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Central-Verein-Zeitung · 1934-04-12 · 15 (12.4.1934) · page 13

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
15 (12.4.1934)
Date
1934-04-12
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Tom Sendschreiben gehen zeitlich drei anonyme Schriften voraus: 1. „Politisch-theologische Ausgabe Über die Behandlung der jüdischen Täuflinge." 2. „Auflösung der . . . politisch- «heotogischen Ausgabe über die Behandlung der jüdischen Täuflinge." 3. „Einige Ideen, veranlaßt durch die politisch-theologische Aufgabe über die Behandlung der jüdischen Täuflinge." Stellt man die drei Schriften dem Sendschreiben gegenüber, so fällt auf. daß sie in der Form der Polemik gegeneinander drei wesentliche Punkte des Sendschreibens enthalten. Während die „politisch-theologische Aufgabe" die gedrückte Lage der Juden auf- ,zeigt in äußerst ironischem Tone gegen die Konsequenz des Staates, den getauften gaben von heute auf morgen alle Rechte zuzugestchen. polemisiert, gehen die „Auflösung" und die dritte Schrift von der Situation der aufgeklärten Juden aus, die dar der Unmöglichkeit einer Reform im eigenen Lager keinen anderen Ausweg als den der Taufe sehen. Beide aber meinen dm Uebergang zum aufgeklärten Christentum, ks erscheint durchaus möglich, daß Friedläuder diese drei Aussätze. wenn nicht selbst ^schrieben, so doch geschickt in die Seffentlichkcit lanciert hat. um auf das Sendjchieiben vorzuberei tcn. ti. Unter den 27 Antworten auf das Sendki,willen. die ich gelegentlich einer größeren Arbeit habe feststellen können, befinden sich drei, die vermutlich von Juden geschrieben Rad, wenn selbstverständlich auch in diesen gälten die Anonymität, mit der der ganze Lchristenkampf geführt wird, zur Vorsicht mahnt. Ta ist erstens ein „Gespräch über das Sendschreiben von einigen, Hausvätern silbischer Religion zwischen einem christlichen Tzeologen und einem alten Juden." „Unter gllen Hausvätern unserer Kolonie gibt es sist leinen einzigem mehr, dessen. Söhne. Töchter oder Schwiegersöhne, in Absicht der Religion-mit.,ihm übereinstimmend dächten." Ter> alte Baruch. sieht keinen. Ausweg,/so fange „jeder Aufgeklärte seinen Weg,, den ihn Verhältnisse. Umgang und Verbindung geführt, einsam durchwandert." Deshalb verspricht, er sich vom Sendschreiben einen zweifachen ' Erfolg: Erstens werden die ' Orthodoxen etwas von den aufgeklärten Brüdern erfahren, zweitens aber werden die Aufgeklärten nun cmen Weg sehen, den Kern von der Schale ihrer Religion, zu trennen. Für .den christlichen Theologen bestehen die besten Gedanken des Sendschreibens darin, „daß Christus die jüdische Religion zu ihrer ersten Reinheit zurückgeführt habe. Ter Jude Baruch . bekennt darauf, er „habe zu allen Zeiten die christliche Religion für die reformiert und gereinigt jüdische gehalten". Und dem christlichen Theologen ist er „durch diese Erklärung schon ein echter Christ". Tie ziveite Schrift ist ein Roman: „Eharlotte Sampfon. oder Geschichte eines jüdischen Hausvaters, der mit seiner Familie dem Glauben seiner Väter entsagte. Eine Geschichte' der neuesten Zeit." In seinem Mittelpunkt steht die Liebe eines jüdischen Mädchens zu Hernau. dem christlichen Nachbarssohne. Eines Tages nun kommt der Vater des Mädchens mit dem Sendschreiben in der Hand nach Hanse. . Was ich euch jetzt zu sagen habe, betrifft nichts weniger als ein, Unternehmen, das wenigstens in dieser Allgemeinheit in der neueren Geschichet noch unerhört ist. eine feierliche Lossagung vom Glauben unsrer