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Central-Verein-Zeitung · 1934-04-12 · 15 (12.4.1934) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
15 (12.4.1934)
Date
1934-04-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Judsrtkums-blerben. - -- Dur- Bindung-' btcdie gemeinsame Arbeit der Winterhilfe des Staates und der Jüdischen Gemeinde geschaffen liat. wird es zugleich mit der fortschreitenden Zieit überlassen sein' auch die jüdische Not zu lindern, die über die Jahreszeiten hinweg zu einer Lebensfrage eines Teiles der Menschheit geworden ist. Hilde Marx. Zum Eeböchtnis von Albert Imoby 'Im 93. Jahre ist Albert Iacobh am 2. April in Nauen gestorben. Er war dort geboren und hat innner dort gelebt. 1802 diente er alz Einjährig- Freiwilliger beim 3. Garde-Ulanen-Regiment — damals Mirus.Neiler genannt — und nahm an den Feldzügen 1866 und 1876,'71 teil. Wenn er von diesen Ruhmessahren der deutschen Geschichte erzählte, gedachte er immer des Heldentodes seines Bruders AleianderIacobh, der auch als Einjährig - Frenvilliger beim Ersten Gardercgimcnt ins Feld gerückt war und beim Sturm ans St. Privat tödlich venvilndet wurde, lind in diesein Zusammenhang crrvähntc er auch stets seinen Gros;- ontel Joel Nathansvhn ans Brandenburg an der Havel, der an den Befreinngskriegen 1813/15 teilgenommen hatte und als Preußischer Tambvurmajvr in Paris eingezogen :nar. Tie Aachkvmmen dieses Nathansvhn leben noch hente in Brandenburg a. d. Havel unb sind treue Anhänger des C.-B. Ter Großvater Astbert Iacvbys erhielt 1813 den Bürgerbrief der Ltadt Albert Iacobh war Mitbegründer des Nnncner Turnvereins im Jahre lsoi unö der Freitvitligei, Fencrtoehr im Ialire lss3. In den Jahren 1876 bis 1>^5 rvar er Bürgerdepulierter und Vezirtsvorneher und dann bis 1'.X>3 als Stadtrat ONitglied des Nnuener Nlagistrales. Zu seiner goldenen Hvch- ,nn 29. 'Mai 1661 im Kreife der Kinder und Enkel zeit, die er und seine Gattin in voller Rüstigkeit 1 egehen konntei-, wurde ihin eine Ehrenurkunde des 6u'i6n-vrändenlen von Hindenbnrg übersandt. Zn 'einen, 6(1. Geburtstag 1662 erhielt er als Alwctcran Hindcnbnras Bild mit eigenhändiger Unterschrift. Zwei. T ohne und ein. Schwiegersoly, nahmen am Weltkrieg als,Frontlämpser teil. Dr. 8ijlomon?ki. Aus kn Famiüen . E>vmnaiium-:oircklor 31. Tr. August M arx l'gartsriibe i. B.) votleiwele sein 7b. vrbenc-iahr. — '/Iran Htzm 'W ü I f f b e r g (Hallefeierte kürzlich ihren 70. Get'ililgag. — Wolf Kren c r (Bückebnrg) feiertp leinen 78. Gebnrwraa. Ter Jubilar erfreut sich bei der Vaiidbevolteriing größter Beliebtheit unter dem Namen „.Nrenzers Badder". (vi'mi Söhne von ihm „weit AuniiläniVier und kehrten gesund mit Auszeichniiilgeir ans dem Felde .uuiiU. — '.Oiarimiliaii Bl e t; g e r 'Blaiiiz.Weisenans feiert am 18. Avril feinen 8U, Geburtstag. 