Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 12 (22.3.1934)
- Date
- 1934-03-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Mlzrak Raphael Zosephsohn Am Tvrcitnn, dem 10. Ntärz WM, verschied der loiinjtiljrujL' Vorsitzende des Gemeindevvrstandes 'Pofsbiim, Iustizrat Raphael Ivsephso n. Jahre lang l]d+ er die beschicke der Gemeinde mit anßerordentlill.'er Umsicht und Klugheit. mit Takt und Verständnis geleitet. Ebenso lange nmr er der Vorsitzende der Ortsgruppe Potsdam des Central- Vcreins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens E. V. In dieser Eigenschaft ist er immer und überall mit der ganzen Wucht seiner Persönlichkeit und mit seiner außerordentlichen Beredsamkeit eingetreten. Wie er selbst in seiner Person das Vorbild eines deutschen Juden war. so hat er sich für die Ideale des C.-V. bei jeder sich bietenden Gelegenheit eingesetzt. Tie außergewöhnliche Beteiligung bei seiner Beerdngnng. an der hervorragende Mitglieder des Potsdamer Gerichts und der Anwaltschaft teilnahmen, legte Zeugnis ab. welch großer Verehrung sich der Verstorbene zu ersrenen hatte. 2-cm Andenken wird in den Beigen der Potsdamer Gemeinde und der Ortsgruppe Potsdam des C.-V. nicht vertöichen. Zyndilus Rarkin Flaschner Tie Israelitische Zlnltnsgemcinde München und der Verband bäuerischer israetitiseher Gemeinden t'etlagen den Tod ihres Syndikus. des früheren tllechtsamvalts lülaviiu Flaschner. Vor fast fünfzehn Jahren berief die Münchener Gemeinde den damaligen Nürnberger Amvalt zu ihrem Syndikus. Als naenigc Jahre darauf der Bayerische Landesverband gegründet wurde, wurde Martin Flasch-, ner auch dessen Syndikus: um Aus. und Ausbau beider KörpersclMten erwarb er sich bleibende Verdienste: auch der Erweiterung des Arbeitsgebietes der Wohliahrtsarbeit von Verband und Gemeinde Iiot Martin Flaschner sich verdienstvoll angenammen. Bei der Beisetzung auf dem Schwabinger Friedhof, zu der viele Vertreter der Gemeinden des Landes, viele Beamte und Angestellte sowie eine große Anzahl von Gemeindemitgliedern erschienen waren, kam die allgemeine Verehrung und Tankbarkeit für Flaschner zum Ausdruck. Gemeinderabbiner Tr. Leo Baerwald rief noch einmal die Gestalt dieses seltenen Menschen der Tranergemeinde ins Gedächtnis, dessen Tätigkeit lauterer Tienst an den ihm anvertranten Menstben und Organisationen!var. Letzten Tank und Abschiedsgrnß der amtlichen .Körperschaften und den persönlichen der engeren Mitarbeiter überbrachte der Vorsihende der Münchener Gemeinde und Präsident des Bayerischen Landesverbandes, Lberlandesgerichtsrat Tr. Alfred Ne n me her. Ans der Erfahrung vieler Jahre der Zusammenarbcit schilderte er, welchen kenntnisreichen und warmherzigen Treuer die jüdische Gemeinschaft in Bayern, welchen vornehinen mrd selbstlosen Mitarbeitet: seine Arbeitskollegen verloren haben. Ein Vertreter des K.-C. entbot dem ehemaligen Kommilitonen arn vssenen Grabe ein letztes Lebewohl. Dr. Walther Freund, Breslau, 60 Jahre all Tr. TLallher Freund, das langfährige Mitalied der Ortsgruppe Breslau des C.