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Kinderblatt · 1934-03-29 · 2 (29.3.1934) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kinderblatt
Volume
1934
Issue
2 (29.3.1934)
Date
1934-03-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Mck Gc-We v.rerwv-w ovnr 1),k-rc« iur Stall oder vorn na Hofe? An diesen Abenden ivnren wir immer todumde. denn wir jagten dauernd hernnp, uni Läcnincheu zu suchen oder zu siuden. Großmutter schalt nrauchural mit uns — aber Großvater sagt^ daun: ..Latz sie doch — sic sind glücklich? Tas inacht ein bißchen Lärm!" Und dairn kam der Tag. an dem die ganze Familie «ungeladen war: Söhne, Töchter, Enkel. Neffen und dichten. Alle leierten den Sederabend bei den gastlichen Großeltern. Nach Lisch wollte Großvater: Meth und Nvsinenweur in die Flaschen füllen, denn jeder sollte zwei Flaschen al-5 Geschenk mit nach Hanse nehmen. Wir Kinder standen dabei und dursten Helsen und öfter auch ein Tröpfchen kosten. Als wir alle nach dem Mittagessen in den Hof kamen, wunderten wir uns. datz sich nirgends die Glöckchen hören ließen. Wir Kinder begannen, nach Lämmchen zn suchen und es mit allen Kosenamen zu rufen. Wir zerstreuten uns über Hof und Wiese. Endlich ertönte Josys Stimme — er schrie laut und jammernd aus, und dann kam er uns entgegen, das Gesichtchen von Tränen überströmt: „Das Lämmchen— das arme Lämmchen?" Esther nahm ihn bei der Hand, und wir folgten ihm mit Zitternder Angst. Ta lag unser Lämmchen hinter denn Holzstoß und hatte alle Viere von sich gestreckt, seine Angen waren geschlossen, und es rührte sich nicht mehr. Wir waren tief erschrocken und fingen laut zu weinen an, so daß der Großvater eilig herbeilief. Gr machte ein komisches Gesicht, befühlte das Tierchen sorgsam und schüttelte stumm den Kopf. Tann ging er zu den Holzbütten und blickte hinein. Sie waren halb leer! Unser Lämmchen hatte davon getrunken und konnte den starken Meth nicht vertragen! Unser liebes schönes Lämmchen war tot, und all unser Jammern hals nichts mehr. Der lag es denn im Stall, unbeweglich, mit einem Tuche Gedeckt, und die Glöckchen hingen schweigend an dem blauen Seidenband herab. —-An diesem Abend wollte uns Kindern nichts schmecken von all den Herrlichkeiten desösterlichen Tisches. .^Warum ist denn Großvater gor nicht traurig G sagke Jvsy leim zu mir. Ich wunderte mich auch. Großvater, der unser Lämmchen doch auch io gern gehabt, saß mit strahlendem Gesichte oben am Tisch, und seine Angen funkelten lustig unter dem schwarzen Käppchen, während er für alle zu sorgen schien. ..Jetzt werden wir das Lied vom Lämmchen singen!" sagte er. Tavor hatten wir Kinder schon den ganzen Abend Angst gehabt. Wie liebten wir sonst dieses Lied: Mein Vater kaufte es für sich!"' Aber heute konnten wir es nicht singen — unmöglich? Wir vier Kinder sahen einander an, wir verständigten uns mit einem Blick. Tann verschwanden wir ganz leise, eins nach dem andern ans dem Zimmer. Wir wußten alle, wohin wir zn gehen halten. Und dann schlichen wir uns znm Stall hin, Esther öffnete die Türe. Scheu blickten wir zu dem Strohhausen hin — aber die Stelle war leer. Tas weiße Tuch lag La — das Stroh war zerwühlt und unKr Lämmchen fort! Wir standen stumm vor Schrecken. „Man hat es abgeholt und begraben!" ries Esther voll Empörung. Ter dunkle Stall machte uns Angst — wir hielten einander an den