Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 12 (22.3.1934)
- Date
- 1934-03-22
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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„Bayerischen Bolkszeitnng", Nürnberg. zufolge, der Pfleger des L'ieh- und Schlachthoses, Stadtrat Haberkorn. das; er den. 'Antrag gestellt habe, vom 1. April ob den Biehmartt in zwei Abteilungen, in eine deutsche und eine ifibifdjc, abznteilen. ' Es werde dann, leicht sein, die '.0,'etzger fcft^nftcllcn, die immer noch beim jüdischen Händler fatifen, denn es fei leider eine betrnblietie Tatsache, das; heute noch 63 Prozent des 'Marktanftriebs ans jüdischen Anlieferungen stammen, Es habe alsdann auch der nationale Biehhandel Gelegenheit zu beweisen, das; er in der Lage sei. seine Aufgabe int neuen Staat zu. erfüllen und das; es auch ohne Juden gehe. Dex büyrrische Treuhäntrr drr-Meit ßöcc BktriebZsühker In der amtlichen A'ciiteilnng über die Bildung der Bertranensräte in den Betrieben tvar. wie das schon aus dem Wortlaut des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit hervorging, darauf hingcmiesen worden, das; bei den Borschriften über den Führer des Betriebes keine Unter scheid n n g z w i s ch e n Ariern u ub Aichtariern getroffen werd e. Aach Erlas; der amtlichen Berlaulbarnng hat jedoch die Gauleitnng der RSBO/TAF in 'Mittelsranken ihrerseits eine Erklärung veröffentlicht, die in der Presse dieses Gebietes verbreitet wurde und die folgenden Wortlaut hat: „Wir geben bekannt, das; im Bereich des Gaues Mittelfrantcn Juden als Betriebssichrer nicht in Frage kommen. Jüdische Geschäftsinhaber haben einen arischen Vertreter zu benennen, Eanleitnng der NSBO/TAF." Ter Treuhänder der Arbeit für das 'Wirtschaftsgebiet Bayern ninnnt seht zu dieser Erklärung der Gauleitnng der NSBO/TAF in Btittelsranken Stellung. Gr erklärt dem ..Ttaatsanzeiger" zufolge: „Tiefe Bekanntmachung und Anordnung entbehrt der gesetzliche n Grundlage. weil das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit keine Bestimmung enthält, aus die sie gestützt iverden könnte. Wißerdem stellt, diese Veröffentlichung im Widers p r u eh ,z n m I n h a l t der a m t - l i ch e n 'M i L t e i l n n g über die Bildung der Bertranensräte vom 12. März lH-i-4, in der hinsichtlich der Frage, wer Führer eines Betriebes sei, folgendes festgestellt wurde: „Tie - erforderlichen Vorschriften über den Führer des Betriebes sind bereits im Gesetz (gemeint ist das Gesetz zur. Ordnung der nationalen Arbeit) getroffen. Bon der 'Ausstellung besonderer Voraussetzungen ist dabei auch hinsichtlich der Staatsangehörigkeit und der Bafsenzugeliörigkeit abgesehen worden. Auch uichtarische Unternehmer können Führer des Betriebes fein. Tas entspricht Len Berlanwarungen der Beichsregiening. nach denen die Bestimmungen des Gesetzes über das Berussbcamtcntnm für das Gebiet der Wirtschaft keine.Anwendung finden." §-KLlksse?rekLr Feder zur Warenhausfrage Ter „klebe rblick". das Organ des . ReichsverbanveS der Gros;- und Mitte! betriebe im Giuzelhandol, vcröisemlicht eine bedeutsame Aeuherung von Staatssekretär Feder zur Warenhaiisirage. die kürzlich eines Bortroges vor der Zentrale der Hanssrauenvereine Grosz-Berlins gefallen iß. Danach führte der Staatssekretär aus: „'Nach der Peinigung des Warenhauses werde allerdings der Nationalsozialismus feine Hand halte,: müfien über der Organisotionsiorm des Warenhauses, über die noch nicht das letzte Wort gesprochen sei. Tie 'Nachteile hakten sich daraus ergeben, das; der Jude sich zwischen Grzeugcr und 'Verbraucher eingeichlscheu