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Central-Verein-Zeitung · 1934-04-05 · 14 (5.4.1934) · page 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
14 (5.4.1934)
Date
1934-04-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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I. BcjfoScsW W rvWAU go mancher der älteren Menschen, aber auch viele der Generation zwischen 25 und 35, werden sich an die Bestrebungen während des ■' Weltkrieges und der Inflation erinnern, die ' darauf abzielten, wenigstens einen Teil der unterernährten Großstadtjugend für eine Zeit auf das Land zu senden, damit sie sich dort; in frischer Luft und bei guter Ernährung fräf- : tißcn könnte. Die Resultate, die diese Vers suche zeitigten, waren trotz aller Schwierig- ' leiten so gut, das; man beschloß, diese Einrichi luii-3 in einer geeigneten Form zur Dauerein- ■ rich.ung zu erheben. Der spätere große Aufschivung der Schullandheinrbewegung, die es ermöglichte, den gesamten Schulbetrieb gän-- s zer blassen und Schulen für einige Zeit in Heime und auf das Land zu verlegen, ist im tmuude auf die Erfolge der damaligen Be- ,'krebimgeu zurückzuführen. Dennoch mußten - alle die großzügig. aufgezogenen Unterneh- : mmrm dieser Art inunct Stückwerk bleiben;; dieKassenlage des Reiches und der Länder t erlaubte es nicht, den Umfang des begönnest neu Wertes zn weit anszridehnen. Wohl; jchast.eu sich einzelne Stadtgemeinden oder; auch Schulen ihre eigenen Landheime, sie i tonnten jedoch immer nur verhältnismäßig; wenigen Schülern zuautekvmmen. In dem am 28. März 1934 vom preußi- ]■ icf’ :i Staatsministerimn verabschiedeten Ge- : sch über das „Landjahr" der schulentlassenen ■ In.',endlichen haben die Fachleute alle Er- - sah ungcn verwerten können, die man in den ) fahren vorher auf diesem Gebiete gemacht t ha'te. Naturgemäß entspringt die neue Eins. richtuug nicht so sehr den individuellen j tltötcn der Kriegs- und Nachkriegszeit, sont deru sie verfolgt in der Hauptsache national- ■' politische und wirtschaftliche Ziele. Die t jungen Menschen sollen, den allgemeinen Ziet len des neuen Staates entsprechend, einmal; sür längere Zeit und systematisch in Znsamt menhang mit dem Boden gebracht werden, : -ec fic ja alle ernährt, und von dessen Bcdnilimg gerade sür ihn selbst sich der Großt itöMer oft gar keine Vorstellung machen - tlwn. Darüber hinaus soll der junge Stadt-? mensch aber auch in Verbindung treten zu s den Mnschen. die den Boden bearbeiten, den. 1 Lauern und Landarbeitern, die er oft genug! über die Achsel ansieht. Die gesamte Maßj nehme soll also auch zum besseren Verständs nis von Stadt und Land beitragen. - Daneben verfolgt das neue Gesetz wenigstens in seinen Auswirkungen wichtige wirtschaftliche Ziele. Vorerst sollen zwar nur : etwa 30 000 Jugendliche erfaßt und dem ,.Landjahr" zugesührt werden. Wenn es ater in der Zukunft gelingen sollte, den grüß-; ten Teil der die Schule verlassenden jungen Sflpnidjcn in einem solchen, der Gemeinschaft dienenden Werke zu erfassen, so würde diese Maßnahme eine gar nicht zu unterschätzend? Entlastung des deutschen Arüeitsmarktes, besonders der Kategorie der ungelernten Arbiter und Arbeitsburschen,, sowie für die Lehrstellenbeschafsung darstellen. Es sei hinzugesügt, daß auch die Arbeitsfreude und Arbertsqualität junger Menschen, die ein Jahr länger in Gemeinschaft und unter einsichtiger Leitung.an sich gearbeitet haben, sicher- \ ItcC) gehoben werden wird. Eine begrüßenswerte Neuerung liegt zweifellos in der Tatsache, daß das „Landfahr" in die Zeit nach Abschluß der Schulausbildung gelegt worden ist, so daß also die Erziehungsarbeit in der Schule, die ia ein in sich geschlossenes Ganzes darstellen soll, dadurch keine Unterbrechung erleidet. Das