-B., feierte kürsticb seinen *50. (ßcbnrtötofl. Im Jahre 1002 wurde er leitender Arst des städtischen Kindcrobdaches. A!it der Saiiiermig dieser Anstalt begann er den Ausbau dcr gesamten Täuglings- und Kleinklndersürsorge Br<tSkarrS. Dre von Freund inS Leben gerufenen Einrichtungen wurden beispielgebend iitv viele deutsche Städte. Schon ivährcud der Aislsten;- tätigkeit bei Professor Czerny vewffenilichie Freund eine große Reibe wissenschaftlicher Arbeiten. Die Deutsche Gestllscliast für Kinderheilkunde wählte ihn 1932 gu ihrem Vorsitzenden. Während des Krieges stand Dr. Freund in der vordersten Front. Tie .Mene Breslauer Zeitung" würdigte den verdienstvollen Jubilar in längeren Ausführungen. Der bekannte Psychiater, Sanitätsrat Dr. James Fraenkcl (Berlin-Lankwitz). Leiter des Sanatoriums Berolinrmi. beging am 21. Mär; seinen 75. Gcbrirtsiag. — Theodor E r n n e w a l d (Angcrmünde) feiert am 27. März seinen 70. Geburtstag. — Bor einigen Wollten verstarb im Alter von SO Jahren der Ehrenvorsitzende der Gemeinde Groß-Streblitz. Alar Ucko. Ter Verstorbene war seit Gründung dcr Ortsgruppe des E.-V. ein eifriges und inleressierles Mitglied. OOUWMD Wrlmseirr in MliN'FrieLrWlAin .Tie nordöstlictsen C.-M-Ortsgruppen Berlin riefen zusammen mit dem -Lylmgogenvercin Ristestraße zu einem Pnrimabeud. ^chon in seinen Begrüßungslvorten wies Syndikus Tr. Rcichmann auf die Notwendigkeit der Pnrimfreude. gerade in dieser Zeit, hin; er wandte sich deshalb mit herzlichem Tank an den Veranstalter des Abends, Louis Inttowski, der in seiner Person den Vorsitz in der C.- V.-Ortsgruppe Nordosten mit dem Vorsitz im neuen Synagogenverein Nykestraße verbindet. Ter Mittelpunkt des Abends, die Festansprache von Rabbiner Tr. Swarscnsly, umr erfüllt von dieser scherzenden Purimsreude. durch die immer wieder, weil es eine echt jüdische Freude ist. ein ernsteres, besinnlicheres Wort hiuöurchilang. Von würdigem Ernst bis zu ausgelassener Fröhlichkeit bewegte sich auch das Programm, tu dessen Verlauf Alice G eise n b e r fi, trotz ihrer Jugend eine große künstlerische Hoffnung, sowie die Oberlantoren Tavids v h n und N e u m a n n saugen, begleitet von Hermann Schwär z. Hedi H a a s ihre Chansons vortrug und Hans M eher seine Scherze inachte, lim die vielen Zuhörer aber schlang sich ein Band genreinsamen Wollens (nicht nur dann, wenn eS galt, den einzelnen Künstler mit Beifall zu überschütten und Zugaben zu erzwingen) ein selbstverständliches Gemeinschastsgefühl machte ans den Menschen — über natürliche verwandtschaftliche Beziehungen hinaus — eine große Familie, wie es sich die zu dieser Veranstaltung verbundenen Vereine, der Syuagogeuvereiu Nykestraße und die Ortsgruppe Nvrdvsten des Central-Bereins, harmonischer nicht wünschen konnten. MüIeldruMond Tie Ortsgruppe LeiPZ'g hatte zu einer erweiterten Vorstandssitzung führende Persönlichkeiten des Leipziger Wirtschaftslebens eingeladen. Stadtrat a. T. Julius Krause eröffnest'die Sitzung und erteilte Syndikus Sabatzky das Wort zu einem Referat über das Thema: .LVas Hab der C.-V. für die jüdischen Wirtschaftler getan?" Ter Vortragende cja& zunächst einen Ueberblick über die gerade neuen wirtschaftlichen Gesetze. Sodann führte er eingehend an, in welch starker Weise der E.-V. sich für die einzelnen Wirtschaftsspartcn eingesetzt und dazu beigetragen habe, manchem Angehörigen der Wirtschaft seine schwere Lage zu erleichtern. Sodann sprach Rabbiner Dr. Gold mann über die wirtschaftliche und allgemeine Lage der Inden, wobei er die Stellung Leipzigs als Welthandelsplatz unter besonderer Berücksichtigung des jüdischen Anteils an der Messe und am Rauchwarenhandel hervorhob. Eine Besserung der wirtschaftlichen Situation dcr Juden werde in dem gleichn Maße erfolgen, in dem ein wirtschaftlicher Ausstieg Teutschlaudü zu verzeichnen sei. In der Aussprache wurde die Leistung des E.