Händen. „Wenigstens das Band mir den Glöckchen hätte er uns lassen können!" schluchz!» Josy leise. „Znm Großvater!" sagte ich. Aber in diesem Augenblick geschah etwas Wunderbares: ans dem -Lose ertönte das seine Geläut von Lämmchens Glöckchen. Atemlos horchlcn wir ans« Aber das mnste Läuten wiederholte sich deutlicher. Ta stürzten, wir hinaus, jagten suchend umher und schrien alle durcheinander. „Am Brunnen!" jubelte Jakob. Und wirklich — La stand unser Lämmchen und trank Vaster? Und nach jeden: Schluck hob es den Kops und ries „Mäh? Mäh!" Tie Glöckchen läuteten dazu: .,-Wieder gesund? Wieder gesund?" Großvater kam heraus und lachte uns an: „Hak seinen Rausch ausgeschlasen!" ries er und rieb sich die Hände. „Werdet ihr nun mit mir das Lied vorn Lämmchen singen, ihr dummen Kinder?" EAM Alis- A'Mkchsili, -rMl-Z' AsF.-kKiE All Mor-ZIpM? Alttch AAnn Mckine?- 4!§ jiiiKre-G.sti, A/irr-tSa-o-oci-A ckstvbure- ^6 ^rAckitö-v-5 ^5 ^)vc^or-. Alice W. (EasteopManrei) fragt: Ja welchen Jahr dursten Nameir setbsi wähleick Slttlwort: Erst rnn das Jahr!800 durften die Icidcu Familicunamcrc anneluueic. So war z. B. der jüdische Philosoph Moses Mendelssohn noch als Moses Tessau bekannt, weil er aus der Ltadk Tessacr sind die Namen, die aus ..Lohn" enden, wie ..Lerysohn" u a" m. Die Juden durften sich ihre Namen selbst wählen und verwandten oft charakteristische Hauszeicheu usw. dafür. Lo waren die „Nochschitds" schilds" hatten ein schivarzes Lchild usiv. Kore Kttise I. (Weener) fragt: Auf dem Friedhof sind mir an manchen Grabsteinen zwei nuZgebreuete Hände ausgefallen. Was bedeuten sic? Antwort: Es bedeutet, daß der Verstorbene, akZ „Kohen". dem Priesterstmnme angehort hat. Tie frei ausgebreiteten Hände sind das Volk zu segnen Pflegten.' Lothar G. (Fraukf-rrt am Main) fragt: Wie kommt es, daß so viele Namen der Propheten und der biblischen Könige die Silbe „Jas" haben? Hirt das etwas Bestimmtes zn bedeuten? Antwort: Ta hast Du sehr gut beobachtet! Die Lilbe „ms" ist die lateinische Form für die ursprüngliche Silbe ,.jah". ..Iah" aber bedeutet „Gott". So heißt z. B. der Prophet Jeremias hebräisch Jirmijah. ^das^ bedeMct: Eott^sotl gepriesen^werden. Ter König „Zidbedeutet: Gott möge helfen! Knrt G. (Harzbnrg) fragt: Mein Vetter Fritz behauptet, daß das Kind, das am Seder-Abend die Mah-Nrschtamrah fragt, mindestens sieben Jahre alt sein muß. Ich glaube, cs darf auch erst sechs wL « y wer diesnlal nicht drangekommen ist, der muß sich bis zum nächsten Mal vertrösten. Ihr wollt doch auch, daß noch Platz für Erzählungen, Bilder und alles andere übrigblcibt, nicht wahr? rrri^iLt«: 8LLÜ«>ir»«,ir, Sr< r Nn, I I .IrLlrs « rrli, 8e Ui ^!kt: Lieber E.-V.! Meine Selpoester Alariaime, die lä Jahre alt ist. und ich, wir möchten gern einen Briefwechsel mit einem gleichaltrigen Jungen oder Mädel im Reich ansangen, die im „Ring" sind. Kannst Tu mal in Teinem Kinderblatt an fragen, wer Lust dazu hat? iLrrtlr ILoI^n,>l«?, »« rr;>v, o: I».!0 .Iokri <; «It, rc« Iri<!Lt I»:r!>>elrv V< iü: Lieber C.-B.? Tatz Tn ein Kinderblatt hast gebracht, hat mir sehr viel Fronde geinacht. Ich werde mm fleißig das Blättchen studieren, und mich für jeden Artikel interessieren. 8,1--^ ZT« zu', IL^« 11 ^Lrlrr «s »!t, «< r,r « il-t: . Hier schicke ich Dir eine Illustration zu dein Märchen vom Bäcker-

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