Sg2, Be7, c7 (7). Lösung der Aufgabe 1. b5—b6, 2. bOXaT, 0. Kd8~e7, -I. Ke7—b8, 5. Kb8—e7, 6. 1)2—b4!, 7. Kc7-bS, A'r. 0; bUXab Laß — b7 LbT—it8 (oder siehe a) La8—ell hO-hO LcG—aS mtd die Jagd auf deu Läufer wird fortgesetzt ebev, falls Schtuarz jetzt Kdö—<10 zieht, 8. Kb8Xa8, Kdü—c7 9. 64-65, eOX65 Schwarz muß schlagen und Weis; ist patt. (a) 8. . . bb7—et» 4. I>2—Hst!, ho — li7) 5. h3—h4, LeO—118 6. Kc7—b8, ujtv. (inte oben). V ' Nichtige, werm auch meist uuvvllstäudtge Lvsmt. geu sandten eilt: Sauitätsrat Dr. S. Domke ch^ertiu). Arthur Iaeob bllöitigshofett). Heinrich Liitditer (Burgkuttstadtj. Berta Malse!; (Erfurt), .llurt O.ibutec p.stieder-Ingelheint). Ericch Rübensohn (HitdesheiiM. Dr. med. Hans Sehlesinger (Ptamtheiitt), Ioachiut Schlesinger' (Berlin-Lchötteberg). Louis LLeritzeirt IM.-Eiladball)), Lothar Schöuthak (Rüruberg). Wattn 'Weiß st. K08—e7 zieht, verlier! er bei richtiger Fortsestmtg von Schtvarz! Weitere richtige Löiuug von Ar. 4 und 5: CrX; Rubeitiohit (Hildesheiut); von Xt°. 4: Tr. 6. Löwcrfl ein (Stuttgart). V S ch a clj brteffaffcc tt. Dr. F. C (Bachtim> Bestett Dank für Einsendung. Leider nicht geeigne:. — Iustizrat "M. H. (Bamberg): Besten Dank \k weitere Zuieitdunch Sie erhalten noch Bescheid. I. R. (Krefeld): Besten Dank. Näheres demnächst. - - Apotheker R. Br. (Berlin): Schack)gebot im ersw s Zn ge oder Schlageit cittes sehtvarzen Steius. Rlcdiitgs mir eiites Banerit. ist ttichk verboten. Tai arktge Züge aut Lösuttgsbegutn bilden jedoch Ar>-'- nahttten. — W. Bk. (Berlin): Eine jüdische Scheck' veretnigting tu Berlin W ist uns mibel'anuk. Dokumente für die deutsch-jüdisrhe Kukturverbnitd'i'' ' hott gesrhaffett hak. Ra6, den mit lebhafter Ztistino s ntnug aufgenotutttenen Ausführmtgen des Redmrl s. verabsihtedete sich der laitgjährige verdiente 2!lu-- s sisteude der Brieger Ortsgruppe, Walter Löweni t h a l, der von Brleg forthehk. Namens der lA' i meittbc nnb imitteito des E.-P. dankte ihm H'>r H >i lsen, der den LPrsist übetmommeu hat. seine uttermüdliche verdiettslvolle Arbeit im 72ien;tc der Gemeinschaft. Mmduor, Arthnr Togal, Meta Cahit-Hendel, Lotte Lascrsteiit. Henry Happ, Ittlttts Rvsenbantn. Zitlie Wvlsthron. daztt Plastiken von Sophie Wolfs ttnd Heinz Rosenberg-Z-teck. Aber auch das Land selbst verfügt über eine Reihe beachtensiverter künstlerischer fräste. Ter aus stcuinänien stammende hochbegabte Maler Rubin, svdcmn Anna T i ch o , die Gattin eines berühmten Augenarztes in Jerusalem, eine Zeichnern! und Aqnarellistin von ganz eigenen! Gepräge, ferner die von den Ausstellungen der Berliner Sezession belnnnten Jakob Steinhardt und Josef Budkv, die im vergangenen Jahr nach Palästina übersiedelt sind, der vielversprechende junge Plastiker Ben-Zivi (dies nun ein geborener Palästinenser), außerdem Jakob N n ß b a u m ans nranksurt a. 3)1. und der wiedernni ans Berlin eingewalfderte geschntackvvlle Lvunstgewerbler Ludwig W o lp er t — das ist eine Avantgarde. die sich schon sehen lassen kann. 3Raucherlei jüngere Talente säsließen sich an. Früher ats sie alle war Hertnaun Struck im Lande, der feinfühlige Radierer und Rialer, abermals uns Berlinern wohlvcrtraut. Zn diesem ganzen .