Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 14 (5.4.1934)
- Date
- 1934-04-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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bcr Verfügung, ist mit Nücksicht auf die Klassendurchschnittszahl der geplanten Schule zurzeit nicht möglich, jedoch bleibt cs der Jfraeluischen Als die traditionsrcichen Internatschulen Zu Wolfenbüttek und Seesen gegen Ende des Krieges allmählich ihrer Auflösung cntgegengingen, entstand in Kobnrg durch die Initiative des Predigers Hermann Hirsch ein Internat für Kinder, das bald über die Grenzen des Reichs hinaus Nuf und Aniehen genoß. Aus der Schweiz. aus Italien, aus Litauen, Lettland, Polen. Rußland, Südamerika und Holland kamen Knaben und Mädchen, die in Deutschland ihre Erziehung erhalten sollten. Durch Krieg und Kricgssolgen waren die Erziehungsinvglichkciten und die Erziehungstüchtigleit des Elternhatises sehr problematisch geworden. Es trat häufig eine Lockerung des Familienlebens an sich ein, bei welcher die Kinder der. leidende Teil waren. Tie wirtschaftlichen Anormalitäten zeitigten Verhältnisse, die für die Jugend außerordentlich ungesund waren. Ta wandte fid) daS Kobnrger Institut an die Eltern nnt dem Rufe, die Heranwachsende Jugend aus dieser gefährdeten Umgebung heraus in eine tlare. durch keine äußere Kvujunttur beeinflußte Atmosphäre zu schicken und sie dort ernste Arbeit und Lebenstüchtigteit erlernen zu lassen. Ter erzieherische persönliche Einfluß sollte, so wurde versprochen, der Ausgangspunkt aller Erziehung fein. Tiefer persönliche erzieherische Einfluß machte sich bei der Schülerschaft bald geltend. Offen und klar sah diese Jugend in die iük'lt. Sie hatte nichts r,u verheimlichen, war nicht verbogen, nicht mißgebildet und nicht uniformiert, 3cI^H Iungens, die früher die Arbeit verabscheuten, lernten hier die Arbeit lieben und als ethisches Prinzip schätzen; bei aller Freiheit rvar diese Jugend durchaus diszipliniert; sie stellte den Typ des jüdischen jungen Menschen von heule im besten Sinne dar und hing bald mit ihrer ganzen jugendlichen Begeisterung an ihrem Erzieher; denn er verstand es, alle vorhandenen Kräfte des Kindes zu wecken, um sie fürs praktische Leben vcrweudungsfähig zu machen, die jungen Menschen geistig und körperlich so zu trainieren, das; sie in allen Lagen des Lebens schnell und sicher Entschlüße zu fassen befähigt sind. Er verstand eS auch, den früher so hervorstechenden Unterschied zwischen körperlicher und geistiger Ausbildung zu überwinden und zu einem beglückenden Ausgleich zu führen. Rach kurzem Bestehen entwickelte sich ans den anfänglich 1 leinen Schnlknrseu eine höhere Privat - lehranskalt mit dem Pensum einer sechsklassigen Realschule. Tic Unterrichtsmethode beruht auf dem Grundsaß des s e l b jk t ä t i g e u A rbeits- (.reife3, wv in kleinen Zirkeln das Pensum gemeinsarn erarbeitet — also nicht bloß doziert und „durchgenommcn" wird. Tiefer Arbeitskreis bedingt natürlich mich außerhalb des Unterrichts das Betonen der G e m e i n j ch a f t. In dieser Gemeinschask spielt die Selbsterziehuug der Jugend eine ebenso wichtige Rolle wie der Einfluß der erzieherischen Autorität. Es muß schließlich jeder wenn er nicht beiseite stehen will — mit anpacken. Es muß jeder — sei es was es will — tatbereit fein und den Posten anssüllcn. ans den cr gestellt wird. Hier erfahren Fähigkeit und Geschicklichkeit, sich selbst zu Helsen, ständige praktische Ilebnng. Tabc: wirken pädagogische Einwirkung Kultusgemeinde München anhe'lmgcgc'ben. die Ab. stellnng -weiterer Lehrkräfte aus eigenen Mitteln zu betätigen. und Anleitung mit Selbsterzichung und Selbstdisziplin harmonisch miteinander. Jetzt wird iw. neuen Lehrplan durch Einrichtung von Uebnngs-' ' Werkstätten dieses Ziel noch bedeutend erweitert und den neuesten Forderungen der BcrusSumschich-, tung entsprechend noch stärker gefördert werden. TaS Heim liegt ans freier, lustiger Höhe, von Sonne durchflutet, abseits vom Getriebe der Stadt, mit hervorragenden hygienischen Einrichtungen. ' Sslvreußen Am 4. März erörterte in Auge r b u r g der Syndikus dos Lnndosvertvmdes Ostpreußen. Tr. Mar Angcrthal. in einem Kreiß' von Mitgliedern und Freunden die Aufgaben des Eentral-Berems und die Haltung, die die deutschen Juden, besonders am kleineren Provinzork. heute einznnehmcn haben. Im Anschluß daran kamen die einzelnen Teilnehmer der Besprechung mit ihren besonderen Erfahrungen und Fragen zu Wort. Tie nächste Fahrt führte den Syndikus vom 20. bis 22. März nach R a st e n b u r g . L ö tz o n und Lyck. Währen.d in Lyck lediglich die Mitglieder unt> Freunde des E.-B. zu einer privaten Besprechung geladen waren, die ähnlich wie in Angerbnrg verlies, fanden in Rastenbnrg in der Synagoge und in Lötzen in Privaträmnen Borträge vor den Mitgliedern der Gemeinde statt. Besonders in Löben war die Teilnahme der jüdischen Mitbürger nnßervrdentlieh stark. Eine ausgedehnte Aussprache folgte den Anösührnngen. die mit größter Anfinerksamleit anfgenonnnen wurden. Am Montag. den 2E. 'März. sprach Tr. Angerthal in Elbing in einer Bersammlnng der Ortsgruppe des E.-B.. zu der sämtliche Gemeindemitglieder geladen waren, über ..Gemeinschaft im deutschen Judentum". Angesichts der feit einem Jahr schlagartig eiugetreteueii Isolierung der deutschen Inden jorderte der Redner eine Vertiefung in die Werte der jüdischen Ueberlieiernng. Besonders wies er aus die Rotweiidiglcit für die Jugend hin, sich in engen Gemeinschaften znsammenznsinden. um dort die Beziehung zum Judentum, die durch die ältere Generation vernachlässigt )vurden war. in eindnn-- gender Arbeit wiederherzustellen. Tie Erhaltung jeder jüdischen Eriitenz.ans dcmt'chem Boden werde durch die Verhältnisse gchieteriich gefordert. Tie Arbeit stir die Eristenzlictzernng der deuksüren Juden, die besonders der E.-B. leiste, müsse daher von jedem denk'chen Inden, ohne 'Rücksicht aus seine weltanschauliche Stellnng, unterstützt werden. Unter Hinweis ans die bekannten Beschlüsse der Reich-svertretung schloß der Redner mit der Aussordernng zur innerjüdischen Einigkeit. NordwesldkUlsKlanö Am 24. März-1004 hielt der Eentral-Berein seit langer Zeit wieder eine gut besuchte Gemeinde- Versammlung in Wesermünde ab. Ter Borsitzende der Ortsgruppe des Eentral-Bereins in Wesermünde, Tr. Kiefer, konnte den größten Teil der Gemeinde begrüßen. Senta M e y e r (Hamburg) sprach für den Bund deutsch-jüdischer Jugend, der zusammen mit dem E.