2er Jubilar kann aus ciue Ibjährige Tätig- Icit als Vorsteher der Ermcinde zurückblickcn. Isractitischcü Krairkcnhcim, Berlin, N. 21, Elsaffer Etran.c 88. Zu in dirigierenden Arzt der chirurgischen 'Abteilung ist Tr. Alüed H o r w i tz . zu„r dirigierenden 'Arzt der ueugegrüudeteu iiroll'gi'eli-chiriirgüchen Abteilung Tr. Georg T e I o n c t gemahtz worden. Frißi Jo kl, die das automatenhaft Leblose darstellerisch ansgg^ichnel brachte, aber nicht immer rein sang. Ten Erespel gab an Pechners Stelle Erich Fuchs. Pa bb in er Tr. Manfred Slvarsensly forderte in seinen einleitenden Worten zn tätiger Mithilfe an den Wohlsayrseillrich'tnngen der Gemeinde ans. An beiden Abenden war das Pnülikinn von der Vitalität des LUertes und der SetlN'nnglrast der Aufführung begeistert und dankte alten Beteiligten während der Akte, iu den Pansen und am Swhliiß mit stürmischein Beifall. Ludwig Altmann. Mzsrte mb DZrlckgs In MM WO im WO Aclen- und Liederabend Alexander Klonis Alm-ander K i p n i s. den lvir in der letzten Zeit öfter bei indischen Konzerten hören durften, gab im Rahmen eines Sonderlonzerls nn Berliner Kulturbund einen Lieder- und Ariei,abend. Tas Konzert war von Anfang dis Ende von ftärlster Spannung erfüllt. 26er zweieinhalb Stunden ein Bublilnn, in Bann schlagen Imm. muß .Hu sehr großer Lledsänger. mein Liedgeitalter sein. Es würde dem bezwingenden Geiainteindrnck nicht entsprechen, wenn lvir Einzellzeiten hervvrheben wollten: ivir tonnten mich schiver. sagen, ob die verinncrlichtc Wiedergabe einiger Schnmannlieder oder die ergreifende Abschicdsizene des Zaren ans ..Boris' Gvdunvss" schöner gelang, ob lvir dem .Organ in seiner wuchtigen Fülle oder mit seinen chanchgck'nm und dabei klangvollen Kvpslönen den 2'>vr.;ng geben sollen. Was doch ein mutwilliges Blinken der A.ngen, ein gütiges Lächeln für eine Ansdrnelslrast haben kann! Tas wurde besonders bei den rnssifchen Bollsliedern deutlich. Eine strenge Ktinstanssassung, Berzicht ans billige Mittel und eine vornehme Ueberlcgenheit auch im stärksten Affett zeichnen Kipnis ans. Sein Begleiter. Tr. Bittor Ernst Wolfs, haßte sieh ihm gesch-.cU und ansinerkfam an. Ter Jubel der Znlzörer Ivollle lein Ende nehmen, es lvnrde Zugabe aus Zugabe verlangt. ' nn.-. Kt- Schachaufgabe Nr. 6 In einer jüdischen Zeitung ist ein Inserat erschienen, in dem bchauptet wird, dass nach dem Gesetz über das Berufsbeamtentxmx nur noch arische Hausverwalter zugelassen seien. Trifft diese Rechtsansicht zu? Nein! Es gibt keine gesetzlichen Bestimmungen, nach denen Nichtarier nicht mehr Hausverwalter sein dürften. Nach dem Geseß über die Zulassung von Steuerberatern vom 6. Mai 1933 (3lGBl. I, S. 257) dürfen Personen nichtarischer Abstammung als Steuerberater grundsätzlich nicht zugelassen werden. Nach § 3 des Gesetzes gelten die Vorschriften der 1 und 2 nicht nur insoweit, als Steuerberater als Bevollmächtigte oder Beistände gegenüber einer Behörde derReichsschianzverwaltung tätig werden.fonder» auch insoweit, als sich die Tätigkeit'gegenüber Behörden der Länder, Gemeinden oder Gemeindeverbände oder kirchlichen Stellen abspielt. In der Praris ist gelegentlich die Rechtsfrage aufgeworfen worden. inwieweit nichtarifche Hausverwalter