-V. auf wirtschaftlichem Gebiet dankbar anerkannt und es wurde der Wunsch laut, derartige Veranstalttmgen von Zeit zu Zeit zu w jeder holen. Ir; der Francnarbeitsgemeinschast der C.-V.« Ortsgruppe Dresden hielt am 1-1. März Oberfpiclteiter Tr. Willi Aron (Berlin) einen Vortrag über „Jakob Wassermamr. ein Kämpfer für deulscl)es Judentum". Ans Dichtung und Reden Wasserinanns baute er klar und plastisch das Bild dieses Bekenners, Kämpfers und Erlösers aus. der gegen die Schrumpfung des Herzens und die Hypertrophie des Intellekts seiner Zeit die ideale, wahre Gc^ rechligkeit und echte Humanität als Leitsterne auch für unser heutiges Leben aufgestellt hat. Ter fesselnde Vortrag wurde von den zahlreich erschienenen Zuhörern sehr dankbar ausgenommen. A. SdtkjÄlMn Am 11. März fand die Generalversaininlnug der Ortsgruppe N a t i b v r statt. Lnudesverbaudösyndikus Tr. I. I a k o b o w i tz, B e u t h e n, O.-S., ließ die Neuwahl des Vorstandes vornehinen. Znm ersten Vorsitzenden wurde Rechtsanwalt Tr. Weber gewählt, die übrigen Vorstandsmitglieder wurden wiedergcwählt. Dr. Weber übernahm das Amt mit Worten herzlichen Tankes an den bishörigen Vorsitzenden, Rcchtsamvalt R e ch n i tz. und forderte zur tatkräftigen Mitarbeit ans. Rechtsamvalt K o h n (Gteiwitz) hielt einen Vortrag über deutsch-jüdische Tichtnng und schilderte in interessanter Weise den Anteil jüdischer Dichter am deutsehen Litcraturgut. Reicher Beifall dankte dem Redner. C*-V»-Kalender Landesverband Hesicn-Nastau und Hessen 28. Marz Frankfurt a. M. Dr. Wolfgana S. Matz- P c> r f f (Frankfurt a. M.): „Dcr deutsche Jude als Angestellter und Arbeiter." Landesverband Nordwestdeutschland 2«. März, 20 Uhr 30 Mia.: Kiel. Gemeindeversammlung. Dr. Erich Kehr (Kaiserslautern), Dr. Werner Grunsfeld (Hamburg). 87. März, 20 Uhr 30 Min.r Rostock. Gemeindevcrsamm. lung. Dr. Erich Kehr (Naherslautcrn), Dr. Werner G r u n s f e l d (Hamburg). 88. März, 20 Uhr 30 Min.: Liibcck. Gcmeindcversamm» lung. Dr. Erich Kehr (Kaiserslautern), Dr. Werner E> r u n s f e l d (Hamburg). 89. März, 20 Uhr 30 Min.: Schwerin. Gemeindevcrsamm. lung. Dr. Erich Kehr (Kaiserslautern), Dr. Werner G r u n s f e l d (Hamburg). 89. März» 20 Uhr 30 Min.: Frauengruppe Hamburg. Altona. Dora M a g n u s , Walter R o s c n b a u m : „Wilhclinnicnhöhc", Eurio-Haus. Schachaufgabe Nr. von Dr. E. Zcpler (Berlin) Matt in drei Zügen ZVeiss: Kai, Db2, Sei, Bc3 (•! Swine) Schwarz: Khl, Ba2, b3 (3 Steine) * Köstmg der Aufgabe Nr. 2 1. Toi—fi, cöXflf; 2. Dal—o-( malt . . . S.l.i, 2, Sc8—ht» matt; . . . et. 2.,DaiXei matt; . . . h» kiobix, 2. Val—ei matt. * Auf 1. Sc3— a7 antwortet Soll war/.: KeC»—et»! * Riwtige Lösungen sandten ein: bl. Bawnowitz (Bcrlinh Jakob Baumann (Kölnh Aler Becker (Königsberg). Karl Bradlwser ^Nürnberg), Tr. Ei nst Boebm (Bricg), Inlins Eahn (Nenwitd). Tr. rncd. F. Evyn (Bochmn). Fritz Cohn (Stralsund). Hans Tavid (Hamburg), SanitätSrat Tr. Tomle (Verlink. Hans Edier (Frankfurt a. Al.). Frau Tr. Eppeuliciin (Oppeln,, Gabriel Eschwege (Fulda), Tr- H. Feilclienseld cVerliu>, Bertram