Väter. Toren werden es Abtrünnigkeit nennen. Euer Vater und Gatte ist mit mehreren jüdischen Hausvätern entschlossen, zu einer reineren Religion überzugehen." Die Tochter atmet beglückt auf, denn nun erst bekennt sie dem Vater ihre Liebe zu Hernau. Der Vater ist einverstanden, will aber für die Veröffentlichung, noch Tellers Antwort abwarten. Wieviel Enttäuschung aber bringt die Tellersche Ablehnung über die Familie! Sampfon gibt die Einwilligung zur Heirat nicht; das junge Paar flieht und kommt nach langen Irrfahrten zu dem Prediger einer kleinen Dorfgemeinde, der heimlich dem Vater vom Aufenthalt seiner Tochter Nachricht gibt. Sampfon reist sofort in Begleitung seiner Frau, seines Freundes, des Rabbiners Markus, und dessen Tochter in das Dorf. Der Pfarrer bittet die Familie in sein Haus. Im Verlauf eines Ge? sprächs, ' das zuweilen wörtliche das Sendschreiben und ■ Tellers. Antwort wiederholt, wird Sampfon-von. der'Wahrheit des aufgeklärten 'Christentums soweit jüberzengt,' daß er zur Taufe bereit ist. Nur.mit seinem Freund, dem Rabbinev, mutz er näch ins Reine kommen.'' Der. Rabbiner vertritt zunächst den Standpunkt der jüdischen Orthodoxie; schließlich aber ist auch er'überzeugt. '„Me halsstarrig auch sein Geist sein-mochte, eine alte,' fast mit der Kindheit eingesogene Lehre •: fahren zu lassen, so fühlte er sich durch den Strom von Beredsam- . keit, der von dos Predigers Lippen-floß,'doch unvermerkt '-fortgerisfen/ -Der Roman endet mit der-Taufe der beiden Familien, und der Heirat zwischen Sampsons Töchter und Hernän einerseits-und der zwischen dem-Prediger und der Rabbinerstochter'anderseits. . >'• ' Im Jahre 1803 schreibt dann ein jüdischer Arzt Dr.- Schönemann verspätet, aber nicht zu spät, wie erFelbst gesteht.-in „Biesters Monatsschrift" einen -'offenen . Brief an die Sendschrelber.' „Sie haben den Schritt . . . bloß in-Ansehung Ihrer selbst'und in Ansehung des Stifters unserer Religion, nicht aber in Ansehungder N'azion, mit welcher Sie so-- lange gleiche Rechte und gleiche Unrechte theilton, erwogen."- „Nicht bloß, vorn Zeremoniell der Juden wollen Sie abgehen. Sie begnügen sich nicht, das drückende Joch unsrer Religion abznschütteln. -. . . Sie wollen sich von der Nazivn. trennen, gewaltsam Ihr Interesse von dem Ihres Volkes losreißen." Laß sie sich durch diesen Schritt' der vcrant- ' wörtlichen Arbeit an und mit der Gemeinschaft der Juden völlig entziehen, erscheint dem Verfasser. der ebenfalls zu den aufgeklärten Juden gehört, besonders schwerwiegend.- „Ich frage Sie 'selbst, kann man sich wohl schwerer an einer Nazion versündigen, als wenn man ihr ihre Lehrer, ihre Wegweiser nimmt'?" III. Gehen wir einmal sine ira et studlo der Ftage nach, wie Friedländer überhaupt ans den Gedanken der Glaubcnsvereinignng kommen konnte, und wie er es wagen konnte, den Oberkonsistorialrät Teller öffentlich um den Vorschlag einer Tausformel anzugehen, die — so hat es Schleiermacher ironisch formuliert — in ein Christentum ohne Christus geführt hätte. David Friedländer ist ein Mann seiner Zeit, der Aufklärung. Für die Aufklärung stellt sich alle positive Religion dar als Vernunftreligion X; dieses X ist nicht sehr bedeutsam, es besteht nach Friedländer beim Judentum ans Zeremonialgesetz und Glaube an den nationalen Messias. „Die Gebräuche sind der Körper, deren Geist die Lehre ist. Ist die Seele entflohen, was nützt uns dann die abgestreiste Hülle?" Während noch Mendelssohn es für die Aufgabe seiner Zeit hält, „den eingerissenen Mißbrauch abzüschasfen und