und so einen unnatürlichen Zustand geschaffen Nmliedrrung des ABl-Gnrellianterr Ter fachliche Auf. und Umbau. des. deutschen Tertileinzethandels ist, wie mitgeteilt wird, nunwehr in großen Zügen beendet. Tie bisher selb; ständig bestehenden Reichssachverbände. für die einzelnen Warengattungcn des Tcytileinzelhandels haben ihre Gingliedcrnng in den Ncich'sbund vor genommen und ihren Mitgliedsbcstaud auf diesen überführt. Ter Reichsbund ist von mm au die G e s a m t v e r t r e t u n g des deutschen L c y t i l e i n z e l h a n d e l s. Zur. Erfassung aller Warengattungen und einer bis ins kleinste gehenden fachlichen Arlxnt hat sich der Ncichsbund in 1 3 'R e i ch s f a ch g r u p p c n ausgegliedert: Manusakturwaren, Dame;;. und Mädchenkleidung. Herren- und Knabenkleidniig, Wäsche, Korsettwaren, Bettwaren, Wirk- und St rief - waren, Herrenansstattmigen. Herrenhüte und Blützen, Tamenhütc und Putz. Handarbeiten und Knrzwnren, schirme und Stöcfe, soivie Teppiche, Möbelstoffe und Gardinen. Neben dieser sachlichen Gliederung wurde eine regionale Einteilung des Reichsbundes zur Durchdringung samt-. licher Landesgebiete eingerichtet. Ter Reichsbnndfnhrer Herbert Tengelmann hat gleichzeitig mit der Neuorganisation eine neue Leitung des Beichsbundes berufen, und zwar als Hauptgeschäftsführer Tr. Wilhelm Hell in a n n , als Präfidialshiidikus I)r. .jnr. Helmut Zickel und fernerhin Syndikus Tr. Erwin Dinger. Annlmg A MWorsaMOm Auf der W e i m ar er Tug u n g de 8 t h ü r i n g i s ch c n H a u b lu c r f ö erklärte, wie der „Vossischen Zeitung" vom .18. März gemeldet wurde, der Reichshandwerkssührer, Klcmpuermcister Schmidt (Wiesbaden), daß das neue Handwertsgesetz in Kürze zu erwarten sei. Es führe die Pflichtorgauisatiou ein, deren Träger Meister und Gesellen seien. Tie kleinste Zelle werde die Innung unter einem Obermeister sein, in deren Beirat auch der Altgeselle sitze. Tie Innungen würden in Kreishandwerlschaften znscunmengefaßt. bereit Führer der Handwerkskammer nuterstellt seien. Zivischen dem Kammerpräsidenten und dem Reichshandwerkssührer ständen 18 Landeshandwerksführer. Ter Obermeister soll auch ein Strafrecht über die Jiuuingsmitglicder erhalten. Beschwerden gegen seine Maßnahmen gehen an die Handwerkskammer, die endgültig entscheidet. Reue AußenhanLeWMk Im Mär.zhest der „Europäischen Revue" ergreift der Hauptabteikungsleiter im Außenpolitischen Amt der NSDAP. Werner Taitz. zu dem aktuellen Theuia „'Neue Außenhandelspolitik" das Wort. Tie riationalsoziatistischc Außenhandels Politik, so erklärt er, ist das getreue Spiegelbild der nativnalsozialiitischen inneren Wirtschaftspolitik. Beide flehen unter demselben Leitstern: Gemeinnutz vor Eigennutz. Beide haben dasselbe Ziel: Stärkung und Sicherung der Nation. Es ist deshalb nndeutbar, das; die Außenhandelspolitik iwch anderen Prinzipien geführt werden kann als die innere Wirtschafispolitil. Wenn Tcutschland — erklärt Taitz iveiterhin — als nächstes handelspolitisches Ziel die große europäische Ausgabe angreist: die kontinentaleuropäische Großrauunoirtschast zu organisieren, den Warenaustausch zunächst in 'tzontinentaleurvpa durch Deutschlands geographische Lage als Btittler anszmveiten und geschickt zu kombinieren, so will eS damit nur den gerechten Leistungsaustausch. fördern, das Außenhandelsvolumen zunächst auf dem europäischen Kontinent möglichst auSweüen und eine kameradschaftliche Zusammenarbeit und Ergänznng erzielen, ohne jedoch auch mir eines der cim kvntim'ntaleuropäischen Austausch .beteiligten Böller abhängig von sich oder anderen zu machen und damit in seiner nationalen Sicherheit zu gefährden. ’ Dis LevaMs-Mssss I® Sonderberichk für die L.