berechtigt sind, gegenüber den Katasterämtern und Zollämtcrn zu verhandeln. Im übrigen bestehen gegen die Tätigkeit nichtarischer .Hausverwalter keinerlei Bedenken. Ich bin Kassenarzt. Im Januar 1934 ist meine Streichung im Arztregister beantragt worden, weil meine Frontkämpfer-Tätigkeit nicht ausreichend sei. Steht diesem Verfahren die Verordnung vom 20. November 1933 entgegen? Tie Verordnung über die Zulassung von Aerzten, Zahnärzten und Zahntechnikern zur Tätigkeit bei den Krankenkassen vom 20. November 1933 ENGVl I, 2 . 983) bestimmt in JII als Endtermin für den Ausspruch der Beendigung der Tätigkeit nichtarischer Aerzte bei den Kranlenkassei, seitens der Kassenarztlichen Vereinigungen den 31. Dezember 166-6. Durch die Vmordnnng vom 22. April 1663 waren u. a. zwei Bestimmungen in die Znlassungsvrdniing eingesügt worden. Im Artikel 11,1, ist dem § 7 Abs. 4 eine neue Fassung gegeben worden. In dieser Fassung ist -- soweit es hier interesliert — gesagt, daß die Eintragung nur zulässig ist, wenn der Arzt arischer 'Abstammung ist und sich nicht im sonmnmislischen Sinne betätigt hat. Unter Ziffer 6 find die 27;i und 27b neu eingesügt, die die Bcstiinmmigen enthalten, unter welchen Voraussetzungen die Zulassung vo,l ins Arztregister eingetragenen und zur Kapenpraris zngelassenen Aerztim. die nicht arisch [inö oder sich kommunistisch betätigt haben, wieder zurückgenommen werden kann. Tiese letztere Bestimmung ist mit dein 31. Dezember 1933 außer Kraft getreten. Tie Gegenüberstellung dieser Bestimmungen in derselben Berordnuiig durste ergeben, daß die Neufassung des Z'7 Ziffer. 4 sich nur ans die Eintragungen beziehen kann, die nach dein Inkrafttreten des 'Gesetzes erfolgen. Tie Aerzte, die bereits auf Grund ihrer Eiu-- tragnng ziia.elassen ivarerz, siiid daher unter dem Gesicchtspunkt nichtarischer Abstammung und kommnnislischen Betätigung lediglich nach Ziffer 0 der Verordnung — das ist 8 '2m und '27h der Zulassnngsordmmg — zu beurteilen. Nachdem diese Bestimmungen außer Kraft getreten sind kann der Gesichlsvnntt nichtarischer Äbstarnnmng -und kommunistischer Betätigniig bei den bei Inkrasttreten der Verordnniig bereits zngelassenen Aerzten nicht ii'ehr geltend gemacht werden. Tie Streichung im Arztregister würde prallisch darauf hinauslaufen. daß der Endtermin der Verordnung vom 20. Novomber 1933 ausgescEiltet wird. Ich bin Zahnarzt. Am Weltkrieg habe ich teilgenommen, doch bin ich nicht Frontkämpfer. Kann ich in das Zahnarztregister eingetragen werden und damit die Berechtigung zu Vertretungen von Kassen-Zahnärzten und zur Assistententätigkeit erhalten? Nach K 4 Abs. 4 der Zahnärztlichen Znlassimgsvrdmingstst die nichtarische Abstammung kein HinderniS für die Eintragung, ivcnn die Antragsteller am Weltkrieg ans seiten des Deutschen Reiches oder seiner Verbündeten teilgenommen Izabeli. 'Nach dem Kommeiitar von Hvffmann - Venter (Verlag Karl Löhner, Berlin SW 11. 1966), An»,. 