-B. eine ganze Reihe von Der große Park bat eigene Turn, und Spielplätze, Ekiükningswiese, R'odelbahn. sonnen- und Luftbäder und Gartenbansläche. Tie Schüler. halten ihren eigenen Gottesdienst, also auch hier der Uebergang zur praktischen Uebung. Freitagabendev- und Festtage bilden unvergeßliche Höhepunkte im Internatsleben. Biele Hundert junger Menschen sind schon von hier ans 'ins Leben hmäiisgcgailgen. mid es ist zu hoffen, daß die' gleick-e - Erziehung . noch vielen , jungen Inden zuteil werden wird. Tenn diese Schule rvill nicht nur eine Schule der „besseren Kreise" sein, sondern sie. imU der jüdischen. Allgemeuchelt dienen, deshalb sind die Gebühren gestaffelt und Minderbemittelte werden zu ganz geringen Sätzen, einige Unbemittelte sogar ohne,, Entgelt ausgenommen, cko.-wl Messinger (Bern). Versammlungen im gesamten Gebiet des Landesverbandes Rordwc'stdc'iitschland durchführen wird. Tr. Werner G r n n s f e l d berichtete eingehend über die vom E-B. geleistete, praktische Hilfs- und Ansbanarbeit im Dienste der dcmtschcn Juden.' Araukngruvvk Samdmg Tie Frauengruppe des E.-B. besaßt sich in einer engeren 'Arbeitsgemeinschaft in den von Frau Gertrud Alsberg freundlichst zur Berfüguug gestellten Räumen nnt dem Thema „Deutsche Jüdinnen im Wandel der Zeilen". Studienrätin i. R. Gertrud Benedix, die Leiterin dreier Arbeitsgenwinjchajt, begann iyre Vortragsreihe nnt G! nel Hamel, der jüdischen Frau, durch deren ausführliche selbstverfaßte Lebenserinneriingen wir einen riefen Einblick in das religiöse, kuttlirette unb wirtschajttiehe Leben einer jüdischen Familie des 17. Jahrhunderts gewinnen. Tie tiefe Berionrzelnng im Religiösen, das für das ganze Leben m allen seinen Aenßerimgen bestimmend rvar. die 'Abgeschlvsseiiheit von der Umwelt, tritt in tiefen Gegensatz zu einer anderen Zeit, die fid) der zweite Bortragsnachmittag znm Thema nnhin. Ter Beginn des l0. Jahrhunderts. die Zeit der Aufllärnng, die Romantik und als eine der.jüdischen Frauen, die als erste dem Schritt in die Umwelt gewagt haben, Henriette Hertz, erstanden zu neuem Leben. Wenn Henriette Hertz die durch itiren Salon, ihre Schcmheu und ihren Geist berühmte Berliner Jüdin, aueh ihr Judentum verlassen hat. so tonnen wir sie doch zu den nnsrigen zählen. ebenso wie Rahel Barnhagen und Torothea Mendelssohn, mit denen sieh der dritte Bortrag befaßte. Frau Gertrud Bcmediv erörterte das Zeitgeschehen und die Zeitstinnnnng. wie auch den weltanschannngs- und ideciunäßigen Wandel innerhalb Tentfchlands während jener Tage. So vergegenwärtigte sie die durch Betonung des yiernunsliiiänigen. durch Gedalilcut der Toleranz und Humanität.zur Klassik hinübergeleitete. Periode, die sich dann allmählich in die Stünmung der Romantik verwandelt. Mit besonderer Ausführlichkeit schilderte sie innerhalb dieses allgemeinen Zeiterlebens das besondere Erleben der deutschen Inden, die beginnende und nach harten Kämpfen errungene Einanzipation. 'Als eine der Gestalten, die 'Mittelpunkt des erwachenden Geisteslebens, des kulturellen 'Miterlebeus der Juden in Preußen darlteltte, entwarf sie das Lebensbild der Dorothea 'Mendelssohn-Schlegel. Tie von Frau Gertrud B.medir mit besonderer Wäri"" und der ihr eigenen Lebendigkeit vor Angen geführten Lebens- und Zeitbilder umrden von den Teilnehmerinnen der Arbeitsgemeinschast mit besonderem Beifall ansgenommen. E. 'S. C.