Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 12 (22.3.1934)
- Date
- 1934-03-22
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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WZMMNW KK(H - .Mr tstecjjsnecs ücDC^ßctQgscatSdl ' ' ’.- Eine . sehr .instruktivs •- DarsteLmg - bß Uebsrgab bst Mnn seiner Frau den SL-sidebries. iDilchen- - EherechkL M daZ KarNMLrgHrichL obwohl ein im Gewohnheitsrecht anerkannter wichn einer Entscheidung des 13. Zivilsenats vom- - Ligsr Grund zur Scheidung der Ehe nicht, vorlag. n Dezember 1933. die in Nr, 10 der ..Juristischen - .. so wurde dieser Verstoß gegen das GewohnhsitS- SöDdjcnfcf;rift" uom 10. 1934 tocröffcntltc^t ifh; . recht durch Strafen geahndet; gleichwohl führte der fraglichen. Entscheidung, in der eä sich „tiT&if! Eliescheidung kongrcßpolnischer Juden Han. delt für die noch die Vorschriften der jüdischen Religion maßgebend'sind, führt das Kammer-' aericht folgendes auß: i „Tas jüdische Recht beruht auf der Bibel, dem > Talmud und dem jüdischen Gewohnheitsrecht. Die 1 Abc! gibt im 5. Buch Mose Vorschriften über da8 '! -cheidungsrecht. Der Talmud' zerfällt in zwei.; Teile, bic Mischnah (abgeschlosien 200 n. Ehr.) und i Femara (abgeschlossen etwa 500 n. Cl)r.). Die - -n'äschnah enthält im Traktat Kethubot Rechtssätze 1 über die Eliescheidung. Im 16. Jahrhundert n. Ehr. k hü der Rabbiner Joseph Karo das gesamte Rechts- .. ~ '... ) gebiet des Judentums in Anlehimng an ältere ijM, ÄM §LeNÄENL§WN. i jüdisch-spanische Rechtswerke systematisch geordnet I j» einein Kader zufaminengefaßt.dsn er müer'dem ' Rainen „Schulchan Aruch" (gleich: Gedeckter Tisch) die Erteilung des Scheidobrieses" aber die'Auflüfung der Ehe herbei. Und wenn der Mann sich weigerte, dem berechtigten Verlangen der Frau nach Erteilungdes Scheidebriefes Folge zu leisten, so setzte er sich zwar der Gefahr aus. daß durch Verhängung religiöser Strafen der Beugezwang gegen ihn auSgeübt wurde. Blieb er aber gleich- . wohl bei seiner Weigerung stehen, so konnte die Fwu die Scheidung nicht durchsetzen. Bei diesem RechtSzustand ist es geblieben/ UMWßSMS'lMSvO-.. ...i Jahre 1565 in Venedig erscheinen ließ. Das ^er! entfällt in vier Teile; das Eherecht mit Ein- ■ der gewohnheitsrcchtlich auLgcbildeten Üicchlssäpc wird im dritten Buch behandelt, das Die ^'.cichnuug „Eben haescr" (gleich: Stern der bill'c) führt. Tie Bibel räumt dem M-ann die Besagnis ein, die Frau einseitig aus der ehelichen Gemeinschaft zu verstoßen (5. Buch Mose. Kap. 24, q)Crj i—4). Ob er von dieser Befugnis Gebrauch machen wollte, stand rn seinem freien Belieben. Lediglich die Verpflichtung wird ihm auferlcgt, fcn Fron, unter Wahrung bestimmter Formen, einen Scheidebrief zu erteilen (vgl. R. G. 57. 