7 zu 4,S. 40, genügt für die Eintragung in das 'Aegister der 'Nachweis der Teilnahlne am 29cltlriege. Nur für die Zulassung ist der Nachweis der Froirtlämpfertätigkeit erforderlich. Tas Schiedsam! in Dortmund hat sogar in dein Falle e i >, e s A r ,z tos, der zivar Kriegsteilnehmer, aber nicht Froiitkämpser ist. dahin entschieden daß eine Streichung ans dem R'cgistcr nach t; 11, Abs. 2, Rr. 4 der Aerztliclien Znlassnngsordnung tvegen mangeliider Fronltäinpsertätigleit nicht erfolgen könne, da zu den Voransseßnngen für die Eintragungen nach 8 7 nur die Teilnahme am Weltkriege, nicht die Fronliätigleit gehöre. Ich bin 1913 als hauptamtlicher Vertrauensarzt auf Dienstvertrag angestellt worden. Nach den Anstellungsbedingungen hatte ich am 1. August 1933 die erforderliche ruhegehaltsfähige Dienstzeit zurückgelegt. Auf Grund der Zweiten Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über Ehrenämter in der sozialen Versicherung und der Reichsversorgung vom 23. Juni 1933 (RGBl ly S. 397) ist mein Anstellungsverhältnis zum 1. August 1933 gelöst worden. Habe ich Anspruch auf Ruhegehalt, obwohl ick noch dienstfähig bin? Ja! Tas 'llceichsversicliernugsanll hat — lvir das Berliner Sladtblatt 'Nr. 287 vom 6. Tezember 1046 berichtet — in einem ähnlichen Falt zngnnsten des Vertranensarztes entschieden und ansgesührt. für die Kündigung sei lediglich das Gesetz maßgebend. Dieses sehe vor, daß die Berseßnng in den Nnhestand unter Beachtung etwa bestellender Ruhegeldansprüche erfolgt. Ter Nachweis der dauernden Tieustnnfähigkcit sei im vorliegenden Fall nicht erforderlich; denn der Gesetzgeber Hahr ossenbar als Ausgleich für die zwangsweise HerbcigesüHrte vorzeitige Beendigung des Dienstverhältnisses den Rnhegeldansprnch wahren wollen, wenn alle sonstigen Voraussetzungen — abgesehen von der Tienstunfähigkcit — vorlägen. Es ist aber zn beachten, daß diese Vorschriften nur für Vertrauensärzte gelten, bigegen z. B nicht für Behördenangestellte, denen izach ihrem Tarif« vertrag Rnhegeldbeznge für den Fall der Berufs- Unfähigkeit zugesichert sind. Für diese Behördenangestellten bestimmt Nr. 3. Abs. 1, Satz 3. Halbsatz 2 der Zweiten Dnrck-führimgsverordnmig znu, Gesetz zur Wiederherstellung des Bernfsbeanitentnm«': „Würden einem noch nicht bernssunfähigen Dienstverpflichteten klagbare Bezüge znstehen, ivcnn er bernssnnsähig nnne. sv I nnii ihm ’im Fülle der von Sanitätsrat Dr. M. Lcwitt (Berlin) Weiß am Zupe macht remis. (Kmlspiclstmlin) WHss: KdS, BaR, 65, dt, h2 (5 Steine) Sebwarz: Kd5, Lfl, lbu, c6, btj (5 Steine) V Das Problem Nr. 4 war nicht so einfach, toi« c§ mehrere Schachsreunde alanbien, die cs sich'nicht uenau genug ansahen und falsche Lösungen cinfonblcn. — Schivarz antwortet ans: 4. De6—el, SM—c3! 1. Sft;—c!7, S.n;—1.7! 1. Tc2-f2. 8(16X18 oder ,-lt N'oraus Weiß nicht mit dein nächsten Zuge mall schcg Lösung der Ausgabe 'Nr. -1: 1. Tfä—du. M-f.'i: 2. I>6-e3 malt . . . 846 beliebig; 6. I)c6—cl nmtl. , . . T,fl. ,, 6. Dn6—i“J malt . . . SbJL ,, 2. Tt:2~e3 matt & Lösung der Ausgabe Nr. 8: 1. OlwXt'3. Khl beliebig; 2. 