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Central-Verein-Zeitung · 1934-04-12 · 15 (12.4.1934) · page 1

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
15 (12.4.1934)
Date
1934-04-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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-3, ü- O cßler. ngslofen int Vor. Dculfdbeii grif! zu udne ich Krtschoft u st a n d )3-! cm . erung w e r b. omell iu lx Per. könneir. vorher n in den m Per. xritnflc« lind der ) Pläne mir inr ctichasi-. l s ch e n N. und den 24. geschah )eu!sche„ Zerbände über die i Air:. mb ift rzeichmk t Ine- Verkehr che §rn. Yb zeichne:, her den ung be°> ten Al'! Ler bic ist oh le weil', hließlio, trollder Arihcr bcii inöufidi Mulen werden wunoett u st r t c greichen lorgani' Icjti!» o.l, der iHoidiod)C'ftnnh ung er« unflö* wir!' ibbetrefl - An reu- Prozent den (P'' Prozent . [ t i o n gegen- Yuiunr m drei;en! ded )er aus. entlcheneuen ln Per- Mieü!^ niittelt. iflß ifll‘ eniihciinichhe-: eil Vei EesP 3C* könne:'. niebete c* P liimnlt poafes, 12. Kpsrfn iosa ^afeaasäs / . 4?fö§o;2@ P.2.OO1O3 0O .„(Ml. @ncra OWO I. tf ft. : I JJi 9 ( I»! If, SO! Mir früherer MLLsrSeLter des Cerrtral. Dereirrs, eheMsls Nefeseerdsr, . ist vor wenigen Morrsteer rrsch Slwafrika ausgewonderS. Er fa^t dis Eindrücke, die er dort sewsrmeN,-rrnd die Gefüllte, die il;n, fern der Heirrrst, beseelen, in nachsLehendern Schreiben an den HauptschristLeiter der „C.-V.- Zcitung^ zusammen. Kapstadt, den 8. März 1934. Ich bin, da ich diese Zeilen schreibe, mehr als'vier Wochen hier, also der irritierenden See.nflussung des ersten Eindrucks entzogen, und es drängt mich, Ihnen eine Schilderung meiner wichtigsten äußeren wie inneren Er. lebmsse m Kürze zu geben, nicht nur, weil ich Sie persönlich an meinem Ergehen interessiert glaube, sondern auch weil ich denke, daß meine Erfahrungen für manche belehrend sein können. . - 6s sind seit dem Sommer des.vergangenen Wahres etwa 600 Deutsche, wohl durchweg Juden, hier eingewandert. Von diesen mögen vielleicht 200 mit mehr vder. weniger großem Kapital oder zu hier ansässigen Verwandten oder einige wenige, auch auf-feste Verträge hin hergekommen sein. Von dem allein, interessierenden -Rest. dürsten; nach' ..meiner 'sehr summarischen Schätzung 0:pi' 2CD' BeschLstigung gefunden haben, während der Nest uoch unversorgt, ist. Die Aussichten, .dÄ -Mass6 der noch Untätigen unterzubringen, sind Min», bestens für die allernächste Zeit gering; obauch für später, ist eine noch' ungelöste Frage. Für eine optimistischere Auffassung könnte die immerhin nicht sehr erhebliche Zahl sowie der Umstand sprechen,^ daßetwa. 2OO Menschen doch ein solch schnelles Unterkommen gesunden haben. Demgegenüber pmß man aber berücksichtigen, daß das ganze Land trotz der gewaltigen Ausdehnung von der dreifachen Größe Deutschlands nur ungefähr 1,75 Millionen Weiße umfaßt, während von den etwa sechs Millionen der eoloureck- und native- Bevölkerung nur ein geringer Teil für die Wirtschaft von Bedeutung ist. . Daß ferner einige Hundert Arbeit gesunden haben, ist eine schwer zuverlässig zu wertende Tatsache; denn im ersten Stadium hat ja nahezu jedes Land eine Reche von Menschen aufgesogen, Südafrika nur später und bestenfalls zu einem höheren Prozentsatz. Besondere Schwierigleiten mögen sich hier, vielleicht deshalb bieten, keil die Masse der Ankömmlinge in Kapstadt aber Johannesburg zu bleiben wünscht; die