253). Tie Frau dagegen hatte nach den Vorschriften der ^ibel nicht das Recht, sich von dem Eheband zu befreien.' Ihre Lage besserte sich aber im Lause der ^ahrc in gesellschaftlicher und damit zugleich auch in rechtlicher Beziehung. Gewohnheitsrechtlich bilde!c sich der Grundsatz heraus, daß der Mann nur ans schwerwiegenden Gründen die Frau aus der glichen Gemeinschaft cntlasien durste. In derselben Weise wurde auf der anderen Seite der strau dos Recht zugcbilligt, vorn Dianne die Scheidung fordern zu dürfen, sofern erhebliche Gründe dieses Verlangen als berechtigt erscheinen ließen. Ta man aber im den Lehrender Bibel göttliches und daher unwandelbares Recht sah. hielt man glcichwohl an dem Erfordernis des Scheidebriefes scst und ebenso an den Wirkungen seiner Erteilung. .Der badische Derwaltungsgerichtshof in Karls^ ruhe hat in einer Entscheidung vom 6. Februar 1934 (Akt.-Z. 186/33) eine Entschließung des Bezirksamts Mannheim vom 17. August 1933 aufgehoben, in der einem jüdischen Schankwirt die Erlaubnis zum Betrieb, euier Schankwirtschast venveigert worden war. weil er als Jude zur Führung einer Wirtschaft grundsätzlich nicht geeignet erscheine. . Der badische VerwaltunasgerichtShof hat sich im Gegensatz zu dieser Entschließung des Bezirksrotes aus den Standpunkt gestellt, daß die des Schuhes der deutschen Gesetzgebung überhaupt würdigen Juden.in Deutschland diesen Schuh des Gesetzes genießen und gerade auf dem Gebiete der freien Wirtschaft und des Gewerbes nicht anders behandelt werden dürfen als rrach Maßgabe des geltenden Rechts. Ter Verwaltunasgerichtshof sagt weiter, der Umstand, daß das fragliche Lokal fast ausschließlich von Juden besucht werde, lasse einen Schluß aus eine mangelnde Zuverlässigkeit des Gastwirts als Wirt gerade eines solchen Lokals — nicht zu. Ter Umstand, daß säst ausschließlich Juden in dem Lokal verkehrten, könne nicht zu der Folgerung führen, daß der Wirt nicht auch Jude sein dürfe, denn damit würde in der Praxis der Erfolg eintreten, daß Nichtarier schlechthin von dem -SclMkgewerbe ausgeschlossen wären. Bei der heutigen Einstellung des deutschen Volkes .würden arische Gäste zu einem jüdischen Wirt kaum in genügender .Zahl kommen. ..Solange die Gesetzgebung ein Verbot der ErlaubniSerteilung für das Wirtsgewerbe an Nichtarier nicht ausspreche. sei e2 aus Rechtsgründen nicht möglich, einen Juden lediglich wegen seiner Abstammung von diesem Gewerbe auszuschlreßen. j‘ fr'/'/! ■} wvj'W "iiyvvwyv^/.^vv \ Tie ..Osram-Nachrichten" führen in einem Dei richt über eure Feierabcnrdkundgebung im Berliner i Sportpalast, bei der der Treuhänder der Arbeit; Johannes Engel zu der Frage Stellung nahm, i wie Juden in den Betrieben zu grüßen haben, u. a. s eus: s ^Anschließend an die Verfügung des Reichsinnemmnisters.' der diese Grußpflicht für die vor- J fa/icbeuen Instanzen, für die Reichs«, Staats- und \ E:meindebehörden und auch für die Betriebe gell rcQelt hat, werde ich in meinem Bezirk östlich der! (tlbe als Treuhänder eine Regelung her.ausgeberi, 7 wie die Juden zil grüf^n haben. Es geht nicht: 7 wan kann einem Nationalsozialisten nicht zumuten.? mit anzuhören, wenn irgendein Jude hereinlommt - und unseren Kampsgruß „Heil!" oder „Heil Hitler!".; mwendet. Ich möchte sagen, daß sich das mit s einem nationalsozialistischen 'Gewisien nie und i