-v-Zettung Tcl-2lviv, rin 'März 1931. Bom 26. April bis 26. Btai findet in Tel-Aviv die 7. Levante-Biesse statt. Tie ersten Messen in den Jahren 1926—192!» waren hauptsächlich Ausstellungen der palästinensischen Industrie. Gutsprechend der steigenden Aufnahmefähigkeit Palästinas und des vorderen Orients wurde daS Interesse der ausländischen Industrie immer stärker. 3H29 beteiligten sich 121 ausländische Firmen an der Messe, 1962 ,oaren es bereits 821. Tabei stieg die Zahl der Besucher ih;iM2(>000 aus 300 000. Tie Levante-Messe hat setzt ihren festen Platz. Sie ist die Verbindung zwischen den europäischen Fabrikanten und der Kaufmannschaft des Orients, da sie die einzige Handelsmesse dieses Gebietes ist. Daneben ist sie von größter Bedeutung für die junge palästinensische Industrie, die ausnahmslos aus der Blesse vertreten ist. In früheren Jahren verfügte nun: nur über provisorische Gebäude. Aach den Erfolgen der letzten Jahre ist ein festes Heim für die 'Messe geschaffen. Zwischen der Mtllelmeerknste und dem Iarkvn hat die Stadt ein Gelände .von 106 000 Ouadratmetern zur Bersügung gestellt. Bor zwei Jahren noch lag es ganz außerhalb der Stadt, setzt ist schon die Verbindung hergestellt rmd -in einigen Jahren wird es vollständig eiugeschlossen sein. Landschaftlich ist die Lage sehr schön, auf der einen Seite sieht nran Tel-Aviv, Jaffa und die in der Ferne Verschiviudende Küste, ans der anderen Seite bietet sich die Iarlouniederung und anr Horizont das Iudäische Gebirge dar. Wenn mm; ans den Bauplatz kommt, ist man von der Unzahl der Hallen, die dort entstellen, überwältigt. Tann hört mau, das; für die Bauten 110 000 Pfund ausgegeben werden. Wer soll bloß oll die Stände füllen. Ta hört nun;, das; England und Frankreich mit se einer großen Halle vertreten sind, das; Oesterreich. Rumänien. Tschechoslowakei, Polen, Schweden, Bulgarien mich viele andere Staaten ihren eigene;; Pavillon haben. Auch Rußland hat fiel) eine eigene Halle gebaut. Ten Kern der Ausstellung bildet die Riesenhalle der palästinensischen Industrie. Ueberall wird noch schnell erweitert, provisorische Gebäude iverden errichtet, denn die Nachfrage kann nicht befriedigt werden. Als Bamveise wird, wie hier allgemein. Eisenbeton verwendet. Tie Formen sind ruhig, der Landschaft angepaßt, so ■ daß. man ein harmonisches Gesamtbild hat. Dieses Mal nnrd die Ausstellung sicher ein Erfolg sein. Um die Gebäude aber zu amortisieren müssen auch die folgenden Messe;; ebenso erfolgreich sein. lUiiin muß den Mut und das Bertranen in die nurtschastliche Entwicklung derscnigcn bewundern, die die Mittel dafür aufgebracht haben oder noch auibringen müssen. Bor einigen Tagen hat der Sturm einen Tampser gerade bei der Messe ans den Strand getrieben, der Bolksmund berichtete daraus, jetzt können sogar schon seegehende Tampser bei der Btesse direkt anlegen. So stolz ist man ans das neue Blessegeländc. H. B. Dcv geiiicinriützigc Verein ,,Fatnilicnschut;" veranstaltete am II. Rtärz in Berlin seine Generalversammlung. Ter Geschäftsbericht zeigte, daß der 'Verein trotz großer Schwierigkeiten auch nn Jahre 1933 eine sehr günstige Entwicklung nommen hat. Seine der Hinterbliebenen.' F^milicnversvrgimg dienenden Einrichtungen s>„g in weitesten Kreisen der deutschen Indent,eit pnp», lär. Ter Verein umfaßte Ende lV»;::.: rund i-mV, Mitglieder. Er konnte auch in diesem Iatzr wieder namhafte Beträge für die jüdische Wvhksahrtspslrge zur Bersügung stellen. Ter von; Vorstand ,..,H BerwaltnngSrat