Bevorzugung der Großstädte ist in diesem Lande für viele, vielleicht für, die meisten — ich schließe mich durchaus ein — eine unbedingte Lcbensnotwendrgkeit, da das Leben auf denn trostlos einsamen, vielfach mehrere hundert Meilen von einer Stadt entfernten Lande, das Entwöhnung von allen kulturellen und vielen zivilisatorischen Gütern erzwingt, schon eine besondere Anlage vorausscht. Darüber hinaus sind aber auch derartige Landstellen in Basaren (siorss) oder Farmen äußerst schwer zu erlangen, namentlich nachdem gewisse in der ländlichen Burenbevölkerung . zutage tretende judengegnerische Strömungen die jüdischen Geschäfts, und Farmbesitzer zu größer Vorsicht gemahnt haben. Schließlich darf nicht vergessen werden, daß selbst einige größere Städte, wie zum Beispiel Durban, wegen ihrer klimatischen Schwierigkeiten nur für einen beschränkten Kreis von Menschen in Frage kommen. . Dies ist in großen Zügen die Situation, wie sie sich im Augenblick darstellt. Weitergehende Schlüsse möchte ich nach einem nur einmonatigen Aufenthalt im Lande weder bezüglich der allgemeinen Lage noch etwa meiner Person ziehen. Immerhin scheint mir, die Folgerung erlaubt, daß eine für die Entlastung des deutschen Judentums irgendwie ins Gewicht fallende Aufnahmefähigkeit diesem Lande im gegenwärtigen Zeitpunkt keineswegs zukonnnt. Mögen auch die schon Arbeitenden ihre Beschäftigungen behalten, und die noch Untätigen ebenfalls Unterkommen finden — beides ist durchaus ungewiß —, so werden doch, mir durchaus zweifelhaft, im allergünstigsten Fahle nur wenige noch Nachkommen können.' Das sollte aber erst nach Monaten geschehen, wenn es sich als möglich herausgestellt haben sollte. Auch . dann aber sollten nur junge, alleinstehende Menschenkommen, die in Deutschland känen Weg mehr sehen,, auch auf proletarisiertem, Niveau ihr Existenzminimum zu verdienen. Vorläufig müßte aber unbedingt abgewartet werden. Ein Unterkommen, für.eine weit , größere Zahl könnte zweifellos geschaffen werden, wenn mit den recht reichlich zur Verfügung stehenden Mitteln eine konstruktive Lösung, zum Beispiel durch, den Erwerb einer kollektiv zu bewirtschaftenden Farm versucht würde; doch dürfte dies kaum zu erreichen sein, sicherlich zum Teil, weil die anscheinend wachsende Judengegnerschaft ein Minimum mißfälliger Aufmerksamkeit als wünschenswert erscheinen läßt. So eindrucksvoll diese Erfahrungen auch sein mögen, aufwühlender ist doch das innere Erleben, das jeder, der nicht ganz Der Maler Eugen Spiro; Selbstporträt aus dem Jahre 1932 Zu dem Aufeatx im 2. Beiblatt ■HBascnnanD^nnaDnnnnccnnnannaQB stumpf ist, durchmacht. Es ist das Erleben des H e i m a t g e f ü h l e s. Es wird wach und bewußt, wenn der erste Reiz der neuen Gesichte vorüber ist. Dann, sich stetig steigernd, erfühlt man, was es bedeutet, die Heimat entbehren zu müssen, aus einer 'wohlvertrauten Umgebung gerissen zu sein. Und wenn diese Heimat Deutschland, das ewige Deutschland ist, dessen kulturelle Güter unerreichbar und unnachahmlich.- dessen zivilisatorische Bedingungen unübertroffen sind, dessen Landschaften in ihrer lieblichen, anmutigen Schönheit gegen alle exotischen Reize bestehen können, kurz. Die v&i?Mq£güz&3 RJüxxczzo!? , umfasst 16 Seiten. Sie enthält u. a.: Hauptblatt: Kraft, Stolz, Geduld von Df. Eva Rcichmam-Junßmann,'. Karl Joel tind ■ Edmund Hutzerl. 