vornehmste Erziehungsziel, das sich die Schöpfer dieses Gesetzes gestellt haben, ist, die jungen Menschen zu charakterfesten, volkstumsverbundenen Persönlichkeiten, frei von jedem lebensfremden Intellektualismus, heranzubilden. Für uns deutsche Juden, besonders für die jüdischen Eltern, deren Kinder jetzt die Schule verlassen, erhebt sich naturgemäß die Frage, ob die Einrichtung des Landjahres auch den jüdischen Kindern zugute kommt. Nötig haben die jüdischen Kinder es sicherlich: ist doch die Masse der deutschen Juden noch weit mehr stadtgebunden als andere Vevölkerungskrecse. Für den Fall, daß Mische Jugendliche nicht in das allgemeine „Larrdjahr" einbezogen werden, ergeben sich, neue besondere Aufgaben für die jüdische Gemeinschaft; denn eine beträchtliche Anzahl jüdischer Eltern wird begreiflicherweise den Wunsch haben, ein „Landjahr" für jüdische Kinder zu schaffen. In diesem soll auch eine religiöse Erziehung und Unterweisung im jüdischen Sinne erfolgen. Eine solche Forderung sollte gerade im Interesse der Stärkung des deutschen Judentums von den jüdischen Gemeinden und Organisationen selbst erhoben werden. Bei dem großen Interesse, das der neue Staat gerade der Wcoderbelebuug der Religion entgcgenbringt, wird' es sicher möglich sein, diesem Wunsch in irgendeiner Weise Rechnung zu tragen. In jedem Falle müssen jetzt schon alle Mischen Grundbesitzer und Landwirte es als ihre vordrmglichste Pflicht ansehen, sich selbst an der U n - lerbringung von jüdischen Kindern und Gruppen im Sinne des „Landjahres" zu beteiligen. . Das Solidaritätsbewußtsein der deutschen Juden wird sich gerade in diesem Falle erneut erweisen müssen. Wir sind im übrigen überzeugt, daß auch die staatlichen Organe diese Art von erzieherischer Selbsthrlse zu schätzen wissen werden.. Ilvico ■ 'ÄtisiSii ' . , WN' VMMM Md '' Ein Gefühl des Stolzes erfüllt die Kleinen,' 4verrn sie zum erstenmal in die Schule gehen. Ein unklares Gefühl der Bedrückung aber erfüllt die Eltern, wenn sie. durch das Zeit- . geschehen dazu'veranlaßt, ihr Kind jetzt eurer jüdischen Schule anvertrauen sollen. Jahrzehnte hindurch sind sie belehrt worden, daß Mische Schule Absonderung bedeutet; Jahrzehnte .hindurch sind sie dazu erzogen worden, . m der, Mischen Schule ein Herabsteigen von deutscher Kulturstufe zu sehen; wer wollte da. ■ «ntit jüdischen Eltern rechten, wenn sie dies -Gefühl der Bedrückung nicht los werden? Um so dringlicher'aber wird die Aufgabe, Eltern- ' und Kinder für die jüdische Schule zu erziehen. 'Ich erinnere mich der Jahre, als ich meine eigenen Kinder emschulte. Die Freude meines Kindes auf den ersten Schultag löste jedesmal von neuem ein leises Weh in mir aus. Ich > wußte, , daß das Iudesein ihnen, wenn auch nur in; Unterbewußtseiu, als Anderssein erscheinen, ich wußte, daß die Frage nach dem Warum die junge Kindesseele' beschäftigen werde. Dann kam die Trennung der Kinder im Religionsunterricht. Jeder Lehrer und jede Lehrerin benutzt den Religionsunterricht dazu, um die durch die Religion gegebene besondere Verbundenheit zu festigen. Den Kindern mußte dieser getrennte Religionsunterricht die Verschiedenheit noch deutlicher machen. Darum ließen manche jüdische Eltern ihr Kind am nichtjüdischen Religionsunterricht teilnehmen. Ja, es gibt sogar heute noch Eltern, die das verantworten zu können meinen. Aber sie irren, denn es läßt sich mit der Seele des Krudes nicht spielen; es stärkt die Unsicherheit im Kinde, wenn es seine eigentliche Verbundenheit nicht kennt und auch bei den Eltern bleibt die Unruhe des nicht ganz geraden Weges. Die jüdische Schule aber bedingt nicht Absonderung, sondern Eingliederung. Eingliederung in die Gemeinschaft der „Großen . Eingliederung in die religiöse Gemeinschaft, Eingliederung