Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 15 (12.4.1934)
- Date
- 1934-04-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Das «Auch von der konservativen Revolution, dessen Titel „Das dritte Reich" heute zum politischen ABC gehört, hat erst' fünf Jahre . „ach dem Tode Moeller van den Brucks, jö:30, die dritte Auslage erreicht. (Erst vor einigen Monaten ist eine VolLZausgabe erschienen, die eine beträchtliche Verbreitung zu sinden scheint.) Tie Prägungen, die es für den Kampf gegen den Staat von Weimar geliefert hat, haben ihre Wirkung Actan. Wenn es nicht mehr bedeutete, würde es die Stunde des Sieges nicht lange überdauern. Aber Sentenz und Tendenz, so scharf sie akzentuiert sind, bilden nicht den jlcrn dieser an Nietzsche geschulten Gedankenarbeit. Gerade heute, nach der totalen Umwälzung, lohnt sich die ernste Bemühung um das Erfassen der. Dinge, bis dem Kampf §egcn den Liberalismus zu Grunde liegen, ^.an dem die Völker sterben". Wie falsch es wäre, die früher üblichen Kategorien „rechts" oder „links" anZuwenden, mag ein beliebiges Zitat Zeigen. Moeller ran den Bruck spricht von der Tragikomödie des wilhelminischen Reichs und sagt, noch immer glaube der reaktionäre Mensch, „daß der Borhang, der siel, vor dem besten aller möglichen Reiche gesunken sei". Die „Rückgängigmachung" stelle er sich : als ein schieres Ungeschehenmachen vor und den simheiiskamps als eine Wiederkehr von 1813, womöglich im Kostüme der Zeit. „In seiner Lieblingsvorstellung", so heißt-'es weiter, ,-dachte der-reaktionäre - Mensch sich diesen neuen Freiheitskrieg so daß er nach der einen Seite gegen den Erbfeind, aber nach der anderen -gegen die- Arbeiterschaft geführt werden sollte, um so mit einem einzigen! Schlage ■ die beiden - Störenfriede aus -- dem -lieben -Vaterlande -auSZutreiben» die uns _ nicht. mehr so darin - leben ' lagen, wie wir' ehedem darin gelebt ' haben In diesem Zusammenhang spricht Moeller . davon, daß diese Kreise „in ihrem immer vorhandenen Tatbedürfnis" sich. bereit erklärt hätten, „nur um Machtmittel in dis Hand zu bekommen, als Landsknechte der Entente das bolschewistische Rußland nieder- Mampfen", während doch, wie er sagt, „die einzigen Aussichten, die wir'noch hatten, in der großen Front .lagen, die alle Völker des Lstens gegen den Westen, die Völker des eözialismus gegen die des Liberalismus, das kontinentale Europa "gegen das der- "egttte Frankreich zusammenbrachte". So weit das Zitat. Hüten wir uns vor der Sünde gegen den Geist, die immer lauert, ][)m ein Bruchstück aus dem Zusammenhang gerissen und eine Seite mehr als drei»' hundert Seiten spiegeln' soll! Zwar setzte Moeller van den Bruck Hoffnungen-auf den. deutschen Kommunismus, für den Fall, das; er „Politik werde, anstatt nur eine Doktrin, die versagte, und der Radau, der er jetzt ist". Mer er stellt gleichzeitig fest, daß „die Bedingungen "eines Kampfes gegen den Entente- ^itaüsmits andere in Rußland,. andere in Deutschland' sind". „Wenn", so fährt er fort, Rußland im Jahre 1919 über Deutschland gekommen wäre, dann würde nicht Budjmys '.'6wnt vom Rhein bis Wladiwostock" ent- Hunden sein, die von einer roten, -bolsche«. Wsch.spartakistischen Armee gegen den ^uütttelapüalismus