^nnstbczirk erhebt in Palästina eine ^Fülle besonderer und wichtiger Olusgaben ihr Haupt. Gewiß, die Mittel und beschränkt, und man braucht sie vor allem für die Zwecke der laudwirtschaftlichen Grschließung und Ausiedlnug. Aber auch die künstlerischen Angelegenheiten gehören zu den wichtigen Dingen. Ter Sinn für Form und Gestaltung müßte gerade da, wo eine jüdische Bollsgemciusehast entsteht, sorgsam gepflegt werden, denn hier ist eine uralte Versäumnis gutzmnacheu. Wer weiß, ivieviel der Mangel au Formsinn, der ja auch den 3Reuschen selbst, sein Verhalten und Auftreten hrägt, dazu beigetrageu hat, unsere Stellung tu der Welt ungünstig zu beeiuslusseu. Rieht darum handelt es sieh, in Palästina ein neues LAiustlerproletariat heranzuzüehteu. sondern um eine Gesc!mtackseittwirful!g auf alle Tinge der. Geslattung, aus Handwerk, .Gewerbe und Indl(-, strie. Keine Gemeinschaft darf das weise Mort Alfred Lichtwerks vergessen: „Im Wirtschaftskatupf der Länder ivird das Volk atu besten bestehen, das über die erzogen st en Augen verfügt/ Max Osborn. Komm Wh MMgs im Danzig Je mehr dieser erste Winter, in dem eigene südisäpe .ünlturveranstaltungen organisiert wurden, zu Ende geht, um so deutlicher tritt hervor, in tvelcher Ri6)tnng fick) das Interesse des jüdischeu Pnbliknms betvegt. Tie Feststellungen, die in Tanzig getroffen werden tonnten, tverden ttidjt allein dastehen. Solange die Konzerte und Vortragsabende des Kulturbundes der Juden i n T a n z i g noch den Reiz der 3üm. heit hatten, waren sie nnters6)iedslos überfüllt. Ostmtd Westjuden, die der Taitziger (Semen,be in gleicher Weise bis Gepräge geben, strömten zu dem Konzert des Cellisten Emannel Feuermann ebenso stark toie .zu den Abenden von XLndtoig Hardt mtd Joachim Prinz und ,zn den Borträgen einhennischcr Redner. Stellt man diesem Saisonansang die Bconate Btärz und April gegenüber, so zeigt sich eine starke Differenziernng des Besuches der Beranstaltungen. Cs war nicht ein Unterschied der Onalität, daß der nnmdervolle Liederabend von Hermann Sllley weniger stark besnckzt wurde als das Konzert des Oberkatttors K n s c w i ck i. Weite jiibifdjc Kreise suchen heute im Konzert ein ansgesprodzeu jüdisches Erlebnis, nicht nur edle Darbietmigeu jüdischer Künstler. Ter überaus feinsinnige Bortrag von Professor Landsberger, Berlin, über „R'embrandt und die Bibel" mußte sich ebenso wie die Aussührmtgeu des Tauziger (Seuteiuderabbiuers Dr. Grün über „Goethe und die Ittdett" mit einer kleinen Hörerschaft begnügen, währcttd ein Abend des Vereins jüdisckzer Akadeutiker. au dent Tr. Siegbert Kamttiper in tvisseus6)astlicher Sach, lichkeit die Rasseitfrage behandelte, tvegeu seiner jüdischen Aktualität einen ansgezeillmeten Besuch nttiivies. Kein Wunder, das; Borlräge südisch. politischen Charakters aller Richtungen fast stets volle Säle und lebhafteste Anteilnahtne finden. Air Ri6)tuug der Aa6)srage hat das jüdis6)r Pnblikmn hier also deutlich erkennen lassen. Das Altgebot au Berat,staltmtgeu wird sich dattach ctuftclicn müssen. L—u. LaMberg n. b. W. Aus Veranlassung des preußischen Landesverbandes jüdischer OSenteittden fand atn 1b. April ein Vortrag voll Dr. Ludwig L a n d a n , Frankfurt a. d O., über das Thema „Ter Wiederausban des dentschen (Zudentmits" statt. Alle jüdisehett Organisatiotten bemühet! sich einheitlith mit ben Wiederansban des deutschen Itidenttuns. Der Redner gab iitsbesmtdere einen Ileberblick über die Arbeit und Gliedernitg der jüdischen -Organisationen, mtd boionke. das; das Schicksal der beutschen Ittdett in Tetüschland entsdstedett tvird. Die Zttlstfter, die sehr zahlreich auch ans den mitliegenden Gemeinden erschienen ' waren, folgtet, den interessanten Ansführmtgetl mit großer Aufmerksamkeit. Umrahmt tvnrde der Vortrag dttrch Lieder ttnd Arien von Beethoven, Mendelssohn. Schubert, Hugo Wolfs nnb Dvorak, künstlerisch vorgetragen von Hede