in die Schulgemeinschaft. Jedes durch diese verschiedenen Eingliederungsaufgaben erstarkte Gefühl wird das Kind zur Selbstbehauptung führen. Als freier ungehemmter Jude lernt das Kind sich vorbereiten für den Lebenskampf. Sorglos erschließt sich sein Blick dem jüdischen Schicksal. . In der Schule verbringt das Kind die Hälfte seiner Jugendzeit. Ter Aufbau des jüdischen Schulwerls, ist Mitaufgaüe der Eltern, denn die Schule ist Wegbereiter für'das Leben Her Kinder. Da das Leben von mrserer jüdischen Jugend eine starke Disziplin verlangt, muß die jüdische Schule bei aller Liebe zum Kinde diese Disziplin lehren. Wie aber, wenn das Elternhaus diese Ausgabe erschwert? Das Betragen so manchen Kindes läßt leider merken, daß im Eltcrnhanse Aeußerm^zen fallen, die von. -wenig Achtung gegenüber der jüdischen Schule sprechen. Es gibt neben der materiellen Verpflichtung auch eine ideelle, die Elternhaus und Schule verbindet. Dem ersten Schultag im April 1934 gelten die Worte: „Kleine Kmderseelen aufbauen. Bei der Goldschmiedin Zu dem Aufaals von Meta Samson im „Blatt der deutschen Jüdin** Fot.: Herbert Tonnenftld (Berlin)!lIII!>>i!III!!II!I!!II!>!II!IlI>IlIlII>IIIIIIII!I>>I>!II>!Ill>I>I>I>I>I!I>I!IIIII!II>>II»»»I!>!!»»!I!I»»»»!IH daß sie groß werden tut Gleichgewicht und in schönen edlen Formen, daß sie sich erheben zu geraden erwachsenen Menschenseelen!" SMÄitsÄten für Kikdergürtnrrirmrn Mnetinnen Die Zeutralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden beabsichtigt, gemeinsam mit der Neichsvertretuug der deutschen Juden und dem Jüdischen Frauenbund eine A u sb i l du n gsstä t te für jüdische Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen einzurichten und mit dem ersten Lehrgang Mitte April d. I. in Berlin zu beginnen. Das Ziel der Ausbildung ist. Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen für die Arbeit in Kindertages- - statten, Erziehungsheimen, aber auch in Familien, zu befähigen. Ter Lehrgang wird eineinhalb Jahre dauern. Vorbedingung ist abgeschlossene Mittelschul- oder Oberselundareise oder Nachweis einer gleichwertige,, Bildung durch die schulwisseuschvftliche Vorprüfung, und ausreichende Hauswirtschastliche Vorbildung. Anmeldungen sind unter Beistignng eines selbstgeschriebenen Lebenslaufs an die (Reichsgeschästsstelte) ebenda zu richten WMH föfc&Jte WÄM sM fö WVS LMÜM fei EXsSa Jur Amtlichen Anzeiger der „Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" gibt der Vorstand der Israelitischen Kultnsgemeinde München eine Versügiuig der Regierung von Oberbahern. K«rmmer des Innern, Nr. -100 21-1 vom 14. März bc. kannt, durch die die Errichtung einer eigenen achtllassigen israelitischen Boltsschnle in München , unter Einbeziehung der bestehenden Volksschule der Israelitischen Religionsgesellschaft Ohel Jakob genehmigt wird. Gleichzeitig wird verfügt, das; der neuen Schule ansicr den an der Vvllsschnle der Israelitischen Religimisgemoinschast Ohel Jakob errichteten drei Lehrstellen, zwei weitere Lehrstellen sohin insgesamt fünf staatlich lieso'detc Lehrkräfte zngeteilt werden. Die Zuweisung weiterer staatlich besoldeter Lehrkräfte, heißt es in r* MO San Awr!Wr, e. □. Weit mehr als in detl romanischen Ländern bildet die Kritik im deutschen Sprachgebiet ein wichtiges Moment des öffentlichen Kimstlebens. Es entspricht ihrer Bedentuna, wenn jetzt auch die jüdische Presse Deutschlands den der K u n st k r i t t k getvährten Raum mit Hinblick auf das Anwachsen der Veranstaltungen in den Kulturbünden und Vereinen beträchtlich ausgedehnt hat. Naturgemäß unterscheidet sich die Arbeitsmethode des Kritikers, den gewandelten psychologischen Voraussetzungen und soziologischen Bedingungen entsprechend, in vieler Hinsicht von den m den jüdischen