aufgerichtet werden^ ollte, wohl aber ein allgemeiner Wirtschaftler und politischer Zusammenbruch in Deutschland, in Europa und in.Asien dazu", Warum haben wir den -Krieg verloren, ^'Uum ist aus der Novemberrevolution eins Karikaturgeworden? fragt Moeller - van ‘en Bruck. Weil die Sozialisten ebenso '^sagten wie die Konservativen. Die Migvnen Bismarcks, die Mackst "'aber des' Seiten Reichs", gaben der NMM: keine wütischr Idee, die sich im Rrime bewähren sonnte, und die Sozialisten bz^/plvilcn sich die überleben Zst: -V.Sn des Marxismus dann, nochmals iS er Zp den RckeRs?!erte. daß die Tseltgeschichte nicht daran' blisdid-e? d--- £#*■» us ::: a.'.» g Shorchen. Nicht die soiSern ist.das Schicksar.' : r und ^terlegen,.s.o lange n'n'/' «-""m §§ Es ist, sagt Moeller van den Bruck, „das Problem aller blockierten oder blockierbaren Staaten". Doppelt schwer nach dem Krieg, in dem „die Entvölkerten gesiegt, die Ueöervölkerten verloren haben". Und deshalb ist es „das eigentlich deutsche Problem, das jetzt, nachdem uns der Zugang zur Welt versagt wurde, ganz nach innen gewendet wurde, — das aber hier feine Lösung nicht/ sinden kann und sie deshalb eines Tages im Durchbruch von innen her nach außen suchen und finden muß". Gleichwohl betont Moeller van den Bruck, „der Gedanke des ewigen Friedend" sei der Gedanke des dritten Reichs. Seine Verwirklichung setze aber eine neue Weltordnung voraus, einen sozialen Ausgleich zwischen den benachteiligten und den begünstigten Nationen. Dann „mag es sein, daß künftig 50 Millionen Deutsche in fernen Ländern und fremden Erdteilen und nur die zweiten 50 Millionen in Deutschland leben". Moeller van den Bruck ist ein unbestochener, kein unparteiischer Kritiker. Seine offene Abneigung gilt dem liberalen Bürger, seine heimliche Liede -dem opferbereiten Proletarier. Was sein Buch gibt und geben will, ist nicht ausgleichende Gerechtigkeit, sondern ausrüttelnde Leidenschaft nationalistischer Prägung. Es geht ihm dabei vor allem um geistige Werte. „Die Völker im Weltkrieg", sagt er, \,bte als Nationen ein Wertungsbewußtsein. besaßen, haben nicht nur ihre Sprache verteidigt und nicht nur ihr Land, sondern ihre Kultur; und wir sind gegen sie unterlegen, weil wir zwar im Staatlichen,' und daraus folgend im Militärischen, stark waren, also in allem, was schützen sollte, aber überaus schwach in allem, was geschützt werden sollte". Die Rassenprobleme streift er nur gelegentlich: er führt das Versagen des Marxismus' aus die Vlutsfremdheit seines -Begründers zurück, und er lehnt den Juden Julius Stahl-als konservativen Denker ab, ' weil „dieser rabulistisch-zelotische Geist aus blutlichen und geistigen Gründen" unvertraut gewesen sei "mit den wahren konservativen -Werten. - Seim „drittes Reich des christlichen Staates" sei nur eins verstandesmäßige Klit- - terung. gewesen „auL protestantischen und katholischen, ständischen und konstitutionellen, . mittelalterlichen und neuzeitlichen Bestandteilen". Den Begriff deS wahren dritten Reiches,, das ihm.vorschwebte, eine Lonser- vative Demokratie unter sozialaristokrati- - scher Führtmg, hat Moeller van den Bruck - nur in unbestimmten Umrissen gegeben. Der Zweite Band seines Werkes, der