Frank (Sinunernh Arlur Frledlündee (Berlin). Helmut Galliner (Ebarlvltenvnrgy Julius Gvslynski (Berlin), G. Gumbel cSluligart). Karl (suimann (Ereglingen), tzteciilsauwall tziodert Heid (Mündjon), Jul. Himmelweit (Neukölln). Ariur Jacob (Königslwsen), Ai. Kvschminsli, Tierarzt (Landsberg a. d. W.). Georg Lange (Berlin). Gustav Lewi i2üii>ner-':- dors>. H. Lindner (Burgkunsladl), Tr. med. Herrn. Löb (Bvriumü. Tr. G. Lölvenslein (Sluligari», T- Alandel (Bitburg). Leopold Aielirläuder (Kousiadt). Blax Oberbruuner (Niüuciieu). Heil. Ober' Malier cAugsburg), Tr. lltitlerband, Sauitäisrat cTslerode) Jos. Rösberg (Krefeld), Tr. med. 'i'. Rosenbamn (Tresdeu). Hanl, Rothstliiid. -Heinz Stern (Avierodm. L. Swönttzal Estüruberg), Tr. iur. Werner Täiück (Bresianh Herrn. Steruau l-Hauaul, ltzlsred^Simust (Ooerkoril. Tr. med. Str>benvot! Estelwenhali). cau.vtzat Tr. Waliersiein (Kreield). S. Weinberg (Köln). Tr. jur. Kurt Roscnseld (Frankfurt a. Al.), Zeno Sienz IRegensvnrg). * S äi a ch b ries l a st c n. E. W. (M. - Gladbaäü, Nr. 1 ist durch 1. t>2—»?-i nicht neben losch, beim auf 2. vchiXek folgt: KtKiXe-1. — F. E. (Siralsund). Es empsieblt siä) dcr.Zusammenschluß und Bekauiügabe dee selveiligen Bereinigung mit Adresse. — Rechtsanwalt I. Bl. (Berlin), I. R. (Krejeld).- D. M. (Bitburg), besten Tank für Einseirdung, leider nicht verwendbar. In einer Plenorsitzuno des Zentralauoschufle« dcr deutschen Juden für Hilfe und 2lnfban wurde die Neubildung des Generalsekretariats beschlossen. Neben Direktor Friedrich Borchardk, der als Nnchsolgcr von Dr. Ludwig Tietz bereits sei!: einigen Monaten der Geschäftsführung an gehört, . wurde Tr. Ma,r K r e u tz b e r g e r in das Generalsekretariat berufen. Das Dezernat für Presse und Propaganda wird von Tr. Friedrich Brodnitz verwalket. oufaNmmfaWng her jüdifchrn KMÄMdMLeAn in MuW Ei.'icRcdcdr.Kurl§!ngcrS inFrankfurl a.M> R.ichdem Ns Ich! die „®cfeitfd)nft f ü r j ü difche B o l k s b i l d u n g" Treulsärider der Idee des Kulturbtlndes deutscher Juden in F-ranlsnrk a. NN. gewesen ist, voll-;iehk sich czegeluvärtig die Loslösung eines großen Teils des im Sommer 19N übernommenen Aufgabengebiets ans dem Nahmen der Bereinigung. Tie ohne organische Verbindung mit den satzungsgemäßen Tendenzen der Gesellschaft eingegliederte „Abteilung für künstlerische Veranstaltungen" bekommt damit das Gigenleben, dessen ne zu ihrer Entwicklung im Sinne der „Kultnrbnnd"-Vestrebungen bedarf. Um den Boden für diesen Gedanken noch mehr, als es bisher möglich war. anszulockern, machte der Leiter des Berliner Kulturbundes, Intendant Tr. Kurt Singer, programmatische Aussührnngcn, in denen die ethisüse Grundlage, die geistige Zielsetzung, und die praktische Arbeit eines KnUtirlnutdes nach dem Berliner Vorbild dargestellt wurde. Tas; dcr Weg znm systematischen Ausbau einer süd-westdeutschen Organisation mit Frankfurt als Mittelpunkt jetzt freigelegt ist, bewies der Redner durch die Vlitteilnng.' daß die preußischen Staat s b e h ö r d e n n u n m e h r i h r e Z n st i nt in n li ü z n dieser regionale u G r )oeitc r n n g gegeben habe n. Tie geislrwlte und aufschlußreiche Anssprache Tr. Ringers dürste viele Hörer, die den großen Saal des Saalbaus füllten, von der Notlvendigkeit der ■ Gründung überzeugt haben. Tics um so mehr, als betont wurde, daß durch den