Blättern früher allgemein geübten Formen. * . Welche Grundforderungen sind zu erheben, damit die kritische Sparte der jüdischen Presse bei aller Verschiedenheit der Weltanschauung, des künstlerischen Blickpunktes und des persönlichen Temperaments die gewisse einheitliche Haltung, die feste Linie gewinnt. deren sie gerade in unserer Zeit bedarf? .Zunächst: Die jüdische Presse ziehe aus sozialem Verantwortungsgefühl und m richuger Bewertung eines qualifizierten 4 o u r n a! i st e n st a n d e s nach Möglichleit nur Persönlichkeiten zur Kritikausübung herai^ peren berufliche Eignung umfassend erwiesen ist. Zum mindesten m den Großstädten dürfte kein Mangel an fachlich vorgebcldeten, literarisch legitimierten Kräften vestehen. Weiterhin: Man mache einen räumlichen Trennungsstrich zwischen den K r i - ^.ken von Fachleuten, und den Ve- ^chterstattungen, die mehr ein neuwles Md der lokalen Kunstpslege als ein »anbtc-J Urteil vermitteln sollen. - So .urt die wünschenswerte Unterscheidung urschen „Kritil“ und „Röferaf" auch für den Außenstehenden erkennbar erhalten; Jeder Künstler weiß den Wert der mit Namen oder Chiffre gezeichneten Besprechung zu schätzen gegenüber einer im Gesamtbild des Blattes untertanchenden Notiz. Gerade in' unserer. Zeit, die dem in der Oeffentlichkeit tätigen Juden erhöhte Verantwvrtnng anfbürdet, sollte jeder Vernebelung der Kunstkritik begegnet werden. * Man sagte dem Urteil jüdischer Kritiker nicht selten eine aus dem Intellekt stammende allzu scharfe Formulierung und übergroße Skepsis nach. Das Gefühl schicksalhafter Zusammengehörigkeit hat diese Neigung zu verstandesmäßigen, subjektiven Ueberspitzungen weitgehend, zurückgedrängt. An. ihre Stelle ist jcht häufig die Form undifferenzierter Bejahung getreten, mit der.,weder der Kunst noch den Künstlern gedient ist. Es muß tue Ausgabe des Kritikers" sein, die.Grenzen zu ziehei; zwischen einem mit unzureichenden VUtteln betriebenen „wilden" Kunstöetrieb und den Ansätzen zu einer neuen, der eigenen Geineinschaft entstammenden, innerlich starken Kultur- Pflege. Falsch wäre es, wollte der Kritiker, noch an alte Maßstäbe gebunden, etwa das, was deutsche' Kunstinstitute in jahrzehntelanger Arbeit aufgebaut haben, sofort von den erst im Werden begriffenen jüdischen Organisationen vexlangen. Er sehe einen wesentlichen Bestandteil seiner Aufgabe vielinehr darin, an dem vielgliedrigen Vau der Kulturbestrebnngen von seinem Posten aus mitzuh elfen. Denn man bedarf überall de§ sichtenden Urteils und der sach- - lich begründeten Förderung durch das öffentliche Wort. Aber mancher Kritiker würde gerade dem Au'fLau des jüdischen 5A:l- LurleLens schaden, der' aus Nachsicht . oder ° äußeren Rücksichten loben würde,, wo ßiittf., und Tadel am Platze ist. '■ Ist der Mitarbeiter der jüdischen Presse' .-.'sich dieser wichtigen Funktion MS gegenwäxtig,, dann wird .sein Berus, jene..hochgeachtete Stellilug einnehnien, die ihr Lessing. der Meister verantwortiingsbewußter Kunstkritik, zilweist! _ mMMW fl MlM DMÄMSge« im WM» St&s&att Die Sinsoiiiekonzerte des Kulturbundes im Dtärz boteu zivei verschiedene Programme; in beiden wechselten zwei Solisten einander ab. Kürzlich spielte der Cellist Eivel S t e g m a n n HahdnS v-änk-Konzert, das wegen seiner großen Schwierigkeiten von den Cellisten gefürchtet wird; erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit Stegmanns Spiel den hohen Alstordernngen entspricht, mit welcher Sicherheit er die virtuosen Gänge, die Oktaven, die hohen Lagen in seiner Partie bringt. Die kantablen, melodischen Bögen des Andante wünschte man sich eine Spur langsamer, getragener. Stegmann spielte mit einer Zurückhaltung, die seinem Vortrag eine sehr sympathische Note gibt; allerdings kommen gerade