dem-kritischen Teil folgen sollte, blieb unvollendet. Seine Kritik kennt keine Schonung. Auch nicht gegen die Träger des konservativen Gedankens. Mit unerbittlicher Schärfe rügt er. daß der deutsche Konservativismus „sich.. Köpfe ausüorgen mußte, die einer an-. deren Rasse, einer anderen Nationalität an-; gehörtet;/ von Stahl bis Chamberlain". Dis englischen Konservativen, die offenbar in -keiner besseren Lage sind, geniert es keines-- 'Wegs, daß der Mann, der ihrer Sache neue Kraft gab, von einer anderen Rasse „geborgt" war. Stanley Baldwin, der Führer der englischen Rechten, hat kürzlich wieder Vvr der Elite der stolzen Tories demonstrativ den „disraelianischen Geist" gefeiert, der an Stelle des „konventionellen Konservativismus" getreten sei und das Land durch daS unbekannte Meer der .Gegenwartsprobleme hindurchführe, zu jedem wirtschaftlichen Experiment bereit, aber unerschütterlich in der Verteidigung der parlamentarischen Versassiing. Moeller van den Bruck, durch den Sturm der Zeit aus dem stillen Reich der Literatur- Historie in die politische Arena getriebert, gibt keine Ratschläge für die Tagespolitik, - sondern weist Wege für weite Sicht. Seine Formulierungen sind nicht kalt geprägte Aphorismen, sondern seuerslüssige Anti- ' 'thescn. Was er sagt und wie er es sagt, zwingt oft zum Widerspruch. Aber gerade darum lehrt er-uns, alle Geueralisierungen abzukehnstt. ZWÄ'WAWWtzm d-! don der Eäl/untnis dl'v' -Mo. fvzia!.en Ausstieg rutr ~c~n, den wachsenden Völkern V.öimt und '^MngSfrrHeit esCämjsft wird. SoeS 3ssl Vor wenigen Wochen ist Karl Joel, Professor der Philosophie an der Universität in Basel, 70 Jahre alt geworden. Er stammt aus einem alten rabbinischen Geschlecht. Sein Vater war Nabbinsr in. Hirschberg in Schlesien, sein.Oheim war NabLiner Dr. Manuel Joel in BreLlau.? Die außerordentliche Vielseitigkeit Karl Joels auf wissenschaftlichem Gebiete hier zu schildern, ist eine Umnöglichkeit. Sobald sein Werk „Wandlungen der Weltanschauung"-, das vor dem?kbschlusse steht, erschienen ist, werden wir Gelegenheit nehmen,' die gerade für unsere Bewegung wichtigen Aussührungen Karl Joels ausführlich zu würdigen. Joel gehört zu den Männern, die den Kampf gegen die Seelenlosigkeit einer rein mechanischen Auffassung der' Welt -und ihres Geschehens in hervorragendem Maße geführt haben. Seit einigen Jahren wird allenthalben das Wesen der Romantik tiefer gewürdigt. Man lernt die großen, ewigen Werte, die die Romantik der Welt gegeben hat, imnwr mehr kennen und würdigen und verläßt vielfach die schiefen Maßstäbe der Beurteilung, die sich sehr häufig Weigt habeu. ' Karl Joel ist nach dieser Richtung Hut ein Er- ' neuerer und ein Ki'rnder gewesen. Wir begrüßen den 70;ährigen aus das herzlichste. L>- H. : , - .. SdMV«d KMsül W»i,n Hillel, um den Inhalt des Judentums in Worte zu fassen, so wenig Zeit brauchte, wie der - 'Wmeck der ihn darum ersucht hatte, auf einem Bein stehen konnte, so muß uns daS mit HufserlS LebenLwerL ebenso tnüglich sein. Und w-tsächliä), eS ist rnöglich: dieser jüdische Philosoph will,auS keiner greifbaren Tatsachenwelt die Philosophie ableiten, sondern'ihr. der Welt, unableitbarcS. M-- eig-ntlich-S Wesen begreifen! ■ Nun