den Zeremonien echte, gediegene Bedeutung unterzulegen", sagt Fried- -länoer: „Pflicht und Gewissen fordern von uns.' daß wir uns unfern bürgerlichen Znstand durch Reinigung unserer religiösen Verfassung verbessern." Das Wort Verfassung ist in diesem Zusammenhang besonders charakteristisch.; Friedländcr kann wohl zu einer so'schroffen Ablehnung des Zeremonialgesetzes nur'- kommen, üveil er in ihm weit mehr die Reste.einer nationalen Verfassung sieht .und fürchtet, als etwa den Versuch, durch die Formen das religiöse Gemeinschaftsleben der Juden : zu gestalten. Die Messiässehnsucht erklärt sich ihm allein' aus dem 'pdlitischeiu Druck, unter dein die Juden bis dahin, zu, leiden hatten.. Für. ihn.ist.mit Mül: srrx- ■ irrofiet Min. Ol Küche, zc-ii her frauzw Icr.cior ihe. billig- MLW A MLWg- 'Son Gabriele Seräli;; ' Von Tel-Aviv fährt der. Autobus: durch rotbraunen, trockenen Lehm-in das jüdische >>wd.. Zwei, bis drei Nieterhoher"Feigentaftiis bildet die Hecken, hinter denendie dunkelgrünen Apfelsinenbüsche steheiy mit:den l>hldenen Früchten. Das ist die Landschäft -- kilometerweit. Apselsinenbüsche hinter. Kaktus» Hecken. .@3 kommt ein Ort, gerade,- - unschöne, sleme, neue Häuser, rasch mit wenigen Mitteln »'dem Jahrzehnt seit dem Kriege ansge'richtet, PItie saubere, moderne Arbeiterküche mit 'lutem Esien.-ein Kramladen, eine Bude-für 'lpselsinensast, Milch, kohlensaures Wasser.; Ein Mädchen steigt ein.. Cie'trägt derbe <üefel auf Beinen, die bis hoch hinauf nackt 'jnd, dazu schwarze, baumwollene,, weite, gelchlossene, kurze Höschen, eine 'kurzärmelige joloblusk., einen breitrandigen Strohhut.-Das m dm Tracht der jüdischen Landbewohnerin, me Arbeiterin, Bäuerin, Pionierin 'in eiüern R- Ihre Großmutter trug noch ' in- Polen "en falschen Scheitel, um das 'eigene ^Haar mcht zu zeigen. Tie Mutter trüg üm 1920 oen modernen kurzen Rock, sie selbst aber 'Mrft alles von sich, um kurze'Hosen zu tragen, neu und so kühn wie diese'kurzen Hosen nackten Beinen in einem orientalischen uralte heilige Traditioniäller Molker das Verhüllen der Frauen gebietet — neu und kühn ist dieser Versuch eurerneuen Eenssorm. die sich Kwuza > nennt. Mit der Hwu.za ist für eine kleine Gruppe eine' selbst-- „ \ Sammlung aller Kräfte zu gemeinsamern -W gbrichmäßigem Wohle - vollständig - durch- -.^iuhrt. Die -'Kwuza ist eine gememschast-; Siedlung von Pionieren Zur Fruchtbar- Fpchung des Landes. Im Geg2:rsach?zu'd2N -'^Lieren des - Urwaldes,. dLssrn: DoLen-.'rwch- Generationen alte-Kraft-in'sich trägt, kommt der jüdische. Pionier in, uraltes Land, ansgesogeneil .Boden,. Wüste.. Jahrtarisende -hat dieser "Boden nur gegeben,' nichts' erhalten, weder'Mist noch Dünger.' "Durch üwL'erne Ntethoden' (-Bewä-ssern'ngj 'Friichtwechsel. Motorisierung 'der'' Feldarbeit) 'Mrder-rn 'fruchtbares Länd verwändclti Die Kwu'za ist einerseitsöin'e Gemeinschaft von Spezialisten,,von. denen--jeder einzelne einen Zweig-'der Landwirtschaft ' beherrscht' und mit .Faiiatismus fördert; andererseits -der. Versuch, 'eine 'Wirtschaftsform, von p-höchstdesikbar ^özialer- - Gerechtigkeit zu fmdern, ' -''. ' chchch - Es.gibtpalte und: neue Kwi/zot.;-Tie; alten sind 'die -Reichen; dieneuen '-sind -die -armen Kwuzot.- Die.Kwuza Giveä.t. Brenner -ist-.eine neue -.Kwnza,' ,1928. aüf.- Boden/errichtet,' der dem .jüdischen. NationalfändsW'als' Eigentum verbleibt.' Der Boden: soll'nach einer. Reihe vom .Jahren, verzinst, werden, ,m- Höhe -, von # v. H. bis 4 v. H. Nur in. lmnige'n Fällen - aber wird bisher'der^ Boden dem National» fonds verzinst-oder, anders ausgedrückt.