1. Beiblatt: Winterhilfe in Berlin.von Hilde. Marx. „Hoffmanns Erzählungen“ von Ludivig Alimann, illustriert von Dodo. Scheckcc/fc. 2. Beiblatt: Eugen Spiro trrJ Lucy:* /Jc:-- ner von Frenz Landsberger. Drei r J^cße Amsterdam von G.H. Art dc$-■t'Xüiu&m > von Alfred Auerbach. 3. Beiblatt: Versuch einer Glculensvercrnigung von Dr. Ellen Lltlmczin. Lci&vtsckafillchs Gemsir.:c!:cfl::hdlur.* Lr->?<> lc:i:na von Gcbr.zls Tcrpß- Gstdz t:.id Recht. Wirtschaft der l/G'chc. fJr^r OO "if rnr Nicht leichten Herzens hatte ich mich entsHlossen,' meine Zustimmung, dazu' zu geben, daß von unseren Mitgliedern ein Zeitungsgeld' von 48 Pfennigen vierteljährlich erhoben wird. Ich kenne die Lage der deutschen Juden zu gut, um nicht zu wissen, daß heute jeder Pfennig eine Nolle im wirtschaftlichen Leben der deutschen Juden spielt. Die unentgellliche Uebermittlung unserer Zeitung entspricht einer 40jährigen Tradition. Es ist ein Zeichen der Anhänglichkeit und Liebe, die uns entgegengebracht wird, wenn nur ein verschw.indender Teil der großen Zahl unserer Mitglieder unserer Aufforderung nicht entsprochen hat. Ich danke unseren Freunden, die bereitwillig das erbetene Opfer gebracht haben, und spreche die Hoffnung aus, daß die kleine Zahl derer, die unserem Rufe nicht gefolgt sind, das Versäumte schleunig st nachholen wer-, den. Gerade in heutiger Zeit ist unsere -Zeitung für jeden deutschen Juden unentbehrlich. . Wir freuen uns. daß unsere Zeitung, insbesondere .in ihrer neuen Gestalt, tatsächlich das erreicht hat. was uns seit Gründung einer Zeitung vorgeschwebt hat. Unsere Zeitung sollte die dauernde Berührung unserer Vereinsleitung mit jedem unserer Mitglieder herbeiführen. Man hat heute für historische Betrachtungen wenig Zeit, aber es ist für ■ stden von uns lohnend, die Entwicklung von unserer alten Monatsschrift „Im Deutschen Reich" bis zur Gründung der C.-V.- Zeitung vor'14 Jahren und bis zur Umgestaltung dieser Zeitung, wie sie vor einigen Monaten erfolgt ist, zu verfolgen. - Wie ich glaube, muß diese Betrachtung die Anerkennung dafür anslösen, daß die ungeh-mren finanziellen Opfer/welche die unentgeltlichö -Belieferung unserer Mitglieder mit unserer Zeitung bedeutete, von uns die Jahrzehnt» hindurch gebrächt worden sind.-Daß «jjufc nach Zahlung einer kleinen ZÄtungsgeLühr Folgschast geleistet worden ist. ' ' bedeutet immerhin für uns ■ eins finanzielle ^^Es^ersiheint angebracht, Lei dieser Gelegenheit doch einmal die jetzige Gestalt unserer ^..-d.-Zsiturig zu betrachten. Gist kein B e r e i» s b l a t t im üblich-!'/ Sinne, sie ist das Sprachrohr^ 'V / "/M' Nö Lös T>V.-ZlÄ!Mo ' -d ... Sons 2;sp3“aS ©st.,3elisö Eccöc-iQ einer Gemeinschaft. Das bedeutete sie hat keine Enge und Kleinlichkeit veralteter Vereinsmeierei. Sie ist kein Organ, das ausi Stimmungen zufälliger Abonnenten Rücksicht zu nehmen braucht. . Sie ist nicht das Blatt, das persönlichem Ehrgeiz dient oder Theorien, sondern sie ist an die Gemeinschaft gebunden, die durckz eine vierzigjährige Tradition im Central-Verein geworden und in allem Wandel sich treu geblieben^ i st. Sie ist deshalb in jedem Aussatz, in jeder Stellungnahme zu Gedanken und Tatsachen von höchster Veranüvortlichkeit und höchstem Verantwortungsgefühl für die engere Gemeinschaft und die Gesamtheit erfüllt. Sensation findet in ihr keinen Platz. Eine so große Vereinigung wie der Central-Verein kann nicht in allen ihren Teilen absolut gleickpnäßig sein. Die „C.