Kulturbund die Selbständigkeit und Beivegungssreiheit der für die wissenschaftlichen und tünstlcrischen Interessen der Frankfurter Inden bereits tätigen Institutionen nicht angetastet werde. Tie Anspraclje wurde durch musikalische Tarbietungen eingerahmt. Ten Auftakt bildete ein für dreistimmigen Müdchenchor bearbeitetes Werk Beethovens: „Bitten" aus den Gellert-Liedern, das der Eesanglehrer des Philantrvpins, Frank- Rothschild, mit Schülerinnen seiner Anstalt, klanglich abgerundet, zu Gehör brachte. Ein umfangreiches Ehorstück aus Mendelssohns ..Athalia" gab dem durch Erwachsene verstärkten, vom Tirigenteu überlegen und energisch geleiteten Chor nochmals Gelegenheit, gültige Beweise seiner sorgfaltigen vokalen und musikalischen Schulung abzulcgen. Angemessene künstlerische Stütze verliehen der Aufführung als Svlistiiinen Käthe E t t l i n g c r (Sopran) und in erhöhtem Ntaße Atinni Nappa- Port (All). Ten zweiten Teil des Abends füllten Werke für zwei Klaviere aus. Ter musikalische Leiter der -Oper des Berliner KilltnrbimdeS, Joses Rose ii ft o cf, teilte sich in diese Aufgabe mit Kapellmeister Hans. Wilhelm Stet über g. Tom Publikum wurde die Freude bereitet, Schumanns „Andanie und Variationen" und Negers „Variationen und Fuge über ein Thema von Beethoven" in seiner temperamentvollen, technisch souveränen und innerlill) gelösten Darstellung zu hören. Langanhaltender Beifall belohnte beide Pianisten. A. H-c. Mette im MW Min-Ruhr Ter Jüdische Kulturbund Rhein—Ruhr bespielt nunmehr schon zehn Städte. Er bietet in seinem Märzprogranun eine reiche Abwechslung an musikalischen Veranstaltungen: Kammermusik, Klavier- und Arienabende und läßt dadurch eine größere Zahl von Künstlern zu Wort lonunen. Ilse S a ß (Klavier). Ernst Drucker (Bioliue) und Siegfried Urias (Gesang), den Lesern dieses Blattes schon seit Anfang des Konzertwinters als grund- .inusikalische, mit bestem Rüstzeug ausgeskattete Künstler bekannt, erfreuten die Wuppertal er Hörer durch ein äußerst anregendes Programm: Bach. Mendelssohn. Schumann. Löwe und Straus;. Köln brachte als erste Stadt im Rahmen der Kulturbundveranstalttmgen einen Klavier- und Liederabend. Professor W i t t e Ls eröffnestdie Bortragsfolge mit einer Partita von Bcch und hinterlicß durch feine vornehme und abgeklärte Gestaltung tiefen Eindruck. Er erspielte sich mit einer besou'- ders reizvollen Auswahl Schumannscher und Ehopinscher Kompositionen starken Beifall. Siegfried Urias' heldische Baritonstimme ist von uu>. gewöhnlicher Traglraft und wird trotz der besonderen Eignung für die Bühne auch Arien und Liedern — in strenger Zucht — gerecht. Löwes etwas veraltete Ballade „Archibald Douglas" erweckte er durch seine außerordentlich dramatische Gestaltung zu neuem Leben und konnte die stürmischen Beisallsbezeigungen des Publikums ebenfalls nur durch mehrere Zugaben beschwichtigen. Ilse Saß begleitete mit vorzüglicher Anpassung. Ha. Gute Rezitation bot in einem Elly -Reich er- Abend der Jüdische Kulturbund Rhein-Nnhr seinen Vtitgliedcrn. Nach standpunktsiichenden Vorträgen,- nach manchmal.zuviel disluticrten Fragen, die dennoch offen bleiben, gab die Künstlerin mit einer Vorlesung aus der Bibel estvas wie eine beruhigende Antwort; denn das Schöpfen aus den Ewigkeitswerten der Vergangenheit ist dem heute allzu zeitgcbundeneu jüdischen