vorgelegte Geschästsbericht ne,> weitere Anträge wurden von der Generalversamn,'. lnng genehmigt. wmm f, mz c\ fa vvv)‘«V Ter . Einfuhrüberschuß im deutschen A u s; c „ Handel betrug im Februar 30 Ntitlivnei; Du gegen 22 Millionen R'M in; Januar. Tiefe ,;it, nähme wird wesentlich ans die vermehrte Eins;,hx von Rohstosscn infolge der Beschäftig;iv.gsznnal„„e bei der Industrie zurück'gcsührt. Aus: Grund des d e n t s ch - p o l n i s ch c „ W i r t s ch a f t s a b l o in m e n s ivnrde von der pol, uischen Regierung die gegen Tentschland geriet,!c;e EinfnhrverbotSliste mit Wirkung vom lä. 'März aus. gehoben. Tie Handwerkskammer von Schwaben und ilou. bürg hat laut „Franksrirter Zeitung" vor kurzem beim Reichsstaud des deutsche;; Ha;;d;verks beantragt, auf eine E r r i 6) t u n g s s P e r r e f n r H andlue rfö betriebe unter sinngeinäß gleiche,; Bcdingungen, wie sie in; Gesetz zun; Schutz des Einzelhandels vorgesehen sind, hinzunnrlen. Tie Berbandsberichte der B a u n; w o l lp i n - n e r e i e it und B a u m;v o l l w e b e r e i e n . d>e bereits im Januar ein Wiederausleben der Baimv wolllonjuuktur melden konnten, berichten über das Anhalten der Belebung in; Februar. Bom R'eichsnrbeitsininistcrinm wird mitgeteilt, das; der Zeitpunkt für die Beendigung der Inst a n d s e tz u n g S - und ll m b a u a r b e i t e n allgemein bis zum 30. Juni 1931 verlängert ist. Ter R'eichsarbeitsininister l,at fiel; ferner damit einverstanden erklärt, daß über die bei den örtlichen Stellen vorhandenen, restlichen Zuschußunttel 'Vorbescheide auch noch na6) dem 31. März 1931 erteilt iverden. Tie e i ch s s ch r i f t t n m s k a in m e r hat eine bemerkenswerte Bekanntmachung über die Neuregelung des Lade n b n ch Handel s erlassen. Ter mit dem Zusammenschluß des Speditiv >; s g e w e r b e s beauftragte Konsul Ohlendorf hat dem Reichsverkehrsminister den Znsammenschlns; mitgeteilt. ''Alle Verbände haben sich im Reichssoclp stand des Speditionsgewerbes znsammengeschtoisen und sich der Führung des Konsul Ohlendorf in; Reichsverkehrsrat unterstellt. -Wieder Reichsbund der deutschen Metall« w a r c n i n d u st r i e mitteilt, hat sich die GescI,iisKlage im Februar nicht, nüe es bei dieser teilwcitz von Laisonernflüssen abhängige;; Industrie niögllä, sein konnte,. verschlechtert. Eine Reihe Van Firmen berichtet über eine Besserung gegenüber den; Bou monat und Borsahr. Nach den endgültigen Zissern des Leip.Zgee 'Meßamts über die ausländischen Besucher am der diesjährigen Frühjahrsmesse wurden insgesamt 16 366 geschäftliche Besucher anS dem Ausland gezählt. Tas find fast 830 mehr als vor Iahrcsfritl. Tie deutsche R o h e i s e n g e w i n n n;; g iä weiter gestiegen und belief sich ans 519 900 Tonnen gegen 513 300 Tonnen in; Bormonat. Gegeniivcc der gleichen Borjahrszeit ist eine Produklionsstcigcrung von rund 62 Prozent sestznstelleii. Judentum einsetzte, in echt jüdischer Weise große Teile für wohltätige Zwecke. Als er im Jahre 1926 nach kurzer Krankheit plötzlich starb, brachten die Blätter der ganzen Welt, vor allein die amerikanischen, seitenlange Bcriüzte über sein Leben und Werk. Hondini wird ans seinem Spezialgebiet eine einmalige, kann; wieder erreichbare und immer bewunderte Erscheinung bleiben. G. D.'immanu. Mtz MehlMM-FredMch gestorben Fritz Friedmann-Frederich, der Berliner war und immer Berliner blieb, ist am 16. Bcärz in Prag gestorben. Tiefer liebeloswürdige, lebensfrohe, lvitzige B;ann. ui;- hemmbar pvn dem Trieb besehen, Theaterstücke zu schreiben, Theaterstücke zu inszenieren. war nach einer Tonrnöe durch