wnrrcr vereinigen läßt. Es muß hier vielmehr; eine Regelung dahingehend geschaffen rverden: Tie : -putschen unter sich wenden den deutschen Gruß an; : die Jiwen rechnen aber nicht zu den deutschen ^oll-gcnossen, folglich sollen sie auch den deutschen Crußnicht cunoc-noen. Es bleibt ihiren überlassen, wic sie grüßeri. Sie köm'.eu meirieüvegen den altbürsierlichen Grnß von früher anmenden, „Guten gog" oder „Guten Aiorgen". Was der midere Volksgenosse daraus erividert das bleibt ihm selbst »Erlassen. Ich glaube, daß wir damit hier eine 'Torheit ('skommen werden. Wenn ech jüdischer -lrivitnchmer in ein Büro oder einen Fabriksaal 'oinint und seinen „Guten Tag!" oder „Guten . Morgen!" sagt, dann tömwn Sie genau so ant- >vortm. Sie können aber auch mit „Heil!" curL- Ijotteu, das ist ganz gleich. Aber, wie gesagt. em§ >si unvereinbar: daß die Juden hereinkommen mid -Heil!" sagen. Ich bitte, auch im Osram-Betrieb ' ~~ 53 sind ja nicht mehr viel Juden darin —• sich nodj dieser Slnweisung zu richten; denn mir legen darauf, daß im Betrieb Frieden ' herrscht. ^'5ser kann aber dadurch gestört werden, wenn die ssationalsozialistLn. die jahrelang unter dem Kampfruf .-Lei! Hitler!" standen, von den Feinden Mker überhaupt, von den Juden, diesen Gruß °ngnvandt sehen." . , . Photographien der Juden „Liebknecht", Moisst". „Rathenau", .Lenin" mid „Trohki" und wie sie sonst noch alle heißen mögen,, die entthronten Po-, ■ w limer. Künstler und Jntellektuellelr. Gedanken .kommen.- So etwas hat nun Deutschland beherrscht?! Die Beschauer haben nur noch ein Kopfschütteln! Sie vertiefen sich nicht in diese Bilder. Jenen D)P lernten sie hassen und vor- ■ achten." Dem Sonderberichterstatter, dessen Bericht dieser Teil entnommen ist, dürste unbekannt gewesen sein, daß Liebknecht einer Familie entstammt, deren Stammbamn jüdische Mischehen nicht aufweist, daß Alexander Moissi Italiener oder jüdischen Blut- ■ einschlag ist. und daß Lenin einer russischen - Adelsfamilie entstammt die keinerlei familienmäßigen Zusammenhang mit Juden hat. Es darf zum Schlußsätze des Berichtes auch nocli aus Verlautbarungen maßgebender nationalsozialistischer Führer sowie auf Richtlinien des Reichsmnenmmisters verwiesen werden, die besagen, der Zweck der deutschen Rassegesetzgebung und Masseaufklärung sei positiv und nicht darauf gerichtet, Haß und- Verachtung gegen Andersrassige zu erzeugen. 'LAÄAB gsp»8 b SäEWW" Die Jta meldet auS Moskau: An»., läßlich des herannahenden PessachfesteS ist in der kommunistischen Presse, wie dies seit einigen Jahren vor hohen jüdischen Feiertagen üblich ist, ein heftiger antireligiöser Propagandafeldzug eröffnet worden. Gleichzeitig veröffentlichen die Zei- . tungen Berichte ihrer Korrespondenten aus allen Stcifim des Landes, aus denen zu ersehe^ ist. daß trotz allem von den Parteistellen und antireligiösen Organisationen ausgeübten Druck die religiöse Grundhaltung breiter Volksschichten nicht erschüt- . tert werden konnte. In den Berichten wird dari. über Klage geführt, daß die antireligiöse