1K.3--3s. K-U oder ül; 3. Dg3—f2 bzw. 8ci—62 matt. Weitere richtige Lösungen von Nr. 3 sandten ein' Rechtsanwalt Tr. (fruit Bvein» (Bciegh Tr. tueb. 'vl. Eohn lBochnmi), .Uar! 0>ut,minn s.Erealiticeui, Eleorg K. IfraA (.Eharlotlenburg«, S.ilve Kallmamr (Vitbnrg), 'Klar Koschiniilsti > Landsberg.'Illaribe», Emstav Leivi <Wlli»ersdorf>. Tr. Löb c'Bodmml. Aeiia 'Matsch (Erinr-th Joses Rosberg an'ie'eld», v-ricl, 'Jhibem sobn ■ (-OilbOvlK’iml, Heinz Stern t'Ab'.etode), vcuis Wertheim t2N.-Eladbael).>. Hhlicviige Löhmgeir von 'Nr. 4 und 8 sandien c'm: Kart Bechhüier nNürnvergh Hans 7anib «Hamburrn, Tr. H. Ieiltltensetb. 'Auaenarn 'Berlin', ArUnce .iaeei» 'Königslw'enS'we KaNmann cBilbnrg', n, Lange (Berlinl. Michael Levh i'Kreseld). Jul ms 6 ata (.'Neuwied), Lollcar SchöuUmI c'NürubergA Weitere Lösungen, von 'Nr. 4: Karl Gunianm (Ereglingen), James tälc'sberg ' 'Konslabt'. Hedw'z Kahn (KvlnA. Rechtsanwalt Dr. 'Arons (Berbi". Weitere Lösungen von 'Nr. 8: A. Baconowi!; 'B.rlin), Louis Werll>enn (M.-Gladbachh Beeia Alalai, (Erfurt). Joses Rösberg (Kreseldh Alswa Snautz (Cb« >. darf), Rabbiner' Tr. Tänzer (Gi'vvingon). Tr. i">. Kurt Rofenseld <8ran>>url a. 'M.h Tr. 'ha.lrn.nb ('Nürnberg), Tr.' nced. Hans Schlesinger cMannIie Tr. Hermann Löb (Bochum), Fcau Dir.- Sain-s (Konstadt). Ater Becker (Königeberg). Sauilätsra! Tr. W-'.- lctrftein (Krefeld), Gottfried Gmiibel (Stutlgai6'. '.'Ingrid arzt Tr. GzeUctier 'Berlin). ReclNsanwalt Tr. 'Aeb.r Held (Ith'hubeu), BliNoii Strauii cSiuNgann 'vr.'i Rothsetiitd, Heinz Stern (Abterodeh 2,. Stern «Reaei,'. bürg). S. Weinberg (Köln), r'gillp '.'Aichaelis «'Aeitmr Gabriel Efchwege cFiilda), Haus Lar tTLilmeiGm", Hans Golm (Berlin). Berussunsähigkeit, insbesondere wenn er für milteO lose Angehörige sorgt, eine jederzeit lviderrusliche llmsende Nnlerstütznng gewährt lvcrden.'' Hiev besteht also kein 'Rechtsanspruch für Er' noch bernfssähigen Beliördenangestellteii. Et 's nur eine Härtekiansel vorgeselien. Aorlekung Artur Silberglrlt Ein 'Abend im kultivierten Heini von Frau G. Weil bot Genuß von hohen Graden. Dorn B e r n st e i n - B ö r n e ist eine Sängerin, deren Iiitelligmz und technische Beherrschung ihrer Nc'ittel die Lieder von Prahler, Tschaikowsli, 'Rachinanioss ebenso in ihren drainntischen lvie in ihren Gesülilsinhalten voll misschöpfeu läßt. Tie Ileberraschnng des Abends war Arthur Silberglert als Epiker. Er las einige Kapitel aus seinem ersten Ron,an („Der Leuchter"), der den Ausstieg einer Fantilie nn Tetilichland der Griniderjahre zeigt. Ein tleiner Indenjmigc in Kowno läuft ans dem Ghetto in die Welt: denn er will ein „gelahrter Nimm" iverden. Ein Klümpchen Heimaterde trägt er in der Hosentasche mit fort. Tischler-- lehrling, Artist. Buchhändler sind die äußeret, Etappen seines Weges, bis er in der Tochter eines Berliner jüdischen Hosbankiers die Lebensgesühriin finbet, mit der er in Breslau eine große Familie begründet. Sein Baker schickt ihm zur Hochzeit den siebenarmigen Sabbathleuchter, der als Prunkstück und Symbol der