steht sich das ja ganz einfach an, so/ktax mtb rechtwinklig wie eine ägyptische Pyramide auf ein^r kleinen Anstchtükarte. Und w . Wirklichkeit ist, es auch eine richtige, riestge Pyramide aus nichts Z alS lehmsester.Wissenschaft, architektonischer Wura- ' teste und Jahrhundertarbeit, wofür sich der Pharao ■ •bet Jogik ganze Gedankenvölker dienstbar gearaeyt - Lanke der Jahre wurde eine ganze Wissen- ‘Wft daraus, mit allem Komfort der logischen ^-'eweiLsühruna und mit dem garten, überrsi^ertsn ^remdwL'rta.pparat . mtferer. Zeit, eins soeigrn-a Wissensckast, daß der Zugang zu rhr nur -dem philosophische. Strapazen gewöhcken Gcharckenmöglich'-ist. Denn schon der Grnrrdviß ds^'oiolsiöckigsn Denkgebäudes hat einen SlLr..2N, der dem Laien einen leichten Grinde! zu erregen tr^n, SüsisrlL tzrundwerk heißt nämlich: „Jd.en ' % Phllnomenologir und MrENo; whtsssophis." ./ " .ifTfessisix sind nun wieder.am Anfang: rr^ürromenologiL erforscht das^ Wesen (Gido^)) tm CsüröMhrUen durch »*» durch einen seinsvorgäng, den die- Husserl^Lchule „WesenSschau" . nermt. Das ist mitten im Formalkrarn der kompliziertesten 'Gelehrtetrarbeit ein so einfaches und ent-. scheidendes Wort, wie eS edva cin deutscher Mystiker vom Schlage de8 Angelus Silesius oder vielleicht i' Buber bei der Erörterung der chassidischen Geistigkeit gebraucht hätte. ' Und tatsächlich sehen wir in dieser Richtung : Husserls größte Leistung. Man wird in künftiger Betrachtung in den Strömungen des 20. Jahrhunderts vielleicht das Aufkommen eines neuen religiösen, das heißt antimaterialistisehen Geistes als daß Wichtigste empfinden, tmd dantt wird man auch die Rolle der jüdischen Denker in diesem Kampf erkennen, in der Philosophie vor allem die Bedeutung Edmund Husserls, der die Intuition .aus eiiwr höheren, aus der höchsten rationalen Ebene wieder zu Ehren gebracht und gegen den PsychologiSmuS der zuvor herrschenden Erkennttüsweise den entscheidenden Attsdruck gefunden hat. Man darf ihn wohl imbedenklich dm wichtig, sten und wirksamsten deutschen Philosophm nach. Nietzsche nennen, dessen Gegenspiel er in vielfacher Weise ist. angefangen von sciirer Beschränkung auf das Reinlogische und nicht zuletzt.in seiner geradezu arithmetischen Ausgewogenheit, UnverrücDarkeit, . ■ Gleichmütigkeit und Ferne von allen Gefühlsbestimmungen, eben weil sein Fundament ein „ges-tthlsmüßigeS" ist,, die WesenSschau . . . Die LebenSgeschichte deS Philosophen, der in diesen Tagen 75 Jahre altgQvorden ist, ist von geradezu beispielmüßiger- Einfachheit und Geradlinigkeit. . Husterl kam aus Proßuitz in Mähren schon früh nach - Deutschland, tvar mit 23 Jahren . Privatdozent in Halle, dann Professor . in. Eöttingen und endlich in Freiburg. Mit 30 Jahren schrieb er eine „Philosophie der Arithmetik", worin -er bereits gegen die- Methodik der Psychologie skeptisch wurde, mit 40-Jahren die. .Logischen Untersuchungen", worin er die Psychologie bereits . ablchnte. und — auch daran an jüdische Denker des .Mittclalt-ers, besonders der spanischen Schule, et-! innernd, — die-Logik als ,-Gruudwistenschast" der - Philosophie von.