Arbeit vernachlässigt werde und daß die „Klerikalen", durch diese Untätigkeit dev religiousfeindlichen Kreise ermutigt, mit der Vorbereitung ihrer „oe. sährlichen Pessacharbeit" bereits eifrig beschästigt seien. Die älorresporidenten geben jene jüdischen Arbeiter namentlich an,-die in den Handwerker pp&>< v Kassel ist im Rahmen einer Ausstellung „Die UaU Ml _::f-J. . „Tann stehen" wir vor Bildern der Rasse^ lajaiiber und Rasfezersetzer. Stehen wir vor den '7- H r“'') % ** sls bir.EÄfj tfS SU-nw!r.r.2tt* Dao ist cß: ZL^.r jeden Abend nd .57-n m\t ^r?dsst zu pflegen. Der b:2 er.::-; > tr.y gibt L./.:LNöas "N L» twS ©Wfcm Tubs -o md SO Pig. lllamollenschaften und Kollektivsarmen dafür ein- Br» »WTdSsn A-b-tr°t °»»««»» feiettnoen We »eit, ruhen Lsi-n Aiid-rl-IlS beichten fie daß die Lokalorganlsationen der - Kommunistischen Partei und die GottlosenkluSs ^7r^^BeMasse beireffend eine heftiae/Antipessach. tumvam"Ä-hol. i, baß aßet blefe S:fcr;M[Je Ä S gM-b-n feto.- G-ichgMiak-it sii ^die gesamte „Kulturarbelt ans. §.n ttG Elütt-r"'b-l°mn. b-ß -S^faW «Lr-. M. - «w*» ^xämvfung der Rcllgion sei nicht ) 2m VsWsrrnL kn Lrr 7 ... WÄ "Noch immer sei die Religion die; Eesllststaft si:i:lL OH- M ^^erjeckgen. die...Men das si'-ziMci7.e .M^^r-«»h den Äwertrn rronfi^r» Aschen GsnofsenschastSmitglieder die jÜdisGn'Feier-' tage hielten.' . . . Besonders scharf werden die „jüdischen kkeri- .'kalen.Konterrevolutionäre"- in der Wnsksr Tages- - zeitung „Oktiabr" angegriffm. Von.den glaubenstreuen Juden wird behauptet, daß sie sich--dort - sammeln,- wo es -ihnen am besten/ gelingt, tnv Interesse des Klerikalismus daS sozialistische.Ausbau- ' werk zu chüdigem - Vian finde sie irr den-Kollektiv».- 'faruren. den Handworkerprodultionsgenassenschaften' und anderen Unternehmungen, und der Zweck ihres Eirchaltens der „klerikalen Hessachtradsiionen" fci ' der, - die Durchführung des'. FÜnfjahrPtanes im' ersten Jahresviertel entscheidend zu stören und die Entwicklung der „sozialistischen. Kultur" auszu- ..hcksten. - . - . - . Paffach.Vrrfümg 31. März. 1. April 16.16. Man -PMLh'Esde 6.7. April 21.22.Nisian -Wochenfest 20.21. Mai 6.7.Siwan * Wie die „Deutsche Tageszeitung" mitteilt,' hat ..der RechSinnenministev folgende Vorschriften-sür die Befreiung jüdischer Schüler. vom Schulunterricht an den Feiertagen erlassen: Die. jüdischen Schüler' können, am Neujahr zwei Tage, am Ver» söhnüngsfest einen -Tag, am- Laubhüttensest zivei - Tage, am.. Schlußfest zwei Tage, am Pasiahsest die .. zwei ersten und die zwei letzten Tage und am- .Pfingstfest zwei Tage dem Unterricht sernbleiben. . 'An bim gewöhnlichen Samstagen können die jüdischen und adventistisck)en Schüler ganz oder für die'' Stunde des Gottesdienstos vom Schulmrterricht be- . freit werden. Wer hiervon keinen Gebrauch machte - muß am gesamten Unterricht, auch im Zeichnen, - .-.'.-Schreiben,' Handarbeit und Werkunterricht teil- 7 > nehmen.