Kinderblatt
- Journal
- Kinderblatt
- Volume
- 1934
- Issue
- 2 (29.3.1934)
- Date
- 1934-03-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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.W*®0’ UMchr „Knorke war's!" nciezt „Heißt es darum „Zirkus Knorke"?" . . Plsy^ch: „Unsinn, Peter!" pe£m „Aber 'es war doch wie'n ganz richtiger Zirkus?" Pml)t „Ja, genau so. Sogar das mit der Nummer. Wie das süße kleine Mädel mit dem großen Schild und der Zahl drauf nach jeder Sache über die Bühne lies — zu niedlich!" DsLssr „Ach und der mit seinen drei Cellos — der ist doch ein richtiger Künstler, nicht?" Ulrich: „Na, was denn! Wenn einer so auf dem Rücken "liegen kann und ein richtiges Stück auf dem Cello fpielem" p.etet*: „Aber sonst waren's doch alles nur Kinder NyLh: „Sicher. Wie die sein geturnt haben, die vier Jungen und das kleine Mädel!" PoLer: „Ach, das Bockspringen zrnd Spagat — das kann ich - auch!" . Nr. 03 nach Fol.' Herbert Sonnenfeld Ulrich: „So ... und vlelleM auch so tanzen wie die 8U* Filorin und vielleicht so schisßen und den Llpfel treffe« wie der Schützenkönig —" „Au, der war fein —» aber am schönsten fand ich eigentlich, daß es so ganz richtig war, so die Manege und da8 viele gentalte Publikum — zu ulkig!" NrrLh:' „Das hatte wieder der Heinz C o n d e l l gemalt. —' Ich fand qm schönsten, wie sie ' zum Schluß alle aufmarschiert sind, alle fünfundzwanzig --* Prter: „und immer auf die kleinen Hammerklaviere gehauen haben und gesurr» gen — —' Nuih; „und wie die Regisseurin des Kulturbundes, die Lueie Gelber, sich . verbeugt hat — PeLer: - „ach, und die kleine Pferdequadrille mit de» . Pony . . « nä, eben knorkek" L. Ä» ä-jfn jitL/vi/X-'r Kinder! Ueörr taufend Lösungen des Preisausschreibensaus dem ersten Kinderblatt sind bei. uns emgetrossen, von denen etwa 560 richtig waren,. .Die genmre Lösung mußte lauten: Fünf Kinder, die. von der Redaktion zu Schokolade und . Kucheneingeladen warenhaben aus dem großen. Korb die Lose gezogen. Wir hatten ihnen die AuMr verbunden, damif - sie. nicht „Schmu" machen konnten. Nür Nesthäkchen, das erst » vier Jahre alt ist und doch noch nicht lesen kann, wollte sich die _ Augen nicht verbinden lassen.. Ihr seht den wichtigen Augenblick, wo das Los gezogen wurde,-hier im Bilde-... . Wer diesmal leer ausgegangen ist,, darf aber nicht traurig sein. Wir veröffentlichen-bald wieder einmal ein Preisausschreiben, bei dem Ds neue schöne Bücher zu gewinnen gibt! ' * Bei der Fülle der richtigen Einsendungen mußte natürlich das Los entscheiden. - ' Die glücklichen Gewinner sind: CmmUp^y VA.,! ffe SB/90 -? 62 - . brAzqpO-e, 38 wJU.f QU^^MnwÄp^j's 183 A2. Alle fünf Kinder bekamen von uns ' MsM* Dan ' || 2 % H M Bl 4» li Jetzt ist Großmutter schon über 80 Jahre alt. Aber sie kann sich noch ganz deutlich erinnern, wie sie ein kleines Atädchen von sechs Jahren war. Damals hatte sich die Geschichte von dem Lämmchen zugetragen. Nun sollt chr einmal hören, wie Großmutter davon erzählt: . das war nämlich so: ein paar Tage vor dem Peffach- Fest durften wir Kinder immer zum Großvater hinaus. Das 9* . da sprang uns etwas Weisses, Weiches, Wolliges - entgegen ... . “ war beinahe noch schöner als Ehanukkah. Denn meist war die Wiese vor Großvaters Häuschen schon bunt von blühenden Krokussen, und wir konnten bis zum Abend draußen spielen. Und dann sahen wir 311, wie Großvater den Meth und den Rvsinenwein, den er selber angesetzt hatte, ans den großen Holzbütten in die Flaschen umfüllte. Das geschah auf dein Hofe und war schon ein Vorgeschmack aller Herrlichkeiten des Sederabends. Der Hof war überhaupt voller Wunder für uns Stadtkinder. Da lief der große wütende Truthahn umher und das andere gackernde Geflügel dazwischen. Da fanden wir die neugeborenen Kätzchen im Schuppen — aber alles das bedeutete nichts gegen die nmuderbare Ueberraschuug. die Großvater diesmal für uns bereithielt. Er führte uns in den Stall, und da sprang uns etwas Weißes, Weiches. Molliges entgegen: es war ein Lämmchen, winzig klein, wie aus einem Spielwarenschausenster herausgeholt, nur daß der liebe Gott ihm seinen lebendigen Odem eiugeblasen hatte! Um den schneeweißen Hals trug es ein blaues Seidenband, daran hingen zehn Glöckchen^ die läuteten so^fein und luftig, daß wir Kinder laut schrien vor Glück lind Entzücken. Großvaters spitzer Kinni- , bart zitterte vor Vergnügen, als er unfern Jubel hörte. Lachend stand er zwischen uns. . . .. ■ - , .... : „Das gehört euch Vieren!" sagte er und nickte jedem zu: 7 „Dir Gittele — (das war ich!) und dir, Esther! Und dir. Josh! Und dir, Jakob! Hütet es gut und vertragt euch dabei! Laßt es tollen und springen — es ist noch ganz jung — ihr solltet es erst am Sederabend bekonunen—Seine guten Augen zwinkerten uns an. „Aber ich hielt nicht länger, aus.' Ich Habs > 7, -- es gestern gekauft, und ich dachte, ihr würdet euch freuen‘ Wir umarmten und erdrückten ihn fast. Aber dann stsirz? 7 ' ten wir uns auf das kleine Tier^und brachten es in den Hof, wo es ganz komische.Lustsprünge machte und fortwährend',„Mahl .. 7 > Mäh?" ries, zuerst ein bißchen ängstlich, unddann immer der- 7‘ gnngter. -; " .7 7 "'v /'/ . Nlln begannen herrliche Stunden mit unferm Lämmchen: ,. D Esther, die die Aelteste von uns war, hatte bestimmt.'daß jeder .. eine kurze Zeit mit dem Lämmchen spielen durfte. Manchmal führten wir alle vier es gemeinsam aus die Wiese, und manchmai mußte es ruhen, und niemand durfte es stören. Wir waren so stolz aus unser Lämmchen, daß wir gar nicht mehr nnr den Nachbarskindern spielen mochten. Besaßen die etwa eist. vas Lämmchen -— das arme Lämmdiert