unzerreißbaren Verbundenheit mit der Tradition der indischen Vorfahren den Ehrenplatz nun in seinem Hanse cinnimmt, bis ihn' seine Frau, um die Verlobung der ältesten Tochter würdig begehen zu können, unter Ge- U'issensgnalc'ii versetzen muß. Lilbergleit ist vor allen, Lyriker, und das verleugnet sich mich in seiner Vrosa illcht, die getränkt ist mit Stimmnngsinteiiiilät und voll ist von malenden Gehejin-- lnnstcn der Sprache. Imvieweit die Gestalten zu höchster innerer Wahrheit vorgetrieben sind, ist nach sv kleiner Leseprobe nicht zn entscheiden, aber in dem Wenigen überzeugte bereits^ die Echtheit des dichterischen Materials und der Vorwurf, der iveit gefaßt' und von innen her ansgebreitet >vird. Wir linden mit den, „Leuchter" einen großen , jüdischen Roman geschenkt bekommen. Auch in der Gcdichtsolge „Höre Israel" bekennt sich Silbergleit, klangschön und gedankenreich, zur Heimtehr zum alten Glauben der Väter. Die zahlreiche Hörerschaft war von Musil und Tichtiing stark beeindruckt. I.. I*. Asrlmgs-Abend Silo Drcnstein Zum ziveiten Ncale im Laitfe der Saison trat Otto B e r n st c i n (Dresden) vor die Ntitglieder des Berliner Kulturbundes — nach dem modernen ' Erzählerabend mit einem klassischen Programm, ' das ausschließlich Goethe gewidmet war. Goethe bedciitct auch hente noch Gipfelpunkt, Weihe, Tempeldienst: um so bedauerlicher, daß die Veranstaltung dein profanen Lärm einer großen Verkehrsslraße ansgeliesert war. gegen den sicl, der Vortragende in ein paar cinlcitendei,. ans Bitterkeit und Resignation gemischten llöorlen nicht mit Unrecht zur Wehr setzte. Wenn sich trotz so ungünstigen äußeren Bedingungen ein engerer Kontakt Zwischen Sprecher und Publikum Herstellen ließ, so ist dies der ungevöhnlichen Kraft einer gesamnielten geistigen Konzentration zn danken, mit der sich der Künstler seinem Slosw ganz hingab. Auf dieser innigen Versenkung in den Gegei,- stand der Dichtung beruht überhaupt die nnmilte!- bare Wirkung voll Bernsteins Borlragsknnst, einer Kirnst schlichter, zart zurückhaltender, von innen heraus leuchtender Beseeltheit, die alles billige Pathos meidet, dynamische Akzente so sparsam >vie nur möglich setzt und die von der Natur gezogenen Grenzen auch in den begleitenden Gesten niemals überschreitet. Wie sich in solcher lvcisen Beschränkung der 'Meisler zeigt — dreifach konnte es der Vortragende in seiner Rezitation ans Goethes dichterischem Lebenswerk bestätigen. Tie herrlichen Stanzen der „Zneigmmg" 'waren ganz ans den ruhig und' klar ansschvingenden Ton gesättigter Klangschönhcit gestimmt, der diesen, allegorischinenschlichen Gedicht seilte War,ne und Fillle verleiht, und die Wiedergabe einiger Kapitel ans „Werthers Leidett", deren vor gerade 160 Jahren entfachte Herzensglnten noch nicht im Verglimmen fiitö,_ dämpfte den lleberschwang des Empfindens zi, einer wohligen Anmut und 'Natürlichkeit. Znili Schluß des Programms brachte der Vortragende ein wenig bekamitcs Goethesches Alterswerk, die „Novelle", wirksam zn Gehör — doppelt