-Pacht gezahlt.' Die Kwnza hat drelhnydert . Mitglieder. .'Davon-sind, hirndert deutsche-Ein- Wanderer vom letzten halben Jahr. - Die Mitglieder -treten -ein wie in ein Kloster. Was' sie besitzen,, was' sie erarbeiten; - gehört der, Ge°. meinschaft. - Wollen sie in.-die, lstadt-fahren, so - gibt die/Kwuza das .'Geld -dafür;-,braucht einerneue Stiesel, so gibt die Kwuzä das Geld, will einer einmal m langer Zeit. das. Theater, die Habima,.-besuchen,, gibt -die-Kwuza 'das Geld. - Sie-nennen nichts mehr, ihr-eigen. '.-So wie-die 'latejnjscheni Dtönche; das' Land -Lolönisierten, in'- großen. Teilen. Europas, :,ohne eigenen Nutzen. es sei'denn für -den -der Kirche, des Klosters- und,'der?Zukunft, -so kolonisiert hmr dis jüdische Jugend, .dach Oa.nd"--o0ye eipmen- Nutzen, - es ' seidenn^, -für - - den; bet werderrdsn Nation, der Kwu-Lwnd der Zukunft. ZwLiMLb im -Jchr-verschiedene F kültüren' -7-. wie', man -die Anpskanzüng von Z-i'trouen','.Apfelsinen, Grapefruits und Mandarinen nennt —. eine Baumschule, die allein etwa',10,00 Li P. im Jahr abwirst. einen großen Gemüsegarten-in sechs Wochen-kömmt der , Blumenkohl,„von-,'der^ Aussaat bis , zur Reife vo'n, ganz, großen-','weißen Köpfen, — einen ivöhlgopfl^zteil, Blninengarten. Die Gemüsefelder rverden -von rotierenden, Rasenfpre-rigern irnajrsgcsetzt, befeuchtet.^ Atitten.,'in, der,Tiefe des.flächhügeligell; Landes sieht man ein viereckiges kleines weißes Gebäude,— es sieht -guS lviein ,Europa eine.Tran.sförmatoren.stätion däs' ist "der Oyell 'der.'.'Fruchtbarkeit -'im wahrsten? Sinire' des'.Wortes. Es' ist. die . 'Motörpümpe; die Pas - Grundwasser ans achtzig Meter' Tiefe'hcbt.' Zur Feld- und Garteuwirtschast. kommt die Bielpvirtschast:. in den Ställen' .'stehen, schwarz-uwiße prachtvolle holländische Kühe,, die man mit--dem inländischen. Vieh gekreuzt,hat. wwderne Geslügelställe '.mit weißen.Leghornhühnern/. jener Rasse, die/man/ in ganz' Palästina allein.zieht. Du ' siehst", keinen ' bunten-, Hahn -mehr,. und wenn du einen'sieht, so-kannst du dich darauf ver° lassen;'daß'es-ejn ganz'altmodisches Vieh ist. -nicht'mehr .dienend dieser Welt der' .rätio- ,nalisierien.-.Eiererzeugung, -fondern nur, noch dem -schönen. Aussehen. / ' ." Einkom'lnensquelle■'ist.' ferner '.die - Loh'narbeit'fd'er'. Mitglieder, de,r. KwuzaT Der Lohn z. -B.. 'für' Apfelsinenpflücken in den. benachbarten-'Siedlungen kommt selbstverständlich der, Klvnza zügiite. Außerdem' hat die Kwuza Handwerksbetriebe.^ Eine Bäckerei, und Tischlerei .inderbenachbar'tenSiaLt.'- Die 'Hand- Mdkyr tvohyey-'in d'ebKwüza Brenner,, fahren täglichch'in-usid zurücki die-Einnahmen erhält die''Gemeinschaft, die für die-Ernährung und das',' Fährgeld' äü fköuim t.' 'Um .solche Be triebe ernzurichten ist'Geld nötig; die''Kwuzavver. ' schafft 'eö-'M auf sehr verschiedenen' und sehr v-e'rschlungenen .Wegen?., Züm-'Töilbekommen sie.sie -natürlich aus wfsen-Llichrn-'Mitteln. Zum -Teil-aLer'auch, von^ Vanken; die Sicherheiten "vLrlangen.." Esi-kommt-z.