-V.-Katender Landesverband .Hessen - Nassau und 8. April, 20 Uhr 30 Min.; Frankfurt a. M. Gastzvirl der eL.-B.-Iugend Mannhcun (an Bund Dniilck ' Iiidlschrr Suyend).^.Ansprache: Dr. Eva Acichmann, Iunamaici, (Berlin). Frcnckscnt-Vogc. g. April, 20 Uhr 3« Min.: Frankfurt a. M. Fraucnvu. anstaltunn- Dr. Eva M.chmnnn.IunMann (Bcr!(,g. Dr Gv'.fnann E>. 9.1!ciUdorfs (zrmckuirt a. M \. „Unser donlsciuiiidischer Lchlttsntswciie." Frcm!surt-Lvn/ 10. April. Wiesbaden. Dr. Eva Neü1,i>miui-Iu>,>ii„ ' (Berlin): „Dru:sci)hiidische Iusend sucht ihren'Mg" 11. April. Kassel. Dr. Eva Ac'ichiiwni>.Im,Ma„',. (Berlin): „Unser dentsch-siidischer 6ci)i^^QlsU3^^!Q,nt Franenrcuvve Leipzig Am 20. März veranstaltete die Frauen gruppe des Eentral-Bereins in Leipzig unter Leitnuz von Herta Labatzly einen von etwa hundert Frauen besuchten Bortragsnachmittag, bei dem RaAuurr Tr. Goldmann in tiefgründigen und [tr.vt fesselnden Ausführungen über „Tie Frau ine Indentnm. eine geschichtliche nnd^ doch moderne Aetrachtniig" rejerierte. Ter Redner gab einen aenanen Abriß über die Stellnng der Frau in der jüdischen Geschichtevon der ättesten bis zur i.enen Zeit. Tas Judentum habe eine hohe Aelynng vor den Frauen. Tie Fraiienbewegiing habe das chidew tnm im allgemeinen nicht bet rossen. Tas '.yiennheu. schicksal sei von Gesetzen abhängig: wir leben in Zotten der Emanzipation. Audersartigteii der Frau schließe nicht ihre Wertigkeit aus. Heme habe siel, der jüdische' Mensch wieder auf sich se.dn besonneui Ter alte Stolz sei erwacht, vcni der Gemeinde zu fiamnum, in der das Haus die sotzate Betätigung' stellt. Tas jüdische Haiis sei der Bade», wo jüdische Men scheu itire Aimätjermig finden, '.tzläniier tömiten von der ERmeiiisehast reden. Fraiien lvnntcn sie herbeisnhren. Ter E.-B. sei ein Teil des deutschen Indentniiis, deii» er sei Eemeirischast. >. Schachmefstec Vier §8 Zähre alt Bor iveiiigen Tagen beging der in Hambnez lebeiide, etienialige deutsche Sehaehuieister Bantiec Allar Bier seinen Ell. Geburtstag im Miene . seuner (vamilic nnd zahl reiche ii. zil d.e>ein Frendeiitage eeßhieueneil Gäfleii. Mar Bier ist eine der stärtsten Persöuliehleiten im Schachleben Teiitsehtands; feine Erfolge datieren ans der Zeit, da im Jahre llnp.Z 77 in Groß.Hninbnrg die Hambnrg-Allonaer Turniere ansgesvctileii Umrden. Iw Jahre 1S7‘.) beteiligte sich Mar Bier an den Kämpsen um die deutsche '.Yleistersehast, die damals in Leipzig ansgesoehteii wurden und n> raug und; harten Känipsen mit einer 'Keitje harter Gegner den Titel „Teiilseher Scljachmeiiter". Erfolge reihteli sich nu Erfolge, die nächsten Iatfre brachteii Käliipse gegen die stärtsten 2vieler der Welttlnsse, unter denen aiich der engliichv Bieisler Blackbirrne war. den Bier und) fesselndem und interessantem Kamps glatt nnd eimvandsrei zu fd)fai|eit mochte. . Rach dem Map Bier nahczii Paine Ehrelimitglied des Hainbiirger imd 'Altonaer Schaäitlill'S >var. mußte er im Otwber i‘J-3d diese Einen, uiitgliedschast ausgebeii. N<i»^:!. Mitkämpsev für Opcrfchlefteiich Pcsrclu.ttg. In der' „O st d e u t s ch e n Bl v r g e n - p o st" vom El. Blärz 1001 leien wir ß>lgeiide Rotiz:. „Tem Gasthausbeiitzer. Slliicaiaiier von hier, Tarnowitzer Straße, der schon im Besitz des Schlesischen Adlers erster nnd ztveiter