-neuem konstituierte, mit 50 Jahren schrieb er die Phänomenologie, die ihn weltberühmt .snadjte.' Schon Vvr dem Krieg gäb es eine förmliche - HnsterllSchm'e, deren hervorragerdste Vertreter der indischen' verstorbene Maz Qcheler und der jetzige Rektor wn Freiburg, Martin Heidegger. -. sind. Und während die. „Schule" und dis Lehre immer wüstere Krc-lss ziehen,- hat Husierl 'selbst sich .. immer mehr vom Getriebe zurückgezogen und •. nsLsrdtNgS sogar die Kritik seiner KrlÜker von . einem - Ge-.ü-er, beut auüaegeichneicn Sogen Fink, - -Lesorgen lasten.- - - -Dennoch hat sich Husterl dur-chem.1 nicht „zur -Ruhech gestht, und er. der zu allgeneeinen Dingen iideb-meehr Dder welliger össenÄchen LeDnb sich zu äußern immer abgrlehnt hat, lebt doch LeineüwegS ^außerhalb der Zeit", lk» «Dt ' Frauen. ~ - die durch ihr bloßes Lächeln LezauLem können. Und wenn man sie nach dem Geheimnis ihreo Erfolges fragen würde, so könnten sie es viahrschckllH selber nicht erllärem Wir aber wissen es: der Zauber ihrer Schönheit liegt vor allem in ihren schönen weißen 'Zähnen. Wenn man sie aber fragen würde, womit -sie ihre Zähne pflegen, werden sie wahrscheinlich antworten: mit Chlorodont! Denn Lhlorodont und schöne weiße Zähne sind für Millionen ein Begriff! Die Nnivorsitüt von Lo8 Angeles hat ihm einert Lehrstuhl cmgeboten, der Fünstmdsiebzigjährige, dev Übrigens dem Judentum nicht mehr angehört, wird ihn annehmen tmd nach Amerika übersiodeln. Der deutschen Philosophie, deren gegemvärtige Gestalt mehr, von ihm als von fonft einem Lebenden geschaffen ist, bleibt er rmverlierbar. —rsch. - MWZ Md ÄchlKlW MhMM . Tie „Deutsche Znktmst" (2. Jahr, Rr. 1-ls berichtet eingehend über' einen Vortrag, den Professor V i e b e r b a ch, der OrdinarinS für Mathe, nmtik.an der Verlitwr Universität, auf der Jahrc-r- - taguna deS „Vereins zur Förderung des mathenmiischeu und naturwissenschaftlichen UitterrichtS"" in der Berliner Tcehnischen Hochschule am Lsterdienöiag hielt. Im Hinblick ans Edmnitd Landau, den Göttinger Mathematiker, meinte Professor Bieberbach. daß e8 eine deutsche und eine jüdische Äiathemntik gebe, zwei Welten, durch eine nicht zu überbrückettde Kluft vvneilwnder getrennt. Die Auswahl der Probleme wie der Stil der Behandlung sei charakteristisch für den Denker und deshalb Aus-. fluß seiner Rassenztigehörigkeit; Landaus Stil aber zeuge von GeisteShochmut tmd wirke venvirrend und abstoßend durch Fremdheit zur Wirklichkeiü- Um dies auSzusühren, nmhlie Bieberbach als Beispiel die Einsührung der Kreiösuiiktionen und der Zahl?i in Landaus neuer b'iuleituug in die Analysis und stellte ihr die eingängliche Art ent' gegen, in der ein arischer Forscher. Erhard Schinidt, den gleichen Gegenstand absolviere. Als Prototypen des deuisch-jüdisckten Gegenstandes in der Mathematik stellt Professor Bieber, bach da8 Paar G a u ß—I a c o b i hin, Gauß, den vstisch.fälischen Aienschen, gegenüber dem orientalischen Jacobi, biefent ÜJIantt des rücksichtslosen, SichdurchsctzenL und dcS geistigen Hochmuts. Ser daS Denken von Gauß stetelief und klar, dabei der Anschauung tmd den Anwendungen zugetvondt gewesen, so im Gegensatz dazu daS JaeobiS gewollt abstrakt, voll geistigen Hochmuts und von einer teuflischen Geschicklichkeit', überhaupt kennzeichne ein Jonglieren mit Begrlsfeit, eine ausgesprochene Gerissenheit