interessant für uns, iveil Goethe in diesem spät gereiften Prvsacrzengnis seine oft erwiesene Liebe zmn Alten Testament durch Benntznng des ANotivs von Daniel in der Löivengriibe noch einiiial in dichterische Gestaltung nmgesetzt hat. Beicher Beisatl schien denn Vortragenden die Getvißheit zn'geben, das; er, so oft er komme, auch willkommen seitr lverde. n. L. VccAlM .Dcr Jiw'schc Fraunibund veranstaltcte in din Räumen von ^-ran Paula Olleitdorss einen Mthik- und lNezitationsabend. der gleichzeitig eine Ehrung Für die Gastgeberin bedeutete? Galt cs doch, Abschied zu nchinen von den Räumen, von deiicm jahr;ehntelcn,g ein Siron, reigp'ter uuä edelster so;ialcr Tätigkeit ansgiiig. Paula Cüen*- dorsf wies kurz ans die Bedeutnng der Stmrde am Schluß des Abends dankte Ncargarele 26 mann der Gastgeberin in her'stiche!, W'orleu und mied _ mtf die Verehrung hin, die ihr in g.rn'» Deutschland entgegengebracht ivird. Ter Abend bet reiche^ künstlerische Genüsse. Tie eiüheimü'kte Pianistin 'Mathilde H i r s cb - K an f f m e n 'l spielte E hop in, Sclnunann und Lpicuunms: mit A't ganzen Virtuosität und seinsinnigen Kuiullenöl-Kt, die wir an ihr schätzen: ein 1 östliches Musitzm'', voll Wärme und Farbe des' Klanges. "'Alb H er rn ß a d t- O e t l i n g e n tBerlinl restliri!e religiöse Poesie und moderne indische Wa'rkei ch>w von mneestein Empfinden getragene Kunst ist W>i stärkster Ueberzengitngskraft. ^Tio Stimmbildnerin und GesangöpädagePll Elsriede Kober bewies in einem ScstülerloiizeA. baß ihr 'Ruf einer erstklassigen 'Pädagogin zn R'Nt besteht. Ihr Schüler kreis bestellt zmn Teil aus konzertreisen Sängern, die sie in einer Art llnöi' _ lerisch forlzubilden versteht, dw höchste Aner'.en.mnR verdient. So sind z. B. Hans I a e o b v iv i!; (Baßl stiid Tr. Br, ege r (Varitoni lnisg.'zeichnet Ichult: ihr Organ ist vorzüglich gepflegt noch be Wistiingen denicnitsprechend tVlir anzuerbumeu. ul bar begrüß ie man Kompofilivnen des B,erlaner Komponisten Tr. Engen Gott feh n I k tu. Gesänge ans dem Höhet, Lied). Goltfchalls Positionen fesseln " sowohl durch Rl,h!hmus »"d Klang lvie durch sinngemäße llnterntalwag des gesprochenen Wortes: mir haben es hier mit Leiiti»,' gen hoher künstlerischer Empsindnng und Geslc,llm>tl zn tun, die das Publikum sichtlich ergriffen. Sdnv. Neigo l-t'tte N v s c ii b ii u m ° § ch w n r z rc3ttterlc_ in einer '.'Norgenveranstaltung der^biemetnbe Werke von Stephan Ztveig. Kam der Tultz des Pnblilmns nach der „Ieremias"-Szclkk dinw spontanen Bei fall znin Ausdruck, so lvar.-n imöl Beendigung der frei vvrgetragenen „RahebLegence dw Zuhörer anss stärkste erschüttert. . , Tmtrt Katsch veräbschlldet sicl, vor Antritt Einer pleise nach Amerika von seinem BerliUZ Puvliknkn in einem Abschiedsabend der üntfter* llitfe der Jüdischen Gemeinde. Er >vird^ P> 14. April, 20 Uhr 30 Min. im Logenlians W.Z- Kleiststraße 10. ans seinen, soeben vollendeten -'^8 ' „Mein Weg vom Osten zum Westen" lesen.

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