Türk, Berlin, von Dr. Landau verständttisvoll aus der Orgel begleitet. ölinnovcr Die Reihe der künstlerisäzen Berattstaltmtgen cyüffncie Hermann S chey: er sang, prädstig disponiert, Arien ans „Elias" und „Ätessias" mtd einige der schönsten Schubert, und Schmnaitn- Lieder. Seine einzigartige Bortraaskmtst hatte außerordentlichett Beifall. Dem Abend lieh John Bi a it d e l b r o d als Piaittsk tmd Begleiter seine wertvolle Miüvirlmtg. Ents^nutmtg und Cr° heikermtg brachte Joseph Plant mit einem „Heiteren Abend". Wie immer verstaitd es der geistvolle Plauderer und ausgezeichuete Rezitator, sein Pttblikum ztt fesseln und zu unterhalten. Das ll r o p t - Q u a r t e t t hatte einen so großen Erfolg, das; es noch einmal für ein Hanslouzert vorpflichtet wtirde. Das Prograutut verzeichuete Streuhgtiartette von Btozart, Debnssy und Haydn. In präzistun Zttsamuteuspiel, in Stilart, Tempo undZiachschöpferischor Gestalttiugslraft wußten die Künstler die Fordertmgeu der klassischen Kom° Pop t tonen ztt erfüllen. Der virtuos gespielte .Tebusjy enthüllte einen Rcichtttut klanglicher Schöuhett. Dem Liederabend vot, Herta G'l ück- R.') ^0. wue ganz seltene Einheit in der astheltschen Wirktutg von Ersehetnuttg und Darbietitug, >vie sie int Konzertfaal nur von einer .G.iantüni pder Triauli auszugehen pflegt, das Gepräge. Hier toie dort dieselbe Atusikalität, kcr gleiche dttukelgetönte Stiuttnllaug, eine wmtdervelle llebereiustintmung in der Kttllur des Gesanges urnt des tief veriuiterlichteu Vortrags. In einem reiclim Progrmtuu erschöpfte die Säugeriu deu geibih seelischen Gehalt der Lieber von Beclhovc'it, Brahms, Wolf. Strauß mtd Tschaikowsli. Ghtzie und bestrickender Zauber kamen in ttalic'ni'äic!! mtd spanischen Bolksliebcum in tmvergleicöluXc Weise znut Ausdruck. Mil geradezu dilhymu'' bischem Sckitvtntg aber erklang des zu früh ftorvetteu Erich Z. Wolfs „Ich bin eine Hane. Wie sich hier die macht vollen 2lrpeggien des t>cgleitendeit Klaviers (von John )N a u d e ll> t'hd in utiisilalis6)er und technischer Bolttvmitteühi'lc gespielt) mit der herrlidien Altstitttme verinischleil. wurde sie selbst zu einem ..auirauscheitdeit, iil’ft die Fluren erhöhten" Iustrttment Otti Berusteiu. N K Mhre nU Tiefer Tage feiert Ja not S. Roslii, feinen bl». Ei'' burtstag. ein Ncnsiker, der als Dirigent in Berlin, als Liedbearbeiter meit über die deutschen GrenT" . hittans bekannt tvnrde. Roskin ist in der Nähe von Riga geboren tmd wirkte dort als Chorsnitger. & ' kam mit 10 Jahren nach Berlin ans Scharivcmüv konservatorinm, wo er Klavier, Gesang mtd Theorie ftnbicrtc. Ans dem Osten brachte er einen großen : Ncelodietrsäiap mit. 800-000 Lieder hat er mM»"- "nd bearbeitet; HO davon druckte er in feinen, Wtif»' Verlag „Hatiltvah" ab. Diese BeröffottsiichmM'l : haben weiten Kreisen das oft jüdische Lied tZl>e" gebracht. Bon 1012 an tvar Roskin als Chordirige»c bei der Bcrlitter Jüdischen Gemeinde tätig, zuletzt on der Synagoge in der^ -Oranienburger Straße n» jetzt in der Levetzotvstraße. Daneben leitete er ze>o Iveilig den Chor mtd das Orchester der SchntzpE' Wer einmal mit Roskin in den Proben arbeitete oder in der Synagoge mit ihm gewirkt hat, der spX^ vom ersten Angeitblicke das redliche Bemühen, w* hier am Werke ist und das, fern von allem Tneor ’; tifieren und Erklügeln, unbefangen mtd instiuktlM d an die Musik herattgeht. Schlicht und absichtslos g» - sid) Roskin als Nciisiter mtd als Mensch. Wir w» s6)en seiner liebettstvertett Periöttlichkeit noch ^c>t viele von Scizasfenslrende erfüllte Mre!