-; , dies» W&l , - , Im März-Heft des Frankfurter Israelitischen Gemeindeblattes schreibt Lothar Bauer über „Die . Devülkerungsbervegung der Israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M.", Ter Verfasser stellt dm Rückgang der' jüdischen Bevölkerung Frankfurts . an Hand '.reichen statlstischen Materials oar. Dieser Rückgang hat schon vor der politischen Umgestaltung begonnen und hat sich nach dieser noch bedeutend verstärkt. Wahrend der Bevölkerungsabgang 1929 insgesamt , 374 Seelen betrug (Sterbeübcrschuß 146. Austritte- Überschuß 175, Abwauderungsüberschuß 53), war er 1931 schon auf 782 gestiegen (Sterbcüberschuß 165. '-Austrltteüberschuß 113. Abwaudernngsüberschuß . ,504). 1933 betragt der,Abgang. 1695.^eten (Sterbe- Überschuß 225, Austritteüberschuß 58. Wwanderungsüberschuß 1412). Für die Entwrcklung ist die . starke Steigerung des Abwanderungsüberschusses und das Sinken des Austritteüberschusses - charakteristisch. , , , Auf' einer.'Generalversammlung der jüdischen Landedgemeinde Mecklenburg-SclMrins in Güstrow wurde berichtet, daß. die Zahl der Juden in diesenr Gebiete seit der letzten von der Lan-deLgemeinde voranMtes.en Zählmrg von' , runß' 1700 - auf cllvä L70 zurückgegangen ser. Infolge des ',, katastrophalen Rückgangs der.Einnahmen wird es nicht möglich sein, die Selbständigkeit der Landesgenreinde aufrechtzuerhalten. .. Eine Vereinigung der . L-rurdesgemoinden von Mecklenburg-Schwerin und Meülen- ' vurg'Strelih mÜ der Großgenreinde Lübeck soll deshalb stattfinden. Auch aus andererr Gegenden „Deutschlands wird eine außerordentliche Abnahme der jübifcljcn Bevölkerung in einzelnen Ortschaften gemeldet. Sv. -hat sich die jüdische Gemeinde in Bütow (Ponmwrn) seit Anfang 1933'durch AbwanderlMg von 109 Seelen - ans 70 vermindert. 1030 hatte, die Gemeinde noch 155 Mitglieder, so daß' ein Rückgang von über 50 Prozent festzustellen ist. Die „Leipziger Tageszeitung^ Nr. 77 vorn 19. März veröffentlicht unter der Ueberschrift. >,Die Mischysche unter sich, Den NaLbirrsr- HLnarrögetvorfeu" nachstehenden Be»- ricbt über eine Versammlung des „Verbandes nationaldeutscher Juden" in Leipzig: Der Verband nationaldeutscher,- Juden ■ hat am Sonnabend im Künstlerhaus eine Lersamm. lung veranstaltet, in der der „Führer" dieses Vereins über die Stellung der nationaldeutschen Juden im neuen Staat sprach. Die Rede sewst interessiert uns wenig. Wohl könnte man Ver- , : cmlassung nehmen, den einen oder anderen Punkt herauLzuareisen; aber wir wollen gar nicht erst., damit anfangew . Weit interesiantor waren die Begleitumstände, auf die eS immer ankommt. Wenn man das KünstlerhauZ betrat, wurde man vonr Saalschutz der Veranstalter empfangen, der durch Armbinden' und einheitliche Marinernützen mit schwarzweißroter Kokarde kenntlich war. Von diesem Saalschich waren 25 Vertreter anwesend, die sämtlich — man lose unb staune! -7 eigens für diese Versammlung anL Berlin geholt worden waren! Der Verlauf der Versamm- ....lung zeigte, daß dieser „Schutz" in Tätigkeit-treten nmßte. aber nicht etwa gegen VersarnmLungs, -. stürer m:3 nichtjüdischen' Kreisen, sondern gegen .