die Schweiz schtver an Lungenentzündung erlrankt: kann; genesen, bereitete er in Prag ein Gastspiel vor; dabei erlitt er einen Rückfall, der ihn gewaltsam von der Bühne raffte., Friedmann-Frederich war so sehr mit dem Theater verwachsen, daß er jahrzehntelang sogar über einem Theater wohnte, nämlich über der Bühne des Dcetropvlthcaters in der Behrenstraße 35—57. Er ist eine Zeit lang Direktor des Mctropvltheaters gewiesen, aber auch als er später andere Theater leitete und für andere Bühnen Stücke einstudierte. konnte er sich von diesen schönen Rtz'iumcn nicht trennen. Friedmann-Frederich, am 13. März 1883 in Berlin geboren, begann schon als junger Bankbeamter für die Bühne zu schrewen. Zahl und Titel aller Stücke, die er seit dreißig Jahren verfaßt hat oder an deren Msah'ung beteiligt war, ist schon fetzt nicht mehr sestzustrllen. Sein größter Erfolg vor dem Krieg war der Familienschwank „Meyers", dem er 1913 ein ähnliches Stück^ „Müllers" folgen ließ: beide wurden derart oft aufgeführt, daß er „Schulzes" oder „Lehmanns" nicht mehr zu schreiben brauchte. Noch dauernder ist der Erfolg des Lustspiels „Klnblente" gewesen. „Klubtente" wurde viele hundertmal von Mar Adalbert gespielt . . . und seither hat Friedmann-Frederich manches seiner Stücke diesem Komiker ans den Leib geschrieben. Der Berliner traf tresslich den Ton für den charakteristischsten Tarsteller jener Berliner Art. die Frechschnanzigkeit, Rechthaberei imb gutes Herz vereint. Meist fiel dabei auch noch eine Rolle für die stille Eharattertunst Mar Laudas ab. F r i e d m a n n - F r e d e r i rlj, Adalbert, L anda, diese drei, die der Beifall des Publikums so oft.gemeinsam an die Rampe gerufen hat, sind innerhalb weniger Monate gemeinsam vom Tode abgerufen worden. Friedmann-Frederich, dessen Bruder der Kammersänger Kurt Frederich, dessen Schwager der, Geheimrat Rikodem Ea.ro ist, hat auch ungenannt an zahlreichen Lustspielen mitgearbeitet, die den Namen anderer Autoren tragen, so an einem der meistgespieltcn Stücke der Weltliteratur „Die fünf Frankfurter", das zwar als Verfasser Karl Rößler nennt, aber in Wirklichkeit ebenso viele Väter lvie Helden hat. Man darf in den schwanthasten Stücken Friedman n-Frederichs keine'dichterischen oder problematischen Werte fud)cn; leicht, harmlos und etwas altmodisch sind sie gefügt, einige Mate die jüdische Frage antupscnd. - Und so weit er als Schreiber lustiger Gebranchsstücke von großcr^Tichttunst entfernt war, so wenig ist er als Theatcrdireltor m;d Regisseur den großen Regiekünstlern Brahm oder Reinhardt vergleichbar.- Aber rührend und entwaffnend war seine Theaterbesessenheit Er gehörte drei Jahrzehnte lang ins Berliner Theaterleben, und deshalb lvollte er auch in B e r l i n begraben sein. Kp. Borlrag m MoWor Franz Landsberger . In; dicht besetzten Berliner Theater gab in; Rahmen des Kiüturbinwes Professor Tr.. Franz Landsberger einen gehaltvoll gedrängten Ueberblick über ..Indeiitum und moderne -Minst". Er suchte die Wurzeln der modernen jüdischen Knust in der Bergangenheit und ihre Zusammenhänge mit der Kunst anderer Konfessivlien. Tie 'Meinung, die Inden wären, ein knnstseindlicips 'Volk geivesen, bedingt durch das Gebot „Tn sollst dir kein Bild machen —" sei. nur beschränkt richtig. So alt die Geschichte der seßhaften Inden ist, so lange gibt es mich die Geschichte ihrer Kunst, in ihren Anfängen als Knnstgewerbe in; Schmuck der Synagogen und der Bücher sich daknnwntierend. Ein Ghetto der Knust hat' es nie gegeben, wennchich amh feststellei; läßt, daß nacl; den; Fallen der Ghettommiern erst ein starker