Ntenschen nötiger als je. llnd die deutlich fühlbare Bewegtheit der Zuhörer bestätigte es. K. Koblenz Ter RjF und die Enttracht-Loge veranstalteten am 11. März einen Rezitationsabend mit Edith Her t n st a d t - O e t t i n g e n. Ihre leidenschaftlich mitreißende Kunst ließ das -Publikiim von Anfang bis Ende mitgehcn. Die Zuhörer dankten' mit stürmischem Beifall. Ter Höhepunkt des Abends war die Wiedergabe von Stetten aus Roths „Hiob". Mainz Im Atittelpunkt der Iakob-Wasterinann-Gedächtaisseier stand ein Vortrag von Artur Elve s s e r, Berlin. Ter Redner, der ein Persönlicher Freund Wassermanns gewesen, verstand es. die Persönlichkeit des großen Toten plastisch zu gestalten. Umrahmt wurde der Vortrag durch Beethovens Sonate D-dur für Klavier und Cello (Dr. M. O r b, Wiesbaden. und Dr. Paul Frank. Mainz) und Schuberts 23. Psalm, gesungen von den Damen Ehrenstein. Buch da hl. Levi und Lion unter dezenter Klavierbegleitung von Herbert F r o m m. Oberkantor Jonas machte in einem gut besuchten Vortragsabend interessante Ausführungen über jüdische -Hansgesänge und illustrierte dieselben durch Liedervorträae. Der zweite Kaminermufiknbend der Mainzer Jüdischen Trio-Vereinigung war wiederum ein musikalisches Erlebnis. Zum Vortrag kamen Werke von Brahms und Rtendelssohu sowie daä Konzert für zwei Violinen und Biolviicello „in der alten Vtanior" von Bernhard S ekles, der persönlich anwesend war. Mit ihm wurden Paula A b ra- Ham (Klavier). Selmar Bitlor (Violine). Tr. Paul F r a n l (Dioloneello) und Th. R a t h n e r (2. Bivline) start gefeiert. ui—1. Mannheim . Tie Iiistrumenialgemeinschaft des Liederkranzes steht durch die zielbewußte Arbeit Atar SinZheimers entschieden über Liebhaber-Niveau: das beivies sie in ihrem letzten Konzert mit Coretlis Coneerio r^r08r>o op. l>, Nr. 12. in dessen Adagio Lilly^KoPpel am Flügel durch die Wärme wie den Stil ihres Spieles hervortrat, wie vor allein mit Mozarts Serenade Nr. 6. in der Lene Hesse- Sinzheinicr als vorbildliche Primgeigerin mitwirltcF Lotte Leonard, Berlin, die sich in Bachs Hochzeitskantate „Weichet mir betrübte Schatten" er>t etivas einsingen mußte, gab ihr Stärkstes in einer Anzahl von Liedern, von denen sich in I. Löh ners ,.O Ewigkeit" die Größe der Tongebung mit der Größe des Aitsdrucks einte. Und doch überbot sich die von Max Sinzheimer subtil am Flügel begleitete. stürmisch gefeierte Künstlerin noch mit ihrer Zugabe, döm „Alten Lied" von Frank, das durch sie zum Erlebnis wurde. 8«. Dresden Das Neue Streichguartett brachte sein schon in audercu^ Städten bekanntes Programm zum ft'ag. Tie Dresdener Ntusikfreunde waren begeistert über das ausgezeichnete Znsannnenspiel. die sichen' Beherrschiing und die geschmackvolle Auswahl der Werte, die beiden C-inoII-Oiiartette von Suietana und Verdi. Sehr interessant mir es, von Pvei Opernkoinponisten die einzigen Streichquartette zu hören, die sie geschrieben haben. Beiden ist die Betonung ihrer nationalen Musik gemeinsam, bei cometana die slawischen Tänze im zweiten und werten Satz, bei Verdi die Barcarole im Trio des dritten Satzes, den die Künstler auf den nnerinüdlichen Beifall zur Freude des Publikums wiederholten. Es war zweifellos eine der ivertbollsten Kiiltirrbundaufsührungen, die wir bisher in Trcs« den hatten. ' 0. Furtsetzuny der Ihrichtc in der /ieilaijc