Klasse ist. wurde in Aiiert'eminng seiner besonderen Berdienste um die Besreimig des dc'iitschen Landes die Gedeiitmünze für Oberfllllesien verliehen. Währciid der Besetzung Cieei'' schlesii'iiS durch die Franzosen hatte Gallwirt Schirvkaner die Koinpagnie Widcra-Pohlmami des Selbstlchiitzes monatelang auf seine Kosten beherbergt lind verpilegt." — Wir freue» niiserem allen 'Mitglied Sehirolauer zu diejer Ailszeichnilng gratiilieren Zii tönneu. Voten Rahmen bleiben, wenn die Presse dazu geladen tvird, dann müssen wir sagen, daß am' diese Weise die Tinge hoffnungslos deni TilLttaiitisinns zutreiben.. Eine Oper als Konzertstück zu briiigcui, bedeutet einen Widerspruch in sich, weil dieser Fassung das fehlen muß. was das A und O jeder Oper iü: Illuuon. Und nun gerade den „Evangelimann", der uns mit seiner riiljrfeligen Sentiinenialität denkbar fern steht und der am allerwenigsten das ganze Tamtam der Bühiie entlx'hren kann! Dieser Bc.ißgriss ist um so mehr zu bedauern, als außerordentlich schöne Stimmen eingesetzt ware>l, besonders die von Engen Transly, dessen Tenor seilie strahlende Kraft Auvahrt hat; nur verführte ihn die Freude an der Schönheit des eigenen Organs dazu, mehr zu geben, als der Raum vertrug, lliüethaltlvs tarnt mau der Tarstelluug von Heinrich Korn ziistlnnnen. der namentlich durch seilten eindriiiglichen Bvrirag gefiel. Eine gute Bühiiencrscheiiiimg iü 'Maria Telden die aber stimmlich vtwas zirrücthand unb Die Höhe nicht immer mühelos erreichte, iveil ihre stimme für Mezzvsvpranparticn ivohl geeigneter in. Olla Iacvbsvhn besitztz eine weiche, ausgeglichene Altstimme. 'Rur möge sic sich vor zu tiefem Ansatz hüten. Tem Herrn, der den Bcrwakter sang, fehlten so ziemlich alle Bvrallsfetzimgell für die Uebcrnahme dieser Partie. Tie musikalische Leitung harte Ernst W e i ß l c r, der sich auch am Klavier bemühte, von der vompösen Klangfülle der Partitur einen Begriff zu geben, ivas ihm gelang, soweit das ntöglich war. Ja richtig, die Hauptsache: die Stiinmlein einiger rcüzeiider Llllbeli und Mädel, die ihren Ehor so brav erschallen ließen, daß man seilte Freude daran haben tonnte. A. Paula Lindberg sang einen Konzertabcnd iw Hanse von Rechtsanwalt Saloincm in der Fasanenstraße.^ Es ist nicht so sehr die schöne Stiunne wie die Gabe, diese Stimme in den Tieust einer bedentendeu lüllstleriscif.ui Aiisdrnclssählgseit stellen zu löuueu. die die Säiigeriu bald einen Bergleich mit dcui bedeutendsten Attistiimeli unserer Zeit ivird bestehen lassen Wi-' sie die selige Schöltheit der Schubert-Lieder besonders in „Wanderers Raeytlied". auslostete, ließ nur den Wunsch anskommen. daß die Künstlerin bald eigene Liederabende veranstalten möchte In der dankbaren Blelodie der jiddischen Bollslteder konnte sich die ganze Klangsnlle der Stimme offenbaren, die schönen Schun'.ann-Tuetie aber kmtten nicht zttr gletcltcn Wirktmg, weil der Partner. Inlins P cr s f a ch o w i t f 6;, ztvar über einen gefälligen Bariton, aber nicht über das. ivas erst den Säuger atiszeichnet, verfügt: die 'Möglichkeit, bnvd; innere Anteilnahme die Stimme zu beseelen. Tie Opernnrieii. die er noch sang, gehören nitht, es soll immer wi.der gesagt sein .zu derartigett Abenden. Kcwzertmeister Wag hat bcr. der dritte Solist — weniger wäre