Austrieb der indische;; Kunst begann. Sie durchsetzt sich sofort mit der christlichen. Ein schlagendes Beispiel dafür ist Philipp Stoß, ein Enkel Moses Mendelssohns. dessen Marienbild heule noch als großes Knickliverl eine Kapelle des 'Monte P'incio ßlgniiclt. In dem Holländer Joseph Israels, der in Gefühl und Farbe ganz ans Rembrandt fußt, iniissen wir den ersten modernen jüdischen Künstler sehen. Seine erzählerische Neigung schöpft eben so stark aus dem niederländischen Leben, wie ans dem Alten Testament. Ebenso sein Freund und Gleichgesinnter 'Mar Lieberinann, den Probleme der IBibcl, etwa „Samson und Talita" ebenso beschäftigen, wie seine „Indengasse" oder das ..Altmäiilierhmis". Tie Liebe zur Landschaft, im Kunstwerk ansgedrückt, finden wir bei Liebermam; wie be; dem Inden Pissarro in Paris. Ter Schwede Ernst Iosephson ist vielleicht der stärkste. Re. Präsentant des Natnraltsnins unter den modernen indischen Malern. — lieber die Graphiker. Struck, Ernst Oppler. Pottner, kommt Franz Landsberger zu den Porträtisten wie Engen Spiro, Julie Wolffthorn. zu der Problematik eines mehr Wollens als Könnens Lasser - Urys. Bon ihnen allen zeigt der Vortragende schlagende Beispiele in Lichtbildern, auch von der Architektur Messels und Erich. Mendelssohns, von den Künstlern der Linie wie Lilien. Th. Th. Heine. Die Erpressionisten imd vertreten in den Pl,antasien Marc Ehagals, in den die dunklen Tinge im Ntenschen betonenden Porträts Modiglinnis 'und Meidners. den Visionen Jakob Steinhardts. — Alle großen ^krvimuigen der Knust finden auch bei den indischen Künstlern ihren Niederschlag. Ten heutigen Trang^iwch strengerer Gebundenheit durch Forny und Farve zeigen die Bilder 'Martin Bloclis, die Freude an natnruaher Richtigfeil Joseph Bato. Mn'' allgemeiiieriid kann'man sagen — dies sckieink ums .eine heuierleiiswerte. Feststellung des Vortragenden — das; die jüdische Kunst nicht zur AbstratNon. anäj nicht zur Heiterkeit neigt, aber starten Sinn n>r Wirklichkeit' und Form bekundet. Aber Proseiier Landsberger warnte vor Scheinatisiernng u»^ wünschte Bseinen dantbar angeregten Hörer», m möchten jedes Kunstwerk einzeln erleben und die Kunst als Ganzes pflegen. Männer um eine §rnu (Hk Mctro - Go! dwYu Mayer - Film im (sapilol Eine' ganz gewöhnliche Liebesgeschichte. nicht ästhetisch am Teeiisch. sondern eingeßnnM in die brausende, spainmiigsreiche. iol)i enne. Pfeifende, krachende Atmosphäre eines W''> ' meisterbo.rkampses Sleve 'Morgan (Ntar 8»^ gegen Earnera. Iw Eapiiol an; Berliner Kw' sürstenpainm sitzen in erplosiver Erregimg die Zuhörer und unterliege;; dem schanspielerOcktz". menschlichen und boreriichen Scharm von 5'0. Bär. -S- Kulkurbühne „t-agdud" Unter der kiinstlerischen Leitung boi; PrcdPee Hermann Hirsch (Koburg). ist seit längerer ch>; eine SchnrHjunger Menschen vereinigt, die ce M, zur Ausgabe gemacht hat, mit ihrer KiüturlulP)- „Hagdud" alle mittleren. Klein- und Landgeme» - den -Ober-, Mittel.- und Ilnterfranlew? sonne '^>0 ringens. zu bereisen. Tie Kull.nrbühne hat Schauspiel „Kaddsill;" von Samuel 'Meisels geivai . das bereits vor längerer Zeit in Kvburg >> größten; Erfolg aufgeführt wurde. Tie uun rwnger; werden jeweils in der Synagoge lBf den. weil sie den würdigsten und^ naturuag Rahme» für die religiöse Kraft des Stückes 0;; Freie jüdische Vottshochsch'llc c. B., Erbd.ologhche Probleme in Bibel m;d Zam Dr. Nnßbann; wird a»; 27. März. 3 - >7. Avril. 20 Uhr 36 Mi,;.. Ius-mmütrP-.e w-yH bekreihendcn Kapitel aus der Heiligen ketzimg Tr. S. Bernfeld) durckisprechen. AnschUcoc Aussprache. Hörergebühr 1 R'M,