-die Mischpoche-selbst. Dem Rabbiner Dr. Gold- . ', mann, der mit einer Schar Anhänger erschienen war, paßten die AuJführungeu dell Redners -nicht, : undso entwickelte.sichein frisch-fröhlicher Hauskrieg, der mit, der Ausweisung bell RabLmsrS ' au3 dem Saale, endete. L'ab.aber war-.-dall-Signal bedeateto Im Vorjahr« tausenden Jüdischen Faraüleat wirkliche Festesfreude! Hat Ihr Jan ja, Jir Mä4d «1» schon? 100 S. Elfonbelnharton, Groseformt. Herrliche howcnllobe Bilder, vorsüßllcbo' UebcrcctCTms, nan« Muaiknotoa. Preis geb. RM. 4.80. In jeder Bticbheadi Jung bdor dirfibt vom Hebr: Verlogf wM©aoroIiM* Pcplin SJT7. ©'Vi EUopatocItotrcsc» LL» über den C.-D. provoziert, dem er nicht nuv in bekannter Weise mangelndes Deutschtum vorwarf, sondern von dem er auch mit erhobener Stimme erllärte, „Und dieser Verein besteht heute noch!", so erreichten seine Ausführungen den Höhepunkt, als er von einer '..sogenannten Reichsvertretung der deutschen - Juden" sprach, die „in hochstaple risch er Weise" sich das Recht anmaße, die deutschen Juden zu vertreten, und in ,Z e r Leute solchen Schlages"' es wagten, sich den Behörden gegenüber „als Vertreter der deutschen Judenhxit . aufzuspielen." Durch Zwischenrufe wie „Unerhört!" wurde hiergegen protestiert. Der Vorsitzende des ' Landesverbandes Mitteldeutschland deS C.-D.,- Gemcinderabbincv Dr. Felix G o l d m a n n, der eine leise Bemerkung zu seinen: Nachbar machte, wurde von dem aus Berlin nütgebrachten uniformierten Saalschutz des Verbandes nationaldeutscher Juden aus dem Saal gewiesen. Der G.-V.-Synoikus Kurt S a b a tz k h. der hiergegen protestierte, wurde ebenfalls von dem Saalschutz hinauSgesührt. Dieser Vorgang gab Anlaß zu schärfstem Protest des überwiegenden Teils der Versammlung. Jnfolgcdcssm sah sich der Leiter des PolizeiüberwachuugSdionstes veranlaßt, die Versammlung aus-- zulösen." * Als wir uns das letzte Mal mit Herrn Max,Naumann beschäftigten, geschah es. als , erjüdischen Konsektionsangchörigen Empfinden für Würde beibringen wollte. §lssN<M^se SÄM q. ©. «z. sa qy©d orcsf demonstrandum Was war zu beweisen? Die „C.-V.-Zeitung^ brachte einen Anfsatz „Stoßseufzer" von Ernst Plaut (Essen). Der Verfasser. Syndlkns des Landesverbandes Rheinland-Westfalen des Central-Vereins, beklagt gewisse Spannungserscheinungen im inner- - jüdischen Leben und eine gewisse Berliner Uebcr- , Herrlichkeit, gegenüber der Provinz, für die der Vtann aus der. Provinz kein Verständnis habe. .Zwei jüdische GemeindolEter whmen dazu Stellung: das „Berliner Gemeindeblatt" und die „Tüsieldorser Gemeindezeitung". Das Berliner Gememdeblatt schließt seinen Aussatz.-zu dem übrigens auch in anderem Zusam. menhang noch mehr zu sagen sein wird, mit folgendem Satz: „Gerade in 'Essen ist man daher wirklich nicht berufen, sich gegenüber Berlin als Verfechter des Gemeinschaftsgedankens zu legitimieren Herrn Plaut muß geraten werden, zmrächft vor seiner eigenen Tür zu kehren." -Die Düsseldorfer Gemeindezeitung druckt den Aussatz--„Stoßseufzer" wortgetreu ab imd schickt ein Bonvort voraus, in dem von den „treffenden Worten" des „in Rheinlaiw und Westfalen besonders gesckKtzten Syndikus des Central. Vereins" gesprochen wird. Eine gewisse Berliner Gesinnung oder Provinzgesinnung? — „Was zu beiveisen war-— DA K2ÄN2 M In einem tiefangelegten Aufsatz .Masienkumde. , Völrskmrüe. Stammesklmde" („Dichtung und Volksi tum". 