die jüdische Mathematik. Bieberbach macht Jacobi auch für die Trennung von reiner und angewandter Mathematik verantwortlich, die von ihm ihren Ausgang gettommen habe. Ta-i jüdische Denken kenn-zeiehne sich auch dadurch, daß eS immer schon an eiwaS Vorhandenes atrlnüpw -rmd,e8 . anSbeute, während da8 arische auS sich heraus schöpferisch sei. WaS dabei herauSkomme, sei eine „Entmenschlichung" der . Mafheinatik, Ent»« fremdung von Natur, Anschauung und Anwen-< düng. Hierzu bemerkt die „Deutsche Zukunft": „Der Kenner wird hier vielleicht einige bescheidene Einwendun-gen tvagen, wird auf Gauß' zweiten Beweis deS JundamentalsatzeS der Algebra Hinweisen, diese besonders tiefsinnige und wertvolle Arbeit, die im Grunde den historischen Begintt lener „Entmenschlichung" bildet; er wird daran denken, das; eben dieser Gaus; sich nur ungcnr dtrrch seine amtlichen Pflichten als Astronom von den rciit theoretischen Untersuchungen ablenken ließ, tmd daß Jacobi. der StörungAehre und Dynamik leidenschaftlich betrieb, keine eigene Stcrmvarte zur Verfügung stand, sondern nur ein Lehrstuhl (dafür aber astronomische Freunde wie Besse!)." F-ortrer bedauert die „Deutsche Zukuttst", daß Bieberbach „sür seine Betrachtung wichtige Gestalten-, wie Hermann M i n k o w s k t — der in mancher Hinsicht seinem Jdealthp entsprechen könnte — ttitb Georg Cantor, nicht erwähnte. Auch trieb er die Folgerichtigkeit nicht bi8 zu einer Nn-terschoidung auch der Probleme und Ausgaben nach rassischer Eignung hin vor." Um „MitzbLÄrrchsrr bei de« Aerhänguna von SchtrtzlMft ctitßcficaätitväcti*, f>at Reichsstatthalter Loeper jetzt auch für Braunschweig und Anhalt eine Neuregelung der Schutzhaft vorgenommen. In seinem Erlaß heißt eS. die Der- Hängung der Schutzhaft sei nur zu dem borgesehenen Zweck (staatsfeindliches oder staatSgefähr- - dendeü Verhalten) zulässig. Zur vorläufigen Anordntmg der Schutzhaft seien nur staatliche Stellen > befugt, und zwar nur diejenigen, die polizeiliche Befugnisse besäßen. Jede Jnschutzhaftnahme. müsse binnen 24 Stunden dem Ministerium gerneldet werden. Dieses Habs sich schnellstens zu entschließen, ob die Schutzhaft aufrecht zu erhalten sei. Diese Entscheidungen feien vom braunschweigischen MinisterprüsidLnten und dem anhaltischen Staats, minister persönlich zu treffen. EbettfallS binnen 24 Stunden sei dem in Schutzhaft Gonomtnenett schriftlich der Grund der Jnschutzhastnahme mitzuteilen und ihm umgehend die Möglichkeit zu geben, Einwendungen gegen seine Festnahme zu erheben. Gegen mißbräuchliche Anwendung der Haft werde der RcichSstatthalier unnachsichtlich einschreitcn. lkwi'?.rrdrlÜ'.LllLr vr. Llkrsck 8!rsoddore! £t*tlvcrtrokrr Dr. U a r g & r e t e B d e 1!i e 1 n. P:;d3 ia Ecrüa. ' Für Rücksendung cnvcrkn"t-i MannDkripto tet rrcJuaccblag beiia/ü^c-a. Leiter der Änn::^cn-Abtoiluns und vcrentwortlicb für dea Infcelt zz:p-Xi Frlodrioh £J o 11» a a, D^-Un. SDA. I. VJ. 53 CDO. Vcrh-: Ocat’alvercin dontcchor Güatcbürgor JüdiccSsn Ghanas v. V., ErrlSs W 15. Eücor ßtr. 42. Tcl.-Adr.: tJC;2tra1"bcb3n Carlln.“ Fernopr. J 2 Oliva 8H1>—45. _ Poci=:ßcck! Berlin C04 72. 1 Druck der ßuolr- und Ticfdruclt-Gosallscliaft m. b. S., I Berlin SW. 19. V ....in,nr ....irtl