mehr —. spielte Handels A-dnr- Monate (für Violine mit „bezittertem" Baß, wie das^ Programm meinte) wunderbar rein mit sülligein Ton. der übrigims beim eon sorclino-Spiel nlißerurdentlill) reizvoll ist Auch von ihm wniischte man sich einen Soloabend. Nicht überall gleich anpassungsfähig begleitete am Flügel der technisch tüchtige Pank L i ch t c n st e i n. Kni. Der B it n b j ü disch e r A r b c i t n e h nt e r führte seilten Plitgliodern das Schauspiel voit Georg Hermann, „Henriette Iaeoby" vor. Tie aiisgezeichnete Sllfildermig der jüdisch-bürgerlichen (Gesellschaft im alten Berlin kommt leider in der Trnniatisierniig nicht so zttr Geltung wie im Roman. Trotzdenl: es war eine liebenswürdige Aiisfülirniig. Tas vollbesetzte Hnu.s dankte dafür mit großem Beifall. Tie Schauspieler, zuerst etwas befangen mtd ohne Könner mit dem Pnblikilm, überivandcut bald ilire Hemmungen nnd wußten durch geschicktes Znsannnenspiel auch über .Längen hinwegzngchen. Biatlea ElsHolz als Henriette' Iaeoby zeichnete sich durch ihr natürliches nnd sicheres Spiel aus. Ihr Partner, Josef Stein, war seiner Rolle als Iasvli Gebert noch nicht ganz gewachsen. Ein freieres Spiel würde überzengender wirken. Alfred L i ch t e n st c i n (Onkel Eli) ist ein ansgezeichneter Eharalterdarsteller, der zu größeren Allsgaben herangeholt werden müßte. E. W. Fritz Eise n b e r g gab seinen zweiten Bortragsabend Rezitation von Klassikern: manche eigemvillige Betonung lind Aiislegiiiig cultschädigt für sprachtechnische Unzulänglichkeiten. Die eigenen Tichtuugen: Schärfere Selb,ltontrolle möchte man raten, denn Zivischen gedanklich Wertvollem nnd sein Geformtem läuft zu viel Gelegentliches mit. Lieder zur Laute: die eigenen, wie die bekannten französischen, bringt er ntit Grazie uiid unaufdringlicher Sinnfälligkeit. Reicher Beifall belohnte seilte Vielseitigkeit. k. Stefan A ntnl stellte sich mit einem Klavierabend vor tmd hatte sich ein virtuoses Programm mit Liszt und Ehoptn znsammengesetzt. mit dem er geigte, daß er technisch ansgezeichnet geschult lind durchgebildet ist. Seilte Passagen liitd, attch in^ verflochtener nitd schwierigster Ornamentation, rein nnd aiisdrncksvoll: darüber Ifiltaus ist der Ton im Eantabile reich nitd klangschön. Ein keidenschaftliches Tetnperament verwischt manchmal die Riiaiicierung. Beherrschung der Empsindiingssähigkeit. ivürde die Tarßellnng bald überzeugend wirken lassen. Tenn das; Antal kein Bravourspieler im schlechtc'li Sinne ist. ertamite man schon zu Anfang,. als er in Liszts Taiite- Fantasie inanchmal die dämonische Wildheit rviederzngeben vermochte, nod; mehr bei Ehopin; die glntvotl träumende Romantik der Barkarole l-’is-dtir ivird iiictit oft so eindringlich rmchewpsiinden. Bei den noch inclik erwähnenswerten Biolinvorträgen fiel die geschmackvolle Begleitung Franz Reize nste ins auf. Kai. Das Rolle Streichgliartett (Willi Frey. HanZ Prager, Rudolf Rceyer, Herma mi W ei!) beendete mH dem .llonzert feilten ersten kleinen Konzertzyklüs. der in der nächsten Saison hosfentlich erweitert wird: die Boranssetzmlgen daztt finb gegeben^ ein hervorragend durchgebildeter Klangkörper steht zur Bersügiing, hinter dein eine sehr große, streite Anhängerschaft steht. Wenn man die Bereinigiing miler die andercui bdaimtün