-V,- Zeitung" ist das Organ aller Rickstungen, die sich zum deutscher! Judentum bekennen. Unsere Zeitung ist das Organ für alle diejenigen, die in ernstem Ringen die Probleme erkennen und sie frei von enger Philistrosität und mit offenem Blick für die Ereignisse der Zeit innerlich und äußerlich bewältigen' wollen. Auch den, der nach der Meinung des einzelnen oder vieler in diesem ernsten-Ringen irrt,'wollen wir hören, um zu klarer Stellungnahme zu gelangen. Der Stolz, mit dem wir auf' die Arbeit der Jahrzehnte zurückülickendürfen, befreit uns von jeder Nervosität, in der Betrachtung -der Dinge. Wir brauchen ' insbesondere' unser deutsches -Judentum nicht bei - jeder. Gelegenheit zu betonen. Ein echter C.-V.er darf selbstsicher seine feste 'Einstellung zu diesen Dingen als selbstverständlich voraussetzen. . ' - Der Zeitpunkt der Entstehung der „C.-V.- Zeitung" neuen Formats ist in zwiefacher Beziehung interessant: ' Einmal: Die Wandlung um unshatte die Möglichkeit, uns in allgemeinen Blättern positiv-betrachtet zu wissen, verringert, zugleich wurde aber eine Füste-von uns berührenden- Problemen durch die Zeit und durch die neue Cefchgeüung - in den Vordergrund geschoben. Zum 'anderen: Unsere - deutschjüdische Hal-. tüng innerhalb der jüdischen Oesfeullichkeit. bedurfte noch mehr als früher einer'würde-/ , vollen pflichtbewußten Vertretung.. Besonders bemerkenswert, daß dieses sicht' 'hare Zeichen von Verantwortungsbewußtsein und Ausgabentreue im C.'-V. in dem Augen' blick von'dem kleinen Kreis der 'führenden Menschen geschaffen werden mußte, in welchem Uebelwollende und Besserwisser dem C.-V. skeptisch gegenübertrateu. Der Vorteil, Blatt einer Gemeinschaft zu sein, ermöglicht eine RedaktionSsührung, die gegenüber der Bequemlichkeit vieler Leser Ansprüche erhebt. Keine Gemeinschaft, die ihrer Pflichten bewußt ist, darf sich der Ausgabe entziehen, in starkem Ataße Erziehunge-- arbeit zu verrichten. Jahrzehntelang ist immer von „jüdischer"- Presse geredet worden, wenn Juden an allgemeinen Zeitungen schrieben. Jetzt gibt es eine Judenpresse in Deutschland, datz heißt' Zeitungen, von Juden geschrieben, für Juden bestimmt, zu jüdischen und allgenreinen Fragen vom Standpunkt des bewußten deutschen Juden. Stellung nehmend. Früher war es sehr.leicht und einfach, Zeitungsmann zu sein. Heute bedeutet die Führung einer Zeitung injeder Hinsicht eine große.und.schwere Aufgabe. Wir dürfen die Anerkennung beanspruchen, -daß-wir den strengen Grundsätzen, welche für die Leitung einer Zeitung heute proklamiert werden, gerecht zu werden bemüht sind. Wir dürfen auch im Rahmen der heutigen Gesetzgebung unseren Standpunkt in Würde wahren. Wir-werden auch weiterhin'unsere Pflicht erfüllen, und .wir, dürfen von unseren Acitgliedern „Treue um Treue" verlangen. Unfruchtbare Kritik ist heute, wie überall, so auch bei. uns nicht -bloß wertlos, sondern stört unsere- Mitarbeit am .Wiederaufbau.- Kritik wollenwir, aber jede Kritik muß von dem Gefühl der großen Verantwortung getragen sein, die ans uns deutschen Juden ruht. ' - Die . Vereinsführung hat dankbar das Vertrauen empfunden, das ihr im Lause des letzten Jahres in so ganz besonderem Umfange -vvn unseren Freunden entgegengebracht worden ist.- Die Vereinsleitung ist auch in der Leitung unserer Zeitung sich der Pflichten bewußt, die ein solches Vertrauen ihr au ft Zerlegt. ft Jeder fördere unsere Zeitung, damit sie; (tuef) weiter ihre großen Aufgaben erfüllen -kann!

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