-B. --vor, daß -ein Ln»er vvredrter ANtsrlsolter krNr vor wenigen Wochen eine schwere Ope* ratlon durebgemnoht. Von seinem Kranlien- Inger, das Ibra hoffentlich bald vlllllge Genesung bringen wird, «endet er uns dienen Gcdlcbt. Pie Schrlltleltung. Ich stieg iu dunklen Nachen, Ich fuhr in trübem Sinn, Meine.Augen suchten und sprachen: Wohin die Fahrt, wohin? Dort:- steinig steil, die Küste, Dran jedes Boot zerschellt, Dahinter streckt sich Wüste, Von keinem Licht erhellt. Dort folgt der Nacht kein Morgen, Dem Ende kein Beginn, . Dort schwanden mit den Sorgen. Auch alle Freuden hin. Doch hier: in sanftem Bogeu Baut sich der Strand empor, Es spiegelt sich in den Wogen Seiner CJärten Flor. Die Vögel singen, die Lämmer Weiden auf grünendem Hang, Es tönt der Werke Gehämmer Und Feierabendklang. Und Männer und Frauen hebeu Das Haupt in frohem Mut, Sie singen das Lied vom Leben, — Ich kenne es noch gut. Das spricht: „Wir wollen nicht zagen — Und schlummern des Abends wir ein: Es folgt ein neues Tagen In neuern Sonnenschein“ . . , Du Lied, sei mein Begleiter! Du Lied, sei mein Gebet! Meine Seele wird beiter, All' meine Angst zerweht. Wo ist das Nebel-Ufer? Wo ist es? Es entglitt. Von drüben hör' ich die Rufer: „Komme und lebe mit!“ Berlin, April 1934. Fritz Engel. der Verwirklichung der emanzipatvrischen Bestrebungen. die er trotz aller Widerstände in Bälde erhofft, mich der Messias verwirklicht. So nehmen also das Zerenwnialgesch und der Glaube an den Messias im System Friedllrnders keine sehr bedeutsame Stellung ein: was bleibt, ist die Bernunftreligion. die nun auf seiten des aufgeklärten Protestantismus ebenfalls als wesentlicher 'Bestandteil der christlichen Religion betont wird. Ter Oberkonsistorialrät Teller, einer dev aufgeklärtesten protestantischen' Geistlichen-in Berlin., hatte in den 90er Jahren zwei Arbeiten über das Christentum veröffentlicht, in denen er seinerseits vom aufgeklärten Ehristeirtum behauptete, es füge zur natürlichen Religion nur .zwei einfache, leicht -zu beobachtende unblutige Gebräuche" (Taufe junger'Mann.' der-in die Gemeinschaft eintritt, zwar nicht selbst Geld mitbringt, aber von -seinem Vater eine Garantie verschafft, ans, die-hin, die Bank das Geld gibt. - Auf dem - Wirtschästshvfstehen. die -Holzbaracken, in denen winzige 'Abteilungen znm Wohnen di'enen. getrennt durct) Holzwändc-. die bis zum Beginn, des schrägen Daches reichen, also halbhoch sind.- .Nichts-steht irr den Kabinen als Bett und Tisch und Stuhl. Mönchszellen — aber das ist der Unterschied: nie ist der Mensch Tn' der Kwuza allein, lieber die Wände hinweg hört man jedes Wort. Man wäscht sich in den Duschräumen. Kleider und Wäsdze befinden sich in eineur großen Kleiderschuppen. Dort sitzen einige und näheil 'und flicken für die übrigen. Draußen stehen nebeneinander, T-uherrde von Zelten. In jedem wohnen zwei Älenscheniu den furchtbaren kalten Regengüssen des palästinensischen' Winters, in der furchtbaren glühenden Hitze des palästinensischen Som-- mcrs. In allen diesen kleinen Zelten herrscht Ordnung und Sauberkeit und Geschmack. Auf den Betten liegen handgewebte Decken^ Tort stelzte eine kleine Etagere mit Büchern, dort', ein hübscher Messinggegenstand auf einem Tisch. An , dem, Holzpfeiler,, der'das Zelt hält, .hängt die Petroleumlampe. Das ist alles, der ganze Besitz, die' ganze Existenz, manchmal jahrelang. Eine gemeinsame Holzbaracke dient-als Eßraum,' auf Holzbänken^ ohne Lehnen fitzen die Leute„ essen aus dem Emaillenaps. Aber: es,herrscht weder die Verbitterung der Armut noch - deo Mstand - der Missionare. -Esl ist. alles selbstverständlich. Jetzt wird gebaut, der - Eßraum soll, erweitert und verschönt werden. Man merkt'am 'Arbeitstempo, in dem. diese Arbeit fertiggemacht, wird, aller Freude, daß man. es.ft weit gebracht hat., Judith, die. Monierin. führt uns. Für dich neue Küche sind die Sachen gekommen. Wie nur je ,eine bürgerliche Hausfrau steht'sig vordem Schränk 'mit--dem neuen Mu-

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