35. Band, 1. Heft) dringt Josef Nadler, der bedeutende Literarhistoriker, zu einer Wesens« bcstilmnung des nordischen Mensck)en vor. - Die Annahme, daß nur der nordische Mensch in -Deutschlarw Fornt habe, und daß die nordischen Bestände im Deutschen der schöpferische Gärstoff seien, ist -- wie Nadler erklärt — nicht beiviesen und nach Art der Hilfsmittel auch nicht beweisbar. Sie kann nur ein Gogenstmrd des Glaubens sein und gehört daher in einen anderen Bereich als den der Wissenschaft. Die Frage nach der gelstesgeschichtlichen Aedsutung der nordischen Rasse in Deutschland ist ganz falsch gestellt, wenn man sie durch den Hinweis 7 aus Kunst und Form beantwortet würrschl. Die nordische Raste ist in Deutschland die große Trägerin der Rechtsordnmrg urtb des Geschichtsbewußtsems. Das kann man, beweisen auS vielhundertjähriger Neigung und Haltung des friesischen und des sächsischen Stannnes. Und die nordische Nasse war unter den Deutschen dio Trägerin des ortsgemäßen gewaltigen Staatsgedankens, des Gedankens eines Ostseereiches, den sie bald von Skandinavien, bald von Niedersachsen aus verwirklichen wollte. Diese Macht über das tätige und - handelnde Leben, aber nicht der Vorrang im Theaterspielen und Geigenznpsen. ist zu allen Zeiten die Sendung der nordischen Rasse unter den Deutschen gewesen. Dis nordische Raste hat aus den Deutschert ein Weltvolk gemacht, aber durch ganz andere Tu« -genden, als sick) auü Hebbel und Hölderlin herleiten ■ lasten. Man muß — behauptet Nadler — in Deutschland sächsisch für nordisch sitzen. Denn Erscheinung mW Schicksal der nordischen Raste unter den Deutschen --ist der-niedersuchsische Stamm.; -lichlellen gÄsmnrsrr ist. Die Versammlung ----silbstderständlich-polizeilich - aufgelöst. wurde .an tneuai Otic.% ' ißsltefisst FE» unb ME-z»r > -77,..— « ».«Ä-IW. Canse Soobnoittf«- tu .Eana'nnd Jo»r Kippw si> - ■' in vielen Kollettivfarmen fet -bte HeMaussaat unterbrochen worden, weil die jüdi- ' - Hierzu wird' ünS - aus gomÄdst: cl:z:::i ßcribcjis mr^^Lublichrü--Vor-- ''gan2 -777?. tü .i:t in-,?:!"^0 vvmÄLrband cli-.j^rufenstt Vrr*-.- -fcir/;. n 22p £)r. si'27.x -Naumann . resiridrte. -Hatte-der Nefsr^nt schon die Zu- -- hörer durch seine abfälligen Ausführungen!1cup'2LbrllUcÜ:r vr. Alfrod Hlrnobberg? Gt:Uvcnrctyr Dr. üatßarote Dde-Ibvio. Ecicla ln Ccrlin. ■ Für Rüchcnnduss unverhester tlissstripto let Frc!yr:nchhs tdrcfücca. Leiter d;? Asc?c-22-Abicilu2g und rcmstvorcHoh für den InhElt dar Aaraisenj Frlodrich Net.bso,. Eorlla. DA. IV. VJ. 63CC3. Varh^j Ccntra!-c,3rci3 deutriher CicatsbürRar Jüdischaa 'Glaubens e. Vi. Ccrlin VJ 15, Escor ßtr. 42. Tel.-Ad?.: Druck der Buch- und Ticfdruclx-Gesällccbaft talb.'Ö^ Berlin BW ICO. v^4