Ouartt'üo ein rangieren wollte, so dürfte man hohe Vergleiche wagen; denn nur erleben hier, daß vier aiisgezeichiic'te Musiker unb Könner durch gemeinsautes Spiel ztl einer Genteillschaft Zilsamineilgewachseu sittd, ztl einem Organlsilins, der überall sinnvoll den Ausdrlickswillen der interpretierten Werte vollstreckt. '.llcit dem vorigen Abend verglichc'll. hat das Spiel an Diskretion bei den verhaltenen, hintergrülldigen Stellen gewonnen; daran .t|t gerade Vralfms reich. Sein Klavierguiniett stand neben Werten voir Sineiana (Ouartett ..Aus niLÜuem ^Zben") und Schubert (Forelleiiguintett) ans dem Programm; drei romantische Stücke also, die nmercs Erleben in starker'Dynamik nach außen schleudern und die darum bei der Wiedergabe int Htil kanln ztl verfehlen sind. Bei Smetana. dem einzigen Werk, bei dem die vier Künstler diesmal „linier sich" lstieben, kamen die charakteristischen Stationen dieser ^elbstbiographie in Tönen in impulsiver Prägung zu Gehör; der Bratschist brachte die vorgeschriebene Trompeten-Ilnitation recht glcuibN'ürdig. Ten' Klavierpart bei deii Oninteiten lfatte wieder Joseph R v s o n st v ck übernvmufen. iliid wieder war sein Spstel in seiner Rcischmig von Einordnungsverniögen lind Fülirerichafk H'il taminermunkalischem Geiste getragen: vielleiRt sollte er die ausdriicksvollcm Kantileneu im Tamisauten Satz von Brahms nicht so hart er!Iing>'>s lassen. 'Ter Nntwirteilde Kontrabassist Rndetf Lewy fügte sich bei Schubert sehr gilt ritt. L. A-mi. Edith ^ccnffaöS-OcISmgen ehrt Ia?od Wassermann Edith H er n ft adt - Oetti u g e u widwete als Gast des Berliner Kulturbundes einen Bvrtragsabeiid in den ol'c'ren Rätiinen des Kafieehanses Leon der Erinnermig aii In tob llstaiier' malln, den tinvergeßbaren Führer durch Sccte» Labyrinthe, tolvritreichen Meister der Sprache u"d tapfereil Kämpfer für seine Gelniug als TeiNhhee und als Jude. Tic Sprechliinst von Edilt, -venistadl-Le'ttiilgcn wiirdc hier Areits so oft (icnil)id. daß ihre abertnalige Würdigtw.g >nauchein A'G der „E.-B..Zeitung" vielleicht als liberflüHig felfeinen dürfte. Eilt neuer Hinweis auf die 'A’u'i'tDvichast der K stärksten somit rod;tigur venvandsclntt Editlf Herilstadt-Oettiligelis . -'tzünr Wafsermanns dnrci) die (bei anderen Tuhteck' seltene) Harmonie von Geist Mid Gefühl begrünce'.e den Eindruckeiner vvlltommcmeu tl'iiNtlerpchR Geschlvssenheit deren - hemmmtgslose AuswirtuRl leider äilßere Umstände beeinträchtigten-, Xeuit rrft die leichte Unruhe der Hörerschaft infolge Ueberfüllung des 'Ramus, sodann die mwetmcust liche Begteitnlilsik des Knrlürstculdwuin-'. Zowst radknatstern,und die gellen Hupen der b'Iüiifb'yubc'drolficm die Sprecherin ntit der Gefahr. '.l>r ^-n\| ’ mnngsgeivebe zu zerreißen. Im Kwuh! A'B svlckfe niobriifcn Aelißerlichteltell aber starke Berinnerlichnng. erftauntidie Gcdäch!m--l'-D - Allsschöpfmig der- Geisteslind Gesiilftswernun c Worten des Tichters. Berschwisternng von Ftz» , - RUlnik nitd Gebärden die faszinierende leik der Künstlerin, die in vier Bildern an-.- n Romau Tre Juden von Zintdori" dann Rovelle ..Adam Urbaß" unb zuletzt in Waperma >- . Bekenntnisbnch „Rteiu Weg als, Deutlcger- Oiiibe" in dev Leideilschastlithleit ihrer '.huDlU! tungen. fast schöpsc'rischc' Inbrunst mtie:. Arthur Silber^H'1