diese Vorzüge in dem großen Raum der Synagoge Prinzregentcnstraße nicht voll zur Geltung/ Ein andermal löste Grete Sultan den Geiger Frey in einem Rosenstock-Konzert ab; sie spielte Beethovens Klavierkonzert 0-äur, ein nicht oft gehörtes Stück aus Beethovens erster Schaffens- Periode; ein sinnensrohes Werk, das in seiner ganzen Struktur noä) stark dem Zeitstil verhaftet. ist und nur an einigen Stellen zum späteren, eigentlichen Veethoven-Stil vortastet. Grete Sultan spielte es mit.ungewöhnlicher Werktreue, Ehrlichkeit, mit äußerster Sparsamkeit im Pedalgebrauch; sie kann das, weil sie eine tadellose Technik, eine große Begabung sür Aufbau und Gestaltung. besitzt. Eine Leistung, die in ihrer Vereinigung von Gefühl und Strenge, von Ueberlegenheit und Ergrifsensein starken Beifall auslöste. Zwischen der Solistin und dem vortrefflich begleitenden Orchester unter .Nosenstocks Leitung bestand eine wohltuende Harmonie; nur dcis Nondothema nahmen beide ..verschieden, .das. Orchester spielte notengetreu, tvährend beim Klavier die erste Zählzeit des ersten Taktes wie ein Vorschlag wirkte. —nn. - Einen Trioabend im Kulturbund gaben Hansi Grand an-Fr endberg. (Klavier).- Simon.. '): G o! d b e r g (Violine). Nicolai G r a u d a n (Cello), drei ' Künstler, die als Solisten einen ' . guten. Namen. haben, aber, im Ensemblespiel um einer neuen, höheren Einheit ivillen alle solistischen Eigemvilligkeiten ausgeben. Sv ergibt sich energiegeladenes Ntusiziereu, bas sich mit der wohllautenden tonliehen Fülle paart, die den Klang auch in der leidenschaftlichen Aufwallimg adelt. Soll daS Klavier sich dem Klang der Streichinstrumente aupassen, dann muß es so gesangvoll und mit solch znrüclhalte.udein «olto voce bei den Vegleitsignren gespielt iverden ivie von Haust Graudan-Froudborg; das Andantethema im Mendelssohn * * Trio wünschte man sich klangvoller, man muß bei Mendelssohn den Mut znm Sentiment haben, „espressivo“ ist der Satz überschriebeu! Die sprühende Virtuosität, mit der das Scherzo gebraü)t wurde, gab einen überzeugenden Eindruck von der hohen Qualität des Zusaminenspiels. Tie Vortragsfolge bot das Nvrmalprogramm unseres Konzerrlebens, klassische und romantische Werke. Gern hörten wir Beethovens seltener gespieltes Trio of>. 70 Nr. 2 wieder einmal; seine Höhepunkte — der variierte Allegrettvsatz und das Menuett — wurden von den Künstlern besonders fein schattiert. Dr. Anneliese Landau beendete mit einem Bovtrag über Gustav Mahlers Lieder einen Zyklus. der an fünf Abenden einen UeberbUck über das romantische Lied gab. Sie verstand, einem großen Publikum die Schönheiten rvinantischer Liedlnnst nahezubringen. Dabei nmrde sie durch eine große rhetorische Gewandtheit und eine vielfach glückliche Art. zu formulieren, unterstützt. So ^var man auch da. interessiert, wo man der Betrachtungsiveise und den Behauptungen im ein. zelnen nicht zustinunte. Beim letzten Abend trug der Baritonist Fritz L e ch n e r .' von Wolfgang N o s 6 vorzüglich begleitet, durch seine Liedborträge wesentlich zur Veranschaulichung des Gesagten bei; er sang ganz prachtvoll, namentlich das eine Kindertotenlied, das seiner zurückhaltenden noblen Eestaltungsart besonders gut liegt. ' L. A. Im' Haufe von' Dr. Jäcvbsohn^ fand 'eins ..konzertmäßige Aufführung" von Kienzls Oper -„Der Evangelimann" statt. Wir verstehen den unbändigen Drang des Bühnenmenschen. wieder einmal die Vorstellung zu haben, auf den Brettern Zn ''stehen, sich "vor einem Publikum als Opernheld fühlen zu können, cmd bedauern es tief, daß dieser ' elementare Wille zum dramatisch-sängerischen Ge- - stalten sich heute in'dieser "Form Luft machen muß. Wenn. aber..solche-VeranstaÜungen -nicht im pris

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